Chören der Erlöserkirche in Homburg und der Lukasge- meinde in Frankfurt a. M. Den Schluß der Ausführung -bildete eine Kantate für Chor, Soli und Orgel von dem Organisten der Erlöserkirche, Schild Hauer, die heute zum ersten Male zu Gehör gebracht wurde.
Spanische Kämpfe in Marokko.
Madrid, 20. Aug. Der „Jncharcial" erfährt aus 'C-euta, daß eine Brigade das Gebiet der Benicksala vollständig säuberte. Der Feind verteidigte sich erbittert, er scheint jedoch sehr erschöpft zu sein. Bis gestern abend um 6 Uhr hatten die Spanier 14 Tote und 26 Verwundete.
Nach einer anderen Meldung aus Ceuta zog sich der aus dem Gebiet der Benicksala vertriebene Feind au Ceuta zurück und versuchte die Gleise der kleinen für Hafenarbeiten bestimmten Bahn zu Zerstören, wurde jedoch zurück- .getrieben. Aus Tetuan wird amtlich bestätigt, daß die imilitärische Aktion der Spanier auf dem Gebiet der Aifa fftattgefundcu habe und daß die Angeborenen gezüchtigt seien. Beteiligt waren eine Brigade und fünf kleine Abteilungen, die das Gebiet säuberten, in welchem der Feind seit längerer Zeit sich gesammelt hatte. Der Kampf war sehr heiß und dauerte von 4 Uhr morgens bis 7 Uhr 30 abends. Die Spanier hatten 11 Tote und 30 Verwundete. » - —1 —
Die vereinigten Staaten und Mexiko.
New Aork, 20. Aug. Die mexikanische Regierung hat allen ! Gesandtschaften eine Note übermittelt, in der erklärt wird, daß die Verhandlungen zwischen Lind und Huerta in herz- licher'Weise weitcrgchen.
Deutsches NeLch.
Die Betriebseinnahmen der P re u ßi sch-H cssis chen Staats cisenbahnen ^betrugen im Juli 1913 gegen den gleichen Monat des Vorjahres rim Personenverkehr 3,6 Millionen gleich 4,85 vvm Hundert, im Güterverkehr 7,5 Millionen, gleich 6,74 boirt Hundert mehr, insgesamt unter Berücksichtigung der Mehreinnahme aus sonstigen Quellen 11,7 Millionen, gleich 5,44 vom Hundert mehr. sTie Zahl der Sonn- und Werktage war in beiden Jahren gleich.
Die Beschickung der Weltausstellung in San Francisco.
Das Berliner-„Tageblatt" meldet aus Hambürg: Ge- smeraldirektor Ball in von der Hamburg-Amerika- kStnie beabsichtigt die Beschickung der Weltausstellung in San Francisco durch die deutsche In - ^ustrie zu organisieren, nachdem die Regierung leine offizielle Beteiligung abgelehnt hat. lieber die Ange- slegenheit teilt Direktor Huld ermann dem genannten Blatt mit: Es interessiert sich eine ganze Reihe von Jn- jdustriezweigen an einer Beschickung der 9lusstellung durch i Deutschland. Verschiedene Interessenten und Körperschaften sind schon an uns herangetretcn. Man wird versuchen, mit diesen gemeinsam eine Vorbereitungskommission zu bilden und wird dann festzustellen haben, wie weit die deutsche Industrie zur Beschickung der Ausstellung bereit ist. Namentlich in süddeutscher: Jndustriekreisen zeigt sich ein erhebliches Interesse, insbesondere bei dem Kunst- jgewerbe, bei der Textilindustrie und bei der chemischen Industrie, sowie bei der Spielwarenindustrie. Auch Hamburger Handelskreise sind für die Beschickung der Ausstellung durch Deutschland.
Besuch aus Deutsch-Böhmen in Berlin.
