Ausgabe 
7.4.1913 Erstes Blatt
 
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Ein mlitä

Mannheim, E müristeriums in tittldjeit Lustsch AoraMchunq m Au das für die Bauten / die LustjchWall^1 ctjt 4 Lütar Mentgeltlic! ituggclänbc von ügung stellt.

Paris, 5. April. Wie aus '___________ _ . .

der Führer desZ. 4" vor der Abfahrt dem Bürgermeister der Stadt für die durch die Ueberwachuug des Ballons und den Ordnungsdienst verursachten Ausgaben 2 00 0 M ar k üb erge b en. General Hirschauer sagte einem Berichterstatter: Tas Abenteuer, das dem deutschen Luft­schiff zugestoßen ist, ist ein ganz gewöhnliches und kann morgen einem französischen Luftschiff widerfahren. Ter Gedanke, daß es sich irgendwie nm Spionage lnmdelt, ist v 0 l l st ä n d i g aus- g c s ch l 0 s s e n. Wir haben nwhl einige Photographien gefunden, aber sie waren ohne jedes Interesse und auch nicht während dieser Fahrt aufgenonrmen. Tie übrigen beschlagnahmten Papiere haben keinerlei Bedeutung. Es ist allerdings sicher, daß die Führer des Luftschiffes während der Fahrt sich allerlei Apparate und wahrscheinlich auch Papiere entledigt haben, bic ihnen unbequem werden könnten. Wir werden Nachforschungen anstellcn, hoffen

aber nicht, irgendwelche Anzeichen von Spionage zu finden.

Ter nationalistisckw Deputierte von Nancp, Major Driant, hat das deutsche Luftschisf eingehend besichtigt uns gibt von dem­selben in derLibre Parole" eine eingehende Schilderung. Er erzählt dabei, daß er einige Augenblicke auf der Plattform des Luftschiffes geblieben sei und sich vorzustellen versucht habe, wie die dort zur Bedienung der Masckftnengewehre aufgestellten Sol- baten bic französischen Flugzeuge angreifen würben. Jedenfalls möchte er den französischen Fliegern ben Rat geben, sich daran zu erinnern, baß bi e M a s chi n e n g ew e h r e b e s Z e p p e- lins vorne aufgestellt werden und baß es daher vorteil­haft sei, diesen Luftschiffkreuzer von rückwärts anzu­greif e n. ,

Aus Stadt und Land.

. Gießen, 7. April 1913.

** T a g e s k a l e nder für* Montag, 7. April: Trinker- fürsorgestelle für Stabt und Landkreis Gießen, Gießen, Aster- weg 9. Sprechstunde: Jeden Dienstag abend von 6'/,8 Uhr.

* In Audienz empfangen wurde vom Groß­herzog am Samstag u. a. Finanzrat Flath von Butzbach.

"Forstpersonalien. Der Großherzog hat der: Oberförster der Oberförsterei Romrod Forstmeister Karl Hoff­mann zu Romrod in gleicher Diensteigenschaft in die Ober- försterei König versetzt. ,

Erledigte Lehrerstelle. Die erste Lehreritelle an der Gemeindeschule zu Bindsachsen, mit der Orga­nistendienst verbunden ist. Das Präsentationsrecht steht dem

beansprucht. .

Mg. Wagner-rafonjj: Um dem großen .Andrang der Ausländer an unseren Universitäten zu begegnen, werden W- wehr maßregeln nicht zu umgehen sein. Tie Führung des Titels Tr. intei). vel. sollte man genehmigen. ' ;

.Kultusminister von Trott zu Solz: Tw finanzielle ecitt des 'Projektes der Universität Frankfurt a. M. ist in bcfnedigcnd^i Weise gelöst worden. Ich wünsche, daß es Hamburg gelingt, ein- Universität ins Leben zu rufen. Irgendwelche Befürchtungen für

*$eue Scka ber. Aus Londr Tribüne des iRer um Mitternacht in 1 Schaden toirb ein 3t stelle aufgcfimbenc; Tat von ?üi[)äng handelt. -InSels ^raumcdTtlemmin t Tribüne des hatten bereit mit $e _ ' Ein Jrrsin "rrlrld roatimb bt sebe AeuMMtz mit t witber h, Ausgang. C§ würben I'Mqe würbe nach be

