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Erstes Blatt
165. Jahrgang
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Nr. 81
Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFmnilienblättcr! zweimal wöchenll.ttreis- blattfürdenttreisGiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse sür Depeschen:
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Dienstag, 8. April 1915
Bezugspreis: monatlich 75Pj., viertel* jährlich Alk. 2.20; durch Abhole* iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel* jährl. ausschl. Bestellg. 3ei(enpret§: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und
Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
Der Reichskanzler über Wehrvorlage und weltpslitik.
□ Berlin, 7ö. April.
Die große Woche hoi heute im Reichstage ifacn Anfang genommen, nämlich die erste Beratung der Wehr- vorlage, mit der die des Luftflottennachtragsetats verbunden ist, während die erste Lesung der Tccknngsvorlagen an zweiter Stelle der Tagesordnung steht. Schon äußer- Hd) tonnte man den: Palast am Königsplatz anmerken, daß es sich um den ersten Tag der großen Woche handelte, denn das Haus war umlagert von den zahllosen Scharen derjenigen, die Vergeblid) auf Einlaß gehofft hatten, drinnen waren alle Tribünen üb erfüllt, und sogar die Ho flöge war voll besetzt; unter den Zuhörern war entsprechend dem Gegenstand der Tagesordnung die Uniform stark vertreten. Der Sitzungssaal wies nur wenig Lücken auf, und am Bundesratstisch sah man eine ganz ungewöhnliche „Fülle der Gesichte".
Unter außerordentlicher Spannung des Hauses begann der Reichskanzler seine Rede zur Begründung der Wehrvorlage. Herr v. Bethmann-Hollweg sprad; ruhig und sachlich, indem er nur bei dein wiederholten Appell an di? Volksvertretrmg seine Stimme steigerte, und seine Ausführungen zeichneten sid) durch eine angesichts der heiklen Materie begreifliche diplomatische Zurückhaltung aus, so daß sie, rein äußerlich betrachtet, mehrfad) den Eindruck starker Widersprüche in sid) machten. Es bestehen keine direkten Interessengegensätze zwischen Teutschland und Rußland, aber die panslavistischen Bestrebungen geben Ursache zur Besorgnis. Unsere Beziehungen zur französischen Regierung sind ignttc, aber die öffentliche Meinung in Frankreich oder wenigstens ein Teil davon ist; von einem bedenklichen Chauvimsmus erfüllt. .Hoffnungsvoller betrachtet der Kanzler die Beziehungen zu Großbritanien, aber von den Churchillschen Vorschlägen zur Verminderung des Flottenbaues verspricht er sid) keinen praktischen Erfolg.
Die Betrachtung unserer 'Beziehungen zu diesen drei Staaten bildeten daspolitisch bedeutsamste Moment der aus- führlichen Darlegungen des Kanzlers, die freilid) manches Wenn und Aber enthielten. Was die B^iehungen zum Zarenreiche betrifft, so wies der leitende Staatsmann darauf hin, daß sich durch die Umwälzungen auf dem Balkan die militärpolitisd)e Lage auf dem Festlande verschoben habe und zwar zu Gunsten des Slawentums gegenüber dem Germanentum. Aber der Reichskanzler verwahrte sich zugleid) dagegen, daß er das Gespenst eines Rassenkri eges an die Viaud malen wolle, indem er versicherte, daß seine Bestrebungen, mit dem russischen Kabinett offene und vertrauensvolle Beziehungen zu unterhalten, nicht unerwidert geblieben seien. 1 Was Frankreich beireffe, so habe ei- allen Grund zu glauben, daß die gegenwärtige französische Regierung in nachbarlichem Frieden mit uns zu leben wünsche. Doch einen Wechsel auf die Zukunft wollte der Redner nickst diskontieren, wobei ihm wohl die naheliegende Erwägung vorschwebte, daß, wie auf das Kabinett Briand unvermutet und plötzlick) das Ministerium Bärthou folgte, oudi dieses eines Tages einem neuen Kabinett unbekannter Gesinnungsart Platz "machen könnte. Wer wenn der Kanzler wiederholt auf den französischen Chauvinismus und den russischen Panslavismus Bezug nahm, so sollte das jedenfalls nur indirekt als Motiv für die Wehrvorlage gelten, denn er betonte an anderer Stelle, daß wir niemals mit unserem russischen Nachbarn um die Wette rüsten wollten, und daß in der geplanten Rückkehr Frankreichs zur dreijährigen Dienstzeit so wenig eine Herausforderung liege, wie unsere Vorlagen eine Provokation Frankreichs oder irgend jemandes in der Welt bedeuten.
