Ausgabe 
7.4.1913 Zweites Blatt
 
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c n b a?zh und r i g in Gl.etz.en, Weber in Tannftadt^ den Postverwattcrn: Sckrmr^t in Echzell und .*0 o 11 c 5 in Stein­furth: der (Slprrrtter alsTelegraphensekretär" dem Ober-Telc- greMenafsistenten Smvn in Mainz; der TitelOber-Postassü stent" den Postaffifrenten Adolph und Werner in Offenbach, B c.ck in Friedberg, Et l i n g in Butzbach, Gärtner und Kayler in Wörme-, S>a-r ft und Schmidt in Gietzcn, S) u cf und S^ham c I) i in Darmstadt, Seiv in Michelstadt, Vorth-- mann in Main?/: der TitelOber-Telegraphenassistent" den Telegrapbenassisttnten Coburger und Gicschc in Mainz, L ö fcf. l e r in Offenbach und Wohlfarth in Darmstadt ver­glichen. Postrat Gehl h^a r wurde von Darmstadt nach Erfurt unter Uebertragung einer Stelle für AbteilungSdirigcntcu, Postre.t Läm-mleiu ttoii Kiel nach Darmstadt, Scherpe von Posen nach Darmstadt: Obcr-Postinspcktor Wie b u sch von Minden nach-Gießcn unter Ernennung zum Tclegraphendirektor: die Tclc- gravhendrrettoren 8) a b e r m eh l von (Bietzen nach Mainz und K el l c r twt Mainz nach3taidan; die Postinspcktoren B ü rner von MeiningM nach Mainz' Ncuschäfer von Aachen nach Darmstadt unter Uebertragung einer Hilssrefercntenstellc bei der Ober-Postdircktion und Schrage von Mainz nach Thann unter Uebertragung einer Postdirektorstelle: die Tclegrapheninspettoren B l o h m c r von Mainz nach Magdeburg und Wahl von Darm­stadt nach Chemnitz unter Uebertragung von Stellen für BezirkS- armichtsbecrmtc: die Ober-Postpraktikanten Litzinger von Darm­stadt nach Emden unter Uebertragung einer Tclegraphcnmspektor- stelte und Baumgarten von Metz nach Darmstadt: die Post­meister Bär von Lobsens nach Neu-Isenburg, Baldauf von Neu-Isenburg nach Hamburg unter Uebertragung einer Bureau beamtenstelle 1. Klasse (Ober-Postsekretärstelle), ^ang von Oppen­heim nach Hanau als Ober-Postsekretär, Supp von Pfungstadt nam Eberftadt; Ober-Telegraphensekretär Weber von Offenbach nach Wiesbaden: Ober-Postsekretär Gertz von Bcusherm nach Pfungstadt als Postmeister: die Postsekretäre C r e t e r von Darm stabt nach Köln, Ge h l h a r von Gießen nach Hattingen, Haus­mann von Langen nach Wanne und Kleinschmidt von Eberstadt nach Darmstadt: Telegraphensekrctär Baumgärtner von Saargemünd nach Worms: Postverwalter Berni us von Heideshcim nach Jugenheim : Ober-Postassistent Gern et von Heppenheim nach Worms: die Postassistenten Tern von