wird das ALartmum mit 20 Grad erreicht, woraus die Wärme bis zum Mvnatsschluß >oieder langsam bis auf 19 Grad zurückgecht.
den einzelnen Gegenden Deutschlands finden wir folgende ?urchschnittstempcraturen: Llachen 17,8, Berlin 18,9, »Franko furt a. M. 19,2, Karlsruhe 18,9, München 17,2, Straßburg 18,7, Stuttgart 19,0, Hamburg 16,8, Helgoland 16,0 (August 16,5, also wärmer als Juli), Königsberg 17,2, Brocken 10,8, Feldberg i. T. 13,1, Schneekoppe 8,0, Zugspitze 1,6 Grad. Die Frostgrenze liegt in der freien Atmosphäre sehr hoch, bei etwa 3300 Meiern. Die Erwärmung der unteren Luftschichten überträgt sich jetzt langsam auch ans die höheren Schichten, so daß das atmosphärische Gleichgewicht sicherer roirb. Daher sinkt im Jun bereit*» die Gewitterwahrscheinlichkeit, wenn auch der August erst einen stärkeren Rückgang bringt.
Im Grosther-ogtum H essen haben wir folgende Temper aturverteilung: Darmstadt 18,4, Gießen 17,7, Bad-Nauheim 17,7, Mainz 19,2, Offenbach 18,4, Schotten 16,8, Worms 19,4°.
Der vergangene Inni wies einen ganz abnormen Tem- peraturvcrlaus auf Rur jm Mittel der Tage vom 1.—7. und 15,—21. lag die Temperatur wenig über dem Durchschnitt. An allen anderen Tagen war es erheblich zu 'kühl. Wiederholt gingen die Nachttemperaturen bis in die Nähe des Gefrierpunktes herab, so anl 8. und vielfach am 19. An diesem Tage kam sogar vereinzelt Frost zur Be^bachvungftSchreiberhru, 640Meter, —1 Grad, Lauenburg i. P, 19 Meter, —2 Grad). Die höchste Juniwärme hatten wir am 1. und 19., wo bis 29 Grad Wärme beobachtet wurden. Diese Beträge wurden im wetteren Verlauf des, Monats auch nicht annähernd wieder erreicht. Die direkte Ursache der großen Junikälte lag in der ständigen Zufuhr kühler westlicher Seewinde, die bis zum 13. ganz Nord- und Mitteleuropa über» fluteten. Dann folgte unter der Herrschaft ostwärts wandernden hohen Druckes eine PerrRie wärmerer Witterung bis zum 20. Von da bis zum Mvnatsschluß, waren fortgesetzt nordwestliche Winde vorherrschend, die durch ein äußerst beständiges Hochdruckgebiet über England hervorgerufen wurden. Diese Luftanstauung über England (bauert auch heute noch an, so daß auch der beginnende Juli noch keinen Umschwung bringen tonnte. Man kann annehmen, daß das westliche Hock' eine Verlängerung des Subtropenhochs ist, das ständig den Atlantischen Ozean bedeckt, und von dessen Ausbildung und Verlagerung die Witterung Europas in hohem Maste abhängt. Ein Borrücken dieses Hochs nach Westeuropa hat kühles Wetter im Gefolge, während eine Verlagerung über Mttteleuropa warme Witterung bedingt. Dieser letzte Fall war im Sommer 1911 in hervorragender Weise ausgeprägt. Ter wissenschaftlichen Meteorologie fehlen zurzeit noch alle Anhaltspunkte, die Wanderungen dieses Hochdruckgebietes vorauszuerkenncn: dazu ist unsere Kenntnis der tatsächlichem Verhältnisse auf dem Erdball eine noch zu geringe. Weite Länder räume in den Tropen, Subtropen und den polaren Gebieten ermangeln noch vollständig einer fortlaufenden meteorologischen fielt- trolle, ganz von den Verhältnissen in der freien Atmosphäre selbst abgesehen. m.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 5. Juli 1913.
Verwendung von wurmstichigem und Fallobst.