Am bemerkenswertesten waren die Ausführungen über das Verhältnis zu England, die eine Antwort auf die Friedens- und Frenndschaftsklänge von jenseits des Kanals bedeuten. Der Leiter der deutschen Politik begrüßte diese „Anregung", und er betonte, daß „solche Fäden der Freund- sck)aft gesponnen werden müßten". Aber, so fügte er hinzu, politische Freundschaften sind politische Geschäfte, und diese.ließen sick) out leichtesten unter starken Partnern abschließen. Was den Vorschlag des Ministers Churchill betreffend die Festlegung einer Pause im Flottenbau betrifft, so wies Herr v. Bethmann Hollweg mit einer leisen Ironie darauf hin, daß jener Vorschlag in England selbst kein sonderliches Echo gefunden, und daß die Marinesachverständigen diesseits, wie jenseits der Nordsee auf die großen Schwierigkeiten einer Ausführung dieses Problems hingewiesen haben. Aber die Rcichsregie- rung will doch abwarten, „ob die englische Regierung mit konkreten Vorschlägen an uns herantrcten sollte". Hier liegt, anscheinend eine Differenz der Auffassung vor, denn Churchill hat betont, daß deratige Anregungen >chon früher an die deutsche Regierung ergangen seien: aber dieser Widerspruch ist wohl aus die Verschiedene Bewertung der Begriffe Anregungen und Vorschläge zurückzuführen.
Die Friedensgarantien des Dreibundes, der nicht nur den verbündeten Völkern, sondern der Welt dient, schätzt der Reichskanzler hock; ein, aber er entbindet uns nicht von dein toujours en vedettc! Und so habe auch die Regierung die Militärvorlage md)t eingebracht, weil wir Krieg, sondern weil wir Frieden haben und weil, wenn Krieg kommt, nNr Sieger bleiben wollen! Das war die Quintessenz der Ausführungen des leitenden Staatsmannes, die in dieser Form - und deshalb mußten sie naturgemäß als lückenhaft und nicht frei von Widersprüchen erscheinen —
sür die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, während die eingehendere weltpolilischc ebenso wie die militärtechnische Begründung dem Ausschuß Vorbehalten bleiben muß.
Presseftimmen.
,4~ Berlin, 8. April (Dralstbericht).
Der „Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt:
Das für uns Wichtigste scheint zu sein, was brr Kanzler über Frankreich sagte, denn wenn es auch richtig ist, daß man ähnliche Gedanken schon öfter in letzter Zeit gelesen und gehört hat, von dem leitenden Staatsmann des deutschen Reiches hat man sie zum ersten Male gehört. So wenig wie der Inhalt war der Ton der Kanzlerrede dazu angetan, irgend jemand zu reizen. Nach dem Kanzler nahm der preußische Kriegs- minister von Heering en das Wort. Er vermochte jedoch die Aufmerksamkeit des Hauses nur in geringem Grade zu fesseln. Einmal war er nur schwer zu verstehen, und dann mußte er sich die. wichtigsten Argumente für die Beratung im Aus- sckmß cmfsparen. Bon den Abgeordneten sprach zunächst der Sozialdemokrat Haase reckst lange und recht unbedeutend. Kürzer faßten sich die Abgg. Spahn, v. Lieb er t und Behrens. Es ist nichts von Hurrapatriotismus zu spüren, sondern aus wahrer Vaterlandsliebe bewilligen die bürgerlichen Parteien, was sie mit Grund ernster Erwägungen für notwendig erachtet haben.
