Mais mahlen, das sie zu „Brot" verbacken. Erfreulich ist, daß sie die Reinlichkeit lieben und mit Schwämmen täglich vom Kopf bis zum Fuße sich waschen. Auch das Zähne- putzcn wird dabei nicht vergessen; schon die Kinder werden dazu angehalten, und eine faserige Wurzel dient als Zahnbürste. Tie afrikanische Weberei Und Töpferei hat ansehnliche Sachen hervorgebracht. In einem andern Raume sieht, man Mis'ionsschülerarbeiten zusammcngestellt, Schreibhefte, Zeichnungen ufw. Der Unterricht zeitigt reiche Erfolge. Welche Schwierigkeiten sind dabei zu überwinden! Es mußten nach der Eingeborenensprache Schriftzeichen erfunden, Wörterbücher entworfen und grammatische Regeln ergründet werden. In der Tat, die Mssionsarbeit steht in engem Zusammenhang auch mit der Wissenschaft!
Tie Ausstellungen aus Indien und China stehen hinter den anderen nicht zurück. Ein indisches Straßssnbild ist äußerst eindrucksvoll; kvir haben auch hier wieder intime Einblicke in das häusliche und gewerbliche Leben der Landeskinder, sowie in den erstaunlich vielfältigen Götzenkultus, der in einem „Götzenhain" veranschaulicht ist. Wir können eine Brahmanenküche mit den Einrichtungen der Neger an der Goldtüste vergleichen. Vom uralten dlhnenkultus der Chinesen gibt eine imposante Ahnenhalle Zeugnis. Vor einem Al)nentafelfchrein, der die Tafeln der männlichen und ^weiblichen Ahnen enthält, steht ein Opfertisch, mit Opfcrgaben, Gefäßen und Werkzeugen für die Zeremonien. Bilder an den Wänden vervollständigen das Innere. Weiter werden vorgeführt chinesische Wohnräumc und eine Landschaft im Modell. Uebcrall ist anschauliche Belehrung über praktische Anlagen sowie Sitten und Gebräuche. Wer alles genau besichtigen und studieren will, muß einen mehrmaligen Besuch dranhängen. Er ist lohnend und bringt immer ettvas Neues. —z.
*
Die wertvollen Gedanken der Rede, mit der Prof. O. Eck, der Rektor der Landesuniversität, die Eröffnung der Ausstellung begrüßte, verdienen eine ausführlichere Wredergabe. Prof. D. Eck sagte ungefähr folgendes:
Eü i|t mir eine große Freude, die Veranstalter dieser ^lus- stcllnng und mit ihnen die Ausstellung selbst im Rainen der Landes- mnvcrsttät zu begrüßen. Ihr Gegenstand ist unseren Hochschulen nicht mehr fremd. Im Jahre 1897 wurde in Halle der erste Lehrstuhl für Missionswissenschaft in unserem Vaterland geschaffen. Gustav Warncck, der bedeutendste deutsche Missionsforscher, l?at thn.innc gehabt. _ Seitdem hat dieser Zweig neuzeitlicher Geschiäüs- wißensciMt sich seine berechtigte Stellung an unseren Hochschulen erobert. Und wenn auch kleinere, wie die unserige, sich den
Truppen führt der serbische General Bojovitsch. Mit dem Generalsturm soll, wie berichtet wird, bis zu dem Eintreffen weiterer serbischer Verstärkungen geloartet werden.
Die „Vosfische Zeitung" meldet aus Cattaro: Bei denr dritten Sturm aus denTarabosch weigerten sich die Montenegriner, wegen der großen Verluste vorzugehen. Nach Aufforderung formierte sich dann eine Freiwilligen-Kolonne von 710 Mann, von denen nur 55 Mann zurück kehrten, die änderet: waren vom feindlichem Feuer niedergemacht worden.
