$runb ihrer Stellung in der konservativen ober liberalen Partei dazu autorisiert waren, ülwr bic neue Lag) und die aus ihr zri ziehenden Konsequenzen zu hören. Der König glaubt, nachdem er »verschiebene Persönlichkeiten befragt unb die von ihnen.geäußerten Meinungen abgewogen hat, daß lein (Mrunb vorlieg?, die geringste Acnberung in der politischen Lage vorzunehmen. Er hat die Frage gelöst, indem er von neuem sein Vertrauen auf Romanones übertrug, der an der Spitze des Kabinetts in der gegenwärtigen Zusammensetzung bleibt.
Die Cortes haben sofort ihre Sitzungen aufgenommen, um die politische Besprechung fortzusetzen und die Gesetzentwürfe, die das Regierungsprogramm darstellen, zu beraten.
Deutschland und die Weltausstellung in San Francisco.
Im Reichstagsgebäude sand unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern eine Aussprache mit den Vertretern des deutschen Wirtschaftslebens über die Frage statt, ob Deutschland sich an der Weltausstellung in San Franeiseo beteiligen solle. Die Besprechung führte, ebenso wie die in der ständigen Ausstellungslom- mission vorher stattgehabte Vorbesprechung, zu keinem end- gültigcn Ergebnis, da, ganz abgesehen von der ablehnen-- bcn Haltung der schweren Industrie, der chemischen Industrie u. a., puch die ausstellungsbereiten Gewerbezweige ihre Stellungnahme davon abhängig machten, ob die derzeitige T a r i f r e v i s i o n in den Vereinigten Staaten, namentlich auch die Regelung des Zollverivaltungsverfah- rens, zu einem für Deutschland günstigen Llbschluß führen würde, sowie, ob und in welchem Umfang andere große Länder eine Beteiligung beabsichtigen.
Sine Besprechung der Ministerpräsidenten von Bulgarien und Serbien.
So fia, 2. Juni. (Agenee Bulgare.) Der serbische Ministerpräsident Paschitsch und der bulgarische Ministerpräsident Geschow hatten heute nacht in Zari- brod eine Zusammenkunft, um ihre Ansichten über die Lage auszutauschen. Es wurde eine prinzipielleEini- g u n g dahin erzielt, daß die Mini st er Präsidenten der vier verbünbeten Staaten zusammentreten, um ein Einvernehmen über alle die Verbündeten berührenden Fragen herbeizufüh'ren.
Deutsches Reich.
Der Kaiscr hielt am Montag auf dem Tempelhofer Felde die Parade über die Truppen der Garnison Berlin und der Vororte ab.
Eine neue Berliner Tageszeitung.
Wie die „Dentsck>e Journalpost" erfährt, soll vom 1. Sept. d. I. ab in der Reichshauptstadt eine neue Berliner Tageszeitung und zwar n a t i o n a l l ib e r a ler Richtung erscl>einen. Das Blatt, zu dessen Gründung sich eine Attiengesellschaft mit einem Kapital mit 600 000 M. gebildet l>at, wird täglich einmal erscheinen. In der Hauptsache hofst man sich bei her Verbreitung des Blattes auf den Deutschen Bauernbund stützen .zu können, dessen Vorsitzender Landtagsäbgeörbneter W a ch ho r st d e W e n d t e sich um bas Zustandekommen des neuen Organs bemüht hat. Die gleiche Unterstützung erhofft man auch bnrch andere der nationalliberalen Partei mehr oder weniger nahestehende Vereinigungen und Verbände. Zum Schriftleiter hat man einen Herrn aus dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet gewählt, der auch verschiedentlich bereits als Kandidat bei Wahlen ausgetreten i st. Das Blatt, das den Namen „Deutsche Tagespost" führen soll, will sich vor allem die Unterstützung der Politik Bassermanns zur Aufgabe machen.
Aus Stadt und Land»
Gießen, 3. Juni 1913.
