Ausgabe 
16.5.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. N2 Zwetter Blatt

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Erscheint tSgifd) mit Ausnahme deS Sonntags. 4$

DieKiehener FasiMenblatler" werden dem .Anzeiger" vierinal wöchentlich beigelegt, das ..KreisBIatt für den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

165. Jahrgang

Lmtag, 16. iilai 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen ilniversitäts - Buch- und Sleindruckere'i.

R. Lange, Gieben.

Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schul» streße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:SEH2. Tel.-Adr.: AnzcigerGleßen.

Line neue Arisengesahr in der hessischen randWirtschastiichen Eenossenschastibank.

Von der Direktion der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank erhalten wir folgende Zuschrift:

Am 1. April d. Js. knalle man zur Verhütung eines Konkurses bei jenem Institute eine Gläubigerver­sammlung berufen, um eine Stundung der'den Ge­nossen schuft en schuldigen Beträge zu erwirken. Die Ver sammlung stimmte einmütig unter bestimmten Bedingungen dem Antrag zu. Nunmehr war es Sache des Vorstandes, die Zustimmung; von den einzelnen Genossenschaften auch schriftlich zu erhalten. In nicht -geahnter Weise sind die Zustimmungen bei der Verwaltung eingegangen und von 14,7 Millionen sind heute nur noch rund 212 000 Mk. rück­ständig. Die seit Wochen mit diesen Genossenschaften vergeb­lich gepflogenen Verhandlungen sind auch bis heute noch nicht abgeschlossen, und jedenfalls wird eine Versammlung dieser Gläubiger berufen, um durch gegenseitige Aussprache viel­leicht die Zustimmung z!u erreichen. Gelingt dies nicht, dann ist die Gefahr des Konkursans­bruch e s wieder in n ächste Nähe gerückt. Ob­wohl ja niemand das Odium auf sich nehmen will, Urheber des Konkurses zu sein, so ist es aber auch schon das lange Hinziehen der Abschlu^Verhandlungen ein Fehler, da dadurch der Vorstand in seinem! Handeln gehenrmt, die Ausführung von Beschlüssen verzögert und der Zustand fortgesetzt ein unsicherer bleibt. Es wäre des- lmlb wünschenswert, wenn im Interesse aller eine baldige Einigung zustande käme.

Wie aus verschiedenen Zeitungsnotizen ersichtlich ist, beschäftigt man sich auch in Abgeordnetenkreisen damit, Staats Hilfe mobil zu machen, um die Lage mildern zu helfen. Dieses Bestreben ist sehr anerkennenswert, doch sind die gemachten Vorschläge bis jetzt wenig systematisch, und sie müssen sehr vorsichtig geprüft werden, damit man den Genossenschaften damit nicht selbst eine Rute aus den Rücken bindet. Auch im Schoße der Regierung sollen be­sondere Maßregeln geplant sein, und so darf man hoffen, daß bei einmütigem Zusammenarbeiten von Regierung und Kammern etwas Ersprießliches heraus'kommen wird. Die Angelegenheit ist Landessache und geht beide Faktoren gleich viel an.

Ueber die Art der zu gewahrenden Hilfe kann man verschiedener Meinung sein. Soviel steht aber von vorn- l)erein fest, daß von der Unterstützung einzelner Genossen­schaften keine Rede sein kann. Was der Staat gibt, muß der Allgemeinheit zugute kommen; somit dürften alle Be­träge, die durch das Land aufgebracht werden, lediglich der, neu gegründeten Zentralkasse zugewendet werden, um diese stark und leistungsfähiger zu machen. Die Zentral­kasse, die ja für die Gesamtheit arbeitet, wird dann durch erleichterten Zinssatz und sonstige Maßnahmen alten Ge- noffenschaften, die sich ihr angegliedert haben, gleichmäßigen Nutzen zufließen lassen können.

