Ausgabe 
15.11.1913 Erstes Blatt
 
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Brande des ,,58oftiiT no" auf hobt* See seitens der Dampfer ,Großer Kurfürst" undSepdlitz" geleistete Hilfe den bei der 'Stcttung beteiligten Schiffen aus ihrer Lacttß-Sttftung eine Prä- 'tnie ton 8000 Mk. und verteilte außerdem folgende Medailleur «)Großer ÄNrfürst": dem Kapitän Max Spangenberg rund dem zweiten Offizier Horst v. Carlsburg die Große goldene Medaille, dem ersten Offizier Heinrich, H os Hagen die Große silberne Medaille, dem zweiten Offizier Simon Breuer dem brüten Offizier Hermann Liebermann v. Sonnenberg und dem vierten Offizier Erich Rogge die Kleine goldene Me­daille, dem Steuerer Carl Bornemann, den Matrosen Richard Aschir schnitz und Alfied Sil aff die kleine silberne Me­daille; b) vom DampferSeydlitz": dem Kapitän Friedrich Hagenmeyer und dem zweiten Offizier Heinrich Niern-- c z y k die Ocoftc goldene Medaille, dem ersten Offizier Johann Cordes, dem zweiten Offizier Wilhelm Hermann Müller und dem dritten Offizier Paul Meisclbach die Kleine goldene Medaille und den Matrosen .Johann Weißbrod und Fritz Toelken die Kleine silberne Medaille.

* RäuberischerUeberfall. Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet: In einem Zuge der Südbahn überfielen acht bewaffnete Räuber in der Rächt zwischen den Stationen Krasno- Pawlowski und Gcrsewanowski einen Kassenboten und nahmen ihm 60 000 Rubel ab. Sie hielten den Zug an und entflohen.

* Ueberfallen und beraubt. Aus Essen wird meldet: Der Bauunternehmer Müther, der in Borken Essen einen Betrag von 16 000 Mark erhoben hatte, wurde nachts am der Fuhlenbrocker Straße in Osterfeld von drei unbekannten Männern überfallen, die auf ihn einschlugen und die ganze Summe raubten.

' C. r sl e K i n d h e i t 8 e r i n n e r n n g e n. Was über erste Kindheitserinnerungen in Autobiographien uns als Antwort ans Rundfragen berichtet wird, ist teilweise wirkliche Erinnerung an dar Ereignis, teilweise Reproduktion fixierter Erinnerungen oder gehörter Berichte. Daß meist unbedeutende Erlebnisse erzählt iverben, spricht dafür, daß hinter ihnen mehr verborgen liegt, als eS den Anschein hat. Rn einer Reihe von Beispielen versuchte Dr. Schrecker, Wien, auf der Jahresversammlung des Internatio­nalen Vereins für medizinische Psychologie und Psychotherapie zn Wien den Nachweis zu erbringen, daß sich in solchen ersten Er- innernnaen schon eine bestimmte Einstellung zur Umwelt meist die der Opposition gegen die Eltern und Erwachsenen, der Unsicher­heit der Geschlechtroste, des Gefühls des Unterdrücktwerdens, der Minderwertigkeit rc. ausdrückt.

* ,,Summa cum laudc". Der Professor für Medizin beim Examen:Was tun Sie, Herr Kandidat, wenn eine Persou, die gesund ift und sich einbildet, krank zu sein. Sie rufen läßt?" Der Kandidat:Ich gebe ihr etwas, wonach ihr Übel wird, und verordne dann ein Gegenmittel." Der Professor:Bersäumen Sie keinen Augenblick länger, hängen Sie sofort Ihr Aerzto- schild ans,"

Kieme Tageschromk.

Am Bergrücken bei Cupino Bordo und Retke Vukve in Reuserbicn sind große Salzlager entdeckt worden, die tont Staate ausgebeutet werden sollen.

Der Haupttreffer ton 500 000 Mark der preußisch- süddeutschen Klassenlotterie fiel auf die Nummer 13 731.

glorence Nightingale; Liebesroman.

Florence Nightingale, die große Lirankenpflegerin aus dem Krim kriege, ist vor drei Jahren im patriarchalischen Alter von 90 Jahren alsalte Jungfer" gestorben. Man hat bisher an­

genommen, ine Liebe "habe in ihrem Leben keine Rolle gespiel? und sie habe sich ganz ihrem wohltätigen Werke gewidmet. Wl? ihrer ausführlichen Lebensgeschichte von Sir Edward Cook, die soeben in London erschienen ist, geht nun hervor, daß auch Florence Nighttngale ihren LiÄtesroman gehabt hat. Cook führt zum Be­weis dafür Briese und Tagrlwchausschnitte Florence Nightingales an. An ihrem 30. Geburtstage machte Norence Nighttngale eine Eintragung folgenden Wortlautes: ,Lch bin 30 Jahre alt, so alt wie Christus, als er seine Mission begann. Bon mm an nichts Kindisches mehr, nichts Eitles, nichts von Liebe, nichts ton Ehe! An dich ftflein, Herr, will ich jetzt denken!"

