Ausgabe 
7.11.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

fflarb 105.-

|(|t*tr

Ll '-tewaoi: ®tn moattntn :::: formen:®; t angefcitigt, unter ;amic

Mm

Mr Wiele« aniMu.Kan? lcm alten sw

cid lang, von la. XehSUW deinen M.wj, - usw.

»iirtö VOD ^aJna.^ LUUv und Satin , 5.75,6.- 6-50 usw.

nn m.Bogen,Stück g6y.a7a,L-,1.2O,

L- u-ff.

tücterSS , stück M.4.- 4i/a' i-, &- « "

a=.

t - Spar - Vereinigung

Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten

und verstand es so trefflich, die Kernpunkte der Reise l tur. Tic schwedische Akademie jafct einen endgültigen Beschluß herauszuschälen und schmackhaft zu machen, daß ihm die, am 13. Noverner.

Hörer willig folgten. Hk. Internationale vulkanische Forschung.

. ®te S--rt r«g°nn inämoneburermit den ältesten

mrs der Zeit des Bönifacius stammenden Steinbauten

So ging der Redner nach einigen einleitenden Worten über die Baulust und Baueigenart des Hessenvolkes von altersher und über ihre bodenständige Kultur, die ihren Ursprung darin hat, daß die Hessen allein von allen Völ- k-crn ihre ursprünglichen Wohnsitze bewahrt haben, und die sich wiederum in ihren Bauten deutlich ausprägt, kurzer Hand in medias res, d. h. auf die künstlerische Wanderung,

Station der Akademien" aus Antrag von Berlin, München und St. Petersburg die Einsetzung eines internationalen vulkano-

als: Mein Nam» ist mein Programm. Tas durch die jüngsten Wahlen in seiner Herrschaft über New Pork vernichtete >iorrlip- tionssystem von Taminany-Hall spottet jeder Beschreibung. So wurden 5. B. für Kleiderhaken, deren gewöhnlicher Wert '! Gents beträgt, seitens der Stadt über 2 Toll ar bezahlt. Bisher be­zahlte die Stadt für die Abnahme ihrer Abfälle je 51 OOO Dollar, während ihr 112 OOO Dollar für diese Abfälle geboten werden und anderes mehr.

Zn anderen Staaten ist eine starke demokratische Strömung zu bemerken. Massachusetts wählt in Boston den Demokraten Walsh zum Gouverneur. Mit großer Mehrheit wurde der ab­gesetzte Gouverneur oon ?llbanh Sulzer zum Abacordneten für das Parlament des Staates New Bork gewählt. In Maryland ist nach Tepcschen aus Baltimore der Denwkrat Blair Lee an Stelle eines Republikaners in den Staat gewählt worden. Wie ein weiteres Telegramm aus Richmond meldet, sind in Virginia alle demokratischen Kandidaten, an ihrer Spitze der Gouverneur Stuart, gewählt worden.

3n den vereinigten Staaten van Amerika fanden am Dienstag neben Nachwahlen einzelstaatliche und städtische Wahlen statt, die zum Teil anderen als den bisherigen Macht­habern den Sieg brachten, unter anderen in New Dort der Tam- rnauy-Hall-Partci aber eine Niederlage. Tammanys Gegner, Mitchel, der bisherige Chef des New Porter Zollamtes, ist zum Bürgermeister gewählt, jedoch bringt Tammauy mehrere an dere städtische Beamte durch. Wenu man sich gegenwärtig hält, daß der Jahreshaushalt der Fünfmillionenstadt für 1913 nahe an die 800 Millionen Mark herankommt und für die folgenden Jahre neuer Rresenausgaben, besonders für den Ausbau der Unter­grundbahnen, die Milliardengrenze streift, bekouimt man eine schwache Vorstellung von der Bedeutung des Wahlaussalts. Tarn- rnauy steht für die organisierten Demokraten: Fusion bedeutet ein Gemengsel unorganisierter Republikaner, Fortschrittler, Un­abhängiger und verärgerter Mitläufer; Hearst aber heißt soviel

21uslattö.

