Ausgabe 
12.11.1913 Erstes Blatt
 
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reform cm§. Auch die Sozialdemokraten waren für Me Bertagung der Einführung des Frauenstimmrechts.

Ein japanischer Torpedobootszerstörer untergegangen.

Aus Tokio wird gemeldet: Der Torpedoboots- z e r st ö r e r A g s a g i r i ist bei der Halbinsel Noto auf einen Felsen geraten. Er ist rettungs.os verloren.

Ein chinesischer Räuberhauptmann.

Aus Peking wird gemeldet: Ter berüchtigte Räicher- hauptmannWeiße Wolf", der mit den Aufständischen im Süden Beziehungen unterhält, überfiel die Ansiedlung von Staniangtschou in der Provinz Hunan. Aus der Pro­vinz Hupeh sind eiligst Truppen entsandt worden.

Aus der Mandschurei.

Es verlautet, Japan habe die Konzession der neuen sechsten Eisenbahnlinie mit Mukden als Kopfstation erhalten.

Der Aufmarsch

zu den Siebener Ztadwerorürietenrvahlen.

Gießen, 12. Nov.

Wer den gestrigen lebhaft verlaufenen Verhandlungen des Bürgervereins beigewohnt hat, der steht vor mancherlei Fragen und Zweifeln. Es scheint sich da um zwei getrennte Lager zu handeln, die von sehr verschiedenen Gesichtspunkten geleitet werden. Ter Bürgerverein ist seinerzeit gegründet worden, um das kommunalpoli r che Interesse in der Bürger­schaft wachzuhalten und der Stadtverordnetcn-Pcriammlnng , nützliche Anregungen oder auch förderliche Kritik vorzn- halten. Er hat denn auch im Verlauf seiner jahrelangen Tätigkeit mancherlei Nützliches geleistet und titele interes­sante und belehrende Versammlungen abgehalten. So ist sein Anspruch auf Mitwirkung bei der Aufstellung von Stadtvcrordnetenkandidaten ganz selbstverständlich und berechtigt. Gestern haben nun die beiden liberaler! Par­teien mancherlei Vorwürfe zu hören bekommen. Parteipolitik und die Tätigkeit im Rathause hätten wenig miteinander zu tun, und der Bürgerverein lasse sich nicht beiseite schieben. Prof. Tr. Vogt doii der fortschrittlichen Vollspartei ging demgegenüber aus die Gegengründe ein, und er ließ nm von der Ansicht leiten, daß die Parteipolitik nun eininal insofern auch an das Rathaus gebunden sei, als ja aller- wärts so vielfach die Fehler der Stadtvätcr den jeweils vorherrschenden Parteien in die Schube geschoben würden. Vertreter der beiden liberalen Parteien, namentlich die Herren Krausmüller, Vogt und Urstadt, rieten eindringlich zur Mäßigung und zeigten ein angenehmes Bild brüder­licher Einmütigkeit. Und darin liegen für die Wähler und Bürger doch auch gar manche ernste Mahnungen! Wie war das Bild vor drei Jahren ! Schrille Mißklänge, heftige Fehden un- Redeschlachten erfüllten das kommu­nalpolitische Wahlfeld, und nicht nur aus das fernere Wirken des Rates der Stadt, sondern auch auf das bürger­liche Zusammenleben überhaupt schien ein eiskalter Reif gefallen zu fein. Ist es demgegenüber nicht hochersreulich, daß bei den jetzigen Komnrunalwahlen der sanfte Irre- densmarsch vorl-eprscht und die Parteien desStreits schlangenhaarichtes Scheusal" vor den Toren des Rathauses verscheucht haben? Man sollte schon darum, weil dieser Friedensschluß nicht nur den bevorstehenden Wahlen gilt, sondern auch für die Zukunft eine segensreiche Bedeutung hat, über manche Unebenheiten der Beschlüsse hinwegsehen. Die Einigung war eine allgemeine Notwendigkeit. Wäre sic leichter oder schwieriger zustande gekommen, wenn zahl­reiche Tritte dabei mitgewirkt hätten? Ter Bürgerveretn hat mit tiollcm Rechte Berücksichtigung verlangt und man kann nichts Unbilliges in seiner Forderung erblicken, an der Vorbereitung der Wahlen durch eigene Vertreter selbst teilzunehmen. Man kann es auch begreifen, daß in seinen Kreisen einige Mißstimmung entstand, als diese Forderung nicht erfüllt wurde. Aber man soll das Versehen der all­gemeinen Notwendigkeit einer Einigung beider hiesiger liberalen Parteien zugute halten! Hätten zuviele unpo­litische Interessen mitgewirkt, wären die politischen Fi den durch das Garn sonstiger stadtväterlicher Reden a'.lzusehp durchkreuzt worden, so wäre eine gefährlichere und feind- seligere Atmosphäre geschaffen worden, als sie gestern die friedliche Opposition des Bürgertiereins bot. Tiefer hat fid) ja bescheiden darauf beschränkt, vier Kandidaten d.'s ge­meinsamen liberalen Zettels durch vier andere Männer zu ersetzen. Das gestrige kleine Gewitter hat die Luft gereinigt, und bald wird uns die Sonne wieder lachen. Was uns die politischen Parteien vorschtagett, ist ja, wie sie selbst zugestehen, keineswegs vollkommen und ganz unangreifbar. Nur die Gefahr der Zersplitterung gegen­über der Geschlossenheit der Sozialdemokratie mußte in Erwägung gezogen werden, und die Korrektur, die der Pürgerverein vorgenommen hat, schafft dem roten Zettel kaum einen Vorjprung, beim daß auf der Liste der li­beralen Politiker die Streichung einiger neuer Männer erfolgen würde, war kaum zu vermeiden. Die Vorschlagsliste des Bürgervereins ist dadurch bezeichnend, daß sie keinen sozialdemokratischen Kandidateit enthält. Man ging dabei nicht von politischen Erwägungen aus, sondern davon, daß die neuen Männer allgemein bekannte und in ihrem Bemühen für das Allgemeinwohl als ver­trauenswürdig erkannte Persönlichkeiten fein müßten. Ins Unvermeidliche muß man sich auch bei Stadtverordneten- tualfirn fügen!