Das „Berliner Tageblatt" schreibt:
Eine Diploniatie, die immer nur nach neuen Kanoneri^ruft, danlt ab. Herr v. Bethmann-Hollweg weist gern mit die Schädlichkeit der demokratischen Ideen hin. Mit der feudalen lonser- valiven Ideenlosigkcit kommen wir auch nicht weit. Herr von Bethmann Hollweg hat wie ein Mann gesprochen, der letzthin versichert: Glaubt mir, ich meine cs gut! Nicht von Herausforderungen kann die Rede sein, aber eine Forderung zieht, und das hat Herr v. Bethmann Hollweg verschwiegen, immer noch andere Forderungen nach. Herr v. Heeringcns Erscheinen treibt die Hälfte der Abgeordneten aus bem1 Saal hinaus. Man bat wohl nichts anderes crwarter, als das, was der Minister gab, cüt mattes, inhaltloses und tonloses Gemurmel, Aufzählung alles dessen, was längst bis in das kleinste Dort hinein gedrungen ist. Nicht minder ungenügend als die Begründung der Rüstungs- Vermehrung durch die Regierung waren die Reden der Partci- vcrtretcr, die gestern zu Worte kamen.
Die „Berliner Neue st en Nachrichte n" s chreib en:
_ Tic defensive Stimmung, wie wir aus zahlreichen Reden unserer verantwortlichen Staatsmänner seit langem' gewöhnt sind, durck?zieht auch wieder die Worte des Reichskanzlers. Alles in allein hat er mit der Ehrlichkeit, die ihn auszeichnet, unsere Weltlage gezeichnet, so )vie sie sich mt5' den Tendenzen unserer altangestammten AuÄrnchsvolitil uvd den Erfordernissen des kritischen Augenblicks ergibt.
Tie „Kreuzzeitun g" schreibt:
In den Kominissionsberatungcn dürfte der zweite Umstand, den der Kanzler anführte, daß nämlich unsere nröglichen Gegner qmij enorme militärische Anstrengungen gemacht haben, noch stärker zur Geltung kommen, weil diese Tatsachen dort int einzelnen belegt werden können und weil sie der großen Mehrheit doch noch nicht so zum Bewußtsein gekommen sind.
Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt:
Wohl noch niemals bat der Reichskanzler so geschickt und so eindrucksvoll und so wirksam gesprochen wie gestern. Einer Politik, die diese Worte immer nach allen Richtungen und in allen Fällen in die Tat umsetzt, werden )rir gern und freudig folgen. Wenn auch gestern nicht alle Parteien zu Worte gekommen sind, so läßt sich schon jetzt sagen, daß die Hecresvorlage ohne wesentliche Blenderungen und Streichungen angenommen werden wird.
Die „Tägliche Rundschau" schreibt:
Der Reichskanzler hat es verstanden, ohne die viel zu viel gebrauchte Friedensbeteuerung noch einmal herv'oitzuholen, vor Europa den historischen und fast mich mathcmatitchen Beweis zu liefern, daß wir dem Frieden der Welt dienen, 'er hat aber auch gezeigt, daß der Friede nicht von uns allein abhängt und daß mic gesonnen sind, den uns aufgenötigten Krieg zu schlagen im Vertrauen auf die Tüchtigkeit und Tapferkeit unseres Heeres.
Die „Vossische Zeitung" schreibt:
Die Verweisungen auf den Panslawismus und den Ehauvi- nismus waren früher so gut möglich gewesen wie heute. Zu dem Erfreulichsten der Rede des Reichskanzlers gehört, daß, ime er meint, das Vertrauen ztvischen England und Deutschland wieder keimt. Eine Stärkung seiner Wehrkraft wird Teutschland vornehmen. Zu ihrer Bewilligung wird der Reickstag bereit sein, obwohl der Reichskanzler sie gestern nur unzulänglich zu begründen vermochte. Tie Rücksicht auf die Steuerzahler erheischt die Ablehnung alles Ueberflüssigen, die Rücksicht auf die Sicherheit des Vaterlandes die Genehmigung alles Notwendigen.
