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8.10.1913 Erstes Blatt
 
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Rationelle Nervenpflege

los die Biocitm-Fabrik, Berlin 8. 61/185.

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Weltberühmt!

Kakao

Wrr Bedarf

Besonders empfehlenswert: Deutsche, Milch-, bittere Schokolade.

Staatsmedaille in Gold 1896!

ich die Ehre "habe, Ihnen meine bewegte Dankbarkett onsdrückeni zu können, mit der ich an meine Aufenthalte in Frankreich zu- rülidenke. Ich bitte Sie, in dem begeisterten Empfang, den die Stadt Madrid Ihnen bereitet bat, eine beredte, auf­richtige Kundgebung der Sympathien des spani­schen Volkes für Sie und Ihr Vaterland zu erblicken. Es hat mit Ihrer Person zu gleicher Zeit die glänzende Vergangenheit undLie ruhmvolle Gegenwart der benachbarten befreundeten Nation be­grünt. In der Stunde, wo Frankreich und Spanien sich zur Er­füllung der gemeinsamen Ausgabe der Zivili-srr- t i o n jenseits der Meerenge anschicken, finden sie, baß eine Uebereinstimrnnng der Geister und Herzen bereits geschaffen ist, und die edlen Anstrengungen, die .Strafte beider Völker hi Einklang bringen zu wollen, sind ebenso der Begeisterung der Herzen zu danken, wie sie die Wirkung einer unweigerlichen Forde­rung der Logik sind, die dazu führt, die Einmütigkeit jener In­teressen in fruchtbarer Zusammenarbeit zu sichern.

Die Erinnerung Ihres Besuches wird in meinem Gedäckftnis nicht erlöschen, denn ich erblicke darin ein kostbares Unterpfand für eine Zukunft der Intimität der guten und immer herzlicher werdenden Entente zwischen Spanien und tl-rankrerch, an das ich hier den Grast der Freundschaft und der tiefen Be­wunderung richte. Ich heiße Sie willkommen und enjebe zu Ihrer Ehre mein Glas und trinke auf die Wohlfahrt Frankreichs.

Die Musik spielte die Marseilaise!

Natürlich bedarf das Gehirn, um den hohen Ansprüchen zu genügen, einer besonders sorgsamen Pflege. D^e in unseren Tagen miss äusterste angespannte geistige Tätigkeit führt leicht zu Erschöpfungszuständen, tz-ur Verminderung der Arbeits- und Schaf- fenskrast und anderen zum Kapitel der Neurasthenie gehörenden Schwächeerscheinungen, die den Strebsamen oft genug kurz norm Ziel niederwerfen.

Die rationelle Pflege des Gehirns und des übrigen Nerven­systems besteht in erster Linie in einer zweckmäßigen Ernährung, das heißt einmal in dem Ersah der verbrauchten Mrvensubstanz und ferner in der allgemeinen Kräftigung des Organismus durch die entsprechenden Nährstoffe.

Zu dieser wissenschaftlichen Erkenntnis war man schon vor Jahren gelangt, aber ihre ^Nutzbarmachung in der Praxis stieß zunächst leider auf enorme Hindernisse, denn es war lange Zeit nicht möglich, ein Nähr-Präparat herzustellen, das alle Nähr- stofse, speziell auch für die Nerven, in konzentrierter Form ent­hält. Es mußte erst ein neues Verfahren gefunden werden, das die Herstellung genügender M-engen dieser kostbaren Substanzen von physiologisch reiner Beschaffenheit ermöglichte.

Pros. Dr. Habermann ist die Lösung dieses wichtigen Problems gelungen. Unter Anwendung seines patentierte« Verfahrens ge­langt jetzt ein Kräftigungsmittel unter dem NamenBiocitin" in den Handel, welches alle dem Körper nötigen Nährstoffe nur in geläuterter, idealer und konzentrierter Form enthält.

Kämpfe mit Berufsschwierigkeiten, Mißerfolge im täglichen Leben zerrütten unser Nervensystem. Kranke Nerven sind aber die Ursachen zahlreicher Leiden unb Schinerzen, von denen der.Kulturmensch nur zu häufig heimgesucht wirb; gesunde Nerven da­gegen sind die Quellen eines wonnigen Krastgesühls und ungetrübter Lebenssreude. Gesunder Schlaf, Arbeitslust,Ausdauer, Energie sind dieKennzeichen eines gesunden Nervensystems.

