wärtigen Amtes und betraute ihn mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Auswärtigen Amtes.
Dem Reichstag
ging eine Entschließung Arnstadt und Genossen zu: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, noch vor der allgemeinen Revision des Reichsstrafgesetzbuches dem Reichstag einen Gesetzentwurf vor- zuleg m, durch welchen das S t r e i k p o st e n st e l) e n v e r- boten wird. Dem Reichstag ging ferner eine Anfrage des Abgeordneten Giebel zu: „Ist es zutreffend, daß das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt die Betriebspensionskasse der Firma K r u p p - E s s e n nicht als Zuschuß- oder Ersatzkassc im Sinne des Bersicherungs- gesetzes für Angestellte, sondern als Lebcnsvcr sicherungsunternehmen gemäß § 300 a. a. O. anerkannt hat? Hält der Reichskanzler eine solche Entscheidung für vereinbar mit dem § 390 des Versichernngsgesetzes für Angestellte^ ’
Eine Entschließung Mumm, Dr. Werner-Gießen und Genossen schlägt vor: Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die gewerbliche Schaustellung von Ange-, hörige7i fremder Rassen durchweg verboten wird.
Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Werner-Gießen, betreffend die Verteilung judcngegnerischer Schriften auf den Bahnhöfen und in den Zügen, erklärte Staatssekretär Dr. Delbrück, er sei nicht in der Lage, diese Anfrage zu beantworten, da der Gegenstand zur verfassungsmäßigen Zuständigkeit des Reiches nicht gehöre.
Die polnische Reichstagsfraktion
hat laut B. T. beschlossen, eine Anfrage über die Enteignung einzubringen.
Vom Hansabund.
Das Direktorium des Hansabundes wählte Kommerzienrat Eng el h ar d-Mannheim, Mitglied der Ersten badi- scheir Kammer uird Präsident der Handelskammer Mannheim zum Mitglied des Präsidiums des Hansabundes.
Ausland.
Bei der Wahl zum Präsidenten der französischen Kammer
erhielt Deschanel 345, der Sozialist Vaillant 61 Stimmen. 36 weiße Zettel wurden abgegeben. Im Senat nmrde Dubost mit 221 von 272 Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt.
Zwei russische Roten an China.
Im Auswärtigen Amt zu Peking wurden am'Montag zwei russische Roten überreicht Die erste Rote weist darauf hin, daß Rußland mit dem Zahlungsaufschub bei den chinesischen Verbindlichkeiten aus dem Boxeraufstand nicht einverstanden sei und stellt die 'Frage, wie China eine sofortige Zahlung des russischen Anteils zu bewerkstelligen gedenke. Die zweite erklärt, daß der große Auslauf von Papiergeld im Gebiete von Kuldscha, dem kein Gegenwert in Silber gegenüberstehe, den russischen Kaufleuten große Verluste bereite, wegen der Entwertung der Roten um Vi Prozent des Rennwertes. Die Rote fragt, wie Chma diesem Zustande abhellen will. Tas fragliche Papiergeld stammt noch aus der Zeit der Mandschuregierung. Man glaubt, daß die russischen Vorstellungen den Ztveck haben, China die Notwendigkeit eines sofortigen Abschlusses der Sechsmächte-Anleihe klar zu machen.
Kirche und Schule.
VierPäpstcausderWeltgeschichtegestrichen.
Der Berliner „Lokalanzeiger" berichtet aus Rom: Auf Befehl des Papstes wurden auf Grund des Berichts des vatikanischen Ausschusses für historische Studien vier Päpste aus dem 9., 10. und 11. Jahrhundert aus der amtlichen Chronik gestrichen. Pius ist demnach der 259. Papst.
Aus Stadt und kand.
Gießen, 15. Januar 1913.
Zur Saalbaufrage.