Die Blätter melden aus Berlin: Zu Ehren der Deutsch-Böhmen, die 400 an der Zahl am Dienstag in Berlin eintrafen, fand am Mittwoch in der Neuen Philharmonie ein Festabend statt. Er war veranstaltet von Seiten des Vereins der Deutsch-Böhmen und einer Reihe das Deutschtum betonender Vereine, zu denen unter anderem die Ortsgruppe Berlin des Alldeutschen Verbandes und der Teutschnationale Handlungsgehilfenverband gehörten.
Ausland.
Wieder ein Säbelduell des Grafen Tisza.
Aus Ofen pest wird gemeldet: Zwischen dem Ministerpräsidenten Grafen Tisza und dem Markgrafen Georg Palla vieini fand ein Säbelduell statt, bei dem beide leichte
Familie Hitzig kennen lernte, die Fran gefunden, der er däs herrliche Hohelied der Liebe gewidmet hüt.
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— Eine neue arktische Expedition. Unter Leittmg von Professor Donald Mac millan hat am 1. August eine Hon dem Millionär Borup ausgestaltete arktische Expedition ihre Ausreise angetreten. Sie will die von Peary auf seiner letzten Expedition gesichteten und von ihm Crockerland genannten Gebiete erforschen. Die Ausrüstung ist unter .Leittmg der amerikanischen geographischen Gesellschaft und des amerikanischen Museums für Maturgesel ickkc erfolgt. Das' Expeditionsschiff „Eric" wird von einem erfahrenen Newfoundlander Kapitän Patrick Kehoe be- ssehligt. Der Aufenthalt der Expeditton im hohen Norden ist auf zwei Jahre berechnet.
— Wechsel im H a g en er I nte ndantenpo sten. Wie aus Hagen i. W. geschrieben wird, verläßt nach siebenjähriger Tätigkeit am dortigen Stadttheater der Intendant Dr. Oskar Kaiser nach Mlauf der kommenden Spielzeit seinen Posten. Dr. Kaiser hat das Theaterwesen Hagens seinerzeit unter schwierigen VerlMnisscn übernommen und die Bühne zu einer beachtenswerten Höhe emporgehoben. Besondere Verdienste hat 'Dr. Kaiser sich auf dem Gebiete der klassischen Aufführungen .erworben. Dabei berücksichtigte er .auch seltener gegebene Werke -von Ealderon, .Mottöre und Sophokles. Gleichzeittg hat er sich -als ein geschickter, von modernen Absichten beseelter Regisseur 'bewährt. Es heißt, daß er die Leitung einer größeren Bühne Übernehmen wird. .Vor etwa «zwei Jahren hat Hagen einen schmucken, modern eingerichteten Theaterneubau erhalten, eine Schöpfung des bekannten Darmstädter Architekten Prof. Vetterlein.
— Ein Don-Juan-Drama von Edmond Rostan d. In der Zurückgezogenheit seines Schlosses in Cambo an .den Abhängen der Pyrenäen hat Rostand in diesen Tagen die .letzte Hand an ein neues Werk gelegt, das voraussichtlich int 'Oktober im Pariser Porte-St.-Martin-Theater zum erstenmal in «Szene geht. Die neue Arbeit des „Cyrano"-Dichters bringt eine 'ins Heitere gewandelte Behandlung des Don-Juan-Stoffes und führt den Titel „Don Jüans letzte Nacht". Es ist eine zweiaktige Komödie, in Mexandrinern geschrieben und spielt in Cartagena, wo nach der Sage Don Juan seine Tage beschlossen haben soll. Der Inhalt ist im großen und ganzen der, daß vor den Attgen Don Juans noch einmal sein abenteuerreiches Leben vorüberzieht. Die komisch-sentimentale Note wiegt vor. Der erste Akt erfordert bei der Lektüre etwa eine Stunde, der zweite l1/? Stmtden. Wenn /He Aufführung wohl auch länger dauern wird, so bat man cinst- Lloetlen dock) den Plan, die Uraufführung mit der Erstaufführung seines neuen Einakters von Flers und Caillavet zu verbinden. fDcr Don Juan Roftands wird in Paris von Lucien Guitry jtzespielt werden.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- kschaft. Max Reger hat eine neue SaHet tf ui t c für Orchester komponiert, die im brüten Konzert der Gesellschaft für Musikfreunde zu Berlin im Januar zum ersten Male zur Auf- /führung gelangt..
