w. 161
Der Gießener
Z
Ti
e
=*3
9
o
«
K
S
A'
s
jüngster Zeit hat sie eine sorgfältige beit der Kinderaerichte in New Bork
c
2
u y S
E € B
e rs
a Ä u S
8
<$
o> E ö v
K
t
6
c<
8
5 'S -S - c
s
e
a
5
§
,C#
»
’S
i
s
I o L
v»
*e-
ff. Geschichtl i ch e K u n d eVon Salome. Herr Theodor Reinach hot der Pariser Academie des Jnscriptions eine L-tudic über die Münzen von Nikopolis, der einstigen .Hauptstadt von Klein-Armenien, aus der Zeit ihres letzten Königs, Aristobnlos, vorgelegt. Tas scheint ein gar fernes und trockenes Thema, das nur den Spezialforscher interessieren kann. Aber aus diesen Münzen hat der Gelehrte neue Kunde über eine Frau gewonnen, die durch Legende und Kunst zu den merkwürdigsten der Weltgeschichte gestempelt worden ist, und die ein Lieblingsthema der modernen Dichter, Musiker, Bildhauer und Maler bilder: über Salome. Salome war ja die Gattin des Königs Aristobulos, ihres Vetters, der übrigens bereits ihr zweiter Mann war, da die blutjunge Fürstin den ersten Gemahl, ihren alten Großonkel Philipp, schon begraben hatte. War Salogre hübsch? Entschieden, antwortet Reinach. Eine Medaille mit ihrem Bilde bezeugt cs. Sie lutttc eine gerade Nase, eine hohe (Stint, einen entschlossenen Ausdruck, einen perversen Reiz. Und Aristobulos, ihr Vetter und Gatte? Häßlich, einfach häßlich! Ein äußerst dummes Gesicht, eine schreckliä-e Hakennase. Wie alt war Salome, als sie den berühmten oder berüchtigten Tanz um das Haupk des Täufers aufsührte? Sie war kaum elf Jahre alt — eine Feststellung, die für die Darstellerinnen der Salomerollc in Strauß' Oper vielleicht eineu beachtenswerten Wink enthält. Tas Ende der Salome war tragisch. Sie war auf der Höhe ihrer Jahre und ihrer Schönheit, als sie auf einer Reise einen gefrorenen Fluß zu überschreiten hatte. War das Eis M dünn? .Waren
reichen Feldzug für den Zehnstundentag der arbeitenden Frauen ausgekämpft, und erst in jüngster Zeit hat sie eine sorgfältige Untersuchung über die Arbeit der Kindergerichte in New Port abgeschlossen. Sie ist eine Gelehrte, eine soziale Arbeiterin, dabei aber alles andere als ein Blaustrumpf, überdies eine
Anhängerin verschiedener Zweige des Svorts. Sic spielt Tennis, reitet und schwimmt und ist schließlich auch eine begeisterte Tänzerin.
ä® a e a =
dte Schrttte der schönen Prinzessin vielleicht nicht leicht genug r Kurz, das Eis gab nach, Salome brach ein, und während sie einen verzweifelten Kampf gegen die Flut und gegen die Eisschollen kämpfte, geschah es, daß diese ihr schönes Haupt glatt vom Rumpfe abtrennten, gleich als hätte ein Henker cs ihr kunstgerecht abgchauen. So ward der Täufer gerächt.
