aller Entschiedenheit dafür ebttmen, ban die »rinanzhohen der Einzelstaaten geschützt und gewahrt bleibt Weiter werden wir bestrebt sein, der Steuer den Charakter einer Ausnahme zu be wahren Es mutz dem ein Riegel vorgeschoben werden, datz die einmalige Abgabe etwa Nachfolger zv anderen Zwecken bekommt Wir werden ferner dafür eintreten, datz das mobile Kapital, aas in Banken und Börsen umläuft, von der technisch leichten Möglich leit sich der Besteuerung zu entziehen, einen nicht allzu reichlichen Gebrauch macht Heiterkeit und Zustimmung Und eins sage ich mit aller Entschiedenheit Wenn wir dieser einmaligen Belastung zustlmmen dann wird eS uns nicht möglich sein, daneben noch die Erbschaften der Frau und Kinder der Besteuerung durch das Reich in irgend einer direkten Form zu bewilligen stürmische Zustimmung.
Vielfach beschäftigte uns im Reiä>stage die Sozialdemokratie. Der Staatssekretär Delbrück glaubte cmen Gegensatz zwiiclren seiner und unserer Auffassung von der Sozialdemokratie betonen zu müssen. Tie Beseitigung der sozialen SchrHen ist eine sittliche Dflicht des Staates und eine der vornehmsten Aufgaben unserer Zeit (sehr richtig Wenn der Staatssekretär Telbrück den Bor muri hätte erheben wollen, datz die konservative Partei kein Ber ständnis für die Sozialpolitik habe, so würde dieser Borwurf entschieden zurückzitweisen sein. Aber aut einem anderen (Miete besteht ent Gegensatz zwischen dem Staatssekretär und uns Er meinte, die Sozialpolitik sei das vornehmste Mittel zur Bekamp kling der Sozialdemokratie Rächen, um der sozialdemokratischen Agitation den Boden zu entziehen. Wir müssen auch Rechnung I ragen der wirtsclaftlichen Geredpigkeit und uns sagen, datz der Arbeitgeber gewissermatzen auch ein Mensch ist, und datz nicht zum minbefteii seinem Wagemut und seiner Intelligenz der hohe wirtschaftliche Aufschwung Teutschlands zu danken ist. Daher müssen wir uns vor einer Ueberspannnug des sozialpolitischen Gedankens dringend hüten. Andererseits wollen wir in die soziale Fürsorge lnneinbeziehen den M i t t e l st a n d , der zwischen den Mühlsteinen des Kapitals und des Proletariats ganz besonders der Hilfe des Staates bedarf.
Datz wir für den Schutz ber nationalen Arbeit ent' schieden eintreten werden, bebart keiner Erläuterung. Wir sind auch für die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Kolonien. Wir wollen, datz den (Singeborenen Kultur gebracht werde, mir können uns diese aber nicht denken, ohne die christliche Religion (Stürm Beifall.» Die Entwicklung der Ma rine ist in den ruhigen und glücklichen Dahnen weiterverlaufen, durch die sich die letzten Jahre auszeichnen. Wir glauben dadurch am besten, gewissen nervösen Aeutzerimgen von jenseits des Kanals cntflcflculreten zu können Wir wollen weiter dafür sorgen, haft das Reich bleibt ein Bundesstaat auf monarchisch konstitutiv netter Grundlage. Das parlamentarische Regime wollen wir im Deutschen Reiche nicht zulassen.
Ter Redner wendet sich bann mit grotzer Energie gegen die Aeutzernngen Ledebonrs und Srtnibemamtd inbezug auf die Person des Kaisers. Zu unseren stolzesten Erinnerungen aber gehört die Zeit vor 50 Jahren, damals, als man gähnte, unsere Fraktion habe in einer Droschke Platz, uacltdem sie bei den Kämpfen um die Wehrvorlage zusanimengeschmolzen war. TamalS waren es die Konservativen, die dem alten Kaiser, Bismarck, Moltke und Roon in ihrem Perlangen nach einer Heeresvermehrung treu zur Seite standen, und bis heute haben wir der Regierung niemals einen Groschen für die Heeresverwaltung verweigert. Lassen Sie uns zusammen stehen auch weiter in ehrlicher, begeisterter, selbstloser, in sich geschlossener gern, infamer Arbeit für des Baler landes Grütze, einer ?lrbeit, der der Segen (Kaltes noch niemals versagt .geblieben ist. (Stürmischer, minutenlanger Beifall.)
