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abend bei der Premiere von ,£b r i g r i" mar davon im Operettentheater nichts zu merken, auch nichts von schlechten Zeiten oder
— Eine Eingabe der An-
Zett der Not hübsche Futter -
seit
Berlin, den 13. Jan.
betrugen bis zum 1 Avril 1912 256 029,64 Mark, m hin Als der bleibt Stand am 1. April 1912 172 382 14 < ■oer
UeferjdniH betrug im Rechnungsjahr 1911' «653,55 Mark Die ffie si-l < betragen nach der Rechnung pro 1911 noch 153 796,63 krüppelt war.
Als der Raubmörder Schöne heute unter dem Wut-
die den Vögeln in der jetzigen Plätzchen bereitm.
suchte Raubmörder August Sternickel erkannt, lieber die Mordtat und ihre Folgen erhalten wir folgende Drahtnach» richten:
Der dreifache Mord in Grttvig.
Der vielbesuchte Raubmörder Sternickel verhaftet.
In dem Mörder des Gutsbesitzers Knliß wurde der dem Jahre 1905 wegen verschiedener Mordtaten ge-
** Tageskalender h'it schtchtSverein: Vortrag von
geheul einer vielhundertköpfigen Menge durch Ortwig geführt wurde, fiel es aus, daß an Schönes linker Hand ein Finger ver- . Da dieses das Merkmal des Raubmörders
wohner des Bad-Nauyeimer Weges an den Gemeinderat bezweckt die Herstellung einer Kreis st raße von hier nach Bad-Nauheim. Begründet wird die Forderung damit, daß täglich 500—600 Menschen diesen bei schlechtem Wetter chauderhaften Weg passieren müssen. Seinerzeit hatte der Kreis im Einverständnis der Stadt Bad-Nauheim diese Kreisstraße anlegen wollen, das Projekt scheiterte aber an dem Widerstand unserer damaligen Gemeindevertretung.
Mark. Für die Stromabgabe werden berechnet die Kwst. für Licht mit 40 Psg., für Kraft mit 20 Pfg. Dem Antrag Oppenheimer, im nächsten Voranschlag die Abschreibung der Kosten der baulichen Anlage von 1 Prozent £uf 5 Prozent zu erhöhen, wurde zugestimmt, ebenso dem Anträge bei Rubrik 7, die Reparaturkosten von 5000 Mark auf 3000 Mark herab?usctzen. Dessen Anträge, die Wschreibung auf 15 000 Mark und den Strompreis aus 35 Pfg. hcrabzusetzen, wurden abgelehnt, ebenso der Anttag Müller, die Zählermiete Dan 60 Pfg. auf 40 Pfg. für den Monat hcrabzusetzen. H e y d erstattete Bericht namens des technischen Ausschusses über die Besichtigung des Elektrizitäts- ' Werkes. Der Ausschuß habe sich davon überzeugt, daß eine Heizung des Lokoinobilraunies notwendig sei. In erster Linie litten die beiden Dynamomaschinen außerordentlich durch die feuchten Niederschläge bei starker Kälte. Die einmalige Aufwendung eines Geld- • betrags in der etwaigen Höhe der jährlichen Kohlenersparnis ' durch die beschlossene geringere Benutzung der Lokomobile schlage^ der Ausschuß vor zur Anlage von Heizrohren hinter der Schalt- i täfel im Lokomobilraum. Die Abdichtung des Wellblechback)es - fei unerläßlich. Die Anschaffung eines kupfernen Destilierapparates sei notioendig. Diesen Vorschlägen. wird zugestimmt. Dem Gesuche der Provinzialdirektton Gießen wegen Ausstellung von Masten für die Ueberlandzenttale Wölfersheim in der Gemarkung Butzbach soll vorbehältlich Vorlage des Projekts entsprochen werden. Der Voranschlag der Stadt Butzbach für 1913 schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 233 965 Mk. ab. Er wurde genehmigt. Das Gesuch des Ingenieurs G. I. Müller von hier wegen Verbreitung des Weges nach der Villa Werbens^»» wurde dem Bauausschuß überwiesen. Die Großh. Oberförsterei Butzbach bittet im Namen des Vorstandes des Verkehrs- imd Wandervereins um freie Ueberlassung des sogenannten Kirfchenwäldchens 1 zur Ausführung der nach dem von der Firma Gebrüder Sies- । mayer in Frankfurt a. M. entworfenen Plane vorgesehenen I Weidigs-Antage und des Weidig-Tempels. Das ' Gesuch wird genehmigt.
