Ausgabe 
14.8.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

<ock°vn

-

Morge ineben Eittmc prima krau^

Carl I

Geo

ist die neue Qualifäts-

Cigareffe

i

r mußten (Geboten und, ivet zu mache geringe ^rcteilu des Gl gesetzt i

Di gegenslc vor bei ober eh

fteigernii (Segen i'tai

Gieß

Grün!

Flur 4 an

Bi

Flur 4 ' 9«

weiter nach Homburg.

Cronberg, 13. Aug. Der Kaiser ist um 73/4 Uhr mit seinem Gefolge aus Kreuznach auf Schloß Friedrichs- hof eingetroffen. Die Kaiserin war mit dem Prinzen Oskar mn 7i/4 Uhr aus Homburg gekommen, um den Kaiser hier zu begrüßen. Tas Kaiserpaar hat mit dem Prinzen Oskar um 81/« Uhr Schloß Friedrichshof wieder verlassen, um nach Homburg v. d. H. zu fahren.

Homburg v.d.H., 13. Aug. Der Kars er und dre Kaiserin trafen um 8.45 Uhr hier ein. Der Karger hat im Königlichen Schloß Wohnung genommen.

erlöst.

F.C. Bad-Homburg v. d. Höhe, 13. Aug. Zu der Feier des Geburtstagsfestes des Kaisers Franz Josef von Oesterreich am 18. August d. I. im hiesigen Schlosse haben der Oberpräsident der Provinz Hessen- Nassau, Exzellenz Hengstenbcrg und der Kommandierende General des XI. Armeekorps v. Scheffler-Boyadcl Ein­ladungen zur Teilnahme erhalten.

(BericbtsfaaL

fc. Wiesbaden, 13. Aug. Ein Querschreiber. Der Kellner Josef Engel von hier trat im Oktober v. I. mit einem hiesigen Geschäftsinhaber in Verhandlung zwecks Ankauf des Geschäftes. Man wurde auf 1100 Mark als Kaufpreis einig. Engel bezahlte diese aber nicht bar, sondern stellte 12 Wechsel aus. Auf den Wechseln figurierten Bürgen, deren Namen, wie sich später herausstellte, Engel selbst auf die Schriftstücke gesetzt hat. Wegen dieser Querschreiberer .diktierte ihm die Strafkammer 6 Monate Gefängnis zu.

Gerad D»nnery

3«

5 Zeitd ben N thal, Grund Freite durch i dahier,

5)i vchtrcc

De in das

I« Versteig,

Amtlicher Wetterbericht.

Wetteraussichten in Heisen stir Freitag, den 15. August 1913- Mehl trüb, Regeufälle. kühl, nordwestliche Winde.

Letzte 21 ncb richten»

Gegen die Greueltaten der Bulgaren.

Paris, 14. Aug. Der Abgeordnete George Perrh erklärte in einem an den Minister des Aeußern gerichteten Brief unter Bezugnahme auf die Meldung über die Greueltaten der bulgarnchen Soldaten: Nicht nur Europa, sondern die gesamte Welt habe die Pflicht, Zustände zu vermeiden, die an die schlimmsten der Ge­schichte erinnern, und die sich nicht erneuern dürfen. Glauben <s>ie nicht, Herr Minister, daß unter diesen Umständen die Regierung der Republik sich selbst zur Ehre anrechnen würde, wenn sie, wie sie es oft unter anderen Umständen getan hat, die initiative zu einem wirksamen Protest gegen solche Verletzung der Volksrechte ergreift? Perry fügte hinzu, er würde diese Aufforderung von der Kammertribünc an den Minister gerichtet haben, wenn das Parlament nicht entlassen wäre.

Neue Winzerunruhen in Frankreich.

Paris, 14. Aug. Die Aufregung bei den Winzern des Aübe-Tepartements, deren Weine nicht zur Fabri­kation des Champagners zugelassen werden, ist wiederum im Wachsen begriffen, weil das Parlament auseinander gegangen ist, ohne ihrem Wunsche Rechnung zu tragen. Die Bewegung gewinnt nahezu revolutionären Cha-. ra£ter. In der Gemeinde Baroville nahmen die Winzer eine Tagesordnung an, in der sie erklärten, daß sie sich als außerhalb der bürgerlichen und wirtschaftlichen Gesell­schaft stellend und aller ihrer politischen Rechte beraubt be- rächten, den Gemeinderat zur Nied er leg ung seines Amtes und alle Gemeinden des Departements zur Nachahmung des Beispiels aufsordern. Der Gemeinderat von Baroville trat zurück, so daß jetzt keine Gememdever-

