werde einen erfreulichen Einfluß am die wirtschaMichen und politischen Beziehungen der beiden Lander ausüben.
Die Hochzeit 'des Exkönigs Manuel von Portugal,
der sich in der letzten Zeit in München aufhiclt und jetzt zum Besuche seiner Braut, der Prinzessin Auguste Viktoria von Hohenzollern, aus Schloß Weinburg bei Reines in der Schweiz abgereist ist, findet voraussichtlich im September statt.
Die Wilsonschen Friedensideale.
Bei einem Bankett aus Anlaß der Jahrhundertfeier des englisch-amerikanischen Friedensschlusses hielt Staatssekretär Bryan eine Rede, in der er das neue Friedensprojekt des Präsidenten Wilson als den größten Schrill bezeichnete, der bisher für den Friedensgedanken ersonnen worden fei. Im Projekt der Verständigung der Vereinigten Staaten und anderen Nationen sei vorgesehen, daß ein Krieg nicht eher erklärt werde, bis die Streitfrage von einem internationalen Schreds- gericht untersucht worden sei. Hierdurch werde Zeit für die Trennung realer und idealer Fragen und für die Bearbeitung der öffentlichen Meinung, welche sich immer mehr dem Fricdens- gcdanken zuwende, gewonnen. Bryan schloß: Diejenigen, welche an dem Erfolg des Wilsonschen Projektes glauben, kwffen, daß, wenn es von den Bereinigten Staaten und einigen anderen Nationen angenommen worden ist, auch bei den anderen Nationen untereinander durchgeführt werden wird, bis schließlich alle Nationen der Erde durch das Abkommen miteinander verknüpft sind.
Heer und Flotte.
Potsdam, 12. Mai. Heute vormittag wurde im Beisein des Kaisers das Stiftungsfest des Lehr- insanteriebataillons abgehalten.
prinz-heinrich-Mg.
Wiesbaden, 11. Mai.
In Gegenwart des Prinzen Heinrich von Preußen begann heute früh der Start zum Prinz Heinrich-Flug. Der gestern abend zunächst auf 4 Uhr morgens angesetzte Start mußte infolge des die Nacht über währenden Regens auf 6 Uhr früh verschoben werden. Aber auch um diese Zeit ließen die ungünstigen Witterungs- Verhältnisse den Start nicht zu, so daß die Oderleitung den Start erst um 7 Uhr 30 Min. morgens freigeben konnte.
Die Flieger.
Die Teilnehmer in Flugzeugen der deutschen Heeresverwaltungen sind:
1. Lt. Blüthg en (Mars-Doppeldecker), Beobachter Lt. Frhr. v. Freyberg, Unparteiischer Hptm. Frhr. v. Hammerstein.
2. Lt. Canter (Rumplertaube), Beobachter Lt. Böhmer, Unparteiischer Oblt. Sautier.
3. Lt. Frhr. v. Thüna (Luftverkehrsgesellschaft-Doppeldecker), Beobachter Lt. v. Falkenhayn, Unparteiischer Oblt. Frhr. v. Bahr.
4. Lt. 1). Beaulieu (Albatros-Doppeldecker), Beobachter Lt. Krausse, Unparteiischer Hptm. Blak.
5. Lt. Ka stner (Rirmplertaube), Beobachter Oblt. Niemöller, Unparteiischer Oblt. Rein.
6. Lt. Sommer (Euler-Doppeldecker), Beobachter Lt. van Beers, Unparteiischer Oblt. Moers.
7. Lt. Weyer (Aviatik-Doppeldecker), Beobachter Oblt. Burmeister, Unparteiischer Oblt. v. Pttch
8. Oblt. Donnevert (NumplertaUbe), Beobachter Lt. Marsow, Unparteiischer Oblt. Renk.
9. Lt. C o e r v e r (Feannin-Tanbe), Beobachter Lt. von Schroedcr, Unparteiischer Hptm. Dincklage.
10. Lt. Hailer (Otto-Zweidecker, Mil.-Typ), Beobachter Oblt. Leonhard, Unparteiischer Oblt. Donnevert.
11. Lt. Vierling (Otto-Zweidecker, Mil.-Typ), Beobachter Oblt. König, Unparteiischer Lt. Hempel.
12. 2t. Frhr. v. Haller (Otto-Zweidecker, Mil.-Thp), Oblt. Frhr. v. Könitz, Unparteiischer Lt. Frhr. Kreß v. Kreffenstein.
