Ausgabe 
7.4.1913 Zweites Blatt
 
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ein

Festkonzert

in Steins Garten die Festteiluehmer mit ihren Tarnen, ^-as Militärkonzert unserer Regimentsmusik wurde angenehm unter­brochen durch Liedervorträge des GesangvereinsLiedcrkrauz" unter Herrn Franz Bauers sachkuirdigcr Leitung.- Einen tiefen Eindruck machte der große ChorLänderkennung" und in bcn; weiter vorgetragenen Chören und Volksliedern zeigte der Verein ein tüchtiges Können. Das GedichtTas Lied der Arbeit", ver­faßt von Ludwig Beil, Sohn eines Gießener Handwerkers lLouis Beil), wurde sehr wirkungsvoll von: Bankbeamten Keß­ler zum Vortrag gebracht. Der Vorsitzende sprach allen denen, die ä'um Gelingen des Festes in uneigennütziger Weise beigetro- gen batten, den Dank des Gewcrbevcrcins aus, besonders den beiden Gesangvereinen (Liederkranz und Bürgergesclffchaft) und deren Dirigenten. c , . ....

Am Abend fand ein Festball statt, der den Schluß, der würdig verlaufenen Jubelfeier bildete.

Aus Hessen.

Eine Regiernngsdeukschrist über Norariatsgebühren.

Auf die dringliche Anfrage der Abgeordneten Brauer und Genossen, betreffend die Notariatsgebühren hat die Re­gierung der zweiten Kammer eine Ue'bierftcht überreicht ifter a) das Gebühren einkommen der Großh. Notare in den

Jahren 1909, 1910, 1911;

b) die Zahl der von den Notaren in den Jahren 1909, 1910, 1911 beurkundeten Jmmobiliarveräußerungtz- vertrüge, Hypotheterrichtungen lifto1.;

' c) den Betrag der von den Notaren vereinnahmten Ge­bühren für die Geschäfte unter b;

d) die von den Amtsgerichten Darmstadt I Offenbach und Gießen vereinnahmten Beträge an Stempel­zuschlag für ortsgerichtlich beurkundete Jmmobiliar- veräußerungsverträge und altrechtliche Hypotheten in den Städten Tarmstadt, Offenbach und Gießen in den Jahren 19051911.

lieber die von den Notaren vereinnahmten Schr eib- gebühreu gibt die amtliche Statistik keine Auskunft. Es «mußten, so' heißt es in der Regierungsantw-ort, nachträg­liche «Erhebungen in dieser Richtung angeordnet werden, die noch nicht vollständig abgeschlossen sind, da noch einzelne Notare mit der Einsendung der Aufstellung im Rückstände sind. Wir geben nachstehend die Uedersicht über das Ge- bühreneintommen der Großh. Notare in den Jahren 1909, 1910 und 1911 wieder:

Der Ausschuß für Aenderung der ständischen Geschäftsordnung.

bs. Dar m st a d t, 5. April. Der Ausschuß für Aende- rung der stäiidischen Geschäftsordnung hielt heute vormittag eine Sitzung ab. Der vorliegende, in seinen Einzelheiten noch geheim gehaltene Entwurf des Präsidenten Köhler wurde bis zum Paragraphen 37 allgemein durchgesprochen. Man nahm aber noch nicht grundsätzlich Stellung zu diesem Entwurf. Am 12. d. M, wird der Ausschuß eine zweite Sitzung ab halten. ! ___________________

Aus Stafct Tand.

Gießen, 7. April 1913.

"Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Obertelegraphensekretär Andreß in Mainz die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des ihm' von . dem König von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 4. Klasse erteilt.