Das Quellengebiet unserer Krast, das Reservoir aller Energie ist das Gehirn; hier lausen alle von außen kommenden Reize ein, werden zu Wahr­nehmungen, Vorstellungen, ©ebanfcii und Ge­dankenreihen verarbeitet, und ihre Summe bildet im Verein mit der ererbten Grundlage unser Gemüt, unseren Verstand, unseren Charakter, unsere In­dividualität. Dies aber sind die Wunderkräste, die unser persönliches sowie soziales Leben gestalten, die jedem seinen Werk, seine Stellung, seinen Er­folg im Leben bestimmen.

suchte. Ein Verstoß gegen die guten Sitten ist dem Beklagten aus seiner Maßnahme nicht zum Vorwurf zu machen.

Berlin, 7. Okt. Die Geschworenen bejahten in der Ver­handlung gegen die Hedwig Müller, die ihren Geliebten er- chossen hat, nach zweistündiger Beratung die Schuldfrage nach Totschlag unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Staats­anwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Rttrnaten. Das Gericht ging ein äußerst seltener Fall vor einem Schwurgericht erheblich über den Antrag des Staatsanwalts hinaus unb erkannte auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von seckfs Monaten Untersuchungshaft.

Seit dieser Zeit wird von ärztlicher Seite zur Stärkung und Auffrischung abgespannter Nerven dasBiocitin" in steigendem Mäße mit vorzüglichem Erfolg angewendet.

Biocitin bildet eine ideale Kraftnahrung für jeden, der einer Hebung feines Kräftezustandes bedarf. Geistig ober körperlich über­arbeitete, burch Krankheit oder andere Ursachen heruntergekommene, blutarme, an zehrender Krankheit (wie Tuberkulose usw.) leidende Personen, schwächliche, geistig oder körperlich zurückgebliebene Kinder, stillende Mütter sie alle finden im Biocitin ein Kräf­tigungsmittel von unvergleichlicher Wirksamkeit. Vor allem aber ist es das große Heer der Nervösen, denen das Biocitin Kräftigung und Aufsrflchung des gesamten Nervensystems bringt.

Biocitin ist das einzige Präparat, welches 10 Prozent physio- logflch reine Nervensubstanz nach dem patentierten Verfahren von Professor Dr. Habermann enthält. Wir bitten daher, unbedingt minderwertige Nachahmimgen und lose abgewogenes Prä­parat znrückzuweisen. Biocitin ist nur in O rig in al Packungen in Apotheken und Drogerien käuflich. Falls nicht erhältlich ober etwas anderes angeboten wirb, wende man sich direkt an uns. Der Ver­sand erfolgt ohne ^Berechnung von Porto und Verpackungsspefen. Ein Geschmacksmuster nebst einer populär wissenschaftlichen ?lb- handlung über rationelle Nervenpflege sendet auf Wunsch kosten-

DnSZentral-Nerorn- fnsicui. ber Siv dcS Brwuszykind, in wel chci» aile körperlichen und geistigen Enip- finbitnqcu zulainmelll- strömcn.

Letzte 21ad?t*icbfciu

Trinksprüche in Madrid.

Madrid, 7. Okt. Wahrend des Galadiners brachte K ö n i g A l f o n s in französischer Sprache folgenden Trink- spruch aus:

Herr Präsident! Ick) Lin glücklich. Ihnen meine volle Freude bezeugen zu können, die ich bei dieser Gelegenheit empfinde, wo

©eeicfcufaaL

Gesellschaftlicher Boykott.