Es folgten bann die Berichte aus den Einzel land tagen. Kammerherr v S p i e tz kMiinchim» teilte unter lebhaftem Beifall der Versammlung mit, datz sich der Landesverein der tzaherischen Konservativen neugebildet habe und datz auch in der Landeshauptstadt selbst eine konservative Organisation zustande gekommen sei. Für die sächsische LandtagSfraktion sprach hierauf Geheimrat Opitz (Treuen). Stadtrat Behringer (Stuttgart) berichtet über die Arbeiten der Konservativen Wärt tembergs 1895 sei es zum ersten Male gelungen, in Württem berg einen koirservativen Abgeordneten zu wählen _ Heute zähle ber Württembeigische Landtag deren 20. (Lebhafter Beifall. > Freiherr v. Maltzaliti sprach hieraus über die „Arbeiten des Preußischen Landtages'^. Unsere Arbeiten, so sagte er, sind ja nicht durch die Arbeiten der Sechsmämter Fraktion gehindert »vorbei,, (Heiterkeit und Beifall) »vir haben melmclyr positive und fruchtbare Arbeit leisten können. So haben wir volles Berständ nis für die Forderungen der preutzischeit Beamten an den Tag gelegt. Nur haben mir uns von Versprechungen ferngehalten, die sich bod nicht erfüllen lassen, und solche Bersprechnngen anberen Fraktionen überlassen, die das vertreten zu können glaubten. Wir sind ferner für die Gleichstellung der Lehrer in Stadt und Land eiugetreteii, die unter allen Umständen herbeigefuhrt werden mutz. Die Mittelstandssreundlichkeit des Preutzischeu Mgeordnetenlianses steht allster allen .'«»veiseln, weil die Klnyervativcn daran den Aus schlag geben iVebh. Beifall.) Tie freisinnige Presse leugnet ftmar bad Borlmndeuseiu eines Miltelstandes. Wir aber stehen auf dem Standpunll, datz, »venu soviel im Reiche für den Mittel stand fleid/ehcu wäre, wie aus bem Webicte der soziale»: Gesetzgebung, der beut i dH Mittelstand um vieles besser daftehen würde. (3tiirniiidxr Beifall.)
Bon minutenlangen, Beifall bcgrützt ergriff sodann Reichs^ und LandtagSabgeordneter
v. Heb de brand das Wort: Der Parteitag ist der oberste Richter über das, was die Vertreter unserer konservativen 5ad»e in den Parlamenten zu vertreten haben und leisten Da hat es sich mit hoher Befriedi ou»lg erfüllt, das' die ausgezeichnete», Darlegungen der Vorredner, wie id» aus Ihrem Beisatt entnommen habe, Ihre volle Anerkennung gesunden haben Wir versuchen jetzt die g rotzen Kräfte i, „lerer k v n scrvat iven Partei mobil z u m ad-en, wir »vollen nicht läiifler schlafen, wie wir es früher taten <Stürmische Zustimmung), mo man m der eigenen Partei (id, nicht gekannt hat, wo man die reichen Kräfte der Partei nicht zum Nutzen innerer Sache und zum Segen de»Z Vaterlandes bat mobil machen Wunen Wenn man eine solche Beivegung in der Partei wünscht und fördert, müssen MeinuiigSverschiedenbeiten mit in den Kauf genommen werden Es ist ein Beweis der Frei beit in unserer Partei, datz »vir imstande sind, Meiiinngsversdne denheiten zu tragen, datz wir eine moderne Partei ge»vorden sind, die den modernen G e i st e s p r o b l e n, en vorurteilsfrei g e a c ii ü be v fte bt, datz man es für natürlich hält, datz man verschi den er Ansicht fein kann, wenn nur die letzten grasten Gedanken gemeinsam sind, die uns tragen und halten und den Weg in die Zukunft weisen Das ift«ber Weg, der eine Partei selbständig macht