K

Di Zeit bi- ben N zu '/ dessen loan-n, Freit«, durch ; dahier,

D vollst«

T in ba§

»«b,t * ti«[ führen "Serum

-u-K unter?1' Bei halt!" ; Stud

/\ Brauerschwend, 13. Aug. Eine blutige Messerstecherei spielte sich zwischen Burschen aus Hopf- gartsen, HergerSdorf und Brauerschwend ab; einer wurde chwer verletzt.

Kreis Lauterbach.

Vom Vogels berg, ^3. ?lug. Sein 30jährige§ Jubiläum als Gemeinde rechner von Heistersund Wünschen-Moos konnte Joh. Betz feiern.

Starkenburg und Rheinhessen.

bs. Darmstadt, 13. Aug. Heute nachmittag wurde der Sohn DeS früheren Gendarmeriewachtmeisters Feit h, der, wie wir ueldeteu, am Montag von feinem Vater im Belte erschossen wurde, auf dem städtischen Friedhof zur letzten Ruhe geleitet. Tic Wunde des Vaters ist nur leichter Natur. In kurzer Zeit wird er völlig hergeslellt sein. Feilh wird als Polizeigeiangener behandelt, c>a der Staatsanwalt Anklage wegen Mordes gegen ihn erhoben hat. lieber boi traurigen Vorfall selbst tragen wir noch nach: Feith

ivnr bis vor vier Jahren bei der Gendarmerie angestellt und zu­

letzt in Seligenstadt stationiert. Stach seiner Pensionierung zog er nach Darmstadt, wo er mit Frau und Schwiegermutter wohnte. Bei einer hiesigen Firma war er als Buchhalter tätig. Wie ver­lautet, soll er init einer bei derselben Firma angestellten Frau, die u Ehescheidung lebt, in Beziehung gestanden haben. Die Zwistig- ciien, in die er infolgedessen mit seiner Familie geriet, haben den lervösen Menschen fast völlig um das klare Denkvermögen gebracht. Schon im Januar d. I. äußerte er Selbstmordabsichten, an die ibet- niemaiw glaubte. Auch sprach er davon, seinen 16 fahrigen Lohn mit sich zn nehmen. Er liebe ihn viel zu sehr, als ihn allein durchs Leben gehen zu lassen. Vorgestern nun hat der anscheinend kranke Mann seinen Worten die traurige Tat folgen lassen.

rm. Darm stadt, 13. Slug. Zn dem gestern ge­meldeten Selbstmord eines jungen Mädchens wird un§ geschrieben: Das 20 Jahre alte Mädchen wollte sich als Krankenpflegerin ausbilden und hatte schon einen Kurs I besucht, fand aber Widerstand in der Familie, da ihre zweite Mutter angeblich dagegen war. Von Verwandten war sie dagegen in ihrem Vorhaben unterstützt worden. In dem Widerstreit ihrer Abstchten scheinen auch andere Mißhellig- _ feiten mitgespielt zu haben, so daß das hoffnungsvolle

Grünt «für 2 9;

in c

Sartk

Verstcj, ersichlls Termin boten 1 nnb, ,v '"achkn, zenngstz ^erteilri des ® werben

Die

Oesterreichz Balfanpolitit

Bukarest, 13. Aug. (Agence Roumaine) Kaiser Franz Josef hat an König Karl folgendes Tele­gramm gerichtet: .. ,

Ich bitte Dich, meine herzlichsten Gluckwu n s ch e aus Anlaß des unter Deiner Leitung zustande gekommenen Pazmzie- rungswerkes cntgegenzunehmen, weites dem Blutvergretzen aus dem Balkan ein Ende bereitet und Demem Land den Frieden gesichert hat. Wie bisher, nehme ich auch fernerhur lebhatten .Anteil an allem, was Dir und dem Wohlergehen Demes Landes ^u Gute kommt. .

