letzten Wahl oom Zentrum stark umstritten gewesen, durfte aber auch bei der direkten Wahl bei richtiger Auswahl des Kandidaten den Rotronalliberaten sicher sein. Die Wabl er- fo(gt zunächst nur für den Rest der gegenwärtigen Landtagsperiode, also bis zum Herbst 1914.
Deutsches Reich.
Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg lst Dienstag vormittag 8 Uhr von München nach Schloß Linderhof zur Jagd abgereist.
Ausland.
Die Fremdenmorde in Meriko.
Die „Times" veröffentlicht einen Bericht,' den das auswärtige Amt über den Tod des Deutschen von Tha- dem und des Engländers Loughton erhalten hat, die im letzten August in Mexiko ermordet worden sind. Die beiden saßen in einem Hause des Herrn Jturbise auf der Veranda beim Kartenspiel. Sie hatten grade durch einen reitenden Boten das Geld zur Lohnzahlung erhalten. Ter Bote hatte kaum fünf Minuten das Haus verlassen, als er Schüsse hörte. Er kehrte sofort um und fand beidö Männer tot mtb das Geld verschwunden. Tie Räuber hatten anscheinend von dem Eintreffen des Geldes gewußt und sich in der Nachbarschaft versteckt gehalten.
Kein Uebercinkommen Italiens mit der Tür kei.
Die „Agencia Stefani" veröffentlicht folgende Note: Die Nachricht des „Gaulois" über ein geheimes Uebereinkommen Italiens mit der Türkei ist vollständig erfunden.
Kirche und Schule.
Ein kirchlicher Nichtungsstreit bei den Konservativen.
Der protestantisch-orthodoxe „Reichs bote" eifert gegen die „thcologisch-liberalisierende" „Kreuz-Zeitung". Am 25. September hatte die „Kreuz-Zeitung" einen Leit
Z e i t der Enteignung als maßgebend ansieht. Ebenso -ist mit Recht für die aus Grund des Fluchtliniengesetzes erfolgte Enteignung der in § 10 Abs. 2 Ent. Ges. ausgesprochene Grundsatz angewendet, daß bei Ermittelung der zu leistenden Entschädigung weder aus eine Werterhöhung noch aus eine Wertminderung Rücksicht zu nehmen ist, die ihre Ursache in demjenigen Unternehmen hat, für das die Enteignung erfolgt. Die folgerichtige Anwendung dieses Grundsatzes führt aber zu der von der Revision mit Recht beanstandeten Annahme des Berufungsgerichts, daß die vorliegend enteignete Fläche, die schon zur Zeit der Flucht- linienfcstsetzung im Jahr 1904 sog. zukünftiges Bauland war, deshalb als Baustellenland und als Hinterland zu bewerten ist, weil sie — nach den getroffenen Feststellungen — ganz unabhängig von der mit der Fluchtlinienfestsetzung von 1894 begonnenen Anlage der Kopernikusstraße zufolge der allgemeinen Entwicklung der Stadt Düsseldorf und der 1900 erfolgten, ein selbständiges Unternehmen bildenden Anlage der Merowingerstraße zur Zeit der Enteignung die volle Baulandeigenschaft erlangt haben würde, sofern nicht die Fluchtlinie für die Kopernikusstraße festgesetzt worden wäre. Allerdings wurde, worauf die Revision hinweist, das enteignete Grundstück durch diese Festsetzung der Baufluchtlinie mit rechtlicher Notwendigkeit unbebaubar und zwar in dem Sinn, daß es nicht bebaut werden durfte. Der erkennende Senat hat auch bereits in einem neueren Urteil vom 5. Januar 1912, VII. 208/11, unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das Urteil vom 5. Dezember 1902 nochmals ausgeführt, daß „es zur Feststellung der Eigenschaft eines Bauplatzes nicht erforderlich ist, daß das Grundstück zur Zeit der Enteignung tatsächlich diese Eigenschaft hatte, sondern daß es genügt, wenn es vor der Enteignung die Eigenschafterlangthabenwürde, sofernnichtdie Fluchtlinienfestsetzung für die zur Enteignung führende Straßen anlage erfolgt wäre." Von dieser Auffassung abzugehen liegt kein Anlaß vor. — Die Revision der Stadtgemeinde Düsseldorf ist deshalb als ungegründet zurückgewiesen worden.