Leipzig, 11. Jan. Vor dem Reichsgericht tvird am 30. Jan. ein weiterer Spionageprozeß verhandelt gegen den am 2. Febr 1880 zu Bockenheim-Frankfurt a. M. geborenen Kaufmann Wil- l-clm Ewald Kiel wegen Verrats militärischer Geheimnisse.
den ganzen & bracher aud) c and) hier die fcheM, da meist in Ubeib sich bobuid) ( üb« bic Per Nnr einmal i scheint er dar melden. ,,, Sterniael flamen. Er, in Ottmig loi Plagwitz. We bisher una Khn Jahre ve einen iveiteren Gendarmen, be Sapitalverbrech
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Stadttheater. Auf die morgige 13. Dienstag- Abonncmeutsvorstellung von Ibsens Hedda Gabler sei ganz besonders hingewieseu, da sie ein Gastspiel von Frl. Riza B a'j o r vom Deutschen Theater in Berlin in der Titelrolle bringt - - Vor dem Gastspiel des W i e s b a d e u e r O p e r e t t e n t h e a t e r s mit Paul Linckcs „Grigri" am Freitag, 17. Januar, durste ein Auszug einer Wiesbadener Besprechung interessieren! „Man,, spricht oft und viel von einem Niedergang der Operette, gestern (
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. ** Auszeichnungen beim preußischen Ordens- fest. Es erhielten den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub General der Infanterie von S t r a n tz, kommandierender General des 5. Armeekorps ifrüher Kommandeur der hefineben Divipon) den Stem zum Roten 'Adler-Orben 2. Klasse mit Eiäwnlaub Generalleutnant von Linden au, Kommandeur der 16 Division (früher Kommandeur des 2. Hess. Infanterie-Regiments Nr 116) das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens Obermusikmeister, Stabs- tromDcter Wirf leb im Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart'- Regiment Nr. 25, Vizefeldwebel Konter im Ins -Regt Sbaifer Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116. 9
Aus Stadt und Land.
Gießen, 13. Januar 1913. ?
Schnee!
Am Sonntag vormittag gab es eine kleine Ueberraschüng. lieber Nacht war ein tüchtiger Schneefall cingctrcten und hatte'die ganze Natur in ein hübsches weißes Kleid gehüllt. Und nod) längere Zeit rieselten die weißen Flöckchen herab und da die Temperatur ziemlich kalt ist, ist mit einer längeren Dauer der Schneedecke zu rechnen. Vor allem machte sirf) die Jugend den Schneefall zu nutzen, da und dort tauchten die Rodelschlitten auf und manche lustige Schneeball-Schlacht wurde geschlagen. Tie benachbarten Rodelbahnen wurden am Sonntag nod) in Betrieb genommen und fanden viel Zuspruch. Auch zahlreiche Zuschauer erfreuten sirf) an dem fröhlichen Treiben. Tie Besud)er des Schiffenberges batten die besondere Freude, sich an den Hebungen hiesiger Schncc- schuhläufer zu erfreuen, die diesmal wegen der Kürze der Zeit nicht mehr zum Hoherodskopf gelangen konnten und sich deshalb hier in der Nähe einen Ersatz suchten. Zahlreiche Schlittenfahrten wurden gestern nachmittag ausgeführt. Ueberall ertönte das lustige Geklinget der Schlittengespanne, am meisten vielleicht auf dem Wege nad) Arnsburg, das ja von jeher das beliebteste Ziel für Wagen- und Schlittenausflüge von Gießep aus ist. Während so ein Teil der Menschheit nur Vergnügen an dem Schnee hat, haben andere Leute nur mühevolle Arbeit davon. Tic Bürgersteige und Straßenübergänge müssen gangbar gemacht werden. Es sei anerkannt, daß dies gestern in ausreichendem Maße und frühzeitig geschah, so daß der Sttaßenverkehr nicht behindert mar. Viele Schwierigkeiten hatten auch Unsere Straßenbahner zu überwinden. Die Schienen mußten durch Salz schneefrei gemacht werden, was bei der Größe des Netzes eine recht beträchtliche Arbeitsleistung darstellt. Wenn aud) im Anfang der Betrieb cttvas gehemmt war und Verspätungen sid) einstellten, gelang es der Verwaltting und den Straßenbahnern bald, die regelmäßigen Fahrzeiten einzuhalten. Am übelsten sind bei einem Schneefall unsere kleinen gefiederten Lieblinge daran. Möchten sich recht viele helfende Hände finden,
m. Ober-Mörlen, 12. Jan. Rasch hintereinander sind die Eheleute Heinrich König XII. und Frau int Tode gefolgt. Der 88 Jahre alte Ehemann wurde am 4. Januar, die 86jährige Ehefrau am 10. Januar beerdigt, so daß sie auf dem Friedhöfe nebeneinander zu liegen kamen. Das hochbetagte Ehepaar hat vor zwei Jahren seine diamantene Hochzeit gefeiert, wohner des Bad-Nauyeimer
Kreis Friedberg.