Die „Berliner Morgenpost" schreibt:
Herr von Bethmann Hvllweg enthielt sich der geschwollenen Zentenarpbrafen, die in diesen Tagen im Schwange sind. So mag man der Kanzlerrcche schon Lob nachsagen, auch vielleicht, da sie aus den Friedenston gestimmt war. Aber er will uns einreden, daß man sich gegen das Panslawistengcschrei und das Chauvinisten- geschrei mit mehr als 100000 neuen Soldaten wappnen müsse.
was wird nun?
Wien, 7. April. Wie verlautet, liegt nach der neuerlichen Ablehnung der in dem Telegramm des Vizeadmirals Burnev ausgesprochenen Forderungen der Großmäck)tc durch Montenegro die Entscheidung über die von der internationalen Flotte 5 it unternehmenden Schritt e nunmehr dem A d m i r a l s r a t ob, dessen Mitglieder im Besitze der notwendigen Irlstruktioncn ihrer Regierungen sein dürften. Zunächst handele es sich darum, die Blockade für effektiv zu erklären und ihre Ausdehnung zu bestimmen. Ta dar Widerstand Montenegros in hervorragendem Maße durd) die in Zahl und Kriegsmaterial vor Skutari weit überwiegende 'Beteiligung Serbiens genährt wird, sei anzunetzmen, 'daß die Admiralität einen Tesdpuß fassen werde, wonach die. Blockade and) die w eitere AusschiffungserbischerTruppenver* hindern wird.
Die „Neue Freie Presse" erfährt von besonderer Seite: Unter den Mächte« sind Verhandlungen im Zuge betreffs Ausdehnung der Blockade auch:auf die nordalbani
schen Häfen San Giovanni di Medua und Dn^ r a z z o.' Insbesondere ist Oestcrreid)-Ungarn in dieser Richtung bemüht und hat die Jnitiarive ergriffen. Die Dre> bunomüchte spradien sid) bereits sür den Antrag Oesterreichs aus, dce Zustimmung der Staaten der Triple-Entente liegt nodj nicht vor, dock) wird sie erhofft, da die Gefal)r vorliegt, daß in jenen beiden Häfen noch Truppen und Munition für die Belagerung Skutaris einlaufen tonnen. Die ernsten Vorstellungen bei Serbien dauern fort.
Die Weigerung Serbiens.
Belgrad, 7. April. Die serbische Regierung« überreichte gestern den Vertretern der Großmächte die Antwort auf'das Begehren der Mächte betreffend Räumung Albaniens und Schutz der albanesischen Nationalität. In der Antwort wird erklärt, daß Serbien vor dem Friedensschluß seine Truppen aus Albanien nicht zurückziehen könne. Tie Forderung eines besonderen Schutzes der Albanesen könne Serbien mit Rücksicht auf ferne Landesverfassung und Landesgesetze, wonad) allen Staatsbürgern gleid)e 'Rechte und Pflidsten zustehen, nicht erfüllen. -
Die Kämpfe vor Skutari.
Wien, 7.. April. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Antivari: Von wohlunterrichteter Seite, welche den verschiedenen Kämpfen aus nächster Nähe beigewvhnt hat, lvird miteteilt, daß beide Alliierte, Serbien und Montenegro, bisher noch keine einzige Position in der Umgebung Skutaris eingenommen haben.
Staatssekretär Grey über die Flotteudemonftration.