Ter praktische Arzt Dr. G., ber seit 1903 in Annweiler praktizierte, verpflichtete sich im Herbst 1005, auf 3Vs Jahre als Militärarzt ber Schutztruppe tätig zu sein. Er übertrug deshalb seine Praxis in Annweiler dem Arzt Dr. K. unb schloß mit diesem am 31. Oktober 1905 einen Vertrag, worin er erklärt, daß er auf seine Praxis in Annweiler verzichtet unb sich verpflichtet, keine Praxis dort wieder auszuüben. Als Gegenleistung zahlte Dr. K. dem Dr. G. 2000 Mark. Im Jahre 1909 ist Dr. G. für den Tropendienst untauglich befunden und deshalb pensioniert worden. Er machte nun verschiedene Versuche, an anderen Orten Deutschlands ein Unterkommen als Arzt zu finden. Im Herbst 1909 hörte er, daß viele Einwohner von Annweiler die Nieder­lassung eines weiteren Arztes für nötig hielten; das Bürger­meisteramt des Ortes erließ auch' später' eine entsprechende Be­kanntmachung in den Zeitungen. Dr. G. bot daraufhin dem Dr. K. wiederholt die Rückzahlung der im Jahre 1905 erhaltenen 2000 Mark an unb suchte diesen zu bewegen, mit feiner Rückkehr nach Annweiler einverstanden zu sein. Dr. K. lehnte aber ab. Trotzdem ließ sich Dr. G. im Januar 1910 in Annweiler als praktischer Arzt nieder. Dr. K. klagte nun zunächst gegen Dr. G. auf Schadensersatz wegen des ihm aus der Konkurrenz des Dr. G. entstehenden Verlustes. Diese Klage ist abgewiesen worden. Dann beantragte Dr. K. bei dem ärztlichen Bezirksverein Landau, den Dr. G. vom kollegialen Verkehr aus­zuschließen. Der ärztliche Bezirksverein kann nämlich nicht nur seine Mir.'lieber wegen standesunwürdigen Benehmens aus dein Verein ausschließen, sondern er hat auch das Recht, gegen Nichrmttglieder wegen Verstoßes gegen die Standesehre in der Weise vorzugeheu, daß er sie vom kollegialen Verkehr ausschließt. Es bau beit sich also um einen gesellschaftlichen Boykott. Der Bezirksverein gab dem Antrag des Dr. K. statt und teilte den Ausschluß des Dr. G. den in Betracht kommenden Bürger­meistereien unb Krankenkassenvorständen mit. Eine Beschwerde des Dr. G. an die Aerztekammer blieb erfolglos. Nun erhob Dr. G. gegen den ärztlichen Bezirksverein Landau eine Klage auf Aufhebung des Beschlusses, indem er geltend machte: die Verrusserklärung sei unberechtigt: , da er ein anderes Unter­kommen nicht gesunden habe, habe er nicht anders handeln können; eine Verletzung der Standesehre liege deshalb nicht vor.

Das Landgericht Landau verurteilte den Bezirksverein, den Beschluß auf Ausschluß des Klägers vom kollegialen Verkehr auf- zuheben und die Aufhebung denjenigen Behörden und Kassen­vorständen, denen er früher den Ausschluß mitgctctlt hatte, be- kanntzugeben. Dagegen hat das Oberlandesgericht Zweibrücken die Klage, soweit sie auf Aufhebung des Ausschlusses des Klägers gerichtet ist, abgewiesen unb den Beklagten nur verurteilt, die Bekanntgabe dieses Ausschlusses, soweit sie über den Kreis ber Mitglieder des Vereins hinausgeht, z u r ü ck z u « e h m e n. In seinen Entscheidungsgründen prüft da§ .Oberlandesgericht, ob der Beklagte burch die fragliche Verrufs­erklärung dem Kläger in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise Schaden zugefügt habe (§ 826 BGB.). Es verneint einen Verstoß gegen die guten Sitten, da ber Ausschluß des Klägers nur eine'Mißbilligung des Bruches seines Versprechens, in Ann- ,Weiler feine Praxis wieder auszuüben, bedeuten sollte. Eine scharfe Rüge des Verhaltens des Klägers sei gerechtsettigt und -geboten gewesen, da die Nichteinhaltung des dem Dr. K. gegebenen Versprechens seitens des Klägers einen groben Verstoß gegen die Standessitte und die Standesehre enthalte. Es liegt deshalb in dem Ausschluß des Klägers nicht ein Verstoß gegen die guten Sitten, sondern im Gegenteil eine Hochhaltung der ärztlichen Standesehre. Dagegen sei anzuerkennen, daß die Bekanntgabe der Maßnahme des Vereins über den Kreis seiner Mitglieder hinaus nicht notwendig erschien und zu wett ging.