Der Saalbauverein hielt gestern abend im Hotel Großherzog von Hessen unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt ,Dr. Spohr seine Hauptversammlung ab, die sich nach Erledigung geschäftlicher Ang'legenheiten mit dem gegenwärtigen Stand der Saalbau frage befaßte. Zunächst erläuterte Daurat Becker ein von ihm entworfenes Projekt, das einen Saal nebst Vorsaal mit 1300 Plätzen, sowie ein Podium für 50 Musiker und 200 Sänger nebst den nötigen Rebenräumen vorsieht. Die Bauplatzfrage werde zweckmäßig einem besonderen Ausschuß Vorbehalten. Eine größere Gartenanlage sei für die eigentlichen Zwecke des Saalbaues nicht erforderlich. Die Baukosten für die Anlage berechne er einschließlich Einrichtung auf 375 000 Mk. und mit den Kosten für die erforderlichen Nebenanlagen auf höchstens 400 000 Mk. Hierbei ist der Preis für den Bauplatz nicht rnitb-erechnet, da mau bis jetzt bei allen Besprechungen über die Saalbaufrage davon auKging, daß die Stadl hierbei entgegenfommen werde Der Saalbauverein könne zurzeit mit einem Betrag von 100 000 Mk. fest rechnen. Nehme man au, daß er uoch 80 000 Mk. aufbrinae, so feien noch 220 000 Mk. aufzubringen. Bei einer Verzinsung dieses Kap tals mit 4 Proz und Vs Proz. llnterhal uugskosten mache dies einen j ihr lichen Aufwand von 10 803 Mk. aus, wog gen eine Einnahme von 7800 Mk. aus den Saat miet'.'n und dem Restaurationsbetrieb zu rechnen sei. Der Zuschuß betrage also 3030 Mk., der von der Stcrdt zu geben sei. Bei Annahme einer Amorti sation von 2 Proz. (an sich sei dieser Satz ja zu hoch, aber die Stadt sei daran gebunden) würden noch 4100 Mk. j ährlich erforderlich sein, man komme also auf eine Summe, die noch nicht den vierten Teil dessen betrage, was £ber bürgermeister Mecum für erforderlich halte. Architekt Meyer ist ebenfalls der Ansicht, daß mit dieser Summe das Projekt auszuführen sei. Der von ihm entworfene Plan habe etwas größere Verhältnisse, wodurch der Unterschied komme. Dagegen denke er hinsichtlich der Rentabel - tätsberechnung nicht ganz so optimistisch wie Baurat Becker An der sich eutspinnenden Aussprache beteiligten sich, in der Hauptsache den Ausführungen des Buiirats Becker zu- stimmeud, Professor Dr. 2 cu t e r t, Geh. Hofrat Dr. B c - haghel, Medizinalrat Dr. Walther und Geh. Kirchen - rat Dr. Krüger. Auf Antrag von Professor Dr. Leutert wurde bann ein Ausschuß gebildet, der aus den Herren Baurat Becker, Architekt Meyer, Banldireklor Heichelheim, Stadtv. Wiun und Professor Dr. Leutert bestehen und zunächst der Platzfrage und der Frage der Aufbringung weiterer Mittel näher treten soll.
•
** Tageskalender stir Mittwoch, lö. Jan. Stadt- theater: ,öerodes u n b Mariamn e". Awaug 7 Ulir.
A l l g. B ü r g e r v e r s a in m lung , ücranftaltet vom Bürgerverein. Tie Saalbaufrage. Kunst- und luiffcn cbahlidic Museen. Abends 8>L Uhr im CnfL Leiv.
’• Oroen Sangelegenheit. Der Großberzog bat dem ordentlichen Professor an der Landesuniversiiät Gießen Dr. Wilh. van Calker die Erlaubnis zur Einnahme und zum Tragen deS ihm von dern Großberzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen erteilt
* * Verwaltungspersonalien. Der Großherzog hat den Polizeikoinmissar bei dem Polizeiamt Darmstadt Polizeiamtmann Rud. Lauteschläger zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Bensheim ernannt.
* * Zentral st elle für d i e Gewerbe. Der Groß- Her z o g hat den Schreibgchilfen bei der Zentralstelle für die Gewerbe Karl Eichenauer in Darmstadt auf sein Rachsuchcn in den Ruhestand versetzt.
* * Vom Oberversicherungsamt. Der Groß - Herzog hat den Bureaugehilsen Ludw. Kraus beim Kreisamt Friedberg zum Bureauassistenten bei dem Oberversicherungsamt in Darmstadt ernannt.
* * Ernannt wurde der Ferh. ©taufe zum Burcaugchilfen bei der Kulturinspektion Friedberg.
* * Erledigt ist eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schul st elle zu Bingen.
* * Stadttheater. Zum Gastspiel des Wiesbadener Operettentheaters am $reitrig und Samstag sei noch erwähnt, daß die beiben vorgesehenen Werke „Grigr i" und „Der Tanz anwalt" in Wi Sbabcn fortgesetzt auf d m Repertoir stehen, da sie sich als Haup.schlager erwiesen haben. Personal und Ausstattung entsprechen großstädtischen Ansprüchen. — Die Herren Studierenden erhalten bei beiden Vorstellungen an der Abendkasse Preisermäßigung.
