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8.7.1913 Erstes Blatt
 
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lustiges Buch von Gustav , Leipzig.' Gustav hoch- der .Lustigen Blätter". )it, all diese Erzählungen, an meint man, nun tonne grauen ruck etwas Neues uch und macht keinen An-

itaat". Elemente histo- orisiertc llebersetzung ton einem Geleitwort des Ser- 's, Inhaltsverzeichnis und Öermcnn hillger Verlag.

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Dienstag, 8. Zuli 1915

Erstes Blatt

165. Jahrgang

Geschäftsstelle Büdingen, vahrchosjtrahe 16a.

bis vormittags 9 Uhr.

unteren Morawatale abgeschnitten

Die zwischen Egn. Palanka, Kra

ouli.

,Ncuc Freie Presse" meldet ans S o

Wien, 7. Juli.

Juli.

mit der

Ruck 'nnb alles ist

man muß dabei über einen energischen

neuen Alle

Wiesbadener Bolksthea- erste Glänbigerversammlung statt.

bische Armee den in Gefahr, in dem zn werden.

Bulgarien.

Die Pforte hat heute die

einen durchgreifenden Umbau, gestellt, daß die Gesamtkosten stellen.

In dem Kvnkurs des

beurlaubten türkischen Offiziere sind wieder bei der Armee eilt getroffen.

führer Sandansky ein.

Die Türkei und

Konstantinopel, 7. Juli.

Grenze Media-Enos unverzüglich zu räumen.

Die Haltung Rumäniens.

Der Krieg ohne Kriegserklärung tobt auf dem Balkan weiter, man hat sich aber wenigstens nach achttägigem Ringen zu seiner offiziellen Anerkennung nach völkerrechtlichem Brauch bequemt, indem man die Gesandten in Athen, Soria und Belgrad abberief. Die griechische Regierung hat noch ein übriges ge­tan und verkündet, daß neutrale Schisse, die nach den bulga­rischen Häsen im Schwarzen Meere bestimmt sind, der Durch- snclning wegen Kriegskontrebande untcrivorfcn werden. Vielleicht sollte das eine zarte Antwort auf die Vermittelungsoorschläge Rußlands sein, das die Premierminister der einstigen Balkan­verbündeten zu einem Gedankerraustausch nach Petersburg einluo. Aber in Athen und Belgrad will man erst die Kugeln reden:

Waren so auch alle Vorbedingungen zu einer tüchtigen Dar­stellung gegeben, so übertraf die von Sberrn Direktor Emil ^teg er geleitete Aufführung an künstlerischer Reise und sorgfältiger Durch­bildung doch noch alle Erwartungen, und das Ebenmaß des^mrt sicherem Blis für gute, bildhafte Wirkungen ausgearbeiteren Spie­les verdient hohe Anerkennung. Anch^die Einzellerstungen standen auf einer achtbaren Höhe. Fräulein Frida E i che ls heim vom Hoftheater in Wiesbaden, die uns schon lange vorteilhaft be­kannt ist, spielte die Iphigenie mit hinreißender, tiefergreifen» der Verinnerlichung und fand in ihrem schönen klangvollen Vor­trag, der vortrefflich auf die Goethe scheu Verse abgestimmt war, den sicheren Weg zu der schlichten Größe der trauernden Prieste­rin Das Lied der Parzen war der erbauliche .Höhepunkt ihrer Sprachkunst. Auch in der Schönheit der Bewegungen offenbarte sie die geschulte Künstlerin. Kraftvoll und markig war der DhoaS des Herrn Paul Wiegner vom Stadttheater in Aachen: ein würdevoller König, der auch in seinem Zorn die Haltung nicht verlor und den'klargeschliffenen Versen Klang und Farbe gab. Sein stummes Spiel zum Schlüsse hielt sich von iedev Tbeatralik frei und war dadurch von eindringlicher Wirkung. Daß sein Schuhriemen einigen harmlosen Gemütern willkom­mene Gelegenh'tt zu stiller Heiterkeit gab, weil er von den Waden herabglitt, verzeichnet der sorgfältige Chronist ohne alle Bosheit ^«diglich als Tatsache. Der Orest des Herrn Theodor

Antwort. Der Tägl. Rundsch. liegt

gels norbanbener Masse.

