Ausgabe 
3.1.1913 Erstes Blatt
 
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nur Waffen in bie Hände.

Auch Dankesdriefc deralten im

'Dienste er (Trauten

Beamten müssen unterbleiben.

ormalismus in

^eisenheün (Die

Kulturbedingungen des Weinstocks unter den Verhältnissen der Neuzeit, mit Lichtbildern). Außerdem findet an diesem Tage nachmittags noch eine Vorführung von Lichtbildern über vom

Bauberatungsdicnst ausgeführtc landwirtschaftliche Bauten statt. Am 10. Januar sprechen Dr. Muller- Darmstadt (Was kann der Landwirt ans den neueren Bererbungs- und stammbaum- forsch ungen für seine praktische Tierzucht lernen?, mit Lichtbil­dern), sowie Geheimer Landes-Ockonomierat Müller-Darm- tadt (Die Anwendung der Glashäuser zur Erzeugung von Tafel- trauben, Obst und Gemüse in England, Belgien und Holland und Lehren hieraus für uns). Nachmittags finden jeweils Bc- prechungen statt.

Deiitkbes Rcictz.

Die Besitz st euer.

Die Fincrnzminister Bayerns, Sachsens, Württembergs, Badens und Hessens, die zu den am Samstag statt­findenden Beratungen über die Gestaltung eines Besitz- steuergefetzes nach Berlin kamen, hielten bereits am Donnerstag abend eine Vorbesprechung ab.

Landwirtschaft.

** Vortrags kursus für praktische Landwirte. Der von der Landwirtschaftskammer für Hessen eingerichtete Vor- tragskursus für praktische Landwirte findet vom 7. bis 10. Januar in Mainz int Kötherhof statt. Der Landwirtschaftskammer ist es gelungen, bedeutende Redner zu gewinnen, so daß der Kursus äußerst anregend und lehrreich zu werden verspricht. Die Er­öffnung findet Dienstag, den 7. Januar statt. Es sprechen Regierungsrat Dr. Appel- Berlin über Karbosfelkrankheiter^ besonders die Blattrollkrankheit (mit Lichtbildern) und Regierungs­rat Dr. Attinger-München Kanu die deutsche Landwirtschaft den Fleischbedarf unseres Volkes decken und welche Maßnahmen

Universitäts-Nachrichten.

Marburg. Wie schon ftüfec gcmdbt't, wurde zum ¥la& folger des in den Ruhestand getretenen berühmten Philosophen Geheimrat Professor Dr. Hermann Cohen, des Hauptes und Gründers der Marburger Philosophenschule, der Privatdozent der philosophischen Fakultät an der Universität Halle Dr. I a e n s ch berufen. Diese Berufung hat hier lebhaften Widerspruch hervor- gerufen, weil so der bisherige Lehrstuhl für systematische und historische Philosophie durch einen solchen für Experimentalpsycfe- logic ersetzt wurde. In einem Aufruf Marburger Studenten wird gefordert, daß für den an die Erperimentalpsychologie abgetretenen Lehrstuhl ein neuer für systematische Philosophie geschaffen werde; beim es handle sich hier nicht um eine Angelegenl)eit nur der Universität Marburg, nicht um eine Angelegen feil nur der Philo­sophie, sondern um ein Lebensinteresse der Universität schlechthin. Eine große Anzahl von Universitätsprofessoren aller deutschen Universitäten, darunter die bedeutendsten Philosophen, haben ihre volle sachlicfe Zustimmung oder ausdrückliche Befürwortung des Aufrufs ausgesprochen. Die Studentenschaft Marburgs und der anderen deutschen Universitäten wird zur Unterzeichnung der Knnd-

tzalren müsse, das sei: Meichstdlung mit den mittleren Beamten. 236000 Mk. seien aufoetpenbet wovden, um einigen Beamten höhere Bezüge zu gewähren, weil sich gewisse Härten gezeigt hätten. Es müsse daher die Möglichkeit geschaffen werden, für wehr als 2000 Volksschullehrer die Summe von l/i Mill. Mk. aufz-ubriugen. Das Ziel sei nur zu erreichen, wenn die Lehrer auS Sad-U und Land, Alte und Junge, einig vorgingen. (Zuruf: Auch die Zweite Kammer.) Selbstsucht sei aber nötig. Ent­gleisungen in Artikeln und ReHen geben den Feinden der Lehrer

Ausland.