K.-K. Licht spiel und Tierseele. Eine seltene Probe von der Wirkung des lebenden Lichtbildes auf die tierische Intelligenz wurde kürzlich in einem Kino-Theater einer Stadt im Staate New Dort beobachtet. Ein schottischer Schäfcrhunb war seiner Herrin zu ihrem Sitze im Zuschaucrraume gefolgt. Während einer ganzen Reihe von Vorstellung blieb das Tier vollständig ruhig, doch als sich auf dem Bild ein Magn zeigte, bet von zwei Räubern verfolgt wurde, war es mit der Ruhe des vierfüßigen Theaterbesuchers vorbei. Unbeachtet der Mahnungen seiner Herrin, sing er an zu tirurren, und, als gar der Mann im Bilde durch die Räuber angegriffen wurde, brach der Hund in ein lautes Gebell aus und sprang mit gesträubten Haaren gegen die Lichtbild-Bühne an. Erst als der Saal wieder erleuchtet wurde und das Bild des Raubansallcs verschwunden war, legte sich der Zorn des aufgeregten Hundes.
kf. Die dreizehnte Braut des Weißen Hauses. Demokratisch einfach hat dec amerikanische Präsident Wilson die Verlobung seiner zweiten Tochter den Amerikanern mitgeteilt, dennoch aber hat diese Verlobung gewaltiges Aufsehen im Lande erregt, und es wird viel Aufhebens davon gemacht, weil Jessie Wilson die dreizehnte Braut im Weißen Hause ist, und dreizehn — mau denke an die ersten dreizehn Staaten der Union — ist seit jeher die Glückszahl der freien Republik und gleichzeitig die Glückszahl der Familie Wilson. So steht Jessie Wilson genau so int Mittelpunkt des Interesses, wie seinerzeit Alice Roosc- velt, deren Verlobung und Verheiratung öffentlich gefeiert wurde. Jessic Wilson soll äußerlich ihrer Mutter sehr ähneln. Sie hat das gleiche griechische Profil, die gleichen blonden Haare und großen blauen Augen und auch die gleiche blühende Gesichtsfarbe. Sie steht im 24. Lebensjahre und denkt ihr Leben der sozialen Arbeit zu toibmen; so hat sie jüngst in Delawre einen erfolg-
§
J«
f 3
<0 l Z
p r>
pH
Ö*J
2 U
J' a k a * e a®
t c S
s s «0
® jö’5 S 2
" p
L
j
- 55 i
'ZZ&Qfö p y V
, . X
' 5. y 09 O y 5
selbst für ihre Bewaffnung und ihren Proviant sorgen mußten, zu lange ihrer Wirtschaft entzogen. Da verlieh Karl Kirch.mgut massenhaft an weltliche Große, um ihnen so die Mittel zu außerordentlichen militärischen Leistungen zu geben. Es handelt sich hier also um einen Wchrbeitrag, den die Kircl)e aufbringen mußte. Da den Großen nur der Nießbrauch der Kirchengüter zugestanden wurde, diese selbst aber im Besitze der Kirche blieben und obendrein der Kampf gegen die Araber auch zu Nutz der Kirche geschah, wird man diesen kirchlichen Wchrbeitrag gewiß nicht verwerflich finden können.
Au'ch die älteste «Steuer, die das deutsche Mittelalter kennt, ist lediglich ein Wehrbeitrag. Tie Hussitenkriege bewiesen unwiderleglich die Unzulänglichkeit der Ritter Heere. Und so nahm der Nürnberger Reick^-tag 11422) von einem Aufgebot im alten Sinne Abstand und schrieb dafür eine direkte Vermögenssteuer aus, aus deren Erttag ein Söldnerheer aufgebracht tue eben sollte. — Ein WehtHcitrag aber, der seinesgleichen in der Geschichte nicht hat, ist der, den bas preußische Volk freiwillig vor hundert Jahren aufgebracht hat.
> o • E 1
wehrbeiträge in alter Zeit.