* * Vom Großh. Hofe. Das Großherzogspaar ilt am Samstag abend 10 Uhr 25 Mm. über Frankfurt nach Nabenz in Posen abgereist, um der Beisetzung des Prinzen StoUberg-Wernigerode beizuwohnen.
* * Professor D r. D a n n e m a n n ist vom Groß- Herzog zum Großh. Direktor der Landes-Heil- und Pflege- ansta.lt Philipps Hospital bei Goddelau ernannt worden unter Verleihung des Titels eines Großh. Medizinal- rates. Professor Dr. Dannemann blecht in seiner neuen Stellung psychiatrisches Mitglied der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege im Ministerium des Innern.
* * B e z i r k s s p a r k a s f e. Unter dem Vorsitz des Stadtv. H ab c n i d) t fand am Freitag die ordentliche M i t- gliedcrversammlung der hiesigen Bezirksspar- kasse im Saale der Stadt Mädchenschule statt. Es waren fast sämtliche Vertreter erschienen. Der, stellv. Vorsitzende berichtet über die segensreiche Entwicklung des Instituts im vergangenen Geschäftsjahre. Rad) den'üblichen Zuweisungen zu der Rücklage wurden aus den Ueberschüssen be- ivilligt: a> zu gemeinnützigen Zwecken 29 457 Mk., b) zu Badekuren für slrophnlöse .Kinder in Bad-Nauheim 1250 Mk., c) für Prämien an Dienstboten 1070 Mk., d) für Prämien an Sparer 350 Mk., zusammen 32127 Mk. Den letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Wahl des Direk- lors. Der seitherige Direktor Doering hat fein Amt am 1. Mai b. I. niedergelegt. Oberbürgermeister Meeum würdigte die Verdienste Doerings während seiner 25 jährigen Dienstzeit nm die Sparkasse und wünscht ttym einen gesegneten Lebensabend. Oberbürger meister Mecum wird beauftragt, Herrn Doering den schriftlichen Dank der Versammlung auszusprechen. Auf Antrag des Herrn Habenicht soll als Zeichen des Dankes Herrn Doering das Bild des neuen Sparlaffengebäudes als Geschenk überreid)t werden. Als Nachfolger für Herrn Doering wird Finanz-Assessor Zack) e iS von Gießen einstimmig gewählt.
* * O r d n u n g S m a ß n a h ni e n zum Regiments- j ubiläum. Ans die Bekanntmachung des Polizeiamts Gießen im Kreisblatt wegen der Absperrungsmaßnahmen anläßlick) der Hundertjahrfeier des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm Sonntag, 8. Juni wird besonders aufmerksam gemacht. Zur Erleichterung des Verkehrs in der Kaiser-Allee und Grünberger Straße empfiehlt es sich, daß am Sonntag vormittag Zuschauer, die nicht im Besitze von Tribiucenkarten sind, den Wiesenweg nad; dem Philosophenwald benutzen. Die Tribünenplätze müssen um 1012 Uhr vormittags eingenommen fein.
" Fe st p o st an ft a lt. Vom 7. big 9. Juni wird auf dem Festplatze zur Hundertjahrfeier des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 eine Postau st a l t mit der Bezeichnung »Gießen, Festplatz-, als Zweig
stelle be§ hiesigen Postamts mit folgenden Befugnissen in Wirksamkeit treten: 1. Verkauf von Freimarken zu 5 und 10 Pfennig, 2. Annahme von gewöhnlichen Briessendungen, 3. 9lii§gobc von gewöhnlichen Bricfsendungen mit der Aufschrift „postlagernd Festplatz*. Die bei der Festpoftaultall aufgelieferten Postkarten nsw. werden mit einem bcfoubcren Ansgabestempel bedruckt werden.