. Alles Fallobst und solches, das von Insekten angebohrt und daher minderwertig wird, läßt sich noch verwenden. Das Fallobst, Aepfel und Birnen, geben vermischt mit Mohrrüben ein gutes Gelee zum Brotaufstrich, der bei den hoben Butterpreisen gewiß willkommen ist, da er außerdem gesund und nahrhaft ist. Tie Falläpfel und Birnen und 250 Gramm Möhren auf 500 Gramm Übst werden, ungeschält in Viertel geschnitten, Madiges und Faules entfernt, aufs Feuer gesetzt. 10 Kilo Obst, 5 Kilo Möhren, Wasser, das überstehen must. Nun wird alles ganz zerkocht, dann der Saft durchgepreßt, und gewogen. Auf 5 Kilo Saft 3 Kilo Zucker. Letzterer kann auch durch Syrup ersetzt iverden. Diesen Zucker oder Sprup kocht und läutert man, schäumt gut aus und gießt den Saft und den von 5—6 Zitronen dazu, kocht alles, bis es geliert, was in bekannter Weise mit einem Tropfen aus einem kalten Teller probiert wird.
Ein feineres Verfahren für kleine Mengen abgefallener unreifer Aepfel und Birnen, die zur Aufbewahrung noch nicht gc- nu$ ausgereift sind, ist folgendes: Die Aepfel werden ungeschält zerschnitten und die Kernhäuser entfernt. Nun preßt man die rohen Aepfel mit einer Presse zu glatter Masse aus, oder zerreibt sie auf der Apfelreibe. Aus jede 500 Gramm Apselmarl giesst man einen halben Liter Wasser, deckt den Napf, darin sich dieses befindet, zu und läßt über Nacht 12 Stunden'' stehen. Dann seiht man alles durch. Aus jedes halbe Liter der Masse 500 Gramm meisten Zucker, setzt die Mischung aufs Feuer, lässt 8 Minuten langsam kochen, schäumt sorgfältig ab, — läßt 2 Minuten stark aufkochen. Abkühlen lassen und auf Flaschen filtrieren. Die Flaschen kann man dann im Weck oder im Heutops noch 25 Minuten sterilisieren. Ferner kann man aus Fallobst, Obstschalen und angefaultem Obst einen ganz guten Hausessig bereiten. In ein Fäßchen oder eine Bütte, die in der Nähe des Herdes stehen muß, tut man das zerschnittene Fallobst und übergießt es mit kochendem Wasser, das überstehen muß. Auf 30 Liter Jnnen- raum der Bütte verteile man dann einen gestrichenen Teller voll Sauerteig und eine Flasche Apfelwein, auch können Bier- und Wernreste daraus gegossen werden. Nach 3— 4 'Wochen ist der Essig gegoren und seiht man die Flüssigkeit durch einen wollenen, sehr sauberen Filzbeutel in ein reines Fäßchen, stttöstte Sauberkeit ist bei der Prozedur Bedingung des Gelingens. Ist der Essig im Faß, wird dieses zugcspundet, und nach 6 Wochen ist der Essig klar zum Abfüllen auf Flaschen oder Steinkrüge,
die, gut gespült und getrocknet, mit neuen Korken gut zu sckstießen sind. Bütte und Fäßchen sind sehr gut vom Hefeansatz zu reinigen. Die abgesetzte Hefe kann zu neuer Auflage statt Sauerteig in die Obstbütte kommen. Man kann dem Abfallobst auch ein paar Tomaten zufüqen, auch abgesallenes, halbreifes Steinobst, wie Mirabellen, Aprikosen usw. Der Obstessig wird besonders gern von den Ernteleulen mtt Wasser gemischt und bei der Hitze getrunken.