Wehrbeitragsplan der VerWndeten Regierungen bc- hielt man bett Gedanken für vollkommen neu. Aber recht. Dem Grafen Yorck von Warten- un Prcußgchcn Herrenhaufe den alten König Servius J '^atcc des Gedankens erklärt hat, wollen nrir zwar
SLw nCwrk 9e tn das Dunkel der römisck>en Sage nicht
. wenn wir im Lichte der Geschichte bleiben,
^^n^hor erste derartige Fall 2400 Jähre zurück. Ter große Ä Thcmistokles hat zum ersten Ä.ale
cl(noo'0 cf^ 2pßer zugcmutet. Es geschah, in- ^bre 483 einer neuen Verwendung der aus der Verpachtung der laurtichen Silberbergwerke fließenden Ein- U,CI" ,lhrer Ueberschüsse das Wort redete. Bis dahin gegen eine Abgabe von 4 Prozent der aMtajen Jujbeutc_ verpachtet. Blieb nun nach Befriedigung irr StaatÄwdurmme von dieser Einuahnie noch ein Barvorrat ruaia, fo ivuibe er unter die Bürger verteilt. Und gerade im ^-aljre 48o mamte man sich auf einen recht stattlichen Anteil gefaßt, £inc downderS ergiebige Silberadcr gestoßen war. Themtstokles, der erkannt l>atte, daß Athens „Zukunft auf dem . es, seine Popularität aufs Spiel setzend, seinen
Ritburgern vorz Uschlag en, den Ueberschttß. fortan zum Ausbau der Kriegsflotte zu gebrauchen. Der Antrag wurde Gesetz. Bedenkt man, daß die Bürger dem Staate eine Einnahmequelle, bi" b^ljer ihren Privatbcdürfmssen zur Verfügung geftanben, zur Stärkung seiner Rustting schon zu Friedenszeiten überließen, so ergibt sich die Parallele zu unserem Wchrbeitrag.
Faßt man dagegen den Begriff der einmaligen Zahlung enger, io weist die römische Geschichte einen ähnlichen Vorgang auf. 2er erste Panische Krieg Haire infolge seiner langen Dauer und infolge der Vernichtung mehrerer römischer Kriegsflotten ben Staatsschatz so geschwächt, daß man ans Staatsmitteln nur noch Kaperschiffe aus rüsten konnte. Ein entscheidender Schlag ließ sikh damit nicht führen. Ta brachte der Opfermut der wohl habenden Bürger eine Summe auf, die zum Bau einer Flotte von 200 Fünfruderern ausrcichtc.^ Und mit ihr erfochten die Römer bett den Krieg beendigenden Sieg bei den Acgüischen Inseln im ^ahre 241. — Auch Eie Geschichte des Fränkischen Reiches kennt einen Wehrbeitrag. Karl Martell, Pippins des Kurzen Vater, mußte das Frankenreich gegen zahlreiche äußere Feinde schützen, ; namentlich gegen die Araber, die über die Pyrenäen h-randräugt-.m. ‘ Tas fränkische Heerwesen aber, das auf der allgemeinen Tienst- pflicht beruhte, gab ihm nicht die zur Lösung dieser Aufgabe nötigen Mittel. Man hätte die Einberufenen, die obendrein noch
69
Der Zusammenbruch Bulgariens.
Die letzten Kriegsnachrichten.
Belgrad, 10. Juli. Das Pressebureau meldet: Gestern hatte die serbische Armee einen Kampf in einer außerordentlich ausgedehnten Front zu bestehen. Sie schlug den Feind im Süden dieser Front in Mazedonien, wo Kavallerie R a d o - wisch t a besetzte, und im Norden an der serbisch-bulgarischen Grenze. Dies ist die längste Gefechtsfront, auf der die Serben in diesem Kriege gekämpft hatten. Sie griffen gestern früh um 4.30 Uhr den Feind bei Z ä t s ch a r an, und da die feindliche Artillerie sich zum Rückzüge anschicktc, verfolgten sie den Feind. Bei St. Nicolas, südöstlich von Knjacwatz, wurde der Feind aufgerotlt und mit großen
politische Wochenschau.
f Gictzen, 12. Juli.
