Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten.
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Tageskalender aus -cm Jahre 1813.
8. Oktober. Der König von Bayern schließt mit Oesterreich den Vertrag von Ried, und tritt auf die Seite der Verbündeten.
begaben sich der Präsident und die königliche Familie mit Gefolge auf die Balkons des Palais und wohnten dem Inständigen Vorbeimarsch des Madrider Armeekorps bei. Ber und nach dem Vorbeimarsch veranstaltete die Menge vor dem Palais begeisterte Kundgebungen. Poincarö nahni später das Frühstück im intimen Kreise. Danach besuchte der Präsident die Mitglieder der Königsfamckie. ,
Nachmittags um 4 Uhr empfing er auf der französischen Bot- chaft die französische Kolonie in Madrid.
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oel aus Kaiserslautern, Schwurgericht wegen Er- dner aus Kaiserslautern r- bat kurz vor Ablaut dec beim Reichsgericht
namens bcnry Spencer idthretin Rerroad ermordet andere Morde, von abenwill, eingestandea
Aus Heften.
Neuwahl im Wahlkreis Wald-Michelbach.
rb. Darmstadt, 6. Oft. Im vierten Wahlkreis der Provinz Starkenburg, Wald-Michelbach, dessen Landtagsmandat infolge des Ablebens des Abg. Dr. Heidenreich erledigtist, hat nach den Vorschriften des neuen Wahlgesetzes innerhalb vier Wochen vom Staatsministcrinm die Anberaumung einer Neuwahl zu erfolgen. Der Wahlkreis ist zwar bei der
Line Reichstagsersatzwahl.
R a st a t t, 7. Oft. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl im 8. badischen Reichstagswahlkreise erhielt Neu- h aus (Zentrum) 13 298, Unser (Liberaler Blockkandidat) 3873 und Müller (Soz.) 4569 Stimmen. Neuhaus ist somit gewählt.
Maria Walewska und Alfred Beierles als Napoleon konnte des Norwegers Debüt nur einen geteilten Erfolg buchen.
— Im Berliner Königlichen Schauspielhaus wurden, wie uns aus Berlin geschrieben wird, „Die drei Brüder von Damaskus", ein „Komödienspiel" von Alexander Zinn, gegeben. Die Intention, irr Märchenform eine allgemeine psychologische Wal/rheit spielend zu beleuchten, hat der Versuch mit Fuldas „Talisman" gemein. Zinn will etwa zeigen, wie oberflächlich die Etiketten sind, in die die öffentlick>e Meinung rubriziert: wie der als Tunichtgut Verschriene, in eine neue Position, vor neue Aufgaben gestellt und vom Vertrauen getragen, oftmals ibm selbst vorher verborgene Eharakterquali- täten an den Tag legt, in dem Rollenfach, in das der Zufall il)N verschlagen, wächst. Ein erschlichener Name — der seines Bruders Dirbas, den die Legende blind, kritiklos mit jeder Heldentugend schmückt — macht aus dem jungen Taugenichts Aslan selbst eine Art von Helden. Als er arm und hungrig nach langen Jahren in seine Vaterstadt zurückkehrt, tönt ihm von allen Seiten Dirbas, des Verschollenen, Ruhm entgegen. Kein andere wäre imstande, die Stadt von dem Tyrannenjoch des grausamen Sahib, vor dem die Bürger zittern, zu befreien. Aslans alter, in Listen erfahrener Diener, rät ihm, sich selbst als den Ersehnten auszugeben. Das sei das leichteste Mittel, um zu Geld zu kommen. Skrupellos folgt ihm der Jüngling. Aber die Heldengesten, die er nun in der Rolle nachahmt, wecken — so ist der Plan des Stückes — die l>eldisch königlichen Instinkte, die in den Tiefen seines Wesens hinter dem Leichtsinn schlummerten. An sich gewiß ein psychologisch interessaMer Vorwurf, der aber leider nur Programm bleibt. Statt daß der Autor von der Wandlung uns in den Taten Aslans etwas sehen ließe, verwickelt er ihn in ein Wirrsal gehäufter Abenteuer, die ihn obendrein durchaus als den alten Toren zeigen. Das hübsche Gesicht von des Sahibs Töchterlein läßt diesen „Helden" die Rebellion, die er doch leiten sollte, anscheinend völlig vergessen. Sie spielt sich hinter seinem Rücken, über seinem Kopf ab. Er erntet jedoch, wo er nickst gesät hat. Der richtige Dirbas, der herbeigeeilt ist, um gegen ihn zu zeugen, zerstört damit nur seinen eigenen Nimbus. Das Volk jauchzt Aslan zu: Das sei der Mann, den sie als Herrn brauchten Und der Kalif erklärt sein Einverständnis. Das Ganze Iö)t sich nach einigen Ansätzen, die Ausblicke verhießen, in eine recht belanglos bunte Schau auf. Die glänzende Ausstattung und das gute Spiel — Herr Elewing durfte in der Hauptrolle lern -Laient nach allen Seiten leuchten lassen — vermochten über die innere Leere nicht hinwegzutäuscheu. Der Premierenbeifall, der niemms fehlen darf, hielt sich in mäßigen Grenzen.
