bie Erbschaftssteuer aus das Kapital aufgebracht Ter Minister des Innern teilte mit, der Prozentsatz der im 3abre 1913 au»gehobenen Leute von zwanzig Jahren, die von der Untersuchunqsdehörde als tauglich befunden wurde, betrug
bis 65 Prozent, einschließlich der Freiwilligen 71 bis 83 Prozent.
Dre Maßregelung des Generals Faurie Ter französisch«? Ministerrat beschloß, den (General Laurie wegen seines schweren BerstogeS gegerr die Disziplin zu verabschieden.
Der rumänische Minister des Innern Take I o n e S c u traf auf der Rückreise von Athen in u o n st a n - linopel ein. Tvr turtische Minister des Aeußern Talaat Bei begab sich an Bord des Dampfers „Romania", um Fo- nescu zu begrüßen. Beide statteten später dem Großwesic einen Besuch ab Auch der Sultan empfing den rumänischen Minister mit Gemahlin in Begleitting deZ türkischen Ministers Talaat Bei.
K i a m i l Pascha f. Die der „Agenzia Stefam" aus Larnaco (GtHjern» gemeldet wird, ist dort der früher-i Großwesir Kia mit Pascha gestotben
TerNeubau des deutschen ran kenn an Je s in Teheran ist am Freitag in Gegenwart der Minister und des diplomatischen Korps feierlich eingeweiht worden
Aus Stadt und Land.
Dieben, 15. November 1913.
* TageSkalender Mr Sam-tag, de» 15., und Sonntag, den 16. November: StnbUbcater: Sonntag nachm. 8'/, Uhr: ,Kater fiainpe*: nbentx 71/, Uhr: ^Fckmzauber."
C e ff e n t H ch e Versammlung zur Ltadtverordneten- ,vahl GiorihtriHt. 'lioIfSvmlei »ad Rationalliberaler Verein) Samstag obenb h1/, Uhr im (£a'6 Leib.
Konzertverein: Erster Kammermusik - Abend, Sonntag abend Uhr in der Neue» Aula.
(hniiü. Bund: Namilieiiabend 8*4 Uhr in Stein« Garten.
Gcsellschas 1 s - Berein: Teeabend mit Tanz Sonntag abend 8 Uhr.
KriegSmarine-Au» stell« ng in der alten Klinik.
1' i ch t s p i e l b a n 4: Täglich Vorstellung.
U ii i o n - T h c a t e r: Täglich Vorstellung. (DienStagS und Samstags neues Programm.)
SbcrliellisstieS Musenm u n d G a i l' s ch e S a m m - lnnaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormiliag» von 11 — 1 Uhr unentgeltlich.
OberhessischerK un st verein. Tie Gema'lde-AuSstellung ist täglich von 11—1 Uhr und ebenfalls Mittwochs von 3 bis 5 Uhr geöffnet.
Tic Anlagemnsik kann wegen Derhinderung der Regiment Nnnsik morgen nicht stattfinden. Ticfelbe stndek Montag nachmittag 8 IIdr statt (mir bei gutem Wetter). Spielplan: 1. Riir Thron und Ehre! Marsch von W. Kommallein; 2. Fantasie ans ^vosfinannS Erzählungen' von I. Cffeiibad); 3. Winterstiirme! Walzer von 3. snieik; 4. Mit Golt tüt Kaiser nnd Reich! Marsch von J. Lehnhardt. .
• • Schulwesen. Dem Lehrer Otto Kneipp zn Siedelsbrunn, Kreis Heppenheim, wurde eine Lehrerstelle an der Volksschule zn Utphe, Kreis Gießen, übertragen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Alsheim, Kreis Worms.
• * Kein Ka isrrmanöver 1914 für Hessen. Bekanntlich sollte daS nächstjährige Kaisermanöver im nächsten Sommer auch das 18. Armeekorps in feinem Bc reich ziehen. Dies scheint nach neueren halbamtlichen Mitteilungen nicht der Fall zu fein. Es heißt nämlich darin: Für die Kaisermannöver 1914 ist der Termin vom 7. bis 11. September angcsetzt worden. Die Manöver finden zwischen dem 7. Armeekorps und dem 8. Armeekorps statt. Die vorangehenden Kaiserparaden werden am 28. Aug. in M uuster und am 29. Aug. in Köln abgehalten.