* Danberdilt wirb gemdi nrsche Mllliarbar W welches kürzlich von klatt würbe, bei ber gelaust haben.

am Samstag von neuem seine Pforten unter der Leitung von! Adele Hartwig und Toni Impekoven. Tie Stätte,! an der der blasse, unbequeme tsseist der Pleite sein Wesen gc-I trieben, scheint damit einem neuen Leben entgegengeführt zu Jein, I da ein zügelloses Lachen ben ganzen 2lbend über im Hause herrschte. I Man gab als Erstaufführung die Posse mit allem Komfort H 0 ch h e r r s ch a f t l i ch e W 0 h n u n g e n", für die Toni Impekoven selbst verantwortlich zeichnete. Merkwürdig alsI Erscheinung in diesem Theaterwinter war ber Abenb ganz gewiß: I denn je wahnsinniger es auf'der Bühne zuging, je älter das! Possenrezept, je krauser mit Musik, Tanz und Geistererschei-1 nungen (int dritten Akt!) bic Hanblung war, um so mehr zeigte! sich bas auf Lachreize eingestellte Publikum zu Beifall geneigt I vielleicht liegen auf diesem Wege bie noch nicht erkannten Ziele! der neuen Kunst? Wer kann bas wissen . . . Eins scheint aber I festzustehen, baß bas KomöbienhauS nun unter einem günstigeren! Stern zu schönerem Leben erwachte. W. E. G. I

Ter W ettbewerb für Studentenkuust,den dasI Landesgewerbemuseum in Stuttgart für graphische Arbeiten ver- anstxrltete, I)at soeben seine Entscheidung gefunden. Tas Preis-! gerietst bat folgende Entscheidung getroffen: Tie beiden ersten! Preise zu je 3ÖO Mark bekamen bie Arbeiten von P. Meinkc-I Köln und Paul Hahn-Stuttgart. Zwei zweite Preise zu je! 200 Mark erhielten Willi W ö l k c - G i e ß e n und Karl Pur r- m a n n - Stuttgart. Zwei dritte Preise zu je 100 Mark fielen! wieder auf Hahn und M einke. Sechs vierte Preise zu je! 50 Mark erhielten Otto Franz Kutscher-Köln, W. S ch nar-I renberger - München, O. T h i c s i n g - Hildesheim, K. Sig - r i st - Kaltental, Paul Hahn ftir das Gästebuch und Paul Schö­ne über g-Leipzig, Max Löding-Jetta. Außerdem wurden neun lobende Erwähnnngen misgesprock-en, die auf die bereits genannten drei Preisträger H a h n, M e i n k c und 2 ch n a r re n- be r g er fielen, ferner auf .Hans N0 lpa-^luerbach in Hessen, Walter Ramprnann - Elberfeld, Heinz Keu ne-Hannover, sind. arch. Böhner- Tüsseldorf, Eugenic Lange-Weimar und Max L 0 cding - Jena bezw. Max N c h r l i n g - Leipzig. Sämt­liche Wettbewerbsarbeiten bleiben bis 4. Mai in ber König-Karl-! Halle bcs LandeSgewerbernusenmS ausgestellt: bie ausgesprochen ; bilettanttschen Einsendungen wurden jedoch als Gegenbeispiele be­sonders zusammengefaßt, um die Praktischen Zwecke ber Aus­stellung namentlich für studentische Kreise besser heraus arbeiten zu fönnen.

Kurze Nachrichten aus K u n st tt n b Wissen­schaft. Ter Universitätsprofess0r Geheimer .Hofrat Tr. Finke in Freiburg i. Br. rtmrdc von der Mademie der Geschichte in Madrid zmn Ehrenmitglied ernannt. Ter 2 5. T e u V- sche Philatelisten- und 17. Bundestag Tcutsch- Oesterr eichischer Vereine wird vont 15.18. August in Hannover abgehalten. Georg Hermann hat seinen erfolgreichen tstomanFettsten Gebert" dramatisiert. 4 Bühnen, darunter das Schauspielhaus in Frankfurt a. M. 'haben das Schauspiel be­reits angenommen.