Der Fortschritt des konservativen Gedankens tritt täglich mehr in die Erscheinung. Tie Entwicklung des Reiches ist in den letzten Jahrzehnten eine andere g>morden Tie bodenständige Art, die früher das Land beherrschte, ist nid-t mehr. Die städtisd, eEn t» Wicklung schreitet immer weiter fort und damit die Industrie. Wir Konservative merben es aber nicht vergessen, datz die Wurzeln unserer Kratt in den bobenftänbigen Verhältnissen liegen, und her Tag wird nicht kommen, an bem die konservative Partei „ergibt, datz sie dafür mit aller KFast einzutreten Hat Wir dürfen aber der Entwicklung jiirfit verständnislos entgenentreten. Was wir »rüber getan haben; hat iüdit unnu*r den, entsprochen, waS wir heute vertreten n,Offen Wir Konservative wissen alle, ums mir an Prentzen, an einem starken Preutzentuu, haben Dieses Preußen- tum, das der Begriff konservativer Ordnung ist, dieses Prnitzeu tum, das lätzt fid) nicht bestreiten, ist das Rückgrat des den, scheu Reiche S.
Die Zeit ist ernst. Ich will Ihnen keine En, hüflungen über die diplomatischen Verhältnisse machen, aber: es ist eine sehr ernste und f cb w er.- Zeit für unser Vaterland gekommen. Wein, mir die Stellung in der Welt, die hnr jetzt tnitebaben, behaupten wollen, bann ist eS abfolut notwendig, datz mir unsere milu irischen Rüstung en aus eine Höbe bringen, die weit über das hinausgeht, iva- mir im gegenwärtigen Augenblick haben. Es ist absolut notwendig, datz nur di. allgemeine Veln pflicht dieses Palladium des Vaterlands zu brhcit machen Lassen Sie m dieser schweren Stunde Bedeuten im nujclncn, die
Sie Haben können, nicht zu laut merben. Lassen Sie es als eine Stimme erklingen, datz die konservative Partei in dieser Not des Vaterlandes bereit ist, Opfer zu bringen, bannt »matten wir, was wir für das Vaterland brauchen Der Liberalismus schlietzt sich immer mehr zu einer Front zusammen unb, macht es notwenbig, datz ihm eine Front der Rechten gegenüberftebt. xte Sozialdemokratie berührend, fuhr der Redner fort: Haben Lie die Empfindung, datz man an hon Stellen, tue dazu berufen »ind, von der Erkenntnis der Sachlage fo durchdrungen ist, jme es eigenthdj fein mutzte? (S^emifche Nein Rufe.) Haben Sie die Empfindutig, datz da die rücksichtslose Entschlossen beit unb Kratt vorhanden ist, um den Kamps zu führen? Wiederholte ftürmücbc NeiwRufe i Tas ist sehr bedauerlich und »'ehr ernst und könnte hoffnungslos stimmen, wenn unsere Partei nicht den Mut bäte, auch unter solchen Verhältnissen die Fahne zu tragen. Wenn niemand auftreten will für die bürgerliche Gesellschaft, für die ganze Kultur, für einen gesunden Fortschritt und das Heil der Menschheit, bann werben mir es tun. Wir hoffen aut oen Sieg und erhobenen Haupt,., wollen wir einer Zukunft ent qegensehen, ba uns bic Hilfe und Rettung bes Vaterlandes beschiebcn worben unb liniere Pflicht fein mutz.
Tic Ausführungen des Redners wurden verschiedentlich, na» mentlich am Schlutz durch stürmischen Beiiatt unterbrochen.
