Ausgabe 
7.3.1913 Drittes Blatt
 
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Darmstadt, verstorben am 28. Nov. 1912, wurde am 27. 3ebr. das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist. Kaufmann Wolff zu Darinstadt wurde zum Konkursverwalter er­nannt. Konkursforderungen sind bis zuni 20. März bei dem Amts­gericht I Darmstadt anzumelden. lieber das Vermögen der Firma Gebrüder Adler, Trikotiveberei zu Offenbach, wurde am 14. Februar das Konkursverfahren eröffnet. Rechts­anwalt Henrich zu Offenbach löiirbe zum Konkursverwalter er­nannt. Konkursfordernngen sind bis zum 26. März bei dem Amts­gericht Offenbach anzumelden.

nachm., Eilznq 108 Gießen ab 343, Frankfurt an 456, V-Zug 148 BerlinGießenCoblenz, Gießen an 310, al) 319 nachm^ O-Zug 149 CoblenzGießenBerlin, Gießen an 327, ab 335 nachm.

** DaS Alte stürzt. Die baufällige Scheuer des Alt­metzgermeisters Meister an der Goethestraße ist jetzt nieder­gelegt worden. Durch Zusammenlegung daneben liegenden Gartenqeländes des Goldarbeiters Noll ist ein wertvoller Bauplatz entstanden. Mit dem Abbau der Kracheburg ist ein häßliches Büd beseitigt morden.

* Bänke. Anschließend an den ArtikelBänke in Gießens Umgebung" in der Nummer 55 sei der Stadt­verwaltung oder dem VerschönerungSverein die Aufstellung einiger Ruhebänke auf dem Wiesenweg von der Ost-Anlage nach dem Philosophenwald empfohlen, zumal auch die früher an der Wieseckbrücke stehende Bank seit einigen Jahren nicht mehr aufgestellt wird.

Oeffentliche Lesehalle. Im Februar wurden 250 4 Bände ausgeliehen. Davon fommen auf: Erzählende Literatur 1176, Zeitschriften 442, Juqendschrlsten 305, Literatur­geschichte 28, Gedichte und Dramen 41, Länder- und Völker­kunde 83, Kulturgeschichte 27, Geschichte und Biographien 139, Kunst­geschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 134, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 18, Gesundheitslehre 10, Religion und Philosophie 28, Staats,Menschast 13, Sprachwtssen- schaft 7, Fremdsprachliches 12 Bände. Nach auswärts kamen 113 Bände.

** Die Einrichtung des Gemüsegartens erfolgt mancherorts alljährlich in derselben Weise. Die eingewurzelte Gewohnheit läßt Fehler und unbequeme Einteilung immer aufs neue wiederholen, ohne daß daran gedacht wird, daß man auf andere Weise nicht nur eine bessere Ausnutzung erzielt, sondern auch viel Arbeit erspart. So ist es z. B. unpraktisch, die Beete alljährlich in derselben Richtung zu graben und mit Wegen zu versehen. Eine bessere Ausnutzung und Durcharbeitung des Bodens eüzielt man, wenn die Richtung der Beete quer» laufend zur vorjährigen Anordnung gelegt wird. Auf diese Weise werden auch die sonst unbenutzt gebliebenen Pfade zweckmäßig ansgenutzt. Schrägliegende Grundstücke sollte man möglichst durch Böschungen usw. zu terrassieren suchen, damit die einzelnen Teile ziemlich eben liegen und das Wasser nicht so schnell absließen lassen.

Landkreis Gietzen.

# Großen-Bus eck, 6. März. Unsere Gemeinde hat beschlossen einen Schulchausneuban für vier Klassen, Lehrer­und Schnldienerlvohnung und Schulbad zu errichten. Auch ist die Anlage eines Volksbades vorgesehen.

= Beuern, 6. März. Unser Lehrer Musch, der seit 38 Jahren hier wirkte, ist gestorben. Viele Kollegen von nah und fern schritten seinem Sarge nach. Die Kreisschulkommission Gießen, vertreten durch den Schulinspektor Dr. Alle, zollte dem verstorbenen tüchtigen Lehrer anerkennende Worte. Der Obmann des B.-V. Gr.-Bnscck, Herr Wagner, zeichnete in knappen Worten den lauteren Charakter des Entschlafenen und gab in bewegten Wor­ten der tiefen Trauer aller Ausdruck. Während so die Schule, die Kollegen, die Gemeinde, die Kirche einen trefflichen Mann ver­loren haben, so hat auch besonders der Kirchengesangverein in dem Entschlafenen seinen Mitbegründer und langjährigen er- folgreichen Leiter zu beklagen.____________________________________

Sport.