Luxus eines eigenen Lehrstuhls für Missionswissenschaft nicht leisten können, so haben doch auch wir narfj Möglichkeit sie in einzelnen hefonberen Vorlesungeit zu behandeln gesucht. Spät in ber Tat ist dies Interesse für ben Gegenstand erwacht. An einer Geschichte von über zwei Jahr hunderten sind unsere Gebildeten bis vor furjem teiluahmlos Darüber gegangen. Aber diesen Gang der

Tinge kann man in mancher Beziehung als tppisch für die Ent­wicklung deutscher Geisteskultur betrachten. Deutsch-evangelische Mission hat ihre Ursprünge in ben Kreisen des Pietismus, der Stillen im Lande, genommen. Auf diese verborgenen frommen Kreise blickte unsere Bildung gern von oben herab unsere Bildung, aber nicht die Führer unseres Geisteslebens. Wer dieses in seinem Werden verfolgt, stößt überall auf die feinen und tiefen Zusammenhänge, in denen unsere großen Denker nnb Dichter mit ber zarten Empsindungsfähigkeit pietistischer Frömmigkeit ge­standen haben. Immanuel Kants deittsche Moral ist ohne sein piettstisches Elternhaus und das heißt ohne die Heroen Formen ber Frömmigkeit August Hermann Franckes nicht zu benfen. Und Herder und Goethe, von Schleiermacher zu sck'weigen, lmben in hohen Tönen von dem ,,edlen Grafen" Zinzendorf geredet. Wie aber hier ber deutsche Geist eigentümliche (Heftihlsvertiefung ben ausgeprägtesten Formen von Religion auf deutschem Boden verdankt, so haben in der Mission dieselben Kreise ihm! den Blick geweitet und ihn zu intimer Teilnahme an fernen Ländern und Völkern erzogen. Tenn kühle Länder- und Völkerkunde haben unsere Ge­bildeten freilich immer gepflegt. Hier aber stand m'art mit fremden Weltteilen in unmittelbarer B^iehUng, von dort erhielt man in das eigene Haus briefliche Nachricht, dort betrieb man ein eignes Werk, wußte sich Mit eigner Sorge an ihm beteiligt. Vertiefung darum und Llusweitting, beides, verdanken wir diesen Kreisen. Und daß beides zusammenhängt, tarnt uns nicht wundernehmen. Tenn in ber Tiefe der Seele freilich wurzelt alle'Religion. Aber von der Tiefe aus will sie doch das All umfassen und in alle Weltweiten das Auge hellsehend machen. Gewinnt die Mission heute Alterkennung auch in der O Öffentlichkeit, unter unseren Gebildeten, so statten diese damit nur einen späten 'Dank ftir all das ab, was das ver­borgene Wirken dieser stillen Frommen für deutsches Geistesleben geleistet hat. In diesem' Sinne begrüße ich diese Ausstellung, wünsche ihren Veranstaltern guten Erfolg, und rufe ihr zu: Gott segne das Werk!

Tas Darmstädter K ün st l c r s e st, das die Mit­glieder des Hoftheaters und der Hofmusik am Samstag im städti­schen Saalbau veranstalteten und dem auch das Großherzogspaar mit Gefolge in ber Hofloge beiwohnte, erhielt burch bie Mitwirkung des Kölner Generalmusikdirektors Fritz Steinbach eine be­sondere Weihe. Nach dem Konzert entwickelte sich triebet daS gewohnte Rasarleben, unb bann Begannen die Kabarettausiührungen und der Ball.