Ein vereinfachtes Operationsverfahren. Bei der letzten Versammlung der amerikanischen medizinischen Ge-

*

Sofia, 7. Juli. Alle Versuche des Belgrader Preß bureans, schreibt die Agenee Bulgare, zu behaupten, daß'der Beginn der militärischen Operationen von den Bul­garen mit Vorbedacht lange v orbereitet gewesen sei, entbehren feder Grundlage, desgleichen die Gerüchte von einem großen Er­folg der serbischen Armee. Die bulgarischen Truppen mußten bereit sein, einen möglichen Angriff der serbischen und grie­chischen Truppen zurücksuweisen. Dies wurde nötig durch die Herausforderungen, die seit Beginn des Juni sehr häufig statt­fanden, und auch durch den Umstand, daß vom 10. (23.) Ium an sich die Generalstabschess der Serben und Griechen zusarnmen- fanden, um den gemeinsamen Operationsplan gegen die Bul­garen festzustellen, eine Zusammenkunft, über die der bulgarische Generalstabschef authentische Nachrichten besessen hat.

Iphigenie auf der Naturbühne.

Gießen, 8.

towo und K um an o wo operierende serbische Morawa- divisron wurde durch die Angriffe d-'s Generals Toschew umgangen und hat schwere Verluste erlitten.

StiefenHofer vom Stadttheater in Aschaffenburg, der dem­nächst Hauptmanns Festspiel hier vorlesen wird, das unverdient zur Sensation geworden ist (man verzeihe das Fremdwort), war eine sehr achtbare Leistung, und der Wahnsimrsmonolog, den das Blätterrauschen wirksam unterstützte, kam packend zur Gel- tung. Zwar scheint seine Stimme nicht jeder Biegung fähig, aber sein Spiel zeugte von kluger Erfassung und Darstellung der seelischen Erschütterungen, die auch in Gang und Haltung gut zum Ausdruck kamen. .Herr Phigipp Spohn vom Neuen Theater in Frankfurt a. M. schuf in dem Pylades einen kindlich treuen Freund, der die Not des Gefährten schmerzlich spiegelte. 2en Arkas spielte Herr Hermann Fischer vom Stadttheater zu Biele­feld schlicht und natürlich. Den Schauspielern der beiden letzten Rollen ist die Darstellung so fest vorgezeichnet, daß der schlechte Schauspieler zwar viel verderben, der gute aber nicht aus dem Rahmen treten kann. _

Der Akademische Dürerbund, der hier gezeigt hat, daß er selbst unter großen Kosten echte Kunst fördern will, und keine Talmi­ware, darf auf den Erfolg stolz sein, denn die völlige Ruhe während der zweistündigen Aufführung war Beweis genug, wie sehr die trotz des anfänglich ungünstig erfcheinenden Wetters sehr zahl­reich erschienenen Zuhörer der Mfführung folgten. K. N.

f i a: Generalleutnant I wa no ff sieht sich infolge der be­deutenden numerischen Uebertegenbeit der grie­chischen Koniin gen te gezwungen, z u r ü ck z u w e t ch e n. Er ist durch den Abmarsch seines rechten Flügels nach Norden, der bei Krakowo angriff, in seiner Offensivkrast derart geschwächt, daß er sich vorläufig wird defensiv verhalten müssen. Er geht nunmehr mit seinem östlichen Flügel und der Mitte auf das Plateau B e l a s ch i k a - P l a n i n a zurück, wo er, vom Terrain begünstigt, den hartnäckigsten Widerstand zu leisten gedenkt.