* * Die Schornsteinfeger-Inn u n g für Hessen hielt in Mainz unter dem Vorsitze des Obermeisters Kolb-Mainz ihre Hauptversammlung unter Beteiligung von 48 Meistern ab. Den Geschäftsbericht über das ab- gelaufene Jahr erstattete der Schriftführer Hofschornstein- figermeister Wolf- Mainz. Namentlich fand die Ablehnung des Antrags des Hess. Hausbesitzerv-erbandeS um Aufhebung des Schornfleinfegergetdes usw. durch das Ministerium Beifall. Begrüßt wurde der Antrag des HansbesitzcrvereinS Mainz, daß die Rechnungsstellung der Schornsteinfegern meister eine einheitliche Regelung erfahren solle und zwar t-urd) Einführung einer von der Verwaltungsbehörde vorzuschreibenden Quittung. Die Innung wartet die Entscheidung in dieser Angelegenheit ab und wird gegebenenfalls die Einführung der Quittungen bei allen in Betracht kommenden Stellen im ganzen Lande beantragen. — Nachdem Obermeister Kolb an die Meister Seitz-WormS und Wagner-Alzey je eine Urkunde für 25jähr. Mitgliedschaft bei der Innung überreicht unb den Junggesellen Witter, Platter unb Fey vor offener Jnnungslabe die Gesellenbriefe und Papiere in Anwesenheit des (vesellenausschusses ausgehändigt hatte, wurde die Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen. Gewählt tu-urben auf zwei Jahre Kolb-Mainz als Obermeister, Wolf-Mainz als Schriftführer und Keil-Gießen als Beisitzer. In Anwesenheit eines Vertreters der Innungs-Aufsichtsbehörde Darmstadt wurde die Abänderung der Satzung einstimmig genehmigt und damit der Sitz der Innung von Darmstadt uad) Mainz verlegt. Infolgedessen ist das Kreisamt Mainz als Aufsichtsbehörde zu bestellen. Als Vertreter zu dem Jnnungs- Berbandstage der Schornsteinfegermeister des Deutschen Reiches wurde der Schriftführer Wolf- Mainz gewählt. Als näd)fler Versammlungsort wurde Darmstadt gewählt.
" Die Ziehung der Gießener Geld-Lotterie, die am 3. Juni stattfinden sollte, ist mit Genehmigung des Ministeriums des Innern auf den 19. Augu st d. I. verlegt worden.
• ’ Wegen Brandstiftung wurde gestern nachmittag der Drechsler Walther verhaftet, dessen Häuschen in der Nacht zum Sonntag niederbrannte. Walther hat bereits ein Geständnis abgelegt.
** ZweisechzehnjährigedeutscheMcidchcnvcr- schleppt. In den letzten Tagen deS Mai sind ou§ der Umgebung von Fcanksurl, aus Höchst und Niebcktt.ib, unter Vorspiegelungen zwei Mädchen int Alter von 16 Jahren entführt morden. Die deutsche Liga zur Bekämpfung des Frauenhandels bittet alle Deutsche, die an Grenzstationen oder in Hafenstädten wohnen, im In und Ausland, auf eine Reisende in mittleren Jahren zu achten, in bereu Begleitung sich zwei jugendliche Mäbckxm befinden. Es ist wahrscheinlich, dast ein Mann an der Reise teilnimmt. Vermutlich geschah die Entführung über München, um einen italienischen .Hafen zu erreichen. Eine Belohnung von 200 Mk. zahlt die deutsche Liga dem, durch dessen Angabe es gelingt, ben Aufenthalt der verschleppten Mädchen sestzustellen. Angaben erbeten an die Geschäftsstelle Deutsck-e Liga zur Bekämpfung des Frauen Handels, Münä>en, Liebherrstraße 5. Beitrittserklärungen erbeten! Jeder Deutsche, jede deutsche Frau muß den Kampf gegen die Mädchenhändler aufnehmen.
Landkreis Gießen.