Em Zusammenbruch, wie ihn Bulgarien in dem kürzen Verlauf des zweiten Balkankrieges erlitten hat fteh/in der Kriegsgeschichte mizig Ha. Verschiedene Ursachen haben dreber nntgennrkt. Die Bulgaren, die die Hauptlast des Krieges gegen die Türken zu tragen und baMaurfv di? schwersten Verluste hatten, waren von den Stoatmwn des Feldzuges «r»hl härter nritgenomnren, als °°d
Kriegsiatcn z. T. nur militärische Spanier, gange -waren Ausserdem musste Bulgarien fa k bis zuletzt eine beträchtliche Truppenmacht gegen die Türken unter- Hatzen, so daß sern Aufmarsch an der Grenze schwieriger und langsamer vor sich ging, als der der Serben und Griechen.
.<;uch das wäre zu überwinden gewesen, wenn ?Ä^^LErprastdent Danew, der in seinen guten und schlechten Eigenschaften so recht der Typus des bulgarischen Bauernvolkes ist, den militärischen Führern ins Handwerk gepfuscht hatte, sranew hatte zwar die Stimmung des bulgarischen Volkes für sich, aber König Ferdinand folgte der Bewegung nur widerwillig. Vielleicht nur, weil er für seine Dynastie fürchtete, denn die im Balkanland vereinigten Staaten Pflegen, wie man weiß,, nicht viel Federlesens zu machen, wenn ihre Fürsten nicht das tun, was das betreffende „Kulturvolk" will, namentlich wenn es sich nicht um bodenständige Dynastien handelt.
veranlaßt hat, gewissermaßen die mili- erlettung an sich zu reißen, war seine weitgehende Rücksichtnahme auf Rußland. Er wollte beileibe keinen Krieg suhreii gegen die übrigen Balkanverbündeten, sondern nur durch hnilitärische Maßnahmen sich das von ihm ^beanspruchte und auch vertraglich zugesprochene Territorium sichern. So kam Es denn, daß Bulgarien statt des von dem Oberbefehlshaber General Sawow vorgeschlagenen Angriffskrieges seine Kräfte w verlustreichen Kämpfen auf der ganzen Linie nutzlos zersplitterte. Trotz veiffchiedener Einzelerfolge konnte natürlich die bulgarische Armee dem gleichzeitigen Ansturm der Gegner nicht widerstehen. So erlitten denn die sieMewohnten bulgarischen Truppen an einem Tage eine Niederlage, die in dieser Raschheit und einem solchen Umfang wohl niemand erwartet hatte.
Die ungeheuren Opfer an Blut und Güt, die Bulgarien gebracht hat, haben ihm also den erwarteten Erfolg hinsichtlich der Verteilung der eroberten Gebiete nicht gebracht.
vielmehr seine Ansprüche bedeutend zurückschrauben müssen. Denn der von Bulgarien als Mittler angerufene große Bruder in Petersburg hat gar kein Interesse daran, den nächsten Nachbar Konstantinopels allzu mächtig werden zu lassen. Rußland will keinen Konkurrenten für den einstigen Erwerb von Konstantinopel, und ein Groß-Bulgarien tonnte ihm^ dabei unangenehmer sein, als ein Bulgarien, werdeii^ta ^cr^cn un^ Griechenland in Schach gehalten
Die ablehneride Haltung gegen Rumäniens Forderungen ??nn Politische und militärische Lage Bulgariens v-ollstandig unhaltbar. Es war der bulgarischen Regierung
«2 ^°=ä
I I l «e*s
’ «e
LZ
1 »Z- üiLp
3
CQe
LgN i i^g-f
I w*
: 2
« CO
Verlusten zur Grenze zurückgetrieben.-Beim Rückzüge ließ der Feind große Mengen Munition zurück und den Weg besät mit Gewehren und Bajonetten. Die Bulgaren versuchten in kleinen Abteilungen die Eisenbahnlinie Predejane- Wladitschine zu erreichen. Es gelang den serbischen Truppen, ihnen den Rückzug abzuschneiden. Sie mußten sich ergeben, und die Abteilungen, die nicht gefangen waren, mußten sich über die Grenze zurückziehen. Der Angriff auf die Stellungen von Tlassime wurde mit beträchtlichen Verlusten zurückgewiesen. Während des Kampfes versuchten die Bulgaren, die Stellungen der Serben mit einer Kavallerieschwadron und einer Maschinengswehrabteilung zu umgehen. Der serbische Befehlshaber erkannte die Absicht bald und traf Gegcnmaßregeln. Tie serbischen Truppen schnitten den Bulgaren den Rückzug ab; der Feind mußte sich ergeben und die Schwadron und Maschinengewehrabteilung wurde gefangen genommen. Gleichzeitig mit diesen Erfolgen an der serbisch-bulgarischen Grenze wurde die Verfolgung des Feindes vonJschtip nach Rado Wits chta energisch fortgesetzt. Ter serbischen Kavallerie gegenüber geriet die vierte bulgarische Armee in wilde Flucht. Tie serbische Kavallerie besetzte Radowischta. Heute früh vereinigten sich die serbischen Truppen mit den griechischen, die Strumitza einnahmen, und man kann sagen, der gestrige und der heutige Tag vollendeten die Niederlage der Bulgaren im mazedonischen Feldzuge.
