Ausgabe 
20.9.1913 Zweites Blatt
 
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nächst wohl nicht schwer trefien wenn aber mehrere angelegt wür­den, so wäre er un-wechelhan geschädigt, und Tunnels lassen üch nicht in Ariegszeiren versä - ben rote der Ikurs unserer 3 duffe. Ein Hemd, der sich im Briiy »5 lontmerrtalen Tumrelcndes be- finbef, vermag unseren lunr. -erkeht nach Belieben zu stören, und v- größer üieser Handel, um so schwerer wird der Herlust nir uns sein, um so mühsamer ein sandel in der Berkehrspolitik. Der Eisenbahtwerfehr mit ^renfreid) muss mit der Zeit unsere Landelsmarin und unsere Stellung als Verfrachter Aur See schädigen Auch ist zu mlügen, da,'; Frankreich in bezug aus die Leeresmacht sein-- letzte Matte an:gespielt bat und mit jedem Jahrzehnt verbaltnism ißig schwächer wird, vielleicht auch weniger widerstandsfähig gegenüber der Versuchung eines NackckarS, sich mit ihm gegen uns zu verbünden.

Diese Absage an die französischen Befürworter des Kaztaltunnels wird in Paris große Schmerzen Hervorrufen.

Die ^raflr der Vieheinfuhr aus Holland.

Angesichts des iortdaucrnd auhrorbcnllid) hohen Standes der F lei fch Verlaufs preise batte der Stadtrat von Karlsruhe neuerdings beim badischen Mini­sterium des Innern Vorstellungen erhoben mit der Bitte, beim Reichskanzler die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Einfuhr von S ch l a ch 1 r i n d c r n aus Holland zu erwirken Als Antwort auf diese Eingabe teilt das Mini­sterium ein Schreiben des Reichsfanzlers mit, worin die Stadtgemeinde unter Bezug auf die ablehnende Stellung­nahme des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Do­mänen und Horsten aus die Einfuhr von Rindfleisch aus Rußland oder den Niederlanden hingcwiesen wird. 9lad) dem Erlaß des preußischen Landwirtschaftsmini­steriums ist dieses nach den Erfahrungen, die im letzten Winter mit der holländischen Rindvieh einfuhr gemacht wur­den, zu seinem Bedauern nicht in der Lage, dem Antrag auf Wiedcrzulassung der Einfuhr die Genehmigung zu er­teilen, weit die Ei n s ch lc p p u n g d e r S e u ch e b e f ü r ch- tet werden im'isse, die Vieheinfuhr aus Holland zu einer Senkung der Preise im Inlande absichtlich nicht oder nur unvollkommen führen werde und überdies die Frage der weiteren Entwicklung der Ftetschpreise nicht jo ungünstig zu beurteilen sei, tote dies seitens der Karlsruher Stadt­gemeinde geschehe.

Demgegenüber vertritt der Stadtrat von Karlsruhe den Standpunkt, daß aus dem gegenwärtigen, nach den amt­lichen Vcrösscntlichungcn bclannt gewordenen Seuchenstand in Holland die OKffahr der Verschleppung der Seuche aus Holland bei Einleitung der erforderlichen Vorsichtsmaßre­geln so gut wie ausgeschlossen ist, daß nach den Erfahrungen und nach neuerlichen Erkundigungen eine Herabminderung der Preise durch die Einfuhr von lebendem Vieh aus Hol­land mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet werden darf, während bei der Einfuhr von Fleisch aus dem Auslande, die bereits schon seit längerer Zeit ausgenommen worden ist, dieser Erfolg ausbleiben wird und daß, wenn nicht bald für MHilfe auf dem angegebenen Weg Sorge getragen wird, mit Sicherheit ein weiteres Anziehen der Fleijchpreife zu be­fürchten sicht. Der Stadtrat beschloß deshalb, den Vor­stand des Deutschen St.idtctages um weitere Schritte zur Wiederermoglichung der holländischen Biehein- suhr zu ersuchen.

Der iozialdemolratijche Parteitag.

