Ausgabe 
13.1.1913 Zweites Blatt
 
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Der UohlenvLichtum des rechtLrheimsch-westsMischen Znduftnevezitts.

Im Zusammenhang mit der vom diesjährigen Internationalen Geologenkongreß in Kanada veranstalteten Erhebung über die gesamten Kohlenvorräte der Welt sind auch die im rechtsrheinisch westfälischen Jndnsttiebezirl anstehenden Kohlenmengen berechnet worden, .hierüber berichten Bergassessor Kukuk und Dr. Min- trop von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse zu Bochum in einer ausführlichen Mhandiung in der berg-und hüttenmännisclren ZeitschriftGlück au ft' in Essen-Ruhr vom 4. Jairuar 1913.

Danach sind in dem durch Schachtanlagen ausgeschlos­senen Gebiete von 1532 Quadratkilometer Flächeninhalt nach Ab-ng der bereits abgebauten Kohlenmengen von rund 2 Milliar­den Tonnen bis zu einer Tiefe von 1 500 Meter noch 32 Milliarden Tonnen absolut abbauwürdige Kohlen vorhanden: in noch größerer Tiefe lagern außerdem 10 Milliarden Tonnen. Durch ^Bohrungen ist ferner ein Gebiet von 1 728 Quadratkilometern aufgeschlossen, in dein bis 1 500 Meter Tiefe 27 Milliarden Tonnen und dar­unter noch 45 Milliarden Tonnen abbauwürdige Kohlen anstechen. Endlich ist das Vorkommen der Steinkohle in einem weiteren, nur durch vereinzelte Bohrungen aufgeschlossenen Ge­biete von mindestens 2900 Quadratkilometern bekannt geworden, in dem bis 1500 Meter Tiefe 18 Milliarden und darunter noch 151 Milliarden Tonnen vorhanden sind. In dem ganzen reclsts- rheinisch-westfälischen Bezirk lagern demnach bis 1500 Meter Tiefe 77 Milliarden Tonnen abbauwürdige Kolben und darunter noch 206 Milliarden, also insgesamt 283 Milliarden Tonnen.

Tie Lebensdauer dieser Vorräte ist natürlich von der Höhe der jährlichen Förderung abhängig. Tiefe betrug im Jahre 1800 nur einige Hunderttausend Tonnen, im Jahre 1900 60 Millionen Tonnen und im verflossenen Jahre 102 Millionen Tonnen. Wie die zukünftige Förderung sich gestalten wird, läßt sich mit Gewißheit nickst Voraussagen. Wenn die bisherige Ent­wicklung anhält, so kommt man int Jahre 1920 auf rund 150 Millionen, im Jahre 1930 auf 250 Millionen Tonnen.

Legt man indes nur die heutige Jahrcsförderung von rund 100 Millionen Tonnen zugrunde, so reichen die in dem jetzigen Schachtgebiete bis zu 1500 Meter Tiefe abgelagerten abbau­würdigen Kohlen für 320 Jahre aus: in dem durch Bohrungen aufgeschlossene Gebiete ergibt sich eine Lebensdauer von 270 Jahren und in denr bisher nur wenig aufgeschlossenen Teile des Bezirks rund 180 Jahre. Der Vorrat des ganzen Bezirks reicht also für etwa 7 70 Jahre aus. Hierbei ist eine größte Tiefe von 1500 Metern angenommen worden, bis zu der nach Idem heu ­tigen Stande der Technik ein gewinnbringender Abbau möglich ist. Tic Lebensdaucr der in noch größerer Tiefe anstehenden Kohlenmcngen würde bei einer Jahresförderung von 100 Millionen Tonnen noch rund 2 000 Jahre betragen.

In deit vorstehenden Angaben sind alle Kohlenflöze, deren Bauwürdigkeit nickst durch praktische Erfahrungen sicher gestellt ist, außer Acht gelassen worden. In diesen stehen noch im ganzen weitere 159 Milliarden Tonnen an, so daß sich die gesamte im rechtsrheinisch-westfälischen St^in kohlenbezirk von 6170 Qua­dratkilometern Fläckseninhalt zur Ablagerung gekommene Kohlen­substanz auf 283 + 159 = 442 Milliarden Tonnen be- rechnet.

Anfragen im Heifhstage.

Eine Reihe weiterer kleiner Anfragen ist im Reichstage eingcbracht worden.

