Ausgabe 
22.9.1913 Erstes Blatt
 
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Schisser beobachteten gestern wie cm nur mit Hemd und

groHmütig die Mission übernommen, über die Sicherbeit meiner Landsleute zu wachen. In dem Augenblick, wo sich schwere fragen erhoben, welche die Lebensinterefsen Griechenlands be­rührten, war es Frankreich, daS, immer bereit, die Sache der Gerechtigkeit und Freiheit -u unterstützen, die Initatioe ergriff, nm die Rechte meines Volkes zu verteidigen. Tank der unerinnd- lichen Sorge meines verewigten Vaters, deffen GedächniS Sie in Worten erwähnten, die mich tief gerührt hoben, ist Griechenland ungeachtet fo vieler Schnürigkeiten aus dem Weae dcS Fortschritts und der Gesitliing weitergegangen. Im Bewußtsein seiner Kräfte und seiner Recht.- hat es sich vorbereitet fnr den Kampf, aus dem es größer und geachteter hervorgegangen tfl. Und in dieser letzten Vorbereitung hat e5 noch einmal die Lilie Frankreichs genießen dürfen. Tie Regierung der Republik hatte die Freundlichkeit, Griechenland eine ]»< hervorragenden Offizieren aller Waffen zufam- n en gesetzte Mission zu bewilligen, die unter Leitung deS Generals Eydoux mit Sachverständnis, Arbeitseifer und hinreißender Legeisterung an ihre Ausgabe gegangen und der in ei ne H Sch­ichtung zu bezeugen mir ganz besonders angenehm ist. Ich bitte Sie, Herr Präsident, zu glauben, daß ich die Gefühle tätiger Anteilnahme, von der Frankreich Griechenland so viele Beweise gegeben hat, hock einschätze und größten Wert lege auf die (hrholtimg und Entwicklung der Bande traditioneller Freundschaft, welche beide Länder einigen. Ich erhebe mein GlaS zu Ehren des Herrn Präsidenten der Republik und Frau Voincark- und trinke auf die Wohlsahrt und den Ruhm Frankreichs."

Beide Trinksprüche wurden stehend angehört. Nach dem Trinkspruch des Präsidenten spielte die Musik die griechische Königshymne. Nach dem Trinkspruch des Königs die Mar­seillaise.

Kreis Friedberg.

r Bad-Na nheini, 21. Sept. In Gegenwart ber Vertreter der Großh. Bade- und Kurvertvaltung, der Stadt, deS gesamten RerztevereinS und einer großen Menge Ver­ehrer dcS verewigten ersten Badearztes von Nauheim, Dr. Friedrich Bode, wurde heute mittag dessen Denkmal ini hiesigen Kurpark enthüllt. Die Feier wurde durch das Bläser- Toppelquartett der Kurkapelle unter Leitung von Professor Win der st ein mit dem Mozart'schcnAve verum* ein­geleitet. Die Gedächtnisrede hielt der Vorsitzende deS Aerzte- verdnC, SanitätSrat Dr. Baur. Ein Enkel Dr. BodeS, Prm. Dr. Kna tz-Kassel, dankte im Namen der Familien­mitglieder für die Ehrung ihres Vorfahren und namentlich dem Aerzteverein und dessen Vorsitzendem für die Aufbringung der Kosten und der mühevollen Arbeit der Vorbereitungen. Kurdirektor v. Franken berg übernahm daSDenkmal für feine Verwaltung und versprach, es treu zu hüten. DaS Denkmal besteht in einem riesigen Findling aus der Gletscherzeit, in dem ein Bronze-BildniS Bodes eingelassen ist. Die In­schrift lautet:Dr. Friedrich Bode, Geheimer Medizinalrat 30. 11. 181129. 12. 1899. Dem Andenken an den ersten Badearzt und Ehrenbürger Bad-NauheimS". Nach der Ent­hüllung dcS Denkmals wurden zahlreiche Kränze und Blumen« spenden niedergelegt. Das Bildnis stammt vom Bildhauer Georg Wagner, Buchschlag. Die Kosten dcS Denkmals belaufen sich auf etwa 2000 Mark. Sein Standplatz be- findet sich neben einem Stück Alt-Nauheim, dem Waitzeschen Turm, dicht an unserem Sprudelhof, wo die neuen Bade­häuser stehen.