Dennoch geriet Florence Nighttngale in schwere Versuchung, dieses^Gelöbnis zu brechen. Wer der Mann war, der so tiefen Eindruck auf sie machte, weiß man nicht, denn sie nennt ihn immer nurden Fremden", und ihre Freunde, die um die Sache wohl wußten und ihr sogar rieten, ihn zu heiraten, scheinen die Sache ials Geheimnis itoiter behandeln zu wollen. Als sich dieser Liebesroman abspielte, war Florence Nightingale auf der Hut vor der Versuchung; schon «einige Jahre vorher hatte sie in einem Briese ihre Ansicht über die Liebe dahin ausgesprochen, daß sieungerecht und blind" sei, weil man plötzlich einen ganz Fremden mehr hebe, als die nächsten Verwandten. Tas Gefühl, so meinte sie, begänne gewöhnlich mit Eitelkeit, Eifersucht oder Eigenliebe, und gegen diese .müsse man sich wappnen, anstatt sich der Bewunderung durch den Fremden hinzugeben. Bei ihrem Liebesromane sah sie jedoch .ein, daß von solchen Düngen nicht die Rede sein könne; der Mann, der sie begehrte, war sicher ihrer wert, und ihre Zuneigung zu ihm und ihre Wertschätzung feiner} Eigenschaften stieg mit der Dauer der Bekanntsckxift. Cr hielt um ihre Hand an, sie versagte sich ihm; als er nach einiger Zeit ihr ton neuem den Vorschlag einer Ehe machte, sagte sie znm zweitenmale nein.

In ihren Aufzeichnungen spielt der Zwiespalt i.t ihrer. In neren eine bedeutende Rolle. Sie bekennt da offen, daß sie den Fremden" liebe, und gesteht, daß sie beim Wiedersehen mit ihm zuweilen beinahe ihren Entschluß, unverheiratet zu l?bm, bereut habe. Die verschiedenen Naturen, die in ihr kämpfen, hat sie in einer Aufzeichnung einmal folgendermaßen geschildert: ,^Fch habe ein: intellektuelle Natur, ine Befriedigung verlangt, und die würde sie in ihm finden ; ich habe eine leidenschaftliche Natur, die BcfrieirTung fordert, und auch die würode sie in ihm finden. Ich habe eine nwralisä-e, tätige 9tahir, die ihre Befriedigung verlangt, uni) diese würde sie in seinem Leben nicht finden. Stile Naturen, die in mir sind, können kaum ihre Befriedigung finden. Zuweilen glaube ich, ich will auf alle Fälle meiner leidenschast- lichen Natur ihre Befriedigung lassen, weil das mich wenigstens vor dem Uebel des Träumens sichert. Aber tut es das? Ich wäre es zufrieden, mit ihm zusammen ein Leben zu führen, bei dem sich unsere verschiedenen Kräfte zu einem großen Zwecke vereinigten. Ich könnte aber meine Natur nicht dadurch zufiieden- stellen, daß ich ein Leben führe, das dtzr Geselligkeit und häus­lichen Dingen gilt."

Amtlicher Wetterbericht.

Oeßfenllicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Sonntag, den 16 Nov. 1913: Veränderliche Bewölkung, strichweise Niederschläge, kühl.

Letzte Aaetzrrctzten.

Der Kaiser in Kiel.

Kiel, 1-ö. Nov. Der Kaiser ist mit Gefolge um 7,30 Uhr hier eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof empfangen. Er begab sich an Bord des LinienschiffesK a i f c r", wo er Wohnung nahm.

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xCEHtt Besuch des Kaisers in München.

München, 15. Nov. Der Kaiser wird, wie verlautet, int Dezember dem König Ludwig seinen Besuch in Mün­chen abstatten.

Bayerische Finanzfragen.

München, 15. Nov. Im Finanzausschuß der Abgeordneten­kammer erklärte der Finanzminister, der König stehe sich bei der jetzigen Zivilliste schlechter als fiüher als Prinzregent. Für das erste Jahr sei mit einem Defizit von 300000 Mk. zu rechnen. Für die KelheimerFeicr habe ein unbekannterSven- b er 300 000 M l. gegeben, sonst wäre die Kostendeckung schwer möglich gewesen. Ministerpräsident Freiherr v. Hertling empfahl Ersparnisse bei dem Ho ft Heal er; besonders bte Fest­spiele int Prinzregenten-Theater seien nur eine Angelegenheit der Hoteliers und der.Fremdenindustrie.