Ein Säbelduell des' Grafen Tisza.

Wie aus O f e n p e st gemeldet wird, sand zwischen dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses Grafen Tisza und dem oppositionellen Abgeordneten Grafen K a r o l y i ein Säbel du ell unter schweren Bedingungen Es wurden 3 2 Gänge gefochten. Das Duell dauerte eine Stunde. Karolyi erhielt mehrere Ritzwunden, Tisza einen flachen Hieb auf die Hand. Die Gegner schieden unversöhnt.

Das englische Unterhaus beriet am Mittwoch über das Homerule-Gesetz. Ein unionistischer Zusatzanrrag, wonach das Gesetz für U l st e r keine Geltung haben soll, mürbe nach lebhafter Aussprache mit 294 gegen 197 Stimmen abgelehnt. Im Verlaufe der Aussprache erklärte Bonar Law, wenn die Vorlage dem Lande unterbreitet und von ihm gebilligt würde, mürbe er den Widerstand Ulsters in keiner Weise ermutigen. Wem: aber der Versuch gemacht würde, dieses Gesetz den Leuten von Ulster aufzuzwingen, solange sie der Ansicht feien, daß das Gesetz sich gegen die Wünsche Groß-Gritanniens richte, dann würde er sie in ihrem Widerstand unterstützen.

Ein Parlaments streik in Spanien.

Eine eigenartige Krisis ist in Spanien ausgebrochen. Die lleberleitung des provisorischen liberalen Ministeriums Roma- none?, der nach Eanaleias' Ermordung eingesetzt worden war, in ein endgültiges Kabinett und seine Bestätigung durch den König hat im konservativen Lager zu Aufsehen erregenden Maß­nahmen geführt. Der Führer der Konservativen, Maura, und 92 Senatoren und Abgeordnete haben den Verzicht auf ihre Mandate bei der Kammer und beim Senat eingereicht. Natürlich kommt nun das Kabinett in eine äußerst schwierige Lage. Es wird mdessen heute gemeldet, der König, der am Donnerstag den Vorntz im Ministerrat führte, habe nach anerkennenden Worten Tür Maura dem Kabinett die Versicherung seines Ver- trauens wiederholt. Gras Romanones erklärte, daß der Rück- trstt Mauras die Interessen der Monarchie schwer beeinträchtige.

Eine chinesische Niederlage in Tibet.

Das Reutersche Bureau meldet aus T sch eng tu: Drei­hundert Soldaten nmrbcn bei Hsiaugtscheng durch Ti­betaner bet einem nächtlichen Angriff getötet. Tie Chinesen sollen sock)4 Maschinengewehre verloren haben. Amtlich wird als Grund der Niederlage angegeben, daß die Soldaten werl sie das Vertrauen in die genaue Landeskenntnis der Be- Tehlöhaber verloren hatten, den tzsthorsam verweigert hätten und bie Tibetaner die Gelegenheit benutzten, sie anzugreifeu.

Nach dem Abg. Vach sprach der Vorsitzende des Katho­lischen Lehrervereins Schorn, der besonderes Gewicht auf die Emigikeft der Lehrer unter sich legte. Alle trennenden Momente müssen verschwinden, da es sich um eine große Sache handele, die alle angefe.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Osann sprach davon, daß die imposante Versammlung den Beweis erbracht habe, daß die Forderungen der Lehrerschaft ideeller Natur feint, und daß sie bereckchigt sei auf Grund ihrer Wichtigkeit, derartige Forderungen zu stellen. Er versicherte der Versammlung, daß der Finanz­ausschuß der Kammer alles tun werde, um den Wünschen der Lehrer möglichst M entsprechen. Versprechen ließe sich zur Stunde nichts.

Der Landtagsabgeordnete Hebel erkennt gleichfalls die Wünsche als berechtigt an, es fragt sich nur, ob sie erfüllt werden könnten. Der>g. ll r stadt - Gießen versicherte den Lehrern die Bereitwilligkeft seiner Fraktion, den Wünschen der Lehrerschaft zu entsprechen. Prinzipielle Bedenken dürfe es nicht geben, nur solche finanzieller Art. Der sozialdemokratische Abg. Busvld gab die Zusick>erung, daß auch seine Fraktion ftir die Lehrer mit allem Nachdruck eintreten werde.

