Ausgabe 
8.5.1913 Drittes Blatt
 
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vtrsammlmig hejftscher vergwertL-betriebLleiter.

Gießen, 7. Mai.

Die im yoielViktoria" in (ließen abgehaltene Ver­sa nr in I u n g der hessischen Betriebsleiter war die erste in diesem Jahre. Es umreit fast alle Brrgbanbetriebe uno Unternehmungen vertreten Bergrat brich gab in längeren ^bussühnnrgen an Vonb der von der Geologischen Landesanstatt neu hcransgegebenen Blätter Gießen und Mendorf einen Uebcrolick über den gcotogisüien Ausbau des durch die Matter barg-stellten Gebiets und wies auf die Unterschiede und Vorzüge der im Maßstab 1:25 000 kartierten neuen geologischen Aufnahnw gegenüber der alten des mittel rheinischen geologischen Vereins int Maßstab 1:50000 hin. «Etwas naher ging der Vortragctidc auf die den iKOifdu'ii Bergmann stark interessierende, noch keineswegs ganz aufgeklärte Frage der Entstehung der Eifettsteinlager und ans die mit dieser Frage in ursächlichem Zusamtnetchang stehenden tcfto nischen Erscheinungen des Bogel sberges und seines Vorlandes ein. 3it unterscheiden ist zwischen den an den devonischen Stringoce- plwlenkall gebundenen Eisen und Manganerzlagern der Lindner Mark bei Gnchen und den gleichaltrigen Lagern bet Rosbach v. d. S?. einerseits und den Basalteisensdeinlagern des Vogelsberges anderer seits, die jüngeren Alters sind. Schließlich' wurden auch noch kurz die ix>r, ztvischen und nach den Basalteruptionen des VogelS- bergcs entstandenen Braun kohle na bla gerungen erwähnt, deren größte und jüngste die von Inheiden bis Bauern ifftrn reichende Ablagerung der Wettern» ist. Tas; die Miueralschähe Hessens auch wirtschasttich niÄ ohne Bedeutung sind, zeigte der Vortrag von Bergnarttnann scheerer, der das Wichtigste aus J>em Jahresberichte der Groscherz oglichen Bergbehörden für das Jahr 1912 bekannt 9cb- standen in diesem Jahre 44 Werke mit einer durclrschnittlichen Belegsckxtst von 2250 Arbeitern unter berg­behördlicher Aufsicht. Tie Prvdulrion an Eisen- und Mangam 4Ticn belief sich aus 399 222 Tonnen im^Werte von 3 867 747 Mark, die an Braunkolsten ans 393 730 Tonnen int Werte von 725570 Ms.: außerdem wurden 17 787 Tonnen Salz im Werte von 571917 Ms. erzeirgt. Bon dem Wert von 5,1 Millionen für die genannte Produktion werden 2 643 000 Mk., also rund 52 Prozent, als Bruttolohn für die beteiligten Arbeiter und Besntten wieder aufgewendet. Aus der Lohnstatistik des Jahres 1912 geht hervor, daß der durchschnittliche Nettoverdienst der eigentlichen Bergarbeiter gegen das Vorjahr gestiegen ist. Der Tagesverdienst betrug für einen unterirdisch beschäftigten Berg­mann im Braunkohlenbergbau 4,17 Mk. gegen 4,15 Mk. im Vorjahre, für einen im Taaebau besänftigten 3,61 Mk. gegen 3,55 Mk. int Vorjahre. Bei den Eisenerzbergleuten die int Durärsäntftt eine um 0,7 Stiuiöcn kürzere Sckstcktzeit hatten, lauten die entsprechenden Zahlen: 3,87 .3,80, Ml. und 3,13 (3,03) Mk. - Schließlich wurde noch das Ergebnis des bei der Schuiabteiluug gestellten Antrages, die Unterrichtszeiten in den Fortbildungsschulen einheitlich zu regeln, bekannt gegeben. Die Gießener Kreisschnlkimrmissiou hat sich auf einen ablelmenden Standpunkt gestellt Tagten befürwortet sie die Anregung, die schulpflichtigen Arbeiter eines Betriebes der Schule der zunächst- gelegenen Gemeinde zuzuweisen, und ferner, auf größeren Be­trieben eigene Fortbildungsschulen einzurichten. Es muß daher den Bergbautreibenden überlassen bleiben, unter Umständen ge­meinsam einen der vorge^eigten Wege zu beschreiten.

