yu rechnen.
** Orden sangclegenheit. Der Großherzog hat dem ordentlichen Professor an der Landesuniversität Dr. Friede. Schwally zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen'Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt.
** Eisenbahn-Personalien. Die Hilfsheizer Henrichs in Friedberg, Häuser, Haas und Weller in Gießen werden zu Lokomotivheizern ernannt.
*• Die Ludwig- und Al ice»Strftun g hält ihre 33. Hauptversammlung am 17. Sept, in Darmstadt ab. Bei den Verhandlungen handelt es sich um die Gründung
die man trotz aller Achtung vor dem Dichter nur als Plattheiten bezeichnen kann. Die durch die starke Hervorkehrimg des protestantische n Gedankens bedingten Ausfälle gegen bestehende Religionsgemeinschaften, endlich müssen in einem Festspiel als ungehörig bezeichnet werden. Indem Hauptmann von der üblichen Schablone abwich und sich bemühte, ein gewaltiges und fichnttch auch packendes Zeitbild zu entwerfen, find ihm manche Flüchtigkeiten und Entgleisungen unterlaufen, doch gehört zur vollständigen Beurteilung eines Bühnenwerkes eben die '2LuffüI)rung, und diese war jedenfalls äußerst eindrucksvoll. Es nxrre allerdings besser gewesen wenn der Breslauer Magistrat nicht gerade Hauptmann mit einer solchen Ausgabe betraut hätte, denn das bei solchen Gelegenheiten übliche Pathos liegt ihm ganz und gar nicht., Aber daß er neue Wege gesucht und auch teilweise gesunden hat, ist ihm hoch anzurechnen.
Darauf folgte die Vorlesung des Festpreis durch Herrn Th. >S t i e f e n h o s e r - Aschaffenburg, der sich seiner Aufgabe in glänzender Weise entledigte, indem er dre einzelnen Permnen treffend charakterisierte. Der wiederholte Beifall legte beredtes Zeugnis davon ab, wie Herr Stiefenhofer seine Zuhörer zu fesseln wußte, und welch starken Eindruck die Dichtung trotz starker Kürzung machte.
Aus Stadt rrnd Catibe
Gieße n , 12. Juli 1913.
** Tägeskalender. Sonntag, den 13. Juli, nachmittags 31/, Uhr - Radrennen auf der Rennbahn an der Hardt, ver- anstaltet vom Rad klub Germania.
BakossKammer-Lichtfviele: Täglich Vorstellung.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
O b e r h e s f i s ch e r K u n st v e r e i n. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3—5 Uhr.
Oberhessisches Museum und Gail' sche Sammlungen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
Die Anlagemusik fa(It morgen a u s. Sie findet nächsten Mittivoch, nachmittags 5 Uhr, statt (nur bei gutem Wetter). Spiel- plan : 1. Mein Regiment! Marsch von Blankenburg: 2. Ouvertüre zur Oper „Mignon" von Thomas: 3. Anna, was ist denn mit dir? Walzer aus der Operette „Der liebe Augustin" von L. Fall; b. „Schwälmer Tänze" von I. Lewalter.
Ausland.
Haag, 11. Juli. Die Königin betraute den demokratisch- liberalen Deputierten Dr. B o s mit der Kabinettsbildung. Das Ministerium soll sich aus der gesamten Linken der Kammer zusammensetzen.
Paris, 11.Juli. Die Kammer nahm einen Gesetzentwurf über dieUtiterstützungkinderreicherFamilien in einfacher Abstimmung an.
Madrid, 11. Juli. Der Ministerpräsident erklärte, er wisse aus offiziöser Quelle, daß die dmtsche Regierung die Entscheidung
Mthen, 11. Juli. Admiral Kondurietis hat die Besetzung Kavaltas bekannt geben und Kapitän z.S. Krre- tzns zum Gouverneur der Stadt ernannt. Die Umgegend wird von Komitatfchis gesäubert. Bei der Bevölkerung herrscht großer Enthusiasmus, an dem auch die ^IcoHamme dauer teilnehmen.
Die Friedensvcrmittluug.