Darm­stadt nach Frankfurt-Bockenl-eim, Gerhard von Gießen, Hemer von Jugenherm, Olef von Gau-Mgcshcim und Schumacher von Mainz-Kastcl nach Frankfurt, Klinger von Worms nach Mainz und Knecht von Ostfenbach nach Neu-Isenburg: Telcgrapheuassistcnt Külzer von Offenbach nach Mainz: Tele- graphenmechanikcr Schmidt von Berlin nach Mainz versetzt. Ernannt wurden Postsekretär Kaufmann in Darmstadt zum Bureaubcamten 1. Klasse (Ober-Postsekretär) bei der Obcr-Post- direklion: Ober-Tclegrapheuassistent Jcrtz in Mainz zum Ober- Postassistentcn und Postassistent Rechel in Darmstadt zum Tclc- graphenassistcnten. Uebcrtragen wurde eine Telegraphendlrektor­stelle dem Telegrapheninspektor Bot he aus Görlitz in WormS; eine Telegrapheninspektorstellc dem Ober-Postpraktikanten Dor aus Dortmund in Mainz und Schneider aus Stettin in Darmstadt; eine Postmeistcrstelle dem Postsekretär Keller aus Remscheid in Oppenheim: eine Bureaubeamtenstelle 1. Klasse lOber-Postsekretärstelle, bei der Ober-Postdirektion dem Postsckretär Kabeh in Darmstadt: Ober-Postsekretärstcllen den Poftsekretärcn Schäfer In Mainz und H. Schmidt aus Schöneberg bei Berlin in Bensheim: eine Ober-Telegraphensekretärstelle dem Telegraphensetrrtar Seibel aus Worm in Offenbach: Postsekre­tärstellen den Postsekretärcn Petri in Darmstadt und Pfeifer in Mainz: Bureaubeamteustcllen 2. Klasse bei der Ober-Post- direktion dem Ober-Telcgraphenassistentcn S o m m e r l a d und dem Ober-Postassisteuten Schemchl aus Mainz: Sommerlad führt fortan dre AmtsbezeichnungOber-Postassistenr"; eine Polt- verwalterstelle dem Ober-Postassistenten Ad. Diehl aus Mainz in Heidesheim. Etatsmäßig angestellt wurden die Postassistcnten Becker in Langen, Brauer in Osthofen, T i t t und Schnell in Mainz, Friedrich in Alzey, Galle in Bad-Nauheim, Hechler, Wil Helm Schmidt und Winter in Darmstadt, Knaus in Worms, M aykemper und Phil. Schmids in Eberstadt, Bl ick Han und Schwerdt in Offenbach: die Tele­graphenassistenten Filbert in Worms, Kirschen stein und M i l d e n b e r g e r in Offenbach, Steller in Mainz; die Telc- graphengehilsinnen Brauch und Ettingshausen in Mainz, Dorn in Gießen, Frank, Elis. G ö tz und Wilh. Götz in Worms und I u u g in Bingen. Bestanden haben die Post- assisteutenprüfung die Postgchilsen Bauer in Schotten, Beck in Offenbach, Böhm in Babenhausen, Sind in Ober-Ingelheim, Peter Müller in Laubach und Weber in Oberolm; die Post­anwärter Becker ip Langen, Blickhan in Offenbach und