** Post-Personalnachrichten. Ans Anlaß des Scheidens aus dem Dienste wurde den Postsekretären Hosma nn in Jugenheim und Keller in Darmstadt dos Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem Postsekretar Salzmaun in Darmstadt der Kronenorden 4. Klasse; den Ober- Postschaffnern Kneipp in Darmstadt und St ruth in Mainz das Preußisckw Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber): dem Ober- Postsekretär Keil in Mainz und dem Postmeister Gräff in Langen der Charakter alsRechnungsrat" verliehen: der Cha­rakter alsVostsekretär" den Ober-Postassistenten Beck in Er-

28uslait&.

D er italienische Gesamtverlnft im i t a l i e n i s ch - t ü r k i s ch e ii Kriege.

Nach der heute veröffentlichten letzten Liste der im italienisch­türkischen Kriege gefallenen Italiener beziffert sich der italienische G e s a m tv er l u ft auf 9 2 Offiziere und 1391 M a n n.

Ein französisches 'Luftschiffahrtsgesetz.

Ter von der französischen Regierung geplante Gesetzentwurf über die Regelung der L u f t s chi f s a h r t wird vom Mi­nister der öffentlichen Arbeiten vorbereitet werden. Nach einer offiziösen Meldung werden in dem Entwurf 'n. a. folgende Punkte behandelt werben: Besttmmung der nationalen Luftfahrzeuge, Re­gelung der Luftschiffahrt von steuer- und zollpolitischen Gesichts­punkten ans, Fragen der nationalen Verteidigung und Regelung der Luftschisfahrt vom Gesichtspunkte der Sicherheit. Im we­sentlichen dürften die Bestimmungen der Seeschiffahrt als Grund­lagen für die Luftschiffahrt dienen. Man glaubt, daß man an- läßlich des Vorkommnisses von Luneville die seiner Zeit abge­brochenen Arbeiten in der Konferenz für internationale Lnff- schifsahrtsgesetzgebung in nicht allzu ferner Zeit von neuem ans- nehmen dürfte.

gefunden. Die beiden. Prinzen begaben sich, vom' Publikum herz- iich begrüßt, zu dem bereitgehaltenen Automobil und fuhren 10 Ubr 15 Minuten nach Homburg v. d. H. >

Homburg v. d. H., B. April. Der gesamte Hof nahm heute vormittag an dem Gottesdienst in der Erlöserkirche teil. Der Kaiser machte später einen Spaziergang. Die Kaiserin machte, begleitet von dem Prinzen Adalbert irnd der Prinzessin Vittor,ia Luise, der Königin Wil Helm in a der' Niederlande einen Gegenbesuch aus der Hohemark. Zur FrüWückstafel int S chloß Homburg waren geladen General Hildemann, Baurat Jakobi und Pfarrer Füllkrug. Heute abend trifft hier Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, ein; er nimmt im Schloß Wohnung.

naftoitalUberakr Parteitag für Preußen.

Hannover, 6. April.

Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus allen Teilen der Monarchie fand hier der 4. Preutzische Vertretertag der nationalliberalen Partei statt. Ten Verhandlungen ging eine öffentliche Volksversammlung am Abend vorher voraus, die über­aus stark besucht war und in der der Führer der nationalliberalen Partei Reichstagsabgeordneter B a s s e r m a n n über das Thema Reichsvvlitik" wrack. Er begründete die Wehrvorlage, für die nicht Teutschland, sondern die politische Lage verantwortliäi ge­macht werden müsse, und trat für die Einführung einer all- gemein c n B e sitzfteuer ein.

