Resolutionen nicdcrgelegtcn Wünsche muffen durchgeführt werden. Lis auf die Rechte waren sich alle Parteien darin einig. Dre Heeresverwaltung prästiert allerdings an Verständnislosigkeit für moderne Reformen das denkbar höchste Maß. So wird cs auch bei dem Zeitungsverbot des General Deimling wieder heißen, das ist ein Ausfluß der Kommandogewalt. Diese Antwort kommt automatisch wie aus einem Grammophon. Aber der Kriegsminister ist ja nur der parlamentarische P r ü g e l k n a v e des Mili- tärkabinettö. Das muß zu Konflikten zwischen Verwaltung und Parlament führen. In der Schaffung des richtigen Verhältniffcs zwischen jenen beiden Behörden hat die Militärverwaltung länger als ein Jahrhundert geschlafen! Darüber sollten sich die Veteranen eher entrüsten als über das Festspiel unseres besten deutschen Dichters.
Regieren heißt nicht, sich mit angstvollem Starrsinn Reformen widersehen, sondern voraussehen und mit weiser Hand überlebte Formen zerbrechen. Hier hat der Reichskanzler eine große Aufgabe vor sich, zu der ihm das ganze deutsche Volk die Hand bieten tvird: an d i e Stelle der heiligen Tradition die Gerechtigkeit zu sehen, die Verfassung klar zu ste11c n und namentlich aus ihrem Artikel 4 mehr a l S ein Stück Papier zu machen. Der Reichskanzler, der ja nach großen Aufgaben sucht, wird sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. W i r unsererseits lehnen jede Verantwortung ab für den Schaden, der aus der Verweigerung von R e.f o r m e n entstehen könnte. Diese würde der Armee in ihrem Geiste mehr schaden als die größte Militärvorlage gut machen könnte. Vor einer solchen Kurzsichtigkeit behüte uns ein günstiges Schicksal, zum Segen der deutschen Armee. (Beifall.)
Reichskanzler vr-. v» Vethmann Hollweg:
Meine Herren! Der Herr Vorredner hat so- ebenmiteinemAppellgeschlossen.indemeraus- einandcrgeseht hat, tvas jetzt meine hohe Verpflichtung wäre. Wir sprechen von der Armee. Meine ober st e Pflicht gegenüber der Armee ist, dafilrzusorgen.daßsieinderTreuezumKaiser, in der festen Disziplin und in einer unbeugsamen Organisation, die durch nichts Fremdes durchbrochen tvird, aufrecht erhalten werde. (Beifall.) Das ist die Pflicht, die ich der A r m e e und b e in Volke gegenüber habe. (Erneuter Beifall.)
Meine Herren! In Ihrer Kommission hat sich eine entschiedene Mehrheit für die Wehrvorlage ausgesprochen. In einzelnen Positionen ist Meinungsverschiedenheit geblieben; darüber wird im weiteren Verlauf der Debatte zu sprechen sein, insonderheit über d i e A n z a h l der Kavallerieregimenter, welche aufzustellen sind. Ich überlasse zunächst die weiteren Ausführungen meinem Nachbar, dem Herrn Kriegsminister darüber. Aber ich will für meine Person schon jetzt betonen, daß die Forderung, die wir Ihnen in der Vorlage unterbreitet haben, bezüglich der sechs Kavallerieregimenter, eine Forderung ist, die tvir zur Sicherung des gesamten Heeres- gefüges zurbesonderen Sicherung der Grenz- Provinzen, welche im E r n slf a l l am e r st e n bedroht sein würden, aufrecht erhalten müssen. (Beifall rechts und bei den Natl.) Ich richte die nachdrückliche Bitte an dieses hohe Haus, daß Sie in dieser Beziehung den Beschluß der Kommission revidieren mögen. (Beifall rechts und bei den Natl.)