Hierauf verlas Freiherr v. R t ch t h o f e n Mertschütz) folgende E n t s ch l i c tz u n g , die einstimmig angenommen wurde:
„Ter Parteitag nimmt mit Befriedigung Kenntnis von dem fid> geltend machenden arbeitenden Leben in der Partei. Er billigt die seit seinem letzten Zusammentritt eingenommene Haltung der konservativen Vertreter im Reidtstage unb in ben Einzellandtagen. Er beglückwünscht insbn'onbcrc unsere konservativen Freunde in Württemberg zu dem schönen Erfolge den sie bei den letzten Landtagswahlen errungen haben und fordert unsere Freunde in Prentzen auf, auch ihrerseits mit aller Kraft bei den bevorstehenden Landtagswahlen aut Aufrechterhaltung und Förderung des Besitzstandes unserer Partei, auf bem nicht -nm wenigsten ein starkes Preußentum in seinen staatsrechtlichen Grunblagen beruht, binzuwirken. Er erwartet von den konservativen Vertretern im Reichstage, bat) sie im Einvernehmen mit ber Reichsleitung dafür sorgen, datz unsere militari j dt e A usrüstung voll auf die Höhe der unserer politischen Ok’iamtlage entsprechenden Notwendig feit gebracht unb and» für ausreichende Deckung ber ent iprerbenben Kosten gesorgt wirb. Ter Parteitag steht, test auf der föderalistischen Grundlage des Reiches unter entschiedener Bekämpfung der auf einem deutsche»! Ei n heits- staat gerichtete»! Bestrebungen des Liberalismus und der Demokratie. Er verlangt eine kräftige Bekämpfung der immer mächtiger werdenden sozialdemokratischen D e n d e n z e u , insbesondere ihrer Unterdrückung Der freien Arbeit. Er wünscht nach wie vor ein tatkrätiges Eintreten für die Interessen des Mittelstandes in Stadt und Land un Alls reck,' terhaltnng unseres gegenwärtigen wirtschaftlichen Schutzes der produktiven Arbeit in Landwirtschaft und Industrie. Er fordert die Parteileitung auf in ihren Bemühungen, den konfervaliven Ideen eine noch weitere Verbreitung zu geben, sortzufahren und ficht mit Vertrauen dem weiteren Fortfdtritt unserer Partei entgegen." Ter Vorsitzende schloß darauf die Tagung mit einem Hockt auf ben Kaiser____________________________________________________
2lit» Stadt titiö Land.
G setzen, 14. März 1913. Die Gießener Kunstsammlungen.
Ter Bürgerverein hielt gestern abenb int Einhorn eine gutbesuchte M i t g l i eder - Vers ammlung ab. Profest'or Tr. Ranch sprach bann über die Gießener K u n st i a tu m l n n g e n. Wir haben in Gietzeu eine ganze Reihe von Stätten, bie ber Kunst bienen. Das archäologische Institut bat in der letzten Zeit namentlich auf dem Gebiet des Hellenismus eine bchädttlidte Erweiterung erfahren. Leider ist es nicht inögltd), die zahlreichen Werte ber Kleinkunst zweckentfpreckiend unteizubringen. Auch das hinftiuincnidtaftlidte Institut hat in den letzten Jahren eine »vcsentliche 'Bcmdjcnmg erfahren, namentlich auf dem 6k*bict ber uns befonbers am Herzen liegenbeu rheinischen Kunst. Tas Lokal des Kunstvereins ist vermöge seiner ungünstigen Lichtver- hältnisse ungeeignet. Es besteht die Absicht, eine städtische Galerie zu begrünbnt. Gegenwärtig ist man mit dem Ankauf eines Gemäldes von llbbelohbe befdtäftigt. Es stehen zwei Projekte in Frage Das eine geht dahin, die drei hier vorhandenen Kunst- faniinlinigcn in einem zweckentsprechenden Gebäude zu vereinigen,' vielleicht im jetzigen Bürgermeistereigebäude. Eine Kunftbibliotbcf und ein Lesezimmer würde die Sammlungen vervollständigen. Das zweite Projekt geht dahin, die alle Klinik für die Kunst iammlungen zu vertvenben. Anckt das etbnographiidw Museum unb das historische Museum könnten in die alte Klinik verlegt merben. Namentlich bas historische Museum enthält Schätze, die in ganz Deutschland einzig dasteheu. Namentlich die darin vor hanbenen fränliidten (Kräber sind nur einmal auf der Welt vorhanden. In der Besprecktung teilte Stadtv. Winn mit, datz beabfidttigt sei, in ber alten Klinik eine ständige GcwerbeauSstel hing eitizuricktten. Ter Redner- tritt bann marm für bic Errichtung eines Unfallkrankenhaiises und eines Lehrstuhls für soziale Medizin ein. Stadtv. Löber ist gegen die Erridstung des Unfallkrankenhaus. Apotheker Schmieder führte aus, datz die Verbreiterung der Dammsttatze unbedingt notwendig fei.