Die iFichrer der Flugzeuge in Privatbesitz sind: 14. Lt. v. Hiddessen (Eindecker der D. Flugzeug-W.), 15. Lt. Zwickau lEindecker d. D. Fl.-W.), 16. Jng. Schlegel (Mil.-Eindecker Aviatik 1913), 17. Oblt. Linke (Aviatik-Pfeil-Doppeldecker, Mil.- Typ), 18. Dipl.-Jng. Thelen (Matros-Zweidecker), 19. Techn. Dir. Hirth (Albatros-Hirth-Eindecker), 20. Lt. Joly (Gothaer Waggonfabrik, Eindecker), 21. Lt. Eng wer (Gothaer Argus- Eindecker'', 22. Tr autw e iu oder Schrveder (Goedecker-Ein- decker), 23. Reserve evt. außer Konkurrenz: Jng. Suwelack (Kondor-Eindeckeri, 24. Reserve evt. außer Konkurrenz: Lt. Car- ganico (L.-V.-G.-Doppeldecker).
Außer Konkurrenz- startet: 25. Jng. Grade (Eindecker Hans Grade).
Lediglich für die Auf klärungsübungen haben bisher genannt: 26. Oblt. Taenfert (Rumplertaube), 27. Lt. Geyer (Aviattk D. D.), 28. Lt. Schmickaln (Aviatik Rumpf-Pfeil), 29. Lt. Wulff (Aviatik D. D.), 30. Oblt. v. lEickstädt (Taube), 31. Lt. Lom < Aviatik D. D.), 32. Lt. v. Boguelin > Aviatik D. D.), 33. Lt. v. Ofterroth (Aviatik D. D.), 34. Lt. Köhr (Aviatik D. D.), 35. Lt. Schulz (dllbatros D. D.), 36. Lt. Pretzell (Rumplertaube), 37. Lt. Schneider (L.-B.-G. D. D.), 38. Lt. My (Euler D. D.).
Die Fluge in Wiesbaden.
Wiesbaden, 10. Mai. Heute früh 4 Uhr 39 Minuten begannen die Flüge des Prinz-Heinrich-Fluges. Ingenieur Thelen, Leutnant Joly und Leutnant von .Hiddessen haben die Bedingungen der Heeresverlval- timti erfüllt. Oberleutnant Lincke fuhr nach einem1 mißglückten Start von hinten in das Flugzeug von Thelen; das Flugzeug wurde leicht beschädigt. Oberingenieur H'irth tarn beim Start infolge des böigen, in seinen Richtung häufig wechselnden Windes nicht hoch. Der rechte Flügel des Flugzeuges streifte den Boden, das Flugzeug würde nach der Seite gedreht und überschlug sich vollständig. Der Begleiter, Oberleutnant Palmer, wurde herausgeschleudert und erlitt ganz leichte Verletzungen. Oberingenieur Hirth blieb unverletzt.
Ein schwerer Unfall.
Leutnant Weyer von der Fliegerstation Metz stürzte mit seinem Aviatie-Doppeldecker in der Nähe von Nordenstadt aus einer Höhe von 50 Meter ab. Der Apparat wurde zertrümmert, der Flieger erlitt schwere innere Verletzungen und einen Beinbruch. Er wurde ins Krankenhaus nach Wiesbaden gebracht.
Der Flugtag in Gießen.
K.N. Gießen, 13. Mai.
Fröstelregen klang eintönig im junggrünen Laub, als der erste fahle Schein über die schwer hangenden Wolken glitt. Still und reglos lagen die Straßen, und der nasse Asphalt glänzte im Widerschein der Laternen. Irgendwo kamen ein paar junge Männer lärmend aus einer Kneipe, wir aber gingen, in unsere Mäntel gehüllt, schweigend unseres Weges. Niemand fast begegnete uns; nur ein Kätzlein strich maunzend um ein verschlossenes Tor und ein Soldat eilte mit einem Päcklein spornstreichs zur Bahn Wir schritten langsam durch 5en Regen: keiner von uns glaubte, daß die Flieger bei diesem Wetter kämen.