*
** Nachteile des augenblicklichen Wettevs. Tas anhaltend rauhe, kalte Wetter sst recht nachteilig für unsere befiederte Sängerwelt. In allen Nestern befinden sich zurzeit Junge oder die Alten sitzen bereits auf dem zweiten Gelege. Die Sänger, die zurzeit die immer hungrigen Schnäbel ihrer Jungen stillen wollen, haben eben größere Nahrungssovgen wie die ärmsten Leute. Diejenigen Vögelchen, welche teils Insekten, teils Sämereien verzehren, bringen ihre Jungen immerhin noch groß. Anders steht es zurzeit mit unseren Hausschwalben. Dieser Tage tonnte man an verschiedenen Stellen wahrnehmen, wie unter den Schwalbennestern einige fast flügge Schwälbchen lagen, die aus Mangel an Futter zugrunde gegangen und von den Alten aus dem Nest geworfen worden sind. In den Lüften sieht man fast nirgends etwas von Mücken und Fliegen, welche die Hauptnahrung der Schwalben ausmachen. Die Haus- oder Mehlschwalbe brütet meist zweimal', das erstemal 4 bis 6, das zweitemal 3 bis 5 Eier.
** Paketeinsa-nmlung durch die Polt. Es ist noch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abzuholen bei (Name und Wohnung)" unfra n - fiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben. Auch kann die Bestellung auf Abholung von Paketen dem Postamt durch den Fernsprecher mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung bei der nächsten Paketbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Psg. vom Hause des Absenders abgeholt. Tas Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht.
Landkreis Gießen.
d. Lollar, 4. Juli. (Gemeinderatssitzung.) Anwesend : Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Gerlach, sowie der Gemeinderat in beschlußfähiger Zahl. Erttschul- digt ist Dir. Weber. Die Abwässer des Rathauses sollen durch einen Kanal in den Schacht der Eisenbahn, geführt werden, sobald die Eisenbahn hierzu die Genehmigung erteilt. — Gastwirt Hofmann bittet um lleberlassung der Bleiche neben der Schule Mr Abhal'tung der Kirchweihe. Ter Gemeiuderat hat dieses Gesuch abgelehüt, weil das Gelände viel zu naß ist. — Das Großh. Finanzamt hat auf Grund der von ihm vorgenommenen Ermittelungen und Berechnungen vorgeschlagen, das Ausschlagverhältnis wie folgt anzurechnen: a) auf 1,00 Mk. staatl. Einkommensteuer 146,462 Pfg., b) auf 100 Mk. Steuerwert des Vermögens 27,171 Pfg. Die hiernach zur Erhebung kommenden Umlagen betr. a) Von den Eintommen 34 348,41 Mk., b) von dem Vermögen 25651,59 Mk. Der Gemeinderat erteilt hierzu seine Genehmigung. — Die Schleuse am Mühlgraben ist in schlechtem Zustand und muß durch eine neue ersetzt werden. Tie Firma Röinheld, Friedrichshütte, die sich besonders mit Schleusenherstellung beschäftigt, hat ein Gebot abgegeben, das nach vorhergegangener Prüfung durch die Kulturinspektton die einstimmige Genehmigung des Gemeinderats findet. Tie erforderlichen Maurerarbeiten sollen den hies. Geschäftsleuten, nachdem sie ihr Angebot abgegeben haben, übertragen werden. — Am Hof der neuen Schule wird nichts geändert.
Stark, stburg und Rheinhessen.
m. Offenbar/ a. M., 4. Juli. In der gestrigen Stadtverordnelensitzung, die erstmalig in dem Ausstellungssaal' der Technischen Lehranstalten abgehalten wurde, kam es außerhalb der Tagesordnung zu einer langen, teilweise recht erregten Aussprache, die i urch die Interpellation des Stadtverordneten Franz Nessel über die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung bezüglich der Stadtadresse anläßlich des Kaiserjubiläums Iwrvorgcrufen wurde. Oberbürgermeister Dr. Dullo rechtfertigte sich damit, daß er einen Antrag darüber deswegen nicht eingebracht habe, weil er nach Lage der Verhältnisse abgelehnt worden wäre. Tas hätte zur Folge gehabt, daß eine, neue Offenbacher Affäre in der gesamten Presse heraufbeschworen worden wäre, die er aber im Interesse der Stadt habe vermeiden wollen. Eine weitere Folge wäre die gewesen, daß sich die Gegensätze innerhalb der Bürgerschaft außerordentlich verschärft hätten-und daß die Angelegenheit dann zu einem politischen Parteilampf ausgenützt worden wäre. Man könne zwar auch anderer Meinung sein, aber dann müsse man auch mit den Konsequenzen rechnen. Wenn
Siatifccsamtstiacbricbtcn.
