Die heutige Nummer umfatzt 16 Seiten.
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jährlich '])«. 2.20; durch 2'.... Zweigstellen inonatlich 65 Pf.; durch
folgende Bedingungen:
1. Fortdauer der Feindseligkeiten bis z u m Abschluß des Fried en s; 2. Als Basis der Friede n s v e r h a n d l u n g e n hat der von den Delegierten her Balkanstaateu am 23. Dezember 1912 in London gestellte Antrag zu Dienen, nämlich die Grenzlinie Midia- Rodosto unter Neberlassung der Halbinsel Gali- poli an die Türkei, die Abtretung des gesamten westlichen Territoriums an die Verbündeten mit Ausnahme von Albanien, dessen Grenzen und Organisation die Londoner Botschafterkonferenz regeln wird. Es wird ausdrücklich gefordert, daß Adrianopel und Skutarivor dem Friedensschluß Bulgarien und Montenegro übergeben werden müssen; 3. Uebergabe der ägäischen Inseln an Griechenland. Hierbei wird insbesondere Kreta angeführt und gefordert, daß die Türkei auf alle Rechte an Kreta verzichtet; 4. Die Türkei verpflichtet sich, an die verbündeten Balkanstaaten eine K riegsent- schädigungzu zahlen, deren Höhe vor der Unterzeichnung des Friedens festzusetzen ist; 5. Die Sicherung der Rechte jener christli ch e n Untertanen der verbündeten Bal-
schiffe, „C h r i st o m a r i t i s", „V e n i o t i
teilnehmen.
Die Verschärfung der Bedingungen i,t durch die Fortsetzung des Krieges verursacht. Sollte die Türkei die Verhandlungen neuerlich verschleppen, dann werden, schließt das Regierungsorgan, die neuen F-rre- densbedingmigen noch schwerer sein, als die gegenwärtigen.
Der Berliner „Lokalanzeiger" berichtet aus Sofia, allgemein bestehe der Eindruck, daß die mit der Ueber- reichung der Antwort ber Balkansta>aten tatsächlich beginnenden Friedensverhandlungen zum Ziele führen wurden. Daraus, daß der siegreiche. Führer der bulgarischen dritten Armee Dimitriew in politischer Mission nach Petersburg gehe, lasse sich schließen, daß die Bulgaren keine weiteren Kriegsoperationen erwarten.
Ein Erfolg des Kreuzers Hamidije.
Cetinje, 13. März. (Aus amtlicher Quelle.) Im Hafen von San Giovanni di Medua befand sich während der Beschießung durch den türkischen lenzer „Hamrdrjc" auch der österreichische Lloyddampser „Skutari", der jedoch keinen Schaden erlitt. Kurze Zeit vor dem Bombardement auf Durazzo war Prinz Mirko an Bord der königlichen Facht von Antivari nach Tuleigno gefahren, um sich ins Feldlager des Generals Martinowitsch zu begeben. Prinz Mirko ging bei San Nicolo an Land. Die Jacht, welche den „Hamidije" bemerkte, suchte in Sutomore Zuflucht.
Cetinje, 13. März. Die Vertreter der Großmächte unternahmen heute im Ministerium des Aeußeren einen gemeinsamen Schritt, um zu verlangen, daß der gesamten Zivilbevölkerung von skutari ge- sta t t e t w e r d e, d i e S t a d 1 z u v e r l a s s e n. Der Minister des Aeußeren erklärte, er werde dieses Verlangen dem Mii'.isierrate mitteilen und nachmittags die Antwort bekannt geben.
Nach an die hiesige amtliche Stelle gelangten Nachrichten sind bei deni gestrigen B o m b a r d e in e n t in San Giovan nidiMeduadurch deut ürki scheu.Kreu-
kanstaaten, welche sich in der Türk.i aüfhalten roerben. Für den Fall, daß irgendwelche Fragen finanzieller Natur verhandelt werden, welche durch den Krieg hervorgerufen werden, so verlangen die Verbündeten, daß an solchen Verhandlungen auch die Vertreter eines jedeil Balkanstaates
und „Trifilia" schwer beschädigt worden. Zwst dieser Dampfer, die Lebensrnittel für die Armee führten, gerieten durch Aufschlagen der Geschosse in Brand; die ganze Labung wurde vernichtet. Die anderen Dampfer führten Soldaten und Munition mit sich, doch war die Ausschiffung bereits beenbet. Etwa zehn Personen sollen dem Bombardement zum Opfer gefallen sein.