Kopfverletzungen erlüten. Die Ursache ist darin zu suchen, daß Markgraf Pallavicini den Ministerpräsidenten Tisza der Zeugenbeeinflussung im Prozeß Lukacz-Desy beschuldigt hatte. Die Gegner versöhnten sich.
Aus Staöt und CaroOe
Gießen, 21. August 1913.
Mahnung zur Zahlung der Staatssteuern.
Das Großh. Ministeritlm der Finanzen, Abteilung für ©teuer- wesen, hat verfügt, daß die Zustellung der Mahnzettel für die rückständigen Staatssteuern und die sonstigen staatlichen Gefälle in der Stadt Gießen für die Folge durch die Post geschehen soll. Der mit der Entrichtung seiner Staatssteuern oder einer anderen Abgabe an die Staatskasse im Rückstände Verbliebene erhält in Zukunft mittels Post (bei Steuern als Drucksache) in einem Briefumschlag die Aufforderung, seine Schuld binnen drei Tagen an die zuständige Bezirkskasse zu bezahlen. Hierfür hat der Säumige, wie seither für den durch den Steuerboten zugestellten Mahnzettel, 10 Pfennig Mahngebühr an die Kassestelle zu entrichten. In den Landgemeinden bleibt das seitherige Verfahren bestehen.» — So ist also die von uns erwähnte Streitfrage bereitst. entschieden worden.
* * Vom Großh. Hofe. Die Großherzoglichen Herrschaften begaben sich am Dienstag mit Gefolge im Auto zum Besuche des Deutschen Kaiserpaares nach Bad Homburg, nahmen an der Frühstückstafel teil und kehrten nachmittags 3.45 nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. — Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin Luise und dem Prinzen Ludwig Franz sind zum Besuche im Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen.
• * * Personalien. Der Großh erzog hat dem israelitischen Religionslehrer Leopold Wertheimer in Heldenbergen die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• * Erledigte Lehrer st eilen. Eine mit einem evangelischen Lehrer ztl besetzende Lehrerstelle zu Walldorf, Kreis Groß-Gerau, und die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mai- bach, Kr,is Friedberg.
** Eine erfolgreiche Verhaftung nahmen am Mittwoch der Gendarmeriewachtmeister Scharmann und der Schutzmann Klös in Gießen vor. Seit einiger Zeit wurden in mehreren Orten des Kreises Gießen Ein br uchs dieb stähle verübt, vlpre daß es gelang, den Dieben auf die Spur zu kommen. Am Samstag wurde abermals ein Einbruch im Gießener Braunsteinbergwerk verübt. Der Einbruch gelangte zur Kenntnis der Gendarmerie, die sofort erkannte, daß nur ortskundige Personen in Betracht kommen könnten. Die nach dieser Richtung borge» nommenen Ermittelungen bestätigten den Verdacht sehr bald; es wurde festgestellt, daß sich ein Verdächtiger mit einem Arbeitsscheuen in der Umgegend umher trieb. Nach Verständigung der Kriminalabteilung des Polizeiamts Gießen wurden am 20. früh die mutmaßlichen Diebe in ihren Wohnungen überrascht, und dort eine Durchsuchung vorgenommen. 'Diese förderte Sachen, die von den Diebstählen im Bergwerk, aus Saasen, Beltershain, Ruppertenrod, Reiskirck)en und Leihgestern herrührten, zum Vor- chein. Die Diebe wurden verhaftet, und gestanden nach anfänglichen Leugnen, die Diebstähle ausgeführt zu haben. Sie wurden in das Pvovinzial-Arresthaus eingeliefert und somit für einige Zeit unschädlich gemacht.
Landkreis Gießen.
