in jahrelangem Dienst bewährt und die die Assistentenprüfung abgelegt haben, zu Assistenten befördert werden.
Auch diese Beamten, die meist als Eisenbahngehilfen eingetre- ten sind, weil sie nicht die Mittel besahen, auf ihre Einberufung für die mittlere Karriere zu warten und jalwelang ohne Gehalt zu supernumerieren, sind häufig im Besitz des Einjährigen- oder Primaner-Zeugnisses oder kommen auS einem anderen Berufe, wie aus dem Kausmannsstande, Lehrerstande usw.
Nach alledem wird wohl kein objektiv und gerecht denkender Mensch den in schwerem, verantwortungsvollem Dienst stehenden Eisenbahnassistenten die ihnen für das nächste Jahr zugesagte Bcsoldungserhöhung und die damit abermals hergestelltc Gleichstellung mit den Postassistenten mißgönnen.
Aus Hessen.
Aus den Vorbemerkungen
zu der vergleichenden Uebersicht der Ein- ronrmen- und Vermögenssteuer im Großherzogtum Hessen
für das Steuerjahr 1913 gegen das für 191*2 ist nach der amtlichen Statistik hcrvorzuheben: Ter Hauptausschlag der direkten Staatsfteuern für 1913 hat ein überaus günstiges Ergebnis geliefert, während für 1912 nur ein Betrag von I8V2 Millionen Mark und damit gegen 1911 ein Mehr von 630 000 Mark veranlagt worden war, hat der Hauptausschlag des Jahres 1913 den Gesamtbetrag von 19 650072 Mark 00er ein Mehr von über einer Million oder von nahezu 6 Proz. erbracht. Diese bedeutende Zu- nahme im Ertrag der direkten Staatssteuern für 1913 ist naturgemäß in erster Linie bedingt durch einen günstigen Abschluß der Veranlagung zur Einkommensteuer. Diese bringt bei einem Gesamtaufkommen von 14941 145 Mark gegenüber dem Vorjahre ein M>ehr von 843 087 Mark oder von nahezu 6 Proz. und damit beinahe 80 Proz. des gesamten diesjährigen Steuerzugangs. Fast die Hälfte dieses Zugangs an Einkommensteuer entfällt auf die Provinz Starkenburg. Trotzdem somit auf Starkenburg der größte Teil des Zugangs entfällt, ist auch diesmal, wie im Vorjahre, der Einkommensteuerertrag in den Finanzämtern Beerfelden und Seligenstadt zurüctgegangen. In allen übrigen Finanzämtern ist eine Zunahme zu verzeichnen, die absolut und relativ größte Zunahme hat das Finanzamt Mainz III aufzuweisen, das nicht weniger als 143 000 Mk. oder 22,8 Proz. an Gnkommensteuer mehr als im Vorjahre veranlagt hat. •
Die Städte des Landes weisen durchweg einen Zugang an Einkommensteuer auf. Tie relativ größte Zunahme hat Bensheim zu verzeichnen, desseu Einkommenfteuervetrag sich bei einem Gesamtaufkommen von 138 581 Mark um IOV2 Proz. erhöht hat. Die relativ geringste Zunahme l)at Bingen mit einem Mehr von 2,9 Proz. erfahren. In absoluter Beziehung steht Alzeh an letzter Stelle. Worms bringt cm Mehr von 9,47 Proz., Gießen von 5,13 Prozent.
Im ganzen Großherzogtum sind in diesem Jahre zur EinkoTnmensteuer 10456 Personen mehr als im Vorjahre, zusammen 393 509 Personen zur Einkommensteuer veranlagt. Von diesen kommt die Hälfte mehr auf Starkenburg, während Oberhessen nur 2202 und Rheinhessen 2286 Steuerpflichtige mehr, wie im Vorjahre, hat.
Arbeiterbewegung.
Ter Marburger Bauarbeiterausstand dauert weiter.