~ Jena, 19. Scpt.

Am heutigen fünften Sitzungstage wurde die Besprechung der Sten erfrage zu Ende geführt. Der Meile Berichterstatter Abgeordneter Dr. Südelnin, führte aus, daß man nch, um die Haltung der Fraktion richtig zu beurteilen, die EuUvicklung des ReichsfinanzwesenS und die voluisäie Lage vor Augen halten müsse. Die so schwer begreifbare Tatsache, daß eine mit demo­kratischem Wahlrecht gewählte Volksvertretung den Steuerbedarf des Reiches Falwzehnte hindurch nur durch intmefte Steuern auf Kosten der arbeitenden Klassen gebest hat, liegt daran, daß es den herrschenden Klassen und dec Regierung gelungen war, die Steuerpolitik selbst zur MehrheitSbildung zu verwenden. So kam es, daß die Arbeiter alle Stenern tragen inußten, wahrend die besitzenden Klassen sich an den Steuern durch Zuckerprämien, Aus fubrvergütung, Branntwein Liebesgabe usw. bereichern konnten. Wenn die Sozialdemokratie j tzt an der Schaffung der Besitz steuern mityearbeitct hat, so Hal sie damit lediglich die Masseninteressen verteidigt. Tie Partei hat in den Steuerfragen immer dieselbe Stellung ein­genommen^ aber roei nicht )as auch noch

kein Unglück, denn die Partei sei keine Partei von A n t i* nware». In dem Wehrbeitrag sei ein gut Teil der Programm sorderungen erfüllt Man habe von zwei liebeln das kleinere gewählt und es wäre gut, wenn man über nur ein solches Hebel zu wählen hätte, wie das hier der Fall war. (Lebh. Beifall bei den Revisionisten.)

In der A u s s p r a ch e greift Abgeordneter Geher (Leipzig) die gestrige Rede Wurms an Die theoretischen Ausführungen waren falsch. Wenn man die Arbeiter vor neuen Lasten bewahren null, so tut man das nicht, indem man ei irbe bewilligt. Wurm habe erst auch einen anderen Standpunkt vertreten.

Winning 'Hamburg verteidigt die Fraktion. Wir haben einen bedeutenden Erfolg errungen.

Abgeordneter Hoch: Beide Berichterstatter haben den schmäh­lichen Umfall der Rationalliberalen und Fortschrittler in der Deckungsvorlage, durch die wir vollkommen ausgeschaltet sind, nicht erwähnt Durch die Resolution Wurm werden die Gegensätze nur verkleistert.

Rosa Luxemburg greift mit großer Schärfe und beißender Ironie den Vortrag WnrmS an Wurm babe e? fertiggebracht,

Woctn'n einen radikalen Gefinnungswechfel vor* ' solle sich nur das fdwnc Li

in der Fraktion selbst gewünscht hatte, nämlichHeil dir int Siegerkranauffuiclen lassen Große Unruhe 1 Die Stellung­nahme der Fraktion sei geradem eine Ehnmaditscrllärung Man weiß nickt, ob man e* vom Standpunkt desfirinrren Hebels" reditfertigen kann, die Position aufzngeben und die grundsätzlictie Stellung zu verlieren.

Abg David: Die tiefere Weisheit der Resolution der Radikalen ist nichts weiter als her höhere Blödsinn Unruhe.) Rosa Luxemburg will nur unsere ganze varla * 1» e n t d r i f d) c Arbeit diskreditieren Widerspruch, «roße Unruhe l T-r Erfolg der l ilehnnng der Steuern wäre die Auflösung des Reichstag gewesen, und das wollten die Konser­vativen gerade: denn m t n >ann folgenden Wahlkampf mären wir in die denkbar schlimmste Lage geraten

Abg Richard Fischer Berlin : Die Re»vernng hätte gar leim Besitzsteuervorlage eingebracht, wenn mir nicht 11'» Abge­ordnete und viereinhalb Millionen Wähler hätten Die Macht der Sozialdemokratie war also anSichlaggichend Es wäre rin vtr- btcdieriidhr Leichtsinn, wenn man von dieser Regierung auch in Zukunft bessere Steuern auf besserer Grundlage erwarten wollte.