Es wurde folgende Entschließung einstimmig ange­nommen:

Die Regierungsvorlage vom 7. Detzemher 1912, betr. die Dienstbezüge der Volks schul! ehrer, trägt der von der Zweiten Hessischen Ständekammer als gerecht und billig anerkannten Forderung der gesamten hessischen Lehrerschaft nach Angleichung ihrer Bezüge an die der mittleren Brnrnten des Verwaltungs-, Justiz- und Finanzdienstes, wie sie in Klasse 48 der neuen Besoldirngsordnung aufgeführt sind, in keiner Weise fKechamng. Diese völlige Nichtbeachtung ihrer berechtigten Wünsche muß die Volksschullehrer Hessens aufs schmerzlichste berühren und ihr tiefstes Bedauern Hervorrufen. Diese Empfindungen sind nm so mehr gerechtfertigt, als die Regierungsvorlage bei der Be­soldung der Staatsbeamten bestehende Härten und Unstimmig­keiten zu beseitigen sucht, während sie bei den Bolksschullchrern die seitherige Spannung yuifduen ihren Bezügen und denen der vbeh^ erwähnten mittleren Beamten, mit denen sich die Lehrer narf) Vorbildung, sowie nach der Bedeutung, der Verantwort­lichkeit und den .Anforderungen des Berufs mit gutem Recht vergleichen dürfen, ganz bedeutend vergrößert und sie dadurch in ihrer sozialen Stellung noch weiter herabdrückt. Eine solch ungleiche Behandlung muß bei der hessischen Lehrerschaft die vorhandene, tiefgehende Erregung und Verbitterung s"wie das Gelüst! der Zurücksetzung gegenüber den übrigen Beamten noch steigern Die am 2. Januar 1913 zu Darmstadt von mehr als 1500 hessischen Lehrern und Lehrerinnen besuchte Ver­sammlung hält die prinzipielle Lehrerroiderung nach Gleich­stellung voll und ganz aufrecht und gibt sich der zuversichtlichen iHofsnung bin, daß die beiden Kammern der Stände nur einem solchen Besoldungsgesetz ihre Zustimmung geben werden, das auch die berechtigten Forderungen der Volksschullührer in vollem Umfang berücksichtigt."

** Gießener Karneval. Man schreibt uns: Mit einer Damensitzuny leitete die Gießener Karnevcrlsgesell- chast 1911 die diesjährige Saison am Neujahrstag in Ste 'ns Garten ein; vormittags 11.11 Uhr fand ein humoristischer Umzug statt, der die Leere Kasse der Gesellschaft darstellte. In der 1. Sitzung war ein dankbares Publicum und karne­valistische Stimmung vorhanden. Das Programm bot für jeden Geschmack etwas, Witz und Humor sprühten, so daß bie Karnevalsgesellschaft mit der vorgestrigen Sitzung sich bei den Gießenern wieder gut cinführte'. Nach Einzug des Elferrats begrüßte Präsident H o m b e r g e r mit einem humoristischen Prolog die Erschienenen, woraus Redakteur Neurath durch Verlesung eines satirisch abgefaßten Pro­tokolls seines Amtes waltete. Dem vorjährigen Prinzen Karneval, Fabrikant Joseph Krenter, wurde durch Ueber- reichung eines künstlerisch ausgeführten Diploms die Be­urkundung als Ehrenlappenbruder ausgehändigt. Herr Homberger wurde auf Lebenszeit zum Vorsitzenden gewählt. Für Erheiterung der Gemüter sorgten die Herren Berlin- Großen-Buseck, Fröhlich-Köln, Rüdiger, Schwed- l e r und Vogel durch gut verfaßte Couplets und Vorträge, die die Verhältnisse in Gießen beleuchteten. Zur Hebung der karnevalistischen Stimmung trugen auch die von den Herren Hasenkrug, Homberger, Neurath, Stud. Neurath, Schwedler und Weidig verfaßten Lieder bei. Den Glanzpunkt des Abenbs bildeten die Darbietungen der hiesigen Theatermitglieder Frl. Lore Scholz (Gesang), Frl. Elly Thale (Deklamation) und Herr Grosser (Couplets).