** Tagcskalcnder für* Freitag, den 14. März: Stadt- t It c a t c r : Gastspiel des Darmstädter HostheaterS: „M a r t h a.e Anfang 7 Uhr.
•• Landesuniversität. Auf der Internationalen Ausstellung für Sozialhygiene in Rom erhielt die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten den großen Preis für Fortschritte in der Amvendung der Psychiatrie auf soziale Hygiene. Der Leiter der Klinik, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer, erhielt den Ehrenpreis als höchste Auszeichnung der Ausstellung für wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiete der Sozialhygiene. Der frühere Mechaniker der Klinik, Gotthold Hempel, und ter jetzige Mechaniker Wilh. Mulkau erhielten in ihrer Eigenschaft als Mitarbeiter des Direktors die goldene Medaille.
’• GerichtSpcrsonalien. Der Grobherzog hat den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen Wilh. Krämer auf fein Rachfuchen unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm auS diesem Anlaß die Slronc zum Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ter Verein Hessischer Geometer I. Klasse hielt am Sonntag unter dem Vorsitz des Wasserbau" gcometerS Blaß tu Darmstadt eine stark besuchte Haupt- Versammlung ab. Unter anberrm bildete die Refvrm- bedürstigkeit der hessischen Katastervermessung den Hauptpunkt her Tagesordnung Die Grundlagen und Methoden der hessischen KNtastcrvermessung sind vor. beinahe Inut- bert Jahren gegeben worden imd das Verfahren l>at später für manche Staaten als Muster gedient Bedeutende F-ort- schritte der Wissenschaften im allgemeinen, die große Steigerung des Grund- und Bvdemmrtes und die dadurch erforderlich gewordene bessere Sicherung der Eiqentums- grenzen in Verbindung mit im Lause ber Jahrzehnte entdeckten yihlreichen Mängeln, lassen die heutige Landes- triangulierung als in leiner Weise ben Ansprüchen der Zeit entfprcdwnb erscheinen. Dieselben Erscheinungen haben sich schon längst auch in anderen Staaten gezeigt und dort infolge richtiger Würdigung der Bedeutung der ?-oche zu '”-uen Landesvermessungen »inlaß gegeben Nach
dem sich nun betnabe zu jeder neuen ParzeNendermessung die Güte der Arbeit stark beeirtträchtigende Mängel der Landestriangulierung herausgestellt haben, hat die Geometerversammlung einmutig dessen Erneuerung als ein dringendes Bedürfnis erklärt
•• Reue Iohanniterrilter. Der König von Preußen hat den Hauptinann im Groß!;. ^lrtilleriekorpS, 1. Hessischen FeldartilleriereqimentS Rr. 25, Ericht von Gilsa, den Hauptmann im Leibgarde-Infanterieregiment (1. Hess.) Rr. 115 Frhrn. AlexiS v. Bndden brock-HelterSdors, den Hauptmann und .Kompagniechef im Leibgarde-Infantene- regiment (1. Hesstschen) Rr. 115 Max von Schröter nach Prüfung derselben durch daS Kapitel und auf Vorschlag deS Herrenmeisters Prinzen Eitel-Friedrich von Preußen zu Ehrenrittern deß JohanniterordenS ernannt.