Ab,, Stadthagen Iie Position der '^gner muß doch reckst fdnrnd) sein, wenn ne im ganzen viereinhalb Stunden febrtniditcn um fick ;u r editier'm en Wir Nttrn auf eine Auf- iMung des Reiä^tages binarbe tei, müssen, man batte aber Angst vor dem patriotischen Rnminc

Abg. Emrnel Strasburg trit c.-m b.i Tie Krasi oer Sozial tnrnokratie bruncht man md: nach der Fahl der Mandate eintzuschützen. ... , _ , ,

Abg Molken bu br bringt einen Brief > ebels mr Berlrinna, der augcnfdKinlid) denen lebtei war Abel ipndjt sein Einverständnis mit der Haltung der Partei aus. indem er schreibt, daß man der Debatte über die Fraktion dett Hals um- drehen müsse.

Da sich zu dieser Debatte 52 Redner zum Dorr gemeldet hatten, so mußte, um das Thema heute ju beenden, nach einigen weiteren Rednern die Guillotine des Schlußanrroges Pias greifen.

E s wird darauf die Entschließung des Partei­vorstandes angenommen, und die radikalen (ritt* ßst, l lcßungen werden abgelehnt. Darauf Vertagung auf morgen.

Au» Stadt und Land.

Gießen, £0. September 1913.

Müssen unvollständige Depotwechsel vom Inhaber üeritenwclt werden?

Eine für die gesamte Handclsmelt überaus widnige Frage ist vor kurzem vom Reichsgericht entschieden worden. Täglich werden in zahlreichen Fällen zur Sicherheit für gewahrten Kredit Depot- oder Äautionswcchfel gegeben, die zwar mit einem Akzept verfchen sind, mitunter auch Ausstellungsdatum und Wcchfelfumme enthalten, bei denen aber der Zablungstag offen gelassen ist und die vorläusig auch nicht von einem Aus­steller unterschrieben sind. Solche Wechsel müssen nach §§ 2, 7 des Wechselstrinpelgesetzes verstempell werden Haftbar hierfür ist auf je Den Fall der Akzeptant, der den Wechsel hingibt. Die bedeutsame Frage, ob daneben auch der Inhaber des Wechsels zur Stempelung vcrpiliditec und bei Unterlassung strasbar ist, hat das Reichsgericht verneint, solange der Wechsel in den Händen des Inhabers verbleibt und von ihm nicht unterschrieben und ver­wertet wird Er ist nur zur Entrichtung der sogenannten weiteren Stempclabgabc (8 3 Abs. 2 Gesetzes verpflichtet, wenn die Verfallzeit fpater als drei Monate nach dem Ausstellungstag eintritt In dem jetzt entfSiebenen Streitfall handelte cs sich um solgenden Sachverhalt:

Der Kaufmann H. erhielt von der Firma E. eine Schrift, zu deren Herstellung der Vordruck für einen gezogenen Wechsel an eigene Erber benutzt worden war, mit der Vereinbarung über- geben, haß sie ihn als jederzeit ausfüll bar en Depot- wechsel zur Sidwrbeit für eine Forderung von 35 000 Mark die ihm gegen die Firma zuftand, dienen sollte. Die Schrift war von dem Prokuristen für die Firma mit einem Akzepte versehen. Als Bezogene war die Firma E angegeben. Im Vordruck waren das Datum und die Wechselsumme (35 000 Mark ausgefüllt: dagegen fehlten die Angabe der Zahlung-zeit und die Unterschrift eines Ausstellers. Die Schrift war nicht als Wechsel versteuert worden. H. ist nun vom Landgericht Gub e n zwar zur Strafe verurteilt worden, weil er als Inhaber der in einen Händen verbliebenen Schrift, eines Wechsels, es unter» taffen bat, dieweitere A b g a b e" des 8 3 Äbs. 2 Wechfel- stempelgesetzes innerhalb der gesetzlichen Frist zu zahlen (§§ 7, 18). Dagegen sind nicht er, fonöern der Prokurist und die Gesell­schafter der Firma E. der Nichterfüllung der Verpflichtung, die Stempelabgabe des $ 3 Abs. 1 zn entrichten, fd-nldig befunden und deshalb perurteilt worden.

