Ausgabe 
2.8.1913 Erstes Blatt
 
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veräußerte 1903 das Gelände an einen

Wonoern und Wintersport, Reisen und Räder.

-i Bad-Salzhausen, 1. Aug. Der endlich eingetretene Wetterumschwung begünstigt nunmehr wieder den anerkannten Heilerfolg der hiesigen Bäder. Die diesjährige Frequenz beträgt bis Ende Juli 1067 Personen gegen 759 im Vorjahre, weist mit­hin einen Zuwachs von 308 Personen auf. Augenblicklich an­wesend sind 358 Kurgäste. Auch die Zahl der Bäder Ijat gegen das Vorjahr mit 8040 eine Zunahme von 511 erfahren; Inhala­tionen wurden 623 verabfolgt, gegenüber 229 in der Saison 1M.2, also 394 mehr. Daß dieser Erfolg trotz der seither höchst un­günstigen Witterung eintretcn konnte, ist wieder ein neuer Be­weis für die Anziehungskraft und die Heilwirkung unserer Quellen.

Bauirrgenieurfach und das Maschinenbaufach, 2. her Geh. Ober­baurat Klingel Höffer für das Hochbaufach. Ten Kommis­saren ist die Ermächtigung zur gegenseitigen Vertretung erteilt worden.

** Der Grvßherzvg hat dem Bauassessor Bauinspektor Rud. Renting zu Darmstadt und dem Kreisbauinspektor des Kreises Worms, Ludwig Pietz, zurzeit in Darmstadt, den Cha­rakter alsBcurrat" erteilt.

** Die historische Kompagnie, die beim Regiments­fest so viel Aufsehen erregte und allgemein bewundert wurde, machte am Donnerstag einen Ausflug nach dem Rhein und der Saalburg, der sehr anregend und unterhaltend verlief. Der Aus­flug war, wie wir erfahren, durch eine hochherzige Spende von Freunden des Regiments ermöglicht worden. Tie Teilnehmer an dem historischen Exerzieren fuhren in Stärke von 70 Köpfen am Donnerstag früh um 4 Uhr unter Leitung ihres damaligen Führers Hauptmann v. Haehling und des Leutnants Müller-Hempfing und in Begleitung der Regimentskapelle zunächst nach Mainz-Kastel. In Mainz bestieg man das Schiff und machte im hellsten Sonnenschein eine herrliche Rheinfahrt bis Rüdesheim. Von dort erstieg man die Höhen des Niederwalds und besichtigte das Nationaldenkmal. Nach der eingehenden Er­klärung durch einen der dort stationierten Veteranen brachte Haupt­mann v. Haehling nach einigen patriotischen Worten ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus, in das die Soldaten und zahl­reich erschienene Touristen begeistert einstimmten. Hierauf spielte die Regimentskapelle die Wacht am Rhein. 'Das Mittagessen wurde in Rüdesheim eingenommen. Dann gings mit der Bahn nach Homburg v. d. H. und von hier zur Saalburg, die unter der be­währten Führung eines Einjährig-Freiwilligen besichtigt wurde. Zn dem benachbarten Saalburg-Restaurant wurde noch ein vortreff­lich zubereitetes reichliches Abendessen eingenommen. Gegen 8 Uhr abends trat man über Friedberg, wo noch eine Rast gemacht wurde, die Rückfahrt an. Die Ankunft in Gießen erfolgte um 11 Ilhr. lieber den Aufenthalt in Friedberg lesen wir in einem dortigen Blatt:Nachdem die Mannschaften in den am Bahnhof gelegenen Wirtschaften sich gestärkt halten, mußte allmählich an die .Heimfahrt gedacht werden. Doch das schneidige Auftreten der Fried­berger ehemaligen 116 mit ihrer patenten Militär-Musikschulkapelle war doch noch zu frisch in der Erinnerung der Regimentskameraden, sie wollten als Gegenleistung auch den Friedbergern eine Freude bereiten. Die Musikkapelle der 116er ließ den alten Hessenmarsch vom Stapel, und trotz der zurückgelegten Tagestour konnte man den Mannschaften keine Müdigkeit ansehen, sie marschierten noch gerade so gemütlich nach dem Marschtempo der Musik, wie man vor hundert Jahren nach der Weise:Immer langsam vorcutt' eben exerzierte. Zum Schluß wurde dann noch der alte Parademarsch vorgeführt; der Fahnenträger behalf sich mit einer improvisierten Fahne und gliederweise erfolgte der Vorbeimarsch im Paradeschritt. Dadurch hatten noch viele hiesige Einwohner, die in Gießen nicht beim Fest sein konnten, einen Genuß von den chönen Leistungen dieser historischen Kompagnie unter der schnei- ngen Führung des Herrn Hauptmanns v. Haehling gehabt, denn owcit die Musikweisen vernehmbar waren, war alles auf den Beinen, um dem bis jetzt ungewohnten militärischen Treiben zuzusehen.

