Ausgabe 
10.2.1913 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

Kt. 34

163. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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'bst, Beeren- u- ?cr und zur (iübtutig iawtl chtt

auch die drückenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, deren Nach­teile in einem Lande, welches so reiche Hilfsguellcn, wie Oester- rcich-Ungarn verfügt, nach Beendigung der Krise gereift ohne allzu schwere dauernde Benachteiligung beseitigt werden können. Tie Aktionen unseres Staates, welche von bcn_ besten Absichten und den edelsten Motiven eingegeben sind, müssen ihre Wirkung verfehlen, wenn man ihnen willkürliche Ziele unterschiebt, welche mit der Würde und der Machtstellung der Monarchie unverenr- bar sind."

Vorbehalten, dJ imen.

jen.

Deutsches Reich

Zur Leuchtölfrage.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt zur Vorberatung des Leuchtölgesetzes durch den Reichstagsausschuß, immer mehr dringe die Ueberzeugung durch, daß die anfangs vielfach geglaubte Behauptung der Standard Oil' Co. von der eigenen Unentbehrlichkeit unbegründet und nur dazu bestimmt ist, die Widerstände gegen ein gesetzgeberisches Vorgehen des Reiches, dessen Berechtigung an sich kaum irgendwo bestritten wird, hervorzurufen. Die Reichsver­waltung ist nach wie vor völlig sicher, daß ftc selbst bei dem vollständigen, von ihr wcder gewünschten noch wahr­scheinlich erachteten Abrücken der Standard Oil Co. vom deutschen Markt den heimischen Bedarf zu den bisherigen Preisen decken kann. Rußland, Rumänien und Oesterreich könnten zusammen ohne Schwierig­keiten mindestens 300000 Tonnen Leuchtöl a n Deutschland liefern, rund 450000 Tonnen w ü r d e man von den amerikanischen Außen­seitern beziehen können, von denen bei der Reichs­verwaltung Angebote von mehr als 700 000 Tonnen vor­lägen. In den westlich des Mississippi gelegenen Feldern habe die Standard Oil Co. weder auf dem Rohölmarkt eine überragende Stellung, noch die Macht über die Beförde­rungswege. So würden sich dann auch keine Schwierig­keiten ergeben, mit den dortigen Raffinenren auf der Busis der Rohölpreise zu langfristigen Abschlüssen zu kommen, wobei die amerikanischen Interessenten sowohl bereit seien, der deutschen Monopolverwaltung das Rücktrittsrecht für den Fall hoher Preise zu geben, als auch eine Obergrenze zu ziehen, wobei die Raffinerien unter allen Umständen liefern müßten, selbst wenn die Rohöl-Preise noch weiter stiegen. Die Befürchtung, daß die künftige Monopolver- waltnng auf die Standard Oil Co. angewiesen wäre, ist sonach durchaus unbegründet.

. Der neu gewählte Landtag in Sachsen -- Altenburg

setzt sich wie folgt zusammen: 14 Blind der Landwirte, 7 So­zialdemokraten, 3 Volksp.irtei, 3 Reichspartei, 2 National- liberale, außerdem 1 Rechtsliberaler, 1 Freikonservativer und 1 Parteiloser.

Haas ein, der zur Bildung eines Sonderausschusses [ zur Errichtung einer hessischen Landwirtschafts- hämmer1 führte. Als diese dann dur/ch Gesetz im Jahre [ 1906 errichtet wurde, erwählte sie einstimmig Geheimerat | Haas zu ihrem ersten Vorsitzenden. Im Jahre 1898 war

Haas auch zum Vertreter des Wahlkreises Erbach-Bensheim als Mitglied der nationalliberalen Partei in den Reichstag gewählt' worden, dem er ebenfalls bis zum Ablauf der | vorigen Periode angehörte. Er stand politisch sehr weit links. Großes Aufsehen erregte seine Gedächtnisrede auf dos Jahr 1848, die er 1898 els Präsident der Kammer I hielt. Seine Worte, seit jener Zeit sei der Wille des

Volkes das oberste Gesetz, sollen die eigentliche Ursache I seines frühzeitigen Ausscheidens aus dem Staatsdienst ge- ; wesen sein.