* * Gießener Stadttheater: Hedda Gabler. Die gestrige von Herrn Oberregisseur Tworkowski sehr glücklich geleitete Aufführung der Hedda Gabler machte banF ihrer sorgfältigen Durcharbeitung einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Fräulein Riza B a j o r schuf eine Hedda Gabler, die in ihrer nervösen, beständig wechselnden Erregung durchaus überzeugend wirk.e und ganz unter dem Bann einer inneren Notwendigkeit zu sieben schien. Ihre Darstellung war, selbst an oer Hedda der Frau Triesch gemessen, eine hochachtbare, von geistiger Durcharbeitung zeugende Leistung. Herr Tworkowski gab den den treuherzig beschränkten Gatten der Hedda mit sympathischer Herzlichkeit und schlichter Emfalt Den verbummelten Lövborg spielte Herr Bruch Witz mit einem genialischen Zug ins Große. Eine herzliche, in ihrem still beglückten Wirken rührende Frau Elvstedt war Fräulein Dagny, die einen Frauencharakter von warmherziger Weiblichkeit gab. Den Gerichtsrat spielte Herr B r ü d j a m nicht stanz mit der erforderlichen unerbittlichen Folgerichtigkeit. Als Juliane schuf Fräulein Scholz ein besorgtes liebevolles Tantchen.
* * Das Museum am Brandplatz hat wieder eine Reihe schöner Neuerwerbungen zu verzeichnen, Geschenke und Anläufe. Es sind besonders hervorzuheben: Kastenuhr mit Spielwerk aus dem bäuerlichen Hausrat: eichene Bettstelle, reich verziert, mit der Jahreszahl 1708; drei Ober hessische Totenkronen aus Flitterwerk und Bändern, die ehemals zum Begräbnis lediger Personen bienten; Trachtenfiguren, Schwälmer Brautpaar im Trauungsschmuck. Der Bräutigam trägt den alten Bauerndreimafter mit der sog. Luft und den aus Etienne in Frankreich damals bezogenen seidenen Schnüren. Er hat den Strauß aus Rosmarin und die Hänselschnüre an den Arm gebunden, die ihm arme Frauen, die später von dem Brautpaar beschenkt wurden, auf dem Kirchgang auhefteten. Die Braut steht geschapelt und gebrettert ba. Die Aufmachung der Figuren wurde durch Schwälmer Näherinnen im Museum ausgeführt; zwei bemalte T a s u aus dem Anfang der Porzellanmanufaktur, seltene und gute Stücke. Am 7. d. Mi wurden bei Lang!- Göns Wohnstätten aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert aufgedeckt. Zahlreiche verzierte und unverzierte Gefäßteile, eine Menge Hüttenbewurf, der inwendig mit weißem Verputz versehen, Knochen von größeren Säugetieren u. a. wurden zutage gefördert. Die aus der Ausgrabung des st ein zeitlichen Dorfes bei Eber- stad t stammenden Funoe gelaTigten zur geschlossenen Ausstellung und bieten für die Wi.ssenscha.ft eine Fälle von interessanten Gefäßen, Steinwerkzeugen und sonstigen Gebrauchsgegenständen, die etwa dem 4. Jahrtausend v. Chr. angeboren. Eine Nachbildung in kleinem Maßstab erläutert die Wohnanlage.
•• Weiche grün bungSfeier. Von den künstlerischen Darbietungen, die die ReichsgründunaSseicr am SamStag. 18. Januar, bringen wird, sind die trefflichen Leistungen des 8 a u e r ’ f d) e n Gesangvereins und des Pianisten Herrn I. Hahn in Gießen wohlbekannt. Seltener befommt man dc» warmen, sympathischen und wohlgeschulten Sopran von Frau K. 2erd) zu hören. Zum ersten Riale in Gießen tritt der Tenor Herr L. Marguth aus unserem Nachbarort, Bad-Nauheim an die Oeffentlichkeit; es wird ihm ein rundes und volles Organ von großem Umfang und vorzüglicher Schulung, sowie guter Vortrag nachgerühmt. An die Vorträge wird sich ein gemütliches Zusannnenseln in Form eines l.einen Kommerses anschlicßen.