Meine Herren, ich würde die Tatsache, daß die Wehrvorlage im ganzen in der Kommission eine so ausgesprochene Mehrheit gefunden hat. abschU'ächen, wenn ich heute auf die Gründe zttrück- kemmen Ivollie, welche zu dieser Vorlage geführt haben und deren Stichhaltigkeit von der Mehrheit der Kommission anerkannt worden ist. Ich nehme das Wort, nachdem von einigen Herren der Zusammenhang zwischen Wehr- und Dcckungs Vorlagen besprochen und eine Auskunft darüber erbeten worden i ft, w i e sich die R e g i e r n ng zu dieser Frage st e l l t. Meine Herren, der Standpunkt der verbündeten Regierungen ergibt sich klar und deutlich aus der Lage der gesamten Dinge. Wie ist die Situation? Es ist ein unbedingtes Erfordernis, daß die HeereSverstärkung unverzüglich ins Werk gesetzt wird. Das ist das ob e r st e Gesetz, nach dem ich meine Haltung regeln muß bis in alle Konsequenzen hinein und regeln muß. (Beifall. Bewegung.)
Daneben steht die Forderung, daß dic Fi - n a n z e n lv c d e r des Reiches noch der Bundes- staat/!n erschüttert werden Auch das ist ein zwingender B e st a n d t e i l d c r B e r e i t s ch a f t der Nation. (Sehr richtig! rechts.) Die Verbündeten 9kgicriin= gen sind dieser Forderung vollauf nachgekommcn; wir haben ihnen volle Deckung vorgeschlagen. Daß ebenso wie in der Kommission auch in diesem hohen Hause eine ausgesprochene Mehrheit für die Wehrvorlage vorhanden ist, d a r a ii z w e i f I e i ch n icht, und daß sie deshalb an = genommen werden wird, darauf vertraue ich zuversichtlich. Das gleiche gilt bezüglich der außergewöhnlichen Maßregeln, die wir Ihnen zur Deckring der außergelvöhn- lich hohen einmaligen Kesten vorgeschlagen haben, bezüglich des Weh r bei träges. Auf die Einzelheiten, wie sich dieser Wehrbeitrag bisher in der Kouimission gestaltet hat, gehe ich jetzt nicht ein; wir st e h c n noch vor der zweiten Kom- missionSlesung. Einigung ist bisher in allen Punkten noch nicht gefunden über die Deckung der lausenden Kosten. W'a s folgt aus dieser Situation?
Sie, die Sie die Wehrvorlage bewilligen wollen, lv o l l e n sie nicht auf dem Papier bewilligen. Sie wollen sie bezahlen. (Sehr richtigl) Und deshalb, meine Herren, ist es unsere Pflicht, eine Einigung zu suchen über die Frage der Deckung der laufenden Kosten, soweit Einigung noch nicht erzielt worden ist. Den Weg zu dieser Einigung haben wir Ihnen in unseren Vorlagen gewiesen, und ich bin f e st überzeugt, die Einigung wird gefunden to erben, tu eil s i e gefunben io erben muß. (Sehr richtig!) Meine Herren, ein Volk, das in der Mehrheit seiner parlamentarischen Vertretung zu der Gewißheit gekommen ist, daß seine Wehrmacht gestärkt werden muß, weil cs die Sicherheit und der Schutz des Vaterlandes verlangen, hat ein Recht darauf, daß ihm dieser Schutz auch wirklich gewährt wird.
Auf dem Wege, den wir eingeschlagen haben, giot e s keinZuruckl Meine Herren, mir können, keiner Don uns, nicht Sw und nicht wir hier im Bundesrat, wir können n.cht das Volk um den Schutz betrügen, von dem lüir überzeugt sind, daß er ihm nottut. Das >vare eine Versündigung am Vaterland. Deshalb werde ich mich mit allen Mitteln dafür ein fetzen, daß die Wehr Vorlage zu dem Zeitpunkt ins Werk gefetzt wird, den die Vorlage vorsieht, und ich werde mit dem gleichen Nachdruck mit Ihnen arbeiten und wenn cs notig ist, auch kämpfen, daß die Mittel bereitgestellt werden, die dazu gehören. Wenn ich nicht fest entschloffen wäre, hätte ich die Vorlage überhaupt nicht eingebracht. Und ich meine, Sie, die Sie in der Kommission für die Wehrvorlage gestimmt haben, müssen derselben Ansicht sein. Deshalb, meine Herren, lassen Sie uns jetzt handeln und ein Werk zum Abschluß bringen' für dessen Scheitern kein Mensch die Verantwortung tragen könnte.
