Schmidt VIII. -Großen-Bufock eine 9lmerfennintg. Klasse 5 Zei 18 i e n en: ftarl Bcnner-Mten-Busock 1. Preis: .Kaufmann Marr-Äroßen-Linden 2. Preis; Elise Berghauer-Großen-Buseck 3. Preis imb Sxinr. Wagner XVIII.-<Aroßen-Buseck eine Anerkennung.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. Mai 1913.
Bon der städtischen Straßenbahn.
Der Verkehr auf der Straßenbahn für das Rechnungsjahr 1912 ergibt nach der ZusamTnenstetlung der Vierteljahr-Ergebnisse folgendes Bild: Es benutzten die
Rote Linie Grüne Linie Zusammen
1912 769 770 528 134 1 297 904 Personen
1911 732 512 491 959 1 224 471
Zunahme des Verkehrs 37 258 36 175 73 433 Personen.
Die EinnalMe cniö dem Personenverkehr beträgt 1912 126 553 Mt-Und 1911 119195 Mk., 1912 also 7358 fWf. mehr. Die Straßienbahn wurde durchschnittlich täglich 1912 von 3556 Personen benutzt, was einer Einnahme von 346 Mk. entspricht und 1911 3345 Personen (325 Mk. Einnahme). Die Zunahme beträgt 1912 täglich 211 Personen und 21 Mk Rechnet man, daß, unsere Stadt jetzt rund 32 000 Einwohner zählt, so würden auf den Kopf der Bevölkerung, im Jahr 1912 40,5 Fahrten entfallen, ein Ergebnis, das die Rentabilitätsberechnung, die bei Begründung des Unternehmens für Jahr und Einwohner 30 Fahrten, und nach Siemens u. Schuckert für 1915 33,6 Fahrten an nahm, weit überholt hat. Die Zunahme des Verkehrs im letzten Betriebsjahr ist auf beiden Linien beinahe gleich. Die grüne Linie hat sich danach besser entwickelt, als die rote Linie, der der Massenverkehr des Turnfestes mit s-einen rund 40 000 Fahrgästen zugut gekommen ist. Es ist anzunehmen, daß der Zusctmß zur Slraßenbahn, der im Vorjahr 6700 Mk. betrug, in 1912 etwas geringer sein wird.
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** Detaillistenvcr ein Gießen. Dieser Tage wurden die gesamten Geschäftseinrichtungen der Nabattspar- vereinigung des Detaillislenvereins von dein Verbandsreoisor W. Nürnberger, Hannover, vom Verbände der Na batt- sparvereine Deutschlands, Sitz Bremen, einer eingehenden Revision unterzogen. Diese Prüfung durch einen unabhängigen Revisor geschieht durch die dem Verbände angeschlossenen 460 Vereine mit etwa 70 000 Mitgliedern ans eigenen Antrag, damit für weitgehende Kontrolle Sorge getragen wird. Hier ergab sieh die vollkommene Ordnung und der Verbandsreoisor konnte, was namentlich das Pnblikum interessiert, benätigen, daß für die kursierenden Marken volle Deckung vorhanden ist und jederzeit zur Verfügung der Sammler steht.
Kreis Schotten.