Di e Wiedereröffnung des Berliner Ko­rn ö d i e n h a u s e s. Tas Komöi ienhaus in Berlin, durch Lothars Tirektionstättgkcü noch überall peinlicher Erinnerung, eröffnete

geleitet. SasonvM stellte in Beantwortung der Fragen fc|t, Rußland habe keine kriegerischen Verwickelungen zu fürchten. Tie Fwrderungen der Balkanverbündeten würden mehr über weniger erfüllt werden. Die geringste Genugtuung würde Montenegro, das Skutari nicht erhalten lvürde, erfahren. Der Streit um die bnlgarchch-serbi sch 0 Grenze würde n 0 chgr 0 ßeundj chwer e Verwi ck e- lungeU im Gefolge haben. Die Entwickelung der milr- tärischen Operationen habe Serbien weiter südwärts ge­führt als es der Bündnisvertrag erlaubte. Die Tarda- nellenfrage hält der Minister n 0 ch 11 i ch t für reif und erachtet es vorläufig für unzeitgemäß', sie aufzuwerfen. Nach dem Meinungsaustausch kamen bie Abgeordneten des Zentrums zu dem Ergebnis, daß die russisch-slawi­schen Interessen genügend vertreten seien. Die Progres- s ist en waren der Meinung, daß der politische Kurs rich­tig, aber schwächlich sei.

Die Uebergabe Schükri Paschas.

Sofia, 6. April. (Agenee Bulgare.) Um die in der ausländischen Presse verbreiteten tendenziösen oder un­richtigen Meldungen über die Uebergabe Schükri Paschas zu entkräften und die Wahrheit festzustellen, teilt das Hauptquartier die von Schükri Pascha abgege-

;urMgliedbers. Darmstadt,

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Fürst-n zu Jscnburg°Birstein zu.

Jugendpflege. Die von den Staatsmitteln (15 000 Mk.) nach Bewilligung von 4500 Mk. an den Landes­verbandJungdeutschland" noch verfügbaren 10 500 Mk. wurden im Rechnungsjahre 1912 folgendermaßen verteilt. 1. LandesverbandJungdeutschland" 4500 Mk., 2. IX. Kreis der deutschen Turnerschast 500 Mk., 3. Verband für Jugend­wohlfahrt und Jugendfürsorge in Darmstadt 500 Mk., 4. Ver­ein für Volksbildung in Mainz 1000 Mk., 5. Evang. Jüng- lingsbund in Hessen 1500 Mk., 6. Verband der kath. Jugend- vereinigungen der Diözese Mainz 2000 Mk., 7. Kreisabtetlung ! Darmstadt des Vereins für ländl. Wohlfahrts- und Heimat­pflege 500 Mk.

Der Oberhessische Verein für bie Basler Mission nutzt die Anziehungskraft der MffsionSauSstellimg aus, um seine Jahresversammlung zu halten. Sie findet am Mittwoch, 9. April, im oberen Gememdesaal, Kirch- straße 9, statt. ' U. a. soll dabei über die Sammlung der Nationalspende verhandelt werden, wobei wichtige grund­sätzliche Fragen zur Sprache kommen werden. Ein besonderes Interesse wird ber Vortrag be§ Missionsinspektors Dr. m e l, früher Missionar in China, über die Frage, ob bie Gemeinde, bildung für Völker mit alter Kultur dieselbe Bedeutung habe wie für kulturlose Völker, beanspruchen. Kenner werden werfen, daß es dabei auf eine Prüfung neuer Mssions- methoden, z. B. des All. Evang. Protest. Missionsvereins, hinausläust, wobei eine lebhafte Aussprache zu erwarten fein wird. Die Missionsfreunde und -Freundinnen aus Stadt und I Land werden auf diese wichtige Tagung aufmerksam gemacht.

** Im Gießoner Reitinstitut ist neues Leben ein gekehrt. Ter Universität ist es gelungen, in dem neuen Universitätsreitlehrer Himmerich einen Munn zu finden, dem es sicher gelingen wird, die alten Fvemide des Reitsports aufs neue M begeistern und solche, die es uocki nicht waren, für diese gesunde, Geist und Körper stärkende Leibesübung zu gewinnen. .Herrn H., der als Dizewacht- meister in Saarbrücken stand, geht der Ruf eines ausgezeich- neten Reiters, eines vorz-üglichen Lehrers und lhwvorragen- den Pferdekenners voraus. Tas von ihm mitaebrachtc Pferdematerial ist erstklassig inib> könnte sich in jeder Kvn-- kurrenz sehen lassen. Englische, irische, ungarische Pferde, sowie englische und arabische Volllllüter bilden feinen Pferdebestand. Somit sind die Grundlagen einer gedeih­lichen Reuentwiekelung des' Reitsports in Gießen gegeben ' Zu hoffen bleibt nur, daß die Begeisterung, mit der Herr Himmerich sein neues Amt hier übernommen hat, erhalten und gestärkt wird durch eine recht rege 'Inan- 1 spruchnahme des Reitinstituts durch die Studierenden iml : unsere Bürgerschaft.