” Der iMäner-Turnverein veranstaltete am letzten Sonntag einen Ttirngang über Lützellinden, Hochelheim nach Langgöns. Trotz des Schneewetters halten fid) 40 Turnerinnen und Turner eingcfunben, die den Turngang ui der heitersten Stimmung bis zum Schluß mstwachten. In Langgöns wurden mit dem dortigen Turnverein einige fröhliche Stunden bei einem Tänzch> n verlebt.
** Gießener Karneval. Verspüret erhallen mir folgenden Berickst: Zum zweitenmal in dieser Saison zog am Sonntag der Elserrat unter den Klängen de:> Rarlwllamarsches auf die Bühne im Kathol. Vereinshaus, wo die Fremden und Damensitznng der Großen Gießener Karneval Gesellschaft statt and. Echt karnevalistisch war der Saal durch die Herren Dietz, Dreyfufe und Schwedler ausgeschmücit, die hierfür mit Orden ausgezeichnet wurden. Nach Begrüßung durch ben Präsidenten und Verlesung des ulkigen Protokolls ''Herr Karl Neurath) trat Herr B e r l i n - Großen-Buseck als Schuljunge und später als Bauer aus. Treffend und humoristisch wußte er in seinen Vorträgen die letzten Vorkommnisse in Gießen zu schildern Auch die Schauspielerin Frl. Scholz stellte sich durch Vortragen einiger mit ungeteiltem Beifall a:f'cnomnicncn Li.der wieder in den Dienst des Karnevals. Als Postbote erzählte hieraus Herr Karl Weidig seine Erlebnisse als solcher. Ferner erfreuten durch Vorträge Herr Karl Fix und Schwedler. Ein durchschlagendes Zwiegespräch der Herren K a r l und Otto Neurath als Gießener Spießbürger brachte die Lacher auf ihre Seite. „Nieder mit den Männern!" hieß das Motto des fol genden Vortrages des Herrn Fix, der als Fran in der Butt erschien. Ehrenkappenbruder K reu ter nnirbe für seine großen Verdienste um den Karneval der höchste Orden vom närrischen Ministerium überreicht. Zündende Chorlieder von den Herren ?v U , Karl und Otto Neurath und Schwedler vervollstän sigten das Programm des Abends, und die Sitzung endigte mit 1 einem gemütlichen Tänzchen.
** Neues vom Bund der Karnevalvereine! Auf unsere Mitteilung über die „Wiederluirft Heidcckers" in Nr. 8 erhielten wir, offenbar von dem früheren Stadtkommandanten Giesens selbst, eine stilblütenreiche und orrhvgraplßsch sehr eigenmächtige, mit der Schreibmasch ne gefertigte Zuschrift, mit der zwar einige merkwürdige Namenshieroglyphcn in Zusammenhang gebracht iverden können, die aber nicht einmal deutlich vom „Bunde" j unterzeichnet war. Ten Otamen Heidcckers glauben w r unter den fünf Namen wieder entziffern zu können. Das Schreiben, das eine von uns nur karnevalistisch ausgefaßte Klageandrohung enthält, j läßt uns, besonders in einigen ergötzlichen Beilagen, einen Ein I blick tun in die „sagenhafte" Organisation, die mit dem Zauber- ß stab des Humors sich die Tore deutscher Städte öffnet. Wer 1 erinnert Herr Heidecker nicht etwa an den sagenhaften Ratten- I länger von Hameln, der mit einer Flötefich den secksamen Anhang 1 schaffte, zum Vergnügen wie zum darauf folgenden Leide der 1 Beteiligten? Wir hatten ihn mit dem listenreichen Odysseus 1 verglichen. Nun, wir sehen jetzt, daß er noch nicht am Ende I seiner Fahrten angefangt ist und noch einige Gefährten sein eigen J nennt. Am 20. November v. I. haben sie in Frankfurt ge- 1 meinsam eine, wie es in dem Protokoll 'so schön heißt „zu Recht 1 ein berufene, außerordentliche bezw. kombinierte 1 B u n d es v e r w a l t n n s s i tzn n g" abgehalten. Bei diesen Korn- ’ binationen hat der