London, 7. April. In teer heutigen Sitzung des Unterhauses beantwortete Gr eh eine Anfrage betreffend die Flottendemonstration, indem er Zagte: Zwei britische Kriegsschiff begaben sich nach der rnontenegrini- schen Küste, um au der internationalen Flottercdemvnstra-' tion teilzunehmen. Oesterreichisch-ungarische, französische, deutsche und italienisck)e ^Kriegsschiffe befinden sich zu demselben Zwecke dort. । Der rangälteste britische Marineoffiziier ist angewiesen, sich nrit den rangältesten Marineoffizieren des internationalen Geschwaders tzu verbinden und mit ihneic alle Sck)ritte zu beraten, welche möglich find, um auf die montenegrinische Regierung einen Druck a ns- zuübcn, daß sie die Entscheidung der Mächte annimmt. Eine Landung von ^Marineabteilungen, Feldgeschützen oder ein Bombardement wird nicht v o r g e n o m - m en ohne daß 1 tu e,i t cft e Instruktionen erteilt sind. (Beifall.) Die Haltung der russischen Regierung, die keinen Mangel an Schiffen hat, wurde in einem vom-2. April veröffentlichten Kommunique erklärt, das Haus wird vielleicht gestatten, einige Erklärungen über das Ziel der Flottendemonstration zu geben und darüber wie und warum die britische Regierung daran teilnahm'. Wir nehmen daran teil, lveil wir mit den anderen Großmächten an bent1 Uebereinkommen beteiligt sind, das durd). die Flottendemonstration aufredü ^erhalten werden soll. Das Uebereinkommen besteht darin, daß Albanien a n t o n o m w e r d e n s o l l. Wir finb willens, hieran teilzuuehmen, weil die Albanesen in der Rasse und in der Sprache und im großen Umfange auch in der Religion ein Volk für sich bilden. Daß das Uebereinkommen durck) die internationale Aktion aufrechtcrhalten werden soll, bleibt für die Fortdauer des Friedens wesentlick). Diebritische Regierung hat kein direktes.Interesse an den Einzelheiten des U e b e r e i n k o m in e n s. Wir würden uns aller Wahrscheinlichkeit nad) nicht einem Ueber- einkonimen widersetzen, welches die Zustimmung der näher interessierten Mächte gefunden hat. Aber weil wir glauben, daß das Uebereintommen in den Hanptlinien in Ueber- einstimmung steht mit der Menschlichkeit, Freiheit und Ge- reck)tigkeit und weil wir wissen, daß der Friede Europas auf der Aufrechterhaltung der Eintracht zwischen den Mächten beruht, die in diesem Gebiet am nächsten interessiert sind, deswegen hielten mir es für richtig — durch die Teilnahme an deni Uebereinkomnien übernehmen wir eine ehrenvolle Verpflichtung — an der internationalen Aktion teil- znnehmen, die sid) jetzt vollzieht, um das Uebereinkommen aufrecht zu erhalten und ihm Respekt zu verschaffen. (Beif.)
Auf die Frage des Liberalen David Mason, wie Grey die .Haltimg der Regierung mit der Neutralitätserklärung vereinbaren könne, erwiderte Grey: Wie ich schon sagte, ist das, was in Akbmrien vor sich geht, kein Befrei- ungs-, sondern ein Eroberungskrieg, der auch schon lange aufgehört hat, von irgend einer Tragweite für den Krieg zwisck)en der Türkei und den Verbündeten zu sein. Die Großmächte haben sich über die Grenzen Albaniens geeinigt, und wir sind willens, und aebunden, an der internationalen Aktion teilzunehmen. Mehrere W- geordnete drangen in Asquith, er solle Gelegenheit zu einer Diskussion über die Frage geben. Asquith erwiderte, es sei sehr zweifelhaft, ob eine Äskussion in diesem Augenblick im öffentlichen Interesse liege. Wenn im Hanse der Wunsch nach einer Diskussion vorhanden sei, so könne sie am Donnerstag stattfinden. Wenn and) die Regierung weit davon entfernt ist, .eine Diskussion vermeiden zu'wollen, so glaube ich nicht, sdjloß Asquith, daß im Hinblick auf die großen und sehr delikaten Interessen, die auf dem Spiele stehen, sich ein Vorteil von der Diskussion ergeben würde.
B o n a r Law erklärte namens der Opposition, daß er die Debatte als sehr wünsck)enswert betrachte. (Beifall.) Mason beantragte Vertagung des Hauses, um sofortige Gelegenheit zur Distussion zu geben Nur 15 9Nit- glieder der 'Liberalen und der Arbeiterpartei unterstützen ihn, und da die Gesetze des Hauses vorsehcn, daß 40 Mit-