Die Kandidaten des BürgervereinS.

ü. Gießen, 12. Nov.

Ter Bürgerverein Gießen nahm am gestrigen Abend im Hotel Giitbom in einer außerordentlichen Hauptversammlung, gleich den potilischen Parteien, Stellung zu den Stadtverordneten- wablen, freilich in anderer Weise als diese. Herr B a l. Müller kündigte einen Bericht dec- Vorstandes über die durch ihn gepflogenen Verhandlungen mit den politischen Parteien au und erteilte zu diesem Zwecke Herrn W i n n das Wort. Dieser knüpfte an die Zusage des Herrn ^ustizrats Metz an. dem Bürgerverein eine Anzahl Plätze auf der Kandb datenliste vorzubehalten, beklagte sich aber, daß die gehegte Gr Wartung nicht in genügender Weise erfüllt worden sei. Besonders vermisse man den Namen des Herrn Lehrer Val Müller, an dessen Stelle der des Herrn Fischer gesell worden sei. So erbebe sich die Frage, was nun zu tun sei Nach weiterer Ergänzung dieser Ausjuhrungen vorn Vorstandstisch, zerlegt der Vor sitzend e die bisher allgemeine Frage nach dem War und Wie in die drei llntcrfragen: Solle der Verein au nehmen, was von den politischen Parteien beschlossen worden sei? Ober solle er gesondert verarbeit? Cher in Anlehnung an die »mar noch nicht offiziell veröffentlichte, doch immerhin schon unter her Hand bekannte .".andidatenliste der Parteien die nufn genehmen Nomen streichen? Herr Prof. Krausmuller vermag lernen reckten Grund zur U n z u s r i e d e n h e r t innerhalb des Burger Vereins zu sehen. Es stände doch eine ganze Anzahl inner Mit nlieber auf der Liste, und cs bedeute offenbar eine »deibiflnnQ her betreffenden Herren, wenn man sie nicht als Vertreter des Vereins betrachten wolle. Herr Val. Muller hält es tur belanglos, daß solche Herren in der Tat vorhanden |tum; der