König Karl erwiderte:

Deine so herzlichen Glückwünsche und warme Anteilnahme aus iMrlaß des echolgten Friedensschlusses in meiner Hauptstadt haben

mich sehr erfreut und aus vollem Herzen danke ich Drr für diesen erneuten Beweis Deiner treuen Freundschaft, die Du mir be­sonders in schwierigen Augenblicken stets bezeugt hast. Möge der Friede ein dauernder sein und endlrch auf der Balkanhalbinsel, die im letzten Jahre so heimgesucht wurde, Ruhe eintreten, zum Segen unserer Staaten. t

DasBerl. Tgbl " läßt sich über die Schwenkung der öster­reichischen Revisionspolitik folgendes aus 2Bien' telegraphieren:

Am Ballplatz wird heute abend folgendes erklärt: Wenn auch eine offizielle Absicht in der russischen Regierung bezüglich der Revisionsfrage abzuwarten sein wird, so läßt sich aus den Kommentaren russischer und sranzösischer Blatter entnehmen, daß die Balkan,freundlichkeit Rußlands dort aufhört, wo sie mit Tatsachen einsetzen soll. Wenn aber aus Hern Zurückweichen Rußlands etwa die Vermutung gezogen werden sollte, daß auch Oesterreich seine Politik fallen lassen werde, die auf der Auffassung besteht, eine Demütigung Bulgariens könne un­möglich die Ruhe auf dem Balkan verbürgen, so ist diese Ver­mutung eine irrige. Oesterreich-Ungarn ist in so hohem Maße an einer Gestaltung der Besitzverhältnisse auf dem Balkan, die einen dauernden Frieden verbürgt, intereffiert, daß es nunmehr, auf sich selbst gestellt, trotz aller Hinder­nisse und Schwierigkeiten sich fortgesetzt be­mühen wird, einer Demütigung und z u weit gehenden Verkleinerung Bulgariens vorzu­beugen.

Nach dieser Erklärung hat also das Wiener Kabinett feine im Interesse Bulgariens unternommene Aktion bisher mast auf- gegeben. Die Gesamthöhe der Kosten für die mitttärischeu Vor­kehrungen und Truppenbewegungen während des Balkankrieges summiert sich Ifür Oesterreich auf rund 200, für Ungarn au, rund 114, für die Monarchie also auf 314 Millionen Kronen Dazu kommen noch bedeutende Aufwendungen für andere militärische Aufwendungen, die jetzt beendet sind. Die Deckung dieser Aus­gaben wird in der Herbstsession der Parlamente angefordert wer­den. __________

berat Sergeanten unb Regimentsschreiber B u r sch e l, den 1 Sergeanten Günther, Wenz-el, Stoffel, G e mmer > und Hauck, sämtlich vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm, bie temcitürben und Medaille.

Nach Schluß der Parade, während der auch ein Straß- , fetrger Flieger landete, setzte sich der Kaiser an die Spitze der Fahnenkompagnie, Führer H a u p t m a n n S ch tr> e b e r, 7. Komp. Jnf.-Regt. Nr. 116, und Standarten-Eskadron.

Kurz vor 12 Uhr zog der Kaiser in die Stadt ein, unter dem festlichen Geläute der Glocken. Im Schlosse begrüßte ihn Oberbürgermeister Dr. Göttelmanii rm Namen der Stadt. Nach 12 Uhr fand Großherzogliche Früh- stückstafel statt, die 43 Teilnehmer.zahlte. crYi^£YX^1._

Oberleutnant Coulmann vom Jnf.-Regt. Nr. 116 erhielt den Königlichen Kronenorden 4. Klasse.

Der Kaiser verließ kurz nach 2 Uhr im Auto unsere tabt, unt sich nach Bingerbrück zu begeben, in dessen Nähe er den Gedenkstein für denJäger aus Kur- Pfalz" einweihen wird. ,

Das Großherzogspaar und die P.rrnzen fuhren gegen 2* 1 */, Uhr im Auto nach Darmstadt.

Die Enthüllung des Denkmals für den Jäger von Kurpfalz.