Den eigentlichen Vertretertag eröffnete heute der -tzize- präfident des preußischen Abgeordnetenhauses, Geh. Justizrat Krause, mit einem Hoch auf den Kaiser. Tarauf nahm Abg. Geheimrat Dr. Friedberg das Wort, um den vorliegenden Wahlaufruf für die kommenden Landtagswahlen zu begründen. Der Redner hält sich in seinen Ausführungen im wesentlichen an den Aufruf selbst, der einlettend auf die Wahlrechtsreform zu sprechen kommt. Tie nationalliberale. Partei habe alles getan, um ein neues und gerechteres Wahlrecht zu erreichen, die Be- nüihungen seien aber an den Konservativen und dem Zentrum gescheitert. Tie nationalliberale Partei fordere auf das aller bestimmteste, daß die Regierung die Wahlrechtsreform als eine der ersten Aufgaben der kommenden Legislaturperiode betrachte. Tie Partei lehne entschieden die Einführung des gleichen Wahl­rechts ab, verlange aber die geheime und direkte Wahl , und Beseitigung' ber Trittelmlg der Urwahlbezirke und Ver mehrung der Zahl der Abgeordneten. Sie verloerfe ferner die rein mechanische Einteilung der Wahlkreise nach der Volksnah!, es werde eine Abgrenzung verlangt in Berücksichtigung vonand und Leuten. Tie Pareti bekämpfe mit allen gesetzlichen Mitteln die Sozialdemokratie, die darauf ausgehe, die bestehende Gesellschaftsordnung umzuftoßeu und an deren stelle eine rück­sichtslose Klassenherrschaft zu setzen. Die, Partei fordere erne Reform der inneren Verwaltung in Anpassung an uni er Wirt­schaftsleben. Unserer Landwirtschaft und Industrie soll der Z o l l- s ch u tz erhalten bleiben, die Partei tvidersetze sich deni Abbau der Zölle. Ferner trete die Partei für die Erhaltung des notwendigen S e u ch e n s ch u tz e s ein. Tie innere Kolonisation müsse mit allen Mitteln in der Form von Bauernansiedlungen gefordert werden. Die Bildung von Fideikommissen müsse möglichst ersc^vert werden. Der gewerbliche Mittelstand bedürfe nach wie vor der Unterstützung und Förderung. Hier werde u.a^ ver­langt Aufhebung des § 100 q der Gewerbeordnung und Schutz gegen den Bauschwindel. Die Fürsorge für die A r b ei t e r s ch a ft erfordere auch in Zukunft die größte Aufmerksamkeit, aber ebenso der Schutz der Arbeitswilligen. Die wirtschaftliche Lage der Beamten und Lehrer hätte sich gebessert, wenn irgendwo noch Mißstände vorhanden, werde die Partei bemüht sein, sie zu beseitigen. Auf geistigem Gebiete fordere die Partei Frei­heit in Denken und Handeln, in Wissenschaft und Kunst. Die Be­setzung der staatlichen 91 em ter dürfe nur nach Fähigkeit, Nicht nach Geburt, Religion oder Vermögen erfolgen. Schließlich verlangt der Aufruf noch Schutz der Ostmarken und der Nordmark.

In der Aussprache wurden verschiedene Abänderungs­wünsche laut, denen zum Teil Rechnung getragen wurde. Darauf wurde der Wahlaufruf einstimmig genehmigt. Es gelangte ferner folgender Antrag zur Annahme:

Der 4. Allgemeine Preußische Vertretertag der nationallibe­ralen Partei spricht die Erwartung aus, daß bei den fommenben preußischen Landtagswahleu die Wahlkreiso^rganisatio- n e n und die Kandidaten gegenüber ber Sozialbemo- tr ati c keinerlei Verpflichtungen übernehmen.

Darauf würbe ber- Parteitag von bem Vorsitzenden mit den üblichen Dankesworten für geschtossen erklärt.

Feier gekommen, denn alte Liebe roste nicht. Der Mittelstand müsse neben der staailichen Unterstützung sich selbst helfen. Die vom Kreise für die Gewerbeschule bewilligten Zuschüsse würben auch in der Zukunft bewilligt.