WcckcSheim, 21. Sept. Das Fest der goldenen Hochzeit konnte gestern der Gastwirt Georg Konrad Lindt mit seiner Ehefrau Margaretha in körperlicher und geistiger Frische begehen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Der zn'etzensverttag von Konstantinopel.

Die Iungtürkcn feiern gegenwärtig sozusagen den Ab­schluß des neuen Friedensvertrages als ihr Werk. Der Jahresbericht des Generalsekretärs urdelt das Wassenftul- standsprotokoll von Tschataldscha, welches die Berproviantie- run/g Adrianapels verboten habe, und legt dar, daß die Türkei, indem sie den Konflikt zwisctien den Verbündeten benutzte, zu einem vorteilhaften Friedensschluss gelangt sei. Der Bericht zählt die Reformen auf, die die Partei für Ein­heit und Fortschritt anstreben will, darunter namentlich die Vergrösserung der Flotte, und schliesst mit der Ankündigung, daß sich das Komitee in eine politische Partei umbilden werde.

K o n ft a n t i n o p e l, 21. Sept. Die technischen Berater bCjt türkisch bulgarischen Delegierten arbeiteten den ganzen Tag an der Prüfung der weniger wichtigen Fragen und an der endgültigen Redaktion des Textes des'Vertra­ges, der 13 oder 1 l Artikel umfassen wird. Uebcr mehrere Artikel wurde ein Einvernehmen erzielt. Der türkisch-bulga­rische Friedensvertrag beginnt mit den Worten:Beide Sou­veräne in dein Wunsche, auf fester, dauernder Unterlage den Frieden herzuftellen" usw. In der Einleitung wird .nicht, wie im Londoner Verträge von ewiger Freundschaft gesprochen. Artikel 1 setzt die bekannten Grenzen fest. Artikel 2 erörtert die Nationalitätenfrage. Hiernach wird den Bewohnern der den Bulgaren verblei­benden Gebiete eine Frist von vier Jahren gewährt, nach deren Ablauf sie entweder auswandern oder die bulgarische Nationalum nunc Innen können. Während dieser Fahre wei­den die Muselmanen nicht zum Militärdienst herangezogen werden. Artikel 3 behandelt die Rechte der Muselmanen und ihrer Gemeinden. Die Muselmanen sollen dieselben politi­schen Rechte genießen wie die christlichen Bulgaren. Nach Artikel 4 werden die Kaufgüter von den muselmanischen Ge- meinben verwaltet Zn A i < r allac

senstillstand festgestellt. Nach Artikel 6 findet die Räumung der den Bulgaren verbleibenden Gebiete in zwei Monaten statt. Artikel 7 enthält die Bestimmungen über den Aus­tausch der Gesänge n e n. Ein anderer Artikel spricht aus, dass der Friede von London in Kraft bleibt, soweit er nicht durch den gegenwärtigen Vertrag uv^eändert erscheint. Der Vertrag tritt vom Datum der Unterzeichnung in Kraft. Die Forderung der Bulgaren, einen besonderen Artikel über die Errichtung und Instandhaltung von Denkmälern aus den Schlachtfeldern in den Vertrag aufzunehmen, wurde fallen gelassen. Dem Vertrage sind mehrere äusatzprotokolle an gesügt, in denen die einzelnen Artikel erläutert oder sekun­däre Angelegenheiten geregelt werden. Ein Protokoll betrifft die Bezahlung für Requisitionen seitens Bulgariens während der Okkupation.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Aochenrundsctmu: Die Frieden sversicherung auf dem Balkan beit in der abgelaufenen Woche einen neuen wesentlichen Fortschritt gemacht. Der endgültig Friedensvertrag zwischen der Türkei und Bulgarien ist zwar zur Stunde noch nicht unterschrieben, die Beendigung des Kviegszustan- des aber durcb daS am 18 September unterzerchnete Protokoll über die Ergebnisse der Konstantinopler Ber- l>andlungen schon besiegelt. Darin ist die neue Grenze der Türkei, bis auf die der topographischen Aufnahme vorbehaltenen Einzelheiten, politisch festgelegt. Auch für an- dere in Konstantinopel behandelte Streitpunkte, besonders für die Regelung der Nationalitätenfrage ist eine grundsätzliche Lösung ausgestelltDie hier wiederholt aus gedrückte Hoffnung auf eine Beilegung des türkisch-bulga^ rifchcn Zwistes durch unmittelbare P e r h a n d l u n - rren beider Staaten hat sich erfüllt. Beim Abschluß des Friedens scheint man in Sofia wie in Konstantinopel den Wunsch zu hegen, dass die t ü r ki s ch -b u l g a r i f ch e n Be - z i e h u n g c n fernerhin auf eine sichere Grundlage gestellt werden.