Der Verewigte war ein sehr gewissenhafter und I umsichtiger Beamter, der auch von seinen Unter- * gebenen jederzeit volle Pflichterfüllung verlangte. Als ISartermami ist er wenig hervorgetreten, hauptsächlich ivohl deshalb nicht, weil er schon im Februar 1897 Mm Präsidenten der Zweiten Kammer gewählt wurde, welches Ehrenamt er bis zu seinem Scheiden aus i>er Kammer ununterbrochen inne hatte. Dann wurde er, nachdem durch das' neue Landtagswahlgesetz die Verstärkung beer Ersten Kammer um drei bernfsst (indische Vertreter be- 1timmt worden war, als Repräsentant der Landwirtschafts- Ummer vom Großherzog zum Mitglied der Ersten Kammer

Montag, 10. ßebruar M3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universiläls - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Geheimerat Wilhelm haar f-

Arn Samstag abend gegen 6 Uhr ist Geheimerat Haas, der in der Nacht zum Freitag einen neuen schweren Schlag­anfall den dritten während weniger Jahre erlitten hatte, seinem Leiden erlegen. Geheimerat Haas war eine markante Persönlichkeit und hat besonders dem letzten Jahr­zehnt der hessischen Gesetzgebung seinen Stempel aufgedrückt. Er war am 26. Oktober 1839 in Darmstadt geboren worden und hatte an der Landesuniversität Gießen Kameralia stu­diert. Im Januar 1862 trat er als Akzess ist in den Staats­dienst, im Mai 1864 bestand er die Staatsprüfung, im April 1869 wurde er zum Krcisassessor in Friedberg er­nannt, im September 1874 wurde er Polizeirat in Darmstadt und im September 1886 Kreisrat in Offenbach.

DieEiehener Familienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreist?bitt ffi* den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal.

AuslanD.

Die Mission des Prinzen Hohenlohe in Petersburg

war in der Presse der Triple-Entente in einem für Oesterreich wenig schmeichelhaften Sinne ausgelegt worden. Darauf erividert dasNeue Wiener Tagbl." mit einigen Ausführungen, die es verdienen, wiedergegeben zu werden. Tas Blatt wendet sich in erster Linie an diejenigen Ausländer, welche, aus den Blättev-- stimmen Oesterreich-Ungarns und sonstigen Aeufterungcn hcraus- höreu, daß die ganze Bevölkerung Oesterreich-Ungarns von der Mission des Prinzen in erster Linie und ausschließlich die Be­seitigung jener finanziellen und wirtschaftlichen Schwierig­keiten erwarte, welche infolge des B a l k a n k ri e g es ent­standen, also insbesondere angeblich mit Bestimmtheit hoffen, daß die militärische Maßregel, welche die Monarchie zu ihrem Schutz getroffen hat, jetzt rückgängig gemacht wird. Tas Blatt verweist darauf, daß auch in anderen Ländern solche ivirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten sich zeigen, die aber von der Presse jener Länder weniger hervor­gehoben sind.Insbesondere die Ciitentc-Presse macht nut Vor­liebe jene Erscheiiiungen des öffentlichen Lebens der Monarchie zuni Gegenstand ihrer Erörterungen, woraus auf eine tatsächlich nicht vorhandene Schwäche der Monarchie geschlossen werden könnte. Tieses geschah auch bekanntlich bei der Mission des Prinzen Hohenlohe. Seite Ausländer vergessen aber eins: das; bei aller Erkenntnis der Schwierigkeiten der Wunsch und das Bedürfnis, aus dieser Krise mit Ehren hervorzugehen und eine solche Lösung zu finden, welche den dauernden Ruhezustand ver­bürgt, noch viel stärker sind als die sofortige Beseitigung, wenn

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­strafte 7. Expedition und Verlag: 51.

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Die Neigung für ein Klottenübereinkommen und di englische presse.