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Friedrich in Alzey. Angenommen wurden zu Postanwärterü die Vizefeldwebel H e ck m a n n in Osthofen, Weiland in Mainz und Wießmann in Nidda: zu Tclegraphenantvärtern Feld­webel F e n g e r in Gießen und Wachtmeister F i s ch e r in Offen­bach: M Teleqraphenqehilfinnen Sophie Hartmann in Als­feld und Emilie Horn m Bad-Nauheim: zum Postageuten Landwirt Philipp Fritz in Holzhausen und Kaufmann Jakob Kern in Raunheim: zur Postagentin Frau Barbara Franke in Dromersheim. Entlassen wurde Postassistent Metten in Mainz. Gestorben ist Ppstagent Dicke scheid in Dromersheim.

Llnrdkrcis Gictzen.

(t) Lich, 5. April. Vor einigen Tagen wurde durch Katastergeonieter Kalbfleisch M Offenbach mit der N e u- vermessnng der Stadt Lich begonnen. Neuvermes- fnngen, sog. Parzellen Vermessungen, geschehen in der Regel im ÄuschluH an Feldbereinigungeu. Es werden dabei sämt­liche von der BereiniFUua ausgeschlossenen Gemarkungs­teile nennten en, so daß«, nachdem beide 'Arten der Vermessung zum Wschluß gekommen sind, keine nichtvermessenen Grundstücke mehr vorhanden sind. Als solche zur Bereini­gung nicht zugezogenen Teile komvrt in Lich außer der Stadt mit ihrer allernächsten Umgebung noch der aus­gedehnte Wald in Frage. Während in früheren Jahren auch der der Feldbereinigung unterworfene Gcmarkuiigs- teil bei der aiischließeitden ParKeklenverinessung eine zweite Vermessung erffchr, wofür die Kosten der Staat trug, ge­schieht >dies seit wenigen Jahiren nicht mehr. Vielmehr werden die Ergebnisse der Bereinigung beibehalten. Bei der nunmehr erfolgenden Neuvermessung erfährt zunächst die iGemarkungsgrenze eine gründliche Prüfung, soweit dies nicht schon bei der Feldbereinigung geschehen ist. Weiter werden !vie Grenzen alter ausgeschlossenen Grundstücke, dar­unter die Hofreüeu, neu bestimmt, wobei als, Unterlage teils die auf Grund der alten Lscher Verrnessung,^teils durch spätere Meßbriefe ermittelten Mäße dienen. Sämt­liche Grenzpnukte werden, fotueit dies möglich, neu aus- gesteint. Die Bezeichnung nicht aussteinbarer Punkte, toie Mauerwerte oder bergt, geschieht in der Regel durch be­sondere Grenzmarken. Nach der Aussteinung erfolgt die geometrische Aufnahme der Grundstücke. Die hierbei er- ntittelten Ergebnisse dienen als Grundlage für die neuen Pa rz-.ell entart en und für das neue Grundbuch, mit dessen Offenlegung und Legalisierung die Vermessung ihren end­gültigen Abschluß erreicht. Es liegt int allgemeinen Inter­esse, wenn die Hofreitenb'esitzer die die Vermessung aus- sührenden Herren nach Möglichkeit zu unterstützet! suchen 'durch Räumuirg der Winkel und überhaupt Beseitigung aller Hindernisse, tvelche das Vermessungsgeschäft zu hin­dern vermögen. In einigen Monaten werden die Ein­wohner in der angenehmen Lage sein, über ihre Grenzen bestem. Bescheid zu wissen. Dann werden Grenzstreitigkeiten 'ün Ende haben.

Kreis Büdingen.

Jl. Büdingen, 5. April. Gemernderatssitzung. Anwesend: Bürgenneister Fendt, Beig. Dotter; die Gcmeinderäte