* * Eine Jahrhundertfeier der A. H. Verbände der Deutschen Burschenschaft, Rüdesheimer Verbandes, Köse- ncr S. G\Ekinf)cimer S. C., V. C. und Nudolstädter L. C der ganzen Umgegend findet heute in Mainz statt. In dieser Einmütigkeit haben die Alten Herren samt' l i ch c r s ch l a g e n d e n V e r b i n d u n g e n bisher noch nicht in Deutschland getagt; besonders ist freudig zu begrüßen, :hnR diesesmal auch zwei große schlagende Verbände unserer deutschen Hochschulen als vollkommen gleichberechtigt an dieser patriotischen Feier teilnehmcn werden.
** Bon» Konzertveretn wird uns geschrieben: Gestern abend lies folgendes Telegramm von Frau E r l e r Schnaubt ein: „Ansage Erkrankung muß leider absagen: ärztlich Zeugnis folgt." — Cs ist dem Vorstand des Konzertvereiirs noch in letzter Stunde gelungen, eine von früheren Konzerten her in bester Erinnerung stehende und in den Konzertsölen vielgeseierto GesangSkünstlerin in der Württembergischen K a m m e r i ä n gerin Frau An nfa Kämpf ert aus Frankfurt a. M. zu
retisch ausgestellten Strukturformeln konnte Werner durch den Versuch bei tat inen, indeur er die optisch Isomeren isolierte, bi die Theorie ersordert: die Eioverbindungen sind iminnimetribi- und optisch aktiv, die TranSverbiirdungen dagegen, deren Molekül, durch eilte Ebene shimnetrisch zerlegt livrben können, drehe die Sel-avingungseb-ne des polarisieni'u dichtes nicht. Werner Untersuchungen halben zu optisch aktiven Verbindungen eines vor ihm nicht gekannten Tnvus gefübn und gezeigt, baß die wesentlict. Bedingung für dasAuftreten oDlüdxr Isomeren tatsächlich nur die Asymmetrie dr> Moleküls ist: ferner haben die Versuch eine glänzende Vestäki-.nng der Brauchfr,rkeit und Z.weckmasn Teil feiner Theorie der MolekiUarvcrbindungen gebracht, und schließlich kann man aus ihnen folgern, daß Haupt und Reben Valenzen am einer Stute neben und daß der llmerschied zwisch n, ihnen kein tatsäclütcher ist, sondern nur in der Entwicklungen f (liebte der Chemie begrfutfr-t ist.
K amerlingh f? n n e d, der int 3nhr.- 1853 in Groningen atborvn ist, am Telitcr Polntechniknm ^lssistent war nnd i.-i 1881 nt Vcnben eine Professur inne hat. tot das (HeHt-t der tieftn ntib tiefsten Temperaturen zn seinem Sonderforsckmn.r>gebiet - er wM! Seine A'.Wandlungen gelten der allaimtetnai Theorie bc - flilniften Zustande>. und in seinen Laboratonumsorbeilen Im; er grzeürt. da,'-, auch die früher als „permanente" (Haie betrieb neten stoise nch unter den riäuigen -r rn-rungen verflüssigen lasfen, ja selbst das nnderfvenstrge Helium bet er zur Beistu' signug gernmugen, und .schliesürd tu -.hm gelungen, beina- den absoluten Rullpunkr .273 i'lrab Kälte zu ertrirtvn Sein mnrr> >' glteladoratorium in Vcoben ui> die erstaunlichen Pc V.'dv: die hort anSgefuhrt iprrbcn sind auch für den Vavi ein höchst anü-dendes Gebitt. Zur Annäherun« an den absolut-> '.'dullpunkt bis aut einen <*rxti> ist Numeri, imb Cmv dur - sigeS Helium gekommen Er vernvnbti hal-i ioacnanntr ..Malte U'klen". indem er zunächst einen Stoss durch Truck und ei-- M ckwnnsckning verflüssigt und dann diesen Stoff verdampfen läfu. wobei eine noch stärkere Abkühlung erzielt n.wtf' So wird w,-v'- ijhhmm-tbnl verflüssigt. der zweite Kälte,nklus arbeitet mit Hell lan und crrrtiff eine Temperatur von 160 OKad unter Rust, mi: sküsiigem ^nicrftrü werben 210 Grad Kälte erreicht. ffü n- Wosserstvss läßt die Temperatur auf 259 Grad unken, un»> flüssiges Helium schließlich entzieht btn versuckrsiwifen die W w soweit, daß 272 t'ftad unter dem ^istpunf- erreidxt hxrfr-i Sieben brs acht Stunden sind itötia, um diese Temperatur zu erreichen
gewinnen, Frau .stämpierts sieghafter, hoher Sopran, unb ihr feinniliiierter ^ovtxaq und kn er bei der vorletzten Jhinubntng Der Beethovenschen Missa von allen Seiten bewundert worden. Es sei bemerkt, daß ifreru .M am viert bei dem Meininger MIM' r'cft unter Reger un) bet den Fubiläumsieitspielen. bie m BettrN unter Meugellnrgs Heining stattfanden, durch die knnrertzende Art ihr-/. Vortrages und ihr glänzendes Sttmm-Material nwtirnane Beisalls^türm' emfesselt har. Bor 14 Tagen rst ne Z" Berlin rür die berühmte große Sängerin Frau .^oorfr-mier-Redbingnis
hne iebe T:robc eingn'mingen und hat mit ganz außerordentlichem Erfolge bestanden. So darf also ohne weitens geragt werden, daß em vollwertiger Ersatz gefunden worden ist, und ein genuft- reiches Konzert in Aussicht stchl.