Ueber die Frage der Wahlreform in Frankreich, deren Beratung am Donnerstag in der .Kammer wieder ausgenommen wird, äußerte Ministerpräsident Barth o u zu einem Berichterstatter: Ich habe der Kammer erklärt, oaß es mir unmöglich erscheine, sechs Monate vor den Wahlen und angesichts der ablehnenden .Haltung des Senats in zweckdienlicher Weise zu einer Wahlreform zu gelangen. Die Mehrheit der Kammer war anderer Ansicht und «ihr Beschluß legt dem Ministerium die Pflicht »auf, an jedem Vorschlag mitzuarbeiten, der zwischen den Anhängern und den Gegnern der Reform in der Kammer sowie zwischen der Kammer und dem Senat vermitteln könnte.

Die neue französische Kapital-Erbsteuer.

Ter französische Finanzminister legte am gestrigen Donners­tag in der Kammer den Gesetzentwurf über die neue Kapital- Erbsteuer vor, durch welche bestimmt wird, daß abgesehen von der bereits bestehenden Besteuerung der Hinterlassenschaften auch das hinterlassene Gesamtkapital nach Abzug einer Summe

zu sein.

Daß er den Stoff Allerdings pus sdem Grunde beherrscht, bewiesen seine sachkundigen Erklärungen und Bemerkun­gen, deren Wert für die Versammelten noch dadurch wesent­lich erhöht wurde, daß sie immer kurz, treffend und er­schöpfend waren und jede Weitschweifigkeit vermieden. Der Vortragende beschränkte sich in dankenswerter Weise in der Hauptsache darauf, zu den einzelnen Lichtbil- . dem, die er in rascher Folge zeigen ließ, erklärende Be­merkungen hinzuzufügen. Eine solche Beschränkung war nötig, denn der Bilder, die er zeigen wollte, waren viele, und der Stoff war fast unerschöpflich.

werde. Eine Zusammenstellung zeigt also, daß sich in dem allgemeinen Wortlaut des Antrages viele und sehr weit­gehende Forderungen verbergen..

Tatsächlich haben sich indessen die katholischen Orden und Kongregationen die Rechte, die ihnen jetzt nach dem Zen trunsantrag gesetzlich gewährt werden sollen, in vielen Fäl len, wie festgestellt wurde, dem geltenden Gesetz zuwider vor- weggenommcn. So haben sich z. B. Joscphsbrüder, die, wie be­richtet wird, aus Frankreich zugewandert sein sollen, in Kleinzimmern und Dreis bereits niedergelassen, die Marien- brüber, die seit 1875 neue Mitglieder nicht mehr aufnchmen dürfen, sind noch in Hessen vorhanden, dieEnglischen Fräu lein" haben nach den auf kirchlichen Mitteilungen beruhen den Angaben der Statistik des Jesuiten Krose nicht, wie cs ihnen gesetzlich erlaubt ist, in 5 Niederlassungen 82 Mit­glieder, sondern in 7 Niederlassungen 192 Mitglieder. Der Orden vom guten Hirten, dem die Aenderung des Gesetzes beliebig viele Niederlassungen erlauben soll, hat nicht nach dem maßgebenden Stand vom 1. Oktober 1871 nur vier­zehn Schwestern, sondern deren 28. Die Orden und Kongre­gationen, die sichausschließlich" der Krankenpflege widmen, haben in sehr vielen Fällen, wie festgestellt ist, ihre Tätig' keit bereits viele Jahre schon auf die Gebiete dercharitativen Fürsorge" ausgedehnt, wofür jetzt erst die gesetzliche Erlaub­nis verlangt wird.

Ferner zeigt ein Blick auf den Stand des römisch-katho­lischen Ordenswesens in Hessen, daß unser Land von der Entwicklung,die die klösterlichen Organisationen in Bezug auf Niederlassungen und Mitgliederzahl in Deutschland ge­nommen haben, keineswegs ausgeschlossen gewesen oder hin­ter anderen Ländern in dieser Beziehung zurückgeblieben ist. (Vergleiche die in Nr. 258 desGieß. Anz." veröffentlichte Statistik.)

Werden die von uns zusammcngestellten Forderungen des bischöflichen Ordinariats erteilt, also neue Orden zuge­lassen, neue Niederlassungen gegründet und die Mitglieder­zahl der einzelnen klösterlichen Organisationen erhöht, so würde die Entwicklung des Ordenswcsens in Hessen nicht nur weiter gehen, sondern ohne Frage ein noch lebhafteres Tempo einschlagen. Die Abänderung der Gesetze von 1875 und 1895 würde auch in Hessen die Verklösterung Deutsch­lands, von der man angesichts der Statistik mit Recht schon jetzt sprechen kann, derart fördern, daß das Ergebnis und die Folgen für den Staat vom wirtschaftlichen und kultu­rellen Gesichtspunkt aus das größte Bedenken erregen müssen. Indessen ist cs nicht schwer zu zeigen, daß der An­trag auch prinzipielle Beweggründe hat, und daß er nach Form und Inhalt eine scharfe Kritik an der hessischen Or­densgesetzgebung, in der die Hoheit des Staates gegenüber: der römisch-katholischen Kirche mit ihren Einrichtungen zum Ausdruck kommt, enthält.