Die bulgarisch-griechischen Gegensätze.

Sofia, 21. Sept. Nach einem Telegramm des Unter- Präfekten von Nevrokov sind bulgarische Flüchtlinge aus den Gebieten von Serres und Demirhissar, die in ihr Land zu rückkehren wollten, von den Griechen zurückgeschickt worden Es wurde ihnen nicht gestattet, die Grenze zu überschreiten.

Gegenüber ber Meldung auswärtiger Blätter, daß die Stadt Melnik zerstört sei, wird nunmehr amtlich scstge stellt, dass in Melnik nur drei Häuser, welche Bulqaren ge hörten, sowie das Postgebäude und die Kaserne cingeäschert u'urden. Hingegen zerstörten die Griechen S t r u m i tz a voll­ständig, Petritsch zur Hälfte.

Gegenüber der Darstellung, nach der der bulqarischc Kaufmann Spiro Surudschiew im Spital von Saloniki an Dhoiera gestorben sei, hält die Agence Bulgare die Behaup tung ausrecht, daß Surudfchiew bei Vvlo durch Stein- würfe verletzt, in bewusstlosem Zustande nach Saloniki transportiert und in die borkigen (Sbolerabaradcn gebracht worden ist, um die Spuren des an ihm begangenen Berlin chenS zu verwischen Dieser Fall kennzeichne da.- Borqcden her griechischen Behörden. Daß d,csc. Boraehen auf die fufh mansche Ausrottung der bulgarischen Elemente abziele, be weise auch der Umstand, daß 2500 P u lg arenau s d e m Bezirke Florina auf öden Inseln des Äegäischcn McereS einem s i ch c re n H u n g e r l o d c cnigegcnsähcn

hat das LberlandeSgerichr ohne Rechtsirrtum bejaht. Es bat auSgemhrt, daß nach den Zeugenaussagen dem Kläger die Vor­stellung fremd gewesen sei. Dar er beim Umbau seines ,VQuic<; Aba oben an die Stadt entrichren müne; er dabe kerne Kenntnis gehabt, daß die Stabt die Erteilung ber Bauerlaubnis verhindern konnte, wenn er nicht auf ihre Bedingungen an ging. Der Irrtum habe auch wesentliche Eigenschaften betroffen. Die bauliche Aus­nutzung be« Grundstücks habe non der Zahlung eines gant außer­ordentlich hoben, mehr als ein Fünftel des Äaufpreifc« auS- macbenben Beitrags zu den Straßen- und Kanalbaukosten abhängig gemacht oder auch ganz untersagt werben können. Wenn ber Kläger währenb ber Kaufverhandlungen bu schließlich vereinbarten 110 ODO Mark alS aus ent es Gebot genannt habe, so sei dieS au- ber Er­wägung heraus geschehen, baß er sonst nach dem Umbau für seine Verhältnisse zu teuer wohnen werde Es sei daher anzunehmen, daß er den Kaufvertrag bei Kenntnis ber Belastungen verständiger- weise nicht geschloffen haben würbe. Diese Ausführungen beS Oberlanbesgerichts verstoßen nirgends gegen bas iHeiep. ES ist für bie Annahme eines Irrtums des Klägers binreicbcnb, wenn er bie Belastungen nicht gekannt bat, ohne sich dessen bewußt zu fein. Das mangelnde Bewußtsein Der NichttcunrniS ist baimreb sestgcstcUt, baß für cnviesen erachtet ist, ber Klager würde DaS Grundstück bei Kenntnis ber Belastungen nicht gekauft Haben. Da­mit ist bem Begriff deS Irrtums Genüge geschehen Kommt nun, wie Hier, hinzu, daß der Irrtum eine verkebrsweienNiche Eigen­schaft betrifit, und baß der Käufer bei Kenntnis Der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgeschlossen haben würde, so sind bie Voraussetzungen des $ 119 BGB erfüllt. Ter Kläger Hatte bas Grundstück in der Absicht gekauft, das WobnbauS alsbald umbauen zu lassen. Er glaubte, durch bloße Aunveubuug des Kaufpreises das Recht Hierzu zu erwerben. Ob er da-> dec-halb annahm, weil er der Meinung war, die Straßenbau kosten vm xx scholl^ von einem Vorbentzer bezahlt, ober weil er Dir Benign S ber Städte, die Anlieger zu den Kosten des Straßenbaues heran- zuzieben, nicht kannte, ist gleichgültig. In beiden Fällen bat sich sein Irrtum auf die Belastung des Grundstücks mit den Beitragen bezogen.