Oberbürgermeister M e e u m betonte, das, was die Stadt für die Gewerbeschule getan habe, sei ihre Pflicht gewesen. Tie jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse böten manches Unbehagliche, namentlich für den Gewerbestand. Der Gewerbestand sei ange­wiesen auf oie Selbsthilfe, namentlich eine gute Schulbildung ei ben jungen .Handwerkern von Nöten. Tie Lehre des 'besten Meisters genüge nicht, sie müsse ergänzt werden durch die Arbeit der Schule. Vor allem müsse der Handwerker richtig rechnen lernen., Gewerberat Falk- Mainz, der Vorsitzende der hessischen Hand­werkskammer, führte in seiner Glückwunschansprache aus, daß die Handwerkskammer ebenfalls aus dem -Standpunkt stelle, daß gute Gewerbeschulen unbedingt notwendig seien und ein wichtiger Teil ber Handwerkerfrage die Frage der Bildung des Nachwuchses sei. Tie Ausbildung in der Werkstatt genügt nicht, der Handwerker muß in intellektueller Beziehung und in seinem Selbstbewußtsein gehoben werden. j

Geh. Kommerzienrat Heichelheim überbrachte mit herz­lichen Worten die Glückwünsche der Handelskammer, wobei er auf die vielen gemeinsamen Bestrebungen und Beziehungen zwi­schen Gewerbeverein und Handelskammer hinwies.

Kaufmann H o r st gedachte der engen Verbindung des Orts- gewerbevereins mit dem kaufm. Verein durch die gemein) amen Vorträge, sowie der ähnlichen Aufgaben der beiderseitigen Unter­richtsanstalten. Er überreichte als Angebinde seines Vereins und der kaufm. Fachschule ein prächtiges gerahmtes Bild.

Schlossermeister K n i p v - Bad-Nauheim überbrachte mit den Glückwünschen seines Vereins die des Bezirksoerbandes Friedberg und der oberhessischen Gewerbevereine.

Hauptlehrer Traber legte dann die

Entwicklung der Gewerbeschule in längeren interessanten Ausführungen dar. Von den ersten Jahren wüßten die. Akten nur wenig über die Gewerbeschule zu berichten, desto mehr aber von direkten .Handwerkerfragen. Die Schule ci 1838 in freier Form gegründet und 1840 von dem neuen Geiverbeverein übernommen worden. Die Schule sei anfänglich insofern ein Unikum gewesen, als die Bezahlung der Lehrer durch die . Schüler erfolgt sei. Erst 1878 trat eine Besserung ein, die Schule bekam eine feste Verfassung. Tie Schule bestand aus einer Zeichenschule und einer erweiterten .Handwerkerschule mit staatlicher Unterstützung. In der Werktagsschule wurde darstel- lenbc Geometrie, Baukunde, Kmistruktionslehre unb Material­kunde gelehrt. Daneben bestand die Sonntagsschule und eine Zeit lang an den Wochenabenden ein Unterricht in fortbildenden Fächern. Diese Kurse wurden 1894 aufgehoben, da in ihnen gewöhnlich mehr fehlten als teilnahmen. Im Jahre _1892 wurde bem Redner bie Leitung der Schule übertragen. Die Schule wurde reorganisiert mit dem Ziele, daß ber Llbschluß bes Schulbesuchs auch den Abschluß der Ausbildung bedeute. Im Herbst 1892 wurden zwei aussteigende Abteilungen gegründet, denen sich ein Jahr später eine dritte anschloß. Tie Besuchsziffer stieg rasch, besonders von Maurern und Zimmerern, die Sonntagsschule wurde um 2 Abteilungen vermehrt, so daß jetzt 7 bestanden. Tiese Organisation blieb 1911-12 bestehen. Dann wurde der Lehrstoff ber erweiterten Hanbwerkerschule erweitert, die Anstalt in eine Gewerbeschule umgewandelt und deren Lehrstoff nochmals crlüciiert. 1909 erfolgte die Einführung der staatlichen Ab- gangsprüfung und eS spricht für die Erfolge der Schule, daß die 40 Schüler, die sich ihr inzwischen unterzogen, sämtlich be­standen. Der Lehrplan wurde abermals.erweitert und in eine gewisse Verbindung mit ben Baugewerkschulen gebracht. Vom Somnursemefter 1912 ab würbe die Sonntagszeichenschule in eine gewerbl. Fortbildungsschule mit Wochentagsunterricht in 3 Ab­teilungen nmgewandclt, die an je einem Tag von 16 unterrichtet werden. Die eigentliche Gewerbeschule umfaßt einen Winter - unterridrt von drei Semestern. Das Ergebnis dieser Organi- sattonsänderungen war gut. Ter Besuch war regelmäßig und die Leistungen wiesen eine auffällige Besserung auf. Zum Schluß gedachte der Redner der langen Reihe von Aufsichtsratsvorsitzenden, Lehrern und Förderern der Schule, wobei er besonders der vielen und großen Verdienste des läng jährigen Au f sich tsr atsv o es itz e iweü Geh. Kommerzienrat .Hehligenstädt gedachte. Nach dessen Tod wurde ''Prof. Dr. Krausmüller Vorsitzender des Aussichtsrats', er versieht sein Amt mit großer Sachkenntnis und Hingabe.