Belgrad, 13. März. Durch die Geschosse des türkischen Kreuzers „Hamidije" wurden im Hafen von San Giovanni bi Medua' 50 serbische Soldaten getötet ober verwundet.
Rom, 14. März. Nach der „Tribuna" ist die griechische Flottille von Korfu abgedampst, um auf den Kreuzer „Hamid iie" zu jagen. Gelingt es diesem. nicht, durch ben Kanal von Otranto Früwafler zu gewinnen, so wird er wohl in Brindisi abrüsten.
nur su deutlich beim „Märchen", bei „Liebelei" und „Nuatol". Nun hat fick die verdienswolle „Stage Societi," (Bühnengesellschast) auch der „Comtesse Mizzi" und des „Grünen Kakadu" angenommen. „Comtesse Mizzi" hat im englischen Gewände eher langweilig als amüsant gewirkt. Dagegen hat „Ter grüne Kakadu" in der tüchtigen Ucbcrtraguiig Penelope Wheelers und der interessanten Regie von Norman Page eine starke Wirkung erzielt, die sich durch Beifall auf offener Szene und anhaltenden Applaus am! Schluß äußerte. Das Jneinanderfließen von Spiel und Wirklichkeit gelang täuschend. Voir einzelnen Irrtümern und unrichtigen Besetzungen abgesehen, gelangen die Wirkungen durchweg, und es war eine wahre Freude, Schnitzler in englifäjenii Gewände temperamentvoll neu erstehen zu sehen. Köstlich war Luke Forster als Prosper, ausgezeichnet wirkte „ber Henri von Leon Quartermaine. Es war eine genußreiche Darstellung, bit einen nur bedauern läßt, das; sie so vereinzelt dasteht. K. W.
— Sudermanns „Katze n st e g" i m Kino. Aus Berlin wird gemeldet: Hermann Sudermann hat seinen Roman „Der Katzen st eg" durch den Lichtspielvertrieb des „Verbandes Deut- Üfter Bühnenschriststeller" au die Projektions-Gesellschaft Union und die Firma Tusker G. m. b. H. zur Verfilmung verkauft. Ms Honorar sind 60 000 Mk. gezahlt worden, dazu kommt noch ein Anteil an der Einnahme als Taickiemc.
— Die 4 Kolossalfiguren am Völkerschlacht- d e n k in a l, die in der Krypta angebracht sind und die zusammen 260 000 Mk. kosten, sind nunmehr bis auf eine völlig fertig» geftellt. Die Figuren sollen, so wird uns aus Leipzig geschrieben, die Opferwilligkeit, Tatkraft, Glaubensstärke und deutsche Volkskrast barstellen. Jede Figur hat eine Höhe von 9,60 Metern; entsprechend sind alle anderen Maße; so ist beispielsweise der Mittelfinger der einen Figur einen Meter lang. Zu jeder Figur waren 5000 Zentner Granit notwendig, allein der Kopf der „Tatkraft" hatte unbehauen ein Gewicht von 250 Zentnern. Die Arbeiten an den Figuren haben drei Jahre erfordert.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Vom 8.—11. Juni findet in Rom ein Nationaler Italienischer Kongreß für Gewerbekrankheitcn statt. — Die Große Kunstausstellung Stuttgart 19 13 soll eine Erweiterung erfahren. Man hat beschlossen, die aut der Ostseite des Kunstgebäudes befindliche Allee in die- Ausstellung hereiuzuzieheu und eine Ziergartenanlage zu schassen, in dem Werke der Plastik aufgestellt werden sollen. Die Ausstellung wird am 8. Mai eröffnet werden. — Dettmar Heinrich Sarnetzkis Schauspiel „Der Eroberer" fand bei seiner gestrigen Uraufführung im Stadttheater zu Düsseldorf ber* dienten Beifall.
verschärfte AiedensbsdingMgen.