Tie Mehrzahl der Londoner Zeitungen beschäftigt sich mit den gestrigen Ministererklärungen im Budgetausschuß des Reichstages. TieTimes" begrüßt die Erklärungen des Großadmirals von Tirpitz und des Herrn v. Jagow. Sie seien offenbar mit einem freundschaftlichen, England gegenüber billigem Geist erfüllt; in­dessen läge der vollltändige Text der Reden, die im Budget­ausschuß gehalten wurden, noch nicht vor, immerhin aber könnte die Rede des deutschen Staatssekretärs keine B a s i s f ü r d i e Gestaltung dev englischen Flottenpolitik bilden. Tiese könne sich vielmehr nach dem tatsächlichen Programm der anderen Länder und nach den tatsächlichen Ausführungen dieses Programms richten. TieTimes" betont, daß man in den deut­schen Erklärungen nicht eine Annahme des vorjährigen Vorschlags Mr. Churchill herauslesen könne, daß, wenn Deutschland auf seinem Bauprogramm nicht verharre, auch England dies nicht tun wolle. Das Blatt sagt weiter, die Wahrheit sei daß weder England n o ch Den t s ch l a n d sichiu der Frage der Entwicklung ihrer Flotten absolut binden können. Sie könnte nicht über ein Abkommen von der Art, wie Churchill vorgeschlagen habe, hinausgehen. Sollte Deutsch­land bereit fein, eine solche Verständigung einzugehen, so würde England diesen Entschluß freudig begrüßen. Tas gedeihliche gegen­seitige Zusammenwirken der beiden Regierungen in den letzten Mo­naten, das die beiderseitigen Beziehungen so sehr gefördert Ijabe, sollte es den beiden Ländern ermiöglichen, ihre Flottenpolitik ohne die Bitterkeit und das Mißtrauen der Ser gangenbeit zu erörtern.

Daily Chro niele" bezeichnet die Erklärungen im Budgetausschuß als von größter Bedeutung. Das Zusammen­gehen Deutschlands und Englands in der Orientfrage, sagt das Blatt, habe eine ausgezeichnete Wirkung gehabt, das Konzert der Mächte solange zusammengehalten und die Gefahr eines euro­päischen Konflikts so sehr abgesckm-ächt. Das sei nicht wenig den redlichen Bemühungen Deutschlands zu danken. Augenblicklich zer­streuten sich die Wolken am politischen Himmel. Das Blatt er­innert an die neuliche Rede des Fürsten Lichnowsky; aber die gestrige Erklärung des Großadmirals sei zweifellos von viel größerer Bedeutung. Der wichtigste Punkt sei, daß Deutschland die englische Vorherrschaft zur See nach der Clmrchillschen Desini- tion akzeptierte. Die Ankündigung des beutfdjen Staatssekretärs gab zum erstenmal eine gewisse Grundlage zu einer Verständigung, das Blatt sckneibt: Die englisch-deutsche Rivalität hat überall ihre schlechten Wirkungen gehabt, die Budgets aller Großmächte haben dies verspürt. Bei ihrem1 Verschwinden würde die Erleichterung allgemein und willkommen sein. In der neuen Aera, die, wie wir hoffen, angekündigt worden ist, werden die Kräfte, die für den Weltfrieden arbeiten, eine noch mächtigere Unterstützung und Verstärkung erfahren.

Da i l y N e ws" jagen: Die gestrigen Erklärungen betätigen den allgemeinen Eindruck, daß in den deutsch-englischen Beziehungen in den letzten Monaten eine Wendung zum Besseren eingetreten ist. Tie Erklärungen brachten England und Deutschland einer tatsäch­lichen, wenn auch nicht formellen Verständigung über die maritimen Rüstungen näher. Wenn das Verhältnis von 16 zu 10 für Deutsch­land annehmbar sei, so liege aller Grund vor, daß 'England an ihm festhalte.

TieMorning-Post" sagt, man könne jetzt wohl einen Stillstand in dem Wettbewerb des Flottcnbaues erwarten, denn man müsse annehmen, daß Churchill auf seinem vorjährigen Pro­gramm verharre. Wenn dieser Stillstand ein paar Jahre dauern werde, werde die Spannung zwischen beiden Ländern wieder ver­schwinden und Teutsche und Engländer würden zu einer besseren Würdigung von einander gelangen. Jede Nation würde uattirlich ihre eigene Politik verfolgen und ihre Rüstungen nach ihren eigenen Ideen regeln.