Prof. Dr. K^rausmüller sprach allen Glückwünschenden ben herzlichen Dank der Schule und des Gewerbevereitts aus.

Mit dem Vortrag des MännerchorsSonntag ist's", unb dem gemischten Chor mit.BläserbegleitungDie Ehre Goffes" schloß die erhebende Feier wirkungsvoll ab. Tie Bürgergesellschaft bat mit ihren Gesängen gezeigt, wie ernst es ihr mit ihren gesanglichen Bestrebungen ist und der Erfolg ist dann auch Nicht

75 irriges Jubiläum brr Eichener Gewerbeschule-

Gießen, 7. April.

Die hiesige Gewerbeschule, die zweitälteste Hessens, feierte gestern ihr 7.5iähriges Jubiläum. Die Feier begann mit dem ge- inischten Chor integer vitae" unb den'Deutschen Worten", die von der B Ü r g er g e sei l s chas t unter Musiklehrer Gern- bardts Leitung in sehr klangvoller unb sicherer Werse zum Vortrag gebracht wurde.

Dann gab der Vorsitzende des Ortsgeiverbeverems und des AufsichtsratKoorsitzelrden ber Gewerbeschule Prof. Dr. Krans- müller ein kurzes Bilb der Entwickelung der Schule, die am 14 Januar 1838 ins Leben trat, irackHem' im Dezember 1837 die erste hessische Gewerbeschule in Darmstadt gegründet luorben mar. In demselben Jahre ist wohl auch der Gewerbeverein ge­gründet worden, wenn auch die offizielle Gründung erst 2 Jahre später erfolgte. Mit dem' Inkrafttreten der Gewerbeschule wurde die Bahn geebnet, eine Unterrichtsanstalt mit einer Kulturauf- gabc &u schaffen, wie sie kaum' ein anderes Gebiet des Lehrwesens hat Es ist eine große unb rvichtige Aufgabe, die auf diesem Gebiet zu erfüllen ist. 'Tie Klagen über das Darniederliegen des Handwerks, über die unlautere Konkurrenz, wollen mcht ver­stummen. Seit Jahrzehnten wird an der Hebüng des Handwerks gearbeitet, manche erhoffen alles von der Staatshilse, aber den ruhig Denkenden ist es klar, daß neben die Staatshilfe vor allem die Selbsthilfe zu. treten hat. Namentlich muß der Gewerbestand Mut und Vertrauen zu seiner eigenen Kraft haben. Tie ungesunden Verhältnisse des Submissionswesens, die namentlich burd) das gewissenlose Unterbieten hervorgerufeu sind, sind neben der Staats- Hilfe durch die Kollegialität der Kollegen zu bekämpfen. Dem Nachwuckfs soll man als Rüstzeug ins Leben mitgeben, daß er richtig kalkulieren Dann. Hierin ist die Hauptaufgabe der gewerb- lidien Schulen zu erblicken. Die Handwerksfrage ist letzLen Endes eine Bildungsfrage. Die jetzige Zeit stellt höhere Anforderungen an der Handwerkerstand als die frühere. Es ist anzustreben, daß jeder Handloerker durch die Gewerbeschule hindurchgeht. Das beste und sckwnste, was dem jitngen Handwerker ins Leben mit- gegeben werden kann, ist eine gute Ausbildung.1

