glietzer einen Derartigen Antrag unterstützen müssen, findet eine Aussprache nich statt.
Tür-kisch-serbifche Kämpfe.
Belgrad", 7. April. (Bon amtlicher serbischer Zwischen den Serben und Türken fanden neue Kämpfe statt. Es handelt sich hierbei nm die türkischen Truppen D s cha v i d B a s ch a s. Der Kampf fand bei Liousme statt. Die Türken batten acht Bataillone, hier Geschütze, drei Maschinengewehre und einige Kavallerie. Nach einem sehr heftigen Kampfe flohen die Türken in Unordnung in der Richtung auf Fig-eri. Die Serben besetzten Liousme und nahmen über 1000 Soldaten und 18 Offiziere gefangen. Im Hospital sanden die Serben noch sieben Offiziere, etwa 60 Verwaltungsbeamte und 500 kraule türkische Soldaten vor. Die Bevöli'ermrg begrüßte die Serben mit großer Begeisterung. Der Gesundheitszustand der Serben ist sehr gut.
Ter türkische Kriegsbericht.
Konstantinopel, 7. April. Der amtliche Kriegsbericht besagt: Gestern eröffnete der Feind das Feuer gegen unsere Rekognosziernngsabteilungen auf dem rechten Flügel der Ts chat al dscha arme e. Auf dem linken Flügel wurden von der. beiderseitigen Artillerie einige Kanonenschüsse gewechselt, die jedoch wirkungslos waren. Vor Vulair habe sich nichts ereignet.
Ein deutsche Flieger über der bulgarischen SLeLtmrg.
Konstantinopel, 7. April. Der deutsche Pi- lotScherff machte gestern mit Hauptmann Ke mal B e y einen SVsftüubiqen Erkundungs fln g bis nach Strand- scha. Das bulgarische Hauptlager bei KabaWsche- foj Wurde anscheinend erfolgreich mit Bomben beworfen. Da das Flugschiff nur 400 Meter hoch flog, war es dem SchrappniÄlfeuer ausgesetzt. Die bulgarischen Hauptkräfte stehen zwischen Tfchata'.dscha und Kab'tdscheköj. Ihre Angriffsvorbereitung war deutlich wahrnehmbar. Ein Bombardement von Nrla, im Osten von Smyrna.
Athen, 7. April. Der griechische Torpedoboots^ Zerstörer ,,Keravons" bornbardierte '■ Urla im Osten von Smyrna. Das Feuer richtete sich aber nur gegen die Militärlager, nicht 'gegen die Stadt selber. Acht türkische Soldaten wurden getötet, 120 verwundet. Ein Erlaß des Marineministeriums besagt, daß der „Kera- vons" Befehl erhalten habe, an der asiatischen Küste zu kreuzen, da Nachrichten zufolge die Türken im Golf Von Smyrna Truppen zusammena ezogen hätten, um sie nach Chios auszuschissen.
2SUS Stadt LLtt- LQttd.
Gieße .8. April 1913.
** Ordensangelegenheiten. Der Großb^rzog hat dem Bezirksamt mann Großh. Hess. Prof. Mischlich zu Misahohe, Schutzgebiet Togo, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Württemberg verliehene): Ritterkreuzies ‘1. Klasse des Friedrichs- Ordens erteilt, dem Geh. Kommerzienrat Louis K annen- viehe r zu Mülheim a. d. Ruhr das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps 'des Großmütigen verliefen, dem Hofrat Ällex. K o ch, KunstschriftsteNer und Verleger in Darmstadt, die-ErlauLnrJ zur Annahme und zum Tragen des ihm txoit dem König von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Friedrichs-Ordens und dem Mitglied der Sanitätskolonne Darmstadt, dem Kotonnen- führer-Stellvertreter und Rechner >Joh. Bapt. Silz zu Darmstadt und dem Mitglied der Sanitätskolonne Darmstadt und Leiter der Außenabteitung der .Hauptkolonne Christoph Wamboldt zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ibüen von dem König von Preußen verliehenen Rote KreaD-Medaille 2. Klasse erteilt.
