Erstes Blatt
M. Jahrgang
Die heutige Nummer umfaßt iFseitenT^
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15 mt per Meier, lexie .Franko und schon . ins Haus flcticieiL terausivatzlumgeheL ?'• heil Kaiserin, Zürich.
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Vie Internationale Nnnstauzstellung in München.
Die Internationale Kunstausstellung im Münchener Glaspalast wurde am Sonntag feierlich eröffnet. Hierzu hatten sich eingefundeu: Der Protektor der Ausstellung, Prinzrcgent Ludwig mit Gemahlin und die übrigen Mitglieder des Königlichen Hauses, ferner Prinz Georg von Sachsen Meiningen, das diplomatische Korps, die Spitzen der baperischen Hof- und Staatsbehörden, des Militärs sowie der Stadtgemcinde München. Ferner marerl anrvesend die Mitglieder des großen Zentralkomitees, die deutschen und ausländischen Delegierten. Dor dem Glasvalast batte die Chrenkompagnic des Jnsantcric-Leibregiments mit Fahne unb Musik Aufstellung genommen.
Nachdem der Regent, der Generalfcldmarschallsunisornl trug, mit seiner Gemahlin Cercle gehalten hatte, ivobci ihm die aus wärtigen Delegierten vorgestellt wurden, richtete der Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft Professor Hans.v. Petersen als erster Präsident des Zentralkomitees eine Ansprache an den •Regenten, in der er für die Uebernahme des Protektorats über *>ie Ausstellung und die persönliche Teilnahme an dem Cr- öifnungsakte dankte. Er betonte ferner, wie die bettlerischen Künstler mit ganz besonderer Dankbarkeit • die Wohltat empfänden, unter einem Herrschergeschlecht zu leben, das mit sorgender Hand die freie Entwicklung jeder gesunden Kunst schützt und schirmt, welches durch seinen warmherzigen persönlichen Verkehr mit den Künstlern innigen Anteil nimmt an ihren Bcstrebnngen, an ihrem Erschüfe. Der Redner bat den Regenten, die Ausstellung für eröffnet zu erklären Der Prinzregent gab in einer Erwidcrungs- ousprachc zunächst seinem Brauern darüber Ausdruck, daß sein verstorbener Vater, der ipit allen Fasern seines Herzens mit drr Kunst zusammenhing und zu dessen Lebzeiten noch die Borvoreitungen für die Kunstausstellung begonnen hätten, die Er- vfiuung nicht mehr erleben konnte. Ter Regent versicherte sc>- Irann Kunst und Künstler auch von seiner Seite dauernden warmen Interesses und Schutzes und dankte den deutschen und ausländischen S ünftL*rn für ihre Beteiligung. Er schloß die Ansprache mit bem Wunsck>e, daß die Kunstausstellung nach feder Richtung einen (nuten Erfolg haben und den Künstlern auch goldene Früchte : tragen möge, und erklärte die Ausstellung für eröffnet.
Der zweite Präsident des Zentralkomitees Professor Freiherr ton Habermann, Präsident der Münchener Sezession, brachte ’o-timn aus den Regenten ein von der ganzen Versammlung be- eeiftert aufgenommenes Hoch aus. Die Musik spielte die Königs- ttgmnc. Der Festakt Latte sich in dem großen Saal vollzogen, 'm dem die Werte der französischen Künstler ausgefttllt waren, ich einstündigem Rundgaug durch sämtliche Säle verließ der ■J^cnt, der seine Gemahlin führte, unter den Ovationen der imstversammlung und dem Spiel der Königshymnc die Aus-
Der Wehrbeitrag.
Ter „Berliner Lokalanzeigcr" veröffentlicht eine Mit- tcrlung, wonach auf Grund von Beschlüssen des Unterausschusses des Budgetausschusses des Reichstages vom 29. Mai iein einmaliger Wehrbeitraa von 840 Millionen anstatt 1OOO Millionen ein kommen würde. Tas Blatt glaubt, daß infolgedessen die bisherigen Vorschläge von 30000 Mark aufwärts oder, wenn der Pfl'ich- tige daneben ein Einkommen von weniger alö 2000 Mark hat, von 50 000 Mark aufwärts besteuert werden sollen, in ihrer: Sätzen erhöht werden müßten. Amtliche Mitteilungen hierüber liegen nicht vor.