" Stadttheater. Die 20. Freitag-AbonnementS- vorstellung, die wegen der Oper auf den kommenden Montag verlegt »oerben mußte, fällt auf einen für jeden Deutschen denkivürdiqen Gedächtnistag, auf ben hundertsten Jahrestag deö preußischen Aufrufs ,An mein Volk". Da dieser Tag einen Markstein in der Geschichte der Befreiungskriege bildet, so wird die für den Iahrhunderttag angesetzte Aufführung deS neuen Dramas .Andreas Hofer^ von Walter Lutz besonderes Interesse beanspruchen dürfen, da sie eine gewaltige Episode au8 jenen Kämpfen zur Befreiung der deutschen Ration unb deS deutschen BodenS behandelt. Eine besondere Weihe mirb bic Vorstellung daburch erhalten, baß Herr llniversitätSvrofeffor Tr. Vogt sich bereit erklärt hat, durch eine bie Aufführung einleitcnbe Ansprache der Beziehungen deS TageS zu gebenken.
Kreis Schotten.
= Schotten, 13. März. Mit bem Sommersahrplan war je ein neuer Zug Ribda — Schotten unb Schatten — Nibda eingeführt worben. ES ist vorgesehen, baß der Zug Vorm. IO15 von Schotten abgeht unb in Nibda IO57 eintnfft, ber Gegenzug geht in Nidda um 1117 Dorrn, ab und trifft in Schotten um 120R Nachm. ein. Der letzte Abendzug soll in Schotten um 865 abgehen und um 945 in Nldda eintreffen.
Kreis Friedberg.
(L.) Friedberg, 13. März. Sitzungder Stabt- verordneten unter Vorsitz des Bürgermeisters Stahl. Tie Rechnung für 1911 wird verlesen. Sie schließt ab in Einnahme mit 777356 Ml., in Ausgabe mit 662 338 Mk. Der Ueberschutz von 115 018 Mk. wird für die Reckmung von 1912 vorgetragen. Die Rechnung jtiirb vorbehaltlich der Prüfung burd» die Oberrechnungstalume!. genehmigt. Sodann wird in die Beratung des Bora n schlaas für 1913 eingetreten. Er stellt fick» in ben .hauptsächlichsten Titeln wie folgt: Grundstticke Einnahme 18 250 Mk, (Ausgabe 6065 Ml i, Lichttverke 23100 (8600 , Wasseriverk 22450 (50», Schlachthaus (500), Kirchen 16 558 (16500), Friedhöfe 2655 (3653) Bolksfvrtbildungsschule 3547 (70182), Höhere Bürgerschule für Mädd)en (6500 , Gymnasium unb Realsdiule (11 811), Gewerbe Akademie 51 518 (73 411 , Obst- imii im t Schule I 1 , Handwerk — (1064), Kaufm Fortbildungsschule (200 , Kleinkinder-, schule 1130 (27691, Gemeinnützige Zwecke — (6,388 , Ceffent- ltd)c Anlagen 200 (7000; Straßenunterhaltung 605 (16556), Straßenreinigung — (21 100), Straßenbeleuchtung — (12850, Feuerlöschwesen
(3515), Armenpflege 15 073 <15.320, Zwecke be? vreife - — (54 000), Polizei 3792 (30047), Allgemeine Berimiltuu^. 12131 (54 406), Kapitalzinsen 27 718 (71 795>, Schuldentilgung 27 000 (33 4085 Oktroi 18800 (9000), Hundesteuer 3000 ( 200), Reservefonds (20(MX)), Betriebskapital (50 069), Gemeindesteuer 317 283 (16 700), Befitzwechfelabgabi 6000 (—), Wertzuwachssteuer 1000 ( -), Filialsteuer 2000 (—), Warenhaussteuer 1000 (—),. Tie Betriebsredmung schließt ab in Ausgabe unb Einnahme mit 725.319 Mk Die BermögenSrechnnng schließt ab in Ausgabe unb Einnahme mit 291 500 Ml'. Beide Redinungen in Einnahme unb Ausgabe mit 1016819 Mk. Der Gesamtvoranschlas wird nach den Vorschlägen des Bürgermeisters mit geringen Abänderungen angenommen Eine Erhöhung der Gemeindesteuer ist für dieses Jahr nicht erforderlich. Die zu erhebende Gemeindesteuer beträgt 289 700 Mk.