Die Nieöer-Msdauer Genosfenschaftskrise.

bs. T a r in stadt, 7. Mai.

In dem Prozeß gegen Adam und Genossen wurde zunächst der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Zeuge Lehrer Vogel, der bisher- unvereidigt bneb, teilweise vereidigt. Tie Verteidigung Isaaks benennt noch 23 weitere Zeugen, die über Geschäfts beziehungert und Charaktereigenschaften des Angeklagten Aus­kunft geben sollen. Tie Verhandlung wendet sich dann speziell der gegen Isaak gerichteten Anklage zu, die auf schwere Hehlerei lautet. Es wird dem Angeklagten, wie bereits früher, auch heute der Vorhalt gemacht, wie er denn die Wechselbeziehungen Pallmanns zu NieDer-NioDau gedeutet habe. Aus verlesenen Briefen geht auch deutlich hervor, daß Isaak von dem 'Vor- handenfem von Blankowechseln gewußt haben müsse, daß iym solche sogar selbst, übergeben wurden. Daraus hatte er un­bedingt erkennen müssen, daß hier unlautere Geschäfte gemacht werden. Demgegenüber kommt Isaak immer wieder aus seine früheren Ausführungen zurück, die dahin gehen, daß ihm Pall inann stets gesagt habe, er (Palimann hätte der Nieder-Pdodauer Kasse viele OkfäUigfeiten erwiesen, und diese set ihm deshalb verpflichtet. Für ibn habe keine Veranlassung bestanden, die Art dieser Berpftichttingen näher zu untersuchen. Mit beson­derem Nachdruck hebt er auch hervor, daß er bei diesen G? schäften etwa 900 000 Mark ein gebüßt habe. Ter Beisitzer .stonrabt hält ihm vor, ob er denn das Oftmoffensckaftsgesetz nicht kenne, daß derartige große Wechfelgeschäste verbietet. Isaak behauptet, hiervon keine Kenntnis zu haben. Neue Zeugen wurden heute nicht vernommen.

Wie heute verlautet, lvird sich die Verhandlung noch bis weit in den Juni hinein erstrecken.

Tie Sitzung wird um 1 Uhr abgebrockwn. Fortsetzung morgen.

verband reifender Kaufleute.

Tort m und, 5. Mai.

Der Verband r e i fe n b c r Kaufleute Deutschlands hielt vom 1.4. Mai hier seine Hauptversammlung ab, auf der auch die Sektion Gießen vertreten war.

Auf das verflossene Geschäftsjahr kann mit Befriedigung zurückgesehen werden, verfügt der Verband doch über ein Ver­wögen von 5 521594 Mark bei einem Mitgliederbestände von 12 324 ordentlichen, sowie 2981 stiftenden und außerordentlichen.

Die Verhandlungen gipfelten in folgender Entschließung:

Die Generalversammlung des Verbandes reisender .Kaufleute Deutschlands erklärt: 1. Sie erblickt in der Ausbreitung des a m er i k a tt t s ch - e n g l i s ch e u 3 i g a r c 11 e n t r u ft c 5 in Deutschland eine schwere 'Gefahr für die Handlungsrcisenden und .'Handelsagenten der Tabakbranche, hält den Kamps gegen diese Ausbreitung für eine wirtschaftliche Notwendigkeit und beauf­tragt die Verbandsverwaltnng, an der Agitation gegen die Trttst- finnen teilzunehmen und ihnen in Zukunft die Spalten unseres Fackwrgans zu verschließen. 2. In Sachen der Konkurrenz- klanscl wird die von der Regierung in Vorschlag gebrachte sogenanntebezahlte Karenz" gutgeheißen, daneben aber eine zeitliche Beschränkung aus höchstens 2 Jahre, soweit das Verbot einer örtlichen Beschränkung über ganz Deutschland und eine sachliche für eine ganze Branche in allen ihren Zweigen ge­fordert. Sic soll Unzulässig fein bei einem Gehalt unter 5000 Mark. Auch soll es dem Richter überinnen sein, zu prüfen, ob an der Geltendmachung der Klausel ein Interesse auf feiten des Arbeit­gebers vorhanden ist. Die sogenanntekleine Konkurrenzklausel" ist zu ocriverfen. 3. Tie auch vom Verband reisender Kauf­leute Teuftchlands schon vor mehreren Jahren gestellte Forderung auf gesetzlicher Grundlage einen Z lv a n g s v e r g l e r ch außer-

2. Qual. 450525 Mk.

B

Qual. 300425 Mk.: junge Rinder ,23 , jährige leichtere Tiere 140 bis

Verwarnung am Platze gewesen, zumal der Hundebefttzer es. 500 Meter von der Ost-Anlage wohnt und sich das Hündchen en diesem Tage verlaufen haben muß."

Singeßandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen. Dem Einsender wurde am 14. März sein ",'i Jahre altes gelbes Tackelchen zur Anzeige gebracht, weil es frei und ohne Auf ficht in den gärtnerischen Anlagen (Ost-Anlage) hcritm- gelaufen fei. Dem Hundebesitzer wurde' ohne vorherige Mit- teilung der Strafbefehl in Höhe von 4,10 Mark am 28. April zugestellt. Da die Stadt von jedem öunb, und hier auch von diesem .Hündchen, pro Jahr 10 Mark Einnahme hat, so wäre wohl hier eine kleine Gegenleistung in Form einer erstmaligen

halb des Konkursverfahrens herbeizuführen, wird von neuem an die hohen gesetzgebenden Faktoren des Reiches gerichtet. Wir versprechen uns von ihr große wirtschaftliche Vorteile, die in der Billigkeit und Schnelligkeit des Verfahrens, in der vor­teilhaften Verwertung der Masse, in der Beseitigung schädigender Ausverkäufe und Versteigerungen, in der wirksamen Zügelung sogenannter Akkordstörer und in der Erhaltung der Existenz des Geheimschuldners bestehen. Sie erwartet, daß die holte Reichs­regierung dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf zugehen läßt. 4. Wir legen im Namen der Ehre uitb des Ansehens des deutfcheil Eiaufmannsstandes Protest gegen die Maßregelung ein, die darin besteht, daß es den Handlungsreisenden, auch wenn sie die. Kaufmannschaft wie üblich erlernt haben, ver­böte n wird amtlich den TitelKaufmann" zu führen, während nicht gelernte Leute, wie ehemalige Handwerker, Kutscher, Handarbeiter nsw., die ein Geschäft kaufen, diese Bezeichnung führen dürfen. Wir fordern, daß uns die BezeichnungKaufmann", auf die wir. stolz sind, auch bei amtlichen Einträgen erhalten bleibt, wenn auch mit der Nebenbezeicknung, die ergibt, daß es sich um einen nickt selbständigen ^Kaufmann handelt. Wir hoffen damit die Zustimmung aller Standesgenossen, auch der selbständigen Kaufleute, zu finden, die etwas ans ihren Stand halten.