London, 11- Juli. Reuter erfährt: Bulgarien teilte vor zwei Tagen Rußland mit, daß zu erner Einigung mit Griechenland und Serbien bereit sei, und daß es Rußland auffordere, diese Aufgabe zu übernehmen. Rußland willigte ein, unter gewissen Bedingungen die guten Dienste zu leisten. Nachdem Rußland sich mit Sofia verständigt hatte, trat es mit Belgrad und Griechenland in Fühlung, und forderte Serbien und Griechenland auf, die Feindseligkeiten einzustellen, um mrtRuß-- lands Hilfe ein Ueber ein kommen zu erzielen. Die Nachricht, daß Bulgarien Rumänien keinen Widerstand entgegensetzt, macht guten Eindruck.
Paris, 11. Juli. Die „Ägence Hapas" meldet aus Sofia: Tic Mchte tun bei den k r i e g f ü h r e n d e n Parteien getrennt, aber in U e b e r e in st im m u n g miteinander, Schritte, um ein Aufhören der Feindseligkeiten zu veranlassen. Rußland sei in dieser Sache besonders dringend und wird sehr wahrscheinlich auf diese Weise um so mehr Gelchr finden, als es die Jnitiattve zu einem Schiedsspruch ergriffeii hat, bevor die kriegerischen Ereignisse begannen, die gegen den Willen der Regierungen durch die Erregung der Truppen hervorgerufen wurden. Jetzt dürfte Bulgarien bereit sein, die Ratschläge Rußlands und der anderen Mächte zu befolgen. Auch Serbien, das den Verlust von vielen Soldaten tzu beklagen hat, wünscht wohl nicht, den vernichtenden Krieg fortzusetzen. Sehr wahrscheinlich ist es, daß es auch in Athen den Mächten gelingt, zu veranlassen, die griechische Armee aufzuhalten, obwohl sie durch die jüngsten Ereignisse in einen Siegestaumel versetzt worden ist.
Der rumänische Einmarsch-
Bukarest, 11. Juli. Ein Teil der offiziösen Presse hält für den Fall eines Krieges eine nationale Regierung für notwendig. Die Anregung hierzu ist von dem Minister des Innern Take Jonesku ausgegangen. Es würde sich vor allem um den Einttitt des Führers der Liberalen Bratianu in das Kabinett handeln.
Bu ka r e st, 11. Juli. Der rumänische G e sandte in Sofia teilte der bulgarischen Regierung mit, daß er Sofia mit dem ganzen GcHandtschaftspersvnal verlasse und den Schutz der Untertanen und die Archive der italienischen Gesandtschaft übergebe. — Der bulgarische Gesandte Dr. Kalin kow erhielt von seiner Regierung den Auftrag, in Bukarest zu bleiben.
Wie hie Blätter melden, hat die rumänische Armee Silistria besetzt.
Bukarest, 11. Juli. Der Finanzminister hat den Vertreter des „Wiener K. K. Telegr.-Korr.-Bur." ermächtigt, Die Meldungen über ein Amsf uhrverbot für Getreide zu demontieren; bisher sei nur ein Aus.fuhr- verbot für tierstche Produkte erlassen worden.
Türkisch-bulgarische Verhandlungen.
'Konstantinopel, 11. Juli. Netschewitsch tft als Unterhändler Bulgariens hier eingetrof- ten und von Beamten der Pforte begrüßt worden. Es verlautet, die Antwort Bulgariens fei entgegenkommend und gestatte eine Einigung. Netschewitsch hatte eine Konferenz mit Osman Niiami Pascha und hat auch den Großwesir besucht. _____________________________________
8-Mitarbeiter: , , .