Starkenburg und Rheinheffen.
w. Darmstadt, 13.März. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß die Begebung eine 4prozentigen Anleihe in Höhe von 4 Milli onen Mark an ein Bank- konsortium unter Fühnmg der DiSkonto-Gefcllschaft in Frankfurt a. M.
h. Darmstabt, 13. März. Bei ber Herstellung von Wasserstoff in ber Mäbchenmittelschule explobicrte heute mittag ein Eifentiegel. Durch bie umherstiegenben Eifensplitter »üurbc ber Lehrer Zimmermann unb zwei Schülerinnen erheblich verletzt, so baß sie bem Krankenhause zugesührt werben mußten.
HesseN'Nassau.
CI Marburg, 13. März. Ter Kre iShauShalt fü 1913 schließt mit 401000 Mk. (gegen 524 771 Mk. »m Vor- jähre) ab. An Steuern werben wie im Vorjahre 20 Prozent Real- unb 10 Prozent Bezirksabgaben, Insgesamt 195 200 (188 100) Mark erhoben. — Die Marburger Kreisbahn stellt 98 784 (87 700) Mk. in Einnahme unb 86 410 (80 485) Mk. in Ausgabe. Zur Verzinsung nnb Amortisation ber Anlagekosten sind 39 750 (43 172) Mk. durch ben KreiS zu decken. — Bei ben heute vorgenommenen Ersah- unb ErgänzungSwahlen zum Magistrat würben folgenbc Herren teils wieber , teils neugewählt: Rentner V. Zeiß, Zimmer- meister G. Vollanb, Rentner P. Runkel, Apotheker Scholl» meyer, Rentner Engel, Schreinermeister Bang unb Geh. Mebizinalrat Prof. Dr. v. Behring.
Skrnitfcbproief).
Frankfurt (Oder), 13. März
Unter ungeheurem Andrang bee Publikum? begann heult vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhandluug in dem umfangreichen Mordprozeß gegen ben Müttergesellen August Stemickel und seine drei Genossen, die Brüder Ktrfttn unb ben Arbeiter Schliewenz. Die Zahl ber Zeugen und Sachverständigen beträgt etroa 40. — Die Anklage lautet auf dreifachen Raubmord, Beihilfe und Brandstiftung. Als Opfer der Angeklagten fonrmt für den gegenroärtige« Prozeß der Bauemgutsbesitzer Fritz E alies in Ortwig. dessen Ehefrau und das Dienstmädchen Anna Philipp in Betracht Alle drei wurden von Sternickel und seinen Spletzgescllen am 8. Januar d. I in der scheußlichsten Weise ums Leben gebracht, »voraus Sternickel die Leichen von (lalics und »einer Frau auf freiem Felde bei Ringenmalde inmitten einer Strobnncle verbrannt' Hierbei wurde er beobachtet unb schließlich zur Strecke gebracht.
•«d’ar.na»’ ■„nt soNlN
-r ÄoN' c.®-'
.,-^crrerlt!
öcllitz 11.
^,'lklsall 1Ö i> a W
«W mit 1 Jn:rri.t!aai 3:crnu
< ericht so Ölungen- uratet Oct i«b doä' n «XcittHt du ubriflcn d> bfliür Ion»
von neuen iuchlhaiis -ictait
Ich nabe zuerst in
'.IngcN.'.. neben r \1ngtu. : roden? int Cbcr eic mir» clMb a eie sich eie nanu Sie 3tra nn(ierei4l
mmrmett abgelegt
Itr ' orkiter? stellt au” Angrllagt ui Äerim sei. (fr s wegen Un Ter fllrbe bei Frank
Es ic alle vier s vder 'brau
3n ix hnb eie ni lüll l
iUftCft.'. tat 2\t w
sind ।
,)n einer (ialiei cn a\i ich vo p u r tö g ■ nutzte ai $ori.: ? perrati u Däne ge lnwmme
1 I l l
1 r 11