— Schotten, 15. Mai. Kürzlich fand im Rathaussaal eine durch das Kreisamt einberufene Bürgern meist er versammln ng statt. Den Vorsitz führte der Kreisrat Dr. Kranzbühler. Es kamen verschiedene Angelegenheiten der Staats- und Gemeindeverwaltung zur Besprechung. Die Aussprache hierbei gestaltete sich' recht lebt-aft, besonders hinsichtlich folgender Punkte: 1. Sictwr- heitsleistung bei Kreditgewährung für Gemeindegefälle; 2. Losholzrechte der oberhessischen Gemeinden; 3. Die Verbesserung der Hutweiden im Kreise Schotten; 4. Die Beschädigung der Bankette der Kreisstrasten durch den Viehweidetrieb. 5. Tas Verbot der Pflugschleisen. 6. Neuregelung der Gehaltsverhältnissc der Geineinderechner. Ziel des diesjährigen Ausflugs der Bürgermeister ist die Eder- talsperre und Kassel (Besuch der landwirtschaftlichen Ausstellung). An die Versammlung schloß sich ein gemeinsames Essen im „Posthäuschen", das recht animiert verlief. Kreisrat Dr. Kranzbühler brachte hierbei ein Hoch auf den Großherzog aus, sprach über die guten Beziehungen zwischen Gemeindevertretung und Kreisamt, die die Erledigung einer Reihe bedeutsamer Fragen ermöglichten und ihn wünschen ließen, daß eS auch künftig so bleiben möge. Bürgermeister Kromm, Schotten, sprach über die Verdienste, die sich Herr Kreisrat Dr. Kranzbühler bis jetzt um die Förderung des Aufblühens der Gemeinden des Kreises erworben hat, und brachte ein Hock) auf ihn aus. Bürgermeister Ritter, Laubach, toastete auf den Kaiser.
st. Schotten, 15. Mai. Der Stadtvorstand hat beschlossen, den im Voranschlag ermittelten Umlagenbedarf für 1913 in Höhe von 45 000 Mk. mit 22 259,67 Mk. ober 19,037 Proz. auf die Grund-, Gewerbe-- und Kapitalsteuer und mit 22 740,33 Mk. oder 10 5,075 Pfg. für die Mark staatliche Einkonimensteuer auszuschlagen. Für 1 Pfg, der Steuer vom Vermögen werden 5,519 Pfg. Steuer vom Einkommen erhoben. Die Erhebung der Gemeindesteuern soll wie seither in vier Zielen erfolgen.
O Laub ach, 15. Mai. Unter dem Ehrenvorsitz des Grafen Wilhelm hat sich hier ein Ortskomitee gebilbet zur Erhebung einer Rationalspende anläßlich des'25jährigen RegierungsjnbilänmS des Kaisers. Die Spende soll den dentschen christlichen Missionen in unseren Kolonien zugute kommen. — Gestern nachmittag hat die Ansschuß- gesellschaft die Plätze für Karnssell, Schaubuden und Wirtschaftsbetrieb für das diesjährige A uLschußfest vergeben. Den Zuschlag für Karussell und Schießbude erhielt Karussellbesitzer Viel von Rieder-Wöllstadt zu 220 Mk. Pachtgeld. Zucker- und Spielwarenhändler steigerten sich gegenseitig von 60 Pfg. aus 2 Mk. das Nieter Platzqeld. Ter Wirtschaftsbetrieb wurde dem Vertreter der Brauerei Nicolai-Hanau, Friedrich Rudolph Stotz I., übergeben.
Kreis Friedberg.
h. Fr i cjb[i e r g , 15. Mai. Mannigfachen Anregungen der DdU und Garte,lbauvcreine folgend, haben sich die Landwirte der Wetterau in diesem Jahr mehr denn ic dem selb mäßigen G c tnü ) ebnu zugewendet, wobei in erfter Linie die Anzucht von Früdgemüse und Dauergemüse getrieben wirb. Wenn diese ersten Versuche gelingen, sollen im nächsten Jahr noch umfang- reidw'te Flächen der neuen Kultur bieiiftbur gemaclst werben.
I- Friedd e r g , 15. Mai. Die Familie eines hiesigen Umwohners iinirbe |eit Jahresfrist zweimal vom Unglück heim gesucht. Vorige> Zahr verunglückte der älteste Sohlst ein Post imtcibcamtei, dadurch, daß ihm tn>in Zug ein Arm abgefahren wurde Zetzt wurde ein anderer Sohn bei einer Autofahrt aus dein Auto geschlendert und schwer, aber nickt lebensgefährlich verletzt.
... , ,L ÜV n J’ f *111 f- I:.' ^ai- Der fünfjährige Sohn des Arbeiters Bockner iit seit hem Psiugstsomnag spurlos Der lch w u nden Nachior'cbungen, vor allem in der Ntdba, sind bis letzt erfolglos geblieben, io daß man annimmt, daß das Kind entlüoit oder einem Verbreduu uim Opfc gefallen ist.