artikel gebracht, in dem sie das Kuliurchristentum des Allgemeinen Protestantischen Missionsvereins zum Unterschied gegen die ältere christliche Mission mit ihrer Verkündigung Jesu als des Heilandes der Mühseligen und Beladenen verherrlicht. Dieser Artikel hat besonders durch folgende Stellen den Anstoß des „Reichsboten" erregt:
„Dos Aullrelen der christlichen Sendboten früherer Zeit litt hauptsächlich an zwei Uebeln. Alan sah ben Hauptseind, der aus- gerottet werden müsse, in dem Aberglauben rind denr Fetischismus der Massen und gewahrte nicht den ciaenen, viel stärkeren Gegner, das gebildete, stolze, in der Kuncffulsischen Wellauschaurmg groß gewordene Literatentum, das mit Verachtung aus die abcndländi- schen Apostel herabblicktc. Da war es zuerst der Allgemeine Evangelisch - Protestantische Missionsvcrein, der den geraden und zielsicheren Weg aus diesem fehlerhaften Kreislatü hcraussand. in- deni er den (Grundsatz umstellte, die vornehmste unb grundlegende Ausgabe der christlichen Mission müsse es sein, einen Boden der Verständigung und gemeinsamer geistiger und ethischer Interessen zwischen dein Reiche des Christentums unb jener führenden Schicht der Güntsc herzustellen."
In seinem Schmerze über die Abtrünnigkeit der „Kreuz- Zeitung" gibt der „Reichsbote" einen Artikel der Korrespondenz des „Allgemeinen Positiven Verbandes" wieder, der ttanerersüllt die Frage auswirft: „Was geht in der „Kreuz-Zeitung vor?" und sortfährt:
„Dieses angesehene konservative Organ hat sich bekanntlich in einer mehr als einhalbhundertjährigen Geschichte ganz besondere Verdienste nm die Erhaltung und Vertretung des gläubige» Protestantismus in der Oesfentlichkeit erworben. Aber in iieueftcr Zeit, seit dem großen Nedaktionswechsel, scheint sie ihre Ueberlicierung verlassen zu wollen. Schon das erregte Aufsehen, als sie einen entschiedenen Vertreter der Offenbarungstheologie, der früher ihr Mitarbeiter war, mit ausdrücklicher Namennennung als minderwertig lind zurückgeblieben herabzusetzcn suchte."
Der Reichsbote zerbricht sich dann ebenfalls den Kopf über die jetzige veränderte Haltung der „Kreuzzeitung" und klammert sich an die Hoffnung, daß es sich in dem Falle des oben erwähnten Leitartikels wahrscheinlich nur nm redaktionelle Unachtsamkeit handelt. Denn er kann es nicht glauben, daß sich darin eine grundsätzliche Schwenkung des angesehenen und verdienstvollen konservativen Organs nach der thcologi sch-liberal isierend en Mitte hin vollziehe.
Aus Stadt und Lauds
Gießen, 7. Oktober 1913.
** Tageskalender für Mittwoch, den 8. Okt.: Stadttheater: .Prinz Friedrich von Homburg." Anfang 7 Uhr.
N a t u r he i l v e r e i n: Vortrag über Maqeukraiikheite, ,:iib ihre Verhütung. Abends 8'/, Uhr im Hotel Schütz.
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** Ordensverleihung. Der deutsche Kaiser hat als König von Preußen dem Oberbahnassistenten M a r g o l f gelegentlich seiner Versetzung in den Ruhestand nach 55 jähr, aktiver Dienstzeit den roten Adlerorden 4. Klasse verliehen.