_ liegt deshalb aus der Hand, daß die, die an dieser ^>taatsunterstützung teilnehmen wollen, der neuen Zentral lasse angeschlossen sein müssen, iueil ja nur durch sie die Hilfe zugeleitet werden kann. Wohl werden im Laufe der Aussprache weitere und noch bessere Vorschläge gemacht werden; eins muß jedoch immer im Auge behalten wer- den, eine direkte Unterstützung einzelner Genossenschaften, ixte dem Moratorium bei getreten sind, durch den Staat muß schon der Konsequenzen wegen ausgeschlossen bleiben.

Statistik der rrraftfahrzeuge.

Das 1. Vierteljahrsheft 1913 zur Statistik des Deut­schen Ruches enthält n. a. die Statistik über den Bestand an .Kraftfahrzeugen und über Unfälle, die sich beim Verkehr mit Kraftfahrzeugen ereigneten, sowie eine Ueber- sicht über den Verkehr ausländischer Kraftfahr­zeuge und außerdem eine Reihe von Gegenüberstellungen zwischen dem Bestand an Kraftfahrzeugen und den vor­gekommenen schädigenden Ereignissen. Am 1. Januar 1913 wurden i m Deu t sch en R eiche / 7 ,89 Kra f t fa I) r- 5 ? uge f e st g e st e l l t, von denen 70 085 zur Personen- und 7704 zur Lastenbeförderung dienen. Die Zunahme gegen das Vorjahr beträgt 12339 Kraftfahrzeuge == 18,9 v H. Unter den Personenkraftfahrzeugen befanden sich 20325 = 29,0 v. H. Krafträder, deren Zahl gegen das Vorjahr um 367 = 1,8 v. H. zugenommen hat. Unter den 7704 zur Lastenbeförderung dienenden Kraftfahrzeugen waren nur 123 1,6 v. H. Krafträder. Von den Personen­kraftfahrzeugen wurden 26 678 == 38,0 v. H. im Handels­gewerbe uno in sonstigen Gewerbebetrieben, 26 408 = 37,7 v. H. für Vergnügung?- und Sportzwecke, 8249 = 11,8 v. H. für andere BernfSzwecke, z. B. für Aerzte und Feldmesser verwendet, 7031 = 10,0 v. H. waren Kraftdroschken unö Kraftomnibusse, deren Zahl gegen das Vorjahr um etwa 1800 = 33,6 v. H. zugenommen hat. Die zur Lastenbeförde- rnng dienenden Kraftfahrzeuge sind seit dem Vorjahr von 5549 auf 7704 angewachsen, haben also einen Zuwachs von 2155 38,8 v. H. gehabt.

In der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 haben 22326 ausländische Kraftfahrzeuge die Reichsgrenze überschritten, darunter befanden sich 1406 Krafträder. Aus Frankreich stammen 7990 = 35,8 v. H. Kraftfahrzeuge, aus Oesterreich-Ungarn 6117 = 27,4 v. H., aus der Schweiz 2500 =- 11,2 w H., aus Belgien 1654 -- 7,4 v. H., aus den Niederlanden 1626 = 7,3 v. H., aus Großbritannien 737 und aus den Vereinigten Staaten von Amerika 487. Der stärkste Verkehr ausländischer Kraft­fahrzeuge trat, ebenso wie im Vorjahr, int August 1912, und zwar mit 4915 Kraftfahrzeugen ein, im Juli 1912 überschritten 4198, im September 1912 2748 und im Juni 1912 2618 Kraftfahrzeuge die deutsche Grenze.

In der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 aelangten 10105 schädigende Ereignisse beim Verkehr mit Kraftfahrzeugen zur amtlichen Kenntnis, an denen 10 864 Kraftfahrzeuge beteiligt waren. Von den