4 Lich, 20. Aug. Die Klassen des Vorseminars werden am Samstag und Sonntag einen Ausflug nach dem Waldeckschen unternehmen, woselbst Bad Wildungen und der im Bau begriffenen Ed e r t al sp er re ein Besuch abgestattet werden soll.
-ch. Hungen, 20. Aug. Das Opfer eines Irrtums wurde gestern abend ein junger Mann von hier. Als er ahnungslos mit einigen Bekannten im Gespräch tand, erhielt er von einem vorbeikommenden Mann, der ihn für einen anderen hielt, mit einem schweren Stock einen wuchtigen Schlag über den Kopf, so daß eine schwere Verletzung entstand. Wäre der Schlag nur einige Millimeter tiefer gefallen, so wäre er nach Aussage des Arztes tödlich gewesen. Die Sache ist angezeigt und dürfte dem Mann für seine brutale Handlungsweise eine exemplarische Strafe treffen.
Kreis Alsfeld.
n. Kirtorf, 20. Aug. Unter starker Beteiligung fand gestern Ersatzwahl zum Gemeinderat statt. Es wurden wiedergewählt Wilhelm Metz II mit 119 Stimmen und Konrad Herbst II mit 72 Stimmen, neu gewählt wurden Karl Stumpf mit 105 Stimmen und Ludwig Hahn mit 63 Stimmen.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 20. Aug. Die 22 Meter breite Kreis st raße Friedberg — Bad-Nau beim ist auf Fried- berger Seite beinahe fertig. Sie ist schon mit Steinen gedeckt.
r. Bad-Nauheim, 20. Aug. In der heute nachmittag abgehaltenen Stadtverordneten-Versammlung standen nur drei Punkte zur Beratung. Ter Vorsitzende, Bürgermeister Tr. Kayser, teilte mit, daß die Versammlung laut Zirkular- beschlnß den Ankauf eines Stückes Gelände zum Preise von 7000 Alk. von Witwe Pfeffer genehmigt habe. — Der nach der Sanierung mit der B n tz b a ch - L i ch e r Eisenbahn-Gesellschaft, bezw. der Firma Lenz neu zu schließende Vertrag liegt im Ent- murs vor und wird verlesen. In der Hauptsache handelt es sich nm folgende Neuerungen: Ter Zinsfuss der von der Gemeinde übernommenen Schuldverschreibungen wird auf Prozent herabgesetzt. Tie Verlosung dieser Papiere ruht auf 5 Jahre. Nach 5 Jahren beginnt die Auslosung mit1/, Prozent. Vom Jahre 1926 ab werden 21/, Proz^ ansgelost und hofft man unter normalen Verhältnissen, daß die Schuldverschreibungen in 45—50 Jahren getilgt find. Tie von den beteiligten Gemeinden hergegebenen Darlehen werden hypothekarisch eingetragen. Die Firma Lenz übernimmt den Gemeinden gegenüber persönliche Haftung. Das Aktienkapital wird, um den Wert der im Besitz der Gemeinden besindlichen Akt,en 0U heben, in ber Weise herabgesetzt, daß die Firma Lenz der hessischen Staatsregierung den Betrag von 111 000 Mark in Aktien zur Vernichtung übergibt. Herrn Medizinalrat Tr. D o g ttBntzbach soll Generalvollmacht erteilt werden, die Verhandlungen weiter zu führen. Tie Versammlung genehmigt den Vertrag mit sämtlichen Artikeln, wünscht jedoch, daß nicht Dr. Vogt allein die Ge- meinden vertritt, sondern daß ein Ausschuß von Vertretern der Städte Lich, Butzbach und Bad-Nauheim gebildet roirb, der die Verhandlungen weiter zu führen hat.
= gelben bergen, 20. Aug. Heute beging der 78 Jahre alte Lehrer Leopold Wertheimer hier fein 5Ojühriges Lehrerjubiläum. Der Jubilar ist Gründer des oberh. israel. Lehrervereins und des israelüischen Lchrer-
vcreins für das Großherzogtum Hessen, dessen Vorsitzender er noch jetzt ist. Der Jubilar war auch Mitgründer des Verbandes jüdischer Lehrervereine des deutschen Reiches, dessen Vorstand er ebenfalls angehört.