Abg. Wein Hausen (fortschr. Vpt.) fragt:Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu er­teilen: A. Welches Ergebnis die Wahlen zur Äuge­st e l l t e n v e r s i ch e r u n g gehabt haben imb zwar 1. in wieviel Wahlkreisen die Vertrauens- ünd Ersatzmänner von der Behörde ernannt werden mußten, 2. in wieviel Kreisen nur eine Liste eingereicht und diese infolgedessen als ge­wählt erklärt wurde, 3. in wieviel Kreisen Wahlen zu­stande gekommen sind, 4. wieviel Stimmen insgesamt ab­gegeben worden sind. B. Ob und wann eine amtliche Bekanntgabe des Ergebnisses in Form eines vollständigen Adressenverzeichnisses der gewählten Vertrauens- und Er­satzmänner zu erwarten ist. Ich begnüge mich mit einer schriftlichen Antwort."

Eine Frage des Abg. Dr. Thoma (natl.) lautet: Ist dem Herrn Reichskanzler b-ekannt: 1. ob wie verlautet die Bayrische Regierung ihre G e s a n dt s ch a f t e n im Au s l a n d e zur Mitarbeit an der neuen Bayerischen Staat szeitung" heranzuziehen be­absichtigt, und 2. ob Vorsorge getroffen ist, daß die Be­handlung von Fragen der Reichspolitik, insbesondere der auswärtigen Politik, in jenem offiziösen Preßrinternehmen der Bäuerischen S:aatsregi.-rung nur im Einvernehmen mit dem verantwortlichen Leiter der Reichspolitikerfolgen kann?

Der Abg. Erzberger (Zentr.) will wissen, ob dem Herrn Reichskanzler bekannt sei, daß bei den kriege­rischen Operationen auf dem Balkan Aus­schreitungen gegen die Bewohner der bis­herigen türkischen europäischen Gebiete vor- gekommen sind, und was hierauf von ihm veranlaßt wor­den sei?

Dr. Müller (Meiningen! (fortschr. Vpt.) fragt an: Ist Sicherheit dafür geschaffen, daß ähnliche, der Kongo-Akte widersprechende Konzessionen wie die der englischen Firma Lever Brothers gewährte, seitens der belgischen Regierung nicht mehr erteilt werden können, und daß Beschränkungen des den Eingeborenen vertragsmäßig zustehenden Pflücke­rechts für die Zukunft ausgeschloffen sind?

Au; den Reich;tag;au;schüssen.

Berlin, 11. Januar.

Die Fleischeinfnhr im Ausschuß.

Der Ausschuß für den Entwurf über die Zollerleichterung bei der Fleischeinsuhr führte heute feine Beratung zu Ende. DaS Ergebnis nwr die Ablehnung sämtlicher von den Sozialdentv traten und von den Freisinnigen ge­stellten Anträge. Die Regierungsvorlage wurde mit 11 gegen 8 Stimmen angenommen: mit den Rationalliberaten und dem Zentrum stimmte schließlich auch die fortschrittliche Volks- Partei dafür, also für die Ermächtigung des Bundesrats, die Zollerleichterungen bis zum 31. März 1914 weiter zu gewähren Die Erörterung drehte sich zu einem großen Teil um die Frage der Futtermittel. Von nationalliberaler Seite wurde betont, daß der Fortfall der Futtermittelzölle durchaus nicht eine Ver­minderung der Produktionskosten für den Landwirt bedeuten müsse, während einer der beiden fortschrittlichen Landwirte im Aus­schüsse gerade den Hauptnachdruck darauf legte. Von Zentrums leite wurde besonderer Nachdruck auf die Notwendigkeit deS Zu sammenarbeitenS von «tadt utrd Land in der Versorgung des Volkes mit Nahrungsmitteln gelegt. Auch die Seuchengefahr wurde eingehend besprockn'n. UnterstaatSsekretär Richter betonte, daß durch verstärkte Einfuhr auS Rußland, speziell durch den Nachschub von Vieh aus Sibirien, die Berseuchungsgesahr sich vermehre, lieber die Vieh- und Fleisch-Einfuhr aus Rußland, Frankreich und vom Balkan, wurden eingehende Angaben gemacht. In einer Polemik mit den Sozialdemokraten hielt der Zen trumssührer der christlichen Gewerkschaften den Sozialdemokraten entgegen, daß, wenn der sozialdemokrattsche Landarbeiterverband einmal erstarken würde, die Sozialdemokrattc würde umlcmcn müsse.