— Södel, 16. Mai. Nächsten Sonntag, nachmittags 4 Uhr, findet in unserer Kirche ein geistliches Konzert statt. Der evang. Kirchengefangverein gedenkt die Festkantate .Der Einzug Jesu in Jerusalem*, für Gemeinde ,
Chor-, Kinder- und Sologesang mit Orgel- und Harmonimn- begleitung zusammengestellt bezw. komponiert von August Stern, zur Aufführung zu bringen. Ihre Mitwirkung als Solisten haben zugesagt Fräulein Lina Hieran intus und Lehrer Mörsch ardt von Friedberg. Psarrer Kleberger von dort und Lehrer Junker von hier haben die Harmonium- und Orgelbegleitung übernommen. Zur Deckung der Kosten wird ein Eintritt von 20 Pfg. erhoben. Das Programm zu 20 Pfg. berechtigt zum Eintritt. Der Reinertrag ist für kirchliche Zwecke bestimmt.
Gewerbliche Revisionen.
In den Monaten Januar, Februar und März ioutben in Gießen revidiert: 1. Petroleumlager, Tankanlagen und Tankwagen auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 2. Die gewerbsmäßigen Güterhändler mit ländlichen Grundstücken auf Grunb des Gesetzes vom 27. Juni 1908. 3. Bcnzinwäschereien bezüglich gestellter Bedingungen. 4. Die hiesigen und auswärtigen Bäcker sowie Brothändler aus Gewicht des Brotes, Namenszeichen und Brotzettel aus Grund der Polizeiverordnung vom 27. Juni 1907. 5. Verschiedene Damps- kesselanlagen. 6. Die Zigarrenfabriken auf OVntnb der bundes- ratlichen Bestimmungen vom 17. Februar 1907. 7. Warenhäuser, größere offene Verkaufsstellen und anstoßende, Schreibstuben in bezug auf Sitzgelegenheit für das Personal auf Grund der Bekanntmachung vom 29. November 1900. 8. Bäckereien und mit diesen verbundene Konditoreien auf Glrunb der Polizei- verorbnung vorn 20. Oktober 1907 und der bundesratlicheu Ver- orbnung vom 4. März 1896. 9. Die gewerbsmäßigen Stellen- vernritrler auf Grund dos 6 und 7 der Vorschriften zum Stelleu- vermittlungsgesetze. 10. Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern bei der Bearbeitung von Faserstoffen, Tierhaaren, Abfällen ober Lumpen aus Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 8. Dezember 1909. 11. Kleider- und Wäschekonfektionsgeschäste aus Grund der Bekanntmachung vom 14. Februar 1913, die Führung von Lohnbüchern betr. 12. Die BenziNtager aut Grund der Verordmliig vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 13. Sprengstosflager in bezug auf Lagerung van Spreugstofsen auf Grund der Bekanntmachung vom 30. August 1884, 5. August 1904 und der Verordnung vom 21. Dezember 1893, den Verkehr mit Sprengstoffen beirefseiid. 14. Die Feuersicherheit der Warenhäuser aus Grund der ministeriellen Bestimniungen vom 15. Juni 1905. 15. Steinbrüche und Steinhauereien auf Grund der Bekanntmachung voni 31. Mai 1909 und § 241 der Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung. 16. Bürstenzurichtereieu sowie Bürsten- und Pinselmachereien auf Grund der Bekanntmachung vom 22. Oktober 1902 und 8. Dezember 1909. 17. Getreide mühlen auf Grund der bundesratlichcn Bekanntmachung bvm 26. April 1899 und 15. November 1903 sowie der Polizeiver- orbnung vom 17. 9!ovember 1902. 18. Barbier- und Frrseur- stuben ans Grund der Polizeiverordnung vom 14. Juni 1904 und 20. Dezember 1909. 19. Pfandleihanstalten und Trödler aut Grund der Verordnung vom 2. August 1899. 20. Mine» matcgraphen. 21. Zur Erhebung kamen 68 Nahrungs- und Geirußmittel-, darunter 53 Bollmilchproben, sowie 9 Gebrauchs- gegenstände und wurden dem chemischen Untersuchungsamt übergeben. Von den Milchproben wurden beanstandet, fünf wegen Fettentzngs, drei wegen Wasserzusatz und fünf wegen zu niederem Fettgehalt, von den Gebrauchsgegcnständen die sog. Radauplätz- chen (Feuerwerkskörper), die weißen Phosphor enthielten. Außerdem wurden bezügl. des spezifischen Gewichts der Milch 83 Straßen- kontrollcn vorgenommen. Von diesen wurden beanstandet, vier, weil die Milch ein spezifisches Gewicht von mehr als 1,033 zeigte, und zwei, bei welchen das Gewicht nicht festgestellt: werden konnte. In allen Fällen wurden Proben erhoben und dem chemischen Untersuchungsamt zugeführt, welches, die Milch als verfälscht bezeichnete.