•• Vom Stadttheater. Die GesangSpoffe .Film - ; a u b cr',bie morgen abend zum ersten Mal hier gegeben wird, ist zurzeit wohl daS meist gegebene Stück auf deutschen Bühnen, m manchen Städten erlebt daS Werk Serienaufführungen. Tie Ausstattung, soweit sie neu ist, wurde für die hiesige Aufführung in der eigenen Werkstätte des Theaters hergestellt.
** Abschlag des Schweinefleisches. Mit dem heutigen Tage habett die Gießener Schweinemetzger einen Abschlag in Fleisch- und W u r stwa re n eintreten lassen. Tic Preisermäßigung ist in den einzelnen Waren verschieden, sie beläuft sich bei einzelnen Daren auf mehr als 10 Pfennig.
" Anläßlich bc8 Pegoudschcn Schaufluges in Frankfurt a. M. fährt morgen ein Sonderzug von Gießen nach Frankfurt, der in Butzbach, Bad-Nauheim und Friedberg anhält. Abfahrt in Gießen 1 2.08 Uhr mittags.
** Der verstorbene Fabrikant Ludw. Bramm, der auch in weiteren Kreisen bekannt ist, wurde am Freitag zur letzten Ruhe bestattet. Schon längere Zeit durch ein schweres Leiden seinem Wirkungskreis entriffcn, hat ihn der Tod nun zu früh für seine Familie unb alle, die ihn kannten unb schätzten, erlöst. Mit ihm ist ein hochachtbarer Mensch, ein äußerst tüchtiger Bürger dahin gegangen. Don der Beliebtheit, deren er sich erfreute, gab das ungemein starke Traucrgcleitc Zeugnis. Vollständig erschienen waren anch die Angestellten und Arbeiter seiner Fabrik zu Wieseck, die in ihm einen allezeit liebenswürdigen unb gerechten Fabrik- Herrn verlieren, ber ihnen aber auch, wie ihr Sprecher am Grabe aussprach, jeberzeit ein treuer Freunb unb Berater war.
** „In Gießen gießt es" hat man in der letzten Zeit recht oft zu hören bcwmmen, und manchrnal klang dabei ein tiefer Groll gegen den guten Jupiter Pluvius darein, der es allerdings anno 1913 gar zu gut meint. Seit heute morgen dürften die Klagen verstummt fein, denn das Himmelsblau blinzelt hier und da durch das leichte Gewölk. Ab und zu blitzt wohl auch ein Sonnenstrahl über die Dächer Gießens. An ein längeres Verweilen denkt die Sonne allerdings noch nicht. Immerhin dürfte man wohl nach der Aussage der Wetterpropheten auf klares Wetter und kältere Temperatur hoffen. Doch auch der Wetterkun- dige soll sich bisweilen irren. Wer kanns wissen, was der Wettergott beschlossen hat?
** Vor falschen Hundertmarkscheinen, die allem Anschein nach in unserer Gegend im Umlauf sind, sei nachdrücklich gewarnt. Erst dieser Tage wurde an der Rcichs- bank-Hanptstelle in Frankfurt a. M. ein falscher Hundertmarkschein angehalten. Das Papier ist weicher und dünner, als das einer richtigen Rote. Farbe und Druck des falschen Scheines sind auffallend he l l, wdaß die Unecht- beit ziemlich ins Äuge fällt. Tic Nachforschungen nach dem Verfertiger ober Verbreiter sind bisher erfolglos geblieben.