** Lehrerpcrsvnalien. Übertragen rourde der Schul- mntsaspirarrtin Elisabeth Gerhard zu Oppenheim eine Lehrerin- stelle an der höh. Bürgerschule zu Oppenheim unter Belassung in der Kategorie der Bolksschutlehrerinne.n.
** Aus de m Militär-Wochenblatt. Nocl- dechen, Gen.-Major und Kommandeur der 25. Fekdart.- Brig. (.Hess.' wurde zum Inspekteur der 1. Fußart.-Insp. ernannt. Prinz zu Solms-Höhensolms-Lich, Major und Kommandeur der Leib-Eskadr. des Regts. der Gardes du Eorps, wurde zum Stabe des Hus.-Reats. König Wilhelm I. (1. Rhein.) 9kr. 7 versetzt.
** Bahnperson alien. Die Reserve Lokomotivfüh- führer Kapp, Rohrbach, Bruun, Lieth und Lotz in Gießen wurden zu Lokomotivführern, die Schaffner Erb und Tüll in Gießen, Buch in Laubach, Schneider in Nidda, P a b st in Gießen, B o m m in Gießen zu Eisenbahn-Unter aj i i sie n ten, die Ran gier führ er Schnabel und Steiß in Gießen zum Rangiermeister, die Hilfswagen- sührer Jung unb S chlesier zu Wagenführern, die Hilfs- rangierführer R. und 5). Lotz, Mandler, Frdr. Hahn, Lotz, >Lten*gel, Ludw. Hahn II., Müller III. in Gießen und Haub in Butzbach zu Rangierführern, der Lade-Schaffner Karl Weber II. zu Gießen zum Lademeister, der Hilfsladefchaffner Chrißsirn Weber in Gießen zum Schaffner, die HilfSschasstrer Schäfer, Adam und Johannes Kuhl in Gießen zu Schaffnern, die Hilfsschaffner V i e h m a n n , F r i tz i u s, Christ, Wilhelm Waldt- schmitt, Wilhelm Schneider II., Karl Steinmül- ler, Meisel, Leun itnb Kreuter zu Gießen, Karl und Usinger zu Nidda zu Schaffnern, der Hilfslademeister S ch o t t "in Gießen zum Schaffner int Fahrladedienst, die Hilfslolomjotivftihrer Gärtner, Geller, Heckroth, Panthel, 5)udel, Eckhardt, Strecker, Eute- neuer, Carle, Hardt, Jünger, Ullrich, James, Weller, Troß in Gießen zu Lokomotivführern, der Hilfsrottensührer Kart Hahn in Gießen zum Rottenführer ernannt. Versetzt wurden Lademeister Weinemann von Gießen nach Siegburg und Lademeister Deppert von Darmstadt nach Gießen.
** Polizenvesen. Der Großherzog hat den Regierungsassessor Fritz Stumps m Darmstadt zum Polizeikommissär bei dem Polizeiamt Darmstadt mit dem Titel Polizeiaiutmann ernannt.
** lieber den Der kehr von Kraftfahrzeugen enthält das heutige Äreisblatt eine Bekamrtmachnng des hiesigen Polizcicvmtes. Als wichtigste der darin angegebenen Vorschristen ist wohl die Bestimmung zu betrachten, daß die Fahrgeschwindigkeit innerhalb des Stadtgebiets 15 Ktometer in der Stunde nicht überfd/reirm darf. Bei Dunkelheit, Nebel, scharfen Straßen- früm'mungcn usw. muß so langsam gefahren werden, daß das Fahrzeug sofort zum. Halten gebracht werden kann.