Führern der Kraftfahrzeuge konnten 10121 = 93,2 v. H. ohne weiteres der Person nach festgestellt werden, 166 = 1,5 v. H. machten einen Fluchtversuch und 577 = 5,3 v. H. gelang es zu flüchten. Bei den schädigenden Er­eignissen wurden 5542 Personen verletzt und 442 Personen getötet. Von den Verletzten waren 407 = 7,3 v. H. Führer, 1045 = 18,9 v. H. Insassen von Kraftfahrzeugen und 4090 --- 73,8 v. H. dritte Personen. Unter den Getöteten befanden sich 34 = 7,7 v. H. Führer, 61 = 13,8 v. H. Insassen vdn Kraftfahrzeugen und 347 = 78,5 v. H. dritte Personen. Der entstandene Sachschaden betrug 2 281283 Mark, von welchen 1864 303 Mark = 81,7 v. H. auf Schäden entfielen, welche die beteiligten Kraftfahrzeuge erlitten. Von den 577 Kraftfährzeugfülirern, welche nach eingetretenem Unfall flüchteten, wurden 341 nachträglich ermittelt, es blieben somit 236 Kraftfahrzeug­führer unbekannt. Bei dieser Art von Unfällen wurden 146 Personen verletzt, 7 getötet und ein Sachschaden von 15109 Mark herbeigeführt.

Von den an den Unfällen beteiligten Kraftfahrzeugen dienten 9452 der Personenbeförderung, es entfallen somit auf 100 Personenkraftfahrzeuge 13,5, welche Unfälle er­litten haben; im Lastenverkehr stellt sich die Zahl auf 17,7. Am ungefährlichsten haben sich die Personenkrafträder er­wiesen, welche nur mit 1,0 v. H. an den Unfällen beteiligt waren. Am häufigsten, nämlich mit 26,2 v. H., waren Personenkraftwagen mit 16 bis 40 PS an den schädigen­den Ereignissen beteiligt. Unter Berücksichtigung des Ver­wendungszwecks ergab sich, daß die im öffentlichen Fuhr- verkehr benutzten Wagen am häufigsten an Unfällen teil­nahmen (100:65,7), es folgten dann mit 15,6 die Fahr­zeuge im Dienste öffentlicher Behörden, danach mit 13,2 die Vergnügungs- und Sportfahrzeuge.

politische Tagesschau.

August Thyssen und der Fall Krupp.

Mehrere Blätter hatten in Besprechungen des Falles Krupp die Behcnrptung aufgestellt, das Material, auf Grund dessen der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Lieb­knecht kürzlich im Reichstag die bekannten Anschuldigungen gegen die Firma Krupp erhoben hat, sei dem Abgeordneten von Herrn August Thyssen in Mülheim an der Ruhr oder dessen Firma durch Vermittlung der Zentrumspartei, und zwar des Reichstagsabgeordneten Erzberger, zur Ver­fügung gestellt worden. Herr Erzberger habe ursprünglich beabsichtigt, dieses Material selbst zu verwenden, habe es aber dann vorgezogen, die Ausbeutung des Materials dem sozialdemokratischen Abgeordneten zu überlassen, in der Erwartung, daß auch so der Zweck der Bekanntgebung, d. h. die Wahrung der Interessen der Firma August Tlchssen, erreicht werde. Herr Slugust Thyssen versendet nun folgen­des Schreiben:

Aus verschiedenen Zeitungsblättern, die mir zügesandt worden sind, 'habe ich ersehen, daß neuerdings auch die Behauptung aus­gestellt worden ist, daß das Material, auf Grund dessen Herv Reichstagsabgeordneter Liebknecht kürzlich inr Reichstag die be­kannten Anschuldigungen gegen die Firma .Krupp erhoben hat, ihm von mir loder meiner lFirma durch Vermittlung der Zentrums­partei beziw. des Herrn Reichsiagsabgeordneten -Erzberger zur Verfügung gestellt worden sei. Ich kann dazu nur erklären, daß mit dieser Sackte weder ick) noch meine Firma das ge- ringste zu tun h a b e daß ich sowohl wie meine Firma mit dem Herrn Reichstagsabgeordneten Liebknecht weder in un­mittelbaren noch mittelbaren Beziehungen gestanden haben ober stehen, wir auch kein Material besessen haben oder besitzen, welches zu solchen Anschuldigungen Anlaß geben könnte.