** Die 11. Mitgliederversammlung ber All- gemeinen hcsfisd>en Bcamtcn-Stcrbckassc fan» hier gestern unter dem Vorsitze des. Geh. Oberöaurats Im-r o t h-

Der serbisch-bulgarische Vertrag.

DieWiener Allg. Ztg." veröffentlicht nach Mittei­lungen von angeblich zuverlässiger Seite aus Sofia den Inhalt des bisher geheim gehaltenen serbisch-bulga­rischen Vertrages, der zunächst eine defensive, später eine offensive Mckrtärkonventron war, die beim Ausbrn.ch des .Krieges erweitert wurde. Den Mitteilungen zufolge h^ißt es in dem Vertrage: Falls das ^Ergebnis des Krieges ein solches wäre, daß Mazedonien an Serbien und Bul­garien -abgetreten werden sollte, so fällen Monastir, Prilep, OchrLa und Jstip an Bulgarien. Was Uesküb und Kuma- irowo anlangt, wurde in dieser Beziehung kein Einverständ­nis erzielt. Nach Beendigung des Krieges soll über die Zuge^rvgckeit der beiden Städte eventuell durch ein Schieds­gericht ober auf andere Art eine Entscheidung gefällt inerben. Bezüglich des Sandsch als enthält der Ver­trag keinerlei Abmachung. Serbien und Bulgarien ver­pflichten sich gemeinsant Frieden zu schließen, ein Separat- friedensschluß wird für ausgeschlossen erklärt. Tie Dauer des Vertrages wird dahin bestimmt, daß das Ende des

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zu werden. In dieser Beziehmrq Tmtn ich ihn beruhigen. Ter einzige Redmn-, der gestern dem Plan ber Errichtung einer Uni versilät Frankfurt cntgcgmgctretcn ist, war Kollege Brebt. Er hat das Bedenken geäuftert, ob die Universität, wenn es sich später darum bandeln.sollte, höhere Professormgclder zri bezahlen, - in der Lage fein würde, diesen Anforderungen naMukomwen. Auw wenn die entsprechenden Fonds nicht vorhanden sein sollten, p würde sicher bic Stadt Frankfurt sich wegen solcher Mittel nicht an den preußischen.Staat wenden. Für diese Mittel sind bin- reichende Sicherheiten gegeben. Auck> der Einwand, daß, bie Uni­versität Frankfurt ohne staatliche Beihilfe nicht auskomnien würde, ist unberechtigt, denn 14,6 Millionen Marl sind gesichert.

Abg. Heine (Ntl.): Auch ich stehe der Frankfurter Uni­versität sympathisch gegenüber, wenn auch die Besorgnis besteht, daß kleinere Universitäten darunter leiden. Tie Gefahr wird durch die l eoorstehende Errichtung der Universität Hamburg noch ver­mehrt.

Abg. Moltke (Freikons.) drückt die Befürchtung der Pro­vinz Schleswig-Holstein gegen die Errichtung einer Universität in Hamburg gegenüber Kiel auS.