Das Reichsgericht hat dieses Urteil bestätigt unb die Revision bes Klägers zu rückg emiefen. Zur Be- grünbung mürbe kurz bemerkt: Nach § 826 BGB. war zu fragen, ob man sagen kann, baß die Maßnahme des Vereins, der Ausschluß des Klägers, nach dem Anstandsgef ü hl aller billig und gerecht Denkenden verwerflich ist. Das ist zu verneinen. Der Beklagte hat gehandelt in Erfüllung feiner Pflicht, zu der er vom Staat berufen ist. Er ging dabei von der Ansicht aus, daß das Verhalten des Klägers mit der ärztlichen Standesehre nicht vereinbar sei. Es ist hierbei das un­kollegiale und wenig schonungsvolle Verhalten des Klägers ge­würdigt worden, mit dem er wieder in die Praxis hmeinzukomrnen

Märkte.

r. Echzell, 7. Okt. Der gestrige Schweineinarkt war mit über 300 Vieren befahren. Die Preise waren hoch. Kleine Ferkel kosteten 30 bis 40 Mark das Paar; größere entsprechend höher. Um 1 Uhr war der Marlt ausverkaust.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Lessen st'ir Donnerstag, den 9. Okt. 1913 : Meist trüb und wolkig, Regenschauer, zeitweise aufklarend, etwas kühler.

GEORG A. J ASM ATZ I AKT. GES. DRESDEN

Grösste deutsche Cigaretten Fabrik.

tralTonritee ber deutschen Katholikenversammlungen in Unterhand­lungen einzutreten, um in der nächsten Zeit die Abhaltung des Katholikentags in Frankfurt zu erwirken.

h Höchst a. M., 7. Okt. Ein rasendes Auto, das leider unerkannt enlkam, riß bei den Farbwerken einen kleinen Jungen uni und schleuderte ihn beiseite, so daß dieser mit schweren Verletzungen bewußtlos liegen blieb.

Yiichertisch.

Im E i g enh a us e langes Leben, Gesundheit und F a rn i l i e n g l ü ck. Wie man lange leben, gesunde Kinder großziehen, Nerven und Lungen kräftig erhalten kann, weist über­zeugend Professor Baumgart nach in der Aufklärungsschrift:Die Quelle der Gesundheit im Einfamilienhause". Für jede Familie eine Stätte des Glückes und Wohlbefindens. Mit zahlreichen Haus- beisvielen. Ansichten, Grundrissen und Perspektiven. 15. Tausend. Preis 1.10 Mk. portofrei. Heimkulturverlag, Westdeutsche Verlags- gesestfchast, Wiesbaden.

Brauer-Schule Utorms-Rh.

(Gegrf 1872 von DSchne'der]

Beginn d.Winton-Semestera am 15. Oktober 19)3

Prop^d E thrich Br^r-AMemie

Uzriversstäts-NaehrLchte-r.

Der Obcrbibliothctär an der Universitätsbibliothek in

Halle a. S. Dr. Phil. Oskar Gr n sich ist in den Ruhestand getreten: zu feinem Nachfolger wurde der Oberbibliothekar Dr. Ernst Weber von der Universitätsbibliothek in Kiel berufen. An Stelle Webers tritt Dr. Georg Prochnow, bisher Hilfs­bibliothekar in Greifswald, unter Beförderung zum Bibliothekar.

Schokolade

Feinste Konfitüren.

Vermischtes.

* Selbstmord des früheren Rechtsanwalts Bredereck. Nach Mittettungen eines aus Brasilien heimge­kehrten Berliners hat der frühere Neckitsanwalt Paul Bre­dereck in einem Hotel in Sao Paulo, wo er von dem deutsches Konsul zur Legitimationsprüfung anfgefordert wurde, Selbst­mord durch Vergiften begangen. In demselben Hotel pohnte der erwähnte Berliner .mit dem Reisenden einer Nürnberger Spiel- wciren-Firma. Letzterer erkannte Bredereck und machte auf den Gesuchten aufmerksam. Bredereck muß davon erfahren haben, denn am trüberen Tage wurde er in einem Hotelzimmer b er giftet aufgefunden.

* Heiße Bäder bei L u f t r ö h r e n k a t a r r h und Lungenentzündung der Säuglinge und kleinen Kinder hat Pros. A r n e t h , M ü n st e r i. W., mit gronem Er- folg angewandt. Nach seinen Ausführungen in derDeutsch, med. Wochenschr." bilden die heißen Bäder mit einer kühlen Schluß- Übergießung gewissermaßen eine spezifische Behandlungsart der er­wähnten Krankheit. Sie bedingen Herabsetzung des Fiebers, be- günstigen den Auswurf und die Tiefe der Atmung und verhüten dadurch Verklebungen und Sekretstauungen. Außerdem besitzen sie eine beruhigende beziv. erfrischende, Schlaf und auch Appetit machende Wirkung. Auf die Haut, besonders der Brust und des Rumpfes, wirken sie direkt ableitend. Bei der Anwendung der heißen Bäder kommt es nur noch selten vor, daß die Krankheit zum Tode führt, was bei dieser schiveren Erkrankung etwas heißen ivill. Von großer Bedeutung ist auch die wesentliche Abkürzung des Krankheitsverlaufes, die Prof. Arneth feststesten konnte.