Kr e u z n a ch , 13. Aug. Nach der Kaiserparade in Mainz begab sich der Kaiser mit seinem Gefolge in mehreren Auto­mobilen über Bingen und Stromberg nach der zwei Stunden von hier entfernten Oberförsterei Entenpfuhl Kur Enthüllung des mitten im Soonwald errichteten Denkmals für den Mger von Kurpfalz. Auf dem Festplatz am Forsthaus Entenpfuhl hatten 4500 Kriegervereinsmitglieder und 600 Forstbeamte aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier Aufstellung genommen. Der Kaiser wurde am Denkmal von Landrat v. Nasse empfangen und begrüßte dann die ge­ladenen Ehrengäste, unter denen sich Landwirtschaftsminister Frhr. v. Scho'rlemer-Lieser, Oberpräsident Frhr. v. Rhern- baben, Regierungspräsident Scheerercherg-Koblenz, Freiherr von Hammerstein, Lbersorstmeister vvn und zur Mühlen u. a. befanden. Der Kaiser, der Hosjagdunisorm trug, schritt die Front der Kriegervereine ab, begrüßte dann die Forstbeam­ten und Kriegervereine und gab das Zeichen zum Fallen der Hülle. Darauf richtete der Landwirtschaftsminister Frei­herr von Schorlemer folgende Rede an den Kaiser:

Eure K. K. Majestät wollen allergnädigst mir gestatten, daß ich am Fuße den nunmehr enthüllten, demChurfürstlrch-psälzischen reuthenden Erbförster und Forstinspektor der vorderen Soon, Friedrich Wilhelm Utsch gewidmeten Denksteines meinen aller- mrtertänigft tief empfundenen Dank dafür zum Ausdruck bringe, daß Eure Majestät die Errichtung dieses Denksteins genehmigt und durch allerhöchst Ihre MuNisizenz ermöglicht haben, und uns nunmehr durch allerhöchst Ihre Anwesenheit auszuzeichnen ge­ruhten. Der im allbekannten Volkslied so fröhlich begangene ,Tzäger aus Churpfalz" war kein Held der Sage und der Roman­tik wie ehedem, der mit Hundegekläff und Hussasa als wilder^er durch den Soonwald stürmte, Graf Walran von Stonheim. Der Jäger aus Churpfalz hat leibhaftig auf seinem Forsthaus Enten­pfuhl vor langen Jahren bis zu seinem im Jahre 1795 erfolgten Tode feines Forstamtes gewaltet, dem edlen Waidwerk mit Lust und Liebe obgelegen und durch zahlreiche Nachkommenschaft seinen Namen bis zur Gegenwart fortgepflanzt. Und seine Nach - kommen sind es. in deren Namen ich zunächst für die der Familie erwiesene kaiserliche Huld und Gnade danke und Eurer Majestät das Gelöbnis zu Füßen lege, daß Kinder und Kindes Ander des heutigen Tages stets in dankbarer Treue gedenken werden. Aber dieser Denkstein gilt nicht allein dem, Forst- urch Waidmann, der im Dienste seines Landesherrn die Pflichten seines Amtes schlecht und recht erfüllte. Es ist die Anerkennung und Ermunterung des allerhöchsten Jagdherren, die in diesem Steingebilde den Jüngern der grünen Farbe, des edlen Waidwerks und der lustigen Jägerei zuteil wird. Dieses Bewußtsein läßt am heutigen Tage höher schlagen die Herzen der deutschen Jäger und vor allem der nahezu vollzählig hier anwesenden Staats- und Gemeinde-Forstbeamten ans den Regierungsbezirken Koblenz und Trier. Auch sie, wie ebenso die hier vertretenen, mit dem Liede vom Jäger aus Kur­pfalz als Parademarsch ausgezeichneten Jägerbataillone haben bereitwillig ihren Beitrag zu diesem Denkstein geliefert und sind hochbeglückt darüber, daß ich denselben in Ew. Maiestät Gegenwart und mit allerhöchster Genehmigung nunmehr in die Obhut der Kgl. Forstverwaltung übernehmen darf.

Geschaffen ist das Denkmal von dem Bildhauer Franz Cleve in München, Modell standen zu den. Putten die Kinder eines Urenkels des Jägers aus Kurpfalz, des Malers und Leutnants a.D. Fritz Utsch aus München, welcher als direkter Nachkomme des Jägers ebenfalls der Feier bei­wohnte. Der Jäger aus Kürpfalz war Erbförster im Soon und Besitzer des Hüttenwerkes Rheinböllerhütte, die sich noch jetzt im Besitz der Familie Utsch-Purizelli befindet, zu deren Verwandtschaft auch Landwirtschaftsminister Freiherr von.Schorlemer-Lieser gehört. Um das Jahr 1780 herum dichtete der Hausgeistliche Karmeliterpater "Martin Klein das volkstümlich gewordene Liedchen auf den im Jahre 1795 gestorbenen alten Utsch. Der Kaiser hat die Melodie des Liedes dem Garde-Jäger-Bataillon in Potsdam als Parade­

marsch verliehen.