Ihn weiteren Kreisen die Möglichkeit zu bieten, sich selbst ein i Urteil über Gerhart Hauptmanns Breslauer Festspiel zu bilden, veranstaltete der Alldeutsche Verband in Steins Gatten einen Vortragsabend, der recht zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Frhr. v. Liebig, äußette sich zunächst in einer nationalpolitischen- Würdigung über die Entstehung und den Wert des fraglichen Buhnen- stüctes. Er zeigte, daß der Grund zu dem Breslauer Streitfall und die Stellungnahme eines großen Teils des deutschen Volkes gegen Hauptmanns Festspiel keine Feindschaft gegen die Kunst ist, sondern die Entrüstung übhr den Mangel an Nationalgefühl. Es ist bekannt, daß der von dem, Breslauer Magistrat ausersehene Festsviellester Max Reinhardt s'/ne Zusage an die Bedingung knüpfte, daßGerharr Hauptmann der Festspieldichter sei. Es „war ein Mißgriff Hauptmann eignete sich seiner ganzen Persönlichkeit nach nicht dazu. Mach der elften Aufführung erfolgte die Absetzung des Stucke- als Festspiel, da der Kronprinz, was nur als sein gutes Recht anv zusprechen ist, bei weiterer Aufführung mit der Niederlegung des Protektorates gedroht haben soll. Was hat aber diese Maßnahme bewirkt? Einzig und allein die größere Verbreitung. As\x drei Wochen wurden 11 Auflagen nötig. Die deutschen Helden in der großen Zeit der Freiheitskriege treten vollständig zurück, fte sind nur lächerliche Figuren, nur Schatten gegen die titanenhafte Größe Napoleons I., der zu einem Gott, zu Zeus, der Blitz und Donner in seiner Hand trägt, gestempelt wird. Gewiß, Napoleon war groß, aber ein deutsches Festspiel für 1813 ist der schlechteste Ort, den Völkerbezwinger und Bedrücker Napoleon zu feiern. Gerade für einen Demokraten wäre hier ein ungemein dankbarer Stoff gewesen, zu zeigen, wie die allgemeine Not, die allgemeine Schmach es waren, die das deutsche Volk veranlaßten, wie ein Mann auf- zustehen, um sich die Freiheit von der Fremdherrschaft zu erkämpfen, ^tuf der einen Seite ein zaudernder König, dort ein Volk, das )ein Geschick selbst in die Hand nimmt und den König mit fottreißt. Ein solches nationales Festspiel muß alle Schichten und Kreise des Volkes miteinander verbinden. Das tut Gerhart Hauptmanns <vcst- sviel nicht. Dem gläubigen Katholiken, wie dem gläubigen Protestanten bietet es gleicherweise Anstoß, und dem Kriegsveteranen, dem es den Krieg als Missetat und Mord hinstellt, kann es nur ein Aergernis sein. Redner schloß seine Ausführungen mit den Worten Mar Hardens: Kein anderes Volk, auch keine Republik, hätte sich ein solches Stück tzurn zweiten Male ausftihren lassen.
Sodann beleuchtete Redakteur Neurath das Festspiel, frei von jedem politischen Gesichtspunkt, einzig und allein als literarischer SMttfer. Er schickte zunächst einige Worte über die Art und Weise einer sachgemäßen Kritik voraus, von der er vor allem Achtung und Ehrerbietung vor dem Werk eines wahren Künstlers verlangte. Dann trat er an die Beantwortung der Frage heran: Was hat der Dichter mit seinem Werk gewollt? Er wollte die Zeit von der französischen Revolution bis zu dem Sturz Napoleons in ihren großen Momenten personifizieren. Er wollte zeigen, daß sich der deutsche Gedanke, wie er sich in der von der deutschen Ideologie beeinflußten deutschen Jugend und in so erhebender Weise auch in den deutschen Müttern zeigte, gegen alle Anfechtungen von außen und innen, selbst gegen den Willen der um ihre Throne bangenden Fürsten durchsetzte und daß "ein Krieg nur bann sittlich gerechtfertigt ist wenn er den Frieden erringen soll. Wie hat nun Hauptmann diese Aufgabe gelöst? Er hat sie zu einem Puppenspiel gemacht, wohl aus dem Gefühle heraus, damit technisch eine Einheit zu schaffen; aber die Idee ist leider ebensowohl unvvlkstümlich als unpasseiid. Seine Personen wirken teilweise komisch, ja lächerlich, wobei aber ausgeschlossen ist, daß .Hauptmann die große Volkserhebung hätte lächerlich machen wollen Der Redner gab nun eine Inhaltsangabe des gewiß sehr interessanten Stückes und verlas einige Proben zur Beleuchtung des Gesagten. Alsdann ging er in eine Besprechung ein. Er führte, öfters von Beifall unterbrochen, aus: Obwohl das Festspiel Hauptmanns als Ganzes verfehlt ist, enthält es packende und dichterisch schöne Stellen. Viele Bilder aus der wilden und von hohen Leidenschaften erfüllten Zeit sind von großer Schönheit. Daneben ist freilich auch manches wirr, unverarbeitet und unverständlich, hastig und scheinbar unüberlegt hingeworfen, jedenfalls nicht völlig ausgereift. Auch die Form ist nicht immer einwandfrei, es ist eine Arbeit, der man es an- merft, daß es bestellte Arbeit ist, die zu bestimmter Zeit fertig fein mußte. Ae Hereinziehung des 'Griechentums und die barocke Idee eines Puppenspiels entspricht nicht den Dtnschauungen, die das Volk von jener großen Zeit und ihren großen Männern hat. Auch von dem Geist, der diese Männer beseelte, und der Begeisterung, die das Volk erfüllte, erfahren wir nicht viel, man .hört oft nur Worte, spürt das Herz nicht schlagen. Sprachlich ist auch gar vieles verfehlt, und neben Stellen, die von starker dichterischer Kraft zeugen, findet sich mitunter ein Wust von Worten,
weiteres vertagt.