Sccr und Flotte.

Ein Unfall in drr Marine

Kiel, 11. Jan. Eine Jolle vom Torpedoboot S 70" ist beim Versuch, ein bei Schleimiinde angetriebenes

Torpedo z>u bergen, mit drei Mann, dem Torpedo- oberbootsmQnnsmaaten Großmann und den Matrosen Rademacher und Schipper, auf noch unaufgeklärte Weise gesunken. Tie Nachforschungen nach dem Boot und den Leuten blieben bisher ergebnislos.

Die privatdeamten Bewegung.

Am 5. Januar tagte in Magdeburg der Generalrat des Deutschen Privatbeamten-Vereins und s.iner Versickferungs- kassen. Nach einem eingehenden Bericht und Kenntnis­nahme der letzten Eingabe vom 29. November 1912, betr. die Ersatzkassenfrage in der staatlichen Angestelltenversiche­rung, wurde nach 'längerer Beratung einstimmig folgende Entschließung angenommen:

Ter Generalrat der Pcnfionskasse, Witwenkasse und Waisen- kassc des Teuft'chen Privat-Beantten-Vereins in Magdeburg, Ver­sicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, hat in seiner Sitzung am 5. Januar 1913 von den Eingaben vom 7. und 29. August und 5. Oktober 1912, sowie vom 29. November 1912, betr. die An­erkennung der Vers-cherungskassen des Deutschen Privat-Beamten- Vereins als Ersatzkassen, Kenntnis genommen und protestiert nachdrücklich gegen die Verschleppung der 'Ent­scheidung, durch welche die Entwickelung der Versicherungs- kassen des Vereins aesäliroet und gehemmt wird. Er strebt nach w c vor mit allen Mitteln die Anerkennung der Vcrsicherungs- kassen des Vereins als Ersatzkassen an und richtet wiederholt das dringende Ersuchen an den Bundesrat, umgehend einen Bescheid auf die Anträge erteilen zu wollen.

Diese Entschließung soll dem Bundesräte und dem Reichstage unterbreitet werden. Die Rechtslage, nament­lich für die Arbeitgeber, ist in der Bekanntmachung des Direktoriums des Vereins und seiner Versicherungskassen vom vorigen Monat dargelegt, in der es u. a. heißt:

Wir machen bie" beteiligten Arbeitgeber, die für von ihnen abgeschlossene Versicherungen unseren Anträgen beigetreten sind bezw. sie unterstt'itzt haben, darauf aufmerksam, daß, solange das Verfahren über die Zulassung schwebt, die Beteiligung bei den Vere nskassen der Versicherung bei der Reichsversicherungs­anstalt gle.ch gift (8 373 I des Gesetzes). Die betreffenden Firmen usw. sind daher bis auf weiteres zu keinerlei Beitragszahlung an die Reichsversicherungsanstalt verpflichtet und können nur zu einer nachträglichen Zahlung herangezogen werden, wenn der Antrag auf Zulassung abgelehnt ist (§ 372III)."

Gedenket der hungernden Vögel!

Au» Stadt unb CanO«

Gienen, 13. Januar 1913.

OrdenSangele g-enheiten. Der Großherzog hat dem ordentlichen Prostssor an der Universität Erlangen Dr. Adolf Schulten das Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen,dem Lehrer Gg. Reeg zu Reu-Isenburg aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, sowie dem Fabrikanten Aug. Petri zu Offenbach die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem König von Schweden verliehenen Er­innerungsmedaille an die fünfte Olympiade zu Stockholm erteilt.

* * Richterpersonalien. Der Groß he rzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz Amtsgerichtsrat Friedrich Dähn zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt.

Gesuche um Verleihung de8Goldenen Kreuzes" zum 11. März 1913, denen eine Bescheinigung der zuständigen Bürgermeisterei oder Polizeibehörde beigefügt sein muß, aus der hervorgeht, daß die Bedingungen für die Verleihung desGoldenen Kreuzes" erfüllt sind, müssen bis zum 15. Februar bei dem Ober-Kammerherrn Riedesel Frei- Herrn zu Eisenbach in Darmstadt eingereicht sein.

* Der zum Italienischen Generalkonsul mit dem Amtssitze in Frankfurt a. M. ernannte Herr Luigi Testa, dem das Reichsexequatur erteilt wurde, ist zur Ausübung kon­sularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden.