* Sein 25jährige8 G cschäftsj u biläum beging am 2. Januar Fuhrunternehmer Herzberger, Läber- ftraße 3. Bei der Gründung des Geschäfts sing der Jubilar mit kleinen Mitteln an, er hat es aber durch freundliches Entgegenkonuuen verstanden, sein Unternehmen auf die Höhe zu bringen.

. ** ?Lci-ne Mitteilungen. Die tu dem gestrigen Be- rtclst des Gieuener Wach° und Schließinstituts mitgeteilten Zahlen beheben Heb auf das letzte Jahr, nicht auf die ganze Zeit des Bestehens des Unternehmens.

Landkreis Gießen.

Harbach, 2. Jan. Unser Polizeidiener Peter vartmann und Ehefrau, Anna Marie, begehen am 4 Ion ihre goldene Hochzeit. Herr Hartmann, der 33 John- lang seinAmt bekleidet, mar stets gefällig gegen die Geincinde- glieder und hat sich dadurch allgemeine Ächtung erworben Das Jubelpaar ist noch sehr rüstig und hofft auch die dia­mantene Hochzeit feiern zu können.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 1. Jan. Am Silvesterabend wurde, wie n 0U feit längeren Jahren, in der Stabtkirche ein Gott es -

sind weiterhin zu treffen, um diese Ausgaben zu erfüllen? Die Referenten für den 8. Januar sind: Handelskammersyndikus Dr. K i 11 c l - Würzburg Die heutige Lage des Weinbaues und die Weinverwertung) und Professor Dr. Remp-Bonn Dagcssragen aus dem Gebiet des Acker- und Pflanzenbaues). Am 9. Januar reden Professor Dr. K r a e m e r - Hohenheim (Fi der Tierzucht' und Prof. Dr. Kroemer-G

Aus StaM und fand»

Gießen, 3. Januar 1913.

* Tageskalender für Freitag, 3. Jan. Stadt­theater: ,So'n Windhunb. Anfang 8 Uhr.

** Landes Universität. Der außerordentliche Professor der Physik Dr. W. Schmidt hat einen Ruf an die Bergakademie in Freiberg in Sachsen erhalten und angenommen.

-Ordensangelegenheiten. Der Groß Herzog hat dem RcgierungSbaumcister Karl Pietz zu Mörs die Erlaub­nis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kconen-OrdenS 4. Klosse erteilt, und dem Kirchendiener Adam Schmidt JT. zu Ranstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFu> trcnc

Dienste* verliehen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder 1 freiwilliger Feuerwehren wurde dem Theodor Kull- : mann zu Vilbel verliehen.

** Lehrerpersonalien. U eher trag en wurde dem Lehrer Moys Tanz zu Obertshausen eine Lehrefftelle an der kath. Schule zu Groß-Umstadt; dem Schulamtsaspiranten Jak. Wal- ter aus Klein-Welzheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eppertshausen.

** Oberrechnungskammer. Der Großherzog hat den Revisionsgehilfen Karl Daub aus Traisa zum Ob-errechunngs- probator bei der II. Justisikaturabteilung der OberrechnungS- fammer mit dem AmtstitelOberrechnungsrevisor" ernannt.

** Tie e r ft e diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evang. Theologie hat am Donners­tag vormittag im Synodalgebäude zu Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligten sich daran 10 Examinanden, von denen 1 auS Starkenburg, 6 aus Oberhessen und 3 aus Rhein­hessen sind.

* Zulassungen zur Rechtsanwattschaft. Am 14. Dezember wurde der Notar und Rechtsanwalt Wilh Schott zu Meddersheim zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Meddersheim zugelassen, nachdein ec die Zu­lassung als Rechtsanwalt bei dem Amtsgericht Orthofen auf- ".egcben hatte; am 16. Dezember wurde dec Reserendor Dr. Friedr. Knöpfet zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Groß-Gerou zuqeloffen; ani 17. Dez. wurde der Rechtsanwalt Dr. Friedr. Diehl zu Groß-Gerau zur Rechtsanwaltschaft bei dem OberlandeSgericht zugelafsen, nachdem er die Zulassung bei dem Amtsgericht Groß-Gerou ausgegeben hotte; an benifdben Tage wurde der Gerichts- offissor Karl Rkeisel zu Darmstadt zur Rechtsanwoltschoft bei dein Landgericht der Provinz Starkenburg zugelossen.