Verein lege gerade auf die Zugehörigkeit des einen oder anderen Mitgliedes besonderen Wert. Ter Hauptgrund zur Unynneben- heit sei aber die A r t b c r Behandlung, die man iuh von den politischen Parteien heute gefallen taffen müssen. Herr Löber nimmt Herrn Geh Justizrat Mep in Schutz: bieiet bafce getan, was in feinen Kräften stand, aber die Mehrheit der Venammlung am Sonnabend fei richtunggebend gewesen. Auch Herr Pro». .Krausmüller hebt nochmals die außerordentlichen schwierig- feiten der glücklich zustandcgebrachteri Einigung hervor. Man solle daher doch alles vermeiden, was die bcittbenden ä.inerenzen vergrößern könnte. Ter Verein habe dock wirklich keinen Grund zur Unzufriedenheit; fast die Hälfte der neuen Kandidaten stamme aus feinen Reihen. Denn Persönlichkeiten nicht zusagten, solle man sie bezeichnen und dafür andere Vorschlägen. Ter Vor- 'itzcnde lehnt dos ab. Parteipolitik gehöre nicht ms Rathaus, wohl aber soziales Empfinden und Smtcbcn. xtt Bürgervernn mache keine Cucrtrcibertien, wolle aber nicht für Sünden büßen, die andere begangen haben. Wo bleibt der Seltersberg- Verein? fragt Herr Seibel, lieber tie guten, aber schließlich doch über den .Hauken geworfenen Versprechungen der niinferfommiffion .die bekanntlich aus den b erben Vorsitzenden der politischen Parteien, ferner je einem Vertreter des Bürgetverei-.s und 3er Bezirksoeremen beuand b.t.agt fich Herr Horst. Herr Löver meint, die Hauptschuld an der beklagten Zurückietzung trage der Bür- ger'oerein selbst. Warum habe er sich gescheut, als erster auf den Plan zu treten und feine Kandidatenliste bekannt zu geben! Tann konnte er den politischen Park en ein Wegweiser sein; nun fei es zu zu svät. Herr Valentin Müller entgegnet, der Verein habe rocht unnötig die '2üifregung in der Bürgerschaft febüren wollen. Nach einem Schreiben des Herrn Justizrats Metz der Redner verliest es -- sei sie aber Nicht mehr zu verhindern. In diesem Schreiben wird vom Bürgrroereiu unter einigen Versprechungen in Bezug aus die zu erwählenden Kandidaten verlangt, daß er bann auch Tür den Zettel der oolitischen Parteien eintreten müßte. Ter Bürgerver. n, der als gleichbereckmgter Faktor mit den politischen Paneien an der Ausstellung der Liste habe teilnehmen wollen, habe es aber abgelehnt, auf solche Bedingungen einzugeheu.

Herr Prof. Boot gibt zu, daß es politischen Parteien schwer alle, ein Kommunalvrogramm zu schaffen. Aber zu einer blossen Entrüstungspolitik habe der Verein doch keine Ursache. Er habe gegen Herrn Val. Müller gewiß nichts, aber weil sein Vor­sitzender nicht auf der Liste stehe, die mühfam errungene Einigkeit umzustoßen, sei des Vereins nicht würdig. Herr I n d e r t h a l hält eine Teilung der Mandate nach dm politischm Parteim nicht für richtig.

, Tamit ist die Frage nach der Annahme der politischm Listen in verneinendem Sinne erledigt, uiid es handelt sich darum, ob der Bürgerverein gesondert vielleicht in Anlehnung an die Bezirks- vercine vorgehen oder die vorhandmen Listen durch Strei­chungen und Zusätze annehmbar machen soll. Herr Prof. Urstadt warnt vor Ucbereilung. Noch habe er fein Wort gehört, was man denn an den Zetteln auszusetzcn habe. Herr L a u n s b a cb mochte an Stelle des Sozialdemokraten ein Bürgcrvcrcinsinitglied auf dm Schild erheben. Herr Weil schlägt eine allgemcineWählerversammlung am Tonnerstag vor, die über die Berechtigung der Wünsche aller beteiligten Vereine und Gruvven entscheiden solle. Da die allgemeine Stimmung aber einem völligen Verwerten der politischen Listen nicht geneigt ist, sich anderseits auch nicht das Recht der Selbstbestimmung von genehmen Kandidaten rauben lassen will, wird der Vorschlag Weil zurückge wiesen. Dagegen beschließt die Versammlung nach äußerst lebhafter Aussprache, sofort vier Kandidaten aus ihrer Müte zu erwählm und für deren Namen durch Streichung von vier andern auf der gemeinschaftlichen Liste der politischen Parteim Platz zu schaffen. Aus der Zahl der vorgeschlagmen Kandidaten werden mittel ft Zettelwahl berufen die Herren Bal. Müller, W. Hornberger, Ehr. Jnderthal und Arch. Seuling. Es folgt eine Abstimmung über die Kandidaten der polftischm Parteien, von ihnen erhalten Stimmen die Herren: Geh. Kom­merzienrat Heichelheim (Natl.j 49, Geh. Medizmalrat Tr. Haberkorn <Natl.' 49, L. Petri II iNatl.) 46, Kommer­zienrat Klingspor (Natl.) 46, E. H. Müller (F. D.) 46, Fr. Brück (F. V. 45, Laubgerichtsdirektor Schmecke nbecher (Mail.) 38, W. Plank sF. &) 36, Kommerzienrat Ad. Noll (F. V.l 35, Wenzel (Natt.) 34, Architekt H. Meyer (F. «3 34, Nmtsgerichtsrat Wachtel (Kath.) 32, Aug. Noll II (F. B.) 31, Nealschullehrer Haggenmüller (Natl.) 26, Diehl (Soz.) 24, Zorn (F. V3 23, Lehrer Fischer (F. V3 17. Es fallen demnach die vier letztgenannten ans und an ihre Stelle treten die vorhin erwähnten. Falls einer der neu Borgeschlagenen von der Kandidatur z u r ü ck t r i t t, soll er durch dm an Stimmenzahl nächstberechtigtm ersetzt werden. Mit einem Dank des Vor­sitzenden an die Versammlung für ihre unermüdliche Ausdauer schließt die Sitzung um V/s Uhr nachts.