Dcuticbe» Reich.

Der Bundesrat

überwies den zuständigen Ausschüssen den Entwurf von Aus- sührungsbeslimmungen zu 8 9 Abs. 1 des Reichs- und Staats­angehörigkeitsgesetzes, die Entwürfe von Aufnahme-, Einbürae- rungs- und Entlassungsurkunden, sowie von Urkunden zur Be­schäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziege­leien, ben Entwurf einer Bekanntmachung, bett. Uebergangsbestim- mungen für Krankenversicherung nach der R. V.-O. Beschluß ge­faßt wurde über die Festsetzung des Gesamtkontingentes der Braue­reien für das Bettiebsiahr 1913/14. Angenommen wurden die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über den Wehrbeitrag vom 3. Juli 1913, der Entwurf einer Bekanntmachung, brtr. die Be­freiung vorübergeliender Dienstleistungen von der Krankenver- sicherungspflicht, der Gesetzentwurf betr. Aenderung der §§ 56, 56c der Reichs-Gewerbe-Ördnung.

Der König der Belgier

besuchte am gestrigen Donnerstag mit dem Kaiser die Pots­damer Garnisonlirche mit der Gruft FriÄirichs des Großen, ebenso die Friedenskirche mit dem Mausoleum des Kaisers und der Kaiserin Friedrich sowie die historischen Räume Friedrichs des Großen int Neuen Palais. Nachmittags besuchte der König die in Potsdam wohnenden Fürstlichkeiten und empfing später im Neuen Palais deren Gegenbesuche. Der Kaiser ernannte den König zum General der Kavallerie.

Der Entwurf über die Regelung der Sonntagsruhe im Handels gew erbe, der vom Bundesrate bereits im Sommer verabschiedet worden ist und dessen Inhalt bekannt ist, wird dem Reichst tage in den nächsten Tagen zugehen.

Ben qSvr. iS: 'nonatlich75Pf^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Perautwortlich für den polit. Teil: Ang. Goetz; für .Feuilleton", ,Ver- mifchles" und^GerichtS- faal": Karl Neurath; lürStabt und Land" :

logischen Ausschusses in die Wege geleitet wurde, wandte sich vor kurzem der Berliner Geologe Geh. Bergrat Prof. Tr. Branca mit einem größeren Bericht über die Aufgaben unb Ziele der vulkanologischen Forschung, wöbet jedochVulkanismus" im weitesten Sinuc genommen wird, an die Vulkanologen ber1 ganzen Erde. Sie sollen erklären, ob sie mit folgendem Vorschlägen einverstanden sind: mit einer Internationalisierung der Vulkan- sorschung, mit der Gründung eines Jahrbuchs aller vulkanischen Ereignisse, mit der Herausgabe einer mehrsprachigen interna­tionalen Zeitschrift für Vulkanologie und mit dem Vorschläge, bei ihren betrenenben Regierungen die Errichtung und Forderung vulkanologischer Forschungsinstitute zu befürworten. Weiter führte Vranca noch <rus, wie er sich die Gestaltung internationaler vulkanologischer Forschung denkt. Tie Institute sollen vor allem selbständig sein, keine Unterrichtszwecke verfolgen, keiner anderen Amtalt angegliedert oder untergeordnet sein, durch petrogra­phische Geologen und physikalische Chemiker geleitet werden usw. ... * Tie Probe aufs Exempel. Die kleine Szene spielte sich iin chemischen Laboratorium einer englischen Universität ab Der Trdmarius, ein Schotte, ist verzweifelt über einige Schüler Rem," mit er nut der Emphase des Gelehrten,Sie machen von öftrer Beobachtungsgabe keinen Gebrauch. Wirklich gar keinen. Sehen Sie . . ." Und er packt ein Gefäß, in dem sich eine lefjr übel riechende chemische Substanz befindet, taucht den Finger in die Flüssigkeit und steckt sich ben Finger in den Mund. Bitte meine Herren, versuchen Sie," ruft er und reicht das Gefäß dem nächsten Studenten. Ter Tops macht die Runde, jeder Student steckt seinen Finger hinein, steckt ihn in den Mund und schüttelt sich vor Grauen und Ekel.Habe ich es Ihnen nicht gesagt?" ruft triumphierend der Professor,keine Spur von Beobachtung. Tenn sonst hätten Sie gesehen, daß ich einen Finger eintauchte und einen anderen in den Mund steckte." 1