** Nuhestandsversetzung. Der Großherzog hat den Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium 311 Darmstadt Professor Dr. Otto Zimmermann auf sein Ruchsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dieilste, mit Wirkung vom 16. Oktober 1913 an in den Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlaß nntrbc ihm die Krone zum Ritter- kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Schulangelegenheiten. Uebertragen wurde deut Schulamtsaspiranten Wilhelm Hölzinger aus Mittel- Gründau die Lehrerstelle an der Volksschule zu Appenrod; dem Schulamtsaspiranten Karl Becker au? Rieder-Gemünden eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rieder-Ofleiden; dem SchltlamtSaspiranten Karl Klee aus Holzheim die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Deckenbach; bem Schulamtsaspiranten Jakob Wien aus Rodheim v. b. H. die erledigte 1. Lehrerstelle an der Volksschule zu Wallernhausen. — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern auf die erledigte 2. Lehrerstetle an der Volksschule zu Gedern präsentierte Lehrer Heinrich List zu Feldkrückcn; der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode- Gedern auf die erledigte 1. Lehrerstelle an der Volksschule zu Ranstadt präsentierte Schulamtsaspirant Georg Müller aus Usenborn. — Erledigt ist die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vocken- rode. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
** Die 16. Hauptversammlung des deutschen Fröbelverbandes fand vom 2. bis 5. Oktober in Halle statt. Zahlreiche Pädagogen des In- und Atislandes, Abgesandte von pädagogischen Vereinigungen, von Anstalten und Regierungen nahmen daran teil. Die Vorträge und Verhandlungen befaßten sich diesmal vorzugsweise mit der
Fluchtlinienfestsetzung und Bauplatzeigenschaft.
. Für die Bemessung der Enteignungsent- schädtgung ist, wie das Reichsgericht kürzlich in einem liegen die Stadtgemcinde Düsseldorf geführten Enteignungsprozesse entschieden hat, nicht der Wert zur Zeit der Fluch tlinien fcstsc tzun g maßgebend, sondern der Wert zur Zeit der Enteignung; dabei genügt es aber für die Annahme der Bauplatzeigenschaft eines Grundstücks, daß das Grundstück diese Eigenschaft vor der Enteignung erlangthabenwürde, sofernnichtdie F l u ch t l i n i e n f e st s e tz u n g für d i c z u r E n t e i g - uung führende S t r a ß e u a n l a g e erfolgt wäre. Der Sachverhalt, der zu dieser für das Enteignungsverfahren äußerst wichtigen Entscheidung führte, war der:
Durch den im Jahr 1894 für den südlich der Suitber- tusstraße gelegenen Teil der Gemarkung Düsseldorf-llutcr- mlk ausgestellten Bebauungsplan war ein dort belegenes Grundstück des Klägers insofern betroffen worden, als Teile
? Vni . Plaue vorgesehene Straßen, die Merowingerstraße und die Kopernikusstraße, in Anspruch genommen wurden. Während die Merowinger- stratze bereits tm Jahr 1900 angelegt und in der bebaut wurde, unterblieb die Ausführung der Koper- Ni küsst raße bis 1910^ Erst in diesem Jahr enteignete die Beklagte zum Zweck der Anlage dieser Straße die dem Klä-
37 4o Quadratmeter große Parzelle (Kol. 18 Rr. 1934/82). Der Bezirksausschuß bewertete diese Parzelle als Ackerland mit 3 Mark für den Quadratmeter und setzte demgemäß die Entschädigimg auf 11235 Mark fest. Der Kläger verlangte jedoch weitere 83 765 Mark nebst Zinsen seit dem 14. Januar 1911, da das enteignete Grundstück als B a u st e l l e zu bewerten sei.