X Marburg, 14. Aug. Gemäß dem in der letzten Stadtverordneten sitzung mit allen gegen eine Stimme gefaßten Beschlüsse, der Magistrat möge noch einmal versuchen, den Frieden im Baugewerbe wieder herzustellen und die strittigen Parteien zu einigen, hatte der Oberbürgermeister auf heute Einladungen zu einer gemeinschaftlichen Sitzung ergel-cn lassen. Während die Vertreter der Arbeiter wie früher geneigt waren, in Verhandlungen einzutreten, haben die Unternehmer geschrieben, daß sie sich auf Feine Verhandlungen Anlassen, sie seien jedoch geneigt, die Arbeiter nach Bedarf einzustellen. Tie Arbeiter haben dies Anerbieten abgelehnt, und so besteht der Ausstand, der sich auch in anderen Berufen schon unangenehm fühlbar macht, so lange iveiter, bis die Kalamität auf andere Weise zu einem Abschluß gebracht wird.
Aus Stadt und
Gießen, 15. August 1913.
Reisermfall auf einer Zwischenstation. Hastet der Eifenbahufisktts?
In der jetzigen Reisezeit dürfte «eine Entscheidung des Reichsgerichts interessieren, die sich mit der Frage besaßt, ob und wann ein Unfall, den ein Reisender beim Aussteigen aus dem Zuge auf einer Zwischenstativn erleidet, als Betriebsunfall anzusehen ist, für den der Eisenbahnfiskus aufzukommen hat. Tas Reichsgericht bejaht diese Frage, und zwar mit der Begründuncl, daß das Aussteigen des Reisenden auf den Zwischenstat'ionen bei hinreichender Aufenthaltsdauer von der Eisen- balnwerwvltung g e st a 1 t e t und allgemein üblich sei und daß sogar vielfach der Aufenthalt grade 31t dem Zwecke länger bemessen werde, um den Reisenden GMegenljeit zum Einkäufe von Erfrischungen 3111 geben. Der Kläger nmr während einer Eisenbahnfahrt, als der Zug auf der Z w i f ch e n st a t i 0 n O st r 0- wo hielt, beim Aussteigen gefallen und hitte sich crbcblid) verletzt.
Auf seine gegen den Eisenbahnfiskus erhobene Kla,re batte das Oberlandesgericht Posen als Berufungsgericht entsdsteden, daß ein Betriebsunfall vorliege, der den Eisenbahnfiskus haftbar mache. Zu demselben Ergebnis getaugte auch das Reichsgericht, das zu der Frage des näheren ausführt: Tas Reichsgericht hat bereite wiederholt ausgefproelren, daß Unfälle der Reisenden beim Aus- steigen aus den Eisenbahnwagen ohne weiteren Nachweis als mit dem Betriebe der Eisenbahn zusammenhängend anzusehen feien, und daß es Sache der Eisenbahnverwaltung sei, im einzelnen Falle besondere Umstände darzutun, die eine alNveickrende Annahme zu rechtfertigen vermöchten. Diese Rechtsprechung, an der festzu- halten ist, hatte freilich durchweg Fälle zum Gegenstände, in welchen tiu Reisender am Zielpunkte seiner Reise beim Aussteigen aus dem Zuge einen Unfall erlitten hatte, während der Kläger, als er in Ostvowo beim Verlassen des Zuges zu Fall kam, noch nicht am Zielpunkte seiner Reise angekommen war,.sondern sich nur auf dem Bahnhof etu-vs zu taufen und dann die Fahrt mit demselben Zuge forlznfetzen beabsichtigte. Tiefer Umstand rechtfertigt aber keine abweiä-ende Beurteilung. Tenn, wenn das Aussteigen aus einem haltenden Zuge überhaupt ein zu dem Eisenbahnbetriebe gehöriger Vorgang ist, so tarnt es in rechtlicher Hinsidst zu dem keinen Unterbiet) madjen, ob das Aussteigen am Zielpunkt der Reise oder nur während des Aufenthalts auf einer Zwischenstation erfolgt, zumal das Aussteigen auf den Zwischen statiouen bei hinreichender ?lufenthaltsdauer von der Eisenlwhnverwaltung gestattet und allgemein üblich ist, vielfach sogar der Aufenthalt grade zu dem Zudecke länger bemessen ist, um den Reisenden Gelegenheit zum Verlassen des ZugeS zwecks Einkaufs von Erfrisdumgcn zu geben. Eine abweidxnde rechtliche Beurteilung hat das Reichs gericht nur dann cinttetrn lassen, wenn ein Reisender einen Unfall nicht beim Ausstckgen selbst, sondern nach dessen Beendigung auf dem Bahnsteig erlitten hat, z>. B. beim Verlassen des Balm- hofs auf dem Bschnsteig infolge Glätte zu Fall gekommen ist. In solche»: Fällen ist das Vorliegen eines Betriebsunfalls verneint worden, weil es an einem unmittelbare»! Zusammenhänge des Un falls mit einem besonderen Betriebsvvrgange fehle, insbesondere auch fein durch den Eisenbahnbetrieb gebotener Anlaß zu besonderer Elle bestehe.