(b) W i e s e ck, 2. Juni. In der heutigen Gemeinde- rats-Sitzung waren anwesend: Bürgermeister Schom- ’ber, die Gemeinderatsmitglieder: "Deibel, Luh, Welfer, Vogelhöfer, Wacker, Oßwald, Deibel und Becker. Zur Anschaffung von Kanalreinigungsgeräten wurde beschlossen, einen Ausschuß zu 'wählen, der die Geräte in Augenschein nehmen soll. Hierzu wurde Bürgernreister Schomber, Weller und Wacker gewählt. Die Arbeit zur Anlegung eines erhöhten B ü r g e r st e i g s in der Gießener Straße soll versteigert werden, lieber die Anschaffung von Geschenken für die Kinder beim Jugend- f e ft wurde beschlossen, sie in gleicher Weife wie bei früheren Gelegenheiten zu beziehen. Ta Beigeordneter Schäfer sein Amt als Wohnungsinspektor niedergelegt hat, würbe Friedr. Deibel als solcher ernannt, lieber den Beitrag, den die Privatwaldbesitzer zur Genossenschaftskasse für .Kommunalforstwarte zu leisten haben, wurde beschlossen, ihn wegen des geringfügigen Wertes von 17 Pfg. auf ’bie Gemeindekasse zu übernehmen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde über das Gesuch des R. Tech III. um Verzinsung seines mit etwas Verspätung von der Gemeinde ausgezahlten Guthabens beschlossen: der Bürgermeister soll mit ihm mündlich verhandeln, lieber die Tragung der Kosten bei dem Wiederaufbruch der Kanalisierung am Gießener Weg wurde vorläufig kein Beschluß gefaßt.
Kreis Alsfeld.
x SBettfaafcn, 1. Juni. Gestern fand hier Burger- m eist erwähl statt. Der seitherige Bürgermeister Langohr wurde mit 36 Stimmen einstimmig zum drittenmal gewählt.
Kreis Lauterbach.
xSchlitz, 2. Juni. Gestern fand hier ein Bezirksturnfest statt, zu dem etma 12 Vereine erschienen waren. Nad) einem Festzi-.g durch das gcfd>müdte Städtchen, hielt auf dem Festplatz bei der Turnhalle, nachdem ein (Gesangs- Vortrag des Männergesangvereins verklungen war, Redakteur Christian Gun t rum die Festrede, in der er bic Arbeit der Turnvereine als eine Jnngdeutschlandarbeit zur Wehrhaftmachung der Jugend im Interesse des Vaterlandes hervorhvb. Seine Rede klang aus in ein begeistert aufgenommenes Hod) auf Kaiser und Groß Herzog' Allgemeine Freiübungen und volkstümliches Wetturnen der einzelnen Vereine schlossen sich an, wobei es sehr schöne Leistungen zu sehen gab. Die Preisverteilung erfolgte abends in der Turnhalle.
Kreis Friedberg.
L Friedberg, 2. Juni. Der älteste Lehrer der Taub- stummen-Anstalt, Reallehrer Platz, ist heute 25 Jahre an der Anstalt tätig. Acht Jahre war er in Bensheim. — Gestern machten die beiden Parallelklassen des Lehrerseminar? eine Wanderung auf den Feld berg zum Feldberg-Turnfest.
8 Bad-Nauheim, 2. Juni. Auf dem Feldbergfest errang gestern der hiesige Turner Fritz GrieS einen 16. Preis. — Wegen Sittlichkeitsvergehens wurde hier ein auswärtiger junger Mann verhaftet.
L Ossenheim, 2. Juni. Gegemvärtig wird im Osten- Heimer Wäldchen ein großer Saal nebft Wirtschaftsräumen gebaut. Der Graf von Solms-Astenheim, dem das Wäldchen gehört, läßt den Bau errichten.
neten, zum Negierungsjubiläum des Kaisers 30 000 Mk. als Grundlage zii einem Fonds für ein Altertum Sm useuiu zu stiften, Stellung genommen. Es wurde beschlosten, die Stadt zu erstlchen, der in der Stadtvcrordnetensitzuug gegebenen Anregung für Errichtung eines Volksbades näher zii treten.
b. Biedenkopf, 2. Juni. Wie im Vorjahre, soll ailch im Laufe dieses Sommers ein KurfirS für Jugendfpielc eingerichtet werden.
