Ausgabe 
10.4.1913 Erstes Blatt
 
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Nr. 83

Erster Blatt

H65. Jahrgang

Donnerstag, KO. April K9K3

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Der «iehener Anzelgrr erscheint tätlich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich EiehenerZamiiirnblätter! aroeimal wöchentl.BreiS: blatt für den Ureis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl- Land­wirtschaftliche Zcitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

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Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

Die Versöhnung in Homburg.

Die Versöhnung zwischen Welf und Hohenzollern soll <m biefcnt Donnerstag in Homburg v. d. Höhe endlich zu­stande kommen. Im Schlosse btrr Landgräfin von Hessen ist .der Herzog von Cumberland mit dem Prinzen Max von Baden zu Gaste. Dort wird auch, wie verlautet, die erste Aussprache zwischen Kaiser und Herzog heute statt- finden. Zweimal, in Kopenhagen und in Schwerin, waren Begegnungen des Kaisers nrit dem Herzog von Cumber­land geplant. Llder von Kopenhagen kehrte der Herzog seinerzeit unter dem Vorwand einer Masernerkrankung nach (Shmiirbcn zurück, und Schwerin verließe er in unverhohlen feindlicher Absicht. Mit der Zähigkeit des Glaubens an seine monarchische Selbstherrlichkeit, der schon seinen Vor­gängern auf dem hannoverschen Thron innewohnte, hat der Enkel des Königs Ernst August, der Sohn Georgs V. an dem Protest pogen Preußen festgehalten. Noch im Dezem­ber 1906 hat der Herzog von Cumberland feierlich erklärt, daß erseine Ansprüche auf die Krone Hannovers nicht auf­gegeben" habe und auch in Zukunft ihre Verwirklichung er­stirben werde; nicht durch Verleugnung und Selbsterniedri gung wolle er sich den Einzug in die S>tadt Heinrichs des l?owen erkaufen.

Unterdessen hat sich in den höfischen Beziehungen so manches geändert. Als Prinz Max von Baden die Prin­zessin Marie Louise von Cumberland, die Tochter des Her­zogs Ernst August, von Gmunden nach Karlsruhe als Gattin heimführte, sah man bereits in dieser Verbindung die An­bahnung eines besseren Verhältnisses zwischen dem Hause HohenHwllern und der entthronten Dynastie von Hannover. Seitdem Prinz Max, der künftige Erbe des badischen Thrones, eine inoffizielle Verbindung Hvischen Gnmnden und Berlin hergestellt hatte, die später nach der Verheira­tung >der anderen Prinzessinnen von Cumberland mit dem Gcoßherzog von Mecklenburg-Schwerin, dem Bruder der Kronprinzessin Cäcilie, verwandtschaftlich noch enger ge­worden ist, hat sich die Annäherung sichtbar vollzogen. Der zweite Sohn des Herzogs von Cumberland, P r i n z E r n st August, trat in das bayerische 1. Schwere Reiter-Regi­ment ein und wurde in diesem Winter der Bräutigam der deutschen Kaisertochter.

Auf den zwei Augen dieses Prinzen steht heute die tausendjährige Dynastie der Welfen, nachdem ein Unglücks­fall den ältesten Sproß aus dem Hause Braunschweig-Lüne­burg, den Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland int vori­gen Jahre jäh dahingerafft hat. Wieviel tragisches Ge­schick waltet über den Nachkommen des Hauses Wels, das bis in die Zeiten des Sachsen Wittekind zurückging und unter Heinrich dem Löwen das oftelbische Slawenland eroberte und kultivierte, aus dem ihm dann die Widersacher und Vernichter erstanden'. Nach der Kapitulation von Langen­salza hatte der letzte König von Hannover Georg V., mit edler Würde sein Blindheitsleid tragend und nicht ohne Heldensinn, seine letzte Zuflucht in Oesterreich gefunden, dessen Minister Mennsdorfs ihm vor dem Kriegsausbrüche gedroht hatte:Wenn er nicht zu -Oesterreich halte, so höre

es auf mit seiner tausendjährigen Dynastie". Hannover büßte die falsche Politik seines Königs mit dem Verlust der Selbständigkeit. Unversöhnlich wie Heinrich der Löwe gegen den Hohenstaufcnkaiscr, blieben auch der blinde König und sein Sohn, der Herzog Ernst August, bis endlich nach der Verlobnttg des Welfenprinzen in Karlsruhe die Depesche ans Gmunden flog:Wir flehen zu Gott, daß der Bund dieser deutschen Fürstenkinder, der aus eigenster Neigung entsprungen und mit dem Segen der Eltern geschlossen ist, gedeihen möge zum Segen der Verlobten und unserer beiden Hauser. Ernst August".