Amtsgebäudes zu Peking sich vvn der Monarchie lossagte, indem er den Amtseid als provisorischer Präsident der Republik leistete, den Eindruck eines gebrochenen Mannes gemacht habe.
Manche seiner Gegner sagen ihm denn auch nach, daß er sich noch immer mit dem Gedanken einer dereinstigen Wiederaufrichtung der Mandschudynastie trage, während wiederum andere ihm unterschieben, daß er an die Errichtung einer' eigenen Dynastie denke. Aber Puanschikai ist vielleicht zu nüchtern und zu vorsichtig, um sich mit solchen weitausschauenden Plänen zu tragen, die angesichts der 'tark republikanischen Stimmung im Reiche der Mitte sehr gefährlich wäre. Denn was das chinesische Staatsrecht über das Verhältnis zwischen Volk und Herrscher sagte, gilt sicher noch weit mehr für das Verhältnis zwischen Volk und Präsident: „Tas Wasser bleibt immer Wasser, wenn sich auch kein Fisch darinnen bewegt; der Fisch stirbt ohne Wasser."
Im übrigen hat der neue Präsident auch für die nächsten Jahre weit nähere Sorgen. Denn wenn er sich auch auf die Tsin-pu-tang, die Fortschrittspartei, und größtenteils auch auf die Kung-ho-tang, die republikanische Partei, stützen kann, so hat er doch in der extrem demokratischen Partei, der Kuo-sin-tang, die aus den Jungchinesen des Südens besteht, 'erbitterte Gegner. Nun verfügen freilich die ersteren beiden Parteien nicht nur über die große Mehrheit im Parlament, sondern Puanschikai ist offenbar entschlossen und er scheint auch die Macht dazu zu haben, dieses im wesentlichen als Jasagemaschine zu benutzen, wobei ihm in dem neuen Premierminister H si u n g h s i lingi ein tüchtiger Sekundant zur Seite steht. Ein erster großer Erfolg ist ihm ja auch insofern sicher, als die Anerkennung der neuen Republik durch die Mächte unmittelbar bevorsteht. In der auswärtigen Politik wird seine Taktik in erster Reibe dahin gehen, an der friedlichen Verständigung mit Japan, freilich bei entschiedener Ab- weisung der Tokioter Vormundschaft, festzuhalten. Im übrigen steht Puanschikai nicht auf dem nationalistischen Standpunkt; vielmehr ist er davon durchdrungen, daß China auf das wirtschaftliche Zusammenarbeiten mit den Mächten und auf deren finanzielle Hilfe angewiesen ist. Insbesondere ist bekannt, daß er von freundschaftlichen Gesinnungen für Deutschland erfüllt ist, dessen uneigennützige Politik er ausdrücklich und wiederholt anerkannt hat.
Der Präsident von China.
Puanschikai hat's erreicht! Der „Mann mit dem doppelten Gesicht", der seit dem Sturz der Mandschudynastie zu Beginn des vorigen Jahres provisorischer Präsident der neugebackkenen Republik China war, ist mit 507 gegen 186 Stimmen zum endgültigen Präsidenten gewählt worden. Eigentlich ohne Gegenkandidat, denn Lijuanhung, auf den 179 Stimmen fielen, hatte schon vor der Wahl erklärt, daß er eine Wahl nicht annehmen werde, wobei er vielleicht an die auch dem chinesischen Fabelschatz angehörende .Geschichte von dem Fuchs und den zu hoch hängenden Früchten dachte. Die Wahl des Präsidenten ist auf fünf Jahre erfolgt, und nach Ablauf der Amtszeit ist er abermals auf fünf Jahre wählbar. Puanschikai ist ganz der Mann, sich auf zehn Jahre sicher im Sattel zu fühlen, und im übrigen wird er sich vielleicht für die spätere Zeit mit dem chinesichen Sprichwort trösten: das Wasser fließt durch den Strom, und doch bleibt immer Wasser darin!