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaf t. Ter Verkauf des im Kloster von M 0 nf 0 rte befindlichen BildesTie Anbetung der heiligen drei Könige" von Hugo van Goes an das Berliner Museum ist, nach einer Meldung ans Madrid, heute gutgeheißen worden.

Hessens, ging bann über Kirchberg. Frauenberg nach Gießen bem leider altbekanntenSumpfloch", das viel besser vom Gleiberg hinunter bis an die Lahn erbaut worden wäre, als mitten im Sumpfe, führte zu ben sehenswerten Bauten per näheren Umgebung unb ging bann weiter in rascher Reihen­folge burch alle architektonisch wichtigen und sehenswerten Punkte das L a h n t a l abwärts. Zunächst durch Wetzlar, Runkel, Weilburg, Limburg mit seinem hervorragend schönen Tom, Dietz, Kloster Arnsheim und Obcr- lahnstein. Dann wandte sich der Wanderer den Rhein auswärts nach Rhein Hessen. Hier ging er näher auf die künstlerisch wertvollen Grabdenkmäler ein, wobei die Tonplastiken eine hervorragende Rolle spielen. Längere Zeit verweilte man in Bingen, Nieder-Jngelheim, in Frankfurt und besonders in dem alten, herrlichen Mainz. Tann ging es auf die Rückfahrt, und groß war die Freude, als sich die alte Gießener Stadtkirche wieder den Blicken darbot.

Alle Bilder waren sehr gute Wiedergaben ber künst­lerischen Schönheiten, bie bie gezeigten Baubeukmäler auf­zuweisen haben. Tie Ausnahmen vom Ballon aus erweckten besonberes Interesse. Ter reick)e Beifall, den bas Publikum spendete, galt neben den Bildern besonders den trefflichen Ausführungen des Vortragenden.

Dieser schloß mit einer innigen Mahnung, mit offenem Blick für die Schönheiten der Baukunst den Wanderstab zur Hand zu nehmen:

Wohl auf! Die Luft geht frisch und rein!

Wer lange sitzt, muß rosten . ." K. B.

*

V e ter Rosegger Nobelpreisträger. Aus t 0 ck h 0 l rn, 6. Nov., berichtet ein Privattelegramm: Peter Rosegger hat bic besten Aussichten für den Nobelpreis der Lftera-

von der Lahn ZUM Rhein.

Gießen, 6. Nov.

Der Besuch des zweiten öffentlichen Vortrages in der Vortragsreihe, die der Ortsgewerbeverein und der Kauf­männische Verein int Laufe des Winterhalbjahres veranstal­ten, war noch stärker als der des ersten Vortrages, so daß die Sitzplätze in der großen Universitätsaula bei weitem nicht ausreichten, ja die Aula selbst die Gäste kaum zu fassen vermochte.

ist nicht schwer herauszufinden, daß die Vereine, die den Vortrag ins Leben riefen, nicht allein solchen un­erwartet hohen Besuch veranlaßt haben konnten. Vielmehr lvar es das heimatliche Thema, das dem Vortrage zu­grunde lag:Bon ber Lahn zum Rhein, eine kün stlerische Säuberung", welchem Stoffe jeder Gießener reges Interesse entgegenbringen mußte, unb nicht zum mindesten auch der Vortragende selbst, Professor Dr. Rauch-Gießen, dem der gute Ruf vorausging, ein ganz Tjertiorragenber Fachmann auf dem gewählten Gebiete

Zum Antrag des Zentrums auf Abänderung der hessischen Grdensgesetzgebung.

Don Stadtpfarrer Müller, Wimpfen a. N.