Auf die Vermittlung der Großmächte werden die Bal- kanstaaten heute wohl formell ihre Antwort erteilen. Es wirb aber noch ein gutes Stück Zeit vergehen, bis ber Friebe endgiltig zustanbe kommt. Mach ben von einem bulgarischen Blatte veröffentlichten Bedingungen ber Balkanstaaten sollen die Feindseligkeiten fortgeführt werden, bis der Friebe unterzeichnet ist. Das wird offenbar mit Rücksicht barauf gefordert, daß die Türkei nicht wieder Verschleppungsversuche macht, dann aber auch in der Hoffnung, baß bic Festung Adrianopel in ben nächsten Tagen kapituliert. Ferner wird von der Türkei eine Kri egsentschädigung verlangt. Die türkische Regierung hat sich gerade dagegen bisher am lautesten gesträubt. Nun wirb ihr von Sofia aus klar gemacht, baß die Kriegsentschädigungssumme umso größer werden soll, je länger der Krieg noch dauert. Wenn nun heute berichtet wird, daß der türkische Kreuzer Hamidije wirklich einmal bic Tat vollbracht hat, indem es ihm gelungen ist, die albanische Küste unsicher zu machen und die Hafenstadt San Giovanni di Medua zu bombardieren , so baß vier griechische Tra nsp ortschifse schw erbeschädigt und eine Anzahl von Soldatengetötet worden sind, so werben die Bälkanvölker dies auch in die Rechnung ihrer Kriegskosten einstellen. Die Türkei wirb schließlich alles bezahlen müssen.
Aus Konstantinopel laufen nur spärliche Nachrichten ein, und über den Verbleib oder den Rücktritt der jetziges Regierung ist anscheinend noch nichts entschieden.
Belgrad, 13. März. Wie bas Regierungsorgan „Sainuprava" mitteilt, stellen die verbündeten Bälkanftaaten
Zur zranksurter Theatettri.se.
Felir Hollaender hat aus Berlin folgendes Schreiben an den Aufsichtsrat der Neuen Frankfurter Theater- Aktiengesellschaft gerichtet: .
Ich erlaube mir, Ihnen mitzutetlen, baf? ich bem ehrenvollen Ruse,' bie Jntendantenstelle am Frankfurter Schau- spielhause zu übernehmen, nicht Folge l elften kann.
Dieser Entschluß ist mir um |o schwerer gefallen, als ich mich durch die ganze großzügige Art der VeEndlungen sowohl der Thcater-Akticngeselftchaft wie der Stadt <z-rank- mrt zu tiefem Danke verpflichtet fühle: Man hat mir nicht nur das größte Entgegenkommen bewiesen sondern auch in der Tat alle meine materiellen wie künstlerischen Wünsche bis an die Grenze des Möglichen zu erfüllen gesucht.
Auf der anderen Seite hat auch Max Reinhardt nnr nicht den Weg versperren wollen; er hielt sich für innerlich verpflichtet, mich meines langjährigen Vertrages zu entbinden wenn eine von mir gefühlte Notwendigkeit diefen Sd,Go ?icfg°cn“ic Tinge. Der Weg war von Seiten für mich frei. Entscheide ich mich nun rin letzten Angen. blick, ihn nicht zu gehen, so mochte rch alle leeren Ausflüchte ablehnen und wahrheitsgemäß bekennen ^ch kann mich von diesem Hause, mit dessen Aufbau und Schicksal ich verwurzelt bin, an'dessen Zukunft ich wie an meiner eigenen hänge, nicht trennen. Zehn ^ahre ketten mich an da- Deutsche Theater und seinen Leiter! Darüber komme ich
Die^Frantfurtet. Aufgabe hat mich auf das Ernsthafteste gelockt Ich glaubte, aller Hemmungen Herr zu seiiu ^m Ei Augenblicke - da ich „Ja" sagen sollte - erkannte ich daß ich es nicht vermag, lind deshalb erscheint es mir den Menschen gegenüber, die mir ihr Vertrauen anboten und dem Hause^mgenuber, das ich leiten sollte, besser und anständiger, noch in letzter Stunde. „Nein zu lagen, als in eineminnere^Zwiespalt eine Arbeit auf zu nehmen, die nicht nur die ganze Kraft, sondern auch dre g<rn„e Freudigkeit eines Mannes fordert.
Mit vorzüglicher Hochachtung Felix Holla en der.