Paris, 6. April. Der König vonMontenegrr> richtete an den Petersburger Korrespondenten des „Temps^" eine Depesche, in welcher es hoißt, er erfahre mit Schmerz, laß das Panzerschiff „Edgar Quinet" Fr an krei ch bei der Flottendemonstrativu vertrete, durch welche Montenegro gezwungen werden solle, die Belagerung von Skutari aufzuheben. „Wir bedauern tief, daß infolge einer bitteren Ironie der Name des berühmten Schriftstellers und beredten Dolmetschers der um Einheit und Unabhängigkeit ringenden Völker in dieser Expedition gegen einen kleinen tapferen Vorkämpfer der Unabhängigkeit des Balkans und der orientalischen Christenheit gesandt wurde. Sie können sagen, daß Monten-egro trotz der von Europa ergriffenen Zwangsmaßnahmen nur der Gewalt weichen wird Es bleibt Europa nur übrig, seiner Ungerechtigkeit durch einen Gewalt streich noch den Stempel der Lächerlichkeit aufzudrückcn.
Die Antwort der verbündeten Balkaumächte.
Sofia, 5 .April. Die den Vertretern der Mächte überreichte Antwort hat folgenden Wortlaut:
„Die Verbündeten sprechen den Mächten für ihre Bemühungen, den Friedensschluß herbeizuführen, ihren,Dank aus und nehmen in dem aufrichtigen Wunsch, ihre Slusgabe zu erleichtern, die von den Mächten vorgeschlagenen Bedingungen für die Vermittelung mit folgenden Vorbehalten an:
1. Gelegentlich der endgültigen Festsetzung der Grenzen Thraziens wird die in den von den Mächten formulierten Bedingungen enthaltene Linie als Grundlage und nicht als endgültige Grenzlinie angenommen.
2. Die ägäischen Inseln werden von der Türkei den Verbündeten abgetreten.
3. Tic Verbündeten meinen, daß sie die in Aussicht genommenen Grenzen Albaniens im voraus kennen lernen müssen und hoffen, daß diele mit jenen Grenzlinien übereinstimmen werden, die sie in London vorgcschlagen haben.
4. Tie Forderung nach einer Kriegsentschädigung soll im Prinzip angenommen und die Aufgabe, ihre Höhe zu bestimmen, deni Hlusschuß überlassen werden, der sich mit der In- selfrage beschäftigen wird und in der die Verbündeten vertreten sein werden.
5. Die Verbündeten stimmen zu, daß die Kricgsoperationen von dem Augenblick an aufhören, wo die oben angeführten Bedingungen im günstigen Sinne ausgenommen und zur Annahme gelangen werden.
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Türkische Angriffe.
Sofia, 0. April. (Agence Bulgare.) Das Hauptquartier erhielt über die Operationen der Vorhut des rechten bulgarischen Flügels bei Tschataldscha cutt 31. März folgenden Bericht: Um 6 Uhr früh eröffneten
lbZ. Jahrgang
Montag, 7. April $13
nalität [hv11/: (kebimme Wferett
Erstes Blatt ©
Die heutige Nummer umfa&t 10 Seiten
(Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfcagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für'Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Wir .hoben nun bis zuM 23. April eine große Schens- ‘ ' Gießen: die Ausstellung der Basler Mission
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in den unteren Räumen der alten Klinik ist gestern vor-
Nr. 80
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich
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Tröffmmg der völkerkundlichen Ausstellung in Giehen.
Gießen, 7. April.
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ihre Gäste im Warnen der Stadt Gießen, Rechtsanwalt Eng i s ch hob als Vertreter beider Abteilungen der deutschen Kolonialgesellschaft l^ervor, welchen Nutzen und welche große Förderung die Ko lonialpolitik aus dem Walten der Missionare ziehe. Dekan Gußmann fügte noch herzliche Worte im Namen des Dekanates Gießen hinzu. So wurde die Ausstellung unter den günstigsten Zeichen eröffnet; vielseitige Interessen nehmen daran teil, und der praktische Geist, der die Veranstaltung 'beseelt, zeigt sich bei der Besichtigung auf den ersten Blick.