Nach halbstündigem Aufenthalt im Walde trat der Kaiser im Automobil die Fahrt nach Homburg v. d. H. an, durch das Städtchen Sobernheim an der Ruine von Schloß Böckelheim vorbei, in dem .Kaiser Heinrich IV. nach der Rück­kehr von Canossa Weihnachten 1105 von seinem Sohne ge­fangen gehalten wurde, nach Hüffelsheim, jenem Dotf, das der trinkfeste Ritter Roos von Waldeck durch einen mäch­tigen Weintrunk aus einem Reitersttefel erwarb. Tann tauchte rechts die Ebernburg auf mit dem Denkmal Huttens und Sickingens. In Bad Münster am Stein wehten auch von der steilen Spitze des Rheingrafensteins die Fahnen. In Bad Kreuznach, das reichen Schmuck angelegt hatte, be- ,rührte der .üaiser auf seiner Fahrt durch die Stadt die Radiumfäbrir und die Roseninsel. Ueber Langenlomsheim und Bingen ging es den Rhein entlang nach Mainz und

waltung besteht.

Der Flug Janoirs.

Petersburg, 14. Aug. Der Aeroklub erhielt ein Telegramm, nach welchem der französische Flieger Janoir zum crstcnmale um 8 Uhr 40 Minuten an der Eisenbahn, 100 Kilometer von Riga gesehen worden ist. Man be­fürchtet, daß er gestürzt ist ober sich verirrt hat.

Tot aufgefunden.

bs. Darmstadt, 14. Ang. Gestern abend wurde der, hier seit Mittwoch vermißte Kaufmann H u n 0 l d in der sog. Tanne am Dornheimer Weg mit einem Schuß in der rechten Schläfe tot au fg efund en. In seinem Besitze befanden ,ich 30 Mk. Hunold besaß in der Schuchardtstraße 8 ein gut gehendes Fahr­rad- und Nähmaschinengeschäft, und war in Darmstadt eine alb qemein bekannte Persönlichkeit. Seit längerer Zeit lebte^Hunolt in Ehescheidung und hatte infolgedessen viel häusliche Streitig­keiten zu besorgen. Die ganze Situation, in der die Reiche aus- gefunben wurde, läßt vermuten, daß ein Verbrechen ausge- schlossen ift

Die Witterung.

Berlin, 14. August. Während aus dem ganzen deutschen Reiche, sowie aus der Schweiz Kälte gemeldet wird, dauert in den Vereinigten Staaten von Kansas bis Texas die Hitze 38 Grad Cclcius an. Die Flüsse sind cingetrocfnet und die Ernten durch Regenmangel vernichtet.

Mädchen den Mitt verlor und iin südöstlichen Stadtteil, am Akaziengarten, durch einen Schuß in das Herz ihrem Leben ein Ende machte. Man hat allgemeines Bedauern mit der Familie.

rm. Darmstadt, 14. Slug. Zu dem Ranbm 0 rd auf der Bahnstrecke DarmstadtFrankfurt wird uns mitgeteilt, daß alle bisher angestellten Ermittelungen ergebnislos verlausen find. Viel­fach wird der Verdacht verstärkt, daß nur ein Racheakt vorliegt und der Raub nur geschehen ist, um den Verdacht abzulenken. Die Staatsanwaltschaft hat besonderes Interesse daran, einen etwa 23 Jahre alten, vielfach vorbesttaften Schriftsetzer Joseph Völker zu entdecken, der wegen einer Anzahl schwerer Einbrüche bei Hei­delberg und im Rheinland, sowie wegen eines Raubmordes, den er gemeinsam mit einem jetzt verhafteten Metzger Joseph Hahn an der Köchin Marbei in M.-Gladbach begangen hat, von verschiedenen Staatsanwaltschaften verfolgt wird. Völker ist nach dem Ausschreiben etwa 1,70 groß, schlank, hat schmales, blasses Gesicht, dunkelblond unscheinbaren gleichfarbigen oder keinen Schnurrbart und gelbe Zähne. Da fein Genosse Hahn wegen der angeführten Verbrechen geständig ist, und auch zugegeben hat, datz Völker Messer und Revolver stets bei sich führte, sich auch im Schießen auf vorüberfahrende Automobile geübt hat und davon prach, daß man bei Beraubungen auf der Eisenbahn erfolgreich mit Chloroform arbeiten könne, hält man es für wahrscheinlich, daß V. sich nach hierher wandte und das Gelegenheftsverbrechen an Brechner ausführte. Das Zeppelin-Militärlustschiff Z. 1 überflog heute nacht gegen 2 Uhr unsere Stadt auf der Reise nach Ulm und kehrte gegen 9 Uhr wieder auf dem gleichen Wege zurück. Wegen schlechter Witterung wurde angeblich die Fahtt unterbrochen.