in Butzbach, 11. Jan. Gemeinderatssitzung vom IO- Januar. Anweiend: Bürgermeister Flach, die Beigeord- und Heck: die Gemeinderatsmitglieder Grauer, JCS' ^bbenbenner, Tröster und Dr. Vogt.
Jaia '®raubad)- Der Voranschlag des Elektrizitäts-
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11 9J 2. 5t, 6:8., Acht u. Gas, ne hrcgelmann, i
** Totgestürzt. In einem Hause der Süd-Anlage ist heutel vormittag. 11 Uhr das Dienstmädchen Marie Rühl beim Fensterputzen aus dem zweiten. Stock vom Fenster herunter gestürzt und blieb sofort tot.
Landkreis Gießen.
b- Wieseck, 12. Jan. Am Montag abend 8 Uhr findet eine Gemein de ratssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Prüfung der Rechnung für 1911; 2. Die Neubesetzung der Gemeinde-Einnebmerstelle vom 1. April 1913 ab; 3. Gesuch des Ludwig Krieger um Benutzung von Ge- ineindegelände am Badenburger Weg zur Errichtung einer Sandgrube: 4 Baugefuch des Friedrich Bellos am Lichtenauer Weg; 5. Gesuch des Karl Doch III. um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankmirtschcnt. — Die von dem Kegelklub „Gut Holz" auf beute anberaumte Hauptversammlung beschloß, das fünfzehnjährige Stiftungsfest in größerem Maß- •lobe zu feiern; als Festtage wurden der 14. und 15. Ium bestimmt.
— Steinberg, 12. Jan. Am Sonntag, 19. Jan., feiern der Gesangverein Jugendfreund und der Turnverein Steinberg im Gasthause „Zur Krone" ihr Winter- vergnügen mit Gesangyoorträgen, Konzert und Theater.
— Dau bringen, 12. Jan. Der Männer-Turn- verein Dau drin gen hielt am Samstag, 11. Januar, seine Hauptversammlung ab. Die Nechnungsablage schließt mit einem Barbestand von Mk. 531,27 ab. Der Verein besteht 7 Jahre und besitzt 1500 Mk. Vermögen. Die Vor- itandswahl ergab: 1. Vorsitzender Emil Schäfer, Zigarren- abrikant, 2. Vors. H. Carle, Mühlenbesitzer; Rechner Ludw. Vogel, Bautechniker; 1 Turmvart W. Lehr, Geometer 2. Kl., 2. Turmvart W. Rudolph; 1. Schriftführer Wilh. Schäfer,' Geometer 2. Klasse, 2 Schriftführer Gg. Dort; Zeugwart L. Herzberger und Beisitzer Karl Weimer.
,= Langsdorf, 11. Jan. In der heute bei Hch. Schäfer V. abgehaltenen Hauptversammlung des Ziegenzuchtvereins würbe Herr Konr. Schäfer II. zum Ehrenmitglied ernannt.
2iuslatifc.
Zu Ehren des scheidenden Botschafters v. Jagow gab der italienische Minister des Aeußern Marquis di San Giuliano in der Confulta ein offzielles Abschi^dsessen, an dem die in Rom auw es enden Botschafter mit ihren Gemahlinnen teilnahmen.
Rücktritt des französischen Kriegsmini st er s.
Ter französische Kriegsminister M i l l e r a n d hat vor einigen Tagen den aus der Trepfuß-Apäre bekannten Oberstleutnant Paty de Elam wieder in die Armee eingestellt. Tie deshalb in der Bevölkerung entstehende Aufregung veranlaßte den M i - n ist errat, zu der Sad)e Stellung zu nehmen. Ta das^Mini- fterium gegen die Wiedereinstellung Pabtzs de Elam Stellung nahm, trat Kriegsminister Millerand zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Kolonialminister Lebrun ernannt.