Präsident, Herr Heidecker, eine Rechnungsablagc 1 über seine Gießener Tätigtest erstattet: 1110,90 Mk. Einnahmen, I 1120,25 Mk. Ausgaben. Tie Ausgaben sind nur summarisch I aufgeführt. Ter Arme! So hat er also 9,35 Mk. womöglich I aus eigener Tasche Angelegt, von den Tagesdiäten, die ihm satzungi - I gemäß zustanden. Ter Gießener ,,B r u d e r v e r e i n", der.: | freilich noch ein beträchtliches Defizit zu decken blieb, hat, wie 1 „hierzu von Knapp berichtet" wird, sich von .höchst | lächerlichen, aber böswilstgen Unterstellungen seitens erbärml rinv I Großsprecher dorten" gegen den allverehrten Bundespräsident, n 1 ausbringen lassen. Es soll t>eni Bruderverein indessen „roenit I auchganzausnahmsweiseundentgegendcnP flick I ten der B. -Verwaltung, das ganze Protokoll g c ] sandt werden, wobei erwartet wird, daß einer br I liche Handlungsweise den Bundesverein Gießen 1 veranlassen wird, der Wahrheit verdiente Ehre 1 ftu Teil werden zu lassen und sogenannte Stän kerei, Wichtigtuern und Ehrenabschneidern b i c I gebührende Antwort gibt". Ein weiterer Satz des Pro | tokolls zeigt aber, daß der Groll nicht so tief sitzt, denn es wurde i beschlossen, einem Vorstandsmitglied des Gießener Brudei-vereins „in Anbetracht seiner großen Bemühungen beim Zustandekommen der Prinzengarden, die Eh renkappenbrudcr schäft de-> Z Bundes anMtragen". Wir wissen nicht, ob der betr. Herr i diese „Ehre" zu würdigen gewußt bat. Trotzdem das Protokoll j den finanziellen und für den „Bund" moralischen Mißerfolg des Gießener Feldzugs feststellt, hat Herr Heidecker in diesem Jahre I, die Wohltäter ei und den karnevalistischen Schmetterlingsfang in J Marburg ins Werk $u setzen versucht. Heute lesen wir itrdessen in der Marburger „Hess. Landestzeitung" folgende Notiz:
K e i n „g r o fe e r" Karneva l. Ter Teutsche Karneval - bunb hat sein Vorhaben, hier einen großen Karneval mit I „wohltätigen" Nebenzwecken „einzuführen" wieder aufgegeben. I ba der Plan hier anscheinend zu wenig Anklang gefunden hat $ Wieviel „Brudervereine" der „Bund" jetzt noch zähst?
•’ Besitz wechsel. Bäckermeister For ba ch hat von N Gärtner Becker in der Kaiser-Allee einen Bauplatz 311 22^/2 Mk. für den Quadratmeter erworben. Herr Forbach^ beabstchtigt, dort eine Bäckerei mit neuzeitlichen Einrichtungen ;u errichten. — Der Kaufpreis des HauseS Langsdorf in der Ludwigstraße beträgt nicht 42 000 Mk., sondern 44 000 Mark.
*' Zu dem Unglücksfall, der am Montag morgen ein junges Menschenleben durch einen Sturz aus dem Fenster^ vernichtete, sei noch mitgeteilt, daß das Mädchen nicht mit '* Fensterputzen beschäftigt war, als das Unglück erfolgte. 'S?«*j<io}e 11 uYaf nL (Xn» u’nyiwvd’ uuix-.J »liutr -SU/;y-.5 der Dame eingetreten.
" Der städtische Seefisch markt, der am vorigen Donnerstag das erste Rial im neuen Jahre abgehalten wurde, hotte sich eines alißerordentlich starken Zuspruches zu erfreuen. Der Vorrat von etwa 10 Zentnern Bratschellfischen, Kabliau, Schellfischen, Lachs und Schollen war in anderthalb Stunden gänzlich geräumt, trotzdem die Preise infolge des Alisstandes der 9toidfeefischer in Geestemünde und Bremerhaven verhält- msmäßiq hock) waren. Zahlreiche später eintreffende Käuferinnen mußten uuverrichleter Sad)e ivieder weggehen. Für den morgigen Markt ist — um dem starken Zusprtich genügen zu köiinen — ein entsprechend größerer Vorrat beschafft worden. >
Landkreis Giesien.