. stand cs, sehr bald die von den ländlichen Wahlkreisen ent- Itenbnrg S.A landten Kammermitglieder zu wirksamer Tätigkeit zu­sammenzufassen. Mit deren Unterstützung brachte er bereits W itn 31. Landtag (189902) den bekannten Initiativantrag

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Schon in seiner Assessorenzeit beschäftigte sich Haas !' sehr eifrig mit dem Studium des landwirtschaftlichen Ge­nossenschaftswesens, und so kam es, daß er schon im Jahre 1883, als er noch Polizeirat in Darmstadt war, zum General­anwalt des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaft­lichen Genossenschaften ernannt wurde. Zwei Jahre vorher, am 8. Juni 1881, war er auch im zehnten starkenburgischen Wahlkreis (Darmstadt-Gernsheim-Zwingenberg) an Stelle des Fabrikanten Büchner-Pftrngstadt zum Mitglied der Zweiten Kammer gewählt worden. Seit dem Jahre 1905 vertrat es, als dieser Wahlkreis von dem Sozialdemokraten Raab erobctt wurde, den fünften Wahlkreis Fürth-Rein­heim-Reichelsheim, der seit .Haas' Ausscheiden im Jahre 1011 vom Postverwalter Mergell-Reichelsheim vertreten wird. Geheimrat Haas war seit Beginn seiner politischen 4 Tätigkeit Mitglied der nationalliberalen Partei und ver-

farufen. Geheimerat Haas ist sozusagen in den Sieten ge- storben. Obgleich seit Jahren mit einem schweren Leiden kämpfend, hat er doch unter Aufbietung aller Kräfte bis iat die letzten Tage hinein sich namentlich an den Geschäften der Genossenschaften und der Landwirtschaftskammer noch eifrig beteiligt und seine Pflicht zu tun sich eifrig bemüht. Sowohl die hessischen Landstünde, wie die hessische Land- tüttiilhe»Arbeiten,wirtschaft werden dem hochverdienten Manne jederzeit ein ' ehrenvolles Andenken bewahren. ____________________

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Leon Philippe Teisserenc de Dort.

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rnus der Funkenentladungen anschlägt, gibt also die Geschwindigkeit der Tonfolge ein Maß an für die Entfernung des Gewitters. An Stelle der Einschlagglocke kann auch ein Morseschreiber an-

geschlossen werden.

Amerikanisches wissenschaftliches Institut. DerUmschau" zufolge wird von dem amerikanischen archäolo­gischen Institut die Errichtung eines amerikanischen wissenschaft­lichen Instituts für Sprachen, Kultur, Archäologie und Geschichte des chinesischen Reiches in Peking geplant, ähnlich des fran­zösischen wissenschaftlichen Instituts dieEcole francaije d'extrsme Orient" in Hanoi (Hinterindien). Ein solches Institut würde dem weiteren Ausbau der amerikanischen Museen in ostasiatischer Kunst, in denen die New Yorker und Bostoner Sammlungen jetzt schon an der Spitze aller Museen stehen, von großem Vorteil sein.