Gießen.
Aufgebote: Juni 27. Konrad Schneider, Etsenbahn- gehttfe in Großen-Linden, mit Elisabeths Becker in Lollar._ — 30. Karl Schwalb, Bureaugehilse, mit Lilli Wahl, beide in Gießen — Jakob Mitsch, Oberwärter in der Heil und Pflegeanstalt, mit Theresia Kiefer, beide in Gießen. — Juli 2. Peter Schneidar, Taglöhner, rflit Elise Earl, geb. Appel, beide in Gießen. - 3. Hans Eduard Heinrich Adolf Buchinger, Zahnarzt, mit Sophie Johanna Friedel, beide in Gießen.
Eheschließungen: Juni 28. Heinrich Martin Stein metz, Feldwtt>el, mit Anna Luise Nieolai, beide in Gießen. — Georg Hopp, Landwirtschaftslehrer in Soest (Westfalen), mit Berta Emilie Charlotte Eichenauer in Gießen.
Geborene: Juni 21. Dem Fuhrmann Friedrich Konrad ein Sohn, Wilhelm. — 22. Dem Lehrer .Adam Kneipp eine Tochter, Elisabeth. — Dem Bureaugehilfen Friedrich Heinrich IRudvls Kopp eine Tochter, Charlotte Elisobethe Marie Wilhelmine Frieda. — 24. Dem Weichensteller Friedrich Otter eine Tochter, Emma. — Dem Installateur Johannes Meurer eine Tochter, Margarete Käthe. — 25. Dem Zahnarzt Paul Karl Ludwig Reinewald ein Sohn. — 26. Dem Bergmann Heinrich Emmerich eine Tochter, Elisabeth Katharine. — 27. Dem Metzger meister Subroig Martin Karl Bogt ein Sohn - 28. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Kornmann eine Tochter, Else Käthe Maria.
- Juli 1. Dem Kaufmann Heinrich Metz ein Sohn, Heinrich Gerhard
Gestorbene: Juni 26. Ida Schaumann, geb Cellarius, 71 Jahre alt, Johannesstraße 7. — 27. Karl Wilhelm Menz, Schreibgehilfe, 16 Jahre alt, Rittergasse 17. — Margarete Hell- wold, geb. Weber, 86 Jahre alt, Löberstr. 1. — 30. Johann Ionen, Kandidat der Tierheilkunde, 34 Jahre alt, Hammstr. 18. — Juli 1. Artur Goldstein, 4 Nöonake alt, Aster weg 7. — 2. Isaak Mendel sohn, Kaufmann, 70 Jabre alt, Goethestr.^19. — 3. Otto Schmidt, Rentner, 77 Jahre alt, Seltersweg 67.
Severn.
Gebor-ene: Juni 18. Dem Landwirt Ludwig Wilhelm Ranft eine Tochter, Erna Elisabeth Marie.
Sterbe fälle: Juni 29. Heinrich Stein IX., Steinhauer, H5 Jahre alt.
Bübingen.
Aufgebote: Juni 30. Johannes Ernst August Schulz, mit Anna Wörner, beide in Büdingen.
Eheschließungen: Juni 29. Friedrich Lampmann, Schreiner in Büdingen, mit Elise Heß in Bleichenbach.
Geborene: Juni 24. Dem Landwirt Johann Ludwig Schwarz eine Tochter, Marie. — 27. Dem Kaufmann Wilhelm Link eine Tochter, Elisabethe Mathilde.
Sterbefälle: Juli 1. Wilhelm Lapp, Schneidemüller, 56 Jahre alt.
Butzbach.
Aufgebote: Juli 1. Friedrich Ludwig Gottlieb Clement, Direktor der Gvoßh. Zellensttafanstalt in Butzbach, mit Luise Margarete Karoline Auguste Jung in Laubach.
Geborene: Ium 29. Dem Brauer Ambrosius Kleindienst eine Tochter, Anna Pauline.
Sterbefälle: Juni 27. Lina Rumpf, gebotene Ringel, 57 Jahre alt.
Zriedderg.
