»üfrt <m Stimmen, ine alles für Humbuff erklären. Die einen erklären Ulivi für einen neuen Edison, der jeden Taff eine neue große Erfindung machen könne, und fuhren Lur Stutze dieser Ansicht an, daß Ulivi trotz seiner 33 Jahre schon eine ganze Reihe wichtiger Erfindungen gemacht habe. Tatsächlich hat Ulivi, der mit 27 Jahren nach Paris kam, in dem ersten technischen Betriebe — dem Autvmobikbau —, 'in dem er sich betätigte, rasch allerhand Erfindungen ge- macht, z. B einen Geschwindigkeitsmesser für Automobile erfunden: ferner sollen T.impfpflüge und eine Reihe anderer landwirtschaftlicher Maschinen von ihm erfunden sein. Tie Offner Uliois, die alles für Schwindel hallen, wollen von seinen früheren Erfindungen völlig absehen und führen an, bei den '.'luseinandersepungen über seine neueste Erfindung, die Erfindung der „J-^trahlen", soll er sich in Wider spräche verwickelt Haden, ja, sie weisen ihm nach, daß er von den Maschinen, mit denen er dabei um- »geht, ohne genauere Kenntnis spricht, und z B. sagt, die „F-Strahlen" gingen durch Metall hindurch, mah- rcnd er gerade einen Metallspiegel braucht, um sie zu reflektieren. Frcilicb, eine Erklärung der Versuche Ulivis baden auch seine <4egncr nicht. Einer der Offiziere, der ihnen beigewohnt hat, foTT geäußert haben, die Erplosian beruhe auf Zufall, allein das kann man doch nicht annehmen, d-aß das französische Pulver explodiert, gerade tvenn Ulivi damit Versuche macht! So ist die Streitfrage vorläufig völlig ungeklärt, und es sollen deswegen noch weitere Versuche stuttsinden.
vermischte».
* Der flüchtige Millionär Thaw wieder verhaftet. Der amerikanische Millionär Harry Thaw, der Mörder des Architekten White, der vor drei Tagen ans dem Irrenzuchthaus in Matteawan flüchtete, ist, wie aus Eoalicook in der Provinz Quebec telegraphiert wird, in der Ortschaft Herrnenetilde verhaftet worden. Damit sind die Gerüchte, daß sich Thaw auf einer Privatjacht bereits ans dec Fahrt nach Europa befinde, hinfällig.
* Das unbeliebte Känguruh. Auf Anordnung des neuen australischen Generalpostmeisters sollen die im Verkehr befindlichen Briefmarken mit dem Kängnruhbilde, die sich keiner großen Beliebtheit erfreuen, zurückgezogen werden. Dafür befinden sich neue Briefmarken in Vorbe- Teilung, die daS Bildnis Königs Georg V. tragen.
* Aus den Erinnerungen Buffalo Bills. Buffalo Bill bat sich entschlossen, sich in die Einsamkeit nach Wyoming ^urückzuziehen. Bevor er New Port verlassen hat, hat er einem Interviewer einige interessante Erinnerungen aus seinem Leben milfldnlt. „Als Kind," so erzählte er, „wohnte ich in Lcaven- worlh, wo mein Vater eine Zeitung herausgab. Ta er die Annexion Kansas' durch die Bereinigten Staaten billigte, hatte er sich mit der Gegenpartei verfeindet und mußte ihren Nachstellungen entfliehen. Eines Abends, als ich durch die Straßen der Stadt ging, sah ich einen Menschenhaufen: ich näherte mich und entnahm auS einzelnen Phrasen, daß sie von meinem Vater sprachen. Seine Feinde hatten sein Versteck entdeckt und wollten ihn ermorden. Keine Minute war zu verlieren. Ich renne zu einem bekannten Pferdeknecht und erbitte mir ein Pferd: „Ich hab»-' nur da- fine, sagt er mir, und das muß ich morgen früh wieder haben." Ich springe in den Sattel und eile zu meinem Vater, dem ich gerade nodj rechtzeitig zur Flucht verhelfen konnte. Darauf kehrte ich zurück und ibnr vor Sonnenaufgang wieder in der Stadt. Ich hatte 70 Meilen in dieser Nacht zurückgelegt. Dies war meine erste Großtat: ich war damals 12 Jahre alt.