Athen, 1. Aug. Gegenüber den Ausführungen eines ausländischen Blattes erklärt dieAgence d'Atchsnes" neuer­dings, zwischen Griechenland und der Türkei be­stehe keinerlei Entente, oder sei im Entstehen be­griffen. Es. hätten lediglich Besprechungen wegen der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern stattgefunden.

B u k a r e st, 1. Äug. Erbprinz Fe r d i n a n d ist wieder ins Hauptquartier der O p e r ati o n s a r m e e ab­gereist.

Wien, 1. Aug. Tie Orientbahngesellschaft beschloß an­geblich, einen neuen O ricntexpreßzu g zur Ermög­lichung des direkten Verkehrs zwischen Paris, Wien und Saloniki einzustellen.

B u ka r e st, 1. Aug. Bis gestern abend wurden sieben Cholera fälle in der rumänischeMÄrmee festgestellt.

6Ö0 verwundet. Die Versuche der Serben, Noch vorgestern abend in Widdin einzudringen, wurden durch die bulgarische Artillerie vereitelt. Gestern wurde um 6 Uhr morgens das Bombardement auf eine Entfernung von 6 Kilometern wieder ausgenommen und dauerte mittags noch heftig an. Am Nachmittag um 3 Uhr fuhren rumänische Delegierte auf einem Dampfer von Kalafat über die Donau nach Widdin, um den Kriegführenden die in Bukarest beschlossene Waffenruhe mitzuteilen und den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten zu übermitteln.

Belgrad, 1. Aug. Tas Serbische Preßbureau dementiert nachdrücklichst die Sofioter Meldun- g e n über angebliche Erfolge der Bulgaren auf ser­bischem Gebiet, wobei die Serben große Verluste erlitten haben sollen, sowie die bulgarische Meldung über den angeb­lichen Vorstoß der Bulgaren gegen Kotschani. Gerade das Gegenteil geschah, wie das Preßbureau in seinem letzten Telegramm gemeldet hatte.

Die Türkei und die Mächte.

Konstantinopel, 1. Aug. Es bestätigt sich, daß die türkischen Aufklärungstruppen auf türkisches Gebiet zurückgekehrt sind und an der alten türkisch-bul­garischen Grenze halten. Die Bulgaren besetzten ihre früheren Posten wieder und konzentrierten in der Gegend von Jeamboli und Hebitschewo Truppen. Der türkische Thronfolger richtete nach feiner Ankunft in Kirki- lisse an die Bevölkerung und an die Armee eine An­sprache. Der Thronfolger nahm alsdann eine Pa­rade der Truppen über 15000 Mann ab, wobei er von der Bevölkerung durch Zurufe begrüßt wurde. Der Ober- lommandant der Armee veröffentlicht eine Erklärung an die bulgarischen Dorfbewohner, die die Dörfer verlassen, in der er sie auffordert, zurückzukehren und friedlich ihren Arbeiten nachzugehen.

Konstantinopel, 1. Aug. Es wird ein neues Ar- 11t eekorps gebildet. Das Kommando übernimmt der Mili­tärgouverneur Oberst Tfchemal Bei.

Berlin, 2. Aug. DerBerliner Lokalanzeiger" be­merkt zu der Bukarester Meldung, daß der Reichs­kanzler an den hiesigen türkischen Botschafter die Forderung gerichtet habe, die Türkei möge Thr az i en un­verzüglichräumen, dem Botschafter sei seinerzeit vom Auswärtigen Amt eröffnet worden, daß Deutschland in Uebereinstimmung mit den anderen Mächten den Londoner Vorfrieden als zu Recht bestehend betrachte. Außerdem sei der Türkei geraten worden, sich nicht auf Adriano- pel zu versteifen, sondern die Gelegenheit zur Erwer­bung einer günstigen strategischen Grenze Enos-Midia zu benutzen.