Abg. b. Lieber! (Rp.)
kann sich in der allgemeinen Bewegung und Unruhe, die nach ^cr Rede ves Reickskanzlers eintritt, lange nicht verständlich machen, trotzdem der Präsident wiederholt eingreift, ^tcr Redner kommt auf die Bedeutung der Kavallerie zu iprccycn. Die russische Kavallerie ist sehr viel stärker als die untere. —tek I)at außerdem einen Krieg nach zwei Fronten zu gewärtigen. Lv auch nicht richtig, daß Kavallerie in der Schlacht nichts leisten kann. Durch geschickte Ausnutzung des Terrains kaiin sie manche Ciu= Kbcitung bringen. Außerdem hat sie nicht immer nut feuernocr "Artillerie oder mit Schützenlinien zu tun. Bei Kirkkilipe hatten die Bulgaren die türkische Armee veriiichtend schlagen rönnen, wenn sie Kavallerie besessen hätten. Gneisenau hat nach Bellc-Alliance durch die Verfolgung Napoleons den Krieg an einem ^.age ent- schieden. Uuigekehrt konnten die Japaner 1904 ihre ^iege ohne .Kavallerie nicht ausnützen. Alles das gilt auch Tut den Auf- klärungsdiem't, der gleichfalls unentbehrlich ist. Er hcn ls><(J den Krieg mit zu unseren Gunsten entschieden. Heute ist die französische Kavallerie stärber und besser ausgebildet als damals. Ein st ä r k e r e r Grenzschutz ist nötig, wir brauchen mindestens die vorgeschlageiien Regimenter. Auch die Abstriche an Ossiztcr- stellen oder an der Jnlendantur lassen sich praktl,ch nicht reast- fertigen. Die Offiziere und Militärbeamten haben keine Sine- ^^it dem Gardekorps würde unser bestes und stärkstes Armeekorps ohne Ersatz einfach von der Bildfläche verschwinden. ^8 Vurschenwesen besteht in allen Armeen und kann nicht entbehrt werden. Mit den Militärkapellen würde dem Heer ein wertvolles moralisches Element genommen werden. Eine andere Einstellung der Mannschaften ist undenkbar und unmöglich, da wir nur ein Ausbildungspersonal haben. In der Schweiz ziehen die Sozialdemokraten genau so scharf über das dortige Milizheer her, wie die unsrigen über das stehende Heer. Die Form, in der eS dort geschieht, ist vielfach eine stärkere Nummer als bei uns. Dabei betragen die Kosten der schweizerischen Miliz mit 45 Millionen etwa die Hälfte aller Staatsausgaben. Es ist also dort alles nicht so, wie man uns hier glauben machen will.. Wir halten in Preußen den obersten Kriegsherrn für eine besondere Stärke unseres Heeres, das mit ihm siegt oder fällt. _
Abg. Eolshorn (Welfes:
Nachdem die Arbeit der Kommission Klarheit über die Einzelheiten der Vorlage geschaffen hatte, werden wir für die Vorschläge der Kommission stimmen. Die notwendig locrbenben neuen Steuern sind nach der Gerechtigkeit zu verteilen. Bei Verteilung der Garnisonen sind möglichst die kleinen Städte zu berücksichtigen.
Abg. Bassermann (Natl.):
Ich wollte zur Begründung unseres Antrags auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage bezüglich der K a v a I le r i e - R e g i m e n t e r , von denen die Kommission einige gestrichen hat, ein paar Worte sagen. Zuvor möchte ich kurz auf die Erklärung des Reichskanzlers e i n = gehe u. Der Reickskanzler hat zunächst davon gesprochen, daß die rechtzeitige Verabschiedung der Wehrvorlage ein Gebot nationaler Notwendigkeit ist, dem sich alle anderen Rücksichten unter- ordnen müßten. Das ist genau der Standpunkt, den wir laut Fraltionsbeschliiß iinsererseits in der Kommission vertreten haben. (Sehr richtig! b. d. Natl.) Wir haben gesagt, das ist das oberste Prinzip, hinter dem die zeitliche Erledigung der Deckung zurück- trctcii muß. Ich teile die Auffassung des Reichskanzlers, daß der Wehrbeiirag ziistande kommen wird, möchte aber doch heute schon der Hoffnung Ausdruck geben, daß es gelingen möge, gewisse Härten, die dieser Wehrbeiirag in der ersten Lesung gefunden hat, wieder zu beseitigen.