Landkreis Gießen.
△ Ettingshausen, 14. Rov. In den ausgedehnten Gemeindewaldungen werden im Laufe des Winters 2100 Festmeter Brenm, Werk- und Bau holz gefällt. — Trotz der großen Gemeindeeinnahme kann sich oie (Gemeinde nicht entschließen, das e l e kt r i s ch e Licht ein^uführen.
cht. Ober-Hörgern, 15. Nov. Heute und morgen findet hier Bezirksgeflüaelausstellung statt. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung nnd Preisverteilung ver punden. Es sind im ganzen etnw 22 Preise gestiftet morsen. Tie Ausstellung umfaßt ungefähr 140 Nummern.
△ &r ü n b e r g, 14. Nov. Eine H'irchtnoif itation fand durch Superintendenten D. Peter) en-Darmstadt in Grünberg, Stangenrod nnd Lehnheim statt. Auch Religions Prüfungen in den Schulen waren damit verbunden. Abends fand ein evangelischer Familienabend in der Turnhalle stact, wobei Pfarrer Göbel-Büdingen einen Lichtbildervvrtrag
Grünberg, 14. Nov. Die junge katbolische Gemeinde gedenkt eilte Kirche zu erbauen. Sie hat zu diesem Zwecke die Tammlcrschc Hofreite für 1300 Mark gekauft.
Kreis Büdingen.
§ Wippenbach, 14 Nov. Mit Erlaubnis des Kon nstoriumS zu Haitau erhielt die Gemeinde am 9. Januar 1721 die Erlaubnis, eine eigene Sämlstelle zu crridrtrtt. Vorher gingen du utder nach Selters zur Schule, »vaS zu büKbroerlid) uxir. Zum ' ebrer wählte matt Johannes BerngeS aus Srifditorn bii '\uiterbad). tveldKT in einem Bauernhaus 13 Schüler zu unternch ken hatte '2ln Geholt erhielt er: 1 Aclrtel Mont, von jedem Mui fr 1 > AlbuS Sckvtllohn gleich 21,06 Mark, auS der tz)enrrtndekasu- :: <$u!bvtt und aus acht Nachbarshäusern je einen Laib Brot.
Ntdda, 14. Nov Tas oaterl.mbifrf ? Miricl „Au: :tof*cr Zeil", von Pfarrer Dückst. wurde hier iviederkolt aus > ,-ftihrt 'unb fand jedesmal von zahlreichen Zuschauern großen Beifall.
Kreis Lauterbach.
2\ Angersbach, 14. Nov. Um fick zu wärmen, stellte nch das fünf Jahre alte Töckuerchcn eines Vlrbeiicr-3 an den rfen, kam dem Cten jedoch zu nahe, so daß die Mlether Feuer i„gen beider war die Mutter abwesend, und als die Nack4,aru ..is das Jammergeschrei herbeiciUen, sielen dem Kitrd schon die rerbrannten Mlciber vom Leibe. Unter fttrchtbaren Sckmterze» 'tarb daS Mädchen fden nach kurzer Zeit.
Kreis Friedberg.
V Friedberg, 14. Nov. Der hessische Verein für endliche Heimat pflege hält am 26. November im Hotel Trapp eine Hauptversammlung unter dem Vorsitze eS ProvinzialdirektorS Fey-Darmstadt ab.
L. Frted berg, 14. Nov. Unser neuer Düterbahttho miede bekanntlich durch große Erdntaffen hergestellt, iveleb mn von Nsienheim herschaffte unb 12 m doch anffchüttete. ?ie Erdtnaffc diente al« Baugrund für die neue Güterhalle.
-st hat Itd) die Halle gesenkt und muß wieder hergeslelll -erden, die GepäckabfecttgtmgShalle ist vorerst noch im alten abnhore. — In der gestern abgehaltenen Versammlung de-:- öewerbevereins wurde beschloffcn, für die Kandidaten der BolkSpartei zu stimmen.