wandern unö Reisen, Bäder.
Wanderungen in Gießenö Umgkbnng.
Um allen wanderlustigen Einwohnern von Gießen und Umgegend die Auswahl schöner Wanderungen zu erleichtern, veröffentlichen wir von jetzt ab an jedem Freitag einige hübsche Wander- pläne. Da die vorgcschlageneu Wanderungen auch zu anderen Zeiten gemacht werden können, empfiehlt es sich, die einzelnen Wandervorschläge auszuschneiden und aufzuheben.
I. Das Salzbödetal.
Wir fahren mit dem Zuge nachmittags 2.07 nach Haltestelle F riedelhausen, gehen unter dem Eisenbahndamm durch über die Lahnbrücke nach Odenhausen an der Lahn und dann die Landstraße nach Salzboden. Hier können wir die Straße nach der Schmelz toeiterroanbern, ober schöner ist es, sich am linken Ufer der Salzböde zu halten, da der Wiesen- und Walbweg viel schöner ist als die Landstraße. In her reizend gelegenen Schmelz ist Gelegenheit zur Einkehr. Von dort führen verschiedene Wege nach Fronhausen, dem Endziel unserer Wanderung. Einmal ein Fußpfad durch prächtigen Hochwald, der gleich hinter der Schmelz rechts in die Höhe zieht, und fernerhin die Landstraße nach Fronhauseu. Noch schöner aber ist es, den schmalen Pfad längs der Salzböde weiter zu gehen, bis man zu einer Mühle gelangt. Tann wendet man sich rechts zur Straße nach Oberwalgern und weiterhin nach Fronhausen. Von dieser Straße aus bat man hübsche Ausblicke nach ber Gegend von Marburg. In Fronhausen sind reckt gute Wirtschaften. Von hier aus fährt mgn mit der Bahn wieder nach Gießen. Die ganze Wanderung dauert 2*/2 bis 3 Stunben.
II. Auf Waldpfaden nach Laubach.
Eine hübsche Wald Wanderung nach deni altertümlichen Stäbtchen Laubach, die etwa 6 Stunden in Anspruch nimmt, hat uns der Markierungsausschuß des Zweigvereins Gießen vom V. H. C. ermöglicht. Wir folgen dem gelben Strich, der am alten Friedhof beginnt, auf bekannten Waldwegen über die Hoch- wart nach Annerod, dort geht der Weg links vom Ort auf einem Fußpfad znm SB albe, der nach einiger Zeit verlassen wirb, um in dem hübsch gelegenen Dorf A 1 bach Gelegenheit zur Frühstücksrast zu geben. Beim Weitcrmarich nimmt uns bald prächtiger Buchenhochwald auf, der noch ziemlich unberührt ist. Es ist die sog. M a i b a ch, bie von Lich aus gut besucht wird. Nach längerer Wanderung erreichen wir den SB alb raub vor Münster, unb ein prächtiger Blick auf den Vogelsberg zeigt sich unserem Auge. Der weitere Weg führt über Münster und Wetterfeld nach Laubach, wo man ja nicht versäumen soll, das altehrwürbige Schloß zu besichtigen. Die Rückfahrt kann man, je nach dem besseren Anschluß, über Hungen oder über Mücke antreten.