Auf dem Trieb war schon reges Leben. Hart am Straßengraben ftanben die Zbompagmen in sckmttcnhasten Umrissen; halblaute Befehle gingen hier und ^ort, müde
gehorchten die Leute. In den Zelten erledigten die Herren der Oberleitung die letzten Vorbereitungen, stets mit einem Auge nach dem Himmel schielend, aus dem es unaufhörlich goß. Schwer schwappten die Fahnen im erwachenden Morgenwind.
Da klingt der Fernsprecher und von Wiesbaden kommt die Nachricht: Es wird unbedingt geflogen. Start eine Stunde später.
Also doch eine Hoffnung, und man wird munterer. Allmählich füllen'sich die Plätze. Man tauscht Fragen und Meinung. Da steigt ein kleiner roter Pilotballon und geht — von den Meteorologen mit dem Theodolit beobachtet, rasch nach Südost. Aber man sieht auch schon mit Hoffern Auge, daß in den Höhen ein heftiger Wind weht. Nun werden die ermittelten Messungen rasch berechnet und kurz darauf geht Nachricht nach Wiesbaden. Dort ist das Wetter besser und es beginnen ausgedehnte telephonische Beratungen. Darnach wird der Start wiederum verschoben, bis die Oberleitung entschieden habe.
Die Zeit vergeht in planlosem Warten. Ungestört regnet es fort und das Wasser sammelt sich zu großen Lachen und Pfützen. Kraftwagen rattern heran und gehen. . . die Fernsprecher sind beständig in Tätigkeit.
Um Vt7 kommt von Wiesbaden die Nachricht, daß die Starterlaubnis gegeben sei. Die Flieger machten sich bereit.
Wiederum ein Aufatmen. Aber es dauert noch lange, lange. Alles trieft vor Nässe. Der Großherzog, der kurz nach 5 Uhr gekommen ist, steht im hochgeschlossenen Gummi- nrantel und aufgeschürzten Hosen vor seinem Zelt, raucht eine Zigarette um die andere und unterhält sich angeregt. Kurz vor 8 Uhr besteigt er seinen Kraftwagen und fährt davon. Er muß zu einer Kirchenfeier nach Egelsbach und kann nicht länger warten.
Nun glauben viele, die Flüge seien abgesagt und gehen; die meisten in die Wirtschastszelte, wo es nach frischem Kaffee und warmen Würstchen riecht. Ein gar lieblicher Duft bei dieser frösteligen Nässe.
Und es gießt erbarmungslos weiter.
Da endlich kommt die Nachricht, daß Hiddessen, der als Fahrer des gelben Hundes, des ersten Postflugzeuges, rasch berühmt geworden ist, um 7.56 Wiesbaden verlassen habe.
Alles atmet auf — der Mißmut und die Langeweile verschwindet, und rasch aufeinander folgen die Aufstiegs- Meldungen. Im Laufe der nächsten halben Stunde sind 16 Flugzeuge als aufgestiegen gemeldet. Dann kommen die Nachrichten von den Beobächtungsstationen — die letzte ist Friedberg, und alles ist in erregter Erwartung. Es dauert entsetzlich lange und man befürchtet schon Unfälle, als plötzlich die militärifchen Winker ihre Flaggen heben, und ein scharfer Trompetenstoß das Nahen eines Flugzeuges verkündet. Nun geht es rasch hintereinander und nach einer kleinen Weile erscheinen zwei Flugzeuge dicht beieinander, eine Rumpler-Taube und ein Albatroß-Doppeldecker. Dicht dabei ein zweiter Eindecker.
Heller Jubel klingt über das Feld. Da — ein Augenblick spannender Erwartung: Während der Doppeldecker in bedeutender Höhe den Trieb umkreist, senkt sich die an zweiter Stelle liegende Taube scharf abwärts in steilem Flug, als ob sie stürze, aber in elegantem Bogen iommt sie zur Erde, hoppst drei-, viermal und steht dann still. Glücklich gelandet.
Ein unbeschreiblicher Jubel erhebt sich. .Alles ist 'erregt, begeistert . . .
Und so geht es dann fort; eine ganze Stunde lang: Flugzeug um Flugzeug landet sicher unter lautem Beifall. Da kommt die Meldung, daß das Flugzeug Nr. 11 bei Bad-Nauheim ab gestürzt und zertrümmert fei — von den Fliegern kein Wort. Autos rasen fort zur Hilfeleistung. Wer es hört erblaßt — aber es sind nur wenige — und mit einer gewissen Stumpfheit sieht man die weiteren Flugzeuge landen. Was ist mit den beiden von 9h:. 11?