Hessen-Nassau.
X Bad Orb, 20. Aug. Nach einer Schlägerei hatten die Beteiligten verabredet, nur eine Person als schuldig zu bezeichnen und diese zu entschädigen. Ein junger Bursche war bereit, für 50 Mk. die Schuld auf sich zu nehmen. Als er aber zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, bekam er Reue, und er versuchte, einen höheren Betrag heraus- zuschlagen. Hiervon bekam die Polizei Wind; sie stellte Vernehmungen an und die Folge war, daß vier Burschen und drei Mädchen von 17 und 21 Jahren wegen Meineides verhaftet wurden.
ü Frankfurt a. M., 20. Aug. Die Frankfurter Polytechnische Gesellschaft, die in drei Jahren ihr hundertjähriges Bestehen feiert, hat aus ihren reichen Mitteln im soeben abgelaufenen Berichtsjahr hiesigen gemeinnützigen Vereinen und Instituten Unterstützungen in Höhe von 169 220 Mark gewährt. Davon erhielten u. a. der Mitteldeutsche Kunstgewerbeverein 100 620 Mark, die Blindenanstalt 8000 Mark, der Verein zum Wohl dienender Klassen 12 500 Mark, der Technische Verein 8000 Mark, der Frautnbildungsverein 7000 Mark, der Physikalische Verein 2000 Mark, die Akademie für Handelsund Sozialwissenschaften 5000 Mark und der Verein für Kinderhorte 6000 Mark.
Gerichtssaal.
‘0. Lich, 20. Aug. Das Schöffengericht verhandelte heute gegen K. F., K. W. und K. A. von Lich wegen Körperverletzung. Durch eigenes Geständnis, sowie durch Zeugen wurde festgestellt, daß W. un^ J- den Metzgergesellcn C. von Lich mittelst eines Stockes und verschiedenen Faustschlägen verhauen hatten. Die entstandenen Verletzungen waren jedoch unerheblich und erkannte das Gericht daher gegen W. auf 20 Mk. oder 4 Tage Gefängnis, gegen F. auf 10 Mk. oder 2 Tage Gefängnis. Der Mitangeklagte A., der sich diesesmal an der Schlägerei, wie festgestellt wurde, nicht beteiligt hatte, wurde fretgesprochen.
I'. 6. V il b e l, 20. Aug. „Ich nehm' den Revolver und schreß Dich tot", mit diesen Worten hatte der Manier Z. in Nieder-Eschbach seinen Nachbar H. bedroht. Heute vor das hieftge Schöffengericht gestellt, ergab es sich, daß Z. weder einen Revolver besitzt, noch einen derlei Schießprügel in Händen gehabt hat, überhaupt nicht daran gedacht, seinen Nachbar kalt zu machen. Trotzdem erhält Z. wegen der Bedrohung 8 Mark Geldstrafe.
Sr>ort.
— Internationales Lawn-Tennis-Turnier z u Bad - N anheim am Mittwoch, 20. A u g u st. Nachdem der größere Teil der Turnierteilnehmer int Lause des Vormittags eingetroffen war, entwickelte sich bald auf den Plätzen ein reges Leben. Zunächst gab es vormittags einige Entscheidungen im Darnen-Emzelspiel ohne Vorgabe. Fräulein Backer schllig Frau Walluft, Frl. Salin schlug Frl. Toni Weihermann und ^rl. Bamberger schlug Frl. D o n i g e s. Im Herren-Einzel- viel gab es pann am Nachmittag bereits einige wichtige Ent- cheidungen. Albrecht und L i n d p a i n t n e r, die jeder einen leichten Sieg errangen, trafen sich dann bereits in der zweiten Runde. Lindpaintner siegte überraschend leicht, % 6/0. P " " l schlug Hugessen nach hartem Kampf ”/,, ®/6, 6/3 und trat dann gegen Breitenbach an. Resultat: 6/< % für Paul. In ben-offenen Doppelspielen wurde noch wenig gespielt, dagegen gab es eine sehr interessante Entscheidung im Herren-Einzelspiel mit Vorgabe, wo Albrecht trotz einer Belastung von — 15 + 3,'(, über H. Schadow siegte %). Im Damen-Einzelspiel mit Vorgabe wurden die meisten Spiele der ersten Nimde erledigt.