Wie das Wolfs-Bureau von unterrichteter Seite erfährt, hat sich die Firma Krupp, zu deren Geschäftsgepflogen­heiten es bisher nicht gehörte, zugehenden Drohbriefen irgendwelche Beachtung zu schenken, in Verfolg der be­kannten Reichstagsverhandlungen inzwischen in'mehreren Fällen veranlaßt gesehen, derartige Drohbriefe, die ihr in letzter. Zeit von früheren Beamten zugegaugeu sind, der königlichen Staatsanwaltschaft zur weiteren Ver­folgung zu übergeben. Einer dieser Erpresser hat es gewagt, in einem solchen Drohbrief eine vor Jahren im Auftrage der Familie Krupp durch die Firma erfolgte Ueberweisuug des Betrages von 250 000' Mark für das Offizier- G e u e s u ugshei m i in Taunus, für wel­ches bekanntlich damals von den verschiedensten Seiten zahlreiche Stiftungen gemacht worden waren, als eine Untcr- provisiou für das Militärkabinett Sr. Maj. des Kaisers zu bezeichnen.

Aus Oclkn.

Ans dem Bittschriftenausschuß.

bs. T a r m ft a b t, 15. Mai. Der Vierte Ausschuß hielt heute morgen eine Sitzung ab, in der in der Hauptsache über die Vor­stellung des Heinrich Boden Häuser, betreffend Wirtschafts­konzession, besprochen wurde. Die Angelegenhelt mußte als er­ledigt betrachtet werden, da bereits ein gerichtliches Urteil vor- liegt. Die Vorstellung des Gemeindevorstandes in Butzbach wegen Beseitigung des 60 Meter langen Rayons um die Straf­anstalt Butzbach wurde noch vertagt. Ebenso wurde die Vorstellung der M i l i t ä r a n w ä r t e r über Vermehrung ihrer Stellen ver­tagt, weil die Regierungsantwort hierzu noch aussteht. Eine Vor­stellung über die Anstellungsverhältnisse der O r t s - u n d Poli- .z e i d i e n e r wurde für erledigt erklärt, weil die Wünsche durch die neue Landgemeindeordnung schon erfüllt sind. Die Besprechung der Vorstellung des ärztlichen Kreisvereins wegen Errichtung eines U n f a l l k r e i s k r a n k e n h a u s e s in Gießen wurde vertagt, weil erst Klarheit über die Gerüchte von der Grün­dung eines solchen Krankenhauses in Frankfurt geschaffen werden soll. Einige weitere Vorstellungen mußten wegen Ab­wesenheit der Rescrenten zurückgestellt werden.

lürebe unb Scbitle.

Verwendung von Lehrern an benschen Schulen im Ausland.

Von unterrichteter Seite erhallen wir folgende inter­essante Information:

Nach Mitteilung des Auswärllgen Amtes hat in den letzten Jahren die Zahl der deutschen Schulen im Aus­lande, die zur Nachweisung von Lehrkräften in Bedarfs­fällen die Vermittelung des Auswärtigen Amtes in An­spruch nehmen, erheblich zugenommen. Beispielsweise sind im letzten Jahre 70 akademisch oder seminaristisch gebil- bctei Lehrkräfte durch das Auswärtige Amt ins Slusland

entsandt worden. Tas Auswärtige Amt wünscht deshalb, daß ihm alljährlich, wie dies bereits von den Regierungen in Preußen, Hamburg und Elsaß-Lolhringen geschieht, auch von der Großh. Hessischen Negierung einige etwa 10 bis 15 Lehrkräfte, die an Auslands- schulen übertreten wollen und dafür besonders ge­eignet erscheinen, in einem regelmäßig etwa zum 1. August jedes Jahres zu übermittelnden Verzeichnis namhaft ge­macht werden.