b. Wieseck, 14. Jan. In der heutigen Gemeinde- [ ratssitzung wurde die Rechnung für 1911, die mit einer II Einnahme von 143 000 Mk. und einer Ausgabe von 126 000 Mk. 1 abschließt, von dem Vor'itzenden in den einzelnen Punkten erörtert I und einstimmig genehmigt. Die Stelle des Gemeindeeinnehmers I soll, da der jetzige Einnehmer amtsmüde ist, vom 1. April ab I anderweitig beseht werden. Es wurde beschlossen, die Stelle I auszuschreiben. Ter Schluß der Meldefrist ist für den 20. Januar I festgesetzt. Das Gesuch des Ludwig Krüger um Errichtung einer I Sandgrube wurde unter folgenden Bedingungen genehmigt: Das I Gemeindegelände ist durch einen Geometer ausmessen zu lassen H und mit einer Mark für den Quadratmeter zu bewerten. Die I Vcrmessmmskosten hat der Gefuchsteller zu tragen. Ferner ist I er verpflichtet, den Fußpfad so zu unterhalten, daß er jederzeit I passierbar ist. Das Baiigesuch des Friedrich s e l l 0 s wurde unter I der Bedingung gcnelMigt, daß er auf Wasser-, Licht- und Wege- I anlagcn durch die Gemeinde verzichtet, da das Grrindstück außer- I halb des Ortsbauplanes gelegen ist. Das Gesuch des Karl I Dech III. um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirt- I schäft in seinem neuerbauten Wohnhause am Lichtenauer Weg I wurde mit fünf gegen vier Stimmen genehmigt.
rm. Wr üningen, 14. Jan Vor einer gut besuchten I Versammlung hie t Stadtv. S a m es - Darmstadt im Jsheimschen I Saale da' i.r einen Vortrag über die Kranken- und Un- I fallvers 1 cherung. Der Redner erläuterte die seitherigen I ttrankcvversicherttttgsarten, beleuchtete besonders d:c Unzulänglich- I Feit der Gemeindeversicherungen und der eingeschriebenen Hilss- I kasscn. Er ging bann über auf die nach der Reichsversichcrungs- I orbnung zulässigen Zwangskassenformen, bet Ortskrankenkassen, | ber Lanblrankeukassen, ber Betriebskrankenkassen, ber Jnnungs- I krankcnkassen unb ber Ersatzkassen. Die Unterschiede der ein- I meinen V^rsicherungsarten wurden erörtert und der Redner kam I zu bem Ergebnis, baß bie Ortskrankenkassen infolge ihrer Selbstverwaltung unb ber Versicherung nach klassenweiser Abstufunc bes wirklichen Tage^verbienstes gegenüber bem in ber Regel ziigrunbe gelegten Ortslohn bei ben Lanbkrankenkassen un- bebingt ber Vorzug eingeräumt werben müsse. Zurzeit sind ruitb 13 Millionen versichert, die Ausdehnung der Vcrckcheriings- pslicht erstreckt sich aus rund 5 Millionen Personen. Die Mehrkosten dürsten 60 Millionen Mark betragen. Der Redner erläuterte bann bie gewerblichen unb lanbwirtschaftlichen Beriifs- gettossenscha'ten. Der ickerungsp licht, Entschäb g'ing b i Unfällen, Vcrsahren in ben Instanzen, Gesahrentarif, Grunblage ber Bei- tragsveranlagung, Ueberwachung ber Betriebe usw. Bürgermeister Singel bankte bem Redner für seinen Vortrag.
O.G. Lich, 14. Jan. Am Sonntag, 9. Februar, wirb Rechtsanwalt Kaufmann von Gießen im Saale des Gastwirts I ikob Stein bem hiesigen Gewerdeoerein einen Vortrag I .ider Ehe- unb Güterrecht halten.
Kreis Alsfeld.
w. Alsfelb, 14. Jan. Stadtvorstandssitzung. Anwernd: Bürgermeister Dr. Völsing, Beigeordneter Wertz. sowie 10 Stadtv orftands7MtglieL>er. Der Voyitzcmde berichtet zamächstl
ljof Laute (Hnnrimbunfl Kosten der B< noch m berci Laufe der Jal worden sind,1 gemacht hätte Zeisenfabrikai . trieben werde imr-ung der S. gedn/dck. Da- erfiärt, daß fit md
Ntibtt mtbe lud) rin nruei Antrag fand n weil bie Unter nrsacht, als b botenen einm r. Ang< weiteren Um im vergange abba ntoui m unserer F und Eisenkai tatsächlich lie jedem Einhck ist man hier t deren Vockoni D-e verlautet stelle für die w daß eine be ^age kom derten Absahr doch noch zu e' M.der Zuku dreivlerteljähri derabschjedi.te s m e 11 wieder 1
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