Audienz. Der Großherzog empfing am Sams­tag den Hauptmann v. FolleniuS vom k. u. k. österr. FeftungS- Artillerie-Bataillon Nr. 5 in Krakau, den Hauptntann im Schwedischen Gen oral stabe Falkman, den Cbericutnant o. Wachter vom Leibgarbe-Jnfanterie-Negiment (1. Großh. Hess.) Nr. 115, den AintSgerichtSrat Wetdig, den Dr. Karl Merck, den Professor Albin Müller, den RegierungSbaumeisker Röhrich; zmn Vortrag: den Staatsminister Dr. v. Ewald, den Vorstand dcS Kabinetts Geh. Rat Röniheld.

"Radium-Experimental- Vortrag. Im kleinen Saal von Steins Garten hielt der Dresdener Physiker Herrn. Scheffler einen sehr gut besuchten Vortrag über Radium, mit dem er die Zuhörer nahezu zwei Stunden lang zu fesseln verstand. Er besprach zimächst die Gcwiiinung deS Radiums und seine chemischen, physikalischen und physiologischen Wirk- ungen, erläuterte die verschiedenen Strahlcnartcn, baS Rabium- ga8 imb bie Umroanblung ber Elemente. Nachbem er noch ben Atomzerfall und bie Elektroncntheorie erörtert hatte, ging er zu seinen Experimenten über, bie außerorbcntlich interessant unb unterhaltend waren. Er zeigte die elektrischen Erschein­ungen der Luft unter bem Einfluß bc8 Radiums, photo­graphierte mit Radium, indem er die Platte mit verschiedenen metallischen Gegenständen belegte und durch einen Deckel hin­durch belichtete, so baß nach ber Entwickelung ein klares Bild zu Tage trat. Sehr interessant war das Aufteuchten echter Diamanten im Dunkeln, sobald ihnen Radium genähert wurde. Auch bie übrigen Experimente, bie sehr lehrreich waren, würben mit grossem Beifall ausgenommen.

"Stabtverorbneten-Sißunq. Geheimrat Sommer bittet unS in feiner Eigenschaft als Stabtocrorbneier lestzufiellen, daß ber Bericht über feine Aeußeruugen in der Versammlung vom 18. September in Bezug ans bie Anlage vor her Universität mehr­fache Unrichtigkeiten enthalte. Ter gefaßte Beschluß, roonoct) die Stadt die £>älfte der Kosten für bie Verbesserung bet Anlage über­nimmt, entsprach seinem Antrag.

Kreis Büdingen.

Q Blofeld, 20. Sept. Bei der heute vorgenommencn Ergänzungswahl der Gemeinderatsmitglieber würben wieder« gewählt: KarlSchäfer, GeorgKoburger und H e i n r. Nohl 7., neugcwählt Karl Nicolay 4. Die Wahl ver­lief ziemlich lebhaft.