Direktor v. Gwinner über die Petroleum- Industrie.

Berlin, 15. Nov. Die Nachricht, daß der Direttor der Deutschen Bank v. Gwinner gestern in der Handelshochschule über Petroleum sprechen werde, hatte hunderte und aber- hunderte von Juristen und Kansleuten angezogen. Nachdem der Redner die Geschichte der Petroleum-Industrie zusammengesaßt und die Petroleumgewinnung durch eine Reihe von Lichtbildern erläutert hatte, wandte er sich der Bewertung des größten Petroleum-Konzerns der Welt, der Standard Oil Company, zu, die heute über ein Kapital von 100 Millionen Dollars verfügt. Tie nächst größte Gesellschaft ist die Niederländisch-Königliche Gesellschaft: als dritte Gesellschaft von Weltbedeutung kommt die Europäische Petroleum-Union tu Betracht, deren Kapital sich auf 37 Millionen Mark beläuft. Sie ist keine Produktipusgescll- schast, sondern nur eine Berkaussgesellschast. Jutereiiaut und neu war laut derVossischen Zeitung" die Aufklärung, die Herr v. Gliutnner über den Rücktritt der Deuffchen Petroleum-Bcrkaufs- Gescllschast m. b. H. von dem mit der Standard Oil Company geschloffenen Vertrag gab. Tie deutsche Gesellschaft erhielt nach dem Vertrag 20 Proz. des Reingewinns. Bei der Revision der Geschäftsbücher stellte es sich heraus, daß von feiten der Standard Oil Company wiederholt Unregelmäßigkeiten erheblicher Art in den Büchern vorgenommen worden waren. Das wurde von der deutschen Gesellschaft gerügt und die Folge war, daß ihr die vertragsmäßig vereinbarte Einsicht in die Bücher der Standard Oil Company nicht mehr gewährt wurde. Daraufhin trat sie ton dem Vertrage zurück.

Die Neuordnung auf dem Balkan.

Rom, 15. Nov. Zwischen den Kabinetten von R o m , W i e n, Paris und London ist ein Einvernehmen erzielt wor­den. Endpunkte der Grenze bleiben Koritza und die Phclia - Vai. Griechenland erhält den größten Teil des Bezirks von Argyrogastto, falls es seine Truppen bis Jahresschluß aus Alba­nien zurückzieht.

Belgrad, 15. Nov. Die griechische Regierung bat sich bereit erklärt, Serbien für seinen Handel über Saloniki einen Teil des dortigen Hafens zur ausschließlichen Benutzung zu überlassen.

Take Jonescu in Konstantinopel.

Konstantinopel, 14. Nov. Minister Take Iones­co n erklärte einem Vertreter des Wiener Corr. Bureaus, cr hoffe, daß "bie Beziehungen zwischen der Türkei und Grie­chenland sich jetzt herzlich gestalten würden. Er könne ver­sichern, daß dies der Wunsch der leitenden Persönlichkeiten in Athen sei. Der Großwesir und der türkische Minister des Axuße- ren, Talaat Bey, hatten ihm heute denselben Wunsch ausge­drückt.

Samstag, den 15. ds. Mts., abends 81|2 Uhr, im Cafe Leib

Giessener Konzert-Verein

Sonntag, den 16. November 1913, 5V< Uhr, in der neuen Aula

PVqBB A K Kammer-Sängerin ans

a ' dU Ao BX döBfcflgkJI ÖB l Frankfurt a. M. (Sopran)

(an Stelle der erkrankten Frau A. Erler-Schnaudt)

Walter Davisson aus Frankfurt a. M. (Violine), Johannes Segar aus München (Cello), Professor 6. Trantmann (Klavier) Erster Kammermusik-Abend .

OMicbe Versammlung

Alle Wahlberechtigten sind freundlichst eingeladen. AV Freie Aussprache.

Der Vorstand des Vereins der Der Verstand

Fortschrittlichen Volkspartei. des Kationaliiberalen Vereins.

Metz.

Körte;

SMerilra

WMe Mitglieder - Vechmilliig

Montag, 17. Nov., abends 8'/< Udr, im Hotel Schirls.

Fr. Justiz rat Aldefeld-Wetzlar:

Oer MädcbenhandeL

Verein für Frauenstimmrecht.

Eintritt frei. fvu/nl Jedermann willkommen.

Der Vorstand.

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Mitbürger! Wähler!

Wählt am Dienstag Mann für Mann

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