Märkte.

th. Sietzen, 7. Mai. Ter dieswöckentliche Rindvieh- ma rkt hatte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Großvieh und 400 Jungtieren und Kälbern. Ter Dorlmudel, der schon am Sonntag einsetzte, beschränkte sich auf Milchware, darunter be­sonders auf schwarzbunte ostfriesländifche Kühe, und der Handel darin war bei sehr hohen Preisen am Montag sehr bedeutend. Trotz der starken Kontrolle der Marktpolizei läßt jicf) bei einem Zuchtviehmarkt der Vorhandel nicht aus der Welt schassen, eS sei denn, daß man hinter jeden Ein und Verkäufer einen^Schutz­mann stellt. Tie Handelsleute erklären, es liege int Jnterefse des Viehes, daß es, fobald es am Markt ist, in andere Hände übergeht, damit cs so schnell wie möglich wieder in geregelte Stallverhältnisse kommt. Am gestrigen Markt war das Geschäft in allen Viehgattungen flauer als sonst, das wird Darauf zurück- füljrt, daß in den Großstädten die Bevölkerung nicht nur den Fleischkonsum, sondern auch den Genuß von Milch einschränkt. Auch liege noch kein großer Bedarf für die Badeorte vor, deren Besuchszahl infolge der Witterung sieh nicht recht entwickeln will. In (enteret Beziehung hofft man nach Pfingsten Wandel zum Besseren. Tic Preise für Milchkühe schlugen durchschnittlich gegen­über dem Erlös des letzten Marktes um 1015 Mk. das Stück ab. Jungtiere behaupteten ihren Preis, ebenso die ivenigen Stücke Rinder, die am Markt waren, dagegen schlugen fette Kühe, die stärker vertreten waren, um 23 Mk. der Zentner ab. Kälber waren seit langer Zeit verhältnismäßig wohlfeil zu haben, weil der Vorrat darin über Den direkten Bedarf hinausging und weil die Frankfurter Einkäufer nur geringes Interesse Dafür hatten. Bezahle wurden für das Stück: Frischmelkende und tragende Kühe 1. Qual. 550650 Mk. einzelne Tiere bis 680 Mk.!,

Fay5 ächte Sodener fflineral-Paittnen

werden aus den Heilquellen III u. XVIII der Gemeinde Bad Soden am Taunus hergeflellt, die sich seil Jahrhunderten bei Butten, Beiferkeit, Bronchialkatarrb vorzüglich bewährt heben.

Hacb<hmangen weise men zartirk. Vrrj* d > Pfg. per Sehechtei, tibenll erhältlich-

Wetterschau.

Tie mittleren Tagestemperaturen steigen int Mat von rund 11 Grad am 1. ds. Mts. auf 17 Grad art 31. an. Wie in allen Monaten ist auch im Mai der Anstieg nickt gleich­mäßig, sonderit von gelegentlichen Kälterückfällen unterbrochen. In den meisten Gegenden Mittel und Süddcutschlands sind es gerne die Tage vom 15.17., deren Normaltentperatur einen merklichen Rückgang aufweist. Gerade im Mai können Kälte- rüdfälle sehr schädlich werden, da ein verhältnismäßig geringes Sinken der noch niederen Temperaturen Frostbildung hervorruft. Int Juni sind noch stärkere Rückfälle die Regel, dock liegt in diesem Monat die Temperatur schon so hoch, daß auch ein starker Rückgang keinen Frost hervorruft. Man führt diese Un­regelmäßigkeiten int Wärmeanstieg ^auf die großen Temperatur­gegensätze zurück, die fick zwischen Süd und Nordeuropa bilden. Während in niederen Breiten int Mat schott Sommertemperaturen herrschen, hat Nordeuropa kaum den Winter hinter sich, beson­ders die Meeresgebiete um Island, in die von Norden kommende Eisberge einbringen. Temperaturgegensätze aber schassen Truck­unterschiede, die bei genügender Stärke zu gewaltsamem Ausgleich führen, so daß südlicher Lufttransport und Wärme von nörd­licher Luftströmung und Kälte abgelöst wird. Ter deutsche Mai weist folgende Monatstemperaturen aus: Aachen 13.0 Grad. Berlin 13.8 Grad, Hamburg 11.7 Grad, Helgoland 9.8 Grad, Frankfurt a. M. 14.0 Grad, Karlsruhe. 13.9 C9r ab, Straß­burg t. E. 13.7 Grad, Stuttgart 14.1 Grad, Bromberg 12.2 Grad, Königsberg 11.0 Grad. Der Gegensatz zwischen dem llimatisck bevorzugten badischen Rheingebiet und der Nordseelüste betrügt im Monatsmittel über 4 Grad, im einzelnen Falle noch erheblich mehr. Ter Mai des äußersten Norddentschland ist fthr un­freundlich und rauh und wenig für Erholungsbedürftige geeignet. Der Helgoländer Mai cntsprimt einem Stuttgarter oder Karls­ruher April. Unsere Mittelgebirge seien durch Brocken, Feld- berg (Taunus) und Schneekoppe gekennzeichnet mit bezw. 5.3 Grad, 8.3 Grad, 2.9 Grad Wärme. Tas 65 r o ß Herzog t u m H essen zeigt solgende Wärmcoerhältnifte: Darmstadt 13.7 Grad, Gießen 13.1 Grad, Bad-Nauheim 12.9 Grad, Mainz 11.4 Grad, Offenbach 13.5 Grad, Michelstadt 12.2 Grad, Schotten 12.3 Grad, Worms 14.4 Grad, Alzeh 12.9_ Grad. Fast alle Stationen zeigen einen Kälterückfall in den Tagen hont 16.20.