Das Landgericht D ü s s e l d 0 r f hat ausgesprochen, daß die Entschädigung nach dem gemeinen Werte z u r Z e i t d e r Enteignung zu bemessen sei und die beklagte Stadtge meinde zur Zahlung weiterer 56 990 Mark an den Kläger verurteilt. Die Berufung der Beklagten ist oom Oberlandesgericht Düsseldorf zurückgewicsen worden, auch die beim Reichsgericht eingelegte Revision war ohne Erfolg. Aus dem reichsgerichtlichen Urteile dürften folgende Ausführungen interessieren: Zunächst entspricht cs der seit längerer Zeit feststehenden Rechtsprechung des Reichsgerichts, daß der Jn- stattzrichter bei Bemessung der Entschädigung nicht den Wert zur Zeit der Fluchtlimenfestsetzung, sondern den zur
sozialen Wirksamkeit, die die Kindergärtnerin häufig, die Jugendleiterin fast immer auszuüben haben. Die Arbeit der Kindcrgättnerin und Jugendleiterin beschränkt sich nicht auf die Kleinen, noch nicht Schulpflichtigen. Sie umfaßt in der Hort- und Heimarbeit die Schulkinder — und soll sich, vom Horte und Jugendheime ausgehend, auch auf die der Schule entwachsenen Jugendlichen erstrecken. — Eingehend wurde dann die Ausbildung der Fröbelschen Kindcrpflegerin besprochen, die im Gegensatz zur Kindergärtnerin aus der Volksschule hervorgeht. Besichtigungen und Vorführungen aller Art gaben der Tagung eine angenehme Abwechslung.
** Die Sch l a cht v i eh Preise für unsere heimischen Metzger stellen sich augenblicklich wie folgt: Ochsen 98 bis 100 Mk., Rinder 93 bis 95 Mk., Mhe 80 bis 84 Mk., Kälber 94 bis 96 Mi., Schweine 77 bis 79 Mk., fette übermästete Tiere 2 Mk. billiger. Die Preise verstehen sich pro Zentner Schlachtgewicht.
** Ein ernstes Wort an alle Hausfrauen! Seit längerer Zeit tritt im Kleinhandel die Unsitte zutage, eine Reihe von Verbrauchsartikel mit Zugaben zu verkaufen. Viele Hausfrauen glauben ein Geschenk zu bekommen, wenn sie Waren mit Zugaben kaufen. Das ist ein großer Irrtum. Kein Kaufmann kann etwas verschenken! Wenn man etwas „zugibt", so ist entweder der Kostenpreis der Zugabe auf den Preis der Ware vraufgeschlagen, oder es wird versucht, geringwertigere Ware, die man sonst nicht los wird, durch eine Zugabe anzubringen. Jede Zugabe verteuert die Ware. Der Wert einer mit Zugabe gelausten Ware entspricht daher nie dem gezahlten Preise. Tie Ware muß stets teurer oder geringwertiger als reelle, zum gleichen Preise gekaufte Ware sein. Zum Beweise da- fur dient die Tatsache, daß von gewissen Geschäften dieselbe Ware ohne Zugabe billiger abgegeben wird, als mit Zugabe, «^ertn gesagt wird, es würden Zugaben gewährt, weit da- j andere Reklame gespart werde, so ist das ebenso w ' oonn das Geschäft mit Zugaben erfordert ebensoviel Rettanie rote das Geschäft ohne Zugaben. Ta^u kommen nvcki die besonderen. Unkosten für den Versand, die Verpackung der Zugaben, für verlockend ausgestattete Prospekte usw., sowie für zahlreiches Personal. Bei den „Zugaben" wird auf die Leichtgläubigkeit der trauen spekuliert, deren gesundes Urteil man durch Geschenke beeinflussen' will. Warum werden Eier, Butter und ähnliche Nahrungsmittel
nie mit Zugaben verkauft? Weit die .Hausfrauen diese Waren beurteilen und bewerten können. Nur bei Daren, deren Herstellungswert und Zusammensetzung die Hausfrauen nicht kennen, werden Zugaben gewährt. Sie sparen viel Geld, wenn Sie Waren mit Zugaben zurückweisen. Ter beste Beweis, daß das Zugabewesen nur darauf abzielt, den Dummen das Geld aus der Tasche zu locken, ist die Tatsache, daß der redliche Kaufmannsstand diesen Unfug ausnahmslos auf das schärfste verurteilt. Ter Kaufmann weiß genau, daß niemand etwas verschenken kann: er führte die Waren mit Zugaben nur gezwungen, weil es die .Haus- frauen wollten. Nun soll es aber anders werden! 23 große deutsche Detaillisten-Verbände mit weit über 1000 angeschloffenen Vereinen gehen dem Unwesen zu Leibe und suchen zunächst die Hausfrauen aufzuklären. Auch die meisten deutschen Handels- und Gewerbe-üammern haben sich dieser Bewegung bereits angeschlossen; sie fördern in ihren Be- zirken durch ihren Einfluß diese auf Gesundung des redlichen .Handels gerichteten Bestrebungen, die das kaufende Publikum vor Uebervorteilung schützen sollen. Die Hausfrau aber muß selbst auch das ihrige dazu beitragen, sie muß Waren mit Zugaben ablehnen — in ihrem eigenen und auch im Interesse der Familie.