Der Remer begrüßte bann bie erschienenen Ehrengäste, den Vertreter der Regierung Geh. Regierungsrat Noack, Geheimerat Dr. Usinger, Oberbürgermeister Mecum, Gewerbeschittrat Vieher, die Vertreter der Bezirkssparkasse, der Gewerbebank,der, Hanbels- fannner, des Kaufmännischen Vereins, der Kaufm. Fachschule, der gewerblichen Vereinigungen, der hiesigen Schulen, der oberhess. Handwerlerschulen unb Ortsgewerbevereine usw.

Geh. Regierungsrat Noack über brachte die Glückwünsche ber Staatsregierung unb betonte, daß sich die Feier innerl>afb des Rahmens des Lanbesgewerbevereins abspielte. In der Festver­sammlung seien alle Berufsstände vertreten, geradeso, wie sich der Landesgewerbeverein aus allen Ständen zusammensetzt. Die Entwickelung der hiesigen Gewerbeschule sei durchaus günstig, sie habe einen !Diittemnterricht von drei Semestern unb die Hanb­werkerschule mit einem Tag in der Woche Unterricht. Mit dem Sonntagsunterricht wurde vollständig gebrochen, und wie gut der Erfolg ist, sieht man an den Prüfungsergebniffeu.

Geheimerat Dr. Usinger wies auf seine, frühere Tätigkeit als OMerenl; des Gewerbe wesens hin und sagte, er sei gern zur

Tas Gebühreneinkommen der Notare betrug int Jahre

Derrtsches Reich.

Ein F e 1 d m a r s cka l l st a b für den Kaiser

Unter dem Vorsitz des Geueralfeldmarschalls v. Haseler hat sich, wie dieNeue GeseMchaftliche Korrespondenz" mitteilt, ein Ko­mitee gebildet, das im Auftrage aller Ofsiziere unb höheren Be­amten des deutschen Heeres einen kostbaren F e l d - m a r s ch a l l st a b als Geschenk für ben K a i f e r Herstellen läßt und in deren Namen dem Monarchen zu seinem Regierungs­jubiläum überreichen wttd.

Ein Abkommen zlvischen dem Deutschen Reiche und Italien

über A r b e i t e r v e r f i ch e r u n g ist dem Reichstage Mr Kenntnisnahme zugegangen. Durch das Abkommen werden auch die deuffchen Arbeiter in Italien, dessen Zahl aller­dings viel geringer ist als die der italienischen Arbeiter in Deutschland, besser gestellt. Gegen den Wünsch der italieni­schen Regierung nach einer allgemeinen Regelung der Ver­hältnisse auch auf dem Gebiete der Krankenverficherung in deni Abkommen wurden Bedenken denffcherseits geltend gemacht. Der Wunsch ist z.urückgestellt worden. Ebenso­wenig hat der Wunsch der italienischen Regierung berück­sichtigt werden können, zugunsten der italienischen Arbeiter diejenigen Vorschriften der Reichsversicherungsordnung außer 'Kraft zu setzen, welche an ben Aufenthalt int Ausland ungünstigere Folgen knüpfen als an den im Inland. Das Abkommen bezieht sich also hauptsächlich auf die Unfall- und Invalidenversicherung.

V o nr .H a n s a b u n d'.