** Praktische Meistarkurse. Der dreiwöchige Meist er kurs im .Holz- und M a r m o r m a l e n unter An­leitung des Hofzimmermalers Otto Stier hat am 6. Januar mit 11 Teklnehmern seinen Anfang genommen. Der drei­wöchige M^istertürs für Schneider im Grundmodell-- zeichnen und Zuschnciden in Darmstadt, in dem Ober­meister Siemensen unterrichtet, beginnt ebenso wie der zweiwöchige Meisterkurs für Sattler in der Herstellung von Kummeten in Gro ß-Felda unter Leitung des Sattlermeisters Völzing am 20. d. M. Ein Dekora- tionsmalerkursus in moderner Handwerkskunst in Darmstadt unter Leitung des Malermeisters Nover wird vom 3. bis 22. Februar abzuhalten beabsichtigt. Kurse im Auffärben von Hölzern und int Beizen von Furnieren in Darmstadt, an denen Ebensowohl Schreiner und Glaser als auch Lackierer und Weißbinder teil- nehmen können, werden von Großh. chemischer Prüfungs­station für die Gewerbe für erstere vom 10. bis 22. Februar, für letztere vom 10. bis 19. Februar abgehackten. Schließ­lich ist auch noch ein Kursus in statischen Berechnungen von Baukonstruktionen für Bau Handwerker und Tech­niker zu nennen, der unter Leitung des Ingenieurs Ackermann im Monat Februar in Aussicht genommen ist. Anmeldungen zu diesen demnächst beginnenden Kursen sind an die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu richten, welche zu näherer Auskunft gerne bereit ist.

** Steuererklärungen, Die Handwerks­kammer zu Darmstadt wird den Handwerk- und Ge­werbetreibenden im Bedarfsfälle bei Aufstellung von Steuererklärungen sowie bei Fertigung von Steuerreklamattonen behilflich sein. Besonders für das kommende Steuerjahr, für das das neue Gemeinde­umlagegesetz mit der komplizierten Gewerbesteuer erstmalig zur Anwendung kommt, darf bie neue Einrichtung für Hand­werker größte Beachtung beanspruckwn und sind alle Inter essenten eingeladen, die Dienste der Kammer in dieser Beziehung in Anspruch zu nehmen. Bei Auftragserteilung müssen Steuerdeklarationsformulare sowie die nötigen Unterlagen auf dem Bureau der Kammer berg legt werden und erfolgt an Hand der letzteren Ausfüllung der Formu­lare von sachverständiger Seite oder die Anfertigung der Rellamationsschreiben. Diese Schriftstücke hat der Auf­traggeber zu unterzeichnen und übernimmt hierdurch die Verantwortung für die Richtigkeit der gemachten Angaben uiti> vorgelegten Unterlagen, welche die Kammer selbstredend nicht nachprüfen kann. Die Kammer verpflichtet sich nur du erhaltenen Angaben und Unterlagen durch ordnungsmäßi­gen Eintrag in die Formulare unter Beachtung der steuer- gesetzlichen Bestimmungen zu verwerten, sowie die ReNa- mationsschreiben zweckentsprechend abzufassen. Tie bei Be­arbeitung der Anträge zur Kenntnis der Kammer kommen­

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den Verhältnisse der Anftraggsber werden geheun geyalt«^ Für die Bemühungen der Kämmer wird eine mäßige Ge­bühr von dem Auftraggeber erhoben.

D e m Frauenbund der Deutschen Kolonial- Gesellschast, Abt. Gießen, ist es gelungen, Frau Mar- aarete v Ecken brecher zu einem Vortrag zu gewinnen, der voraussichtlich Mittwoch, 22. Januar, stattfinden wird.

Landkreis Gießen.

-m. Langd, 12. Jan. Auf eine 25jährige itn* 1 unterbrochene Tätigkeit in unserem Orte konnte in diesen Tagen unser aflverehrter Lehrer B e st znrück- blicken. Er hat sich große Verdienste um unsere Gemeinde i erworben und es verstanden, sich die Liebe und Achtung: der Einwohrrerschaft zu crringint. Zahlreich waren daher; die Aufmerksamkeiten, die ihm bei seinem Tienstjubiläum i zuteil wurden. Von der Gemeindevertretung, dem Krieger- < verein und dem Gesangverein wurden ihm Geschenke über-ß reicht, wobei Ansprachen gehalten und durch die Schüler und den Gesangverein einige Lieder vorgetragen wurden. \ Lehrer Best ist Vorstand des Kriegervereins, Tirigent des Gesangvereins, Mitbegründer und eifriger Förderer des Turnvereins und war lange Jahre Rendant der Spar- und Darlehnskasse.