Wir müssen hellte bereits mit der Tatsache rechnen, daß in wachsendem Maße gegen einzelne Beschlüsse erster Lesung der Kommission reckt erhebliche Beschwerden a u 5 gewerblichen Kreisen laut werden. Ich hoffe, daß die verbündeten Regierungen mit der gewohnten Energie (Heiterkeit) sich für die Regierungsvorlage in den einzelnen zu beanstandenden Teilen des Wehrbeitrags einsetzen werden. Sodann sprach der Reichskanzler von der fortlaufenden Deckung. Auch meine Freunde halten es für dringend wünschenswert, daß wir in fortgesetzter Tätigkeit i n diesem Sc mm er d i e Deckungsfrage erledigen und ich hoffe, daß es da zu einer Einigung kommt, die dem größeren Teil des Halises vielleicht genügen wird. Entgegen den Ausfüh- rniigeii des Kanzlers möchte ich aber, daß wir die Deckung für die fortlaufenden Ausgaben aus dem Boden einer allgemeinen Rcichsbesih st e u c r finden und nicht in Form der Abwälzung auf Matrikularbeiiräge, auch wenn sie veredelt find. Denn da wälzt niaii doch schließlich die Schwierigkeiten von dem Reich auf die fünfundzwanzig Einzelstaaten ab. ^Das ist ein Weg, den icy mit meinen Freunden nicht zu gehen vermag. Tanu glaube ich, daß es der Mahnung zu i n t e n f i v e r Tätigkeit wirklich nicht bedarf.
Wir sind doch in allen Parteien seit Wochen bemüht, der schlvierigeil, zum Teil sehr spröden Materie Herr zu werden. Jeder von uns, der vom frühen Morgen in den Kommissions- und Fraktionsfitzungen tätig ist, hat ein reiches Maß von Arbeit. Was die Refolulionen anlangt, so möchte ich dem Reichskanzler diese vielen Resolutionen, die zum Teil mit großen Mehrheiten in der Kommission beschlossen worden sind, recht warm ans Herz legen. (Lachen bei den Soz.) Denn bei so großen Opfern, die verlangt werden, ist wohl der Wunsch berechtigt, daß die Reformen ins Werk gesetzt werden, die zum Teil feit Jahrzehnten Jahr aus Jahr ein bei den Budgetberatungen hier von den Parteien ber» langt werden. (Sehr richtig!) Es ist nicht richtig, mit einer leichten Halidbewegung die Resolutionen beiseite zu schieben. Von uns denkt niemand daran, durch das, was wir Vorschlägen, die Treue gu_ dem Allerhöchsten Kriegsherrn oder die Disziplin zu lockern. (^>ehr richtig! bei den Nationalliberalen.)
Wir wissen ganz genau, daß das das Fundament unseres ganzen Heeres ist. Die Forderur-g der neuen sechs Kavallerieregimenter halten wir für begründet. Wir haben uns in der Kom- iiiission ja sehr eingehend über die. Bedeutung der Kavallerie für die heutigen Riesenheere unterhalten. Für die Aufklärung, die dock schließlich die Grundlage für die richtige Entscl)Lidung der Führer im Kriege ist, können wir eine zahlreiche Kavallerie niemals entbehren. (Sehr richtig 1 rechts und bei den Natl.) Es kann insbesondere nicht davon die Rede sein, daß bei der zunehmenden Entwickelung des Flugwesens die Flieger die Kavallerie ersehen könnten, weil das ganze Flugwesen von atmosphärischen Verhältnissen abhängig ist, und weil in einer Reihe oft schwieriger Situationen der Führer absolut auf die Aufklärung angewiesen ist, die ihm die Kavallerie bringt.