Stuttgart, 11. Juli. Wie dem „Neuen Tagblatt" aus Berlin gemeldet wird, ist der Reichstagsabgeordnete H i l d e n b r a n d - Stuttgart an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Zietsch zum Sekretär der sozialdemokratischen Fraktion gewählt. Dieses Amt bedingt den ständigen Aufenthalt in Berlin, so daß der Abg. Hilden- brand sein Reichs- und Landtagsmandat niederlegen wird. Es ist deshalb mit einer neuen Wahl jn Stuttgart-Land
unter mittel.
•* Die Kinderkirche für die Markusgemeindc (Pfarrer Schwabe) wird Sonntag nachm. 2 Uhr in der Stadtkirche abgehalten, während um 11 Uhr vorm. Militärgottes. dienst stattfindet.
** Bürgergesellschaft. Wegen ungünstiger Witterung kann der geplante Hardtwald-Ausftug nicht ftattfinben. Statt dessen findet das Sominerfeft auf der Hardt statt.
♦* Radrennen. Der Radklnb „Germania" schreibt uns: Die Rad-Rennen am Sonntag, 13. d. Mts., auf der Radrennbahn an der Hardt versprechen einen guten Sport. Die Meldungen von auswärts sind sehr zahlreich ein- gegangen und die besten derzeitigen Amateure haben gemeldet. Auch der Wettmeister 1912, Christel Rode-Mainz, kartet bestimmt. Er dürste wohl als der beste Amateur der Welt zu bezeichnen sein. Am vorigen. Sonntag in dem großen Preis von Frankreich, ausgesahren auf der Pariser Rennbahn, konnte er trotz Reifenschadens etwa 150 Meter vor dem Ziel nock) knapp hinter dem fiüheren Weltmeister, dem Engländer Betty, den 2. Platz belegen. Er gilt in der Radsportwelt al§ der sicherste Gewinner der Weltmeister- schaft für 1913. Rode ist außerdem mehrfacher Sieger der deutschen Bundesmeisterschaften. Wegen der zahlreichen Beteiligung beginnen die Rennen punkt 31/» Uhr.
*• Die Festspiele im Zirkus Althofs in Os- waldsgarten werden hier ebenso wie in allen übrigen Städten des In- und Auslandes in Kürze das allgemeine Stadtgespräch bilden. Die besten und teuersten Sensationsnummern der Gegenwart werden den hiesigen Einwohnern vocgeführt werden. Direktor Althoff bietet die aktuellsten Neuheiten und größten Schlager der Saison bei geringen Eintrittspreisen dar. Mithin wird es auch jedem Minderbemittelten vergönnt sein, sich genußreiche Stunden im Zirkus Althoff zu verschaffen. Näheres ist aus dem heutigen Inserat zu ersehen.