Kleine Tageschromk.

Aus Braunschweig wird gemeldet: Hoffapellmeisder Riedel, der seit 33 Jahren Dirigent ber Hofkavolle Ivar, ist am Montag abend einem Schlaganfall erleg en.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 7. Okt.

Nach den Berichten des G. A. hat die Stadt ktzießen den Teil­nehmerinnen an der 27. Hauptversammlung des Allgem. Deutschen Frauenvereins am Sonntag einen festlichen Willkommabend bereitet und sie bei ihrer ersten geschäftlichen Sitzung begrüßen lassen. Das ist sehr zu billigen und muß als eine erfreuliche Abkehr von dem früheren Ver­halten der Stadt bei ähnlichen Gelegenheiten noch einmal ausdrücklich hervorgehoben werden. Der hessische Oberlehrerverein hat zwei­mal eine Hauvtversammlung in Gießen gehalten und die Stadt dazu cingclabcu, diese aber hat diese Einladung ganz unbeachtet gelassen. Es hat das s. Z. ebenso allgemein befremdet, wie ine jüngste von der Stadt betätigte Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit allgemein ge­billigt, werden wird.

Präsident Poincare antwortete:

f5ire! Ich bin tief gerührt über den Empfang, den ^Eure Majestät mir heute bereitet haben unb über bic warme Sym­pathie, die daö edle spanische Volk dem Vertreter Frankreichs be­zeugt. Jedesmal, wenn Eure Majestät die Güte gehabt haben, uv mein Land zu tommen, besonders in diesen letzten Monaten, wo Sie die Liebenswürdigkeit gehabt haben, mich in Paris zu. be­suchen, haben meine Landsleute Ihnen durch die einmütigen Hul­digungen und die Lebhaftigkeit der Gesiihle gezeigt, die Ihre Gnade, Ihr Mut unb Ihre ritterliche Loyalität hervorgerufen haben. Sre erkannter: in Eurer Majestät einen Freund, und voll Genug- tung, daß burch den jüngsten Berttag alle Gründe zu einem Mißverständnis zwischen Leu beiden Nationen entfernt sind, beeilten sie sich, ihre große B.munberung zu beweise,^ die sie für baS tapfere ruhmreiche Spanien hegen und ihren sehr nachdrücklichen Willen tundzugeben, zwisckjen Spanien und Frankreich d i e B a n d e. der traditionellen Freundschaft enger zu knüp- fen. Die Bevölkerung Spaniens beweist ihrerseits burch be­wegende Kundgebungen, daß sie von dem gleickfen Zuge des Herzens tinb von der 'beherrschenden Macht der gemeinfamen Interessen fortgerissen wird. Der klare Blick ber öffentlichen Meinung hat die Aufgabe der Regierungen leicht gemacht. Alles gestattet uns jetzt, einer Zukunft der guten Entente und Intimi­tät entgegenzusehen, von der Eure Majestät spricht. Unsere ererbte Verwandtschaft ist die Gleichheit unserer Zivilisation unb Kyttur, wie sie in unseren schonen Sprachen des lateinisch en Stammes zutage tritt, die Solibarität unserer afri­kanischen Unternehmungen, bic Notwendigkeit, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu entwickeln unb bic gleiche Neigung für den allgemeinen Frieden. Es wirb für mich eine Freude und Ehre sein, wenn mein Besuch dazu beiträgt, den Bund beider Volker enger und fruchtbarer zu gestalten. Ich erhebe mein Glas zu Ehren Eurer Majestät, ber Königin, ber Königin Marie Christine, des Prinzen von Asturien und der kö­niglichen Familie und trinke auf die Größe unb die WohlsahrH Spaniens.

Die Musik spielte die spanische Nationalhymne.

In wirklich flut rcl'ne.c»»^» lieget Stahiwareu batclk *o®T £ eigenem Interesse unseren xiaupiKa talOfl über lausende jlrnUcl all« Jm. den wir gratis und franko ».rsenden. Gebr. Bell, Gräfraih 137 o.SoliDg ---- TaDrik-UtnaudbaMi,