Wir haben uns auch in der Kommission über die Möglichkeit unterhalten, in künftigen Kriegen durch Kavalierieatiackcu Erfolge zu erzielen. Ich erinnere an die glänzenden Kavallerieattacken im Kriege von 1870, die den Beweis liefern, daß es möglich ist, durch Einsetzung von Kavalleriemassen, die feindliche Bewegung zum Stillstand zu bringen. Wir müssen doch auch auf diesem Gebiete an die Nachbarstaaten denken, in denen keineswegs eine Vernachlässigung der Kavallerie stattfindet. Wir sehen im Gegenteil wie Frankreich und Rußland in steigendem Maße sich der Aufstellung von Kavalleriedivisioneu zugewandt haben. Rußland ist uns darin weit überlegen. Auch ein kürzlich erschienener Aufsatz über den türkisch-bulgarischen Krieg weist darauf hin, welche bedeutsame Nolle die Kavallerie in der Hand eines energischen Führers spielt und lvie es vielfach den Türken nicht so schlecht ergangen wäre, wenn sie inehr Kavallerie gehabt hätten.
Die Frage, ob wir eine ausreichende Divisionskavallerie haben, ist zu verneinen. Auch in der Provinz besteht volles Verständnis für die Notwendigkeit einer starken Grenzkavallerie. Wir müssen bedenken, lvie stark das Pferdematerial bei der Zuteilung ber einzelnen Eskadrons an die Regimenter beim Auftlärungs- bienft strapaziert wird. Wir halten die Forderung der Regierung von sechs neuen Regimentern somit für hinreichend begründet. Uur die Forderung der Konservativen, noch zwei w-sitcre Regimenter zu bewilligen, gehen wir nickt ein, weil wir in diesen Singen im großen und ganzen die Ace 'nllvortung der Negierung herzustellen Wir bitten, die Regierungsvorlage ' wieder mexluwJ3 ° U S b“‘Q6‘ [i<6'' ® pcrsmMchc B-.
Abg. Noske (Soz.):
Es ist mir nicht eingefallen, die Fliegeroffiziere herabzu- toürbigcn. Ick stelle fest, daß der Abg. v. Böhlendorfs sich noch immer nicht zu meiner Behauptung geäußert hat, daß er dem Gründungsausschuß der AtlaSwerke angehört. (Hort! Hort!)
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.):
Dem Reichskanzler erwidere ich, daß das, was ick vertreten habe, etwa nicht mit dem in Widerspruch sieht, was er als obcriic Pflicht bezeichnet hat. Das, was er als feine Pflicht erklärt hat, sind Selbstverständlichkelten.
Abg. v. Böhlendorfs Kölpin (Kons.):
Ich war gestern im Hause nicht anwesend, aber da Herr NoZke heute auf die AtlaSwerke zurückgekommemn ist, stelle ich fest, daß ich mit feinem einzigen Mitgliede der Regierung oder irgendeiner Persönlichkeit, die der Regierung auch nur nahestehen könnte, über die AtlaSwerke auch nur irgendeine Silbe oder ein einziges 4 Wort gewechselt habe. (Lachen der Soz.)
Donnerstag 1 Uhr: Weitcrberatung.
Schluß 6% Uhr.__________________
Aus dem Reichstage.
Di e Geschäftslage.
Im Seniorenkonvent des Reichstages fand am 11. Juni vor der Plenarsitzung eine B e spre üj it n g der Geschäftslage statt. Sollte eö, was man hofft, gelingen, die z w e i t e Lesung der Wehrvorlage am Samstag dieser Woche zum Abschluß zu bringen, so würde die nächste Plenarsitzung, erst am nächten Mittwoch, andernfalls am Dienstag statlsindeu. Nach Abschluß der zweiten Lesung der Wehrvorlage solleu Die am Montag im Hinblick aus die GeschäftsorduuugSert'läruugeu von der Tagesordnung abgesetzteu kleinen Vorlagen uno die Walsi- prüfungen zur Beschlußfassung kommen. Ueber eilten Festakt des Reichstags aus Aulaß des RegiervlngSjubilauMS wurde vom Seniorenkonvent kein Beschluß gefaßt.