Rullmami, Klein, Diemer, Wittekind, Methfessel, Hinkel, Schulz und Schäfer. Drc Gesellschaft für Bahnbau und Be­trieb in Frankfurt fragt an, ob Büdingen bereit sei, nachdein der Gemeinderat seinen früberen Standpunkt verlassen und da­durch der ganze Bahnban in Frage gestellt sei, der Gesellschaft die bis jetzt anfgewendeten ^tosten zu ersetzen. Der Gemeinderat ist erstaunt über diese Anfrage; die Stadt sei bereit, die von einem früheren Gcmeindcrat unterzeichnete Verpflichtung jederzeit aufrecht zu erhalten, ir-mit die Balm gebaut würde. Daß man die Stadt haftbar machen könne, wenn eine Gemeindevertretung von heute anderer Ansicht ist, wie die vor 4 Jahren, holt der Gcnteinderal für ausgeschlossen. Die Beschlußfassung wird bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt. Die Beschlüsse des Gaswcrksaus- schusses nont 10. März werden verlesen und genehnugt. Das Kreisamt verlangt erneut die Festsetzung der orts­üblichen Tagclöhne. Ter Gemeinderat hält solgendc ^ätzc den heutigen Verhältnissen für entsprechend. Ueber 21 Jahre, männliche Taglühner, für den Tag 2,80 Mark, weibliche 1,80 Mark. Von 1621 Jahren, männliche Taglöhner, für den Tag 2 Mark, weibliche 1,50 Mark. Von 1416 Jahren, männliche Tag­löhner, 1,20 Mark, .weibliche 1,20 Mark, ohne Verpflegung. Es hat sich eine freie Vereinigung gebildet mit dem Zweck, ihre Mitglieder auszubilden, daß sie bei Nnglückssällen den Ver­letzten die erste Hilfeleistung gewähren können. Die Veremigung wendet sich an die Stadtverwaltung wegen eines Beitrags zur Anschassimg von Tragbahren und sonstigen Geräten zum Trans­port von Verunglückten. Die Gemeindevertretung i|t hierzu be­reit und beauftragt die Bürgermeisterei, Erhebungen anzustellen, welche Geräte verlangt und wie hwch der dadurch nötige Kosten­aufwand wird . Anläßlich der Ausstellung im vergangenen Jahre konnte die städtische Turnhalle von den Turnvereinen nicht be­nutzt werden. Der Turnverein hielt seine Turnstunden in der Gymnasialturnhallc ab. Durch Offenlassen des Gashahnes an der Laterne vor der Turnhalle war ein Gasverbrauch von über 14 Mark entstanden, den der Verein bezahlen mußte. Er hatte sich um Rückvergütung mit einem Gesuch an die Bürgermeistcrei gewandt. Er wurde abschläglich beschieden, da das Gaswerk für Schäden, die hinter dem Gasmesser entstehen, nicht haftbar ist Ein Gesuch an den Gemeinderat wird aus demselben Grunde abschlägig beschieden. Zur Erhaltung der altertümlichen Bauweise in Büdingen war die Errichtung einer Orts­bausatzung beschlossen nwrden. Heute liegt der Entwurf t>om Dcnkmalspflegerverein vor. Nach dessen Verlesen beantragt Berg. Dotter, daß die Bestimmung eingcfügt würde, alle Baugesuche seien dem Gcmeindcrat vorznlcgen. Tic übrigen Mitglieder kön­nen sich hierzu nicht verstehen und sind der Ansicht, daß bic Satzung in der Fassung des Entwurfs>genüge, um der Bau- polizcibehörde die Handhabe zu gewähren, inißständlgc Baugeinche nicht zu genehmigen. Landwirt Friedrich Eckert I. hat seinen Dienst als Wiescilvorstandsmitglied und Ehrenschütz niedergelegt. Aus Antrag des Gemeinderats Methfessel wird das Gesuch an­genommen und Landwirt H. Geiß als Wiesenvorstandsniitglied bestimmt. Gleich anderen Städten bewirbt sich auch JBübutgen hei ber jetzigen Hecresvermehrung um eine Garnison. Ge­meinderat Schäfer fragt an, welche Schritte bis jetzt in dreier Angelegenheit getan worden seien. Der Bürgermeister teilt mit, baß bic Eingaben am nächsten Tage abgesanbt würden und gibt dem Gemeinderat Kenntnis von dem Wortlaut der Eingabe nebst Begleitschreiben.

Kreis Alsfeld.

= Alsfeld, 4. April, liebet* die Angelegenheit, die den Stadtverordneten Basticin in der letzten Sitzung des Stadtvorstnnds veranlaßte, eine Anfrage an Bürgermeister Dr. Völsing zu stellen, schreibt unser Mitarbeiter folgen­des: Tic Anfrage Bastian hat keine feste Grundlage. Tie Sitzung, in der Beigeordneter Justizrat Reh als Rechts- steistand der Firma Gebr. Wallach erschienen war, war kein e St abt v o rstan d s sitzu ng, sondern der lan- des polizeiliche Prüfungstermin am 28. Mrz wegen des abgeändertcn Entwurfs der hiesigen Bahnhofs- erweiterung, zu dem jeder Interessent Zutrttt hatte. So ließ sich die Firma Gebr. Wallach durch Herrn Reh vertreten, was letzterer vor Beginn des Termiirs ausdrücklich be­tonte. Tie> Firma Wallach muß vou ihrem Holzlagcr- vlatz, der unmittelbar an den neuen wie anch au den jetzigen Bahnhof grenzt, einen nicht allzugroßen Gelänbe­streifen abtreten. Und daß dies nicht gutwillig gesckrieht, ist jedermann bekannt, schon aus dem einfachen Grund, weil man nicht für einige hunderttausend Mark ihr ganzes Besitztum erworben hat. Daß cs zu einem Prozeß kommen wird, ist wohl nicht möglich, höchstens l'ornmt die Ent­eign u n g s f r ag e in Betracht. Der Antrag Bastian wird also bald seine Erledigung finden. Natürlich kann gesetzlich die Firma Wallach Ersatz- und Entschädigungs­ansprüche geltend machen.