Frankfurter Schauspielhaus. Um den großen akustischen Mängeln im Schauspielhause aktzuhelfen, plant man Eine Untersuchung hat jetzt fest- sich auf mindestens 500 OOO Mark

Eine Freilichtaufführung von hohem künstlerischem Gehalt bot btc hiesige Ortsgruppe des Akademischen Dürerbundes mit der Darstellung der Goetheschen Iphigenie im Philosophenwald. Ge­schmackvollerweise hatte der Bund keine Liebhaber herangezogen, sondern bewährte Kräfte auswärtiger Bühnen, so daß von vorn­herein mit einem schönen Erfolg zu rechnen war, denn mehr noch als der geschlossene Theaterraum verlangt die Naturbühne eine durch­gebildete Sprachtechnik und sichere Beherrschung der körperlichen Äusdrucksmöglichkeiten. Auch der Spielart roar mit viel Glück gewählt. der stille Wald bot für die köstliche Sprachkunst des Alten von Weimar einen entzückend schönen Hintergrund, und die äußerst sparsame Anwendung von Ausstattungsstücken außer ein paar Fichten nur Opfer tisch und Bank erhöhte noch den Reiz des anmutreichen Bildes.

t e r s fand am Freitag die

Ms Passiven sind angemeldet 16 bis 17 OOO Mk. darunter 5000 Mark für Mieten, 3000 Mk. für C. Spielmann, der Rest für Schauspielergagen, Beleuchtung, Kostüme usw. Diesen Schulden steht als einzig verwandbarer Gegenstand der Aushängekasten für die Theaterzettel im Wiesbadener Hauytbahnluff gegenüber, den der Konkursverwalter mit 20 Mk. bewertet, bei einer Versteigerung aber kaum den vierten Teil davon bringen dürfte. Das Ergebnis der Verhandlungen war die Einstellung des Konkursverfahrens man-

Be^ngsorct; mcmatlich75Pi., viertel- jährlich 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dicPost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Beitellg. Zeilenvreis: lokallöPs., auswärts 20 Pfennig. C hesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; fürFeuille­ton",Vermischtes" und Gerichtssaal": 5t Neu­rach: für , Stabt und 2and": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

W icn, 7. Juli Der Spezial ko rr es ponde n t derReichs- poft" in Sofia meldet: In der Schlacht an der B r egal- u i tz a wurden durch siegreichen Gegenangriff der bulgarischen Armee südlich von Desliniei das 3., 4. und 11. serbische Infanterieregiment vollständig ausgerieben. Bon Westen und Osten durch eine Umgehung bedroht, trat die fer- Rückzng an. Die serbische Armee ist

so führte er im Verlause seines Berichts aus, ,,dann fasse ich die Rachenhöhle hinab, packe die Mandeln wie Mtritfjen, ein kurzer vorüber. Tie Operation dauert ungefähr

Serbische Nachrichten.

W. Belgrad, 6. Juli. Entgegen bulgarischen Mel­dungen, die in einigen Fällen augenfällige Unwahrheiten enthalten, ist das serbische Preßbureau ermächtigt, zu er» klären, daß die serbische Regierung bestrebt ist, vom An­fang der neuesten kriegerischen Verwickelungen an eine w ah re Darstellung der Lage auf dem Kriegs­schauplatz zu geben, und daß man von diesem Grund­sätze selbst in den Fällen nicht abgewichen ist, die für Serbien weniger günstig waren, wie dies sämtlich in den letzten Tagen veröffentlichten Bulletins beweisen. Das Preßburean ist nicht willens, die bulgarischen Siegesnach­richten die im allgemeinen angebliche Operationen be­sprechen, ohne Namen zu nennen ohne weiteres un- widerlegt zn lassen. Das ist begreiflich, wenn man berück­sichtigt, wie rücksichtslos die Agenee Bulgare die öffentliche Meinung Europas selbst in jenen Fällen in die Irre führen will, in welchen serbische Erfolge durch Gefangennahme ganzer Bataillone und Besetzung wichtiger von den Bul­garen gehaltener Punkte, wie beispielsweise Retkc-Bukwe und Ruicinrid-Kotschana bekräftigt werden.