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--Bad-Nauheim, 15. Mai. Die Pfin gstfeier tage sind in unserem Bad außerordentlich Icbhast gewesen. Am Sonntag morgen um 8 Uhr meldete ein Rauschen in der Luft die Teilnehmer tin dem Prinz--Heinrictr-Jlng und die 12—11 Flieger wurden von einer großen Menschenmenge, die sich auf Dächern, Ballonen inrb den Straßen versammelte, mit Begeisterung begrüßt. Die Flieger wurden von einer großen Anzahl Autos begleitet Auch der Grvßhiwzog und Prinz .veinricki von Preußen 'durchfuhren Mit ihren Äuros Bad "Rauheim. Tie Züge brachten zahl reiche Ausflügler aus allen Ricktnngcm, die sich in unfenmr Herr lidmi Park ergingen, der durch sein frisches Maicngrün jebt^ Stage entzückt. Nachmittags unb abends war die Kurtiansterrasse sehr belebt, besonders am Feiertag war der Besuch ganz außer gewöhnlich. Das >ßurorckestei' spielte unter der Leitung des Musik I bir.ktors I oha uu Strauß ans Wien, der durch seine bm-1 vcranuinttrollc Sixt des Dirichcrens das Publikum nach immer | neuen Walzer-Zugaben verlangen ließ. — Auch das Kurtheoter | erfreute sich an den Feiertascn eines guten Besuchs. Sein Spiel ( plan ist sehr rmchhütig und interessam und die Seifhingen der Schauspieler verdienen alle Anerkennung. Am 8. Mai waren! 3193 Kurgäste hier.
Die Nieder-Modaner GenossenschafMrsse.
bs. D a r m ft a b t, 15. Mai
Der Angeklagte Ihrig wird heute weiter vernommen Dir Fragen, die an ihn gerichtet werden, beziehen sick) iu der.vrnutn fache auf die großen Wechsclgeschäfte des Nieder Modauer Vereins. Interessant ist ein Brief des Nicber-Modaner Vereins an die Baut, in dem steht, daß, wenn Adam und Roßmann durck> eigenmächtige Wechsel den Verein verpstichtct hätten, das eine interne Sache des Vereins sei. Sluch die Tatsache, daß Sldam fällige Zinsen auf sein Schulbkonto bei der Bank nicht bezahlte, will der Süigcnagtc nicht als ausfällig gelten lassen. Tie Vermögenslage des Adam hak er stets für gut gehalten. Die Verhandlung geht daun auf Einzel heilen ein, die sich besonders aut die verschiedenen Schuldversdwei- fcungen usw. beziehen.
Schluß der Sitzung 1 Uhr; morgen Fortsetzung.
Gerichtssaal.
Das Automobilunglück am Schlesischen Busch vor Gericht.