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— Konferenz der deutschen Un iversitäts- . rekkltiior e n. Aus Halle a. b. S. wirb gemeldet daß dort am 12. ds. Mts. eine Beratung sämtlicher preußischer Uni-
Unter Beteiligung fast aller konservativer Abgeordneten des Deutschen Reichstages, des Preußischen Abgeordnetenhauses,und der übrigen deutschen Landtage trat beute mittag im Kaneriaate des Weinhauses „Rheingold" am Potsdamer Platz der diesjährige Deutsch-konservative Parteitag zu seinen Verhandlungen zusammen. Warnend des Gesamtvorstandes eröffnete Herr v. Wedel-Piesdorf den Parteitag indem er bic Ereigmne vor 100 Jahren besprach. Er fuhr dann fort: Wir stehen in Preußen vor den Neuwahlen zum Landtage. Da wird von links wieder die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht erhoben werden lNnruhe und Zurufe). Meine Herren, wir werden dem mit Nachdruck cntacgcntrctcn und an dem jetzigen Wahlrecht feft- halten müssen lLcbh. Zustimmung) — einzelne Unzuträglichkeiten mögen beseitigt werden. Was das Reich anlangt, so steht im Vordergrundesteit Jabr und Tag die äußere Politik Ich glaube, die konservative Partei ist sich darin einig, daß da nichts zu andern ist, sondern daß wir alle vertrauensvoll in dieser Frage der Führung der Verbündeten Regierungen folgen werden fLebh. Beifall). Die konservative Pariei tritt daher unter allen Umständen für die Heeressorderungen ein «Stürmischer Beifall. Zurufe: Nickst zu wenig fordern!). Aber um diese Heeresverstärkungen durchzu- f(ihren, ist es nötig, daß wir an unserer bisherigen bewahrten: Wirtschaftspolitik sestbalten Stürm. Beifall), deren glänzende Resultate überall auf der Hand liegen. Man kann ohne llebcrtmbung lagen, ber Sieg ber Sozialdemokratie ist Deutschlands Untergang Sehr wahr!_ Stürmische ^Zustimmung). -ter festeste Schutz gegen diese Bestrebungen der Lozialdemokratie und ihre zerstörenden Tendenzen ist die Monarchie. Wir haben deshalb in erster Linie festziuhalten an ber Monarchie und ihren bewährten Einrichtungen, und so bitte ich Sie, mit mir in den Rus einzustimmen, unser Kaiser und König, er lebe hoch!
Reichstagsabgeordneter Gras Westarp sprach sodann über „Die Arbeiten des Reichstages".
Der Redner führte aus: Die Wehrvorlage gehört zu den wenig erfreulichen Dingen, bie aus bem Reichstage zu berichten sind. Sie ist in verhältnismäßig kurzer Zeit erledigt worden. Nur die Sozialdemokratie versuchte den Gang der Gncbaste aus- zuhalten. Um das unserige zur Erledigung der Wehrvorlage zu tun haben wir ein Opfer unserer Ueberzeugung gebracht, indem wir bem Anträge Bassermann-Erz ber a e r z>i- ftimmten ber eine neue Besitzsteuer verlangte, iicfc .-teuer Ut au sich auch nicht geboten durch ben Grundsatz Der Neuerlichen Gerechtigkeit. Man darf das Finanzsvstenr des Reiches nicht betrachten'ohne Rücklicht auf die Sieuersvsteme ber Bundesstaaten. (Sehr richtig!) Man muß auf den Zusammenhang Hinwegen zwischen ben Finanzen des Reiches und den Bundesstaaten, darauf, baß bic Bundesstaaten Steuern auf ben Besitz in einer durchaus gerechten Weise erheben und daß die Belastung durch indirekte Steuern in Deutschland geringer ist als in anderen Kulturpa iten. Man wollte also wieder eine neue Besftzsteuer. Aber es kommt in der Politik immer anders. Jetzt ist der ungeheuere Bedarf für bie Verstärkung unterer Wehrkraft Hervorgetreten. In einer konservativen Versammlung ist es selbstverständlich, daß bewilligt werden muß, was nach dem Urteil des obersten striegsherm und seiner berufnen Ratgeber für die Rüstung notwendig ist. Wir stimmen auch zu, und ich bin ermächtigt, dies als einmütige Stellungnahme der R e i ch s t a g s s r a k - tion aus zu sprechen b a ß für bie großen einmal}* gen So ft en ber Vorlage eine einmalige große ÄbgabevomVermögener hoben werden soll. (Lebh. Zustimmung.) Wir wissen zu schätzen den Appell an die sittliche Opferwilligkeit des Volkes, der in diesem Vorschläge liegt. Aber die grundsätzliche Zustimmung entbindet uns nicht von der Verpflichtung, im einzelnen vorsichtig und sorgfältig zu verfahren. Auch bei der Einführung der einmaligen Vermögensabgabe werden wir mit
versitätsrektoren und gestern eine solche sämtlicher deiltscher Universitätsrektoren stattfand, lieber die besprochenen Gegenstände wird st r e n g st e s Stillschweigen bewahrt.