Gegen diese Entscheidung legten die Staatsanwaltschaft und die Steuerbehörde Revision ein, weil der Angeklagte nicht auch als der Aussteller des Wechsels wegen Nichterfüllung der Verpflichtung der Stempclabgabc des § 3 Abs. 1 perurteilt ist. Das Reichsgericht bat die Revision verworfen und hierzu folgende Entschcidungsgründe gegeben: Tie Revisionen behaupten nicht, daß der Angeklagte der Aussteller der Schrift sei, sondern nur, daß er als Aussteller nach § 2 behandelt werden müsse. Tiefe Auffassung findet in dem Gesetze keine Stütze. Aussteller eines gezogenen Wechsels ist derjenige, der die in dem Wechsel enthaltene Zahlungsanweisung durch seine Unterschrift als seine Erklärung beurkundet. Hieran hat das Wechselstempelgesetz nichts geändert. Die Tatsache des Ausstellens - die Beurkundung, nicht die Befugnis, eine Wcchscliirkunde durch Unterschrift als Aussteller zu vervollständigen, begründet die Pcrpstichtung zur Entrichtung der Stemvelabgabe. Tic^ Firma E batte die als Wechsel anzuschende Schrift mit ihrem Akzepte dem Angeklagten ausgehändigt. 9?ad) § b Abs. 1 des Gesetzes hätte sie vor dieser Aushändigung die Persteuerung bewirken müssen. Ter Angeklagte erwarb den Wechsel burdi diese Aushändigung Er wurde dadurch Teilnehmer an dessen Umlauf im Sinne des 8 6 und war daher für die Entrichtung der Abgabe der Reichskasse nach § 5 verhaftet. Dagegen war er, solange der Wechsel lediglich in seinen Händen blieb, zur Herbei­führung einer Versteuerung nach § 3 Abf. 1 nicht verpflichtet Nachdem die vorgeschri^ene Versteuerung durch die Akzeptanttn unterlaffen wordcu war, war der Angeklagte als Inlmbcr nur verpflichtet, den Wechsel zu versteuern, ehe er ihn unter­zeichnete, veräußerte, verpfändete, mr Zahlung vorlegte oder eine der anderen in § 12 des Gesetzes bezeichneten Verfügungen traf. Solange er keine Verfügung vornaluu, hatte er als In­haber keine Versteuerungsverpflichtung. Er hatte als Inhaber des Wcdu'cls zwar die weitere Abgabe zu ent» richten (g 7 Abs. 2 letzter Satz). Er war aber nicht Ansstellcr und folglich nicht bezüglich der Stemvelabgabe des § 3 Abf. 1 steuerpflichtig. Erst wenn er sich entschlossen hatte, den Wechsel als Aussteller zu unterzeichnen, hätte er vor Vollziehung der Unterschrift nach § 12 die Versteuerung herbeizuführcn gehabt.

Herbst«Pferdemarkt zu Gießen. Am 1.Oktober indet zii Gießen wieder Pscrdemarkt mit Prämiierung statt. Für die Auszeichnung der Pferde stehen über 2200 Mk. zur Verfügung, darunter 250 Mk. au6 Mitteln dcS Landes- PferdezuchtoereinS. An Preisen sind vorgesehen für Reit­pferde 50 Mk., für Wagenschläge paarweise 210 Mk., für ArbcilSfchlägc einzeln 250 Mk., für Arbeitsschläge im Besitz von Landwirten 300 Mk., für dreijährige Fohlen 200 Mk., für zweijährige Fohlen 150 Mk., für Zuchtstuten 650 Mk. Die Prämiierung liegt in den bewährten Händen der bis­herigen Preisrichter. Mit dem Pferdemorkt ist eine Ver­losung von Pferden, Wogen, Fahrrädern, Nähmaschinen, HauShaltungs- und Gebrauchsgegenständen verbunden. Der 1. Gewinn besteht ans einem eleganten Mylord mit Pferd und silberplattierlem Geschirr, der 2. aus einem Lauterbacher Wagen mit Pferd und komplettem Kuinmetqeschirr. Es folgen dann 6 wertvolle Pferde und Fohlen. Mit dem An­kauf der nicht lebenden Gewinne wird in den nächsten Tagen begonnen.