Belgrad, 6. Juli. Das Serbische Preßbureau meldet: Unsere Truppen haben soeben Kots cha n a und das ganze Gebiet bis zum B r e g a l n i tz a - F l u ß besetzt, wo sie einen Kampf zu bestehen hatten mit den Resten des rechten bul­garischen Flügels, der aus stark befestigten (^tenungen vor der Stadt den Rückzug der vorher geschlagenen siebenten (Rilo-) und der vierten Division deckte. Unter Zurücklassung von Gewehren und Munition ist der Feind nach erbittertem Kampfe geschlagen worden. Er ging, von unseren Truppen verfolgt, in der Richtung auf Zarewo-Selo zurück.

Berlin, 7. Juli. Die serbische Gesandtschaft teilt mit: Alle Nachrichten der Agenee Bulgare von einer entscheidenden Nieder­lage und der Gefangennahme der Tirnokdivisioit bei K r i -- w o l a k entbehren jeder Begründung. Der beste Beweis hierfür ist, daß gerade die Timökdioision gestern Kriwolak zurückerobert hat. iAuch diese Meldung verschweigt, daß zwei Timokdivisionen vor­handen sind. Red.)

Belgrad, 7. Juli. Die b u l g a r i s ch e n V e r s u ch e btt Pirot die Grenze zn überschreiten sind mißglückt. Gestern haben die Bulgaren versucht, bei Orenovatsch die Grenze zu überschreiten.

W i e n, 7. Juli. Die Blatter melden aus 2 k u t a r i : Die serbischen Truppen verschiedener Ortschaften Albaniens er­hielten den Befehl, sich ntti der Division in Prizrend zu ver­einigen. Im Gebiet von Mlalissia, Lijnma, Matja versammeln sich große Mpugen Albanesen gegen die s e r b i s ch cuf, B c^ satzungstruppen. Seit mehreren Sagen finden be­reits Kämpfe zwischen dem Matflusse und dem Drin statt: an der Ljumagrenze, sowile unweit Gehrida waren die Gefechte für die Serben verlustreich. Wie dieAlbanische Korrespow- den^' ans Valona meldet, traf dort der bulgarische Banden-

15 Sekunden. Aber Griff verfügen."

Die rechte

folgender Antwortbries der städtischen Oberrealschule zu Halle a. S. an die Universität Grenoble auf die Zusendung ihrer Programme vor:

An das Comite de Patronage des Etudiants etrangers der Universität Grenoble.

Hiennit senden wir Ihnen die uns zur Kenntnisnahme und Verbreitung überschickten Prospekte Ihrer Universität zurück und bemerken hierzu, daß wir infolge der den allgemeinen Beariffxn von Gastfreundschaft zuwiderlausenden Behandlung unserer Lands­leute in Frankreich, insbesondere der fortgesetzten greben Be­lästigungen der in Grenoble studierenden Deutschen durch Ein- nwhner, Soldaten und die lokale Presse, es zu unserem Bedauern entschieden ablehnen müssen, fernerhin Ihre Universität zu emp­fehlen unb Ihre Reklameschristen zu perbreitnt. Unsere Ansicht über die genannten Vorfälle steht nickst allein, sondern mirM von einer- Versammlung der Direktoren der höheren Lehr­anstalten der Provinz Sachsen einstimmig vertreten. Zu­gleich teilen wir Ihnen mit, daß wir diesen Bries verschiedenen maßgebenden Zeitungen zur Veröffentlichung übersandt haben.

Nach Besaiwon ist in gleicher Angelegenheit ein Brief gletdxn Inhaltes gegangen.