** Der älteste Einhundertsechzehner. Aus Bodenheim wird uns geschrieben: Bei dem Regiments- jubiläum der 116er zu Gießen dürfte als ältester Veteran dieses Regiments der hier wohnende 91 Jahre alte Bürger Johann Leber III. vertreten sein. Der wackere Alte hängt noch heute mit ganzer Seele an seinem ehc-
meiligen Regiment, in dos er ' Jahre 1642, also vor 71 Jahren, als Zwanzigjähriger eintrat. Im 2. Bataillon wachte er im Sturm jähre 1 S-j£ die Erstürmung Freiburgs mit. Aus die Jubiläumsfeier iceut sich der alte VateilondS- ücrtcibiger aaitz besonders. 'Lv will dabei noch einmal den Paradewarich rn seiner lieb^wordencn Truppe so stramm als möglich mitmacheri.
Lau», rcis Gießen.
--- Wieseck, 8. A,>il. Der aus Gieren fiominenbe 24 Jahre alte Maschinenschlosser Ludwig Beimborn griff m dem TransforinatorenL'.äuschen in die Drähte der elektrischen Hochspannungsleitung und war sofort tot. Die augestcllten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg.
B. Tret 5 a. L., 7. April. Gestern vormittag fand in der hiesigen Kirche die Einführung der DelauatS- kr an ke.nschw ester statt, mit der die hier neu eröffnete Pfleg estation besetzt worden ist. Der Leiter der Tekanats- krantenpflege, Pfarrer Schwabe-Gießen, bielt die Fest< predig! und vollzog im Auftrag des Dekanats die Ver- pflichtimg und Einweisrnkg der Schwester. Unser Kirclien- aesang verein half die eindrucksvolle Feier durch den Vortrag eines Chore-, verschönern. Die neue Schwester, Kall). Lölkes, ist eiim Tochter unserer Gemeinde: sie hat ihre Ausbildung im Elisabethenstift zu Darmstadt empfangen und die staatliche Prüfung abgelegt. Ihr Arbeitsgebiet ist zunächst Treis und Allendors.
Id Holzheim, 6. April. Unser Dorf hat sich dem Elektrizitätswerk Wölfersheim angeschloffen. Die HauSleitnngen irerden eben ausgcführt. Etwas über 40 Häuser sind an geschlossen; demnächst beginnt mein mit der Oberleitung.
Kreis Büdingen.
(w Ni e d e r-M o ck stad t, 7. April. Aus Furcht vor Strafe in den Tod gegangen ist der lljäh- rige Otto Bretthauer von ljicr. Sein kleines Schwesterchen, auf das ■ er acht geben sollte, hatte eine Fensterscheibe zertrümmert, Weshalb ihm von der Mutter eine geringfügige, körperliche Züchtigung zuteil geworden war. Daraufhin hatte sich, der Junge, ohne daß man darauf geachtet hatte, entfernt und Itror auch während der Nacht nicht nach Hause gekommen. Am anderen Tage suchte man überall nach ihm. Am Sonntag ließ man dann die Voliz-cilündin „Lady" des Wachtnieisters Wiener von Nidda kommen, die sofort die Spur des Jungen bis zur Nidda aufnahm. An berfelben Stelle, wo die Hündin „laut" gab, gelang es, die Leiche des unglücklichen Jungen zu bergen, der aus Furcht vor Strafe in der Nidda ein nasses Grab gesucht hatte. . Heute an seinem 11. Geburtstage wurde er zu Grabe getragen.
Kreis Lauterbach.
~ La uterbach, 6. April. Bei Renoo'iernng des zur alten Dotzert'schen Brauerei gehörigen Wohnhauses an der Hohbrücke hier, jetzt Wirtschaft „Bürgerliches Brauhaus", wurde unter dem alten Verputz an der Außenseite reichliches Eichen holzfach ivcrk freigelegt, dessen Eckpfosten mit knnstvollcin Schnitzwerk versehen sind, von dessen Vorhandensein der Eigentümer keine Ahnung hatte, da der Verputz schon weit über ein Menschenalter das Fachwerk verdeckte. Der Großh. Denkmalpfleger für Oberhesfcn, Prof Walde aus Darmstadt, besichtigte gestern da? Gebäude und erteilte dein Besitzer Ratschläge über den Anstrich des Fachwerks, daß künftig sichtbar bleiben fall.