Herznaht. Operationen, die man früher für ganz un­möglich gehalten hätte, werden heute spielend bewältigt. Man operiert am Gehirn, das früher für ein der Chirurgie verschlossenes Gebiet gehalten wurde und es gelangt jetzt schon in vielen Füllen, bei Verletzungen des .Herzens, Schuß- und Stichwunden, die früher unbedingt zum Tode geführt hätten, die Patienten zu retten. Tr. H. Schaal berichtet im Januarheft der populär-medizinischen MonatsschriftHyg" (Verlag Volksmedizin, München) in inter­essanter Weise über die Vornahme einer derartigen Operation. Um den Zugang zum beschädigten Organ zu erhalten, muß man man erstes auf der Brust einen Fleischlappen bilden und Zurück­schlagen. Tann werden die, vor dem Herzen liegenden und den Zugang verwehrenden Rippen, unter Umständen sogar ein Stück des Brustbeins abgesägt und der Herzbeutel, der bekanntlich das ganze Organ einhüllt, aufgetrennt. Jetzt liegt das Herz selbst, pulsierend und hin- und herzappelnd, ohne Hüllen vor uns. Die Schwierigkeiten vermehren sich noch dadurch, daß das Herz auf den Reiz der Berührung sofort heftiger zu schlagen beginnt. Nun bleibt es der Geschicklichkeit des Chirurgen überlassen, auf diesem unsicheren Boden erfolgreich zu arbeiten. Er muß in das nimmer rastende Organ solide Nähte versenken, nuift gegebenenfalls das Projektil und das Blutgerinnsel, welches sich gebildet hat, binweg- räumen und dabei stets derart zart operieren, daß keine Storung in der Blutversorgung des ganzen Organismus eintritt. Sind ihm die Nähte gelungen, der Herzbeutel, die Mppen und der Haut lappen wieder versorgt, so ist die Operation noch immer nicht mit Erfolg gekrönt, wenn Komplikationen hilizutteten. ?\nfeEttonen, Schwächezustände mit nachfolgender Herzlähmung sich ein Reil en. Solche Zwischenfälle können selbst die technisch vollendetste Ope­ration noch zu nichte machen. Aber ein großer Teil der bis letzt so behandelten Fälle hat die Bemüh""aen der Aerzte gelohnt und die Ve rounbeten sind dem Leben zulückgege e i w rben. die bestimmt in früheren Zeiten rettungslos verloren gewesen untren.

pariser Forschungen auf andere Erdgebiete. 1902 errichtete er nahe der Nordspitze Jütlands, bei vald eine ein volles Jahr titigefliegende" Station. Dieses Unternehmen kostete ihn wieder IDO 000 Fr. Von 1904 an unternahm er große Expeditionen

Trackzen und Ballon, ihnen verdanken wir fast allein unsere SemttniS des tropischen Luftmeeres. Teissercnc de Bort har von überaus zarter Gesundheit, aber größter Sclbstverleug- nimg und Energie. Ein unerwartet früher ^od hat ihn hmweg- 0-rissen, zu früh für die Wissenschaft,, der er fafJein ganzes Vermögen, ähnlich reic Zeppelin, geopsert hatte. Seme großen Verdienste fanden allseitige Anerkennung, noch mehr in ^eiftsch- Cmb als in seinem eigenen Vaterland. Eck war korrespondierendes Mitglied zahlreicher deutscher Gesellschaften und Inhaber hoher Preußischer Orden. Aber erst vor einem Jahre wurde er Mit­glied der Pariser Akademie, der er vermöge seiner Verdienste shon längst hätte angehören müssen. Hoffentlich laßt Frankreich, die Gebiirtsstätte der Luftschisfahrt, Teisiercnc's gewaltiges Wert, das Observatorium in Trappes, nicht untergeben. Eine Unter­haltung aus staatlichen Mitteln liegt im dringenden ^nterefte der gesamten Lustwissenschaft.

Am 2. Januar starb in Cannes im südlichen Frankreich Teisserenc de Bort, ein feinsinniger und rastloser Forscher mnd Gelehrter, d'er zu den führenden Geistern auf dem Gebiete der Aerologie gehörte. Schon mit 23 Jahren wurde er Abteilungs- »orfteber für allgemeine Meteorologie an dem Bureau central uieteorologique in Paris. Als solcher veröffentlichte er leine erften Aufsehen erregenden Schriften über die allgemeine at­mosphärische Zirkulation, die Verteilung der mct. Elemente auf irr Erde u a 1883 1887 unternahm er Reizen m Algerien unb Tunis und veröffentlichte die erste erdmagnetische Karte dieser Gebiete. In selbsftosester Weise errichtete er aus eigenen Mitteln ein aerodynamisches Observatorium in i rapp es bet Paris, das in Frankreich in seiner Art das einzige ist und dem Königlicki-Preußischen O b s e r v atonuni m Lindenberg qleichsteht. Teisserenc wandte Himderttalilende zum Ausbau dieses Jnstittits auf. Berühmt wurde seine Methode der Erforlchung feer Atmosphäre mittels kleiner Papierballonv. So entdeckte er seinerzeit gleichzeitig mit Geheimrat Aßmannn eine obere La rund km beginnende relativ warme ^uftftronumg, die die ! Erdatmosphäre wie ein Mantel umgibt und die jur viele geo-