Das Verbrechen war jedoch nur verzögert: mrrt Vater fiel im folgenden Jahr fernen Feinden zum Opfer. Ib wurde Daü'e und verdingte mich als Biehhüter. Dächrend dieser Zeit lernte ick» die wilden Pferde einfangrn und mit dem EeweLr umgeben Als ich 18 Jahre alt war, kannte ich keine Furcht mehr. Ich nahm darauf an den Kämpfen gegen die Indrcner teil. 1867, während seiner (Erpcintwn gegen die Sbommandxn, die Kansas plünderten, zerstörte ich ihre großen Büfielberden und zwang sie so durch fcnutgcr zum Rückzüge. Eines Tage-, «IS ick, mich einer Abteilung von *0 Pawnee-Indianem, die untere Berbün- beten waren, an schließen wollte, triefen sie mich mit ter Degrün- bunn zurück, daß ein Weißer ihre Beweaung'n nur bindere. Abends tarnen sie mit der glorreichen Nachricht i.urüd, 20 Bussel getötet zu haben. Am folgenden Tag zog ich allein ans und batte in einer Stuirde deren 37 nicberqefhecfi. Tiefe Tat trug mir den Beinamen Buffalo Dill rin. Während des Eisenbabn- baues nach dem wilden Westen hatte ich Verproviantierung der Arbeiter auszuführen. Der Großfürst Alexis begleitete mich damals auf den Jagden: noch nach Jahren sprach er mit größter Begeisterung von diesen kühnen Zügen. 1888 kam mir der (He- öanke, mit meinem Cowboys öffentlich aufzutrrien. Ich durchzog die alte und die neue Welt. Heute ist es mit der Rnnannk des wilden Westens vorbei: weder in TexaS noch in Nevada, noch in Neu>Mexiko hat der Cowboy mehr die Bedeutung wie früher. Deshalb ziehe ich mich zurück."
* Der Doppelgänger. Admiral Lord Charles Beresford, der erste Seelord der brinfdyn Flotte, hat einen Topvel- nänger, der ihm unfreiwillig nicht wenig Kummer bereitet. Bor einigen Tagen sitzen eine Anzahl höherer Marineoffiziere auf der Terrasse des „Weleome-Clud" beim fröhlichen Frübslück, al- im Hintergrund rin eleganter Herr auftaucht. Sie erkennen sofort Lord Charles Beresford. „Hallo Charlie, schon aus Cowes zurück? Komm her!" Und man ruht nicht, bis der gefeierte Gast inmitten bet Kameraden am Tisch sitzt, hinter seinem Sektglas. Man fragt ihn nach den Sportereignisfen in Cowes, aber er weiß nichts, er bat vor Beginn der Regatta bereit- Cowes verlassen, um in seine Londoner Stellung -zurückzukehren. „Stellung?" „Ja, meine Stellung im Grand Lwtel, meine Saisonstellung gab ich auf, der dortige Hotelier blieb mir mein Gehalt schuldig." Allgemeines Erstaunen: Und es stellte sich heraus, daß der dcrmrintlicke Admiral der neue Hausmeister des Welcome-Club Mr. Charles Johnson war. Am nächsten Tag aber erhielt der unschuldige Mr. Johnson einen Brief von dem eckten Lord Charles Beresford. „Mein Doppelgänger," begann der Brief, dem ein Scheck beilag. Und verzweifelt beschtoor der Schreiber den Empfänger, sich doch S8artFotcletten stehen zu lassen, denn so „geht eS nicht iweiter, einer von muß nachgeben."
Kleine Tagerchronik.
In Gelsenkirchen überfielen während des Spazierganges der (befangenen auf dem Hof des Gefäng- nifses 30 Sträflinge den Aufseher und versuchten ihm die Waffe zu entreißen. Der Aufseher wehrte sich und verletzte einen der Gefangenen schwer durch einen Kolben- schlag. Ein Bewohner des Nachbarhauses, der die Revolte vom prenfter aus beobachtete, beugte sich in der Erregung zu weit hinaus, stürzte ab und trug lebensgefährliche Verletzungen davon.