Kreis Schotten.
st. Schotten, 7. April. (Mord und Selbstmord.) Heute vormittag 11 Uhr entdeckte Förster Reeg hier in dem «chutzhänschon im Walddistrikt Spies', an der Kreisstraße Schotten-Nidda, zwei Leichen, die als die des Bernhard Serth, Laborant aus Frankfurt, und dessen Frau ermittelt wurden. > Das Paar wohnte seit 1. April im Gasthaus „zur Traube^" hier und ging heute vormittag kur-; nach 8 Uhr spazieren. Um 9 Uhr wurden von in der Nähe arbeitenden Leuten zwei Schüsse gehört. Die Leute gaben den Schüssen aber keine weitere Bedeutung und erst um 11 Uhr fand Förster Reeg die Beiden als Leichen umschlungen aus der Baut in dem Schutzhäuschen sitzend: aus dem Boden lag eine Vrowningpistole. Um 1 Uhr war das Gericht zur Untersuchung am Tatort.
d. Gedern, 5. April. Der Unfall des Lehrers Kromm, der am dritten Osterfciertage bei einem Ausflüge auf dem Taufstein von einem Baume herunterstürzte, auf dem er Schwämme sllchte, ist nicht so folgenschwer verlaufen, wie cmzunehmen war. Herr Kromm gedenkt demnächst seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. •
= Ulfa, 7. April. Bei der heutigen Bürgermeister-Stichwahl erhielten Gg. Ludw. Hofmann 138 und Heinr. Phil. Roll 102 Stimmen. Fünf Stimmen wurden für ungültig erklärt. Herr Hofmann ist somit gewählt. Die Agitation ivar sehr lebhaft.
Kreis Friedberg.
L Friedberg, 6. April. Atit dem Ban des Krematoriums ist begonnen worden. Die Südseite der Friedhofskapelle ist abgebrochen worden. Mit den Grund- und Maurerarbeiten hat man begonnen; sie werden von einer Friedberg- Fauerbachcr Firma auSgefühit. Ein auswärts ivohnender Friedberger hat der Stadtverwolümg 1000 Mk. zur inneren AuSschmücFung des Krematoriums überschickt. — Da die Geleiöcmlagen utnb der Bahnkörper des neuen Bahnhofes beinahe fertig sind, hat man viele italstnifche Arbeiter entlassen.
dl Bad-Nauheim, 6. April. Eine unangenehnic Ueberraschung ist den Grundbesitzern zuteil geworden, die bei der Feld bereinigung für zu viel erhaltenes oder geringeren Klassen zugeteiltes Gelände Geldentschädigungen erhalten. Der Feldbereinigungskommissär teilte den Beteiligten mit, daß die Auszahlung der Gelder nicht stattfinden könne, bevor nicht die Genehmigung der Hypothekenglänbiger zur Auszahlung eingeholt sei. Die Gläubiger verlangten, daß die Ueberschusse aus den Grundstücken zur verstärkten Tilgung der Hypothekschnüden verwandt werden sollten. Die Grundbesitzer haben sich mit dem Gesuch an die Gläubiger gewandt, die Auszahlung der Gelder zu genehmigen, da sie pünktliche ZinSzahler seien und die Gelder zur embenueitigen Verwendung nötig hätten.