Geborene: Juni 26. Dem Taglöhner August Schell ein Sohn, August Georg. — 27. Tem Maurer Adam Gondolf ein Sohn, August.
Sterbe fälle: Juni 26. Marie Johanna Elisabeth Sulzmann, '4 Jahre alt. — Johann Heinrich Würz, Landwirt in Dornassenheim, 76 Jahre alt.
Grohen-Linden.
Eheschließungen: Juni 29. Ludwig Weiß V., Fabrikarbeiter, mit Katharina Weiß, beide in Großen-Linden.
(Geborene: Juni 27. Tem Schuhmacher Johann Ludwig Albach ein <pohn, Wilhelm.
Grimberg.
Aufgebote: Emil Franz Schweiger, Schlosser in Köln, mit Elise Schönhals in Grünberg.
Lang-Göns.
Geborene: Juni 27. Dem Kaufmann Konrad Kloß eine Tochter, Johanna Luise — Dem Maurer Wilhelm Heinrich Schmidt eine Tochter, Hedang. — Juli 2. Dem Schmied Wilhelm Becker eine Tochter, Erna Ntthariua.
Herr Nessel die Gelegenheit für günstig gehalten, hättet er ja selbst der Stadwerordnetenversaninrlung einen entsprechenden Antrag unterbreiten tonnen. Bezüglich einer Stiftung habe er sich mit den Herren der Mehrheit beraten, aber da man sich dagegen ablehnend verbalten habe, habe er keinen Antrag gestellt. In _ber weiteren Aussprache machte der Stadtv. Ulrich dem Stadtv. Franz Ressel den Vorwurf, daß er Hie ganze (Sache nur deswegen an geschnitten habe, um eine zugkräfttge Wahlparole für die kommenden Stadtvcrordnetenwählen zu 'haben. Im allgemeinen wurde das Verleiten des Oberbürgermeisters in dieser Angelegen-, heit als höchst taktvoll' bezeichnet.
ch. B i n g e n, 3. Juli. Die Stadtverordnctenversamnr- lung beschloß, den Steuerkoeffizienten, wie im Vorjahre, auf 130 Prozent stehen zu lassen. - Das städtische Wasserwerk tarnt in Einnahmen und Ausgaben auf 85 300 Mk. im Jahre 1913 rechnen. 2000 Mk. Ueberschuß sollen an die Stadt- lasse abgeführt werden. — Die Einnahmen und Ausgaben des städt. Gaswerks werden für 1913 auf 161 510 Ml. an* gesetzt, der Ueberschuß an die Stadtlasse auf 36 000 Mk. — Die Schuld der Stadt Bingen bezifferte sich am 31. De* zember 1912 auf 7959000 Ml., gegen Ende 1911 8034 000 Mark. Tie Verminderung der Schuld betrug demnach 75 000 Mark. Das Vermögen der Stadt Bingen stellt sich auf insgesamt 12 Millionen Mark.
ch. Nieder-Jnaelhcim, 3. Juli Der hiesige Gemcinde- rat beschloß, zur Beschaffung von elektrischer Kraft mtt der Stadt Mainz, die auch eine elektrische Bahn nach Nieder-Jngelheim, bauen will, in Verbindung zu treten.
wandern und Reisen, Bäder und Sommersrischen.
----- Bad-Salzhausen. Bis Ende Juni 1913 sind 411 Kurgäste (1912 = 362) angekommen, darunter 128 Passanten <1912 = 129). Zurzeit sind 208 Kurfremde anwesend. Im ganzen wurden bis dahin 2340 Bader (1912 — 2098), darunter 123 Freibäder (1912 — 157) verabreicht. Ter neu eingerichtete JNHalationsraum wird sehr gut besucht, es fanden bis jetzt 335 Inhalationen statt (1912 nur 64).