Inwieweit dieser Grundsatz äüf den Fall anzuwendeu ist, in welchem ein Reisender wahrend einer kurzen Fahrtunterbrechung auf dem Bahnsteig hinstürzt, bedarf gegcnnxärtig fritier Erörterung, weil der Kläger, wenn seine Darstellung richtig ist, während des Aussteigens selbst zu Fall gekommen ist, und der Sturz gerade darauf beruht, daß der Rand der Kiesaufschüttung bei dem durch das ?hteftetgen verursadsten heftigen Ausstößen des Fußes des Klägers nachgegeben hat. Tie Annahme des Berufungsgerichts, daß hiernach ein Betriebsunfall vorliege, ist daher nicht rechtsirrig.
** Elektrische Ueberland-Anlage. Am Samstag, den 9. d. Mts., abends 6 Uhr wurde der Betrieb der Fernleitung Kraftwerk Wölfersheim—Rieder-Florstadt—Kon- radsdorf—Lißberg—Hirzenhain mit den Abzweigen nach Nidda und Schotten unterbrochen. Die Ursache der Störung bestand darin, daß durch Sprengarbeiten im Basaltbruch zu Ortenberg gewaltige Steine über die Straße geschleudert wurden und sowohl die Leitungen der Ueberland-Anlage als auch die der Reichspost durchschlugen. Die Betriebsleitung setzte sofort die Strecke bis nach Konradsdorf wieder in Betrieb. Die Repa- rattirarbeiten in Ortenberg rourbcit sofort aufgenommen und waren abends 10 Uhr beendet. Unmittelbar darauf konnte die Stromlieferung nach Ortenberg, Hirzenhain, Nidda und Schotten wieder ausgenommen werden.
• • 200 Mark Belohnung. Nachdem im hiesigen Schlachthofe wiederholt Kalbfelle zerstochen wurden, hat die Metzgerinnung die seinerzeit festgesetzte Belohnung auf Ergreifung des Täter? von 50 Mk. auf 100 Mark erhöht. Gleichzeitig hat sich die Stadtverwaltung bereit erklärt, eine Belohnung von 100 Mk. auSzusetzen. Bisher ist es trotz der eifrigsten BeobaAttmg seitens der Verwaltung des Schlachthofes nicht gelungen, den Täter festzustellen. Der Verlust, der den Metzgern durch diese Beschädigungen erwächst, ist ein bedeutender; »vird doch durchschnittlich für jedes Loch im Fell 1 Alk. in Abzug gebracht. Vielleicht sporne»» die 200 Mark Belohnung zu schärferer Beobachtung auch von Seiten der Metzger an.
* • Städtische Steuern. In den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt wird an die Zahlung des zweiten Ziels Gemeindesteuern und Kanalgebühren für 1913 gemahnt. Nach den wiederholten Bekanntinachungen des Oberbürgermeisters »verden besoirdere Mahnzettel hierfür nicht mehr zugestellt. Die Zahlung kann noch bis zum 30. August ohne Koste»» bei der Stadtkasse erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die PfändungSkosten erhöbe»» werden.
* * Papier, Früchte, Obstreste und sonstige Abfälle sollte man nicht auf Bürgersteige und Straße»» »verfen. Hierdurch »vecdei» die Straßen verunreinigt und Gefahre»» für die Passanten hervorgerusen, die durch Äusgleiten auf Obstrestei» und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können. (Siehe amtliche 'Bekanntmachung.)
** Das Ueberhändnehmen der Landstreicher und Spitzbube»» wird.nahezu beängstigend. Kaüm ist der schwere Einbruch in Beltershain ausgeführt, da haben an- scheinend die gleichen j»,gendlichen Gauner eine neue Untat ausgeführt, und zwar im Pflanzgarten zwischen Garbenteich und Lieh. Als hier mitten in» Walde mehrere Mädche»» mit dem Verpflanzen von Bäumchen nsw. beschäftigt wäre»», trat plötzlich ein gutgekleideter junger Mensch in den Pflanz- gcirten. Er fragte nach dem Förster, und als die ahnungslosen Mädchei» sagten, er sei fort, erklärte er, daß er und fein Freund sie jetzt alle erschieße,» würde. Die Mädchen flüchteten auf der anderen Seite dc§ Gartens hinaus und liefen nach Garbenteich zu, hinter ihnen die beiden Spitzb»»ben mit Revolvern, aus denen sie mehrere Schüsse abgaben. Em auf dem Felde arbeitender Mann ergriff mit den Mädche»» die Flucht. Die Gauner verfolgte»» die Fliehenden bis vor das Dorf, um dann wieder in» Walde zu verschwinden.