Kreis Schotten.

R Groß-Eichen, 21. Sept. Am 1. Oktober wird Lehrer Hallstein unseren Ort verlassen, um eine ihm über­tragene Lehrerstelle an der Gemeindeschule in Lich zu über- nchnien. Ungern sieht man ihn von hier scheiden, zumal er als Dirigent imsereS Gesangvereins recht gutes geleistet hat; vor zwei Monaten gründete er hier einen Turnverein. Tie besten Wünsche begleiten ihn nach seinem ferneren Wirkungs­kreise.

Straßenhaukosten den Käufer zur Anfechtung d e S Kaufs b c re ch t i g t. Denn die Belastung ober 'J?i*tbciafhmg wird im Verkehr als wesentliche Eigensckxift eines Wrunb- ltücks angesehen. Es handelte sich bei dem Streitfall um folgen- des: Der Kaufmann H kaufte im Mai 1909 von ber Firma o. u. Go. in Düsseldorf ein dieser gehöriges Wohnhaus- gninbftucf, daS er schon seit längeren Fahren als Mieter inne batte, für 110 000 Ml. Als H halb darauf Pläne zum Ihn- unb Ausbau deS Lautes in Auftrag gab. erfuhr er, daß im Falle der AuSnidrung bitier Pläne runb 23 500 Mk an Straßenbau- koltenbeitrogen unb Kanalkosien zu zahlen feien. ES würbe bann aiid) die polizeiliche Bauerlaubms von ber vorherigen Zahlung nf-uart,t Tcr Mauser .<?. forfir nun ben ^Vtum5 Uber nne wrientticbe Eigenschaft dcS ÄMÄIÄÄX

n g ia,u oae «enevs iericht xie beiden Fragen, ob bie hier tre-tige CtgnuAan b<-?-cmbnücft Die Bclostuno mit StraSi

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v"*k2.<xVL-intKKhen wird unb obi Mainz, 20. Sept. B,,d> *to9cr in dcm geiedl.chen relevanten Irrtum befand/abenb bei HeideSheim,

Serbien und Albanien.

Belgrad, 21. Sept. Die Regierung ermächtigte ihre Vertreter im Auslande, die Regierung, bei der sie beglau­bigt find, auf die Gefahr binzuweisen, der bie Grenze gegen Albanien, p>clches noch ohne die elementarst.' Organisation ist, und wo vollchärrdige Anarchie herrscht, ausgesetzt ist, falls nicht in allerllirzefter Zeit die Ordnung und Sicherheit wiederhergestellt wird. Die serbische Regie > rung hat die Ueberzeugung gewonnen, daß die Albaner in den an Serbien grenzenden Gebieten die Bevölkerung bewaffnen und einen Angriff auf unser Gebiet vor­bereiten. Außerdem überschreiten die Albaner die Grenze, um die serbischen Mbanesen aufzureizen, ihnen Waffen zu geben und sie gegen die serbischen Behörden und die serbische Armee aufzuwiegeln. Da die Versuche von albanefischer Seite ich täglich immer zahlreicher wiederholen, hat die serbische Regierung die notwendigen Schritte unternommen, um den Frieden in diesem Teil Serbiens zu sichern und gleichzeitig erklärt, daß sie energische Maßregeln zur Verteidi gung ihres Gebietes ergreife. Hiernach kann niemand über­rascht sein, wenn sich Serbien im Zustand berechtigter Ver­teidigung befindet. Sobald den Albanern der Gedanke kommt, Angriffsversuche in den serbischen Gebieten zu machen, dann wird Serbien, obwohl es seinen guten Willen zeigte und den Wünschen der Großmächte zuvorkommend, eine Truppen vom albanischen Boden zurückzog, sich ge­zwungen sehen, die wichtigsten strategischen Punkte auf alba­nischem Gebiet, wenn auch nur provisorisch wieder zubesetzen. 1

Dcuffcbcs Reich.

Eine Auszeichnung für den Reichskanzler.