Abg. Savfgnp (Ztr.): Ter Andrang der Frauen zU den Universitäten ist groß. Hauptsächlich die Medizin studierenden Frauen wünschen Beschäftigung als Assistentimien. Tie finan­ziellen Verhältnisse der Umversität Frankfurt sind nngekUttt. Wir ivünschen, daß Frankfurt niemals eine finanzielle staatliche Hilfe

pmüchst die türkischen Kriegsschiffe, sodann die Fetdbatterien das Feuer gegen die Stellun- g-eu der ersten Brigade der sechsten Division. Gegen 10 Uhr rückte eine türkische Abteilung in der Stärke von acht bis neun Bataillonen, imtersticht durch bic Ge- schjche von sechs Kriegsschiffen, mit der Hauptmacht gegen ben vom 3. Regiment besetzten rechten Rayon unb mit den übrigen Kräften gegen den von dem 15. Regiment besetzten linken Rayon. In einer Entfernung von ungefähr 1300 Schritt von den bulgarifdicu Stellungen machten die Türken 5)alt, ein Bataillon näherte sich auf 600 bis 700 Schritt dem linken Flügel des rechten Rayons, mußte je­doch infolge ^des bulgarisch-cu Artillerie- und Jufanterle- seuers zurückweichen. Am Nachmittag rückte eine Kolonne von zwei Bataillonen, denen zwei bis brei, Schwadronen voranritten, neuerlich in der Richtung auf Knmburgas- Jaläi vor, wurde jedoch abermals zurückgeworfen und zog sich gegen 6 Uhr ungefähr 1200 Schritt zurück. ®egen 5 Uhr landete ein feindliches Transportschiff Truppen in Ksasteros. Eine Batterie Schnellfeuer- haubitzen zerstreute die türkischen Truppen und trieb sie in die Flucht. Als die eracht hereinbrach, rückten die Türken wiederum vor und gelaugten bis auf 200 bis 300 Schritt an die Stellungen des 3. Regiments, wo sie von unserem Feuer aufgehalten wurden. Nach einem Augenblick des Zögerns schrittetl zwei türkische Batalllone mit drei Mitrailleusen zum Angriff gegen den linken Flügel des genannten Regiments vor und (gelangten bis an die Ver­schanzungen, wurden jedoch von einem Bataillon mit einem Kugelregen empfangen und traten in voller Unord­nung de n Rückzug an. Drei bis vier andere Ba­taillone, die gegen die übrigen Stellungen desselben Regi­ments anrückten, mußten gleichfalls z u r ü ck w e i ch e n und wurden von unserem Feuer verfolgt. Die Abteilungen, die vom 3. und 4. April zu Rekognvszierungszwecken vor die Front des 3. Regiments entsandt waren, fanden in der unmittelbaren Nähe der türkischen Verschanzungen 3 00 türkische Leichen, darunter die eines Offiziers, 500 Schritte von den Verschanzungen weitere 600 Lei­chen , darunter die von vier Offizieren, 700 Schritt wei­ter 300 Leichen, in noch weiterer Entfernung wiederum Leichen, die jedoch nicht auf gelesen werden konnten.

Angesichts der bewunderungswürdigen Haltuirg des dritten Regiments richtete der Generafissimns S 0 w 0 w an den Kommandant folgende Depesche:Se. Majestät der oberste Kriegsherr beauftragt mich, bem dritten Regi­ment den Dank für seine Tapferkeit und Selbstverleugnuiig zu übermitteln, die es in den Kämpfen vom 30. und 31. März bewiesen hat. Der Herrscher ist sicher, daß die Triippen fort fahren werden, ihre heilige Pflicht gegen das Vater­land unb die Krone stets mit gleichem Eifer erfüllen."

benen Erklärungen mit:

Am 26. März befand ich mich mit meinem Stabe im Quartier in dem allen Fori Ildirim. Naä bem^sinm-arschider bulgarischen Truppen in den Ostsektor gab ich das Signal zur Einstellung der Operationen. Eine halbe Stnnoe daraus fand sich bei mir ber Kommanbant bcS bulgarischen Garberegiments Oberst Marsäwlew ein, der ungefähr eine Sttindc bei mir blieb. Sodann begab ich mich in Begleitung zweier Offtzicre des GardereginrentS zu General, .......------- ----- - , - , . .