ee Steuermahnung. Nachdem die Stadt Gießen am 1. April d. IS. die alte Zettelmahnung bei der Gemeinde­steuer durch die öffentliche ZeitungSmahnung ersetzt hat, ist nun auch die Großh. Bezirkskasse Gießen I zur Post­mahnung übergegangen. Welches Verfahren von den anderen Städten den Vorzug erhält und demnächst eingeführl wird, bleibt vorerst noch abzuwarten. Soviel aber schon be­ginnt ist, beabsichtigen zwei andere hessische Städte ebenfalls zur ZeitungSmahnung überzugehen. Bei den bis jetzt fällig gewesenen beiden Zielen Gemeindesteuer hat sich die ZcitungS- mabnung wirksamer erwiesen als die frühere Zettelmahnung.

und" beim Publikum auch schon um deswillen Anklang, weil keine Mahngebühren erhoben werden, was bei der Post- Mahnung dn Fall in. Jür bi, fiofi, t)0, fit dtn Horttil, boft bie trlbngtt >t ;u onbtrtn 9(rbe.lcn on6nmugt rotrbtn tonn, za bie Zotittchotttr brr Gtabttnfir on aBrn Wmbrn. tagrn non 8-12 Ubr oormrttag« gedflnrl finb. fo tonn baS in. -rptrmbrr fotl.gr 3. Z«l ,rtzi schon, ohn: (ang, Ju n«rtrn bezahlt werden.

Landkreis Gießen.

2X Lollar, 16. Ccpt. Bei unserer Sewerbebank über- treffen nach der heute veröffentlichten DermögenSbilanz die

Schulden das Vermögen fast um bie Hälfte. Tie Schulden betragen nämlich 884,426 Mk., daS Vermögen be­lauft sich auf nur 482 563,72 Mk., fo baß ber Verlust genau 401 862,38 Mk. auSmacht. Tie Gewerbebank hat 106 Tlitgliebcr. Tie Bonk bleibt fortbeücben, ba bie Mit- glieberoerfammlung befchloffen hat, ben Geschäftsanteil jedes Mitgliedes um etwa 4üO<) Mk. zu erhöhen.

SreiS Friedberg.

r Bad-Nauheim, 18. Sept. Unter Mitwirkung der Kurkapelle und Leitung von Prof. Winderftein gab heute abend der 12jährige Violinpirtuofe Duci Kcrckjärto, der vor einigen Tagen hier schon zweimal einem großen Publikum Gelegenheit bot, feine geradezu bewunderungswürdigen Leistungen zu hören, fein Abfchiedskonzert, daS dicSiual auch viele Mii'ikfreude auS der Umgebung angezogen hatte. Der jugendliche Künstler, der in seiner Art wohl einzig dasteht, tritt von hier auS eine englisch-amerikanische Konzertreise an.