-m. L i ch, 12. Jan. Freitag nacht gegen 12 Uhr wurden die Einwohner durch Feuerlärm erschreckt. Durch un­bekannte Ursache war ein in der Nähe des Städtchens im Felde sitzender Strohhaufen in Brand geraten. Da man den Brandherd nicht sofort erfamite, war die Feuerwehr ausgerückt, konnte aber wieder abziehen, ohne in Aktion getreten zu sein, da nichts zu retten war.

Kreis Büdingen.

H. Büdingen, 10. Jan. Heute abend war Gerneinde- ratssitzung. Anwesend waren Bürgermeister, Beigeordnete, 9 Ge- meinderatsmitgtieder und der Vertreter deS Fürsten. Bei einer früheren Sitzung war die Herstellung des neuen Straßen­pf l a st e r s von verschiedenen Gemeinderatsmitgliedern einer Kri­tik unterzogen und in dem Beschluß die Ausführung an ver­schiedenen Stellen als nicht fehlerfrei bezeichnet worden. Heute wird festgestellt, daß dem aufsichtsführenden Techniker kein Vor­wurf gemacht worden ist. Die Besitzerin der Villa Felsennest: ersucht um Herstellung des Zufuhrwegs zu ihrem An- weseii nebst Anbringung eines kurzen Stück Fußwegs. Tie In­standsetzung des Wegs wird genehmigt, die Art der Ausführung dem Bauausschuß überlassen. Ta die Herstellung fast nur im Interesse der Villenbesitzerin geschieht, wird sie zu einem Kosten­beitrag lwrangezogen. Dem Beispiel vieler Städte folgend, hatte der Gkmeinbcrat im vorigen Jahre eine Ehrung der in Bü­dingen geborenen, hier ansässig gewesenen und noch jetzt wohn­haften Veteranen beschlossen. Im Rathaussaale soll i eine Gedenktafel Aufstellung finden, auf der die Namen der Kriegsteilnehmer verzeichnet sind. Vom Dentinalspsleger war geraten worden, die Ausft'ihrung eines künstlerischen Entwurfs dem Maler Veite in Darmstadt zu übertragen. Gemeinderat Witte- j kind ist der Ansicht, daß dieser Austrag ebensogut dem Hauptlehrer < an der Gewerbeschule, Architekt Mockenhaupt, übertragen werden 8 könne. Der Bürgermeister erhält Auftrag, mit diesem in Ver­bindung zu treten. In Der Müll er g ässe ist durch die Neupflasterung ein Stückchen Privatgelände von der Stadt zu erwerben. Ge­meinderat Kell und Rullmann sind der Ansicht, daß hier ein Tausch stattsinden könne. Ta in der unteren Bahnhofstraße Grabengelände, das durch Zulegung verwendungsftei wird, und an das Gelände des Buchhändlers Eberling anstößt, von diesem eingetauscht werden könnte. _ Der Gaswerksvoranfchlag hat bereits dem Finanzausschuß Vorgelegen. Heute werden die Bemerkungen, die in der Ausschußsitzung gemacht wurden, an­genommen. Landwirt Friedrich Eckert I. beansprucht Schaden­ersatz für einen zu Unrecht über sein Grundstück führenden Weg.'* Es wird festgestellt, daß der Weonicht Eigentum der Stadt, sondern nur ein Gewannweg "sei und die Stadt keinerlei cam/o treffe, daß er über das betreffende Grundstück führe. Gemeinderat Kerl schlägt vor, mit dem Grundbesitzer zu verhandeln. Tie An­gelegenheit wird dem Wegbauausschuß übertragen. Zu der Ver­handlung wird Rechtsamvatt Keil zugezogen. Tie Erwei­terung des Friedhofs hat schon öfters den Gemeinderat beschäftigt. Das Kreisamt fragt wiederholt nach dem Stand der Sache an. Auch heute besteht keine Geneigtheit, sich sestzu- lcgen. Der Bürgermeister wird nur beauftragt, wenn Gelände in der Nähe des Friedhofs frei wird, es für die Stadt zu er­werben.