Puanschikai, der im Alter von 55 Jahren steht, gilt als einer der klügsten Köpfe des Reiches der Mitte. Er entstammt» nicht, wie fast alle chinesischen Würdenträger, einer Literatenfamilie, sondern seine Vorfahren waren wie er selber Soldaten. Infolge seiner Verdienste um die Niederschlagung der 1883 in Korea ausgebrochenen Revolution ernannte ihn Lihungtschang 1885 zum Generalresidenten in Söul, in welcher Stellung er große Tatkraft und Umsicht entwickelte, aber vergeblich vor den japanischen Eroberungsplänen warnte. 1894 rettete er sich nur durch schleunige Flucht vor der japanischen Gefangenschaft, wurde bann zum Justizkommissar, 1896 zum Gouverneur von Schantung und 1901 nach dem Tode Lihungtschangs zum Vizek'ö-nig von Tschili ernannt, in welcher Stellung er sich außerordentliche Verdienste vor allem um die Modernisierung des Heeres und die Reform der Verwaltung erwarb'.
Er war durchaus kein Gegner der neuen Ideen, wenn er auch die weitgehenden Forderungen des Jungchinesen- tums bekämpfte; vielmehr trat er im Jahre 1907 in einer Denkschrift für die Einführung einer modernen Verfassung ein. Als am 14. November 1908 der Kaiser Tsai Tin und Tags darauf die Kaiserin-Witwe auf heute noch nicht geklarte Weise aus dem Leben schieden und der Bruder des Kaisers, Prinz Tschun, sich aus eigenen Gnaden zum Regenten ernannte, sank Puanschikais Einfluß, und er wurde schon nach einem Jahre seiner Aemter entboben, um erst bei Ausbruch der Revolution als Retter in der Not zurück- berufen zu werden. Ob der Mann mit dem doppelten Gesicht die Mandschudynastie, die jetzt durch ein unmündiges Kind, durch den Kaiser Puyi, vertreten war, nicht retten wollte ober nicht retten konnte, barüber sind bie Akten zwar noch nicht geschlossen, boch spricht bte Wahrscheinlichkeit dafür, baß er bie Sache ber Dynastie als verloren ansah unb als chinesischer Patriot ans beut Chaos, aus bem Kampf aller gegen alle zu retten suchte, was zu retten war. Augenzeugen versichern jebenfalls, daß er, als er am 10. März 1912 im Kuppelsaale des neuen Auswärtigen
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— Leipziger Theaterbrief: Gin norwegisches Napoleondrama. Ans Leipzig, 5. Oktober, wird uns geschrieben: „Maria Walewska", Schauspiel in 3 Akten von dem Norweger Johann Bojer, gelangte soeben im Leipziger Schauspielhaus zur Uraufführung. Auch dieses Drama lebt nur vom galanten Napoleon, von pikanten Ueberbleibseln hinter den Kulissen der Geschichte. Keine eisenklirrenden Schlachten und diplomatischen Sckachzügc, nur feurige Schäfcrstunden und Liebes- nctze. Die historische Tatsache der episodischen Liebelei mit der „schönen Polin", wie sie sich in den schlüpfrigen Memoiren der Gräfin Potocka und den Indiskretionen des Kammerdieners Konstant erhielt, etwas idealisiert und theatralisiert. In heißen inneren Kämpfen läßt der geborene Romanschriftsteller sie zur „Nationalheldin", einer spaten Judith und Schwester der „Monna Vanna", werden, die allen Bestürmungen Napoleons, der Welt und Himmel in Bewegung setzt und Großherzöge und den Erzbischof in ihrem Vorzimmer um mehr als Gunst für ihn bitten läßt, trotzt und ihrem ungeliebten Eheherrn Treue hält. • Erst als ihre Liebe Staatsaktion wird und der rasende Napoleon ihr die Freiheit Polens, als Entgelt, verspricht, wird sie, vom Mann getrennt, seine Geliebte. Aber nach dreijährigem Liebesglück verstößt sie Napoleon am Tage des Schönbrunner Friedens aus „Gründen der Staatsraison", ohne ihr die versprochene Freiheit Polens zu schenken, und sie vergibt ihm, glücklich einen Sohn des Kaisers gebären zu können. Diese ziemlich dürftige Handlung ist von dramatischen Erregungen stark durchi'e'tt. Ein interessantes, anekdotisches, dramatisches Spiel, aber kein künstlerisches, blutarmes Leben . . . Trotz glänzender Leistungen Gertrude Langfelders als
Präsident Poincare in Madrid.