Kurz darnach die Nachricht: Nr. 14 liegt bei Unter- Lieder bach i. T. und kann nicht weiter. Indem kommt von Bensheim die Meldung: Nr. 23 um 9.29 hier gelandet, da verflogen.
Die vier Fernsprecher rasseln in einem fort, derweil draußen die Apparate landen und in der Absperrung in Stellung gehen.
Plötzlich das eigentümliche Signal einer Huppe; Prinz- Heinrich naht. Ohne Aufenthalt und ohne Förmlichkeiten geht er durch das Empfangszelt nach dem Zelt der Etappenleitung und fordert ausführlichen Bericht. Rasch sammeln sich Flieger und Begleitoffiziere um ihn. Er vermerkt alles in einem Heinen Taschenbuch und gibt kurz und klar seine Befehle. Einen Kinematographenmann verweist er mit scharfem Wort, auch einen Photographen. Er ist kein Freund davon, sich überall ausftelllen zu lassen. — Dann besucht er die einzelnen Apparate, an denen geputzt und gearbeitet wird. Wesentliche Unfälle find nicht zu vermerken; eine gebrochene Küfe, die rasch ousgebesfert ist, ein'paar verruste Zündkerzen, das ist so ziemlich alles. Die 9Notore sind wegen des Regens sorgfältig verdeckt, und die einzelnen Flugzeuge, unter denen sich ganz prächtige, elegante und vertrauenerweckende befinden, werden von ein paar Soldaten bewacht. Hier und dort läßt ein Flieger seinen Motor probeweise anlaufen. Es dauert nicht lange, da erhebt sich Hiddessen zum Flug noch Kassel. Der Start gelingt ihm munberbar leicht. Nr. 10 beschädigt beim Anlauf das Fahrgestell und muß sich nach langem vergeblichem Ausbesferungsverfuch zum Abrüsten entschließen.
Prinz Heinrich verließ gegen 2 Uhr den Flugplatz und begab sich mich Kassel.
Noch zwei Flieger sollen von Wiesbaden kommen, aber es wird allmählich Abend, ohne daß sie starten. Die gelandeten Flugzeuge sind bis auf drei nach Kassel geflogen. Eins liegt abgedeckt mitten auf dem Platz, die beiden anderen fliegen rasch hintereinander in den Abend hinein.
Auf dem weiten Platz wird es stiller, man berechnet die Zeiten: Der kürzeste Flug hat 48 Minuten gedauert; eine ausgezeichnete Leistung bei dem ungünstigen Wetter. Unb es ist sehr schlecht gewesen; nickt nur die Beobachtungen Dr. Pepplers ergaben starke Luftströmungen, auch ans den Aussagen der Flieger werden arge Böen geschildert, die z. T. recht gefährlich waren, und die Ergebnisse des ersten Tages als ganz ausgezeichnet erscheinen lassen. Müde kehrte?: die Menschen heim; die Mehrzahl der Leute von der Leitung sind seit kurz nach Mitternacht auf ihrem Posten gewesen. Auch das brave Gendarmeriepferd hat wacker ausgehalten. Ein Häslein, das den ganzen Vormittag über erschreckt den Trieb nach allen weiten maß, und sich hilfesuchend nach allen Himmelsrichtungen umdrehte, ist in der allgemeinen Erregung unbemerkt verschwunden.
Ein Glück ist es, daß der Tag ohne größeren Unfall verlief. Auch den Fliegern, die unterwegs liegen geblieben find, ist Tein körperliches Unheil zugestoßen.
Folgende Tabelle gibt einen Ueberblick über die Zeiten:
Wiesbaden
©legen
Gießen Kassel
Besondere Bemerkungen
Nr.
ab
an
ab
an
1
8"
9“4l
210
3"«
2
88
l1
2**T
3
8”
9’\7
11“
12"„
4
84
9°„
1M
9'-«
a 46
5
ipv
12“„
2"
3%
6
8"
9”
7
—
—
—
gestürzt in Wiesbaden
8
8” -
9”
11'
12u
9
nicht geflogen >
am 11.
Mai"
10
8'°
018 v 43
11"
—
Uniall beim Start; ab
montiert in Gießen,
11
8"
•—
—
—
liegt bei Bad-Nauheim.