Der König von Rumänien hat dem Reichskanzler das Großkreuz des Ordens Karls I. verliehen, wie aus folgender Mitteilung desReichs- und Staatsauzeigers" hervorgeht: Se. Maj. der Kaiser und König haben Allergnädigst ge­ruht: dem Reichskanzler, Präsidenten des Staatsministe­riums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Dr. v. Bethmann Hollweg, die Erlaubnis zur An­legung des von Seiner Majestät dem König von Rumänien ihm verliehenen Großkreuzes desOrdens Karls I. zu erteilen."

Keine Erhöhung der Zivilliste des Groß- Herzogs von Baden.

DieKarlsruher Zeitung" schreibt: Aus der in Hechin­gen erscheinenden ZeitungDor Zolles ist in mehrere Blätter die Nachricht übergegangen, daß in badischen Hof- greisen die Absicht bestehe, vom Landtag eine Erhöhung der Zivilliste ru verlangen. Von zuständiger Seite erfahren wir, daß eine derartige Forderung an den ßanbtag in keiner Weise beabsichtigt ist.

Die Betriebseinnahmen > c r preußisch-hessischen Staatseisenbahnen haben im Monat August gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 5,7 Millionen Mark, gleich 8,26 Prozent, im Güterverkehr 1,1 Millionen Mark, gleich 0,78 Prozent, insgesamt mit Einschluß der Mehrein­nahmen ans sonstigen Quellen 7 Millionen Mark, gleich 3,20 Prozent, mehr betragen. Auch die Betriebsausgaben hatten eine sehr erhebliche Steigerung.

Zum Fall Schleinitz erklärt der Abg. Erzberger gegenüber der Mitteilung der Täglichen Rundschau, daß man im Reichskoloniatamt zum Oberstleutnant der Schutztruppe Frhru. v. Schleinitz gesagt habe, er müsse gehen, da man vor dem Zentrum Ruhe haben wolle, diese Behauptung für eine glatte Er­findung. Der Kobonial^taatssekretär Solf habe eine solche Aeußerung nie getan. Dazu bemerkt ein Berliner Blatt ganz richtig: Jeder, der diese Erzbergerfche Ableugnung iest, wird im ersten Augenblick über ihre Mhnheit verblüfft ein. Es handelt sich doch hier um eine Unterredung, welche allein zwischen dem Staatssekretär Dr. Solf und Frei- )crrn v. Schleinitz stattgefunden hat. Uebcr den Inhalt der Unterredung können dal>er naturgemäß nur entweder der Staatssekretär oder der Schutz truppe nkommandenr ver­läßliche Angaben machen. Sollte vielleicht Herr Erzberger ein so intimer Busenfreund des Staatssekretärs sein, dass der letztere ihm den Inhalt der vertraulichen Gespräche zugänglich macht?

Auslanv.

Die wirtschaft!. Erschließung der Republik Columbia.

WieStandard" mitteilt, hat Lord Murray für die Firma Pearson & Sohn nach einem scharfen Kon- turrenzkampfe mit amerikanischen und europäischen Fir­men einen Kontrakt von vierzigjähriger Dauer zwecks der wirtschaftlichen Erschließuna der Republik Colum­bia abgeschlossen. Der Kontrakt enthält die Konzessionen zum Bau von Eisenbahnen, Hafenanlagen, Kanälen, Tele­graphen- und Telephonleitungen sowie zur Erforschung und Ausbeutung von Petrolcumqucllen.

Aus Stadt unfc Land.

Gießen, 22. September 1913.

Anfechtung eines Grundftückslaufs wegen Frrtnms über die Freiheit von Stratzenbaukoften.

Wenn jemand bei Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war, so kann er nach $ 119 des Bürger liehen Gesetzbuchs die ErNärnng an fechten. Als Irrtum über ben Inhalt ber Erklärung gilt auch der Irrtum über solche Eigenschaften einer Sache, bie im Verkehr als ro e f e n t - l i d) angesehen werden. In einer unlängst ergangenen Entschei­dung hat das Reichsgericht anerkannt, baß ber Irrtum über bjc vermeintliche Freiheit eines Grunbstücks von