Die Anzahl der Sommer tage beträgt int Mai int Mittel 45. Das Jahr 1868 hatte die außerordentlich hohe Zahl von 21 Smnmertagen. Fro st kommt nur ausnahmsweise alle 56 Jahre vor. Die durchschnittlichen Regenmengen sind größer als im April. Der Mai leitet zu Den bei uns gut ausgeprägten Sommerregen über. Gewitter treten durchschitittlich an 34 Tagen ein.

Ter Monat März hatte in seinen letzten Tagen eine Reche

und Stiere für Zuchtzwecke, 1 _

160 Mk., schwere Ware 180220 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 8789 Mk. ivereinzelte schwere Stücke bis 93 Mk.,, sctte Kühe 1. Qual, waren nicht am Markt, gute 2. Qual. 78-80 Mk., 3. Qual. >Wurstkühe) 72 bis 74 Mk.: Kälber 1. Quak. 8789 Mk., 2. Qual. 8285 Mk.,

sonniger Frühlingstage gebracht. Auch in den ersten Apriltagen blieb die Wärme über dem Tirrchschnitt und trieb Die Vegetation zu frühzeitiger Entwicklung. Als Dann aber gegen Den 9. d. Mts. ein nördliches Hochdruckgebiet nach Dem westlichen Meere wanderte und einen Transport kalter Nordwesttvinde herstellte, sank in ganz Deutschland die Temperatur ungewöhnlich tief. Am Morgen des 10. April hatte sich zudem ein kräftiger Luftwirbel über der nördlichen Ostsee eingestellt, bei Die Zufuhr norwestlicher Luft- massen noch verstärkte. Von Nordwesten her brach im Lause des Tages eine Kältewelle ein, die bis zum Morgen des 11. auch SüddeutschianD erreicht hatte. Fast überall gingen Schneefälle nieder, Die in Den Mittelgebirgen von 700 m ab eine geschlossene bis 50 cm tiefe Schneedecke her {teilten. Sonntag Der 13. war für den Wintersport, Der im vergangenen Winter wenig zur Geltung gekoimncn ist, ein hervorragender Tag, eine frühlings­warme Sonne sttahlte über einer idealen Pulverschneedecke. Im Flachland aber traten jetzt starke Fröste ein, die Der früh zu Blütcnbildung entwickelten Vegetation sehr schadeten. Tre stärksten Fröste kamen in Den Tagen vom 12.15. vor. Ostdeutschland hatte schon am ersten Tage Temperaturen Don 68 Grad Kälte, die sich am 13.. 14., 15. wiederholten. Auch Süd- und Mittel deutschland brachte es auf 16 Grad Kälte. Frankfurt am] 13.4 Grad, Trier6 Grad am 14. Vom 18. ab war ganz Deutschland wieder srostsrei. Als sick Dann hoher Truck über Rußland bildete, drangen warme südliche Luststtömungen über Deutschland vor und brachten in Den letzten Aprilragen einen jähen Wärmeanstieg. Am 28. lagen in vielen Gegenden Deutsch­lands schon die Morgentemperaturen sommerlich hock, bet 17 bis 19 OkaD. Ebenso am 29. und 30. nachmittags wurden 25 Grad überschritten, so daß der vergangeneÄbril bereits 3 Sommerlage aufweisen konnte, während 14 Tage früher noch Eis und Scknce geherrscht hatten. Die letzten 3 Apriltage waren die luärmftcn feit 6070 Jahren. Ebenso wie auf die ungewöhnlich warmen Märztage ein jäher Kälterückfall folgte, so hat der beginnende Mai auch bereits einen raschen Temperaturrückgang gebracht. Der sich erfahrungsgemäß in der ersten Maihälfte noch verschärfen dürfte ____________ __________________________________