X Bad-Nauheim, 19 Sept. Für bie Hoteldctriebe in Bad Nau beim war der (6cschäftsyang während der 2ai- son 1912, wie die Handclsiammcr m ihrem Iahresdericht ausführt, nicht besricdigcnd. Die Präsidentenwahl in Amerika und das Schiffsunglück derlitanic" mögen wohl teilweise daran Schuld grivesen sein, der Hauptgrund ist jedoch in dem neuen Grand-Hotel zu suchen Diese- Haus, welches vom hessischen Staat und namentlich von den staat­lichen Behörden in Bad Nauheim so sehnlichst t)crbei- gewülischt wurde, hat Ende Mai 1912 seine Pforten geöff­net Diese schwere Konlurrenz hat auf die großen Hotels und besseren Villen ungünstig eingewirkt und hat die Steucr- krast der Inhaber dieser Betriebe wesentlich bceinslußt Der Ausfall an Steuern dürfte durch die Abgaben des neuen Grand-Hotels kaum ausgeglichen werden. Der Immobilien- vertehr liegt infolgedessen brach, es entgehen dem Staate und ber Gemeinbe hierdurch beträchtliche Einnahmen. Die Befürchtungen, daß ein Hotel von der Größe dcS Granl»- Hotel kein Bedürfnis für Naultz?im sei, sind zur Tatsache geworden, am allerwenigsten hatte, so schließt die Handels- hämmer ihren. Bericht, der hessische Staat dieses Projekt begünstigen dürfen.

Starkenburg und Nhcinhtffcn.

Mainz, 19. Scpt. Am 28. September vercmstalicn die im Bezirk Mainz zusammcngesdilosscncn Vereine des Syeiiiidieit Landesverbandes des Fungdculschlanddundcs einen Fugend- t a g. Geneialseldmarschall Freiherr von der Goltz hat sein Erb­scheinen bestimmt zugeiagt und wird auch am F-eßplatze eine An­sprache an die Jugend ballen. Das Programm ist in kurzen Zügen folgendes: Sonntag, vormittags 10 Uhr, Vorführungen der Main­zer Schwimmvcrriiic: 11 Uhr Ausfahrt der Mainzer Ruder- vereine Nachmiltags 2 Uhr Ausstellung des Fcstzuges am schloß- platz: Vr3 Uhr Abmarsch durch die Straßen der Stadt am Gouvernement vorbei zum Fcstptatz, der sid) hinter dem Stadt- park befindet Von 3 6 Uhr Vorführungen aller Art Turnen an verfck iebenen Geräten, Freiübungen, Fußball und andere Spiele, Leichtathletik, Porsübruu.icn der Wandervc.-iel usw. An sprad.e des Freiherrn von der Goltz an die vcrsannnclic Fugend. 9?adi 6 Uhr gemeinsamer Rückmarsch nad) der Stadl Ibenb- 8 Uhr rinsarl-es Abendessen im KasinoHof zum Gutenberg".

Heffen-Nassau. 1

ch. Rüdeshcim a Rh, 18. Sept. Selten dürfte ein großes Bauwerk so schnell gediehen sein wie der Bau der neuen großen Rheinbrücke zwischen MdeSheim und Kemp­ten. Die beiden Brückenpfeiler auf der Rüdesheimer Seite des Rheines, die dort im Rheine sich erbeben, wachsen schnell empor und da jetzt auch der briftc Pfeiler im Rheine mrf der Seite nach Kenrpten und ein Landpfeiler in Angriff genommen wurden, so darf man mit einem schnellen Fort­schritt rechnen, der bis zum Winter bereits soiveit gediehen ist, daß Eisgefahren für den Ban nicht mehr zu befürchten sind. Die Arbeiten gehen zu diesem Zweck denn auch Tag und Nacht weiter.

Dcrmifd?tc».