12
8"
933
12”
2<86s
14
788
9”
1028
1219
15
83"
—
—
—
liegt bei Unterliederbach i. T,
1B
8-7
^3,
po
2l652
17
—
—
—
fährt nicht.
18
865
9”4T
3“
4l°
19
—
—
—
nicht gestartet,
20
8”
10°47
12®
v\4
21
8"
9%
12M
Zwischenlandung Neuenhain
bei Zimmersrode.
22
—
—
—
—
fährt nicht,
23
8”
5%
6"
—
9ro an Bensheim, ab 12”,
12*’ an Darmstadt, ab 4i0,
4" an N.-Wöllstadt, ab 5",
24
12”
J46
4'°
—
25
nicht geflogen.
Wesentlich schwieriger als am ersten Tage, gestaltete sich die Arbeit des Gießener Luftfahrvereins am 2. Feiertag, der gar nicht mehr in das hiesige Programm fiel. Infolge des sehr ungünstigen Wetters wurden die Flieger in Kassel aber von der Verpflichtung, über den Westerwald zu fahren, entbunden und ihnen der Weg über Gießen und durch das Lahntal freigegeben. Im Laufe des Vormittags tarnen denn auch mehrere Flieger hier durch, einige mußten landen. 9h:. 9 landete gegen 11 Uhr und ging gegen 5 Uhr auf Dr. Pepplers Rat nach Kassel ab. Nr. — landet von Kassel hier gegen 9 Uhr. Nr. 25 kommt nach vier Notlandungen, von Oppenrod, wo er nachmittags landete, am Abend gut hier an. Wegen der vertikalen Luftströmungen war Feilt früherer Aufstieg möglich gewesen.
Ltn. Zwickau (9h:. 15) ging nachmittags zwischen Kirchbauna und Rengerts haus en, 8 Klm. vom Kasseler Flugplatz, nieder. Der Grund der Landung soll ein Nachlassen des Druckes des Viotors gewesen sein.
Auch heute treffen noch eine Anzahl Flieger von Kassel in Gießen ein. Heber den
zweiten Tag
berichten folgende Drahtnachrichten:
Kassel, 12. Mai. Um 51/2 Uhr traf Prinz Heinrich im Automobil auf dem Flugplatz ein, wo er von den Herren der Oberleitung und den Militärs begrüßt wurde. för unterhielt sich mit dem Oberbürgermeister Dr. 3d>ob und hieraus mit dem Kommandierenden General Frhr. v. Scheffer-Bvyadel M- der Flieger Leutnant Carganieo um 5,58 Uhr nach einem i)hinb- flug über dem Platz landete, begrüßte ihn der Prinz und nahm seine Meldung entgegen.
Der Start für die ^Etappe Kassel—Koblenz, -ie freute zurückzulegen ist, wurde für 7,45 Uhr fieigegeben. Dock frerrfdrtc um diese Zeit noch ein so starker Nebel, daß ein Aufstieg illcht gc raten erschien Von den Fliegern, die fämtiidi um 8 Uhr stand bereit waren, stieg als erster um 8,45 Uhr Lt. v. Beaulieu (4; auf. Es folgten: Frhr. v. Haller (12) um 8,50 Ufrr,L*di v. Hiddessen (14) um 8,53 Uhr, Frhr. v. Thüna (3) 9,04 Ufrr.
Prinz !Heinrichv 0 n Preußen, der 5 Uhr früh den Flugplatz ausgesucht hatte, hat sich im Automobil nach Koblenz begeben, um die Flieger dort zu ermatten.
Kassel, 12. Mai. Um 9,58 Uhr machte Lt. B l ü t h g e n (1 einen Probeflug. Die Flieger hatten den Start anfgesckwben, da aus dem Sauerlande von Berleburg und von der Lahn ^Knüller- biünmgcit gemeldet wurden. Lt. Carganieo (24) machte um 10,10 Ufrr ebenfalls einen Probeslug. Um 10,38 Ufrr landete Lt. fön gm er (21), der wegen heißgelaufenen Motors bei 3i m- mersrode eine Notlandung gemacht hatte, und um 9,5t) Uhr landete Lt. Sommer (6), der bei Dörnhagen gestern abend 8 Ufrr eine Notlandung borgenomntnt und die Nacht dort verblieben war. Um 10£26 Ufrr ging Lt. Joly (20) nach Koblenz ab. Um 10,35 Uhr ist Thelen (18) in Koblenz gelandet, wobei Tragflächen und Vordergestell beschädigt wurden. Ferner landeten glatt in Koblenz Lt. v. Beaulieu (4), um 10,42 Ufrr, Lt Frhr. v. Haller (12) um 10,46 Ufrr, Frhr. v. Thüna t-3'i um 10,56 Ufrr.