3. Qual. 79 - 81 Mk. Der Markt hatte seit langer Zeit bei frühem Schluß, Der wohl auf die falte Witterung zurückzuführen war, einen kleinen UebcrftanD an geringwertigen Kühen. Ter nächste Markt ist am Mittwoch, 21. Mai, und Donnerstag, 22. Mai l Schweinemarkt).

Nidda, 7. Mai. Aus Dem heute hier abgehalteueii Ferkel- markt waren trotz des verhältnismäßig hohen Austriebes von beinahe 550 Stück Die Prelfe sehr hoch, Tas Paar 9 bis 10 Wochen alte Ferkel kostete 6065 'SIL; sogar 5 Wochen alte Tiere wurden das Paar zu 50 Mk. verkackt. Manchem Kaustiebhaber waren die Preise zu hoch und et zögerte mit dem Einkack. Trotzdem wurden saft olle Zückter ihre Ware los. Für fette Schweine bieten gegen­wärtig Die Metzger 6370 l'fg. für das Pstind Schlachtgewicht. Hoch sind auch die Preise für Milchkühe und Zuchtkälbea. Ter Preis von 550 Mk. für eine junge Kuh ist in unserer Gegend keine Seltenheit mehr.

L. Zriedberg, 7. Mai. Ter heutige sDi a r T t war der schlechten Witterung wegen nicht gut besucht. Ter Viehmaric mar mit über 1000 Schweinen befahren. Viele Käufer hatten sich ecngefunden unD der Handel war lebhaft. Tic Preise waren l-och. Fcrftl kosteten 3540 Mk. das Paar, Springer kamen auf M60 Mk. und Läiifer auf 6070 Mk. Da» Paar zu stehen Um 12 Uhr war so ziemlich alles verlaust; der Vieh markt wurde eben­falls geräumt. Ter KräMerma r ; t war schlecht, nur der G cmüse markt für Händler und Käufer gut.

d. herchcnhain, 6. Mai. Ter Walpurgismarkt war des Vor­mittags als Schweinemarkt gut besucht und ist auch, an Handel gut verlaufen. Der Kr ämerrna r f t am Nachmittage Dagegen war mangelhaft. Trotz Der schleckten Witterung wurden 443 Schweine aufgetrieben, während im Vorjahre die Zahl übet 500 betrug. Der vorwiegende Auftrieb waren Ferkel: Läufer waren es weniger. Fette Schweine waren keine vorhanden. Tie Preise standen folgendermaßen: für geringste Sorte das Pae-x 5560 Mark, etwas bessere 6070 Mark, mittlere 7080 Marl und die besten 80 100 Marl. Hiervon waren schon viele als Läufer zu bezeichnen.

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