Die braunschweigische Frage ist durch alle Formali­täten und Entspannungen zwischen den Hösen und den fürstlichen Personen nicht erledigt. Sie ist in hohem Maße politisch, weil sic das ganze staatliche Gefüge deS Deutschen Reiches betrifft, und sie duldet keine Unklarheit. Durch den einstimmig gefaßten Buudesratsbcschluß vom 28. Februar 1907 ist mit Nachdruck festgelegt, daß kein Mit­glied des Hauses Cumberland in Braunschweig regieren darf, so lange noch irgendein Mitglied dieses Hauses bei Ansprüchen citf Hannover beharre. Das heißt: Nicht eine verschleierte Abdankung, sondern ein öffentlich-rechtlicher Widerruf des Herzogs von Cumberland ist zu fordern, wenn nicht die staatsrechtliche Grundlage in Braunschweig und Hannover zu schweren: Schaden des Reiches erschüttert wer­det: soll. Der Bundesrat ist jederzeit in der Lage, seinen vor sechs Jahren in der braunschweigischen Erbfotgcftage gefaßten Beschluß unrzustoßen und einet: neuen zu fassen, wenn sich die Verhältnisse geändert haben. Macht der Cumberländer seinen Frieden mit dem Kaiser, so kann der Prinz in das alte welsische Stammland zurückkehren und von oer Burg Heinrichs des Löwen in Braunschweig Besitz ergreifen. Aber der Friede muß offen nnb öffentlich ge­schlossen werden. Auch die politische Welt hat ein Recht darauf, bei der Versöhnung in Homburg mitzuwirken und E-arantien nach Hause zu tragen.

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Bad Homburg, 9. April. Der Kaiser machte heute vormittag einen Spaziergang und besuchte die Hohe Mark. Die Prii^essin Viktoria Luise und der Prinz C r n st A u gu st find heute in Frankfurt zur Frühstückstafel bei dem Prinzen und der ^Prinzessin Friedrich Karl von Hessen geladen.

Bad-Homburg, 9. April. Der Kaiser besuchte auf seinem heutigen Nachmittagsspaziergange die Saal-- burg und besichtigte dabei mit großem Interesse eine rö­mische Getreidemühle, welche vom Baurat Ja­kobi rekonstruiert mordet: ist. Die Rekonstruktion war möglich, nachdem in: vorigen Jahre auf Castell Zugmantel in einen: Brunnen des zweiten Jahrhunderts das ganze Getriebe und zwei Mühlsteine einer solchen Mühle gefun- den worden waren. Tas Getriebe, der Vorläufer der heu­tigen Zahnräder, wird von den: altrömischen Schriftsteller Vttruvius genau dem Fund entsprechend beschrieben. Die Rekonstruktron ist in natürlicher Größe hergestellt.

Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, verbleibt in Frankfurt, um morgen mit feinen Eltern hier­her zurückzukehren.

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Die Wehr- und Deckuugsvorlagen im Reichstag.

Berlin, 9. April.

Der Reichstag hat heute die erste Lesung der Wehr- Vorlage zu Ende geführt und diese dann an den Budget­ausschuß überwieset:. In die Beratung griffen sowohl der Krieg s Minister als artch der Reichskanzler noch einmal ein, und zum Schluß gab es sogar noch einerecht dramatische Szene, deren Ursache der Zentrums- general Häusler war.