Kurze Nachrichten aus Kunst u n d W i ff e n » schäft. Ter 4. Internationale K o n g r ej- ' ü r Wo h- nungShhgiene findet vom -31. August bis 7. eeptemocr d. I. in Antwerpen statt.

sellschaft in Chicago erstattete Dr. Harold Foster aus New Pork einen interessanten Bericht über eine eigenartige neue Operations­methode zur Entfernung der Mandeln. In den meisten Fällen pflegte man bisher Mandeln durch eine besondere Schlinge zu be­seitigen. Ter amerikanische Spezialarzt verzichtet auf jede Hilst durch Instrumente oder Vorrichtungen und sein Verfahren ist in der Tat verblüffend einfach.Ich lasse den Pattenten einschlasen",

Ihr. 157

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich ©iefoenerSamHienblätter; zweimal wächenll.Areis- blatt für Öen Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche seitfragen Fernjprech Anschlüsse: für die Redaktion 112, -

W General-Anzeiger für Oberhessen

Zagesnümm« NotatlvnrdruS unö Verlag der Vrühl'schcn Univ.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Redaltion, Lrpedition und Druckerei: rchnlstraze V

Vie gegenwärtige Kriegslage.

Die zahlreichen Meldungen vom Kriegsschauplatz, die alle Kriegführenden siegen ließen, ermöglichen jetzt

1 wenigstens einen allgemeinen Ueberblick über die Kriegs­lage. Am klarsten liegen die Tinge im Süden der Ge­sa m t f r o n t der B u l g a r e n. Sie sind hier nach leb­haften Gefechten auf der Linie Ge w g e l i-Aeg ä isch e s 'M e c r zurückgedrängt worden und halten jetzt den Abschnitt vom Nordostende des Sees von Doiran, am Lauf der Struma, mit ihren sumpfartigen Verbreiterungen entlang, bis zum Busen von Orfano. Mau darf annehmcn, daß sie hier sehr kräftigen Widerstand leisten - können, denn der südliche Teil des Abschnitts ist nur an wenigen Stellen, von größeren Massen auf schmalen Straßen zu überschrei­ten. Tic Vermutung liegt nahe, daß die Griechen daher ver­suchen werden, eine Verschiebung ihrer Truppen ti a ch N o r d c n vorzunchmen und an der Bahn T o i r a n - Serres entlang vorzugeheu. Weiter nördlich haben die Bulgaren die serbische Ti m o k d i v i s i o n zweiten Auf­gebots, die auf dem linken Wardarufer, bis in die Höhe von Gewgeli nach Osten vorgeschoben war, mit überlegenen Kräften umfaßt und zum größten Teil zur Ergebung ge­zwungen. Diese Division focht vereinzelt und wurde von der in der Ebene von I st i p -Ko t s ch an a f e st g e h al­te n e n Hauptarmee, nicht unterstützt. Anscheinend ver­wandten die Bulgaren dabei Truppen, die von Süden aus der Stellung gegen die Griechen herangeholt worden waren. Tie int Becken von Istill stehenden bulgarischen Divisionen mußten während dieser Zeit den Angriff der serbischen Hauplarmcc gegen die Linie der Bregalnitza und des Sla- towabachs aushalten und sind schließlich, wie es scheint, unter sehr schweren gegenseitigen Verlusten gezwungen wor­den, in das östliche Randgebir'ge der Ebene bis Plaschrowtza- pluninQ zurückzugehen. Die Meldung von wilder Flucht usw. ist jedenfalls sehr übertrieben. Im Gebirge nördlich von Kotschana, wo die neuformierten mazedonisch- bulgarischen Brigaden fechten, sind die Serben wohl noch nicht weit vorwärts gekommen, und an der Straße KumanowoEgri Palanka haben nur kleinere Zu­sammenstöße stattgefunden. Die bulgarische Front bilder also einen rechten Winkel von der Gegend von Kriwolak nach Osten bis an das Ende der Ebene und dann scharf nach OLorden auf Egri Palanka hin. Sic flankiert damit ein weiteres serbisches Vorgehen gegen das eigent­liche Bulgarien auf Küstendil zu, das mit Nachdruck erst ein setz en kann, wenn diese Bedrohung beseitigt ist. Während der größere Teil der serbischen Streitkräfte in dieser Gegend festgelegt ist, sind die bei Pirot und Saitschar versammelten Armecgruppeir noch nicht in ernste Berührung mit dem Gegner gekommen. Was von einem bulgarischen Angriff aus die Werke von Saitschar gemeldet wurde, war weiter nichts «als ein Vorgehen schwacher Abteilungen aus der Gegend von Widdin, das höchstens bezweckte, die Aufmerk­samkeit der Serben von wichtigern Punkten abzulenken. Auf den Aus gang des Krieges ist aus den bisherigen Ereignissen nicht der geringste Schluß zu ziehen, es laßt sich vielmehr ebenso gut vermuten, daß die bulga­rische Heeresleitung bewußt und absichtlich auf dem süd­lichen Flügel und in der Mitte mit schwächern Kräften möglichst grvßie Massen der beiden Gegner, zu denen sich jetzt auch' ein montenegrinisches Hilfsrorps gesellte, fest- aehalren hat, um auf dem entscheidenden Punkt zur richtigen Zeit mit vollstem Nachdruck vorzugehen.