Lt. Kastner (5) fuhr 3,18 Ufrr ab. 'Er mußte aber wegen heißgelaufenen Motors bei I e s b e r g landen. Ingenieur S n w c- lack (23) flog 4,47 Uhr glatt ab. Oblt. Donnevert « startete 4,53 Uhr, mußte aber nach zwei Minuten frenintcrgebot und beschädigte Fahrgestell und Propeller. Lt. C a r g a n i c 0 24 ging 4,58 Ufrr vom Start. Lt. Eng wer (21) startete 5,01 Ubr, ging 'aber nach wenigen Minuten vor der Söhre bei Ochsfraiisen nieber. Lt. Svmuter (6) startete 5,07 Uhr und ging in prächtigem Fluge ab.
Carganieo ist um 6,42 Ufrr in Koblenz angekominen, Suwelack um 6,34 Uhr. Donnerverts 9lpparot ist repariert, der Flieger steigt srichestens morgen abend nach Koblenz auf. Den ganzen Tag herrschte schönes Wetter, so daß die Flugverhältnißc günstig sind. Bon vormittags 10 bis nachmittags 3 Ufrr war ehre Pause, da die Flieger ruegen der von der Flugstrecke ge meldeten Gewitttr nickst starteten. Gegen 5,30 Ufrr meldete das Lahn gebiet heftiger: Regen.
Prinz Heinrich von Preußen traf im Kraftwagen von Montabaur kommend, um 12 Uhr aus dem Flugplätze ein, während die Prinzessin Heinrich bereits um 10 Ufrr dort angelangt war. Das Prinzenpaar hat bei dem Oberpräsideuten Freiherrn v. Rheinbaben Wohnung genommen.
Koblenz, 12. SRai. Die bisher hier eingetroffenen Teilnehmer am Prinz-Heinrich-Fluge haben folgende Geschwindig' feiten für die Zurücklegnng der Strecke Kassel—Koblenz gebraud’t: Jng. T freien (18) 1 Stunde 42 Minuten, Oblt. v. Beaulieu (4) 1 Stunde 53 Mimllen, Lt. Frhr. v. Haller (12) 1 Stundc 55 Mimllen, die gleiche Zeit Freiherr v. Thüna (3), Lt. von Hiddessen (14) 2 Stunden 13 Minuten, Lt. Canter (- 2 Stunden 7 Minuten, Jng. Schlegel (16) 1 Stunde 54 Mm. und Lt. Joly (20) 2 Stunden 8 Minuten.
Marburg a. L., 12. Mai. Leutnant Gommer (Nr. 6 mußte ivcgcn Gewitter bei Marburg eine Notlandung vornehmen und gedenkt morgen früh weiter zu fliegen.
Gießen, 12. Mai. Jng. Grade (25) mußte bei Hol:« beim ein zweites Mal nicbcrgefren, wobei der Propeller bc« schädigt wurde. Erst nach seiner Auswechselung kann et den Flug nach Gießen sortsetzen.
Gießen, 12. Mai. Leutnant Zwickau ist von £) 0 m -- bürg, wo er gestern zur Notlandung gezwungen würbe, uw 8.50 Uhr hier ein getroffen und glatt gelandet. Beim Wicderaust stieg zum Mellerslug nach Kassel erlitt sein Apparat einen Mo- vellerbruch und kann erst nach Auswechselung ipeiterfliegcit. ouni Flieger wurden auf ihrem Fluge Kassel—Koblenz bei Gleiberg, westlich Gießen, gesichtet. ,, J
Gießen, 13. Mai. 10.50 Uhr. Leutnant Käst n e r ist gestern abend von Kassel hier angekommen und M beim Landen das Msperrullgsgitter durchbrochen und bat Fächergestell gebrochen, weil das Kühlwasscr heißgelau- fen war. Der Schaden ist ausgebessert, so daß er vor« aussichtlich noch heute abfahren wird.