Tazu wird uns aus Berlin noch geschrieben:
Tas Reichsschatzamt war zu folgendem Ergebnis gekommen: Die verlangte Höhe von einer Milliarde Ertrag wird durch die Vorschläge des Unterausschusses nicht erreicht sondern nur 840 Millionen Mark. Dieses Ergebnis befriedigt nicht. Es wird also eine Erhöhung der Sätze eintreten müssen, um die fehlenden 160 Millionen Mark zu erhalten. Der U n t e r a u s s ch u ß wird deshalb am Diens-
Der Zall Redl
hat in der Donaumonarchie natürlich die größte Erregung her- teorgerufen. Ter Chef des Gcneralstabes v. Hötzen'dort hat wegen des Falles dem Kaiser sein Abschiedsgesuch unter- breitet. Ter Kaiser dürste es jedoch sicherlich nicht annehmen. Auch der Prager Korpskommandcur, Baron v. G i e s l, Hat sein Pcnsionsgesuch eingereicht.
Wie aus Warschau bcichtcrt wird, hat dort die Entdeckung, daß Redl in russischen Diensten stand, große Bestürzung hervorgerufen. Redl war ausschließlich mit dem Warschauer Generalstabschefin Verbindung, der seine Informationen weiter beförderte. Seit LO Jahren stand Redl mit Rußland im Spionageverhältnis, in regem en ft betrieb jedoch erst seit sechs Jahren. Er traf hier mit General Miszenko zusammen, mit dem er intim war. Redl, der geläufig russisch sprach, kam seit 1906 zwei bis dreimal nach Warschau, wo er flott lebte. Eine .utsche Soubrette, mit der er in ein Verhältnis trat, folgte ihm später nach Wien.
Wien, 3. Juni. Der Reserveleutnant Tr. Mausner, der soeben eine Waffenübung ableistete, hat sich erschossen. Nach seinen Angaben wurde er scharf beobachtet. * Der Gedanke, mit bem Fall Redl in Beziehung gebracht zu werden, sei ihn: unerträglich.
Laut „Zeit" ist kürzlich in Cattaro ein Hauptmann und e i n O b e r l e u t n a n t der Festtmgsartillcrie unterSpio- nagev erdacht verhaftet worden. Ob diese Verhafttiugeir mtt dem ,rall Redl m Verbindung steh.m, ist noch nicht sicher, ledvch Jollen die beiden Offiziere durch' die Untersuchung in der Angelegenheit Jandritsch besonders bloßgestcllt sein. In Prag, Wien, ötoderei und in anderen Garnisonen wurden die Offiziere, die mit Redl in nähere Beziehung kamen, eingehend verhört. In Regimentsbefehlen wurden alle tzerwncn, die zum Fall Redl etwas wissen, zu schleunigen Aus- agen autgeft»rdert. Selbst be i h o ch g c st e l l t e n O f f i; i e r e n, die durch Zusall irgendwie kompromittiert erschienen, mürben Kausjuchungen abgehalten. Besondere ybufmerlsamkeit der Polizei rmben Personen, die als russische Untertonen in Wien irnö Prag unter, verschiedenen Namen Wsteigeguartterc besitzen Auch wurde Borwrge getroffen gegen gewisse Kaffeehausbesucher- tnnen, die zweifellos Agentinnen sind.
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Dienstag, 3. Juni 1913
vezugspreis: monatlich7öPf.,victtcl- jährlich Mk. 2.20; durch 2tbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.--.uerlel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pi^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und ^Gerichtssaal": St. 9leu-
^ur ©ce, im entscheidenden Moment zu sprengen. Wenn auch^dte Mitteilungen über einen so unglaublichen Umfang der Spionage -offiziell bestritten wurden, steht doch außer Zweifel, daß Deutschland durch eine in wenigen Minuten erfolgende Zerstörung der Hafenausfahrt zu Beginn eines Kriege^ zur Lee wehrlos geworden wäre. Tie Arbeiten und Erfolge der ausländischen Spionage mußten durch umfangreiche und lostspielige Umbauten unschädlich g ein acht wer den. Pte^etwaigen bösen Folgen der Affäre des Wilhelmshavener Lchußmanns Glauß und Genossen sind also be- icltigt. Der Sicherheitsdienst ist vollständig neu geregelt und nut allen erdenklichen Aenderungen verseheii, um die traurigen Vorkommnisse nach Möglichkeit auszuschließcn.