Zunächst hielten die Abgg. Dr. Doormann (Vp.h Hacgy (Ns.), Wer n e r-Hersfeld (Ref.) und Dr. Frank (Soz.) die übliche Nachlese, ohne daß ein neues Moment zutage getreten wäre. Höchstens Herr Frank beanspruchte einiges Interesse, besonders, als er sich mit dem Zentrum auseinandersetzte und diesem allerlei Anträge seiner Par­tei ankündigte, damit sich zeige, ob es dem Zentrum mit seinen Neformversprechungen auch ernst ist. Der Reichs­kanzler beabsichtigte, zwei Punkte richtig zu stellen, in denen er sich mißverstanden glaubte, Einmal verwahrte er sich dagegen, daß er von einer zu erwartenden Ausein- anderfehung zwischen Slawentum und Germanentum gi> sprachen habe; er habe vielmehr nur die pcrnslaw:sti.scbe:r Strömungen im Ange gehabt; mit der flämischen Rasse als solcher habe das nichts zu tun. Zum zweiten stellte der Kanzler den Zeitpunkt der Entstehung der Wehr­vorlage richtig. Nicht der Wehrvercin habe sie ver­anlaßt, es könne auch nicht von einer Kapitulation vor dem Generalstabe die Rede sein, vielmehr habe er sich im November v. Js. überzeugt, daß neue Rüstungen für uns notwendig sind. Diese Ueberzeugung sei von: Kriegsminister sowie vom Chef des Generalstabs geteilt worden. Alsbald seien auch die Vorarbeiten in die Hand genommen worden. Der Entschluß sei entstandet: aus dem Verantwortungsgefühl für die Sicherheit unserer Zukunft. Herr v. Bethmann schloß mit dem Hinweis, daß die Be­ratung gezeigt habe, daß die große Mehrheit der Parteien sich von dem gleichen Gefühl der Verantwortlichkeit leiten lasse.

Damit wäre eigentlich die Aussprache zu Ende gewesen. Aber Herr Häusler geriet ob feinersachverständigen^ Kritik mit dem bayerische:: Militärbevoflmächtigten Gene­ralmajor Wenninger zusammen, und den Braten ließ sich die Sozialdemokratie nicht entgehen. Der bayerische General setzte nämlich in die militärische Sachverständig- leit des Herrn Häusler erhebliche Zweifel, insbesondere glaubte -er ihm sagen zu müssen, daß seine .Kritik an unserer Artillerie und Kavallerie unrichtig sei. Soweit hätte die Sache, keinen Anlaß zu Weiterungen gegeben, aber Herr Wenninger fügte seiner Kritik die Bewertung an, daß Herr Häusler mit seinen Ausführungen nicht den Beifall dec eigene:: Parteifreunde, sondern den der äußersten Linken gefunden habe. Dieses Wort war für die Genossen das Signal zu einem gewaltigen Lärm, und, als ob es sieb um einen der Ihrigen handelte, sprang Herr Lcdebour zur Tribüneempor, um dem bayerischen Bevollmächtigten zu bedeute::, daß es ihn ganz und gar nichts augeht, auf Melcher Seite ein Abgeordneter seinen Beifall holt. Und als dann der Generalmajor auf seinen Standpunkt be-

3m Herzen der heutigen Albanien.

Einen wertvollen 'Einblick in die Verhältniffe des heutigen Albanien gewähren die Berichte des bekannten mnerckamschen Journalisten Pwck Scott Mowrcr^ der. ui Begleitung des Universitätsprofessors Stephanow aus K^opta in den letzten Wochu: eine Reise durch die unwegsamen Gebirgsgegenden des v IM mnstrittenen Albanien angetreten hat. Er drang von Monastir nach Afrika vor nnb von dort über d:e Bergkette nach Elbassan: die interessantesten von seinen Schilderungen, die letzt m der Illustration veröffentlicht werden, gewähre:: ein ^charakteruNsches Bild von den Zuständen dieses von den werben besetzten Mttttu

*(finc bittere Zukunstssorge erfüllt die Herzen der slawischen Bevölkerung in dieser Gegend: werden sie^Serben oder Bulgaren werden. Denn das Land ist von den arbeit besetzt und du Eroberer zögern nicht mit der Erklärung, daß. sie unter allen Umständen bleiben werden. In ihren Augen ist die Ssnze Bcvölke- runa serbischen Urspnmgs, wenn auch btc Bauern und Bewohne: sich selbst bis auf wenige Ausnahmen als Bulgaren betrachtem Bulgarisch wollen sie werden: und :n der Tat, die ^tadt Oknda ist durchaus nicht albanisch, wie m der Fremde lebnüw albanische Politiker das vorgeben, sondern seit jeher ein 3entrinn slawischer Kultur. Jetzt aber sind die Serben eifrigam> Werke, du Tat­sache zu verheimlichen und zu unterdrücken, daß die überwältigende Mehrheit der Bevöll^erung bulgarisch spricht und daß ihre S Hw sucht nach Bulgarien gerichtet ist." Die Erfahrungen uno Aus schlüssc, die Mowrer in seinem Verkehr mit der Bevölkerung gewann, sind recht ckiaralteristtsch Eine der Lauptunterlcksaede der verwandten serbischen und bulgarische:^ Sprache s'M> du Enduligen der Eigennamen; was :m serbischen aus it>ch endet endet im Bulgarische:: ans ew ober ow. In Okrada haben die Serben den Komitatschi Tschnlew zum Polizciches gemacht; ber neue Beamte mußte gestehen:Du werben nwigenl sich durchaus, uns unsere wirklichen Nanteii zu geben on' nennen meinen Freund Manew einfach Manowttsch und ich kann ^hnen mein Ernennungsdekret Mgen, in dem man mich statt Tschulew Peter Tschulewitsch getauft hat." llnd ein Besuch bei i)cm greifen würdigen bulgarischen Bischof Okridas bestätigte diese Vorgänge und ihre Tendenz. Der Bischof hatte bisher beim1 Gottesdienst stets für alle vmbündeten Balkankönige gebetet. Vor kiuzem erhielt er einen Befehl vom serbischen Kommandanten: im (bebet dürfen fortan nur König Perer und der serbische Krvnprmz erwähn werden Aus eine Beschwerde yichte der serbische Kommandant dann seinen Originalerlaß zurückzuerlangen. Abend/ so