Lustschiffahrl. ~
Ein Flug von Gotha nach Straßburg.
Straßburg, 23. August. Heute vormittag 9 Uhr 38 landete auf dem Flugplatz Polygon ein Albatros-Doppeldecker (Sechs Zylinder Mercedes), der in Gotha heute früh 5 Uhr 35 mit Elsässer Piloten Stvffler und dem Kapitän- eutnant Berthold als Beobachter aufgestiegen war. Die Fahrtdauer von Gotha nach Straßburg betrug vier volle Stunden. Auf dem Wege von Gotha bis zum Rhein diente )er Kompaß zur Orientierung, von da der Nheinlauf.
Mit dem Fallschirm niedergegangen.
Paris, 20. Aug. Auf dem Flugplatz Buc ließ sich gestern der Aviatiker Pegoud von einem Eindecker aus einer Höhe von 250 Meter mittels Fallschirm nieder, gleichzeitig seinen Flugapparat abwärts stellend. Pegoud gelangte in mäßiger Geschwindigkeit zu Boden, während der Eindecker im Zickzack nteberging und zerschellte.
Die „c-Strahlen" und ihr Erfinder.
Bei Le Havre haben jüngst in Gegenwart-des Generals Josfre,und vieler anderer Offiziere, sowie Vertreter )es Kriegs- und des Marine-Ministeriums interessante Ver- uche stattgefunden, durch die die Erfindung des italienischen Ingenieurs Ulivi geprüft werden soNte. Ulivi hatte nämlich behauptet, er könne mittels elektrischer Wellen, mittels seiner sogenannten „F-Strahlen" Pulver oder andere Spreitgstoffe aus großer Entfernung — bis zu 25 Kilometern — zu r Explo- ion bringen. Tie französische Regierung nahm großes Interesse an dieser Erfindung, sie unterstützte Ulivi mit Geldmitteln, und schließlich wurde General' Joffre, Chef )es Generalstabes, damit betraut, die Erfindung einer Probe zu unterziehen. Bei den Versuchen gelang alles prächtig: es wurden in Mständen von je 500 Metern oder etwas mehr je 10 Unterseeminen angelegt. Ulivi stellte ich mit seinen Apparaten 5i/2 Kilometer davon auf, dann )dufte erlauf die Hebel seiner Maschine, um, wie er sagte, „den „F-Strahlen" die richtige Richtung zu geben", und im gleichen Augenblick explodierten die Unterseeminen eine nach der anderen wie durch Zauberei.
Was für einen Eindruck dies auf die anwesenden Offiziere und die übrigen Fachleute machte, kann man sich denken. General Joffre fragte, ob die Erfindung auch für Pulvervorrätc in Festunaen und dergleichen verwendbar wäre, und als Ulivi die Frage bejahte, wurde ein alter Festungsbau zum Versuch anserfehen. Es wurden Munitionsvorräte hineinaebracht, die mit Zement bedeckt wurden. Ulivi stellte sich in Gegenwart des Prüfungsausschusses mit seinen Apparaten in größerer Entfernung auf, drückte wieder auf ferne rätselhaften Hebel, und wieder flog das Pulver in die Luft! Der Eindruck dieses Versuches war womöglich noch größer, und die Offiziere, die den Versuchen beigewohnt hatten, „verbrachten vor Aufregung, (wie die Padser Presse zu melden weiß) die nächsten Nächte schlaflos".
Tie Meinungen der Fachleute über die Erfindung Ulivis sind aber trotz Ber glänzenden Versuche geteilt. Es fehlt