Madrid, 7. Okt. Sämtliche Zeitungen begrüßen den Präsidenten Poincare in herzlichen Willkommensartikeln. Bei dem Empfange am Bahnhof trugen der König und der Jnsant Ferdinand das Großkreuz der Ehrenlegion. Bei der Ankunft des Zuges spielte die Musik die Marseillaise und die Königshymne. Der König näherte sich der Tür des Wagens des Präsidenten und begrüßte ihn militärisch. Der Präsident stieg aus und drückte dem König herzlich die Hand, der ihn, bewillkommnete und ihm seine Freude über den Besuch ausdrückte. Der König unb ber Präsibent stellten gegenseitig bie beiberseitigen Gefolge vor. Poincare überreichte ben zu seinem persönlichen Dienst kommanbierten Offizieren, barunter General Marquis Val- tierra, kommanbierenber General bes 6. Armeekorps, das Großkreuz der Ehrenlegion.
Präsident Poincare wurde im Palais der Königin Viktoria Eugenia, der Königin-Mutter Maria Christtne und der ganzen königlichen Familie empfangen. Nach einer kurzen Unterhaltung
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Disziplinlosigkeit im schweizerischen Heere.
Im Laufe der letzten Gebirysmanöver im Kanton Grau* bünbenproteftiertvnzwerbündlerischeBatail- lone, als sie Lei einem Schneegestöber auf dem Flucela. raß (250 Meter) nach Abbruch der Manöver, während die Offiziere bei der Kritik waren, längere Zeit auf den Abmarschbefehl warten mußten, $egen diese Verzögerung und betrugen sich disziplinwidrig. Oberst Wille, der Kommandant des dritten Armee'orps, veröffentlichte in der „Neuen Züricher Zeitung" einen heftigen Artikel gegen die Jnd iszip lin der Truppen, und warf ihnen Kriegsunbrauchbarkeit vor. Der Artikel, der in der Schweizer Presse und in der des Auslands viel kommentiert wurde, war im Nationalrate vor überfüllten Tribünen Gegen- land zweier Anfragen. Vital-Granbünden versuchte die Haltung der Truppen mit Rücksicht auf die furchtbaren Witterungsverhältnisse zu entschuldigen. Der zweite Redner kritisierte die Truppen s charf. Bundesrat Hoffmann, Chef des Militävdepartements, rügte scharf die Jndisziplin der Truppen. Die amtliche Darstellung der Vorgänge stimme keineswegs mit derjenigen des Obersten Wille überein, ber in seinem Artikel von einer Revolte rebe. Die Mannschaft marschierte nicht ohne Befehl, sonbern auf Befehl in bie Kantonnements. Der Rebner betonte, baß die Instruktion ber neu in ber Schweiz geschaffenen Gebirgstruppen! besonbere Sorgfalt verlange. Bevor bie Einzelausbilbung be- enbigt sei, bürsten ben Truppen keine außergewöhnlichen Strapazen zugemutet werben. Den Artikel Willes bebaucre ber Bunbesrat. Zwar war seine Ansicht, auf bie Mängel in ber Ausbildung hinzuweifen, eine gute, boch beging er in bei Form Taktlosigkeiten. Eine Maßregelung ber Offiziere lehne ber Bunbesrat aber ab, ebenso bas Verbot an bir Offiziere, künftig öffentlich militärische Dinge in ben Zeitungen zu besprechen, ba bie öffentliche Erörterung über die Manneszucht unb Kriegstüchtigkeit ber schweizerischen Armei. ersprießlich sein könne.
Die Fragesteller erklärten sich bamit befriebigt.