berichtet Mowrer weiter,sprach ich dann mit einem befminbeten serb.'schen Offizier über diesen Antagonismus in der Bevölkerung Otridas. Er lachte und meinte:Es gibt nichts Verivirtteres. Allein in dieser Stadt gibt es rin halbes Dutzend serbischer Schulen, 4 oder 5 bulgarische Schulen, ein paar griechische und Mich-lich eine walachische oder rumänische Schule. Und lebe

Nationalität will das Uebergewicht haben." Mowrer entschloß sich, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, und das Ergebnis seiner genaueren Nachforschungen war, daß es in der Stadt 8 bulgarische, eine griechische, eine walachische nnb eine serbische Schule gibt, und daß die serbische SclMle nur 3 Schüler ausweist.

Aber im1 neuen Albanien kämpfen die Serben nicht nur gegen die Bulgaren, sonder:: vor allem auch gegen die Albanesen. Sitten, Bräuck-e und Charakter dieses Volkes müssen für jeden Versuch einer geordneten staatlichen Organi­sation gewaltige Schwierigkeiten bieten. Schon ihre Lebensge­wohnheiten bringen das mit sich; dieses rauhe Bergvolk führt im wesentlichen das Leben eines Hirtenvolkes. _ Die Mbanesen können nicht lesen, nicht schreiben, haben wenig geschichtlich^ Ueber- lieferiuigen unb gar keine Kultur, sind noch heute bei aller Gast freibeit ein Kriegsvotk unb ein Menschenleben gilt ihnen wenig. In Okriba selbst spielen bie Albanesen keine Rolle, aber oben zwischen ben Felsen ber westlichem Berge haben sie sich eingeniiiei nnb führen eine Art Kleinkrieg gegen bie serbischen Eroberer. Denn Krieg scheint ihre eigentliche Beschäftigung unb ihre einzige Unterhaltung. Die Türken wußten das und ließen 'sie gewähren, respeltterten den trotzigen Fi-eiheitssinn diig'es Volkes sogar vis zn dem Grade, daß mau die Albanesen von der Steuer unberührt ließ, Unb ihre Vnbrechcn blieben unbesttast: Von einer Regierung ober einer staatlichen Verwaltung haben sie keine lebeiwigere Vorstellung als die Wölfe. Den Türken waren sie nur gut genug, um an der Spitze türkischer Regimenter gegen den Feind zu stürme::, beim ihre wilde Tapferkeit kennt keine Grenzen. Einem modernen frecre gegenüber sind sie im' Nachteil: denn ihr Trotz und ihr Stolz lassen sie in: Kampfe jede Deckung verschmähen, und nur mit Mühe sind sie dazu zu überreden, anders als auftechtstehend zu schiesnm. Aber oben in den felsigen Gebirgen sind sie in ihrem1 Elemente, dort wetteifern sie mit ihren Ziegen an Kletterlünsten, unb von dort ans stellen sic immer loicbcr iben serbischen Eroberen: Fallen.