----- Der reiz ende Alpenluftkurort Ladis bei Landeck in Tirol gehört zu den schönsten Punkten der Alpenwelt. Im nmnberbarcn Oberimttal auf 400 Meter hohem, frei aufragendem Felslugel, 1200 Meter über dem Meeresspiegel romantisch gelegen, und umgeben von einem großartigen GebirgLpanorama, bietet Ladis eine Fülle von Naturschönheiten, die ieöen Brtuck>er entzücken. Infolge seiner reinen würzigen Bergluft, feinem milden Klima, seiner waldreichen Umgebung, seiner Abgelegenheit und seinen seit alten Zeiten wegen ihrer ausgezeichneten Wirlungen berühmten Schwefelgitellen ist das idyllische Bergdorf eine herrliche Sommerfrische, ein idealer Erholungsort. Tas reizende, gemütliche tiroler Kurhaus mit Veranden bietet bei billigen Preisen beste Unterkunft und Verpflegung. Illustrierte Prospekte smd von der dortigen Kurverwaltung jederzeit kostenlos erhältlich.
Büchertifch.
— Hoensbroechs „14 Jahre Jesuit". Von dem! Buche Hoensbroechs „14 Jähre Jesuit", hat der Verlag von Breitkopf und Härtel in Leipzig jetzt eine Volksausgabe in zwei Bänden erscheinen lassen. Jetzt können wettere tfreije, für die die ursprüngliche Ausgabe zu teuer war, dieses Buch des Be- lenntnisses und der Anklage lesen und sich eine Kermtms verschanen, die bitter not ist und allzuvielen noch ftemd ist. Was Hoensbrvech hier erzählt und darlegt, Tinge, die vor tbm niemand der OÖffentlichkeit mitzitteilen gewillt und in der Lage war, das ist so interessant und so neu, daß man mit heißen Wangeii dieses Buch liest und einen tiefen Blick in Abgründe tut, die sich als Erhabenheiten aufspielen wollen. Neben tatsächlichen und kritisck)en Darlegungeii, die die ganze Zeit der 14jährigen Ausbildung und Tätigkeit uii5 vor Augen führen und wis tief hinemfüchreii in das Seelenleben eines Angehörigen der Gesellschaft Jesu mrd lulturlustoriiche Ausblicke besonderer Art erösfnen, gehen die Berichte über des Grafen Hoensbroeck eigene Seelenkämpfe, seinen Werdegang und feine Entschlüsse her, die uns tief ergreifen.
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. N e u r a t h.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen.
C-.
L
4. Juli
2
Wetter
10
8
10
17,4
14,4
14,1
67
86
95
17,4
12,4
10,0
10,5
11,4
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Juli
1913
Bed. Himmel Bew. Himmel Regen
SW W SW
c — *2'S S C öd
Höchste Temperatur am
Niedrigste , ,
2§ = E ©gj-c-Ü? COxi x =•<?
2:i 744,6 9”;! 744,3 7 744,0
Niederschlag: 1,2 mnu
Laubach.
Aufgebote: Juni 23. Friedrich Jochem, Lehramtsaspirant in Groß-Rohrheim, mit Anna Steller in Laubach. — Juli 1. Dr. Friedrich Wetzell, pratt. Arzt in Deezbüll, mit Anna Klara Marie Galster in Kiel. — Gottlieb Clement, Großh. Direktor der Zellenstrafanstalt in Butzbach, mit Luise Jung in Laubach.
Leihgestern.
Eheschließungen: Juni 21. Martin Bvaun, Grubenarbeiter, mit .Katharine Luh, beide in Leihgestern. — 28. Heinrich Dern, Spedttionsarbetter, mit Christine Keßler, beide in Leihgestern.
Lollar.
Eheschließungen: Juni 29. Theodor Dackel, Bäcker« mit Margaretha Elisabetha Deibel, beide in Lollar.
Sterbefälle: Juli 1. Karl Schwalm, 20 Jahre alt.
Londorf.
Sterbe fälle: Juli 2. Marie Schmidt, geb. Gravelius, 65 Jahre alt.
Nidda.
Geborene: Juni 24. Dem Bäcker Heinrich Merz II. ein Sohn, Karl.
Schotten.
Geborene: Juni 28. Dem Landwirt Heinrich Möbius eine Tochter, Emma.
Sterbefälle: Juni 21 Marie Rohrbach, geb. Seipp, 31 Jahre alt. — Juli 2. Bertha Katharine Schlürb, geborene 9t«ferner, 40 Jahre alt.
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