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zu bem Evaugeliengebüsch und daß sie im April alle Ansprüche befriedigen würden und nicht früher, und er und Mr. Hall sagen, sie denken, daß überhaupt nicksts getan werden wird." Diese Voraussicht Shakespeares sollte sich auch bewahrheiten.
Jrn Frühling 1616 wies der Lord Oberrichter Cornbe mit seinen Ansprüchen ab, und eine der letzten Neuigkeiten, die des sterbenden Shakespeare Ohr traf, niu.ß die angenehme Nachricht gewesen sein, daß er recht behatten und daß überhaupt nichts geschehen werde. Aus den Aufzeichnungen Greenes weißt die Verfasserin noch nach, daß sich Shakespeare der traurigen Verhältnisse eines verstorbenen Mr. Barbor annahm, der durch eben jenen W. Combe in die größte Not gebracht worden war. Zuerst starb seine Fran und dann er selbst, und nun tat der Dichter für die Kinder, was in seinen Kräften stand. So geht aus diesen neuen Mitteilungen die so ost angezweifelte Herzensgüte Shakespeares in einem reinen Glanze hervor.
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Neue; aus Shalespeares letzten Lebensjahren.
Das Leben keines großen Mannes der neueren Zeit ist so vom Dunkel umhüllt, wie das Shakespeares, und bei keinem ist wohl das Verlangen so groß, mehr von seinem Dasein zu erfahren, als bei diesem größten Poeten, dessen Werke als ein einziges rätselvolles Bekenntnis vor uns stehen. Deshalb folgt man jeder neuen Aufklärung, die Licht über ein Stück feiner Existenz verbreitet, mit größter Aufmerksamkeit, und so gewinnen auch die unbefnnnten Einzelheiten, die Charlotte Carmichael Stopes über eine Episode aus seinen letzten Jahren im Athenäum mitteilt, besondere Bedeutung.
Der Dichter hatte sich im Jahre 1612 oder 13 aus dem Lärm Londons in die Stille seiner Heimat Stratford zurückgezogen und sein ciiizigartiges Dichterwerk endgültig abgeschlossen. Ob er hier Ruhe und Friede der Seele gefunden? Wer weiß es? In den äußeren Dingen des Lebens blieben ihm gerade in den kleinen Verhältnissen Unannehmlichkeiten nicht erspart. Durch den gewaltigen Brand, der am 9. Juli 1614 54 Häuser und viele Schuncn und Ställe von Stratford zerstörte, war die Bevölkerung verarmt, und bie Not und das Elend, von dem sich Shakespeare umgeben sah wurden noch erhöht durch die Uebergrtffe der Großgrund- befüier die damals gerade der armen Stadt durch bte Einfriedung von Wiesen und Wäldern viel Land entziehen wollten. er Sohn eines reichen Mannes, des Steuereinnehmers und GAdverleil-ers John Combe, übrigens eines alten Freundes von Shakespeare, William Combe, strebte mit aller Macht danach, bie Gemeindewiesen von Stratford und dem benachbarten Welcombe einzuhegen und dadurch dem Ackerbau zu entziehen. Daß Shakespeare, der selbst alte Anrechte an die Benutzung des Gemeindelandes besaß, ick dem widersetzte, ist begreiflich: man hat ihm aber bisher vorgew7rsen daß er in dieser Angelegenheit nur an sich gedacht u7d sich um die Armen, die ihr L^tes verloren, nicht getummert habe Das schloß man daraus, daß man mit ben Förderern des Einsriebungsplanes eine Ueberemkunft abschloß burch die garantier wnrb?, baß aller Schaden und Verlust der aus der Einhegung erwachsen könnte, voll ersetzt werde. Diesen Vertrag ha aber Shakespeare nicht nur für sich geschlossen, sondern er trM damit maleich auch für die andern cm und hat in dem Kampf JkhSJSä für feine Rechte sicherlich neben feinem Vetter, dem 6 OWÄ ®«ene, Änben, bet fuf> eifrig ritte, bie Ungeredbtigtetien ab,uwehren. Das geS aus den Tageb.,^ aufieidmunqen ®recn8 6ert)or, in denen es voin 17.Nov. 1611 beißt Mein Vetter Shakespeare kam gestern zur Stadt, ich ging ihn ZU sehen, was er machte; er er zahlte, mir datz sie ihm vnstckMt hätten, sic beabsichtigten Nicht weiter emzuhegen als bis
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bis vonnittaA^I Uhn Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei u. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck.