** Die erste Sitzung der Stadtverordne­te n im neuen Jahre wird voraussichtlich am 8. Januar abgehalten. Die Stadtverwaltung hat einen Antrag, die für ihre versicherungspflichtigen Beamten und Bediensteten bei der Privatbeamtenversicherung entfallen­den Beiträge ganz zu übernehmen, abgelehnt. Dem Fröbel-Kin vergärten wurden durch die Stadtver­ordneten zu den Kosten der ersten Einrichtung 1000 Mk. als Geschenk bewilligt. . Der Verkehrsverein er­hielt einen einmaligen Zuschuß von 500 Mk.

** Das Beköstigungsgeld für bie Garni­sonen des 18. Armeekorps für die Zeit vom 1. Ja­nuar bis 30. Juni 1913 ist wie folgt festgesetzt: Als höchster Satz mit 44 Pfennigen für Mann und Tag kommen die Garnisonen Gießen, Hanau und Weilburg in Betracht. Für die tägliche Fleischportiou des Mannes sind für diese drei Standorte rund je 28 Pfg. angesetzt. Für die Gar- ilisonorte Babenhausen, Darmstadt und' Frankfurt a. M. sind an Beköstigungsgelb für Mann und Tag 43 Pfennige, sür bie Fleischportiou 27 Pfennige (runb) berechnet. Für bie Stanborte Butzbach, Mainz sind für ben Tag aus- geworseu an Bekvstigungsgelb je 42 Pfennige unb für die Fleischportion runb je 26 Pfennige. Das geringste Beköstigungsgelb mit 41 Pfennigen für ben Mann unb Tag unb runb 25 Pfennig für bie Fleifchportion wirb in ben Garnisonen Biebrich, Wiesbaben unb Worms gewährt. Hier­nach sinb Gießen, Hanau unb Weilburg bie tester- ten Garnisonen bes 18. Armee-Korps, wenn nicht ür bie Stanborte Homsturg v. b. H. unb Offenbach, für welche bie Feststellung bes Beköstigungsgelbes Vorbehalten worben ist, eine höhere Vergütung gewährt werben sollte.

Ottomar Entlng-Adeyd. Im ollg'opielnen geht ben Dichtern der Ruf. voraus, daß sie selbst die schlechtesten Vorleser ihrer eigenen Werke seien. DoS gerade Gegenteil ist bei Ottomar Enking dec Fall. Ehe er die Laüfbahn des Schriftstellers betrat, gehörte er dem Verband des Köniql. Hoflheaters in Stuttgart an. Daher mag e5 nicht am wenigsten kommen, das; er ein ganz ausgezeichneter Interpret seiner Dichtungen ist und die Zuhörerschaft überall in außerordentlichein Maße zu fesseln wußte. Den jetzt viel genannten Dichter in Gießen zu sehen ist gewiß ein künst­lerisches Ereignis und man darf dein Verlauf des morgigen Abends mit berechtigten Erwartungen entgegenfchen.

bienst abgehalten, ber sehr stark besucht war. Nach beffen Beenbiguna spielte bie Kapelle Reinhardt vom Kirchturm aus ben Choral:Das alte Jahr vergangen ist." Tas neue Jahr selber würbe mit längerem feierlichem Glocken­geläute, bas bonJauten Prosit-Neujahrsrufen unb öfterem Schießen von ben Straßen her begleitet würbe,ein­geholt". An bie Stelle bes von hier nach Hopfmanns- felb versetzten Lehrers Reibt kam Schulverwalter Schnell aus Mittel-Seemen, ber bis bahin eine Hauslehrerstelle in Ortenberg betreibet hat.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 2. Januar. Vermißt wirb seit Sonntag morgen bie Ehefrau bes in guten Ver­hältnissen lebenben Vorarbeiters Peter Rühl aus dem Stabtteil Bürgel. Die Frau litt seit längerer Zeit an Schwermut, man vermutet beshalb, baß sie sich in einem Anfall von Geistesgestörtheit ein Leib angetan hat. Ebenfalls verschwunben ist seit ber gleichen Zeit ber 30 Jahre alte Portefeuiller Abam Dörr, ber im Stadtteil Bürgel wohnt. Er begab sich am Sonntag nachmittag nach dem Sportplatz unb wirb von ba an vermißt. Allem Anschein nach ist ihm ein Unglücksfall zugestoßen.