W i e man in China Aussätzige behandelt.
Ein Brief der katholischen Mission aus H a i n i n g (Provinz Kwangsi), datiert vom 14. Dezember, schildert d i e grausame Tötung vo n 39 Aussätzigen auf den Befehl der Provinzial behörden. Tie Aussätzigen leb-; t?" ^'■‘'fang int Walde, wenige Meilen vom Weichb'ld der Stadt. Angesichts ihrer erbarmungswürdigen Verlafsenhttt suchten die kati>t scheu Patres um die Erlaubnis nach, aus eigene Poften eine Z u f l u chts stä t t e für sie zu errichten. Tie Behörden schlugen dies zunächst ab, später erteilten sie scheinbar die Ge- nehmigmig, ließen aber auf dem Paradefeld vor der Stadt eine Grube graben, ihren Boden mit Petroleum getränktem Holz bedecken und, nachdem sic d a s H o l z angezündethatten, bieahnungslosenAus fähigen mit dem Bajonett in die Grube hineintreiben, wo sie in Gegenwart einer großen Menge in den Flammen um feinen. Außerdem wurden Belohnungen für die Entdeckung nod) anderer Au.ssätziger ausgesetzt. Seitdem wurde wieder ein Kranker ergriffen, den man erschoß. Der Tutu erließ eine Bekanntmachung, in der den Aussätzigen Verbrechen vorgeworfen wird, ohne daß der geringste Beweis für diese Verbrechen vorliegt. Tie Behörden gehen so weit, sich ihrer Taten nod) zu rühmen.
der» ReichsLagsabg. Chrysant, Bäckermeister in Dann (Ztr.); den Adler der Ritter des Hausordens der Hohenzollern dem bisherigen Reichstagsabg. Geheimen Regierungsrat Dr. Kolbe, ProvinKialschulrat in Danzig (Reichspartei).
Eine Zusammenkunft zwischen dem Kaiser und dem König von Italien.
Wie die „Berliner Neuesten Nachrichten" melden, wird in Rom amtlich bestätigt, daß Kaiser Wilhelm im Frühjahr, wahrscheinlich Mitte März, mit dem König von Italien eine Zusammenkunft haben wird. Ter Kaiser wird auf feiner Reise nach Korfu in Genua kurzen Aufenthalt nehmen.
Die Ausprägung von 2 5 Pfg.-Stücken ttrirb nicht eingestellt werden, wie erst kürzlich in der Presse gemeldet wuroe. Vorläufig sollen noch für 1913 für 1354 750 Mk. dieser Münze ausgeprägt werden. Erwägungen, ob man diese Münze wieder eingehen und anders gestalten soll, werden erst in einem späteren Zeitpunkte angestellt werden.
Der ReichsLagsabg. Dr. Becker legt sein Mandat nicht nieder.
Wie die „Wormser Zeitung" meldet, sei der Reichs- tagsäbgeordnete B e ck e r - Bingen-A'zey (Natl.), einer Aufforderung des Wahlkreisausschusses entsprechend, entschlossen, sein Mandat nicht niederzulegen, sondern dies der Entscheidung des Plenums zu überlassen.
Montag: Ob erb es?. 6)e- c , v m . Bros. Dr. Rauch: Tie Kaiser-
lüal.i Karls des Kronen zu ilugelheim. Abends Uhr im Hör- faale 2 des Kollegiengebaudes.
von einer Einwirkung des drohend bewölkten Horizontes der äußeren politischen Lage. Ein derartig übervolles Haus hat man seit den Premieren der „Lustigen Witwe", des „Walzer- trauins" und der „Dollarprinzessin" nickt erlebt. Viele mußten an der Kasse umkehren. — Was an der Grigripremiere so außer- orbentlid) zog, ob die Eigenschaft Paul Lindes als der beliebteste und e.,'olgreichste reichsdeutsche Walzerkompwnist, oder der gute Ruf der Grigri vorausging — wir wollen das nicht entscheiden. — In dieser neuen Operette wird alles geboten, was man sich von einem Opus dieser Art wünschen mag, es enthält Handlung, Witz, Pointen, es bietet eine Fülle gelungener Einfälle und vor allen eine reizende Musik. Eine ganze Reihe von Siebern, Walzern, Marschrnelobien Twosteps haben förrn- lid) „einyeschlagen": am meisten wohl bas Duett „wenn im Lenz bie Knospen sprießen" mit folgenbem Tanz, das dreimal gesungen werden mußte, uss."