_ Die Zentrumsfraktion hat in der Zweiten Kammer der Stände unter Führung des Abg. Dr. Schmitt am 19. De- acntber 1911 einen Antrag eingebracht, der nach seinem Wortlaut die Abänderung der hessischen Ordensgesctzgebung bezweckt. Der Antrag lautet:

,^Die Zweite Kammer wolle beschließen, an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, den Landständen eine Gesetzesvorlage rukonttnen zu lassen, durch welche die Gesetze vorn 29. April 1875 und 1. Juni 1895, bic religiösen Orden und orbensäljnlichcn Kongregationen betreffend, abgeänbert werden und namentlich die schweren Ausnahmen von dem GrundsatzGleiches Recht für alle" beseitigt oder doch insoweit gemildert werden, daß ben Ordens- leuten eine freiere Tätigkeit in religiöser, charitatifter und sozialer Richtung ermöglicht wird."

Die hessische Regierung hat unterni 9. April d. I. zu demAntragStellung genommen und sich bereit erklärt,dem­nächst eine Gesetzesvorlage bei den Ständen einzubringen, in ber sie eine Abänderung der bestehenden Ordensgesctz­gebung Vorschlägen wird". Sie behält sich ihre Entschließun­gen jedoch soweit vor, alsetwa die lanbftändischcn Erörte­rungen über den vorliegenden Antrag die Aussichtslosigkeit eines gesetzgeberischen Vorgehens ergeben sollen".

Der Gesctzgebungsausschuß ist nun am 31. Okt. d. I. zum erstenmal zusammengetreten, um zu dem Zentrums­antrag Stellung zu nehmen, und dieDarmstädter Zeitung" meldet unter dem 4. Oktober:

Der Ausschuß sprach sich im allgemeinen zustimmend zu Dem Antrag und der Regierungsantwort aus. Nachdem die Aus- schußmitglieder noch ihre Fraktionen über die einzelnen Punkte befragt haben, soll in einer am nächsten Freitag (7. November) stattsindcnden Ausschußsitzung die Abstimmung erfolgen und der Bericht des Ausschußresercnten festgestellt werden."

Zur Stunde ist es trotz dieser Meldung noch völlig un­bestimmt, zu welchem Ergebnis die Erörterungen führen wer­den. Es liegt aber mehr wie ein Grund vor, anzunehmen, daß sich in der Zweiten Kammer eine Mehrheit für den Antrag nicht finden wird, eine Mehrheit, die die Re­gierung veranlaßt, eine Gesetzesvorlage einzubringen, durch die die Forderungen der Zentrumsfraktion erfüllt werden.

Was will der Antrag? Im Blick auf fernen Wortlaut ist es nicht leicht zu sagen, und die Regierung stellt in ihrer Erklärung vom 9. April fest,der Antrag der Abg. Schmitt und Genossen enthält keine ins einzelne gehenden For­derungen". Das bischöfliche Ordinariat hat diese indessen näher präzisiert und nicht nur die Beseitigung der gesetz­lichen Einschränkungen in Bezug auf Zahl der Niederlassun­gen und Mitglieder und auf die Tätigkeitsgebiete der be­stehenden Orden und ordensähnlichen Kongregationen, son­dern auch die Zulassung neuer Männerordcn in Hessen ge­fordert. Im einzelnen wird verlangt, daß 1. die kranken-, pflegenden Orden ihre Tätigkeit auf das Gebiet der charita­tiven Fürsorge unbeschränkt erweitern dürfen, daß 2. der Orden vom.guten Hirten den krankenpflegenden Orden gleich­gestellt werde und damit beliebig viele Niederlassungen grün­den und Mitglieder aufnehmen kann, daß 3. dieEnglischen Fräulein" ihre Mitglicderzahl in ihren 5 Niederlassungen (bie gesetzlich erlaubt sind) vermehren können, unb daß 4. ein männlicher Orden für die Zwangserziehungsanstaltcn in Kleinzimmern und Dreis und der eine oder andere männliche Orden zum Zwecke der Aushilfe in der Seelsorge zugelasscn

®r- 2t>2 Erstes Blatt 163. Jahrgang Freitag, 7. November (4(3

Der Siebener Anzeiger /fm xnt ä

scheint täglich, außer JeSSSHf

Gießener Anzeiger vir die Redaktion 112,

General-Anzeiger für Oberhessen

bis vormittags'Bofationsbnid unb Verlag ber Snchl'schen Univ.-Yuch- unb Steinbruderei B. Lange. Bebattion, (Erpebition unb Druderci: Schulstrahe 7. Anzeigenteil:' H?Beck.