Et arten bürg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 15. Nov. Erhängt bat sich auf dem ^remhof bet Bckebrunn der fett einiger Zeit dort bc L cnstetc Knecht Ehr. Ewig au« DenengesLß. Ueber bit
Ursachen, die zu der Tat führte, hat man bis jetzt nur Der- mutungen.
rm. Lampertheim, 14. Nov. Heute wurden vier hiesige Etnwohner feftgenommen, welche zu einer DiebeS- und Hehlergesellschaft gehören, die schon feit längerer Zeit hauptsächlich Fruchtdiebstähle begangen hat. Die Staatsanwaltschaft ist mit der AufklSru»^ der Angelegenheit beschäftigt.
ch Bingen, 14. Nov. Der Bischof der Diözese Mainz, Dr. Georg Heinrich Kirstein, traf heute zur Firmung hier ein. Der feierliche Empfang sand auf dem Markt platz statt.
Kreis Wetzlar.
w. Wetzlar, 14. Nov. Schon seit Nachsommer werden an ber gewölbten Lahnbrücke umfangreiche AuS- befferungSarbcitcn vorgenommen. Die näheren Untersuchungen dieses mehrere Jahrhunderte alten Bauwerks hatten ergeben, daß nicht nur viele Quadersteine verwittert, sondern auch daS Pfeilerwerk im Innern durch daS Hochwaffer stark auS- gespült war.
Heffen-Nassau.
[] Rauschenberg, 14. Nov. Der sieben Jahre alte Sohn des Gastwirts Schmidt in Lischeid hängte sich an ein Gefährt ans Kirchhain, wobei er abstürzte und mit dem Kopse auf einen Stein geschleudert wurde. Auf dem Transport zum Arzte starb der Junge.
— Hanau, 14. Nov. In Windecken ist der sieben Jahre alte Sohn des Zimmermann- Schweinberger von der Niddabrücke in die Nidda gestürzt und ertrunken. — In Oberdorfelden bei Hanau gerie. ber Dreschmaschinenbesitzer Finkernagel ans Altenstadt mit dem rechten Fuß in bad Getriebe der Dreschmaschine. 65 wurde ihm das Bein unterhalb des Knies abgerissen.
X. Hanau, 13. Nov. Heute nachmittag wurde der löjabrige Sohn des Lithographen Schweizer von einem schweren Lastfuhrwerk üb erfaßen unb so schwer verletzt, daß er nach seiner Einlieferung in da« Landkrankenhaus oerfla rb.
©criditsfaaL
Leipzig, 14. Nov. Im Spionageprozeß gegen den Mechaniker und rtraftwagcnführrr Leo Ernn aus Mulbamen in Elsaß wurde ber Angeklagte wegen Verrats nntuärrfcher (He- heimnisfe zu drei Jahren Zuckrthaus unb fünf Zabrcn Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden anomebnet. Als erwiesen erachtet wurde, daß ber Angeklagte seit denn Fahre 1909 mit einem französischen Nachrichtenbureau in Verbindung stand Er hat zugegeben, Spionagevufttäge erhalten zu haben, er will diese jedoch abgelehnt haben. Spater wandte sich Erny an einen Bekannten, der scheinbar auf den Handel einging und sich mit der Polizei in Verbindung sevte, worauf ber Ängeklagve verhaftet wurde.
Die vilanz der Kino-3nöuftrie.
Der Kinematograph hat sich nickst nur in unserer Kultur eine bedeutende Rolle erobert, sondern auch in unserer Wirtschaft. Das zeigt an ber Hand eines reichen Materials und auf (Hrunb geradezu erstaunlicknr Zahlenangaben Hans iHoelni in einem Aufsap der Wochenschrsit „PlutriS". Tao gesantte in der internationalen Filmindustrie angeleate Mapital nnrb auf l‘,r bi* 2 M illiar dcn gesck)ätzt: da_ Kapital, das allein in den Film - fabrifen Europas und Nordamerikas arbeitet, beziffert sich auf 250 Millionen Mark Tic Stoftcn ber Filmherftellung werde,» im Publikum ost übertrieben hock, angenommen. Tie Beziur-kosten für Rohsilms schwanke, zwischen 20 unb 42 Pfg für den Meter: das Filmpositiv hat durchsckmtttlich einen Materialwert prm 50 Psg. für ben Meter: bunte Films sind um etwa 30 Pfg. teurer. Bnm Bcrkmtf kann man von einem Eucheitsprelse sprechen, bei dem der Meter Film mit 1 Mk und in jüngster Zett sogar mit 1.50 Mk. berechnet wirb Tic Gesamtkosten ber Films sind bei vesonderen „Schlagern" ziemlich groß: doch lassen sich auch die besten Films mit 25000 Mk. reckst gut Herstellen unb nur ganz besondere AuSnobmefälle, bei denen die Mitwirkung von mehreren £)unbert Personen viele Wochen hindurch erforderlich war, lassen die Kosten auf ca. 250000 Mk empvrschnellen.