? Vom Holmenkvlrennen. Am Dienstag abend fand in Kristiania die Preisverteilung für sämlliche Läufe statt. Den Konigspokal erhielt Bergendahl als Sieger rnt Lang- und Sprung­lauf. Zweiter war Mellesmo, dritter Konrad Äamodt, vierter Flagstad, fünfter Andersen. Von den Deutschen war Luther tSchiklub Gießen) in Klasse 4 (Sprunglauf für Läufer über 30 Jahre) siebenter. Baader vom Schillub Schwarzwald in .Klopse 5 (Sprunglauf für Läufer von 1820 Jahren) dritter, Gregory 'Dorn' Münchener Sportklub dreizehnter. Der Damen­becher der als Preis für den schönsten Sprung bestimmt war, wurde Fögvold Kugesprochen.

Berlin, 6, März. Tie Flugzeugs«briken Albatros-Berlin, Aviatik-Mülhausen, Deutsche Fluazeugwerke-Leipzig und Rumpler- Berlin schenkten der Ronocker Lnftwarte je ein wertvolles Instru­ment, das zur Erforschung der höheren Schichten der Atmosphäre dient.

vermischtes.

* Brennendes Schiff. Wie aus Rio de Janeiro gemeldet, geriet der auf der Fahrt von Wellington nach London befindliche britische PostdampferTurakina", ein Schiff von 5000 Tonnen, in Brand. Der Laderaum, in dem sich Butter befand, ist vollständig ausgebrannt.

^Gestrandeter Dampfer. Aus Saloniki, 6. März, wird.gemeldet: Der am Samstag mit anderen griechischen Damp­fern von hier nach D u r a z z o abgegangene DampferA pofto - l o s" ist infolge Sturmes bei CHalkis gestrandet. Meh­rere Mann finb uMge kommen, ein Teil der verladenen Materialien ist 'verloren.

Kleine Lagerchronik.

Aus Breslau, 6. März, wird gemeldet: Der Provin­zial l a n d t a g bewilligte in seiner heutigen Sitzung aus An­laß des bevorstehenden 25 jährigen Regierungs-Jubiläums des Kaisers zur Errichtung einer Lungenheilstätte für Kinder, die den Namen des Kaisers tragen soll, 100000 Mark.

Bon den beiden Arbeitern, die unter dem Verdacht ver­haftet worden waren, das Attentat auf das Automobil des Juweliers Plunz verübt zu haben, ist einer wieder frei- gelassen nxorben, da er seinen Aufenthalt nachweisen konnte. Auch der andere wird wahrscheinlich wieder freigelassen werden.

Handel.

Der Verwaltungsbericht der Reichsbank führt aus: Der während des Jahres 1912 im großen und ganzen fortschreitende wirtschaftliche ?lufschwung stellte an die Reichsbank für Zahlungsmittel und Kredit hohe Ansprüche und dies umsomehr, als infolge Fehlens der nach der Marokkokrisis aus Deutschland zurückgezogenen ausländischen Guthaben der deutsche Geldmärkte auf eigene Kraft angewiesen war. Neben diesem auf geschäftlicher Grundlage beruhenden normalen Geldbedarf trat nach der kri­tischen Zuspitzung der politischen Gegensätze auf der Balkanhalb­insel unb bat Ausbruch des Balkankrieges größere Geld­nachfrage ein, die durch die aus Angst vor einem all­gemeinen europäischen Kriege borgenommenen Ab­hebungen und Aufstapelungen von Metallgeld erheblich gesteigert wurde. Die ungewöhnlich große Anspannung des Geldmarktes war international und kam in den Ausweisen und Zinssätzen aller maßgebenden Zentralirotenbanken zum Aus­druck. Die Reichsbank stand den verstärkten Anforderungen dank wesentlich höherer Geldvorräte und Devisenbestände noch besser gerüstet gegenüber als im1 Vorjahr. Sie konnte den am 11. Juni auf 41/2% ermäßigten Zinsfuß über den .Herbsttermin hinaus beibehalten und erhöhte ihn erst am1 24. Oktober auf 50/0. Der Satz erfuhr angesichts der anhaltenden Anspannung des hei­mischen Geldmarktes und der hohen Devisenkurse am 14. November eine weitere Steigerung auf 60/0. Am Jahresschluß wiesen die Wechselanlage und der Notenumlauf die höchsten Ziffern feit dem Bestehen der Bank auf. Die Gesamtumsätze der Reichsbank im Jahre 1912 betrugen 413 992 352100 gegen das Vorjahr mehr 36 489 815 200), der Bankzins für Wechsel im Durchschnitt des ganzen Jahres 4,946% (gegen 4,397% im Vorjahr), die um­laufenden Banknoten durchschnittlich 1 781 999000 (gegen das Vor­jahr rnfehr 118 384 000 Mk.). Für die Ueberschreitung der Noten- grenze betrug die Steuer 4 627 492 Mk., der Bestand der Giro­guthaben durchschnittlich 320 576 000 (gegen 304 880000 Mk. im Vorjahr).

Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen der Atrma I. D. Jung In Alzey, sowie deren Inhabers Johann Daniel Jung in Alzey wurde am 26. Februar das Kon­kursverfahren eröffnet. Rechtsanwatt Beck in Alzey wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 20. März bei dem Amtsgericht Alzey anzumelden. Ueber den Nachlaß des Steuersekretärs Johann Peter Clemens zu

Märtte.

" Gießen, 5. März. Viehmarkt. Bei dem am 4. unb 5. März abgehobenen Markte waren 117 9 StückRindvieh und 7 7 Schweine aufgetrieben. Der nächste Markt findet voraussichtlich am 18. und 19. März statt, am letzten Tage auch Krämermarkt.

(In feinem Teil der Auflage wiederholt.)

fc. Frankfurt a. M. V i e h 0 s - Al a r k t b e r i ch t vom 6. März. Auftrieb: Rinder 79, darunter Ochsen 19, Bullen 0, Kühe und Färsen 60, Kalber 1125, Schafe 92, Schweine 1850.

Tendenz: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine ge­drückt, bleibt Ueberstand. Preis für 100 Pfd.

Lebend- Schlacht­gewicht

Kälber. Mk. Mk.

Feinste Mastkälber .......... 68-70 113-117

Mittlere Mast- unb beste Saugkälber. . . . 65-6> 103 112

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 5660 95102

Schafe.

Stallmastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 4446 9600

AeltereMasthammel, gut genährte junge Schafe und geringere Mastlämmer...... 39 - 40 9394

Schweine.

Vollfleischige Schweine Don80-100 kg Lebendgewicht........ 61.0065.00 78.008200

Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendaewicht........ 61.0063.00 78.0080.00

Vollfleischige Schweine von 100120 kg "Lebendgewicht........ 61.0064.00 78.0081.00

Vollfleischige Schweine von 120150 kg Lebendgewicht........ 61.0064.00 78.0080.00

kirchliche Nachrichten

Evangelische Gemeinde. r <

In der Zohannetkirche.

SamStag, den 8. März, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus der Johannesgemeinde unb deren Angehörige.

- y Prof. Dr. Witzels je

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ywwxuww.A'W.ww, ; enthaltend aktiven# $ Sauerstoff. Machte S die Zibneblendendz ## weid, beugt der? *# Zahnfäule (Stockig-^ '/ werden der Zähne)^ Z vor, verhütet Zahn z stein. Dauernd halt-£ v. bar, nie verhärtend.^ - Tube 60 PL il 1 M.t

Man achte gern uz ? auf den NamenZ Z.Kosmodont"/ z Ueberall zu haben./ 7 KolbergerAnstalten* zfür Exte r i k ul tu r? z Ostseebad Kolberg.4

- Vor dem Gebrauch - | Ihrer Präparate^ waren meine Zähnet

£ ganz mit Zahnstein ? ^bedecktnach sechs-4 4 wöchentlichem Ge-z z brauch obiger Prä-z ^parate ist derselbe^ /vollständig ver-6 j sch wunden. Meine 2 5Zähne sind jetzt? -klar und weiß. < 20., 5. 7. 08. J. M.I

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Kreisblatt für den Kreis Gietzen