** Versammlung im Frankfurter Hof. Der Saal war vvn Bürgern des Mittelstandes, besonders von Handwerkern, Architekten, Hausbesitzern usw. am Montagabmd _ dicht

gefüllt. Gin hiesiger Student eröffnete die Versanini

jung. Maurermeister Johann Georg Pfaff hielt dann an Hand seiner SchriftGießener Millionew-Sckmldcn- wirtschaft" einen Vertrag. Im Jahre 189) bäte die Stadt nur 800 000 Mk. Sckmlden gehabt, tarch die Tätigkeit der modernen Bürgermeister seien sie aber aus 22 Millionen angnvachsen. Im Vergleich zu Frankfurt dürfe Gießen nur 1015 Millionen Mark Schulden haben. Der Redner glaubt, daß er die Schuld eher zu niedrig gegriffen habe, sie betrage jedenfalls 2628 Millionen. Nur 2800 Steuerzahler wären vorhanden. ES wurden jährlich 3,5 Millionen verpulvert. Auf den Kopf der Bevölkerung fielen fast l(hX) Mk. Schulden, cirr? Million Zilnsm fei jährlich va zahlen. Er schildert die aus den Hau. i -sitzm liegende brückende Last der Abgaben. Diese mühten vom Verbraucher selbst erhoben werden, z. D. Wasscrgcld und Kanalgebuhren. Der Redner be­hauptet, daß er von seinen 33 Wohnhäusern mit 133 Wohnungen davon zwei Drittel für geringe Leute) an die Stadt 9500 Mk. Al labfii zu zahlen habe Ter Mittelstand gehekaput", da zu viel G.ld für alle möglichen Projekteoerpeffert" werde, Gießen würde dann nur noch arme Leute haben. Er spricht bann über dasSpielzeug" Auwspritze, über den geplanten Wasserturm auf dem Selter?berg, an dem schon die Architekten Geld verdic.it hätten, und weist dm Bau einer Elektrischen nach Krofdorf und den Ankauf der BiebeNalbahu als frevelhaft zurück. Zleberhaupt sei das Elelirizitätsnaerk bas Schmerzenskind der Stadl Der Ankauf des Geländes der Akttenbrauerei werbe die Gießener Steuerzahler nach Millionen kosten. Das NahnmgsberggelänDe müsse zur Betxiuung aufgetan werdm. Wassergeld und Kanal gebühren seien zu hoch. Den Hausbesitzern werden 4 v. H. von der Aiicte abgenommen, in Frankfurt nur 1 v H., die Straßen- foftenfciträge feien unerschwinglich Die Bürgermeisterei dürfe nicht in die alte Klinik kommen. Zum Schluffe fordert er auf, b.i den bevorstehenden Stadtverordnelenwahlen Handwerker und Leute aus dem Mittelstand zu wählen, die daran dächten, die Schulden abtutragen. Die teilweise sehr drastifchm Bemerkun- gen des Redners und manches andere brackum allmählich eine etwas heitere Stimmung in die Versammlung. 'Auch schienen Die Angaben über Die VermögenÄverte der Stadt zu fehlen: es - n-ar meistens nur die Rede vom Verpulvern und Berpfeffem, vom : Ruinieren und Kaputgeben Da kein Redner auf das Vorgettagme i einging, so erfolgte Je tue eigentliche 'Aussprache. Die Vorschläge i etiiiiCT Herren betreffs Nennung von Kandidatm zur Dahl schienen - Des nötigen Ernstes zu enibebrm; außerdem begann sich der Saal gleich nach Schluß Des V«>nrags zu leeren. Als KandiDatm wur- I Den genannt I H. Müller unD Karl Zülch. Buckchalter Schütz i schlug Herrn Joh «eori Pfaff vor. Der nach Den heutigen Aus- r führnngen sicher ein tüchtiger StaDtoerorDneter ivcrben mürbe.