— Holz Haufen, 2. Juni. Die Kirchengemeindc Da m S h a u fen - H ol z h a u f e n wählte für ihre erledigte Pfarrstelle Vikar UerSseld von Frauksurt-Bockenheim.
V. Bischoffen, 2. Juni. Unsere Schule entspricht schon längst nicht mehr den heutigen Verhältnissen. Der beschlossene Neuball ist für zwei Klassen vorgesehen und soll noch bis zlim Herbst im Rohbau vollendet sein.
w. Biebrich, 2. Juni. Hier ertrank der 15 Jahre alte KausmannSlehrling Hofmann bei Schierstein, al? ihm zwei gleichaltrige Kanleraden das Schwimmen beibringen wollten. Den Begleitern gingen die Kräfte aus, so daß sie den jungen Mann loslassen mußten.
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Starkenburg und Rheinhestcn.
D a r m st a b t, 2. Juni. Der Verein Heilstätte für männliche Alkoholkranke „Haus Burgwald" hiel: unter dem Vorsitz des Geh. Regäerungsrats Tr. Dietz in der Anstalt seine Mitgliederversammlung ab, die sich durch die von dem Vorstand und dem Anstaltsarzt Dr. Heid, im letzten Jahre wieder erzielten Erfolge in der Trinkerrettung in hohem Maße befriedigt erklärte. Hat man es bod) er reicht, daß bis jetzt von 81 Kranken 50, oder 61,7 Proz., als geheilt oder gebessert entlassen und il/rem Beruf unb ihren Familien zurückgegeben werben konnten. Es wäre sehr zu wünschen, wenn bic noch bestehenben Vorurteiw gegen eine .TrinkerHeilstätte immer mehr sd)winben uno die Klagen, baß bie Kranken sehr spät und zu ihrem Nachteile oft viel zu spät, die Heilstätte ausswchen, verstummen möchten. Tie Jahresreck-nung für 1912 ergab 23 419,63 Mk. Einnahmen und 22 887,87 Mk. Ausgaben, der Unterschied geht als Kasfenvorrat in das neue Jahr über. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Ausschußsmitg lieber mürben wicber-, Obermebi^inalrat Ar. Balser-Darmstabt unb bev Leiter ber „Trinkerhilfe" in Frankfurt, Pfarrer Götze- Preungesheim, neugewählt. Möchten bvch recht viele Damen und Herren der Arbeit ihr Jnteresfe znwenden und wenigstens durch ihren Beitritt zum Verein oder durch Zuwendung freiwilliger Gaben die Arbeit fördern.
m. Bensheim, 2. Juni. Die 3. Tagung des hessischen Städtebeamten-Verbandes wurde unter dem Vorsitz des Veterinärrates Dr. Garth-Darmstadt hier abgehalten. Der Jahresbericht, bic Rechnungsablage sowie der Voranschlag für 1913 wurden gutgeheißen. Tee Jahresbeitrag für Einzelmitglieder wurde auf 1 Mark festgesetzt. Der Verbanb zahlt 1600 Mitglieder. Eine längere Aussprack)e rief der Antrag auf obligatorische Einführung ber Verbandsfchrift „Die hessische Beamtenzeitung" hervor; der Vorstand wirb ©djritte unternehmen, baß dem Antrag entsprochen wirb. Die Einwirkung des Angestellten- Versid-erungsgesetzes auf das Beamtendienstverhältnis war Gegenstaub einer längeren Aussprache. Der hierzu eingebrachte Antrag: „Der hessische Städtebeamten- verbanb will mit. .Unterstützung des Bundes deutscher Gc- meinbebeamten unb beutschen Beamtenvereine bei den Stabt- verwaltungen, der hessischen Regierung sowie dem Reichstag zur (Erlangung einheitlicher Rechtsgrunbsätze der Beamten burd) Schaffung eines Reichsbeamtengefetzes unb Ausgestaltung bes Disziplinarrechts vorstellig werden und dafür ein» treten, baß bic versicherungsfreien, im Dienste der Stabte stehenden Angestellten, nid)t schlechter gestellt iverben, als alle übrigen unter das Angestelltengesetz fallenden Personen", wurde angenommen. Die passive Wahlrechtsfrage ber städtischen Beamten wurde durch einstimmigen Beschluß dahin geregelt, baß ber Verband bei ber Regierung sowie ben Landstädten auf Beseitigung des Artikels 42 ber Städteordnung, ber die Wahl eines stabtisck-en Beamten als Stadt- verorbneten ansschließt, vorstellig werden soll. In Bayern und anderen deutschen Städten besitzen die städtisd-en Beamten feit Jahren das passive Wahlrecht. Tie Einführung von B eam te naus s chüs sen in den städtischen Verwaltungen wird durch Eingaben an die Stadtverwaltungen erstrebt. Die nächste Versammlung tagt in Darmstadt.