Präsidium und Direktorium des Hansabunds sind, wie uns geschrieben wird, zwecks Beratung >er neuen Reichssteuergesetz entwürfe auf Montag, 14. April, nach Berlin zusammenberufeit worden. Die Vorträge liegen bei den Gefchäfts-führern des Hansabundes, den Herren Dr. Kleefeld und Abgeordneten v. Richt Hofen. Wei­tere Vorträge haben die Mitglieder des Direktoriums, die Sperren Drv Stresemann und Obermeister Kniest, übernommen.

Der 18. christlich-soziale Kongreß

ist am Sonntag in Barmen in Gegenwart von 6000 Personen nnt einem Gottesdienst eröffnet worden.

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Der Malier in Homburg.

H o in bürg v. d. H., 5. April. Der^ Kaiser unternahm heute morgen einen Spazierritt über bie 2 aal bürg unb ver­weilte längere Zeir int Kastell. Er besichtigte dabei u. a. vier neue Büsten römischer Kaiser, Sttftung eines Gönners der Saal-^ bürg, die Kopien nach ^Originalen barstellen, fvelche sich in Mu; een Rcmrs befinden. Prinz Adalbert ist heute morgen hier cingctrofrcn und har im Königlichen Schlöffe Wohnung genommen. Zur Frühsttickstäfel bei ihren Majestäteir find graben: die Königin Wilhel mina uid) Prinz Heinrich der Ni e- derlande mit Gefolge.

Frankfurt a. M., 6. April. Prinz Ernst Atttgust, Herzog zu Braunfchfveig und Lüneburg, traf heute abenb 10 Uhr 9 Minuten mit bc-m Acuilänber D-Zug auf dem hiesigen Haupt- bcrhnbof ein. Zu feinen! Empfang hatte fick) Prinz 'ldalbert von Preußen, der Marincuniformi trug, auf bem Bahnsteig ein»

ausgeblichen.

Tie Festversammlung begab sich bann zur

Besichtigung ber Schülerausstettung in das Gewerbehaus. Die reichhaltige Ausstellung gliedert srch in 2 Veile. Im 1. Stock befinden sich die Arbeiten der Schüler der eigentlichen Gewerbeschule. Es waren darin durchweg recht gute Arbeiten zu sehen. Besonderer Wert wird auf oas Frei­handzeichnen und das Zeichnen nach der Natur gelegt. Interessant war, die Anwendung der in der Natur gewonnenen Eindrücke auf die betreffenden Berufsarbeiten zu sehen. Auch die Arbeiten der .Handwerkerschule boten viel Sehenswertes, lücun sie wlbst- verständlich auch nickt an die der Gewerbeschule heranretchen. Der Besuch der Ausstellung, die noch bis Freitag geöffnet ist, kann allen Freunden des Handwerks nur warm empfohlen werden

Um li/2 Uhr begann das

Festessen

[fit HotelGroßherzog von Hessen". Im Verlauf des Mahles brachte Geh Regierungsrat Noack in kurzen herzlichen Worten den Trinkspruck auf den Großherzog au-5. Weitere Ansprachen hielten Prof. Dr. Krausmüller, Gewerberat Falk, der die Mißstände int Siibinissionswesen besprach, Hauptlehrer Tra­ber Bäckermeister Frey u. a. m. Am Nachmittag vereinigte

Proviiiz

1909

1910

19 ins- ge­samt Mk.

11 im

Durch­schnitt Mk.

ins- ge­tarnt Mk.

im Durch­schnitt Mk.

ins- ge­samt Mk.

im Durch­schnitt Mk.

Starkenbtlrg. . . '12 Notare)

69 353

5779

67 884

5 657

66 787

5 566

Oberhessen .... (10 Notare)

28 057

2806

36 163

3 616

36 800

3 680

Rheinhessen . . . (30 Notare)

351 948

11732

351059

11702

335 203

11173

Zusammen (52 Notare)

449 35b

8 641

455 106

8 752

438 790

8 438