He lg o l a it d, für dessen militärischen Ausbau neben rem >101]er ganz besonders auch Prinz Heinrich gearbeitet hat, ist den Reichstagsabgeordneten nun als die inodernste, mit allen Mitteln der neuesten Waffen- und Bcfestigungs- tcchnlk^ausgerüstete Küstenspcrrbefcstigung vorgeführt worden. Tie nach dem Stande der jetzigen Technik besten, l.>—20 Klm. lveit tragenden, Geschütze sind dorr aufgestellt, die modernsten Pan^erbatterien, Panzertäsematten und bombensicheren Kasemements mit den neuesten drehbaren Panfzertürmen, Verschwindelasetten und gepanzerten Beobachtungstürmen fertig ausgebaut. Fertig sind auch die erweiterten Gebäude der vergrößerten Garnisonverwaltung, nachdem jetzt Helgoland die Garnison einer neuen, selb- tändigen (V.) Matroseuartillcricabtcilung geworden ist. ^eider ist ;a auch den Helgoländer Anlagen die eingehend-e Beachtung der ausländischen Spionage nicht erspart geblieben. Tie kürzlich begnadigten britischen Seeoffiziere Treu ch und Brandon litten sich genaue Skizzen und Notizen über die Befestigungspläne und die Geschützstände, über das Fahrwasser, über die Lage der Heul- und Leuchttonnen angcfertigt. In ihren Papieren wurden überaus wichtige strategische und taktische Berechnungen sowie genaue Nottzen über den korrespondierenden Zujammcnhang der deutschen Küstenbefestigungen gefunden. Soweit zu bc- ürchten war, daß ihre Vorspionage einen gewissen Erfolg statte, hat man die Verteilung und den Standort der Ge- chütze geändert. Die Reichstagsabgeordneten werden auch in diesem heiklen Punkte ihren Mitbürgern beruhigende Nachrichten nach Hause bringen können.
Die Lösung der spanischen ttabinettsfrage.
Madrid, 2. Juni. Romano n es begab sich gestern abend < Uhr 30 ins Polais, das er um 8 Uhr 15 wieder verließ. Er erklärte Journalisten, daß der König ihm sogleich angekündigt habe, daß er ihm die Regierung' von neuem übertrage. Romanones teilte den Jour- nah)ten folgende Note mit:
t r.Tiem°,n Maura am Donnerstag in der Kammer qe- stvltcne Reoe rief im Parlament eine Störung der qeaen- ^ttgen Beziehungen der Regierungsparteien hervor. Der Ministerpräsident, der auf die Unterstützung der Mehrheit der beiden Kammern rechnete, hielt es für seine Pflicht ber ^onc unverzüglich eine Gelegenheit zu verschaffen' die Meinung und Ratschläge von Persönlichkeiten, die auf III HU ITTTTWririnr"‘JTZWL —. 1 Lat.-. lii—■ — ■ _____
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unb Bluitttnst, .mühelos unterrichten können und auf die Wichtig- teit und Rerchhaltigleit unserer Zeitschriften hingewiesen werden. Cm breites Publikum wird angeregt, sich nun auch die Zeit- ichrlsten gründlicher selbst anzusehen. Kenntnis und Verständnis tur Kim st soll allgemein erweckt und vertieft werden.
w .T ^-^^^oftspicle Im Mühlbachtal, nahe bei Nassau, smdet vom 6 -19 Juli zu Füßen her Ruinen der Bürgen Stein und Nassau eine Reibe von festlichen Veranstalt tungen zum Gedächtnis des großen, in Nassau geborenen Freiberrn vom und zum Stein statt. Nach vaterländischen Ansprachen berittener , deutscher Männer soll ein großes Weihefestspiel „Am sJtoritcmtein" von Heinz Gorrenz, durch Wiesbadener Künstler und emheinnsckie Darsteller ausgeführt werden.
Ein neues Kunstausstellungsgebäude in SO?uneben. Aus München, 24. Mai, wird gemeldet- Ein von 'Emanuel Seidl erbautes neues Kunstausstellungsgebaude, -oraalö Kunstbaus, das am Moittag dem allgemeinen Verkehr geöffnet wird, wurde barte mittag durch den Kultusminister von Knilling besichtigt, der sich voll Lobes darüber aussprach, daß em ,o eigenartiges, einzig dastehendes Wert gerade in Münchmr gei(harren worden sei. Nachmittags war die Presse zur Vor- besichtigung eingeladar.
— Drahtlicher Opernaustau sch zwischen Paris und London. Aus London wird berichtet: Im *one
Salon konnten am Mittwoch abend die Londoner die Aufführung des „Fault" in der Pariser Ooer mitanhören. Zuerst vernahm toan freilich nur ein undeutliches Brummeln, dann aber tönt- klar die schöne Mtsfimme einer Frau und ein Bariton herüber und cs irmrde möglich, Sänger und Orchester deutlich zn untcr- sch^ideii, ja man hörte sogar den Beifall des Publikums Zu gleicher Zeit hörten die Pariser die Stimme der Destinn bi”'in London int Covent Garden fang. In dem Pariser Sal-on wurden außerdem Verbindungen mit der Albert Hall bergesttlll wo gerade Commander Evans von dem Leben und den ^ate- der Lcottschen ^udpolerpedition erzählte, und mit anderen Bi-h-
teren Auttubrungan alle ht Pans klarer zu hören waren 'N L°nd°„, U öS
b fischen New Pork und London soll
nach den Versicherungen der Gesellschaft schon in nächster Zeit möglich werden. °
, , — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen, schäft ^>n London ist Alfred Austin, Englands poeta laureattis am Montag gestorben.