Die Deckungsvorlagen.
Innerhalb der Fraktionen des Reichstag s faw den am Vormittag B e s p r e ch u u g e n statt, die größtenteils vertraulich waren. Es handelte sich neben der Stellungnahme zu den Beschlüssen des Budgetausschusses über deu Wehrbeitrag, um die Schaffung einer Grundlage für die Beratungen über die weiteren TeckungSvorlagen. Dem Anscheine nach steht eine Verständigung der bürgerlichen Parteien bevor und zwar wegen der Erbau fällst euer. Vou Ersatzsteuerprojekteu der Regierung, die diese in Vorbereitung habe, gehen Gerüchte umher.
Der H a u s h a l t s a u Z s ch u ß wird voraussichtlich die zweite Lesung des Wehrbeitrags noch ajn Schlüsse dieser Woche erledigen. Einem Wunsche des Ausschusses gemäß soll der Reichstag in der ersten Hälfte der nächsten Woche keine Sitzungen abhalten. Am Ende der Woche soll im Plenum der Wehrbeitrag in zweiter Lesung beraten werden.
Aus Hessen.
bs. Darmstadt, 11. Juni. Der Vereiufachungs- ausschuß hielt heute unter dem Vorsitz des Staatsministers Dr. v. Ewald eine längere Sitzung ab. Eine offizielle Mitteilung über das Ergebnis der Sitzung wird morgen vom Staatsministerium ausgegeben.
Deutsches Aerch.
Deutsche und Polen in der Provinz Posen.
Nach einem Aussatz von Prof. Dr. Broesike in der Zeitschrift des Preußischen Statistischen Landesamts haben die Polen der Provinz Posen im Laufe der Zeiten etwa rund 8 Proz. ihres jetzigen Bestandes aus Deutschen für ihr Volkstum gewonnen. Die Auszählung der Polen mit deutschen Familiennamen, auch nach dem Religionsbekenntnis hat eine überraschende Bestätigung der alten, vom — katholischen — Landwirtschaftsminister v. Schor- leiner vor längerer Zeit anfs neue bestätigten Erfahrung ergeben, daß die katholischen Deutschen der Polonisiernng eher verfallen, als die evangelischen. Von diesen früheren Deutschen gehörten nämlich 86 589 oder 95,20 Proz. dem katholischen und nur 4281 ober 4,71 Proz. dem evangelischen Religionsbekenntnis an. Leider ist die gleiche Auszählung für alle anderen preußischen Lanoesteile unterblieben, so daß das hier vorliegende Problem nicht erschöpft ist. Tie nächste Volkszählung läßt noch wichtige Aufschlüsse erwarten.
Der Ausschuß zur Untersuchung der Z u st ä nd e im Vieh- und Fleisch handel
ist am Mittwoch unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern Staatsministers Dr. Delbrück znsammengetreten. Aus der Tagesordnung steht die weitere Anhörung von Sachverständigen. Während bei den bisherigen Sitzungen die Sachverständigen aus dem Berliner Versorgungsgebiet nnd aus Süddeutschland das Wort hatten, erschienen jetzt etwa vierzig Sachverständige aus W e ft - und Mitteldeutschland. Es ist beabsichtigt, in zwei Tagen die Verhandlungen zu beenden, um an den beiden folgenden Tagen die Sachverständigen aus Ostdeutschland, Sachsen und Thüringen zu vernehmen. Damit würden die Sachverständigen-Vernehmungen beendet fein. Nachdem im ganzen 180 Sachverständige gehört worden find, wirb noch eine Schlußsitzung des Ausschusses erforderlich fein, nm eine Besprechung über den »Gesamteindruck hcrbcizusührcn, sowie über die Verwertung des Materials zu beschließen, nachdem die umfangreichen Gutachten der Sachverständigen zufammcngestellt sein werden. Die Verhandlungen werden an der Hand desselben Fragebogens geführt werden, der bei den früheren Erörterungen zu Grunde gelegen hat. Entsprechend der Aufgabe des Ausschusses, diese Preisbildung beim Vieh, beim Fleisch non' den Produzenten bis zum Verbraucher zu verfolgen, beschäftigt sich der Fragebogen zunächst mit den Stallpreisen, sodann mit den Preisen und Gebühren auf dem Vieh- und dem Scklachthos, schließlich mit denen im Laden des Fleischers. Daran schließen sich Fragen über Nachrichtenwesen und Statistik.