Z 58 e r 1 i n, 14. Mai. Das schreilid 1 Slutomobilunfllüd, dem am Morgen des 26. März an der Freiarckenbrücke 3 Personen zum Opfer gefallen sind, während 5 schwer verletzt wurden, befchäftigt. heute dir II. Straslammer des LanbgerichtS II. Um er der Sinklagc der sahrlässigen Tötmrg in drei Fällen und der fahrlässigen Körperverletzung in fünf Fällen hatte sich der Chauffeur Slugust K o s- 1 i n g au^ Berlin zu verantworten. Ter Slngeflagic, der fdjen mehrfach Strafmanbatc wegen zu schnellen Fahrens erhalten hat, wird beschuldigt, durch übermäßiges Rasen mit seinem Lastwagen bas Ungllick herbeicreführt zu haben. Äösling war bei seinem Sdprager als Führer eines Autos tätig. In der Nad>t zum 26. März hielt er mit seinem Wagen vor einem Lokal in der Pücklerstraße unb kam hier mit einigen (kästen ins Gespräch. Dabei äußerte chic Fran, ein späteres Opfer der Katastrorhi, daß fic gern einmal Slutonrobil fahren möchte, was fic nod nie getan habe. Der Angellagtc lub baraiif 7 im Lokal amvefenbe Per- fonen zu einer Freifahrt ein. Stuf ber Rückfahrt ereignete sich dann das Unglück, indem das Auto gegen einen Straßenbahn' neigen rannte. Die beiden Wagen waren so ineinander gefeilt, daß die Feuerwehr mehrstündige 'Arbeit hatte, uni sic auseinander zu bringen. Die drei Toten waren der Postschaffner Gabel, der Zimmermann Girke und der Schuhmacher Peters. Unter den Verletzten befand sich her Schlosser Bänger mit seiner 25 Jahre alten Frau, die den Wunsch nach der Fahrt ausgesprodicn hatte. —- ,Jst der heutigen Verhandllmg behauptete der SIngeflagtc, daß ibn ich er Haupt keine Schuld treffe, da er das vorgesch rielwne Tempo nicht überschritten habe. Änige Teilnehmer an der Fahrt bestätigen ihm auch, daß er nicht angetrunken gewesen sei. Der Gerichtshof kam aber zu der Ueberzcngung, daß her Angeklagte das Unglück verschuldet habe. Während der Staatsanwalt mii eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren beantragt hatte, verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der Untersuchungshaft.
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Der Brillantendiebstahl an der russischen Gräfin.
2$. Berkin, 15. Mai. Mit dem dreisten Brillanlendiel" stahl, bei dem der Russin Elisabeth von Skossyroff in einem Kinc- matographentheater Schmucksachen im Werte von über hunderttausend SR art entwendet wurden, beschästigte fiel) heute die 12. Straskammcr des Landgerichts T. Als Slngcflngtc haben sick zu verantworten der ehemalige Leutnant Herckcrt Kolbcrg, ?er Kaufmann Adolf Krause, ber Juwelenhändler Jakob Menbclsohn, die verwitwete Margarethe Pscsfer und die Tänzerin Katharina Traak. Ter Angeklagte Kvause suchte sich als völlig unbeteiligt hinzustellen unb nud) Mendelsohn behauptet, von dem unreblichcn Erwerb ber Juwelen nichts gewußt zu haben. Dei- Staatsanwalt beantragt gegen Solberg und Krause je vier Jahre Gefängnis, gegen Mendel svhn und die Angeklagte Pfeffer, deren 511?nun übrigens nach dem Bekanntwerben der Täterschaft seiner Iran <5cibftnrorh verübte, je ztvei Jahre unb gegen die Draak ein Jahr Gesäirgnis'. Tav Urteil lautete: Kolberg zwei Jahre sechs SJtonatc, Krause zwei Jahre sieben Monate Gefängnis unb je fünr Jahre Ehrverlust, Mendelsohn ein Jahr, die Pfeffer ein Jahr vier Monate und die Draak drei Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft würbe in Anrechnung gebracht. Die drei letztgenannten Augcllagten nahmen bie Strafe an, während Krause und Kolberg crflärtcn, daß sie sich ihre Entschließung vvrbehiellen.