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Die
Nordseefahrt der Neich§tag§abgeordneten.
Man schreibt uns:
2re dreißig Rcichstagsabgeordneten, die in diesen Tagen unter Führung von hohen Marinebeamten und Seeoffizieren eine Informationsreise nach Wilhelmshaven und Helgoland unternahmen, haben dort Tinge zu sehen bekommen, die denr -luge des reisenden Privatmannes sonst streng verschlossen ftnb. Da es der Presse noch nicht verboten ist um. hoffentlich auch nicht verboten werden wird, wichtige bcr Landesverteidigung zu berühren, und da wir wirilich keine Geheimnisse verraten, sondern nur Ding" besprechen, die jeder wissen darf und soll, kann niemand etwas dagegen haben, wenn das Wesentliche und Bedeutungsvolle der Reichsbotenfahrt hcrvorgehoben wird. Man hat den Abgeordneten in Wilhelmshaven in erster Lime die neuen Ha.fena.nlagen am Eingang zum Jatw-Ems- gezeigt, deren Bauausführung fast 27 Millionen- Mark kostete, sowie den Turchstich auf der Schleuseninsel der jetzt eine bequeme Einfahrt nach den neuen Hafen' anlagcn, dem Torpedohafen, den, Kohlenhafen und Liege- Hasen gestattet, endlich die Korrektionsarbeiten "im Jadegcbict.
Tie politische Grundidee des nun fast vollständig beendeten Riesenwerkes ist folgende: Bor Ablauf eines Jahrzehnts wird R u ß land wohl nicht in der Lage sein, wieder mit erhetzlichen, wohlorganisierten Streitkräften in der Ostsee aufzukreten. Ein voklwertiger Ersatz für die bei Tsu- schima zu Grunde gegangene "baftifeb-e Flotte ist noch nicht geschaffen. Wir können also vorläufig das ganze Schwergewicht unserer Seemacht an die Nordsee nach Wilhelmshaven verpflanzen. Wir tun es in einer Art und Weise, die von englischer Seite nicht als Herausforderung angesehen werden lann. Wir tun es allerdings in stiller Be- antwortung des Ausbaues des englischen Kriegshafens Rosvth. Denn so lange der Nordostseekanat noch nicht den ungehinderten Verkehr unserer größten Sclilachtschiffe zwischen unseren beiden Küstenmecren gewährleistet, müssen wir in der Nordsee vollgerüstet sein, ohne das Ostsee-Ge- jchwader heranziehen zu müssen.
.Kaiser Wilhelm, dem auch gegnerische Politiker das g»ße Verdienst der Flvttcnschöpfung zusprechen, hat in de« letzten Jahren sein besonderes Interesse der Wilhelms- Ivener Flottcntzasis entgegengebracht und mit aller Energie auf den vollständigen Ausbau und die Befestigung der Jade gedrungen. Wilhelmshaven soll nach dem Plan des Neichsmarineamts gleichzeitig mit der Verstärkung Cuxhavens die Hauptausfallspforte unserer Marine und unsere Zukunftshofsnungen zur See werden. Man erinnert sich vielleicht noch des unheimlichen Ansturms der ausländischen Spionage auf die Wilhelmshavener Anlagcn : während der letzten Bauarbeiten. In dem kritischen Sommer 1911, als Deutschland vor dem Ausbruch eines Krieges Iland, sollen die englischen Marinebehörden die Pläne der । Einfahrtsschleusen zum Wilhelmshavener Kitiegshafen, so- i inic die Pläne der Süßwasservcrsorgung und das geheime \ ^ignakbuch in Händen gehabt haben. Und es wurde, wie s es hieß, auf englischer Seite der Plan ausgearbcitet, die l Einsahrtsschleusen, die einzigen Zugänge des Kriegshafens <
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tag wieder zusammentrcten, um seine Vorschläge nach den Angaben des Reichsschatzamtes umzuarbeitcn. Voraussichtlich wird überhaupt eine ganz neueBasis zusuchcn s c i n, denn einige Direktionen haben gegen die Kapitalisierung der Einkommen sehr große Bedenken, denen Rechnung zu tragen ist. Wenn der Gedanke überhaupt brauchbar erscheinen soll, so müssen alle Einkommen unter 10 OOO Mark frei bleiben und die Beitragsstaffelung bei den höheren Einkommen eine andere werden, denn ein Einkommen von 50 OOO Mark bedeutet noch nicht den Zinsengtmuß eines Vermögens vmi 725 OOO iUrt'.
ftcllung. Die ^Zabl der ausgestellten Objekre ber Malerei) Graphik, Plastik und Architektur beträgt ungefähr 3600.