Welch anschauliche, reizvolle Kulturpröben, alle unverfälscht aus der Wirklichkeit entnommen, bieten sich dem Auge dar! In übersichtlicher Anordnung ist alles in Gruppen zusammcngestellt, wie sic das Leben draußen selber fügt: Straßen, Wohnhäuser, Werkstätten, Hütten der Zauberer und Götzen mit Geräten und Ausstattungen. Nicht wie stumme Zeugen aus den Museen sprechen uns diese Dinge an, und wie wurden sie uns gegenwärtig durch die Erläuterungen der Missionare, die im Zusammenhänge alle Zwecke erklären, und-, mdem sic die Stücke einzeln in die. Hand nehmen, so manche Erzählung einflechten, bei der uns Staunen oder Grausen überläuft! Tie Arbeitsgebiete der Basler Mission, aus denen die Bestände der Sammlung stammen, sind Kamerun, d e Goldküste, Indien und China. Da stehen und liegen aus Afrika die Heimstätten des Fetischismus, Hütten der Priester und Götzen, und dem feisten Aberglauben, den sie predigen, entspricht ein buntes Durcheinander von Amuletten, Beschwörungsgegenständcn und -- Hinrichtungswaffen. Ms eines der wertvollsten Stücke der Ausstellung wies Missionar Gsell den Helm eines Henkers aus Kumassi vor, der mit seinem gleichfalls zur Ansicht vorliegenden Richtschwcrt Hunderte von Menschen hingemordet' haben mag! Nicht minder interessant ist die Hütte des Rieseu- gottes Dekali, auS Kamerun. Ein Häuptling hat diese Hütte aus geliefert im Austausch gegen — einen christlichen Lehrer, dem natürlich dabei nichts Böses passiert ist. Bei den Beschwörungsformeln sviclt neben Masken und phantastischen Gewändern auch die „Musik" eine Rolle; der anwesende Missionar rührte, indem er das Geschrei des Eingeborenen sprachkundig nachahmte, eine Trommel, wobei es sich wohl um die Austreibung eines bösen Geistes gehandelt haben mag. Beruhigend Ivar daneben der Anblick einer Wohnhütte; noch friedlicher sah eine Negerkück>e von der Goldküste auS. Ta erfuhr man, lvie die Neger Kuppen kochen und, auf großen Steinen'
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mittag feierlich eröffnet worden. Es ist eine ungewöhnliche Veranstaltung, die von den fremden Gästen, sechs Missionaren, zu uns hereingetragen wird, und sie gibt eine Fülle von Gesichtspunkten, unter denen die Missions- aöbeit betrachtet werden muß. Kirchenrat D. Schlosser, der an der Spitze des Ausschusses um diese Bereicherung Gießens sich sehr verdient gemacht hat, begrüßte die geladenen iGäste und verwies darauf, wie die Missionsarbeit nicht nur eine Erfüllung christlicher und kultureller Gebote lei,sondern wie sic durch die Ausbreitung deutschen Denkens und deuffcher Gesittung auch ein bedeutsames Nationalwerk verrichte und als Bahnbrecherin für die deutsche Kolonialpolitik wirke. Er betonte, wie das Verständnis dafür ge- -oachsen isei, daß wir es den Engländern und Amerikanern, die iso stolz auf ihre Missionen sind, gleichtnn müssen; in diesen Tagen, wo im ganzen Reiche der Aufruf zu einer Rationalspende für die Mission ergehe, erfolge die Eröffnung dieser Ausstellung außerordentlich zeitgemäß.