Landkreis Gießen.
A Klein-Lin den, 13. Ang. Die hiesigen Mitglieder des Eisenbahn-Konsumvereins Gießen — etwa 70—80 Personen — hielten in der „Deutschen Eiche* eine Versammlung ab. Es wurde beschlossen, eine Zweigstelle im hiesigen Orte zu errichten. Die Eröffnung soll am 1. Oktober im Hause de§ Bahnarbeiters Wilhelm Lenz im „kühlen Grund" erfolgen.
Kreis Friedberg.
L. Fri edberg , 13. Aug. Nach einen» Beschluß der Stadtverordnetenversammlung wird das hier in Garnison kommende Bataillon bei seine»»» Eintreffen festlich empfangen und bewirtet werden. — Nachdem 21 Lehrer des Hessenlandes dahier einen Zeichenkursus mitgemacht haben, wird demnächst wiederun» im Seminar für Volksschullehrer ei»» Kursus für Biologie und Naturlehre abgehalten »verden. — Heute traf eine Abteilung Mainzer Pioniere hier ein, um das alte Wasserbassin 511 sprenge»». Das frei werdende Gelände »vird zu Bauplätzen verwendet.
tz. Bad-Nauhcirn, 14. Aug. Ta in Horn bürg v d H verschiedene Personen vorn Hose des Zaren eingetroffen sind hat sich die Meinung verbreitet, diese Erden die Vorder ei ttmger'i für eine Kur der Zarii» in Bad-Rau heim treffen. Mas Gerücht, die Zarin würde im Herbst wieder die hiesige Kur gebrauchen, »st auch von verschiedenen Zeitungen verbreitet worden Terngegenüber erklärt aber das HofmarsckMamt in Tarrnstadt daß von einem demuächstigen Besuch der Zarenfamilie in Hessen und von einem Kurgebrauch der Zarin in unserer Badestadt nichts bekannt sei.
— Vilbel, 13. Ang. Am Samstag morgen gegen 5 Uhr gab cs einen Zusammenstoß zwischen Dresch, maschinenarbeitcrn und drei Herren von Vllbel, in dcffcn Verlauf der Kaufmann Anton Brod, in Vilbel drei Messerstiche erhielt. Die Stiche am Kopf und an der rechten Hand waren derart, daß sofort ärztliche Hllfe in Anspruch genommen werde»» mußte. Der kleine Finger der rechten Hand mußte bis auf das letzte Glied abgenommen werden. Der Mefferheld, in Frankfurt wohnhaft, ist verhaftet roorben.
Starkenburg und Rhein heften.