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™ T Wedekind in geschlossenem Kreise. Aus Muneben wird uns geschrieben: Das Münchener Künstler- t h e a t e r hatte am 29. wieder einmal einen großen Abend, beim, ein neues? Werk von -Frank Wedekinb, das sünsaktigc Trauerspiel „Lu l u", kam zur Uraufsührung. Das Drama ist, wie schon mitgeteilt, keine eigentlich neue Schöpfung des Diebters, sondern eine Bearbeitung seipes.älteren Werkes „Erögeist", bas durch zwei Akte der.Tragödie „Die Büchse der Pandora" einen Mschluß erhielt. Mit diesem Stück, das so zu einem eigenen, selbständigen Werk geworden ist, sollte ursprünglich die Oommer- spielzeit des Münchener Künstlertheaters.eingeleitet werden, aber die Polizei machte einen Strich burd) die Rechnung unb verbot Wedekinds Drama. Trotz aller Versuche ber Direktton, trotz ber eifrigen Propaganda, bic die Münchener Ortsgruppe bes Schuyverbandes beuffcher Schriftsteller für die Freigabe entfaltete, formte bic Uraufführung nur »vor geladener Zuhörerschaft als geschlossene einmalige Vorstellung stattsinben. ■ Die vollzählig vertretene Münchner Webekindgemeinbe bereitete bem Werk einen sehr geräuschvollen Ersolg, ber aber [durch den Wibersvruck einer unbefangenen Minderheit heftig bekämpft wurde. Zu der Begeisterung der Anhänger des Dichters mochte bie Verurteilung der Zensur beitragen, bie durch bas Verbot bic beste Stimmung für bas Drama gemadü hatte. Wenn sich trotzdem eine Opposition regte, so fällt dies unrso idwrrrr ins Gewicht. Wedekinds „Lulu" wirkt in ihrer, bic tiefsten Tieren des Dirnen- unb hältertums ans Licht zerrenben Brutalirät irofj Streidiung ber Szene aus der Büchse der Pandora, in ber Jack ber Aufschlitzer erscheint, so abstoßenb, baß auch bas glän;cnbc Spie! ber Tilla Durieux unb Alexander Rottmanns ben peinlichen Einbruck nicht verwischen konnte. H. B.
— Offenbacher Monats schau: „Die Kunst der Gegenwart im Lichtbilb". Das künstlerische Leben Offen bachs soll um eine Veranstaltung bereichert werben, um bie manches größere Kunstzentrum es bcneibcn wirb. Soviel uns bis jetzt bekannt ist, rourbe ber Gedanke noch nirgend verwirklicht: Allmonatlid) bie dlbbildungen ber führenden Kun st; eit schritt en im Lichtbild Epidiaskop, bem großen Publikum vorzuführen. Es ollen keine Vorträge werben, bic in bet Aula ber neuerbauten) Technischen Lehranstalten, auf Vcranlm'sung des Vereins für Kunstpflege in Offenbach, abgehatten werben: vielmehr wird der Sprecher, Dr. Paul F. Schmidt als Künst- psleger von Offenbach, diese Zcüschristenschau nur mit kurzen sachlichen Erläuterungen begleiten. .Dergestalt, da bic Monatsschau jedermann unentgeltlich freisteht. wirb sich jeder einmal im Monat über die neuern Erfchevrungen in der Kunstwelt, .in Kimstgewerbe
Nr. 127
Ter Gießener An;e?ser erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Gießen« rZamilleubliitter' zweimal wöcheiUl.UreiL- blattfürdenUreirGietzeo (Dienstag und Freitag); zweimal inouaiL Land- wirtschafttiche Zeitfragen Ferusprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112,
M.,w„60, Eeneml-Anzeiger für G-erheffen
»ST »otionsörud und Verlag der vnchttchen Unw.-Vuch- und Steindrnderci N. Lange. Redaition, ärpedition und Druckerei- Lchnlii-a»e 7. M- .statt >mi> g/0” J Ubc-_______ vudmgen: Zernsprecher Nr. 2»Y öeschästtstell- vahnhasftratze '16n.
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