'■ Samens der Basler Mission begrüßten Missionsbaumeister sEptingund Missionar G sell die Anwesenden. Voll frohen Stolzes sprach Herr Gsell von den Erfolgen und der Ausbreitung der Basler Mission, deren jährliche Ausgaben sich lauf beinahe zwei Millionen belaufen. Das Werk wurzele «ber in lder Heimat nnd nehme seine Kräfte aus deutschem Aoden. Er nnd seine Mitarbeiter seien daher für das auch in Gießen bestehende Interesse von .Herzen dankbar. Darauf hielt der Rektor der Landesuniversität, Prof. D. Eck, eine außerordentlich packende und eindrucksvolle Ansprack)e, die so recht aus vollen: Herzen kam und die geistigen Zusammenhänge würdigte, in denen die Missivns arbeit sich bewegt. Gerade die Arbeit der „Stillen im Lande" habe das deuffche Denken und Empffnden zur Höhe hinangeführt, und ohne Pietismus hätten wir unser großes klassisches Zeitalter nicht gehabt. Langsam sei die Erkenntnis gewachsen, daß die Missionswissenschaft auch an den Universitäten eine Stätte haben müsse, und der Gedanke der Nationalspende beweise, daß die Mission allmählich auch in weiten Voltskrciscn geachtet und gewürdigt werde. Stic Beigeordnete Keller begrüßte die '.Ausstellung und
Bezugspreis: monatlich75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestetlg. Zeilenpreis: lokal 15Psi auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den
General-Anzeiger für Oberhefsen WWZ tonrna^Tie2agne§mHi?nmeec Rotations-kttÄ und Verlag -er Vrühl'fchen Univ.-Vuch- UN- 5tein-ruckerei H. Lange. Re-aktion, Lxpe-ition UN- Druckerei: Schnlstratze 7. Land" ^E.Hch-^für den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße t6a. Anzeigenteil: H. Beck.
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Oie „Umrisse einer friedlichen Löfmg".
In gewohntem Optimismus sieht die „Nordd. Allgem. Ztg." schon die Umrisse einer friedlichen Lösung, und ihre Ausführungen erinnern in der Tat stark an die schönen Worte Max Piccolominis: „O schöner Tag, wenn endlich der ©otbat ins Leben heimkehkrt, in die Menschlichkeit, zum frohchi -Zug die Fahnen sich entfalten, und heimwärts schlägt der sanfte Fviedensmarsch." Aber König Nikita ist andern Sinnes. Er denkt noch nicht dawan, sich mit 5ent1 Jugd- gehege seiner Wälder zu begnügen, will nod) nicht „bauen, pflanzen, nach den Sternen sehen —". Seirr Ministerpräsident hat dem britischen Flottenchef eine ablehnende Antwort erteilt, und man enthärtet nunmehr die Anwendung von Gewalt. Die allslavischeir Töne in Petersburg klingen ebenfalls init dem sanften Fried en smärsch noch nicht harmonisch zusammen. ►
Wir erhalten folgende Meldungen:
Tie „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt ui ihrer Wochcn- rundschau:
„Tie Annahme der von den Großmächten für die Friedcns- vennittlung ausgestellten Bedingmtgen ist in der letzten Note des Balkanbundcs mit B o r b e ha l t en begleitet worden, die weitere Verhandlungen erforderlich machen. Ueber die Antwort der Mächte auf diese Wünsche des Balkanbundes wird die Londoner Botschaster- versaimnlung Beschlüsse fassen. Ohne Rücksicht auf die allseitigen Abmachungen der europäischen Diplomatie fährt Montenegro fort, die Eroberung Skutaris zu betreiben. Angesichts der Nichtbeachtung diplomatischer Ratschläge wird nunmehr gegen die Küste Montenegros die Blockade durch ein internationales Geschwader verhängt. Tie Zustimmung aller Großmächte zu dieser Maßregel und ihre solidarische Durchführung beweist, daß Europa darin einig bleibt, seinem Beschluß Achtung zu verschaffen, wonach Skutari albanffch wird. In Petersburg ist am Freitag den Vertretern in der Reichsduma von berufener Seite erklärt worden, M o n t e n e g r o w e r d e S k u t a r i nicht erhalten. König Nikolaus wird sich der Einsicht nicht verschließen können, daß für die dauernde Erwerbung Skutaris gegen den Willen der Großmächte die Umstände nicht günstig sind. Bei den Beratungen der Botschafter in Petersburg unter denr Vorsitz Sasonows zeigte sich überall die Bereitwilligkeit, in der Silistria-Frage den berechtigterr Wünschen R ir m ä n i e n s Rechnung zu tragen. So lassen sich bereits die Umrisse einer friedlichen Lösung erkennen, die mit ixmr Wiederbeginn der Friedensverhandlungen Mr Beendigung des Balkankrieges festere Gestalt annehmen werben.