Deutsche IColoitictt*
— Dcr Ständige Wirtschastliche Ausschuß der Kolonial Verwaltung, der biA-er zu Nein nnd einseitig zusammengesetzt war, wurde durch den Staatssekretär Tr. Sols neugestaltet. Ter Staatssekretär hat erwogen, daß im Wirtschaftlichen Beirat des Reichsamles möglichst alle Bundesstaaten vertreten fein müßten. Bisher waren es Preußen, Sachsen, Bavcrn, Baden nnd die Hansaftädte. Jetzt treten hinzu Württemberg, Hessen, Sachsen-Weimar-Eisenack, Oldenburg, Braunschweig und Sachsen-Altenburg. Ihn eine möglichst vollständige Vertretung für die Kolonien durch die wichtigsten Handels- und Industriezweige zu erreichen, wird der Ausschuß künftig, anstatt wie bisher nur das Bankgeschäft, den Baumwollhandel und -induftrie, die Traht und Eisenindustrie, den Warenhandel und die Reederei, folgendc Handels- und Industriezweige umfassen: Baumnwllindustrie, Bank geschäst, Maschinen- und Eisenindustrie, die Tiaman4en-, Bijouterie-, Oel-, Woll-, Kautschuk-, Hanf-, chemisch?, Nahrungsmittel-, Jute-, Glas-, Leonische Traht- und die Tabakinduftrie, den Berg- bau, den Waren-, den Baumiooll-, Holz- nnd Kohlenhandel, sowie • die Reederei. Tazn wird dem Ausschuß angehören je ein Vertreter des Kvloniatwirtschaftlichen Komitees, der Teutschen Kolo- nialgeselljchaft und der Ständigen Ausftelluilgs-Kommission der deutichcn Industrie sowie zwei Vertreter der Landwirtschaft, die an den wirtschaftlichen Bczichung.cn der Schutzgebiete zum Aiutterlanoc, _ erhebliches Interesse bat
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WerW « "nd°° « Ä Sw« Litt i”1 9* r L n a eine». - . I' " sss* ;<> eri von >e 'W/iy ., 6C[te Wer l>® Lensarten erft ck zuweilen nenn >Elii Lande herge O -udem äusser jinbet durch die Sichen siatt.
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Kaisers seine D „kschlosse" sind
** 1200 Ma Raubmörders sanii-lchrling ernu ür am Mtwocli, i rcrmitlagS, int W Mn äruifinannslc tot liopf niiticllt Mole rjn 6,35 :( toauüt hoi, in t! mnticit worden. 1913 gegebene Bef tic folgt, ;n bericht fkilak: schlank bis Ingen: braun: G fnidi und gesund: C Jart: mittelstark, Mlgrauct bis initti (in wenig ausgefpi Mett, neuer bra l&ige nach eingeb ihaMeck des Tat: Lcr Pame „Soll1 rot der Tat abgeid i n er als Dstmi feinem Bekannten Aus-ahluitg des je raum des hiesige einem Vorwande M Geldes tut 3 im Poslfchewml 'vermutliche Täter Postscheckamt gege, uari) bcni 3 em Znnfgdb ,<// p, fW lüill tiefer j ! 'sl-August-Plalj i j: \ Mit dem A Iki stc-.ns das Gell I fünf Weinb 'Mch sind. T Krault! dunkel, fas •55 Portemonnaie । E! gewordenen ?dem Tater höchst ,m öinbiii auf b r’W hiermit ?ilelung des Tä ^Dltch. ber hie i*» solcher Tats g, Itt verr Regie
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