— Aus der Wetterau, 7. April. Eine sebr ungünstige Verbindung nachdem T^unuS hat Die Wetterau mit ihrem lebhaften Passanten verkehr und ihrer großen Zahl von Mitgliedern touristischer Vereine (Vogelsberger Höhenklub, Taunusklub Wetterau, Wandervereine und Wandervogelsektionen'. Die Wetterau mit Friedberg, Butzbach, Nidda, Hungen, Bad-Nrauheim, bann weiter Gießen 'mit der Hessen benutzen zu Tminus fahrt en sämtlich regel
mäßig bett 7,53 Uhr aus Friedberg fahrenden und 8,28 Uhr in H j m b u r g ein treffenden Zug. Die Homburger clcl,rische Bahn hat zu diesem Zug keine Anschlußverbindung. Man ist genötigt, in HonEürg bis zum nächsten Zuge 91 5 Uhr zu warten, oder den langen Weg zur Saalburg oder zum Rand des Gebirges zu Fuß zurückzulegen. Das hält viele vom Besuch des Taunus ab. Durch Einführung einer ständigen Anschlußvcr'b inbuug zu 'diesem hauptsächlich benutzten 8,28 Uhr in Homburg einlanfenben Zuge würde die Homburger Straßenbahn bedeutend^ zur Hebung des' Tau- nusverkehrS aus der Wetterau und Oberl)essen beitragen.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 7. April. Der Verband der Desinfektoren in Hessen hielt gestern unter Vorsitz von Herling-Darmstodt seinen Verbandstag ab, der aus den drei Provinzen gut besucht war. Als Vertreter der Medizinal- abtcilmig war Geh. Medizinalrat Dr. Balser, als Vertreter des Polizeiamtes Negierungsrat Dr. Gennes und für die Sonitätshauptkolonne vom Roten Kreuz Houptmann ä la suite Lotheiben anwesend, ferner eine 2lnzahl Bürgermeister und Beigeordnete. Der Vorsitzende berichtete über die Verbandstätigkeit. Zur Verhandlung stand die Herbeiführung einer einheitlichen Desinfektions'- und Dienstordnung, "ein An- ircig auf Erlaß eines Verbots an die Landgemeinden wegen der Bestellung von Gemeinde-Desinfektoren, wobei der Vorsitzende Darauf hinwies, daß besonders auf dem Lande die Desinfektion bei schweren Krankheiten wie Tuberkulose, Diph- terie, Scharlach und Masern sehr schlecht durchgeführt würde. Auch die einheitliche Desinfektion der Schule und Wohn- räunie wird gewünscht. Geh. Medizinalrat Dr. Balsev sagt den Erlaß entsprechender Vorschriften zu, da besonders die Tuberkulose energisch bekämpft werden muffe. Vielfach herrschen auf dem Lande noch sehr traurige Zustande. Die Desinfektoren wünschen ferner Gewährung eines festen Monatsgehalts, Kilometergelder, einheitliche Dienstkleidung, Angliederung an die Sanitätskolonne und Versicherung gegen Krankheit bei einer staatlichen Ortskrankenkasse. Die Anträge und Eingaben sanden einstimmig Annahme.
w. Da rm'stab t, 7. April. PrinK und Prinzessin! .Heinrich von Preußen sind heute abend 8,05 Uhr mit dem sahrplanmäßigen Zuge direkt nach Kiel abgereist.
Dieburg, 8. Älpril. Im 95. Lebensjahre ftarb ön hiesigen Kapuzinerkloster der Senior der tirolischen und rheinisch- westfälischen Ordensprovinz Pater Jngenuinus Pa ltzHeimer, der seit 47 Jahren hier wirkte und Ehrenbürger von Dieburg war. Ter Verstorbene wurde 1818 in W'innebach int Pickstertale,geboren und feierte voriges Jahr unter Anteilnahme der ganzen Stadt sei n70jLhriges Priefterjubiläum'. Pater Immergrün, so nannte ihn der VolkSmund, war eine in weitem Umkreise bekannte und in allen Kreisen und Schichten der Bevölkerung populäre Persönlichkeit.
w. Mörlenbach, 8. April. (Priv.-Tel.). Gestern abend zwischen 6 und 7 Uhr kam es in der hier neu errichteten Sanerstoffsabrik zu einer Explosion. Der Werkmeister und zwei Arbeiter wurden getötet und ein weiterer Arbeiter schwer verletzt. Das Fabrikgebäude ist vollständig zerstört.