Belgrad, 11. Juli. Das Serbische Preßbureau teilt mit: Hinter der zerstreuten bulgarischen Armee gehen auch die klein e n Abteilungen und bulgarischen Banden zurück, die gleichzeitig mit der Armee in zahlreichen Dörfern erschienen waren und dort eine Schreckensherrschaft eingerichtet hatten. In einer großen Anzahl von Dörfern wurde alle die getötet, von denen man glaubte, daß sie es mit den Serben hielten, darunter die Vorsitzenden und die Mitglieder der von den Serben ernannten Ortsbehörden. Tic Einwohner erzählen, solche Banden seien auch an bci£ Flüssen Zletowa unb Rbnitza aufgetreten, fast immer in einer Stärke von 300, einige auch in einer solchen von 500 Mann. Viele Dörfer seien ausgeplünbert worben und ganze Felder in Flammen aufgegangen. Dieser Bandeneinbruch hat zur Vervollständigung der überraschenden Angriffe auf bic ganze serbisch-griechische Linie gehört.
Athen, 11. Juli. Das Kriegsministerium veröffentlicht folgendes Communique üi6er die Schlacht bei Strumitza: Während des ganzen gestrigen Tages wurde die Verfolgung des Feindes fortgesetzt. Ein erbitterter Kampf entwickelte sich in den ^.Engpässen des Belissi-Berges, besonders auf dem Wege von Toiran nach Strumitza. Der Kampf endete mit einem glänzenden Siege der griechischen Truppen und! einer vollständigen Niederlage der Bulgaren. Tie gestrigen Kämpfe kann man als eine Folge der Schlachten von Kilkitsch und Toiran betrachten. Der Verteidigungskampf der Bulgaren am Belissiberge war von großer Wichtigkeit für die Bulgaren, weil ein Ueberschreiten des Belissiberges unb. ein Vormarsch nach Strumitza und Radowitza eine große Gefahr für das vierte bulgarische Korps bedeutete. Tie starke, gegen die Serben gerichtete Front konnte auf diese Weise von hinten durch die Griechen angegriffen werden. Tie Bulgaren gaben in Eile die befestigten Stellungen vor Jschtip angesichts des vernichtenden Ansturmes 5er Griechen auf. Tie Griechen stüwnten mehrere Befestigungen mit dem Bajonett; die Verfolgung wurde bis Strumitza fortgesetzt. Die Griechen erbeuteten zwei Tepots mit Kleidungsstücken. Die griechischen Divisionen des äußersten linken Flügels kämpften heute bei der Eisenbahnbrücke von Haniderweni bei Temirhissar, wv sie die Offensive ergriffen.