Landkreis Gießen.
Londorf, 8. Okt. Heute fand hier unter einer Beteiligung von 168 Stimmen die Gemeinderatswahl statt. Aufgestellt hatten sich 25 Kandidaten. 5 Personen mußten als Ersatz gewählt roep den. Wiedergervählt wurden Polier L. Schombcr, Bildhauer Schnacker und Sclmhmaclxw Hasselbach Landwitt und Fuhrunternehmer G. Formhals und Landwitt L. Göbel wurden neu hinzugewählt.
-m Hungen, 8. Okt. Um unliebsamen Vorkommnissen, die sich in den letzten Tagen mehrmals ereigneten, für die Zukunft vorzubeugen, sei im Interesse des reisenden Publü kurns an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß der Abendzug 6.34 Uhr ab Gießen — Gelnhausen in Hungen stehen bleibt und von da ein Triebwagen bis Nidda weiterfährt. Wer also von Hungen aus noch Weiterreisen will, muß dort den Zug verlassen und den bereitftehenden Triebwagen besteigen, der wenige Minuten nach Ankunft des Zuges abgeht.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 7. Okt. Das Mangan-Eisen- st einberg werk im benachbarten Ober-Rosbach ging durch Verkauf an den Besitzer der Gruben Rosbach über. Der Verkaufspreis betrug ausschließlich der Gebäude 60 000 Mark. — Am Donnerstag nächster Woche treffen beim hiesigen Bataillon 320 Rekruten ein. — Am 9. d. M. findet im hiesigen Saalbau eine Obst- und Gemüseausstellung statt.
)( B ad-Nauheim, 7. Okt. Ein Stück Alt-Nauheim ift noch in der Kirchweihe erhalten geblieben, die hier als Saisonschlußfest noch mehr als sonst in altgewohnter Weise gefeiert wird. Auf dem Marktplatz in der Altstadt, wo ein ganzes Quartier von Buden, Karuffels und sonstigen Vergnügungsstätten erstanden ist, herrschte am Sonntag und Montag ein buntes Leben und Treiben. Dazu war in nicht weniger als 6 Lokalen Tanzmusik. Begünstigt durch das herrliche Wetter, war der Besuch von außerhalb sehr stark.
GButzbach,7. Okt. Bei dem heutigen Militärvferdeq markt wurden von etwa 60 zum Verkauf gestellten Pferden vier Stück angekauft. Die für die Tiere bezahlten Preise bewegten sich zwischen 1100—1450 Mk.
Butzbach, 7. Okt. Das Landeszuchthaus Rockenberg hatte durch Wettbewerb die Lieferung des sehr bedeutenden St ar» toffelbedarfs der Anstalt ausgeschtteben. Ta-^ billigste Angebot mit 2.99 Mk. für den Doppelzentner war für die Sötte Wortmann gemacht worden, die als eine ganz vorzügliche Sötte bekannt ist. Die Direktion war aber der Änsicht, daß Wortmamr für die Sträflinge nicht fein genug ist und bevorzugte eine höhere Offerte für Industrie oder magnum bonum.