Es kommen einstweilen nur unverheiratete und nicht über 30 Jahre alle, seminaristisch oder akademisch gebil­dete Lehrer in Frage. Dem Verzeichnis sind beglaubigte Abschriften der Prüfungszeugnisse, Lebenslauf, Gesund­heitszeugnis und Photographie der Bewerber, sowie eine eingehende Aeußerung über ihre Persönlichkeit und be­rufliche Tüchtigkeit und eine Angabe über die Höhe ihres Einkommens beizufügen. Wünsche auf Verwendung in be­stimmten' Ländergebieten können ausgesprochen werden, abgesehen von Frankreich, England, Oesterreich- Ungarn, der Schweiz, Nordamerika unb den deutschen Schutzgebieten. Die in dem Verzeichnis aufgcführten Bewerber werden für den Auslandsschuldienst vörgemerkt und sobald eine für sie geeignete Stelle frei wird, nähere, Mitteilung über die Anstekkungsbedingungen, sowie An­gaben über die betreffende Schule erhalten. Eine Ver­pflichtung zur Annahme einer etwa frei werdenden Lehrer­stelle würde die Meldung nicht in sich schließen. Die Mel­dungen müssen mit den erforderlichen Anlagen durch die vorgesetzte Kreisschulkommission spätestens bis 30. Jlutt eines jeden Jahres bei der Schulabteilung Großh. Mini­steriums einlaufen.

Die Weltausstellung in Gent.

Gent, 15. Mai. Auf der Weltausstellung wurde heute das Koloniatmuseum in Anwesenheit des Königs eröffnet. Der König hielt eine Rede, worin er von der Stongotohmic sprach und ausführte, die Zeit fei gekommen, die Rechte unb Pflichten genau festzulegen, bic das^ Mutterland unb die Kolonie gegeneinander hätten, damit die Kolonie im Rahnien möglichst autonom werbe unb aus ihren Reichtümern Nutzen ziehe. Die Belgier hätten zuerst die Zukunft Zentralafrikas erkannt und müßten sich daher bemühen, sie zu sichern.

Arbeiterbewegung.

A m e r i k a n i s ch e A r b e i t e r u n r n h e n.

New Pork, 16. Mai. Streikende Seidenweber in Pater-' fon, die nach Verurteilung ihres Führers wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten verbittert waren, stahlen 500 Kilogramm Dyna­mit und drohten, das Gericht in die Luft zu spren­gen. 5000 Weber, verstärkt durch streikende Bergleute, durch­zogen drohend die Straßen. Wiederholt versuchten sie, Bahn- züge zur Entgleisung zu bringen, in denen Arbeits­willige fuhren.

vezirkstierschau Gießen.

G i e ß e n, 15. Mai.

Heute vormittag hielt der Landwirlschrrftskammer-Ausschocs; für Oberhessen seine zweite Bezirkstierschau auf der Hardt ab. Brauereibesitzer Bichlcr hatte einen hierzu geeigneten Platz bereitwillig zur Verfügung gestellt.

Die Vogelsberger waren nicht so stark vertreten wie in Grünberg. 18 Tiere wurden angemeldet und 16 Stück tvaren aufgetrieben. An der Schau beteiligten sich die Orte Steinbach, Großen-Linden, Watzenborn, Heuchelheim und Leihgestern mit 14 Ausstellern. Dies entspricht 64 Prozent der zur Kreissäiau angemeldeten Züchter. Die Prämiierung erfolgte lßer auch wieder aus Grund des Punktierverfahrens. Bemertenswer't ist, daß die hier vorgefüh-rten Tiere nickst allein unter sich konkurrierten, sondern daß auch die Punktierergebnisse von Grünberg zum Ver­gleich herangezogen wurden. Aus Grund dieser Vergleichung sind noch zwei Ehrenpreise des Krcisrinderzrlchtvereins nach­träglich der ttzemeinde Queckborn bczw. Karl Pitz-Lauter anstatt der bereits zuertännten 1. Preise verliehen worden.