m. Offenbach a. M., 15. Aug. Stadtvervrdnctcn- ö e r 1 ammlung. Rach mehrwöchiger Pause ttaten gestern die Stadtverordneten zu ihrer ersten Sitzung nach den Serien zu fainmen. Unter den Mitteilungen gab der Vorsitzende Oberbittner- meister Dr. Dullo der Versammlung Kenntnis von dem Ausgang, des Stte»tverfährens bezügllch der Verlelluuig des Titel« Ven »cherungsamtmann an den amtierenden Vorsteher des hiesigen Versicherungsamtes burd» die Stadtverodnttenver- sammlung, der front Kreisamt beanstandet worden mar Tas von der Stadt dieserhalb anhängig gemachte Streitverfahren ist nunmehr in der letzten Instanz zu Ungunsten der Stadt entschieden worden. Ls in anderen hessischen Städten ähnliche Titel ver-
llehen wurden, sollen nunmehr Erkundigungen darüber eingezoge» werden, ob man dort ebenso borgegange»» ist. — Zu den Wald- Erholungs statten Frankfurts tourbe ein Beitrag von 300 Mark und dem Verein für Vogel- und Geflügelzudst 50 Mark öpr Stiftung eines Stadtpreises für die 6. hessische Landes- geftugelausstalltmg in Offenbach gewährt. — Um der Zweiten- H ypot Heren nv t entge<jci»3iuftcuern, erklärten sich die Stadtverordneten mit der grundsätzlichen Bereitwilligkeit zur Uebemahme - ber 93ürgfcbnTt bereit für den Fall, daß die hessische Landeshppo- toefenbant oder ein anderes Geldinstitut die Beleihung nach dem Wiesbadener Muster und auf der Grundlage von ortsgerichtlichen Taxatoren gewährt. — In den Sonderausschuß für den Abschluß von Verträgen über Anschlüsse an das Elektrizitätswerk wurden die Stadtverordneten Hagedorn, Stadtmüllcr und Reuter gewählt. Der Ausschuß wurde dabei ermächtigt, bet der Vergebung der Lieferung von Gegenständen, die starken Preisschwankungen unterliegen, wie Kabel nsw., die der Stadtverord- netenver,ammlung bei Arbeitsvergebungen gesetzlich vorbehaltene Zuchmmung zu erteilen. — Die Rechnung der Oberrealschule am Friedrichsplatz schließt ab in Einnahme mit 144 591 Mark und in Ausgabe mit 144 559 Mark, die Oberrealschule am Stadthaus hat eine wirkliche Einnahme und Ausgabe m>n 95 473 Mark. — Für die Ausstattung der neuen Sani t ä t s wa che wurden 400 Mark nachbewilligt. — Für die Llbgabe von Kaffee während der Arbeitszeit an die Hafenarbeiter wurden 900 Mark und für die Beschaffung von Diensttleidung, Seife, Handtücher für diese Arbeiter 600 -Mark bewilligt. — Zum Schluß gabs noch eine Debatte über die Entsendung .von Stadtverordneten zu der Leipziger Baufachausstellung.
Kreis Wetzlar.
w. We tzlar, 14. Ang. Um die erledigte Stadt- bau»»«eisterstelle waren insgesamt 196 Bewerbungen eingegangen. Architekt Fritz Böhm aus Pforzheim wurde ein- stimi»»ig voi» unserer Stadtverwaltlmg für diesen Posten auserschen.
Heffen-Naffau.
h. Frankfurt a. M., 13. Aug. Die städtische Sparkasse hat infolge des e»npfindlichei» Kurssturzes mancher Wert-, besonders Staatspapiere, 503 012 Mark i^ren Wertpapieren abschrciben müssen; ebenso mußte sie zur Deckung der Kursverluste weitere 351 884 Mark den Re- server» entnehmen, wod»,rch sich die Rücklagen auf 239 113 Mark verringerten.
Wandern und Reisen, Räder.
Rund um Gietzen.
W e»lbu r g—Knotcn—D r»ed 0 rf.
Um 7.20 Uhr fahren wir ng.ch Weilburg. Den schwarzen Str»chen folgend gelangen wir »ueist durch Wald nach Merenberg, ^as Torf wird von einer Ruine beherrscht, deren Turm be- stc»gbar »st. Von oben prächtige Rundsicht nach allen Seiten. Hartrad II. von Merenberg war mit Irmgard von Gleiberg vermählt. Oestlich von Merenberg liegt die Höhenburg, ein 395 Meter hoher Berg mit Resten eines Ringwalles. Voi» der Ruine führen rote Keile, die bei Basig wieder auf die roten Punkte treffen. Wir folgen ihnen juciter und gelangen teils durch Wald, teils burdj Feld an der im Gestrüpp versteckten Maienburg vorbei nach Mengerskirchen, einem Flecken mit altem Schloß, der Endstation der Kerkerbadchahn. Von hier führen die Zeichen nach dem 604 Meter hohen Knoten, lieber ihn führte ehedem die Rheinstraße nach Dillenburg. Er beherrscht den südöstlichen Westerwald. Der Einsiedler, das Petermännchen t»on Elsoff, der hier gelebt haben soll, ist 'eine in Sagen bekannte Figur.*) Vom Knoten wenden wir uns nach Münchhausen und Triedorf, das sdwn früher genannt wurde. Die Wanderung dauert 5—6 Stunden. Von Driedorf benutzen wir die Bahn nadj .Herborn und Gießen. In Driedorf erreichen wir den Zug 4.52 und haben dann in Herborn noch Aufenthalt, die Stadt zu besichtigen.