Äer lin, 6. April. Mchdenr der kleine Kreuzer „Breslau." zu ber Blockadefbotte vor Antivari gestoßen ist, um bei der Flottendemonstration gegen Montmtegro die deutsche Flcigge zu Vertreter:, ist das Schiff zu dem etwa notwendigen Schutz deutscher Reichsangehöriger im Orient nicht mehr verfügbar. Um die hieraus sich ergebende Lücke auszufüllen, kann es notwendig werden, einen bis tzü>ci weitere kleine Kreuzer ins Mittelmeer zu entsendeit; deshalb sind zwei kleine Kreuzer der Hochseeflotte angewiesen worden, sich zur Ausreise bereit zu halten.
Roch eine Aufforderung an Montenegro.
Rom, 6 .April. Die „Aigenzia Stefani" erfährt: Gestern hielten die Kommandanten der in den montenegrinischen Gewässern versammelten Kriegsschiffe unter dem
Vorsitz des englischen Vizeadmirals Cecil Burneh eine Beratung ab, auf Grund deren an die montenegrinische Regierung die telegraphische Aufforderung gerichtet tvurde, den einstimmigen Beschluß der Großmächte zu respektieren und unverzüglich eine Antwort zu erteilen.
Tas Telegramm, das der englische Vizeadmiral Cecil Burneh, der als rangältcster Offizier der Befehlshaber der internationalen Flotte ist, aus Cattaro an den montenegrinischen Ministerpräsidenten richtete, lautet folgendermaßen:
„Ich habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, baß eine internationale Flotte vor Antivari in den montenegrinischen Gewässern ankert. Die Flotte erschim, um gegen die Weigerung Montenegros, die Wünsche der Großmächte zu erfüllen, zu protestieren. Ich möchte die Aufmerksamkeit Eurer Exzellenz auf die Anwesenheit der internationalen Flotte lenken, die nicht nur bezeugt, daß die Großmächte einig sind, sondern auch, daß sie wünschen, daß ihre Eirtscheidungen unv e rzüg lich angenommen werden. Ich bitte Sie, mir sofort mitzuteilen, daß ihre Regierung bereit ist, die Wünsche der Großmächte zu erfüllen."
Die ablehnende Antwort
des montcnegrinifchen Ministerpräfideuten.
Cetinje, 6. Mörz. (Aus amtlicher montenegrinischer Quelle.) Ter Ministerpräsident antwortete heute früh dem englischen Admiral, er bedauere tief, die internationale Flotte in den Gewässern Montenegros zu dem Zwecke versammelt zu sehen, eine Pression auf Montenegro auszüben, damit es dem Verklangen der Großmächte bezüglich die Belagerung Skutaris in der Einstellung der Feindseligleffen seitens Montenegros im Territorium des zukünftigen Albanien Nachkomme. Montenegro brachte seinen Standpunkt bereits in der an die Vertreter der Mächte gerichteten Rfttteilung vom 2. April zum Ausdruck. Infolgedessen wiederhole er diesen dem Admiral gegenüber und füge hinzu, d aß t r o tz d e r P r ess' i o ir, die die Anwesenheit der Flotte in sich schließe, Montenegro von seiner den Erfordernissen d e s z w i s ch e n den Verbündeten und der Türkei bestehenden K r i e g szn st a n d es wie auch d e s s e i t e n s d e r M ä ch t e b c i dem A u s b r u ch der Feindseligkeiten proklamierten Neu- tralitätsprin'zip-s entsprechenden Haltung n i ch t a b g e h e n könne. 'Dieses Prinzip sei durch die Anwesenheit der internationalen Flotte in den Gewässern Montenegros zirm Nachteil Montenegros verletzt worden.
Die Beschießung von Skutari.
Wien, 5. April. Die Nachricht, daß Skutari seit vorgestern neuerdings beschossen werde, wird von unterrichteter Seite bestätigt. Den Oberbefehl über die belagernden
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