ch. Bingen, 7. April. Der städtische Voranschlag für 1913 schließt mit 1058 536,26 Mk. ab. Die Einkünfte an Gemeindeumlagen sind mit 419 300 Mk. eingestellt; eine Erhöhung des Steuersatzes ist hierbei nicht vorgesehen. Die Schulden sind mit 7 588 925,56 Mk. eingesetzt worden. Sie weisen gegen das Vorjahr eine Abnahme von 75 314,18 Mk. äuf. DaS Vermögen der Stadt beträgt 11517 660,92 Mark. Zum ersten Male sind in den Voranschlag 10 000 Mk. als Ertrag aus der Billet-, Filial- unb Warenhaussteuer eingesetzt worden.
w. Bensheim, 7. April. Heute nacht brannte hier das Wohnhaus des GüterbestätterS Kraft nieder. In dem niedergebrannten Haus fand man die Leiche eines Knechtes vor. Die Entstehungsursache deS Feuers ist unbekannt.
Heffen-Naffau.
? Marburg, 7. April. Eine blutige Tat wurde gestern in dem in der südwestlichsten Ecke des KreiseS liegenden Seelbach vollführt. Die etwa 15 Jahre alte Tochter deS Gutsbesitzers Kraft batte mit einem im Hofe beschäftigten, aus Ostpreußen stammenden Kuhschweizer einen kleinen Streit. AlS ihr Vater hinzukam, zog der roheMensch ein Messer und stach dem Manue ins Herz. Kraft, ein etwa 60 Jahre alter Mann, starb nach kurzer Zeit. Der Täter wurde inS Gefängnis nach Gladenbach gebracht.
w Hanau, 7. April. In dec Dünlop-Fabrik ist heute früh der 29 Jahre alte Arbeiter Heinrich Fuchs von Langen- selbold in eine Walzmaschine geraten, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod sofort eintrat.
= Frankfurt, 7. April. Heute starb hier nach kurzem schweren Leiden der sächsische Generalkonsul und amerikanische Konsul Heinrich Map pes.
vereinsnachrichte«.
** Im cbangel". Arbeiterverein hielt am Sonntag abend Oberlebrer Dr. Klein einen Vortrag über den Kampf u m den A l k o h o l i s M u s.. Der Redner beleuchtete die Gefahren des Alkohols für den einzelnen, für die Familie und für unser Volk. Er bewies durch wissenschastlicl)eZ und statistisches Material die hohe Sterblichkeit der besonders mit bent Alkohol in Verbindung stehenben Gewerbe, streifte das Kellnerinnenelend und geißelte die Veralkoholisierung unserer Kolonien. Jntereffant waren die AusführunAcn über die Uebertragung auf die Nachkommenschaft. Zum Schluß forderte der Redner auf, mit in den Kampf einzutreten.
X Hungen, 7. April. Der Hassia-Bezirk Hungen hielt gestern in her „Traube" einen außerordentlichen Bezirkstag ab. Die Versammlung befaßte sich mit dem Antrag des Präsidiums, daß jedes aktive Mitglied der Kriegervereine Leser des Verbandsorgans werden soll. Der Bezirkstag stimmte diesem Einträge zu.
tu. Steinfurth, 6. April. Der Gesangverein „Frohsinn" hält vom 21.—23. Juli ein großes Sängerfcst, verbunden mit Fahnenweihe ab, zu dem eine große Anzahl Vereine ihr Erscheinen zugesagt hat. Der Feftplatz wird an den Bahnhof gelegt und soll mich für Volksbelustigungen aller Art dienen.
= Hörnsheim, 6. April. Im Kriegerverein hielt gestern abend in einer gut besuchten Versammlung Lehrer Keil aus Klein-Linden einen Vortrag. Er schilderte die Zeit vor 100 Jahren bis zum' Kriegsjahre 1870/1871. Der hiesig? Gesangverein sang einige recht schöne Lieder.
Sport«
—. D eutscher Motorradsport. Vom^ 10. bis 14. Mai 1913 findet eine mehrtägige Motor-Prufungsfahrl in Deutschland ftatt. Ter Veranstalt er ilt der Allgemeine Deutsche Automobil- Club, der Vertreter bc^ Deutschen Motorradsportes. Die fünf-