** 50jährigcs Arbeiterjubiläum. Heute feierte der Schreiner Georg G r ö ß e r in der hiesigen Eisenbahnbetriebswerkstätte sein 50jähriges Arbeitsjubiläum. Von seinen Mitarbeitern wurden ihm an seinem festlich geschmückten Arbeitsplätze ein wertvolles Geschenk sowie ein Diplom überreicht. Eine entsprechende größere Feier findet in 14 Tagen statt. Von der Eisenbahnverwaltung wird ihm ein namhafter Geldbetrag überreicht werden.
**SilberueHochzeit feiern morgen Bremser Hermann Klein und seine Ehefrau Margarethe, geb. Pauli.
Kreis Alsfeld.
b. Leusel, 11. Juli. Bei einem Einbruch in die Wohnräume de§ Oekonomierats Kore ll erbeuteten die Diebe • das Wirtschaftsgeld der Wirtschafterin itnb einige Spargroschen des Großknechtes.
Kreis, Friedberg.
h. Kloppenheim, 11. Juli. Im Stockbachtal auf dem Wege nach der Station Auringen-Medenbach hat der Verein „Erholungsstätte für Heimarbeiterilmen, WeM-
DeUtscher Reich.
Bergen, 11. Juli. Die Hohenzoll'ern ist nach guter Fahrt am 10. Juli nachmittags 5.45 Uhr hier ein- gettoffen. Das Wetter ist trübe. Der Kaiser besuchte heute vormittag den Regerrschirmfabrikanten Eriksen und fuhr um 12.30 Uhr mit Gefolge nach Fjösanger, wo bet dem Konsul Mohr das Frühstück eingenommen wurde. Das Wetter ist neblig, so daß die Feuer, die gestern zu Ehren der Ankunst des Kaisers angezündet worden waren, nicht zu sehen waren.
Solingen, 11. Juli. Auf eine Rundfrage, die die Vereinigung rheinisch-westfälischer Anwälte an sämtliche deutsche Rechtsanwälte richtete, sprachen fid) 6206 9teä)t5» anwältefürdieEinführungvon Beschränkungen bei Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, dagegen erklär- ten sich nur 994 Rechtsanwätte.
Jüterbog, 11. Juli. Bei der heutigen Sttchwahl Zauch-Belzig erhielt v. Oertzen (Rp.) 16 276 Stimmen, Ewald (Soz.) 17148 Stimmen. Die Resultate von zwei lleinen Landgemeinden stehen noch aus. Die Wahl des 111. Sozialdemokraten gibt dem „Vorwärts" Veranlassung zu sagen, der Sieg werde ein Ansporn sein, die Organisatim, noch weiter auszubaueu, um auch Zauch-Belzig immer mehr zu einem sicheren Besitz der Sozialdemokratie zu machen. — Die „Voss. Ztg." sagt: Die gestern unmittelbar auf bte Niederlage der Konservativen in Salzwedel gefolgte zweite in Jüterbog ist nm so kennzeichnender, als sie einen gemäßigten Politiker, der sich persönlich ungewöhnlicher Be- liebtheit auch bei feinen Gegnern erfteut und sein Mandat 10 Jahre inne hatte, aus dem Reichstag entfernt. Für die Reichs Partei ist die Niederlage besonders hart. Sie beraubt sie voraussichtlich auf lange Zeit hinaus der Aussicht, in den Ausschüssen vertreten zu sein.
Stuttgart, 11. Juli. Die erste und die zweite Kammer crlebigtcit in ihrer heutigen Sitzung den Staatsvoranschlag. Der Voranschlag für die Jahre 1913 bis 1915 sieht eine Ausgabe von 240 576 340 Mk., der Einnahmen von 241207 193 Mk. vor, so daß sich ein Ueberschuß oon 630853 Mk. ergibt. Hierauf wurde der Landtag bis aus
Gerhart Hauptmanns Zeftspirl.
Gießen, 11. Juli.
Wir sind Herrn v. Liebig dankbar dafür, daß er uns durch den wohlgelungenen Vortrag des Schauspielers Herrn Stiefenhofer mit dem Hauptmannschen Festspiel bekannt gemacht hat und dadurch den zahlreichen Zuhörern Gelegenheit gab, sich selbst über den in Versammlungen, Zeitschrtsten und der Tagespreise viel behandelten Gegenstand selbst ent Urteil zu biwen.