Canöwirticbaft
Die La n d a r b e i t s a u s st e l l u u g Straß bürg 1913* Tie Ausstellung für Landarbeit wird auf der 26. Wander-Aus- slellimg der Teiitschen Lanbwirlschasts-Gescll'chaft in Straßburq (5.—10. Juni) einen breiten Raum, noch umfangreicher als sonst, ctiincbmen, unb schon dadurch die Wichtigkeit der Vnnhnrbeiterftafle versinnbildlichen. Ein SebwarzwalbbauS am grünen Torfnnger, wo bie Volks- unb Jugenbspiele abgehalten werben, gibt beit äußeren Rahmen ab. Der Kampf gegen bie Abwanderung, wie er mit kleinen, aber durchaus nicht unwirksamen Mitteln geführt wird, findet in dem Außstellungsgebilde eine umfassende TarÜellimg, gleichzeitig aber auch eine bedeutende Förderung. Tiefe Jordernnii prägt sich besonders aus in den Ergebnissen des Preisausschreiben« für SBintcravbeiL zu dem Hunderte von Beiträgen aus dem ganzen Reiche beigcftcuert sind. Was der HauSfleis; an Schnitzereien, Webereien, Spißeiiklöpreleien unb dergleichen mehr hervorbringt, wird uorgefübrt. S(u§ Ostpreußen (Landwiitschaftskammeiß Baden, Elsaß, der Schweiz, aus zahlreichen anderen Gegenben ist eine Julie von Erzeugnissen gemeldet, bie befunben, daß es durchaus nicht an Gelegenheiten fehlt, bie es dem Landarbeiter ermöglichen, die Wiuterzeit in gennnnbringenber Weise auszufüllen. Aber auch der hohe Kunstsinn vieler Gebirte bc5 platten Landes, her aut hundert' jähriger Ueberlieferimg beruht, findet in der LanbarbeitsaiiSstellung eine Stätte ber Anerkennung unb der Förderung.
Generalversammlung des Deutschen Vühnenvercmr.
Eisenach, 14. Mai.
Iu Anwesenheit der hr'rvorragcndsten bcutsdren Bühnenleiter trat I>ier im Rathaussaale ber Deutsche Bühneu-Vc.rein au seiner 44. Generalversammlung zusammen. Den Vorsitz rührte Ge- nerol-Jntcnbant Graf von Hülsen Haeseler Der Geschäftsführer des Vereins Rechtsanwalt Dr. Artur Wolss erstattete den Ge schästsbericht, aus dem hervorgeht, daß fid> ber Verein der Zahl seiner Mitglieder nach auch ini verflossenen Jahre günstig ent nndek hat. 25 neue Bühnenleiter wurden ausgenommen. Die Untirstutzungskasse hat Zuwenbiiugen iu Hohe von 25 (XX) Mk cclxilten, von denen 24 000 Mark für wolsttatigc Zwecke ausgegeben würben. So itnirbcn ganzen Schauspiclercnscmbles, -die in Not geraten waren, Zuwendungen gemacht.
Baron von P u t l i tz sprach dann über den Entwurf zu einem Rcichstheatcrgcsctz. Er bemängelte vor allein die vorgesehene gegenseitige Kündigung und die Beüimmung, daß die Theaterleiter gezwungen sein sollten, sämtliche Kostüme zu liefern. Dadurch werde mancher Theaterleiter iu seinem Bestehen bedroht werben. Generalintendant <öraf von Seebad) jDresden) sprach über Mißstänbe in den Kincmalbgraphnt'THeatern. Es lag hierzu ein Sl n r t a g von Direktor Behrcnb unb Gc> iwssen vor, die Generaloersammlmrg wolle beschließen, ber Bühnen' Verein möge seine Mitg lieber bei den großen. Gefahren, bie jein cm Geschäftsbetriebe burrf) die sich immer mehr ausbreitenben Kinos cru^achfen, unbebmgt verpftickstnr, irgendwelche Anstlerische ober geschäftliche Unterstützung der Kinos ober Filmsabritcn zu unter* aisen, insbesondere den Mitgliedern bes Deutschen Bühnen* Vereins nicht gestattet sein, für bie genannten Unternehmungen dramatische Werke zu liefern, für sie Jns.zcnierungen zu leisten ob*;r ihren Mitgliedern die Erlaubnis zur Teilnahme an Filmau'' nahmen zu geben, sofern nickt bereits beftehendc vertragliche Sonbcvabmackmitgen bestehen. Die Slbffhnmung über den An* trag Bchrend gestaltete sich, ha fic Ixiujig von Verhandlungen über die Geschäftsoronung uulerorod^n würbe, sehr schwierig
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