Kreis Friedberg.

§ Bad-Nauheim, 4. April. Die Stadtschule hat in diesem Jahre rund 1 20 Schüler ausgenommen, die in drei Parallelklassen geteilt lourbcn.

h. Vilbel, 4. April. Der langjährige Streit über bte Erbauung einer Fahrbrücke über den Erlenbach hat jetzt seine Erledigung gefunden. In einer gemeinsamen Sitzung, an der Vertreter des Kreisamts und der Gemeinden Vilbel und Mass en hei in teilnahmen, beschloß man den Bau der Brücke.

Hessen-Nassau.

[] Treisbach (Kr. Marburg), 4. April. Eine der ältesten Eichen Deutschlands, die sog.Dicke Eiche", ist durch Feuer verniüztet ivorden. Dieser aus grauer Vorzeit stammende Baumriese man schätzt sein Alter auf zwei­tausend Jahre hatte bei einer Höhe vou 25 Metern am Boden eine Dicke von 14 Metern. 9(I§ die Feuerwehr von Treisbach herbeicilte, um das alte Nationalheiligtum zu retten, brannte der hohle Baum lichterloh. Alle Bemühungen, dem Feuer Einhalt z,u gebieten, hatten keinen Erfolg, denn die vielen Höhlungen im Stamme und in den Resten wirkten tute die Zuglöcher eines OfenS. Ein einige Meter hoher aus­gebrannter Stumpf ist von derDicken Eiche", die von Wanderern viel ürcsuchk wurde, übrig geblieben. Man glaubt, baß der Baum von ruchlosen Händen angezündel wurde.

weil sie mitt anderen Kameraden int Juki v. I. auf dem Weg von GeilÄtausen nach Lmtdorf zwei Mädchen auf dem Heimwege bc- Läftigt und ihre Begleiter mißhandelt hatten. Die Bcrnfungcv der Angeklagten tourben verworfen.

Herabsetzung der Strafe erzicllc der Leineweber und Maurer Th. A. L. in Herbstein, beut das Schöffengericht einen Monat Gefängnis zucrkannt^hatte, weil er feine Ehefrau fortgesetzt mißhandelt hatte. Tic Straf­kammer erachtete nur einen Fall der Mißhandlung für erwiesen, und ermäßigte die Strafe auf 14 Tage Gefängnis.

Unentschuldigt a u s g e d l i e b e n war der'hlenbesitzcr A. II. von Großen -Linden, dcr gegen ein ihn wegen fuhrpolizcilichcr Uebertrctnng bcstrafendes Schöffcn- gerichtsurteil Berufung eingelegt hatte. Tas Rechtsmittel wurde daher verworfen.

Gießen, 4. April. Freisprechung

von dcr Anklage der Unterschlagung erzielte der Kanfmänn A. Sch. in Gießen.

AlsSchulze aus Deutschland" wurde der Friseurgehilfe H. Sch. von Ludwigslust bei 'Dresden, der int vorigen Sommer in Bad-Nauheim in Stellung war, von seinen Bekannten bezeichnet. Obwohl es sich nur um! einen Scherz bandelte, wurden doch mehrere Personen, die ihm'ckreditiert hatten, über seinen wahren Namen getäuscht. Als Sch. dann heimlich auö Nauheim verschwand, erstatteten sie Mtzeigc. Das Schössen gericht war zu einem Freispruch gekommen, bic Strafkammer hingegen erachtete den dlltgeklagtcn in Mei Fällen des Betrugs für schuldig und verurteilte ibn zu zwei Geldstrafen von je 30 9)1 f., die durch die viertägige Uurcrsuchungshaft, die der Angeklagte bei feiner Festnahme erlitten hatte, für verbüßt erklärt wurden.