(R- Vilbel, 7. Okt. Der am 23. Juni l. I. mit ca. 80 Stimmen Mehrheit als Bürgermeister gewählte Stadtsekretär Adam Berg wurde heute als Bürgermeister bestätigt. Die Verpflichtung erfolgt nächste Woche. Das Amt als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter wurde dem seitherigen Bürgermeister Eduard M ü h l s ch w e i n belassen.
r. Reichelsheim, 7. Okt. In der gestrigen Gemeinderatssitzung, zu der Kreisamttnann Verberg und Kulturinspektor Heil von Friedberg eftchienen waren, wurde die Kanalisierung unseres Ortes beschlossen. Dieselbe soll sofott in Angriff genommen werden, damit sie bis zu Jahresende fertig gestellt ist. Nach dem von der Klüturinspektion Friedberg ausgestellten Voranschlag würden sich die Kosten auf 36 000 Mk. belaufen. — Mit der am 15. und 16. November d. I. hier stattsirrdenden Bezirks-Geflügel - und Kaninchcnausstellung ist eine Verlosung verbunden. Ter Vettrieb der Lose geschieht durch Wilh. Cassebecr II. in Reichelsheim.
)( Steinfurth, 7. Okt. Im zweiten Blütenslor entfalten jetzt unsere ausgedehnten Rosenfelder eine herrliche Pracht, die von jedem Fremden, der durch unsere Gemarkung mit der Bahn fährt, bewundert wird. Die Roscn- züchter können noch täglich zahlreiche Pakete verschicke,^. So gehen die hiesigen Rosen noch in großer Menge nach Berlin. Abends werden die Pakete gewöhnlich in Bad-Nauheim zur Post gegeben; am nächsten Morgen können dann die Rosen schon aus dem Berliner Markte verkauft werden. Den Roscn- züchtern ist durch das schöne Wetter der letzten Wochen und die dadurch bedingte lang anhaltende Blütezeit länger als sonst noch eine schöne Einnahmeguelle offen geblieben. Erst die ersten Fröste werden die Rosenernte beenden. Dann wird der Versand der Stecklinge und Ableger beginnen, die alljährlich bis weit nach Rußland, Amerika, Indien usw. gehen.
Kreis Wetzlar.
k. Lützellinden, 7. Okt. Die Zusammenlegung der Feldmark in einer Gesamtgröße von zirka 500 Hektar ist nun erfolgt und zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeführt. Während des Winterhalbjahres braucht nur noch das Wegenetz (95 505 lsde. Meter) und eine Brücke gebaut zu werden.
b. Blasbach, 7. Okt. Während das neue Pfarrhaus seiner Vollendung entgegen geht, soll jetzt auch eine zweiklas- sige Schule nebst Lehrerwohnung errichtet werden.
Hessen-Nassau. •
Rodheim a. d. B., 7. Okt. Der Männerturnverein feierte am Sonntag mit seinem Abturnen zugleich eine Abschiedsfeier für die Rekruten. Am Abend hielt m der dichtbesetzten Turnhalle der 2. Vorsitzende Schmidt eine eindrucksvolle Ansprache. Ter Verein, der zum 63au Hessen gehört und über 100 Mitglieder zählt, hat im letzten Jahre wiederum gute Erfolge erzielt. Er errang insgesamt 22 Preise.
h. Frankfurt a. M., 7. Okt. Die hiesige Ottskranken- kassc bezahlte im letzten Geschäftsjahr 638 128 Mk. für ärztliche Behandlung. Dafür lmirdcn 272 Aerzte beschäftigt, die zusammen 167 981 Ärankheitsfälle behandelten.
I). Frankfurt a. M., 7. Okt. Eine hier abgchaltene Versammlung des alle katholischen Körpersckxtftcn Frankfurts umfassenden Latholikenkomitces beschloß einstimmig, mit dem Zea»