Hessen-Nassau.
[] Marburg, 2. Juni. Der Studenten-AuSschuß hat in seiner letzten Sitzung zu dem Beschluß der Stadtoerord-
Unwetter.
= Steinbach, 2. Juni. Gestern nachmittag gogen 6 Uhr ging ein schweres Unwetter, verbunden mit wol- fenbru(bärtigem Regen und Hagel über unseren Ort nieder. Der Blitz schlug in das neue Schulh ans ein. Der Strahl wurde von dem Blitzableiter aufgefangen und ohne daß das Gebäude Schaden genommen hatte, zur Srbc geleitet. Der Hagel hat, da völlige Windstille herrsdste, wenig Schaden angerichtet.
— Storndorf, 2. Juni. Tin Ge Wit ter über zog gestern abend gegen 7 Uhr unser Dorf. Es hagektv- dicke Eiskörner. In ba§ Hans des W. M. schltrg ein Blitz ein und zerstörte die Wände der Küche, Stube unb Kampfer. In bem Felbe sieht es furchtbar aus. Die Eis- förncr haben das Korn vollstänbig umgedrückt, die Erde auf den Aeckern ist fortgcscpwernmt, so daß man hie und da die erst kürzlich gesteckten Kartoffeln dben auf ber Erbe liegen sieht. —. An ber Straße nach Wallenrob schlup ein Blitz in- einen Baum unb zerriß ihn in zwei Teile. In ein .Hans in Wallen rod schlug ebenfalls ein Blitz, zündete aber nicht.
x Mücke, 1. Juni. Ein sehr schweres Gewitter zvg heute nachmittag über unsere Gegend. Ein Blitzstrahl entzündete die hiesige Holzindustrie, die große Halle mit ihren Holzvorräten brannte nieder. Auch das an der Hallo befindliche Bureau ging in Flammen auf. Die darin de findlichen Papiere verbrannten. Der feuerfeste Kassenschrank wurde mit Feuerhaken aus der Glut gezogen. Die in der Halle befindliche elektrische Lichtanlage nebst einer erft in diesem Jahre ausg-esteilten großen "Dampfmaschine, die über 20 000 Mark gekostet, sind zu Grunde gegangenen rd) den Brand der Holzindnstrie, bic in letzter Zeit gut ging, sind 40 Arbeiter verdienstlos geworden. Cb wohl bic Holzinbustrie bei brei Gesellschaften versichert ist. dürfte der Schaden durch Verbrennen der Holzvorräte groß fein.
0 Ruppertenrod, 2. Juni. Stundenlang hielten gestern hier die Gewitter an. Eis stücke fielen glücklicherweise vereinzelt. Der Tag wurde fast zur Nack)t. Dreimal fdtflieber Blitz in Pappeln an dem 9wrdauSgang unseres Dorfes. In Groß-Eichen fuhr ein Blitzstrahl in einen Baum