Untreu <*.

Der Kaufmäuu I. H. in Gießen hatte vor 4 Jahren als Reisender einer Likörfabrik 400500 Mk. vereinnahmter Kunden gelber veruntreut. Er würbe zu 4 Wochen Gefängnis Verurteilt. Von der weiteren Anschuldigung der Unterschlagung, die er baburri) begangen haben soll, baß er zuviel gesandte Waren für sich be­hielt, wurde er freigesprochen. t

Wegen Viehs euch« vergehens wurde der Landwirt W. St. von Hopfgarten in zwei Geldstrafen von je 15 Mk. genommen.

Unerlaubtes Glückssp-ial.

Ter Händler W. M. von Wiesbaden hatte auf einem Wochen- markt 'zu Friedberg seine Waren auszuspielcn versucht. 'Da aber dcr Vertrieb von Losen nur gegen -obrigkeitliche Genehmigung gestaltet ist, mürbe er vorn Schöffengericht Friedberg wegen im erlaubten Glücksspiels zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. 'Die Straflämmer bestätigte auf seine Berufung hin dieses Urteil, da der Angeklagte schon wiederholt wegen derartiger Vergehen vor­bestraft ist.

Ein unehrlicher M i e t e r.

Ter herumziehende Korbmacher O. K. von Molschleben mietete sich im Januar d. I. unter falschen Vorspiegelungen bei dem Ar beiter H. R. zu Vonhansen ein. Nach einigen Tagetr verschwand er unter Mitnahme eines neuen Rockes und einer Hose. Ter An­geklagte ist im wesentlichen geständig. JTa er rücksällig und häufig vorbestraft ist, wird er wegen Tiebstahls mit 9 Monate!^ .Ge­fängnis bestraft. Wegen Betrugs erhält er weitere 2 Wochen. Beide Strafen werden zu 9 Monaten und 1 Woche Gofängnis znsammengezogen, hiervon aber 2 Monate Untersuchungshaft ab­gerechnet.

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Büchertisch.

Die neueste Numiuer dcr Illustrierten Zeitung (Verlag von I. I. Weber, Leipzig) enthält einen Aufsatz über den Thronwechsel in Griechenland mit zahlreichen Abbildungen, einen Artikel über den verstorbenen Fürst Heinrich XIV. und den jetzt regier«tbeit Fürsten Heinrich XXVII. Reust j. L. Bon den weiteren, be­lehrenden und unterhaltenden Beiträgen seien gennmit ein rcick>- illnstrierter Aufsatz über die Mongolei und der ebenfalls mit vielen Abbildungen versehene Artikel:Elternsorgen im Tierreich". Von besonderem Interesse sind ein mir mehreren Bildern, darunter.bret vollendeten Vierfarbendrucken geschmückter Beitrag über Gustav Schönleber sowie ferner ein mit 4 Abbildungen versehener Artikel über den Erweiterungsbau des Goethe-Hanses zu Weimar. Er wähnung verdienen schließlich noch ein Aufsatz über die Fortschritte kommunaler Arbeit, der ArtikelZur neuen Rennsaison" und ein Beitrag über neue Modcu. Am Schlüsse des Heftes befindet sich bic beliebte RubrikAnS Industrie und Technik".