Aus Sobernheim wirb berichtet: Tas Automobil des ArzteS Dr. E s ck aus Monzingen stürzte am gestrigen Mittwoch nachmittag burch Anprall an ein Lastfuhrwerk eine hohe Böschung auf ber Straße zwischen Sobernheim unb Monzingen hinab. Dr. Esch unb ber Gymnasiallehrer (Sauer aus Traben-Trarbach würben lebensgesährlich verletzt, ber Chauffeur leichter. Tas Automobil ist Dollftänbig zertrümmert.
In der Weltausstellung in Gent war ein Brand ausgelwochen, der 20 Minuten dauerte. Der abgebrannte spanische Pavillon enthielt EdelMne, Weine ,optische Appr-ate, Töpferwaren usw. Infolge der
Hitze sprangen die Fensterscheiben deS Pavillons ber Stadt Gent Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. ES ist nur Sachschaden an gerichtet worden.
AuS Greifenberg (Schlesien) wird gemeldet: Am Mittwoch nachnttttag fuhr auf der ^irschdcrger Strotze das Automobil des Agenten Brettschneider aus Zittau in eine Gruppe von drei spielenden Kindern. Der Sohn be> Schuhmacktermeisters Hofsmann auS (Greifenberg wurde sofort getötet, die beiden anderen Kinder leicht verletzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oessentlicher Wetterdienst, Gießen.
WetterauSsickten in Dessen ffir Freitag, den 2?, Aug. 1913: Meist trüb unb wolkig, Regen fälle, westliche Winde.
Letzte 21 d dir lebten.
Cffenbadj a. M., 21 Aug. Sl'arfi Meldung M „Franks. Nackt " wurde am Mittwoch in einer hiesigen herberg? ein Arbeiter namenS Kunkel, der sich im Bett versteckte, sestgenommen. Man bat ihn im Verdacht, mit dem Raubmord an dem fcoty- großhändler Dr. Brecher in Verbindung zu stehen.
Generalarzt v. Seeger t.
Ludwigsburg, 21. ?utg. Generalarzt v. Seeger, der die Feldzüge von 1859, 1866, 1870/71 mitgemacht Hot, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Ausschreitungen ausständiger Arbeiter in Hohenlimburg.
Hohenlimburg, 21. Aug. Gestern abend rotteten sich Hunderte von ausständigen Arbeitern der Der. einigten Walz- und Röhrenwerke in den Straßen zusammen und verfolgten die Arbeitswilligen bi- auf ihre Arbeitsstätten. Es kam verschiedentlich zu Tätlichkeiten. Die Ausständigen bombardierten mit Steinen daS Fabrikgebäude und bic Geschäftsräume, wobei sämtliche Fensterscheiben zertrümmert wurden. Auch heute abend tu? ran flaue teu die Ausständigen nach Einbruch der Dunkelheit johlend und schreiend Ausschreitungen. 20 Polizisten von auswärts sind zur Aufrechterhaltung der Ord- nun nach hier beordert worden.
Reformen der russischen Armeeleitung.
Paris, 21. Aug. Wie der „Matin" mitteilt, wirb die russische Armeelettung eine ?lnzabl Maßregeln zur Beschleunigung der M.ibilmackuna ergreifen. Tiefe Besckililsse stehen hn Zusammenhang mit der ?mwesenhrit der franzöfisck-en Militärmission in Petersburg, an deren Spitze General Inffre, der künftige Generalissimus der französischen Armee steht. Tic russische Armee wird infolge dieser Maßregeln, die sich l>auvtsachlich auf den Bau strategischer Eilenbahnen beziehen, fast ebenso schnell mobil gemacht werden, wie die franzömcke Armee. Ter Zar hat dem Wcneral Ioffre den Wexanberorden mit Brillanten, dem General d'Amade Den Weißen Merorden mit Brillanten verliehen.
Der Schnell-ug Rom — Neapel entgleist.
Rom, 21. Aug. Ter Schnellzug Rom —Neapel entalciftc bei Neapel. Zwei Personen sind tot, zehn verletzt.
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