** D e r O r t s g e w e r b e v e r e i n veranstaltet morgen abend seine dritte Monatsversammiung für dies-.n Wi iter. Der u. a. vorgesehene Vortrag des Gewerbelehrers Gar- non über „Der kunstgewerbliche Unterricht an unserer Gewerbeschule" wird unter Vorführung zahlreicher Arbeiten den verschiedenen Handwerkszweigen reiche Anregung für ihre eigenen Arbeiten geben.
. ** D e r jährliche Po st Wertzeichen verbrauch im Reichs-Postgebiet ist jetzt auf über 5 Milliarden Stück angewachsen. Ter größte Anteil am Gesamtverbrauch mit 1,9 Milliarden oder 37 Prozent entfällt dabei auf die 5-Pfennig- Marke. Weitere 26 Proz. werden an 10-Pf.-Marken und 16 Proz. an 3-Pf.-Marken abgefetzt. Das gewaltige lieber» gewicht der 5-Pf.-Marke über alle anderen Postwertzeichensorten erklärt sid) außer burd) ihren großen Absatz im Ortsverkehr hauptsächlid) burd) bie immer mehr zunehmenbe Verwenbung von Postkarten, ohne Freimarkenstempel. Der Anteil ber 10-Ps.- Marke am Gesamtverbrauch, der in früheren Jahren zurückging, steigt neuerdings wieder, worauf die 1909 eingetretene Ermäßigung des Portos von 20 auf 10 Pf. für die auf dem unmittelbaren Seewege beförderten Briefe der ersten Gewichtsstufe nach den Vereinigten Staaten von Amerika zweifellos von (Sin» lluß gewesen ist. Während der Verbrauch an Freimarken zu 30 und 80 Pf., 1 Mk. sowie besonders zu 2 Mk. in den letzten fünf, Jahren ganz erheblid; zugenommen hat, ist die Zahl der abgcsetztcn gestempelten Postkarten infolge der dauernden Zunahme des Ansichtskartenverkehrs um 3 Proz. jährlich zurürf- aegangen. Bei der gestempelten Postanweisung zu 20 Pf. ist der Rückgang im Absatz noch größer, weil sie seit 1909 mehr und mehr durch die Zahlkarte des Postscheckverkehrs verdrängt wird. Auck) im Berliner Rohrpostverkehr verwendet das Publikum neuerdings in wachsendem Umfange entsprechend frankierte gewöhnliche Postkarten und gewöhnliche Briefumschläge an Stelle der käuflichen mit dem Wertstempel bedruckten Rohrpostkarten und Rohrpostbriefumschläge. Durch bie reichseigeneii Postwertzeichen- Automaten werben jetzt jährlick; 81 Millionen 5-Pf.- unb 10-Pß- Marten unb Postkarten abgesetzt.
** Auswanderung nach Brasilien. Es kommt häufig vor, daß brasilianische Familien von Deutschland aus Dienstboten, Gouvernanten u. dergl. mit nach Brasilien nehmen. Ist über das Dienstverhältnis ein, schriftlicher Vertrag gemacht worden, so hat er in Brasilien nur dann Gültigkeit, wenn er von einem in Deutschland amtierenden b rch s i l i a n i s ch e n Konsul legalisiert worden ist. Eine solche Legalisation unterbleibt jedoch fast immer und zwar wegen durchaus entschuldbarer Unkenntnis des Dienstboten. Wenn es dann später in Brasilien zu Differenzen zwischen Herrschaft und Dienstboten kommt, so ist letzteren der Vertrag völlig nutzlos. Da es zudem eine Dienstbotenordnung, Gesinoerecht oder dergl. in Brasilien nicht gibt und jeder Tienstbote »jeden Tag ohne Anspruch auf En schädigung sofort entlassen werden kann — allerdings steht ihm selbst das entsprechende Recht zu, jederzeit zu gehen —, so ist ein ausländischer Dienstbote einer sofortigen Entlassung gegenüber völlig rechtlos. Wenngleich es ihm nun, selbst beim Vorliegen eines konsularisch legalisierten Vertrags, bei den brasilianischen Justizverhältnissen in den meisten Fällen unmöglich sein wird, seine Rechte im Prozeßwege geltend zu machen» so gibt doch ein formgerechter Vertrag immerhin eine Handhabe, gegebenen Falls einen gewissen Truck auf die Herrschaft auszuüben.