DuEchnittlich werden von einem Film 100 Akqüae her- gestellt, in selteneren Fällen 120 bis 130: doch soll auch schon die Zahl 300 erreicht nrorben sein. Die Lebensdauer eines FilmS aber ist sehr kurz: sie beläuft sich auf töthitrnd 25 Wochen, und bann ist auch ber herrlickstlc Film zu einem jämmerkch adgemitzten, vollkommen wertlosen Schattenbildc herabgesunken. Be, „großen" Films werben bie Monopol- unb ErftaufführunaS rechte sehr hoch bezahlt. Sv nnirbe bei einem ungewöhnllch teuren Film, der für fünf Länder zugleich her gestellt war, das Monopolaufsülwungsrccht für Tcutfdilanb mit einem Preise bc» ->ahlt, der genau die qcmnrtcn Herstellungskosten deckte Bei 33er- fäuien mit 'Ol lleinau sfuhrungsrecht werden auch sonst tmter Umständen Preise von 5000 Mk. für die Woche bezahlt. Gewiß ist mit dem Mtno sehr viel verdient ivorden, ab.-r es scheint, baß die Haupterntezeit sckxm vorbei ist, unb cS machen sich bereit# An- •■•idhen einer Krise in ber Minemnhnrraolrninbufhric bemerkbar. Das topische unb zugleich beste Beispiel für biesc starken ^6toan- kungen in der Rentabilität bietet bie finanzielle Entwicklung bet irösten ftanzösischon Firma, der von Path'' Fröres. Die Höhe des MnintaU betrug hier 1897 1 Million Frs., flieg 1899 auf 2 Millionen, betrug 1905 3,2 Millionen unb 1908 5 Millionen Trank? 1911 nxrr das Kapital auf 15 Millnmen und 1912 aut 30 Millionen angewachsen. Mit dieser gewaltigen KavitalS- tböhung der letzten Jahre war aber ein jähes flbntbmtit brr Tiotbenben verbunden Die Gesellschaft, bi.- 1898/99 17*4 Frs. auf bie 190-Frs Aktie zahlte, gab 1904/05 15, 1905/06 40, 1906/07 60. in den fahren 1907—1910 90, 1910/11 70 und nach brr hiesigen zrapitalserhöhung nur mxb 17*4 Fr#. Tie 21 fti<*n hatten im Fahr' 1909 an der Pariser Börse einen -L/uro» ickmittskurs von nmb 954 Proz, im folgenden Fohre von 1101 Prozent inne. Mit dem Rückgang der Dividenden erfoTite 1911 auch ein Kursrückgang auf 573 Proz und 1912 auf durch» t'nittlich 261 Pn z Der höchste Kurs, ben bie Mion ie inne h'bt. betrug 1910, 1?25 Proz, brr nicbrinftc (1912 162Pro,. Tic letzten beiden Fahr- waren also für Pattst-Fr^reS, wie für
gesamte .Minoinbufhic, bundans nirft votteilhaft. Der Grund -für ist wohl in der Uebervroduktion zu suchen.
vermischte».
* Eisenbahnuns all des König# von Sachsen. Aus Gar misch, 14. Nov., wird gemeldet: Beim Einlauf« des Hoszuges des Königs von Sachsen ist kurz vor don 2'abnboi Garmisch der Gepäckwagen au# unbekannter Uname - tgleist und umgestürzt Ter König stieg au» unb legte bie kurze Strecke bi» zum Bahnhoi zu Fuß zurück. Hier empftna irm >-,n Hrnder, Prinz Mar, mit dem er sich zu, Penachklam«
- Der Mörder Bogan, ber die Frau Pruffeit unb oeren brenSbrigr? Töck'terchen in Berlin umbrachte und die df* lätzriae Tochter zu erbrnseln suchte, bat sich m »einer 3diei« i^erichtsadgn,ni» Neukölln au'gehängt Auch bie einährige 'jditrr ber Frau Pruffeit ist im >drankenHause genorben.
• Auszeichnung beut f eher Seeleute Die Teat» Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verlieh für die bei bete