W i e n, 2. Aug. Nach Erklärungen t ü r k i s ch e r d i p l o- ma tisch er Kreise ist die Türkei noch heute bereit, den Vorschlag der Regierung Mahmud Schefket anzu­nehmen, nach dem Adrianopel geteilt werden und der mohammedanische Teil mit den Moscheen und Gräbern tür­kisch bleiben, der andere an Bulgarien fallen soll.

Paris, 2. Aug. Nach ottomanischer Ansicht wird eine Teilung A d r i a n o p e l s zwischen Bulgarien und der Türkei heute den größten Schwierigkeiten begegnen.

Sofia, 2. Aug. Tie bulgarische Regierung soll ver- , ständigt worden sein, daß die Deutsche Bank und die Deutsche Orient bank vom Staatssekretär Jagow an­gewiesen worben seien, der Türkei keinerlei Geld­mittel bereitzustellen, solange deren Truppen Thrazien nicht verlassen hätten.

Verschiedene Nachrichten.

Mk. 21000. Dieser

-n-Pr£,cP.£.er 9' uI Juli. (Verspätet einqegangen.) Die oviahr. Jubiläumsfeier des hiesigen Turnvereins hat bei sehr starker Beteiligung von nah und fern einen glanzvollen Derlaiif genommen.

^uruoereiiic mit nahezu 1000 Turnern waren erschienen. Eröffnet wurde das Fest durch einen von Forstassessor Schmieder gefetteten großen Kommers, zu dessen Beginn Graf Kuno das Hoch au, Kaiser rmd Großherzog ausbrachte. Der Gesangverein per- chonte den Abend durch einige hübsche Lieder. Der Turnverein Gedern Uetz durch seinen Vorsitzenden eine prachtvolle in Eichen gerahmte Gedenktafel überreichen. - Sonntag morgen 6 Uhr war Weckruf, dem ein Ständchen im Schloßhof folgte. ' Um 10.30 Uhr »and unter überaus großer Bcteiligllnq Festgottesdienst statt. Nachmittags 1.45 Uhr bewegte sich der Festzng durch den ^chloßhof nach deu, Festplatz, ivo Graf Kuno das Kaiserhoch ailsbrachte und Psarrverwalter Weidner den WiNkommengruß entbot. Darnach hielt das Ehrenmitglied des Vereins Ober­amtsrichter Dr. Fuhr, Bad-Nauheim, die Festrede, die den Werdegang der Deutschen Turnerschaft wiederaab. Kreisamtmann von Grancy überreichte die von dem Großherzog lind Frl. Belz die von den Jungfrauen Ortenbergs geslisteien' Fahnenschleiien. Gauvertreter Metzler überbrachte die Grüße des Garies. Die -Turnvereine Büdingen und Lauterbach ließen durch ihre Vor­sitzenden eine Schleife und einen Jahnennagol überreichen. Zu den Freiübungen, die unter Leitung des Gaiiturnwarts Will standen, waren über 100 Turner anqetreten. 19 Musterriegen er- bielten Preise. Klasse A: Die Schülerabteilung Ortenberg turnt allein. Klasse 8: 1. Preis Turnverein Osthcim; 2. Preis Dameu- abteilung Ortenberg. Klasse C: 1. Preis Turnverein Lauterbach; 2. Preis Turnverein" Ortenberg. Lebhaften Beifall fand der ttahnenreigcn der Grebenhainer schülerabteilung. Am Montag tauben neben dem Einzelwetturnen des Tiirnvereins Ortenberg Jugendspiele der Schüler statt, luobet jedes Kind mit einer kleinen Auszeichnung bedacht wtirde. An beiden Turntagen waren vor­zügliche tilrnerische Leistungen zu sehen, die ihren Glanzpunkt in den Geivanötheitsübungen der besten Turner des Gaues erreichten.

vereinsnachrlchten.