L. Friedberg, 12. Jan. Gestern abend feierte der Musikverein (gemischter Chor) im Hotel Trapp sein Stiftungsfest. Außer den hiesigen Mitgliedern waren viele Herren aus Darmstadt und Gießen anwesend, die einst Mitglieder dos Vereins waren. — Gestern ging die schriftliche Entlassungsprüfung im Unterseminar zu Ende. Tas Hauptthema des literarischen Aufsatzes lautete: „Iphigenie auf Tauris".
h. Rendel, 12. Jan. Landwirt Johann Jakob Schäfer feierte gestern mit seiner Ehefrau das goldene Hochzeitsfest. DaS Jubelpaar erfreut sich einer ausgezeichneten Rüstigkeit.
Hessen-Nassau.
nc Hanau, 11. Jan. Heute vormittag weilte der Generalinspektor der Verkehrstruppen, Freiherr v. Lyncker,^ in der Kaserne des hiesigen Eisenbahn-Regiments zwecks Informationen über die Typhuserkrankungen.
Frankfurt, 12. Jan. Das Trio, das in den letzten -tagen in Mainz und Wiesbaden Straßen- und Labenräubereien begangen hat unb bas am Freitag sein Gastspiel in Frankfurt durch drei Raubanfälle eröffnete, hat n. d. Frkf. Ztg. in ber Nacht zmrn Sonntag seinen dreisten Taten zwei neue hinzugefügt. Es sind junge Burschen, die recht gut gekleidet sind: sie haben Revolver, drohen mit der Waffe, machen aber, auch ivenn sie Widerstand finden, keinen Gebrauch. Die Raubanfälle, die sie neuerdings begingen, wurden in zwei von einander weit entfernten Stadtteilen verübt. Der eine Fall trug sich im Weßend zu. Ein Chauffeur hatte am Samstag abend gegen neun Uhr seine Braut in der Mhliusstraße zu einem Spaziergang abgeholt. Als das Paar zwischen der kleinen Wiesenau und der Friedrichstraße weilte, traten plötzlich brei Männer heran. Sie zogen Revolver heraus unb riefen: „Hänbe joch! Das Portemonnaie heraus!" Der Chauffeur rief um Hilfe, eine Braut ergriff bie Flucht unb lief, gefolgt von bem einer Räuber, nach der kleinen Wiesenau. Es gelang ihr zu ent- bmmen Der Chauffeur rief den beiden zurürfbieibenden Bur- djen zu: „Schieße ja keiner, sonst schlage ich ihn kaput." Dem einen, ber ihm gegenüberftanb, gab er einen Fauststoß vor die Brust, daß er zurückflog. Diesen Augenblick benutzte der Chauffeur, um zu fliehen. Der Chauffeur, der 220 Mk. bei sich trug, eilte in bie Mhliusstraße in bas Haus, wo seine Braut biente, bewaffnete sich dort mit einem derben Stock unb machte sich an bic Verfolgung ber Räuber, die aber ergebnislos war. Der zweite Fall trug sich gegen 31/* Uhr nachts in der Paul-Ehrlich- Straße zu, als fick; ein Techniker nach Hause begeben wollte. Ein Mann trat plötzlich vor ihn und sagte: „Die Börse ober..." unb hielt ihm einen Revolver vor bas Gesicht. Der Techniker brehte sich um, um zu fliehen, da ftanb ein zweiter Mann vor ihm unb hielt rin dolchartiges Messer sttchberrit. „Portemonnaie raus", hieß es^ wieder, und ber Ueberfallene kam ber Aufforbe- rung nach. Er gab bie fünf bis sechs Mark enthaltende Börst hin. Der eine der Straßenräuber nahm das Geld an sich und gab das leere Portemonnaie zurück.
ic. Fulda, 12. Jan. In Anerkennung seiner Verdienste um den Kreis Fulda hat der KreiSauSschiiß beschlossen, dem früheren Landrat deS Kreises, jetzigen Vorsitzenden des Oberversichernngsamts in Wiesbaden, OberregierungSrat Springorum, eine Ehrengabe zu widmen und ein prachtvolles Kaffeeservice gewählt, auf deffen einzelnen Stücken Abbildungen auS dem Kreise angebracht sind, wie: Fulda. S;adtschloß, Orangerie, Schloß Adolfseck, Bad Salzschlirf, Schloß Bieberstein usw. Eine Abordnung wirb diese Ehrengabe demnächst in Wiesbaden überreichen.
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