— Andreas Hofer auf der Bühne. Die Verlags- gesellsckxift Tie Lese föreibt uns: Das Drama „Andreas Hofer" von Walter Lutz, das im1 Januar am Stuttgarter Hof- theater mit lebhaftem Erfolge feine Uraufführung erlebte und seitdem über verschiedene deutsche Bühnen gegangen ich wird am 17. d. M. am Gießener Stad11heater aufgeführt werden. Tas Stück ist vielfach als Festspiel zur Jahrhundertfeier der Befreiungskriege angenommen worden, beim in diesen Tagen des Gedenkens an große volksbefreiende Zeiten erinnert man sich besonders gern jenes heldenhaften ttiroler Volkes und seines Führers Andreas Hofer in deren trotziger Tat der deutsche..Volkszorn gegen den fremden Eroberer zum ersten Male ausflammte. Walter Lutz hat das Stück allerdings nicht als aktuelles Gelegenheitsstiick un Hinblick auf die kommenden Feiern geschrieben^ andere Stoffe wären hierzu immerhin noch näher gelegen. Tas T-rama ist lediglich in ber Wsichi entstanden, Hofers Gestalt, bic mit ihren kraftvollen, ehrlichen Zügen wie nur wenige andere im Volksbewußtsein ragt, zu dichterischem Ausdruck zu bringen. Unzählige sind seit Jmmernmun in den Bann der wuchtigen Gestalt des Sandwirts gezogen worben, doch ist es dis jetzt noch keinem gelungen, über Den durch die geschichtlichen Ereignisse so fest umschriebenen und der dramatischen Behandlung schier unzugänglichen Stoff Herr zu werden. Walter Lutz läßt sein, im Verlag der Lese erschienenes Drmna erst da beginnen, wo Hofers Schicksal sich ins Tragische wendet, nämlich in dem Zeitpunkt, da die Tproler nach der' großen Schlackst am Jnselberg erfahren, daß Oesterreich sie preis gegeben hat. Jetzt steht Hofer, in dessen Hand alle Fäden des' Aufstands znsammenlausen vor der ö-ragc, ob das l'anb auf eigene Faust nur mit den eigenen Kräften weitermachen oder sich unterwerfen soll. Tic Liebe zu den Seinen und ber Heimat bringt ihn in ben tragifrfien Konflikt zwischen ber Sorge, alle« zu gefährden und zu verderben und der kühnen Hoffnung alles zu wagen und alles zu gewinnen. Wie Hofer sich hier entscheidet und wie er seinen Weg starken Herzens vollendet, obwohl alles um ihn zusamrneiüiricht und weicht — das ist der Inhalt des Lutzschcn Dramas.
— S ch nck tz l c r s „G r ü u e r K a k a d u" i n L o u d o u. AuS London, 11. März, wird uns geschrieben: Die Londoner hal'm ImcrTiüürbige Begriffe vom modernen Wien. Wenn eine litei tusche Gesellschaft alle Jubeljahre einmal ein Sckstutzlerwerl aufführt, werden die Männer darin regelmäßig mit allmächtigen Bärten ausgestattet, und mit seltsamen vorsintflutlichen Kleidungsstücken, nm dem „Milieu" gerecht zu werden. Tie eigentlickst Schnitzler- lvrik, der berühmte „Wiener Tust", lassen sich - noch dazu m gewöhnlich recht manae(l;aimi Uebertr.igungen — unmöglich von der Donau an den Themsesttand verpflanzen. Das fühlte man
Allgemeiner konservativer Parteitag.
~ Berlin, 13. März.
Ur. 62 Erster Blatt 165. Jahrgang zreitag. 14. März 1915
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Adresse ^sür Depeschen: General-Anzeiger für Mecheßen !.Geri'chtssaal"! K. 9len-
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An,eigen Rgtationstinick «n!» Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. fange. Nedaltisn. Erpeditian und Druckerei: squlstratze X. Land": E.Heß; für den
SS »^nüt°tag§n9nu^ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.2l"öeigenteil: H. Beck.