... J Wies eck, 1. August. Der Gesangverein Eintracht be­schloß, sem im nächsten Jahre stattsindendes 20jähriges Stiftungsfest, verbuiiden mit einem nationalen Gesangswett- streite im größeren Rahmen zu feiern. Von freiwilligen Spenden wiirden zur Anschaffung von Preisen beträchliche Summen in Aussicht gestellt, sodaß es dem Verein möglich ist, seinen Gästen cmige recht frohe Stunden zu bereiten und ihnen für ihre Mühe- waltung eine angemessene Entschädigimg gewähren zu können. Als Festtage sind der 13., 14. und 15. Juni 1914 in Aussicht genommen.

Caetfcwirffcbaft,

Tie Salpeter lager i n Chile iverden in absehbarer Zeit erschöpft sein, iind unsere deutsche Landwirtschaft wird dann nicht mehr mit dem für alle Kulturpflanzen so wichtigen Stickstoff rech­nen können. Es ist deshalb eine nationale Pflicht, schon vor Eintritt dieser Tatsache dafür zu sorgen, daß ein gleichwertiger Ersah für den Ehilisalpeter vorhanden ist. Der Kalkstickstoff gewinnt deshalb immer mehr Bedeutung ü"ir den deutschen Landwirt, da er ja vor allem ein deutsches Produkt ist, den C h i l i s a l p ete r in der Wirkung ersetzen kann, im Preise erheblich billiger zu liehen kommt als der Ehilisalpeter und erheblicheren Preis- schivankungen nicht unterworfen ist. Der rechnende Landwirt wird deshalb den Kalküickstoff in erhöhtem Maße heranziehen muffen.

Verhältnisse mußte ). Zt. die Fabrikation eingestellt werden und die Leute kamen in Vermögensrückgang, so daß ihm wohl die Verzweiflung die Pistole in die Hand drückte

d Zotzenbach, 1. August. Auf der hiesigen Station wurde der Vorsteher Meinhard, als er nach der Abfahrt des letzten Zuges den Bahnsteig noch einmal abschritt, von einem Menschen niedergeschlagen. Auf die Hilfe­rufe des Beamten floh der Täter. Anscheinend war von diesem und Helfershelfern ein Raub auf die Stationskasse geplant.

w. Mainz, 2. Aug. Ein Mann, der nach Bingerbrück wollte, wurde auf einer Station der Rhein-Nahe-Bahn aus dem Zuge heraus verhaftet. Während der Fahrt hatte em Schaffner Verdacht gegen ihn geschöpft, weil zwei Mäd­chen im Alter von 15 bis 17 Jahren, die sich in seiner Be­gleitung befanden, unaufhörlich weinten. Der Verhaftete verweigert jede Auskunft über seine Personalien.

Hessen-Nassau.

OBieber bei Nodbeim, l.Aug. BiszumIahrc 1880gingen unsere Kinder nach Rod heim in die Schule. Inzwischen ist hier ein zweites SchulhauS gebaut worden und nun ist die dritte Lehrerstclle ausgeschrieben. Bieber bildet keine selb­ständige Gemeinde, vielmehr haben Fellingshausen, Königs­berg und Nodheim gemeinsam die Schullasten zu decken.

l. Ziegenberg, 1. Aug. Verschüttet und schwer verletzt wurden zwei Erdarbeiter, die bei der Quellfassung der Wasserleitung beschäftigt waren. Sie stan­den in einer Grube, die nicht abgespriest war, als plötzlich die Erdmassen von beiden Seiten zusammenrutschten und die beiden Arbeiter begruben. Zum Glück waren Arbeits- lollegen zur Stelle, denen es gelang, die Verschütteten noch lebend hervorzuziehen und ins Krankenhaus zu befördern.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 1. August. Rückfalldieb stahl.

Der Kellner Fr. Sch. von Frankfurt a. M. hat von dott aus mit einem Bekannten einen Abstecher nach Münzenberg gemacht : und daselbst in einem dem Begleiter des Sch. bekannten Haus j Nachforschungen angestellt. Hierbei fiel ihnen ein Geldtäschchen I mit etwa 11,48 Mk. bis 11,50 Mk. Inhalt in die Hände; sie I anden es in einer Hose in einem Kleiderschrank. Da sie gestött 1 wurden, sahen sie von weiterem Suchen ab. Das erbeutete Geld j teilten sie. Sch. stand trotz seiner Jugend schon häufig vor I Gericht und ist namentlich wegen Diebstahls bereits rückfällig. I Unter Einbeziehung zweier in Frankfurt a. M. gegen ihn er- I kannter Gefängnisstrafen von sechs Monaten bezw. einem Jahr I und einer Woche wird er in eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt, auf die ein Monat Untersuchungshaft auf- gerechnet wird.