Aus Staot uns fcanO»

Gießen. 12. 2tooeniber 1913.

** Tageskalender für Miuwoct-, 1L. Roo. Stadt- th ea l er: ,T a 5 Geheimnis- Amang Uhr.

Vortrag des Allg. Teutfd- Jranenverem- und evemg. Sem.-slrauenoereinS in der neuen Aula, l'iarrer D. 1 r e u l rf) e n: Teutfche Delbinncn in den BettenmgSkrregen . Umanq h « Uhr. ' ReichSverein lib. Ange'l. und Arbeuer und ^ortfchrull. DolkSoartei: Ceuenll. Serfammi.mg im Felsenkeller öj» Uot.

1 o c t r n g im »Hotel Schützt, abends 8% llgr über ket- NcherungSanftalt deutscher Hausbesitzer.

Kriegsmarine-Ausstellung in der Alten Klinik.

Der Großherzog verlieb dem Lebrrr Wilhelm Buchinger zu Horchheim anläßlich seiner mit Wirkung vom 1 November 1913 ab erfolgten Versetzung in den Ruhe- stand die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps beS Großmütigen.

Feuerwehr-Ehrenzeichen. TaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Groß, herzog an Johannes Knaf und Johannes Heinrich Knaf zu Büdingen verliehen.

Stabttheater. Schon heute sei auf ba8 nächste Gastspiel hingewiesen, bas ein theatralisches Ereignis für Gießen werben dürfte, da ein Künsllerpaar zusammen auf- treten wirb, dessen Namen unter den allerersten Sternen am deutschen Theaterhimmel glänzen. Helene Feh bin er und Friedrich Kayßler vom Berliner Lesftng.Theater, werden am Mittwoch, den 3. Dezember, ein einmaliges Gastspiel in Ibsen« .RoSmerSholm* absolvieren. ES ist zu wünschen, daß dieser Abend daS wohlverdiente Jnterefie m reichstem Maße findet, schon damit die Direttion daS finanzielle WagmS eines solchen ToppelgaslspieleS nicht zu bereuen hat.

" Der Verein der Hausbesitzer läßt, wie man unS schreibt, heute abend im Saale dcS Hotels .Schützt einen Vorlrag halten über die vor einiger Zeit gegründete eigene Versicherungsanstalt deutscher Hausbesitzer für die Mil- ^lieber der Dem Zentrali^rband deutscher Hausbesitzer an- geschloffenen Vereine, über ihre Ausgaben und Leistungen. Den Vortrag hat Verbandssekretär Franz Bessert auS Spandan übernommen.

" Vortrag bet Frauenvereine. Man bittet uns auf den Dorkrai bei Pfarrers D.^r euldien nu5 Hirschhorn,den er heute tibend h' .Uhr in der neuen Aula Der Universität über -Hei­di n n e i> der B e i r e t n n g 4 f r i e g e- holten wird, nochmals aufnierffam zu machen. Ter Vortrag hat in Tarmikadt groneii Veifall gefimden. In Gießen dürste er auch auf besondere Le>l- nnhme rechnen können, weil Pfarrer Preuschcn in unserer ctaDt augeivadkn ist. Auch unteren Frauen soll damit ein voller An­teil an der Jahrhunderikeier geboten werden. 'Nicht nur die Männer bebüren der öelcen, an denen sie Nch begeistern und deren Vorbild ihre Kräfte werft und ihnen Redens ziele steckt, unb nirfit nur unter den fDlönnern sind solche Helden ah finden. Auch unseren Frauen tuen auf ihrem Wege ztir Eniivirflung ihrer'n den lind Kräfte solche begeisternde Führerinnen not. ovulid), die Hel­dinnen der Befreiungskriege weifen Dafür einen ernsten eg, 3en Weg des CpfcrS. l iefen Weg gu verliehen, ist nn allen, auch den Dlänncm heil am. Tarum sind mit Den Fraiien auch Dicfe herzlich emqelaDen.