Sauterba ch—H oherodsko pf—Ilbeshausen.
Ter Weg nach dem Hoh-erodskopf ist mit blauen Kreuzen gut bezeichnet. Wir wandern zunächst durch schattigen Wald nach Frischborn, betreten dort die Landstraße nach Hopfmannsseld, die wir aber bald wieder verlassen, um von neuem Waldpfade auf zu suchen. Von Hopfmannsseld geht es über Eichen rod der Land- sttaße entlang nach Eichelhain. Von hier aus besteigen mir, immer den Zeichen folgend, den .Hoherodskopf. Rach Ilbeshausen gelangen wir der Obenvaldsttaße nach, die mit blauen Dreiecken bezeichnet ist. In Ilbeshausen dürfen wir den Besuch der Teufelsmühle, einem Holzbau in» Renaissancestiel, nicht versäumen. Zu dem Akarsch, der vorwiegend durch Wald führt, brauchen wir 7 Sttmden.
H u n g c n—S ch 0 t t c n.
Eine schöne halbtägige Wanderung, die mit der Besteigung des Hoberodskopfs von Schotten aus zu einer cineinbatbtägigen verknüpft werden kann und fast ganz durch Wald führt, ist die von Hungen nad) Schotten. Wir fahren mittags 12.34 Uhr »rach Hungen und folgen den blauen Sttichei». Tie Wanderung dauert drei Stunden und berührt keine Niederlassung. Etwa 3/i Stunde hinter Düngen treffen wir aus eine Eisensteingrube. Rach etwa 2 Stunden kreuzen ton weiße Striche, die von Gonterskirchen nach Storn- fels führen. Wir kommen noch in der Nähe des Schcllcnhofs vorbei und erreichen nach 3 Stunde»» Schotten.
Ehrin gsha u sen—Mücke.
Von Ehringshausen wandern wir durch das liebliche Feldatal, den sog. hohlen Grund, aufiEs über Dbernborf nach Schellnhausen. Tieser Weg ist wegen seiner Schönheit besonders empfehlenswert. Von Schellnhausen benutzen »vir die Landsttaße über Ermenrod nach Ruppettenrod, wo wir auf die gelben Kreuze treffen, denen wir bis Mücke folgen. Ter Weg ist etwa 4 Stunden lang und fühtt kaum durch Wald, ist aber wegen des reizenden hohlen Grundes sehr zu empfehlen. Wer noch eine gute Stunde weiter wandern will, folge den gelben Kreuzen bis ©rihtberg.
*) Born Knoten schöner Mick über den Westerwald. Int Süden der fischreiche Seeweiher, im Osten Greifenstein, Großer und Klemer Feldbcrg, Hohensolms, Dünsberg und Himberg. Im Tale glänzt die Dill und Herborn.
Gießener Strafkammer.
Gießen, 12. u. 13. Aug.
Der Landespotizeibehörde überwiesen sind durch Urteile des Schöffengerichts Friedberg z»«i Bettler bezw. Landstreicher, von dener» der eine wegen Bettelns 5 Wochen Hast, »vorauf 2 Wochen Untersuchungshaft aufgerechnet tvurben, und der andere ivegen Bettelns und Landstreicherei je 3 Wochen, zusammen 6 Wochen Haft erhielt, auf die eine Woche Untersuchungshaft angercchnet ist. Beide verfolgen Berusimg nur wegen der ausgesprochenen Uebcrweisung; die des erstere»» hatte Erfolg, die des letzteren nicht. — Sodann wurde ein
falsches Einmarkstück eiu gezogen. — Zur
Zurücknahme seiner Berufung entschloß sich vor Eintritt in die Verhandlung der Hausburfche R. von R.--W., der von dem Schöffengericht Butzbach wegen Bedrohung verurteilt worden ist.
Vertagung mufjte einfrefen in zwei Sachen wegen Viehseuchenvcrgchens, da den insgesantt fünf Angeklagten die Ladungen noch nicht zugegangen sind.
Freisprechung erfolgte in der bereits einmal zwecks Vornahme weiterer Ermittelungen vertagten Sache gegen H. Schl. I. von R., da sich inzwischen ergeben hat, daß der Regierimgsbezirk Kassel, aus dem Schl. Schweine nach R- eingeführt hatte, zur Zeit dieser Einführung entgegen der früheren Annahme seuchenfrei war, uitb