'Tie Schaubühne, lieranSgegcben von Siegfried Jacob- sohn, enthält in her 9hnirmcr 14 ihres neunten Jahrgangs: Das Theatergeschäft: Deutsches Opernhaus. Von Max Epstein. Oscar Kaufmanns Kinobau. Vou Robert Breuer. Der neue Pucciui (Tas Mädchen ans dem Goldeucn Westenl Vou Fritz Jacobsohn. Holzbock im' Sommer. Von Peter Scher. Bor der Premiere. Von Emmy Hennings. Berichtigung. Von Leopold. Schmidt. München (Die offenen Türen, Das Sänglings- herm). 'Bon Erich Mühsam. 'Ein Mirakelspiel lRichmodis von Mncht). Von Heinz Stolz. Toto Zirkus Schumanu). Von Kurt Tucholsky. Der arme Dichter Lenz. Von Erich Oester Held. Ärabsckrift eines Mannes. Von Rudolf G. Biuding. - Antivorten. Gregori. Von Hermann Sinsheimer*.Tie An- standsvisite. Von Franz Tcibel. Aus der Praxis. Die Schaubühne erscheint wöck cnrlich im' Umfang von 32 Seiten und kostet: 40 Psg. die Nummer, 3,50 Mark vierteljährlich, 12 Mark jährlich. Probennmmern gratis und frank brirch alle Buchhanb lungcn und Postanstalten sowie durch den Verlag der Schau - bühne, Eharlottcnburg, Dernburgstraße 25. Ter Verlag ist auch bereit, neuen Jrtteressenten auf Wunsch bic Schaubühne einen Monat lang zur Probe gratis und frnnlo zu liefern.

Tas freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet voll Earl Saenger. Hcrausgegeben von Max Henning. Frank­furt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. 13. Jahrgang. Heft 1. Mit bent 1. April 1913 hat bic bcfamite. Frankfurter- HalbmonatsschriftTas freie Wort" ihren 13. Jabrgarrg ange treten. Zu den alten bewährten Mitarbeitern haben sich von Jahr zu Jahr neue Kräfte aus beit verschiebenstcn.Lagern gesellt, alle ieboch einig in bent einen großen Zick: Der Beredeluiig der deut­schen Kultur durch Erkämpfung voller politischer und geistiger* Freiheit. Als vierwöchcntliches Beiblatt erscheint derTissibent", iZenIralorgan für bic Interessen aller Tissibcnten, nebst einer fortlaufcndcuBibliothek ber AnftläruNg", bic wertvolle ältere und neue, in ber Tendenz der Zeitschrift liegende Schriftnr publiziert.

Gietzeuer Strafkammer.

Gießen, 1. April, Hehlerei.

Ter Althäudlcr I. N. in Gießen versolgk sscgen eilt Urteil des hiesigen Schöffengerichts, das ihn wegen Hehlerei mit drei Tagen Gefängnis bestraft hatte, Berufung. Er hatte vou dem mehrfach vorbestraften Taglöhncr F. N. eine Schicirenbtegmascknne im Werte von 335 Mk., bic Arbeiter ber Bicbertalbahngeseilschaft nach Herausnahme eines Hebels in ber Nähe bt'5 Bahnkörpers hatten liegen, lassen, als altes Eisen für 2,50 Mark angekanft. Seine Bcrrtsung würbe als unbegrünbet kostcufällig zurückgcwicsen.

Verfeindete Geschwister.

Tie Eheftan E. V. in Klein-Karben, bic wegen Gewalttätig­keiten bereits vorbestraft ist, war vom Schöfscrtgcrichl Vilbel mit einer Gefängnisstrafe von 3 Tagen belegt worden, weil sic ihrenr' Bruder, mit dein sic schon seit vielen Jahren verfeindet ist, nach einer unbedeutenden Auseinandersetzung mit einem Besen mehrere Schläge'versetzt hatte. Ihre Berufung gegen dieses Urteil hatte den Erfolg, daß die Freihertssttafe in eine Geldstrafe von 30 Mk. umgewaiibeft wurde.

Berufungs verwerf u n g.

Geldstrafen vun ji^80 Mk. hatte das Schöffengericht Grünberg gegen die iWbeitfCT Sch. und R. vou Londorf , ausgesprochen.

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