Die Ziegen waren in stattlicher Anzahl vertreten. Im ganzen waren 2 Böcke und 53 Ziegen angemeldet, wovon 6 Ziegen ausgeblieben sind^ Die Tiere kamen aus Großen-Buseck, Gießen, Großen-Linden, Trohe und Mten-Buseck. Nickt vertreten waren Watzenborn-Steinberg, Steinbach, Burkhardsfelden, Treis a. d. L. unb Taubringen. Von den Anmelbern zur Kreisschau haben sich hier nur 36 Prozent eingefunden. Der geringe Prozentsatz erklärt sich dadurch, daß so viele Orte nicht Der treten waren. Inr großen ganzen wurde das vorgeführte Material nicht für sehr preiswürdig befunden, was Preisrichter Spieß bei Vorfühnmg der prämiierten Tiere besonders betonte. Er macht den Vorschlag, nur Ziegen und Böcke mit guter Abstammung und bester Be- sckwffenheit zur Zucht aiiszustelleii. Ebenso rät er auch ab, die Ziegen, die erst int Mai oder Juni geboren werden, schon int kommenden Herbst zum Bock zu führen. Er empfiehlt, diese Tiere erst im folgenden Jahre belegen zu lassen.

Tas Prämiierrmgsergebnis ist folgendes:

A. Vogelsberger. Klasse 3 Kalbinnen: Ludwig Menges VII. Ww.-Großen-Linden 1. Preis; Jalob Haas VII.- Steinback 2 Preis. Klasse 4 jüngere Kühe: JaL>b Rinn XXIII.-Heuchelheim 1. Preis: Johannes Lutz IX. Großen- Linden : Georg Hosmaim-Großen Linden 3. Preis; Balthasar .Hirz Vl.-Watzenborn Anerkennung. K lasse 5 altere K ü h e: Ludwig Menges VII. Ww. Großen Linden Ehrenpreis des Kckeis- rinder'.uchtvereins; .Heinrich Gilbert II.-Heuck^elheim 1. Preis: Karl Pauli I.-Leihgestern 2. Preis; Heine. Rinn XII.-Heuchelheim 2. Preis; Jakob Schmidt III.-Heuchelheim und Ludwig Rinn XI.- Heuchelhcim je ein 3. Preis. Außerdent erhielten je eine An­erkennung: Jakob Schmitt-Leihgestern, Ludwig Neipel II. Kencl'et- heim imb Lrckw. Rinn XI.-Heuch. lheim. Klasse 6 F a m i f i e n: Ludwig Menges VII. Ww.X^roßen-Linden 1. Preis und Jakob Haas VII.-Steinbach 3. Preis.

B. Ziegen. Klasse 1 Böcke: Gemeinde Großen-Buseck 2. Preis unb Ortsziegenzuchtverein Gießen eine Anerkennung §o ält e re Ziegen: Heinr. Pfeiffer VIII. Großen- Buseck ünd Phil. ^cheld-Großeir-Buseck je ein Ehrenpreis des KreisziegenzuchtvereiiiS; Malle Bvpf Ww.-Größen Linden 1 Pr ' Ludwig Weiß II.-Großen Linden, Hllnr. Jörb Großen Lindem öcinr. ^chundt-Trohe und Georg Schäfer-Gießen je ein 2 Preis Lndw. Klug-Trohe, Justus Stecker-Alten-Buseck, Jean Weisel' Gießen Karl Ploch-Gießen, Wilhelm Müller III. Großen-Buseck, Ludlv. Artz-Großen-Lrnden, Wilhelm Schaum-Großen Linden und Mallrn Schmall-Gießen je ein 3. Preis. Außerdem erhielten je erne Anerkeirnmig: Gottlieb Helfenbein 'Gießen, Karl Hochstein, Marie Hahn, Wilhelm Scheid III., Ehr. Pseifser, Ebr. Siegfried, Konrad Opper, sämtlich in Großen-Buseck, Kaufmann Marx, Pb. Schmidt IV., Hllnr. Benrlsarbt, Karl Henn cd, Jobs. Bruder, .Karl Faber, Heinrich Leun, sämtlich in Großen-Linde», Will). Valeiuin- Gießen, Karl Loth-Trohe und Karl Schwrnz Trohe. Klasse t jüngere Ziegen: Heinrich SGvalb-Trohe 2. Preis und Wilh.