Hessen-Nassau.

ch. Geisenheim, 13. Aug. Einige Fässer 1911er Geisenheimer Weine aus dem Burgeff'schen Weingute wurden jetzt freihändig verkauft. Für diese wurden 20000 Mk.

Aus Stafct und Canö«

Gießen, 14. August 1913.

** Tageskalender für Donnerstag, 14. Aug. Stadt- theater:Hoheit tanzt Walzer." Abends 8 Uhr.

*

** Jubiläum. Heute sind' es 30 Jahre her, seitdem der hiesige Kreissttaßenmeister Sen ß f/eld er in den Dienst des Kreises Gießen getreten ist. Jederzeit ein eifriger und pflichtgetreuer Beamter, hat er sich nicht nur die Zufrieden­heit seiner vorgesetzten Behörde, sondern auch die Achtung der Bevölkerung in seinem Dienstbezirke erworben.

""Der Vorstand des Landesverbandes der Hausbesitzervereine im Großherzogtum Hessen hat für seine Vorstandssitzung, welche am nächsten Samstag in Worms stattfindet, auf seine Tagesordnung die Abhaltung einer großen Pr 0 t e st v e r s a m m l u n g sämtlicher Haus- und Grundbesitzer Hessens gegen das neue Gemeinde- steuergesetz gesetzt.

** Bekämpfung des Alko h olmiß b rauchs durch die Schule. Der hessische Gau verband gegen den Alkoholismus, die Vereinigung aller alkohol- gegnerischen Vereine Hessens, veranstaltet zur Erreichung einer allgemeinen Anerkennung des Grundsatzes, daß mindestens die Jugend völlig alkoholfrei erzogen werden müsse, durch einen von dem Ministerium zu diesem Zweck beur­laubten Lehrer in den höheren und Volksschulen des Landes Vorträge, die in Gegenwart der Lehrerschaft gehalten werden. In den Offenbacher Volksschulen fanden bereits 28 Vor­träge statt.

Di e Technische Hochschule zu Darmstadt hat im Anz-eigenteil unseres Blattes eine Bekanntmachung erlassen, auf bie wir Hinweisen wollen. Die Hochschule gewährt eine vollständige wissenschaftliche unb künstlerische Ausbildung für ben technischen Beruf. In befonberen Abteilungen werden Architekten, Bau-In­genieure, Kultur-Ingenieure, Masch.-Jngenieure, Papier-Inge­nieure, Elektro-Jngenieure, Chemiker, Elettro-Chemiker und Apo­theker ausgebildet: desgleichen in der allgemeinen Abteilung Lehrer für Mathematik unb Naturwissenschaften, sowie Geometer. Auch Frauen werden zum Studium zugelassen. Die Hsckffchule hat das Recht, auf Grund besonderer Prüfungen den Grad eines Diplom-Ingenieurs und die Würde eines Doktor-Ingenieurs zu erteilen. Infolge Vertrags zwischen der Großh. Hessischen und Kgl. Preußischen Landesregierung,besteht Gleichstellung und gegen­seitige Anerkennung für die Vorprüfung und erste Hauptprüfung für den Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinen- bausache sowohl hinsichtlich der seitherigen vor dem Technischen Prüfungsamte abgelegten Staatsprüfungen als auch hinsichtlich der an deren Stelle getretenen auf Grund neuer Diplomprüfungs­vorschriften abzuhalteuden Diplomprüfungen. Ferner werden an der Technischen Hochschule Fachprüfungen abgehalten. Näheres ist aus den Satzungen zu ersehen.

** Teures O b st. Infolge des wenig befriedigenden Aus­falls der Obsternte werden zurzeit für Fallobst 10 Mark und für Pflückobst bereits 2030 Mark für den Zentner von Großhändlern geboten.

Kreis Alsfeld.