e;.-' X s v
flie heutige Nummer umfatzt 16 Seiten, Tageskirlender aus dem ftahrc 1R13
XV ,cSiU‘$ra 3'
«L-LZ ..Z Z
>chon seit längerer Zeit bekannt, daß Rumänien einer lüie- gerischen Auseinandersetzung der Batkanverbündeten nicht tatenlos zusehen werde, wie aus der nachstehenden Note hervorgeht, mit der Rumäkien seine Kriegserklärung übermittelt hak:
„Tic rumänische Regierung hat bei Zeiten die bulgarische Regierung davon verstänbigt, daß Rumänien in dem Falle, vay bic Balkanv erblindeten sich int Kriegszustand befanden, die von ihm im Interesse des Friedens bisher beobachtete Reserve nicht bewahren könnte unb sich genötigt leben würde, in Aktion zu treten. Die bulgarische Regierung hat es nicht für nötig gehalten, auf diese Mitteilung zu entivorten. Im Gegenteil, der Krieg brach leider infolge der plötzlichen Angriffe^ der Bulgaren auf die serbischen Truppen aus, ohne daß selbst die elementarsten Regeln vorheriger Notifizierungen beobachtet wurden, die zum minDcftcn bic Achtung vor den internationalen Abmachungen und Bräuchen b.wiesen hätten Angesichts dieser Lage hat bic rumänische Regierung ihrer Armee den Befehl erteilt, in Bulgarien cinzu - mar | chi cr en."
Bulgarien muß jetzt tateiilos zusehen, wie die rumänischen Truppen das Gebiet besetzen, das es in seiner unbegreiflichen Verblendung noch vor wenigen Tagen dem Nachbarstaat verweigerte. Die „Agence Bulgare" verbreitet nämlich folgende Erklärung der bulgarischen Regierung: „3n dem Augenblicke, wo die russische Mediation zur Beilegung der bewaffneten Konflikte zwischen Bulgarien, Serbien und Griechenland im Begriff war, ihr Ziel zu erreichen, und man den Frieden auf dem Balkan gesichert glaubte, ließ die rumänische Regierung durch ihren Gesandten in Sofia eine Note überreichen, in der sie die bulgarische Regierung unter dem Vorwand derselben Konflikte benachrichtigt, daß sie der rumänischen Armee den Befehl gegeben habe, in Bulgarien einzurücken. Angesichts dieser Lage befahl die bulgarische Regierung ihren Truppen, den Rumänen keinen Widerstand entgegenzusetzen." An Stelle eines hilfsbereiten Freundes hat Bulgarien so einen neuen überlegenen Gegner auf sich gezogen, so daß es noch mehr von den Früchten feiner Siege über die Türken einbüßen wird.
Tie Frage, ob durch die jetzigen Ereignisse auf dem Balkan der Dreibund oder der Dreiverband gewinnt, kann erst dann sicher beurteilt werden, wenn die Verteilung der eroberten Gebiete durchgeführt ist. Die pessimistische Stimmung mehrerer Zeitungen, die Rumänien schon in den Armen Rußlands liegen sehen, ist wohl kaum berechtigt. Wenn Rußland ernstlich gewollt hätte, würde es sicher bei Bulgarien die rumänischen Forderungen durchgesetzt haben. Es ist deshalb nicht einzusehen, weshalb gerade jetzt Rumänien seine bisherige dreibundfreundliche Haltung Rußland zuliebe aufgeben soll.
'^152 4e£Ö ’.E '
-LA-L . ’ L « „ß r-‘£> "*9 £ '-9
p v u— D e ► r
3= r öS
5 »>-
5 «s I*?
/rar w * **• W'8“"k’Kr o Samsla8' 'Hl'”3
ui ivnviivi zin^pi(ipr KWR VtllJVIUVl SMM
ycvlaq u. Grpebiticxi 51 25^ „ Verantwortlich sür den
, General-Anzeiger für Gberheßen MM
to nofatiottsöruä und Verlag der vrühl'schen llnin.-vuch- und S.eindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei- Lchulstratze 7.
K-'chäft-ftelle vüdingen, vahni-ofitratze ,6a.