ff. Ein neuer Gewitter-Fernanzeiger. Tie Tele­funken-Gesellschaft hat einen neuen Gereitter-Fcrnanzeiger ge­baut, der ähnlich Ivie der Popoffsche darauf beruht, daß. luft- eleltrische Entladungen einen aus der Funkentelegraphie bekannten Fritter erregen.Tie Naturwisfenschaften teilen über die Arbeits- reeifc des Apparates folgendes mit:Die in den Luftdraht ein­geschaltete Fnnkensttecke wird auf einige Zehntel Millimeter Ab­stand eingestellt; sobald Ladnngsersck-einungen m der Atmosphäre auftreten,- setzt ein Funkeuübergang ein, der eine Einschlagglockc ertönen lässt Schlvache luftelektrische Ansammlungen, mit an­deren Worten: weit entfernte Gewitter, bewirken eine langsame

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,r n ID nach Elba, dem Mittelmeer, und vor allem dem tr o Pi) chen und subtropischen Teil des a t l a n 111 ch en Ozeans. Diese 444^7^ || Expeditionen bienten wieder zur Erforschung des^Luftmeeres^mtt

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_ Vorbereitungen zum O 11 o - Lud wi g - Ju b i -1 Aufladung des Luftdrahtes und damit einen Funkenübergang .änni. Man schreibt uns aus Weimar: Die Vorbereitungen zuf in längeren Zeitabständen. Da die Einschlagglocke im Rhyth- der hundert jährig en Gedenkfeier von Otto Lud- » »**

ioigs Geburtstag in Eisfeld, am 12. Februar, schei­nen mancherlei Ueberrasckmngen zu versprechen. Nach dem üblichen Festmahl mit Festreden wird dieT o r g a u e r H e i d e", eine Art Vorspiel zumAlten Fritz", (eine _ Parallele zuWallensteins Lager") aufgeführt, sowie ein SingspielDie Geschiv ist er", mit Text und Musik von Otto Ludwig, die Partitur ^zur Musik ist, wie das Stück, nur im Manuskript vorhanden. Goethe-Schiller-Archiv gibt soeben die beiden ersten Bände der neuen großen 011 o - Lud w i g-Aus g ab e heraus (verlegt bei Georg Mütter). Tie Ausgabe ist auf 18 Bände vorläufig be­rechnet. Neben den Hauptwerken des Dichters, den vollendeten wie den fragmentarischen, sollen namentlich auch den Studien, Kritiken und Tag ebuch'blättern eine Reihe von Er- gänzuiigsbändeu gewidmet werden. So sott ein möglichst um­fassendes Gesamtbild von Ludwigs Persönlichkeit heranSkommen. Es ist wohl mit Genugttning zu begrüßen, baft gerabc seinen Ent­würfen unb kritischen Stubien erhöhte Aufinerksamkcit geroibmet werben wirb, weil bas kritische, nachspürend ertennende Element in seiner Anlage, z. B. bei seinen bedeutenden Shakesiveare- Studien dem erfiubenben und gestaltenden Talent mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen war. Ter erste Band enthalt die ,E r z ä h l n n g e n". Tr. Borcherdt bringt einen Uebcrblitf über die Entwicklung des Dichters als Epiker, welche in dem Roman von leidenschaftlicher Spannung:Zwischen Himmel und Erde" ihren Höhepunkt und dtbschluß gefunden. Im 2. Band, der die Heiterethei und ihr Widcrspiel" (Aus dem Regen in die Traufe") bringt, erläutert der Herausgeber, Tr. P. Merker, den ange­borenen dramatischen Grnndzug in Otto Ludwigs Wesen, das man vielleicht am kürzesten und treffendsten als das eines bramatijd) empfindenden Epikers bezeichnen kann. Als Mitarbeiter an dieser Ausgabe sind außer den Obengenannten noch «u nennen : Conrad .Höfe r, Julius Petersen, Expeditus Schmidt und Oscar Walzel. GroMrzvg Wilhelm Emst stellte den ge­samten Nachlaß, der sich im Goethe-Schitter-Archiv befindet, zur Verfügung, und Herzog Georg von Sachsen-Meiningen, dem hoch­herzigen Förderer Ludwigscher Kunst, ist diese Msgabe gewidmet.