Scbeimeiat Dr bie je die Häb ,'jjr

Nidda, 12. Febr. Gestern abend hielt der Zweig-

verein des V. H. C. sein Familienfest im Gambrinns ab, das sehr gut besucht mar und sehr schön verlies. Der Vorsitzende, Lehrer Küfer, gab einen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins. Zur Unterhaltung trugen außer Gesangs- und Musikoorträgen zwei recht gut gespielte Theaterstücke bei. An zahlreiche Vereinsmitglieder wurden Auszeichnungen verliehen, weil sie im letzten Jahre sich an 8 und mehr Wanderungen beteiligt hatten. Mit einem ent­sprechenden Gedicht des Oberamtsrichters Römheld wurden die Wanderlustigen geehrt. Zu ihnen gehört auch der 78 Jahre alte Bahnhofsvorsteher P. Hammel, früher in Grün berg, der bei erstaunenswerter Rüstigkeit keine Wanderung in den drei letzten Jahren versäumt hat. Jedem Dekorierten batte Oberamtsrichter Römheld einen paffenden Spruch ge­widmet. Ein Tanz bildete den Schluß der Feier.

Kreis Schotten.

L ' Main:. W etwa 15( i-armstadl spn ^tammbau praktisch^' ; $ öie, Studien fi. jjnb die (Fnjct 'pauhttej hx- § p 'chailszuchl auf 3dFm/ das durch JJB wtvohl Vor '/ra Anlvendun ISWung tz.es Wuni; der ® , Gcmüs bir uns.

st. Schotten, 11. Jan. (S t a d t v o r st a n d s s i tz u n g.) Anwesend waren Bürgermeister >tromm und die Gemeinderätc Schlürb V., Zeungcs, Schlürb VIII , Weitz, Schlitt, Pröscher, Meiski und Hofmann. Geometer Gontrum hat einen großen Plan über die Stadt (Schotten im Maßstab von 1 zu 500, in dem die Wasserleitung eingezeichnet ist, angefertigt, der heute dem Stadtvorftand vorgelegt mürbe. Der Plan ist für die Siadt sehr wertvoll, da er viel übersichtlicher ist als die vorhandenen Pläne, doch hält der Stadtvorstand es für notwendig, daß auch noch die Kanalisation in den Plan eingetragen wird, ober, falls bi es nicht möglich ist, ein besonderer Plan hierüber angefertigt wird. Alsdann soll wegen Erwerb des Planes für die Stadl verhandelt werden. Gegen die Veranlagung des Wasser­geldes waren 23 Einsprüche eingelaufen, die nach Prüfung der einzelnen Fälle erledigt wurden. 15 Einsprüche wurden ab> gewiesen und bei 8 wurden die vorgebrachten Gründe, die sich auf eingetretene Aenderungen stützten, berücksichtigt und ent­sprechender Erlaß bewilligt. Besonders wurden die gegen den festgesetzten Mietwert gerichteten Widersprüche grundsätzlich ab* gelehnt, weil sämtliche Mietwerte durchaus nicht zu hoch ange­setzt seien. Auch die Leute, die die ihnen zugesaitdten Frage­bogen nicht abgegeben hatten, nmrben abgewiesen, da ihnen kein Einspruchsrecht zusteht. In der öffentlichen Sitzung wurde eine auf den Entwurf einer Ortssatzung über die Aus­führung des Quartierleistungsgesetzes vom 25. Juni 1868 ergangene Ministerialverfügung zur Kenntnis gebracht. Nach deren Jnhalt^hält das Ministerium es für besser, überhaupt keine bestimmten Sätze festzustellen, sondern einen ge­wissen Zuschlag zu den vom 9ieich gewährten Vergütungen zu bestimmen. Ferner müsse auch die vom Reich für enges Quartier gezahlte Entschädigung den Quartiergebern entgegen dem vor­gelegten Satzungsentwurf ausbezahlt werden, wenn auch die hiermit verbundenen großen Schwierigkeiten nicht in Abrede ge­stellt werden könnten. Mit Rücksicht darauf, daß das Ministerium den Erlaß einer Ortsfatzung nicht für unbedingt erforderlich hält, beschließt der Stadtvorftand, hiervon abzusehen und die zu ver­gütenden £Uiartiergciber jedesmal bei Beratung des Voranschlags festzusehen. Auf das von der Bürgermeisterei erlassene Aus-

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