Wassow, ber sich in der inneren Stadt befand. Ich stellte w'.ch andere Universitäten können daraus nicht yergeleitet werven. ihm vor unb blieb dort eine halbe Stmrdc, worauf ich.mit General I *

Wassow hn Automobil zur Brücke fuhr, wo sichlGeneral Iwanon>, Tas preußische Eisenbahnanleihegesetz

der Konimanbcnr ber zweiten bulgarischen Armee befand, ber I it)Ui:^e Samstag abend in bem .Haushalttmgsanssckmß! des Mgeord-

nttch eine weitere halbe Stunbc zurückhielt. Sobann kehrte ich in netenhauses beraten. Die allgemeine Aussprache betraf in ber

mein Quartier zurück. Während meiner Abwesenheit war ein Hauptsache bie Frage bes Verhältnisses bes Baues von Haupt-

serbischer Major mit mehreren Solbatcn in meinem Quartier er- bahnen und Nebenbahnen und der io ergäbe des Grundes und

schienen; ich l>abe sic nicht gesehen. Bodens für den Bau von Nebenbahnen durch die beteiligten

---j'j.. ----!!_!_ 1 -------'%reijc unb Gemeinden. Em Zentrnmsaogeordneter erhob bie

Sur Landuna OOU 3. 4 in Luneville. Forderung, daß der Staat alljährlich, eine bestimmte Summe y o _-(f .fS_, . s für den Bau von Nebenbahnen in Bereitschaft stellen möge; dies

Luneville gemeldet wird, hat lrur^c jedoch von den übrigen Rednern unb bem Minister der 1 öffentlichen Arbeiten als unrichtig zurückgewiesen. Hinsichtlich der Gewährung von Zuschüssen zu Kleinbahnen stellte ber Mi­nister in Aussicht, daß, diese Summe auch in Zukunft be­willigt würde; bie Anforderungen steigerten sich fortgesetzt. Bei der Beratung ber einzelnen in ber Vorlage geforberten Bahn­linien entspann sich eine eingehenbe Aussprache über bie Stute von Arnsborf nach Neuhof. Von bem fortschrittlichen unb einem nationalliberalen sowie einem konservativen Abgeord­neten wurde dieser Bau bekämpft unter Hinweis auf die entgegen» stehenden Interessen ber Stabt Licgnitz. Der Minister sagte weit­gehende Berücksichtigung dieser Intereffen bei ber, endgültigen Gestaltung zu, besonders werde die Staatsregierung Dafür Sorge, tragen, daß bic Personenzüge aus bem Osten von Brockau in den Bahnhof Liegnitz einlaufen und daß die städtebaulichen In­teressen der Stadt Liegnitz unb der von ihr aufgestellte Bebau- nngSplau weitgehend berücksichttgt werden. Im übrigen wurde der Vorlage zugestimmt.

Das preußische Abgeordnetenhaus.

Berlin, 5. April.

IirtAbgeordnetenhau s c wurde die A n s s prache über die Universitäten fortgesetzt, und zwar wurden heute besondere ben einzelnen Hochschulen geltende Wünsche vorgebracht.

Mg. Funck «Fortschr. Vp.) stellt fest, daß dielanfänglich ver- handenen Zweifel über die Möglichkeit der Durchführung^der! Universität Frankfurt sich allmählich beruhigt haben. 9tur über1 bie finanzielle Sicherung der Universität waren Zweifel hervor- getreten, und man verlangt Sicherheiten für Jahrzehnte hinaus. Ter Minister hat inzwischen die vom Ausschuß gewünschten^Zahlen gegeben, bic in geradezu glänzender Weise bartun, baß. bie Finanzen lnnreichend gesichert sind. Nur der Abg. Viereck hat Zweiftl darüber geäußert, ob die Frankfurter Handelskammer auch für | die Zukunft in der Lage sein würde, ihren Verpflichtungen gerecht

Krieges auch sein Ende bedeute. Der Vertrag bestimmt die Bündnispflicht bloß irn Falle eines Krieges mit der Türkei, nicht auch im Falle eines! Krieges gegen andere Machte.

Aeußeruugen des Ministers Sasonow.

Petersburg, 5. April. Der Tee, den der Minister des Aeußern Sasonow den Dumavertretern gab, wurde mit einem Expose über die äußere Politik Rußlands ein-