Unterdessen ist Rumänien in der Mobilmachung begriffen, und in den nächsten Tagen wird der Auf­marsch beginnen. Für Bulgarien wird es immer notwen­diger, sich durch diplomatische Verhandlungen diesen neuen Gegner vom Halse zu schaffen. Es ist, wie wir derKöln.

Ztg." entnehmen, außerstande, ihm bei einem Einmarsch in die Gegend zwischen Tutnrchan an der Don.au und Balt- schik, die das nächste Opcrationsziel der Rumänen bildet, Widerstand zu leisten. Abgesehen von der Besetzung dieses Gebiets hak die rumänische Armee aber die Fähigkeit, auch weiter nördlich die Donau zu überschreiten und in Bulgarien einzudringen. Bei der Stimmung des Heeres und des Volkes in Bulgarien wagt das Kabinett nicht, ohne äußerlich er­kennbaren Zwang, die Forderungen Rumäniens zu erfüllen, es täte aber gut, sich hinter den Kulissen mit dem Rach?- barn zu verständigen, damit seine Bewegungen nicht über eilte gewisse Linie hinausgehen.

Bulgarische Meldungen.

Wien, 7. Juli. DieNeue Freie Presse" meldet aus S o f i a: Z w e i g r o ß e n b u l g a r i s ch e n A r m e c n. Dun denen eine um Egri P a l a nka -Kro k o w e>, die andere gegen K o t- schano (Operiert, gelang die Vereinigung bei dern^ Torfe Stracin, zwischen Egri Palanka und Kumanowo. Die ser­bische Morawadivision ist damit endgültig verloren. Weiter er scheint eine dritte bulgarische Armee, von Norden kommend. Mau sagt, daß zwischen Uesküb und Nisch die Eisenbahnlinien an mehreren Stellen von den Bulgaren unbenutzbar gemacht wurden.

In der Nacht auf Montag sind bulgarische Truppen nach Zurückwcrfung schwacher serbischer Streitkräfte in W ran ja ein gedrungen und haben sich der dort beffndlichen Etappe n- ft a t i o u bemächtigt und große Vorräte an M n n i t i o n und Verpflegungsmaterial erbeutet. Die bulgarischen Trup­pen sind bann gegen Bojanowze unö Morawa weiter vorgerückt. Die WienerMilitärische Rundschau" bestätigt diese Mel­dung. Die 14 000 Mann starke, vermutlich von Egri Palanka vorgeschickte bulgarische Kol'onne soll jetzt die serbische Rück- zugslinie bedrohen.

bulgarische Regierung in dringlicher Form ersucht, die Küste des Marmarameeres und die Gebiete bis zur