Ueber den Wert des Stückes als Festspiel wurden vorher vom deutschen oder alldeutschen, dann vom literarischen und künstlerischen Standpunkt aus Betrachtungen angestellt. Dadurch wurde die Unbefangenheit des Hörers allerdings beeinträchtigt, und durch die Länge dieser Ausführungen kam uns das Festspiel selbst au<ch retch'lich spät und stark gekürzt zu Gehör.
Beide Redner stimmten darm überein, daß die Haupt- mannsche Dichtung als Festspiel nicht geeignet sei. Während aber Herr v. Liebig dem Dichter die Hauptschuld zuschob, beschuldigte Herr Neurath vor allen Dingen den Magistrat von Breslau: der habe wissen müssen, daßEHauptmann eine solche Ausgabe nicht lag. Ten beiden kritischen Betrachtungen wollen wir keine ausführliche dritte hinzufügen, aber do^h bemerken, daß uns der Standpunkt des Herrn v. Ltebig etwas zu einseitig toar. Auch wir sind der Ansicht, daß Hauptmanns Werk kein gelungenes Fastspiel ist, namentlich nicht für solche, die eben vom Festessen mit den üblick)en Festteden kommen. Tas Stück ist doch eigenartig trotz mancher Anlehnungen an bessere Vorbilder. Um es richttg würdigen zu können, muß man es gesehen haben. Iedensalls wollte Hauptmann in großen Zügen ein packendes und wahres Zeitbild schildern. Spat er sich in den Mitteln so außerordentlich vergriffen, nimmt es uns Wunder, daß 11 Aufführungen mit je 5000 Zuschauern zustande kamen.
Vielleicht wäre der Magistrat zu einem befriedigenderen Ergebnis gelangt, wenn er anstatt eines Preises drei von etwa 15 000, 10000 und 5000 Mk.. ausgesetzt und bei beschränktem Wettbewerb die gettgnetste Arbeit gewählt hätte. Was Scherl für einen Roman in der Woche behauptet crus- geben zu wollen, kann Breslau doch auch für ein nationales Festspiel' bezahlen. Und übernahm Prof. Reinhardt dann incht die Spielleitung, so tat es gewiß ein anderer.
Ueber den Verlauf der Veranstaltung berichtet unser
einer Zuschußkasse für Witwenpension und um Blenderung der Satzungen. An die Versammlung soll sich die Feier des 5 0jährigen Jubiläums der Stiftung schließen.
** Obstaussichten. Eine überaus reiche Zwet- schenerntesteht in diesem Herbst zu erwarten. Die Bäume hängen zum Brechen voll, die Aeste biegen sich schon jetzt herunter und müssen aufgebunden werden. Bei der wichtig- "ten Obstsorte dagegen, den Aepfelu, ist der Behang sehr gering, so daß die Aepfelernte 1913 eine der geringsten der letzten zehn Jahre sein wird. Merkwürdig ist es, daß aerade die früheren Sorten, obwohl zu ihrer Blütezeit Fröste herrschten, noch einigermaßen tragen, während die sptt- bttrhenden sehr wenig oder nichts haben. Int Kreise Gießen, dessen Kreisstraßenpflanzungen ja berühmt sind, gibt es an den Straßen kaum mehr Aepfel, als voriges Jahr allein znm Obstmarkt im Kreisamtskeller aufgestapelt waren. Rie- ige Mengen konnten 1912 an den Bäumen meistbietend verkauft werden. Der Ertrag der Birnbäume ist ebenfalls
über das Gesuch Raisulis uni deutsche Schußrechte ^^Geuta^ll. Juli. Mauren lockten eine rouiant» kolonne, die sich auf dem Wege nach Kudta befand, in dm Hinterhalt. Ein Spanier wurde getötet und. Zwei verwundet.
Washington, 11. Juli. Präsident Wtlson bat dem Senat die Ernennung James W. Gerards zum Botschafter in Berlin zur Bestätigung unterbreitet.
Der demokratische Kaukus erweiterte die Zoll Freiliste. Wie gemelbet wird, weist der Tarisentwutt m der dem Senate zugehenden Form eine durchschnittliche Zollreduktion von 14 Prozent gegenüber der Underwoodbill.