Falschbeurkundung.

Ein stellvertretender Standesbeamter, der noch wenig Ersah-W rung in seinem Amt hat, datierte den Eintrag über die AnzeigeM vom Tod des seitherigen Bürgermeisters und Standesbeamten im Sterberegtzter um einen Tag vor. Das Gericht ettännte auf die geringst zulässige Strafe von einem Monat Gefängnis. . / Unter Ausschluß der O e f f en t l i ch k ei t

wurde gegen den 15 jährigen K. H. v. H. und den 22 iäbrigenM W. W. v. B. verhandelt. Ersterer wurde wegen eines Verbrechen^W nach § 176 Zisf. 3 StGB, zu einer Woche Gefängnis, letzterer^ wegen eines vollendeten und eines versuchten Verbrechens naW

* Silberne Hochzeit feiern morgen Schreiner Karl Peter und Frau, Maria, geb. Bellof.

** Wetzlarer und -obevhessische Industrie auf der Leipziger Baufach-Ausstellung. Die Buderus-Eisenwerke in Wetzlar und ihre Zweigniederlassung in Lollar sind auf der Leipziger Baufach-Ausstellung sehr gut vertreten, lieber ihre Beteiligung auf der Baufach-Aus- stellung berichtet sie in einem hübschen Heftchen, das u. a. auch eine Aufnahme des Lollarer Werkes von derVik­toria Luise" aus enthält. Weiter sind in dem Heftchen un­ter Beifügung von kurzen Beschreibungen zahlreiche Bilder von Maschinen und Kesseln enthalten, die die umfangreiche Ausstellung der Werke sehr anschaulich darstellen. Der Ge- famteindruck der Broschüre gibt einen guten Ueberblick über den hohen Stand der Wetzlarer Eisenindustrie.

** Preisbildung für einen Bauplatz. Im Jahre 1891 erwarb der Bauunternehmer H. W. Rinn ein Gelände an der Ecke der Rodheimer und Krofdorfer, jetzt Schützenfiraße, für Mk. 19 000. Er schnitt zwei Bauplätze dovon ab, die er bebaute, und 1898 verkaufte er die immer noch große Restparzelle an den Bankier Grünewald für

28rrs StcrSt Lsrsrī

Gießen, 2. August 1913.

** T a g e s k a l e n d e r für © o n n t n g , den 3. August: B a k o l s K ci in m e r - L i ch t s u i e l e: Täglich Vorstellung. ' L i ch t s p i e l b o n s: Täglich Vorstellung.

O b e r b e s s i s cb e s u s e u m und Gail' sche Sa m m - lunqen. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Oberbcff i leb e r K u n st v e r e t n. Gemäldeausstellung un Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit dlusnabme von Samstag) von 11 1 Uhr, Tonntags von 11-3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11I Uhr unentgeltlich.

-ie A n l a a e m u s i k findet am At i t t w o ch , deu 6. ?lngust nnchmtttags 5 Uhr, statt. Spielplan: 1. Ouvertüre zur Over Ilka" von A. Doppler; 2 Fantasie aus der 'Over .Faust" von Ehr. Gounod; 3. Lahntal-Klänge! Walzer von Herrn. Atetz-Gießen' 4. ,Aisha 1 Japanisches Intermezzo von R. Poivell.

** Pfarrpersonalien. Der Großerzog hat dem Pfarrer Ferd. AutheS zu Brensbach die evang. PfarrsteNe zu Geiß-Nidda übertragen.

** Technisches Oberprüfungsamt. Ter seitherige Vorsitzende des Technischen Oberprüfungsamts, Geheimerat Dr Schäffer, ist auf sein Nachsuchen durch Entschließung des Groscherzcgs unter Anerkennung seiner langjährigen verdienst­vollen Tätigkeit von diesem Amt enthoben worden. An seiner Stelle ivurbc der Vorsitzende der Ministerial-Bauabteilung, Mi- msteriglrat Dr. Kratz, zum Vorsitzenden des Technischen Ober- Prüfungsamts und zu dessen ständigem Stellvertreter, dem in dieser Eigenschaft die Vorbereitung und Abhaltung der Prüfun­gen selbst obliegen soll, der Vortragende Rat in der genannten! Ministerialabteilung, Geh. Oberbaurat Jmrotch, ernannt. Zum Mitglied des Technischen Oberprüfungsamts wurde ferner der ständige Hilfsarbeiter in der Ministerial-Bauabteilung Finanz­rat E m m e r [ i ft g bestellt.