**3it dergestrigenNotizD aS A ktie nbrcrueret- Gelände" im lokalen Teil ist durch ein technisches Versehen die Kennzeichnung als Zuschrift weggeblieben. Wir hatten be- btlv tätdbcrechnuna kann auf keinen Fall stimmen Wir behalten uns weitere ?lusnttmingen für eine der nächsten 'Thimmem vor.

Landkreis Gießen.

-- Betten häuf en, 11. Nov Bei her heutigen Ber- aeordnetenwahl wurde der bisheriae Beigeordnete L e i d n e r mit 73 Stimmen wiedergewählt.

KrciS Alsfeld.

Mücke (Cbcrheffcn), 11. Nov. Aus dem um 7 Uhr 15 Minuten abends von Station Nieder-L h men hier einlauscndcn Personenzug st ü r z t e heute abend zwischen Station Nicbcr-Ohmen und Mücke aus einem Abteil 4. Klasse ein etwa 40jähriger Mann aus dem in voller Fahrt be­findlichen Zuge. Mitfahrcnde zogen sofort die N o t- b r em se, worauf Der Zug anhielt unb einige hundert M zurückfuhr, sodaß der Schwerverletzte im Zuge Aufnahme laut. Er st arb im Zuge, ohne das 'Sewußtsein ivieber er­langt zu haben. Tie Persönlichkeit des Verunglückten konnte noch nicht festgestcllt werden. Auch die Frage, lvie daS Un­glück entstand, bedarf noch der näheren Feststellung.

KreiS Friedberg.

L. Friedberg, 11. Nov. In Der heutigen S t a b t ver-- ordnetensitzung. Die unter dem Vorsitz Des Bürgermeisters Baurat Stahl ftnno, wurden zunächst einige Baugesuche geiich- inigt und die Fluchiliiiien für die verlängerte B'smarckstraße und Mainieriorweg ieflgesetzt. Tie Arbc ten ;ur Straßen Herstellung wurden verteilt. Die Rechmmg Der SclüllcrschuU für 1912 wurde alsdann genehmig Ter städtische Zuschuß beträgt 5350 Mk. Zu Beigeordneten für Die ytddifltn sechs Jahre wurden Beig. T amm und Justizrat Winbeder wieDergewählt

fi. Butzbach, 11. Roo. Ein Landstreicher brach an der Straße nach Podl-O-önS etwa 20 jungen Cbft- bäumen die Kronen ab. Ter Mensch konnte verhaftet und dem UntelsuchungSaesängniS zugefübrt werden.

? Steinfurth, 11. Nov. Bei einer vom Bad-Nauheimer Hubertusklub heute im hiesigen und ün Opversbofener Felde oer- annaltcien Treibjagd wurden von ctiuo - ' Hasen

trotz Des schlechten Wetters zur Strecke gebracht.

Starkenburg und Rheinhessen.

Mainz, 12. Nov. Tie Lagerhalle der Schisfahrls- unb Spiditionssirma Hillebrand am Rheinuser wurde durch ein Großfeuer, das vier Stunden wütete, zer­stört. Als-Ursache des Brandes wird Kurzschluß ver­mutet.

Heffen-Nassau.

Frankfurt a.M, ll.Nov Heute früh schoß sich der Kaufmannsgehilfe A. Kammer st ein Mis H a n au in t«n Zuge zwischen Frankfurt und Höchst eine Kugel in Die Brust. Er wurde in Dos Höchster Kitankenhaus gebracht.

CanC'tvirtfcbaff«

k. Kirch-G öns. 12. 91ov. Aul Anregung des hiestgen LbstbauveremS würben kürzlich in einem Teil unserer i^emarkun- an den Aevftlbäumen Kleb gürte! angelegt. Man staunte darüber, ivklche Menge ' Frost fpanner Weibchen, bie be- fniintlicb nicht fliegen können, bereit« gefangen wurden. IH beadstwtigt, in den folgenden Jahren je einen an bereu -teil bet Keniatfimg in diefer «leite vorzunehmen. hont mnrv de« Vaui.'fchäblmgS, Dessen Rauven in tiefem Sommer viele oum< fast fnhl'royen, Herr zu werden.___________

Vermischte».

* Gewalttätiger Ge f a n g e n e r. Aus Breslau, 11. Nov. meldet ein Privattelcgranrm: Heule oorrnittag versuchte brr wegen Beleihigung unb groben Unfugs p zwei Wochen GcfangniS unb drei Wochen Haft ucrurlnUC