Dieses albanische Gebirge mit seinen Bewohnern ist unzweifel­haft das wildeste Land Europas und war dabei noch obenbrein seit langem Gegnrstand politischer Intrigen. Noch vor wenigen Jahren konnte sich jebc albanesische Hütte rühmen, wenigstens brei ober vier m'obernc Schnellfenergewelwe zu besitzen. Denn jebc in Albanien interessierte Nation rüstete heimlich bie "^nbanicr mit Waffen aus. Da kam ber italienische Agent, sprach für Italien und ließ sein Gewehr zurück. So famen nacheinander ber Serbe, der Oesterreicher und zugnterlef-t der Türke: und jeder brachte ein Gewehr, in der Hoffnung, bei einem Kampfe bie Mbanier für sich gewönne:: zu haben.

Zwei Tage vor der Mreise Mvwrers von Okriba waren in den Bergen ein serbischer Offizier mit 10 Mann von Albanesen angegriffen unb bis yum letzten Mann nicdergemacht worben; Wan hatte ein ganzes Regiment ausgesanbt, um die Mbanesen zu züchtige::, aber die kriegerische:: Bergbewohner hatten sich zu- samwengecottet, (egten in einer Schlucht ben Truppen eine::

Hinterhalt unb fügten ihnen fürchterliche Verluste zu. Kein Wnn- ber, baß die Serbe:: den beiben Reikenben von der Fortsetzung des Rittes abrictcn unb Mowrer und Stephanow ohne Eskorte ziehen ließen. *

Z irkus Reinhardt." Nicht Mar Reiubarbt. wie früher gemelbet, sondern eine neugebildete Aktiengesellschaft. er­wirbt benZirkus" Schumann für Reinharbt. DaS Aktien­kapital wirb ungefähr zwei Millionen Mark betragen, 300 000 Mark sollen für den Umbau verwendet werben. Neben ber Mtiew gesellschaft wurde eine Betriebsgesellschaft gegründet, welche den Zirkus pachtweise übernimmt und die Vorstellungen veranstaltet. Tie Erösfirung soll am 1. September erfolgen.

Eine neue Fundstelle von Wirbeltieren in De. utsch-O staf r i ka soll durch Ausgrabungen erschlossen wer­den. NachPetermt Mitt." wird Dr. Erich Krenkel, Privat- dozent für Geologie u:ü>Paläontologie an der- Leipziger Universität mit Unterstützung ber Kgl. Sachs. Gesellschaft in Leipzig unb ber landeskundlichen Kommission für die deutschen .Kolonien im Sommer 1913 nach dem südlichen Deutsch-Ostafrika aiifbrctfre::, um die Mrsgrabungeu zu leiten. Ob diese neue Fundstätte mit dem' Reichtum an Fossilien von Tendaguru wetteifern wird, dar­über fehle:: noch Angaben. Nach Abschluß dieser Tätigkeit wird Dr. Krenttl die geologische und morphologische Erforschung des Rusidjigebiets in Angriff nehmen.

D er Grei s." Ter Cottasche Verlag bat sich entschlossen, feinen UnternelMungen eine monatlich erscheinende Revue von vornehmem Gepräge anzugliedern. Das erste Heft ber neuen Monatsschrift, die im' Hinblick auf das Wappenbilb bes Cotta- feiten VerlagesDer Greif" heißen nnrb, gelangt im Herbst zur Ausgabe.Der Greif" wird sich an den weiten Kreis ber gebildeten, national gesinnter: Deutschen wenden und mit Hilft der besten Mämter unserer Zeit nnchtige Fragen auf den Gebieten der allgementcn Kultur, des Staatslebens, der Künste, Wissen-^ schäften unb Literatur besprechen. Unsere Dichter werden mit er­zählenden und lyrischen Beiträgen zu Worte tornm-cn, daneben ist bie Publikation interessanter Memvirenwerke und Briefwechsel geplant. Auch mancherlei literarische Dokumente, aus dem Cotlaschen Archive sollen hier zum erstenmal veröffentlicht werden. Jedes Hest bildet ein für sich abgeschlossenes Ganze.

Kurze Nachrichten au s Ku n st unb Wissen schäft. Vom 15. bis 18. April wird zu Wiesbaben unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Hofrat Pros. Dr. Penzoldt (Er­langen) der 30. Deutsche K o n g r e ß f ü r i n n e r e M e d i z i n tagen. Die Sitzungen finden im Neuen Kurhause statt. Lerners Spitzbergen-Expedition traf am Mittwoch abend in Stavanger ein. Sie beabsichtigt, die Amsterdam- Inseln aufzusuchen und bann mittels Schlitten bis zur Rijps- Bai und Nordostland zu gelangen.