rm. Bensheim, 2 Ion Heute nachmittag fand in nichtöffentlicher Sitzung die Bürgermei st erwähl statt. Der Krersamtmann beim KrciSamt Bensheim, RegierungSrat Dr. Löslein aus Heppenheim, wurde einstimmig gewählt.

Kreis Wetzlar.

-^Lützellinden, 2. Jan. Großes Befremden hat in der hiesigen Eimvvhnersckxlft die Tatsache ferm)rgerufen, daß in diesem Jahre das Neujahrsläuten ausfiel. Wenn man be­denkt, daß es sich um einen seit Jahrhunderten geübten Brauch handelt, so wird man es verstehen, daß man in der Bevölkerung erbittert über den Wegfall der alten schönen Einrichtung ist, die noch dazu ohire Ankündigung und ohne Angabe von Gründen ausgehoben worden ist.

Hessen-Nassau.

( ) Marburg, 2. Jan. Das 9jährige Töchter­chen Les Zimmermanns Hettche im nahen Belters­hausen machte sich vorgestern, als es in der Nähe des Frauenbergs in den Lahnbergen mit noch anderen .Kindern Holz suchte, an einer dort befindlichen WasserleitungStur- bine zu schaffen. Es wurde dabei vom Getriebe erfaßt und grauenhaft verstümmelt. Man brachte das Kind nach Anlegung eines Notverbandes in bie hiesige Klinik, wo es gestern abenb st arb.

X. Hanau, 2. Jan. Der nach Berübima größerer Wechselfälschungen in Höhe von runb 100 000 Mk. geflüch­tete unb in New York sestgenommene Architekt Jakob Hack ist von ben amerikanischen Behörben ausgeliefert worben unb bereits in Bremerhaven angekommen. Er ist ber Sohn bes Inhabers bei Banfirma Hack, bie vor einigen Monaten mit zwei Millionen Mark Passiven zusammen- gebrochen ist. Die Aktiven bie)er Firma bestehen aus­schließlich aus Hausgrnnbstücken.

h. Frankfurt a. M., 2. Fan. Unter Führung bes Architekten- unb Jng-enieurvereins hat sich ein größerer Aus) ch u ß mit der Prüfung ber Pläne für bie Uni­versitätsbauten befaßt. Ein Gesamtplan sieht bie Erweiterung des Museums um bas Doppelte unb ben Aus­bau bes Jügelhauses in großem Maß stabe vor. Gegen bie Vorlarge machen sich wegen ber starken Geländeans- nutzung unb bie beträchtliche mehr als 20 Meter betragenbe Höhe, ber Gebaube Seb en Fen gettenb. Allcrbings ist ja bas in Frage kommende Grunbstück zwischen Kettenhofweg, Viktoria-Mee unb Jorbanstraße außerordentlich klein. Ter Ausschuß erkennt biese Schwierigkeit an unb schlägt vor, bas Anbitorium unb bas Institut für Chemie ent Weber jenseits bes Kettenhofwegs ober ber Jorbanstraße zu er­richten. Nach ber Meinung bes Ausschusses bebars bas Projekt einer grüüblichen Umarbeitung, wenn es allen Au- orberuugen genügen soll. In ben Vorstaub ber Stabtverorbnetenversammlung ist heute als zweiter Vorsitzender ber Sozialbemokcat Ebuarb Gräf mit ben Stimmen ber Fortschrittler unb Sozialbemolraten ge­wählt worben. Das Amt des ersten Vorsitzenden würbe lüieber Geheimrat Friebleben übertragen Ter lang­jährige zweite Borsitzenbe Kommerzienrat Labenburg würbe nicht wiebergewählt.