* Durch ausländische Lotterieunternehmcr werben auch jetzt noch tausende geschädigt. Trotz aller Warnungen lrauen noch immer viele den ausländljchen Versicherungen, daß die Beteiligung an Spielgcicllschastcn und der Erwerb von Los-' papieren gegen MonateiaHlungen besonders günfli-ic Gewinnaus- iiditcn böten. Dies unrichtig Die Spieler müssen, wenn sie aui Monalszablungcn fauicn, wucherisch hohe Preise zahlen: spielen sie als Mitglieder pon Losgesellschaften, so erhalten iie, was kaum einer von ihnen aus den geschickt gefaßten Prospekten er­leben Hat, von Gewinnen nur den Hundertsten oder fünfzigsten^ Teil. Sic fetzen sich aber auch der Strafverfolgun i aus, sofern durch Bildung von LosgesettfkHasten usw. unrrlaubtrrwrifc eine Lotterie veranstaltet wird Bei der Staatsanwaltschaft Kassel laufen Verfahren besonders gegen die in der Presse schon ost genannten Eommeree- und Ereditbank auch Efsektcn-Ablrilung, weiter gegen die Allgemeine Eentralbank, Allgemeine Bolksbank, (auch Inßitue MerkuB, Tcutfdic Eifektcngricllfchast, Internationale Deckisel- und Ejfcktenbank. Svar- und Vorsdmnvcrein (auch Holländische ffrebit- unh Ebligatiebank. alle in Amsterdam. ebenso gcacn die Eenttal- bank in Arnheim und Firmen in Kopenhagen Wer mit solchen Firmen idilcthtc Erfahrung gemadit bat, würde im Intereffe ber Allaemcinhrit hanbeln, wenn er hiervon der StaatSanwaltschakt Kassel Mitteiliing machen wollte. Zur Aufklärung etwa hervor- getretrnn Mißverftändnifsc fei hierbei barauf hinarwiefen, baß bie dänische Kolonial und bie Ungarische filaiienloticric nithti mit auslänbiscken SchwinbeluntemeHMungen »u tun haben. Tas Spielen ihrer Lose ist aber in Deutschlanb, abgesehen von Ham­burg, überall strasbar: schon viele Spieler haben zum Teil recht erhebliche Strafen zahlen müssen.

* Die Helden dom ,feisigen Hügel". Eine heroische Episobc aus bem lüngstcn Balkanknegc, die es verdient, nicht der Bergesseiihrit anheim zu fallen, berichtet ein Augenzeuge, ber Sriegskorresvondent ber Annales L. Merat. Es war wahrend ber ersten Kämme Zwischen Bulgaren und Serben In imbe- fdireiblid) blutigen Kämpfen, btc bereits im Dunkel der Nackt begannen, batten die Bulgaren ihre Gegner zurückgebränot. Ein strategisch wichtiger Punkc, der fogenanntefelsige Huqcl", war noch in den Händen der Serben: fdxm eine ganze Reihe bul­garischer Angriffe roatvn gefchritert Da erbittet ein Leutnant des 6 Bataillons von Ednnba als besondere Gunst die Erlaubnis, mit den letzten Resten feiner Kompagnie einen letzten flngritf unternehmen zu dürfen Mit einigen 50 Mann geht er vor, liest unterwegs nod) rin paar Berfprengte auf, bie ihm ebenfalls folgen: unb nun beginnt der Angriff auf ven Hügel Die Serben werden überrascht, als diese Heine Schar plötzlich mit dem Baionett die Hügelkuppc emporstürmt: man kann cs sich nicht denken, daß die paar Mann allein den Angriff wagen, aber der Anprall erfolgt mit solchem Ingrimm, daß die gerben an eine llcber- madit glauben unb zurückgehen. Unb nun beginnt c:nc h-rpifdie Tragöbie Tie auf etwa 40 Mann bfümierte Schar will den Hügel halten. 2 serbische Batterien nehmen die Kupvc^ unter Kreuzfeuer: aber fein Bulgare weicht Man ficht die Schützen laden und schießen, mit jedem serbischen ArtiUeriegesckoß wird die Sdiar kleiner: dann verlangsamt sick ihr Feuer, die Munition ist verschoffen. die Gewehre find heiß: aus ber Deckung kriechen die Ueberlebenden, um die Gewehre unb Munition gefallener Derben aehulefcn Eine starke serbische Truppe unternimmt nun einen Ottgcnangriff ber Leutnant mit feinen paar Mann weicht nicht Einer nad) bem anberen fällt im Feuer, nun fieht man mir noch zwei Gestalten, ben L-mtnant unb rinnt S-Vützen. Da taumelt auch bet Cffijier unb finkt nteber. Unb jetzt ein feit*