** Prüfungskommissare für die Technische Hochschule. Ter Ministerialrat i. P. Geheimerat Dr. Schäffer ist auf sein Nachsuchen von der Stelle eines stän­digen Kommissars des Ministeriums der Finanzen bei den Diplom- prüftingen an der Technischen Hochschule enthoben worden. Auf Grund der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern und des Großl). Ministeriums der Finanzen vom 8. Januar 1906, betreffend die Ersetzung der Vorprüfung und der ersten Haupt- vrüftmg für den Staatsdienst im Baufache durch die Tchlom- vrüfung, sind zu ständigen Kommissaren des Ministeriums der Finanzen bei den Diplomprüfungen der Technischen Hochschule bestellt worden: 1. der Geh. £)berbaurat Jmroth für das

gewissen Schmidt von der Holzindustrie Mücke für den Preis von Mk. 26 500, der wieder zwei Batiplätze davon abschnitt, diese bebaute und die immer noch große Restparzelle an den Bankier Herz für Mk. 18 600 abgab. Die Herz.Bank ver­kaufte 1908/09 das Gelände an den später verkrachten Unter­nehmer Bill für Mk. 21 500. Der Vorbesitzer erwarb das Gelände im Zwangsverkauf zurück und überließ es an Born- gäffer und Abermann & Kling für zusammen 24 500 Mk.

Landkreis Gießen.

Lich, 1. August. Nun scheint endlich die Ernte and) hier in vollen Gang zu kommen. Das Korn, das hier allerdings nur verhältnismäßig wenig gebaut wird, ist zwar schon größtenteils geschnitten, aber Hafer und Gerste, die bei dem guten Wetter der letzten Tage rasch heranreiften, werden in der Hauptsache erst nächste Woche zum Schnitt kommen. Arn weitesten ist noch der Weizen zurück, der für sich hier den größten Teil der mit Getreide bebauten Bodenfläche in Ansprrich nimmt rind besonders in den lehm- reichen Teilen der Gemarkung vorzügliche Erträge liefert, die hinter denen der besten Lagen der Wetterau nicht zurückstehen. Durch die nasse und kalte Witterung im Juni und Juli ist die Ernte hier gegen die Vorjahre um 23 Wochen zurück. Vergangenes Jahr ivurde hier in den letzten Julitagen schoir Weizen geschnitten. Dazu kommt noch, daß in diesem Jahre die Erntearbeiten nicht so rasch wie geivöhnlich vonstatten aeh.cn werden. Denn da es die Landivirle zumeist mit Lagerfrucht zu tun haben, können sie von den Maschinen mir wenig Gebrauch machen.

Kreis Friedberg.

L B utzbach , 1. Aug. In unserem rühmlichst bekannten Altertumsmuseunt find ein Weidigzimmer und ein Bismarck­zimmer eingerichtet worden. Tas Weidigzimmcr wird auch Gegenstände aus der 1848er Bewegung aufnehmen.

!. Kirch-Göns, 1. Aug. Unser langjähriger Bürger­meister Johannes Nern VI. ist im hohen Atter plötzlich q e - st o r b e n.

O st h e i m b. Butzbach, 1. Aug. Als eine Frau Petro­leum ins Fe ne rschüttete explodierte die Kanne und die Frau erlitt derartige Brandwunden, dasi sie unter furchtbaren Schmerzen ihrLeben aushauchte. Die Frau, welche im Nu in Flammen stand, lief auf den .Hof. Die Kleider fielen ihr schon in Fetzen vom Leibe und das Kopfhaar war abgebrannt, als man die Flammen löschen tonnte.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 2. Aug. Aufsehen erregt der heute erfolgte Selbstmord des im Alter von etwa 54 Jahren stehenden verheirateten Kaufmanns Hermann T i e h m der einer hiesigen angesehenwi Familie entstammt, und dessen Vater zuletzt Inhaber der eingegangeneu Schuch ar d- s ch e n H u t f a b r i k war. Durch die ungünstigen Geschäfts-