Ausgabe 
7.10.1913 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

nicht müsse, stände gewiß hinge-

lierin, 2(1 m a Moodic, hier ein, deren künstlerisches Violin- spiel selbst einem Reger so außergewöhnlich schien, daß er seither wiederholt öffentlich mit ihr musiziert hat. Den letzten Solistcn- abend bestreiten der rühmlichst bekannte Cellist Prosen or Kiefer aus München, die Kgl. Kammersängerin und Hosopem- sängerin, Frau Elisabeth Boe hm-van Endert von d e r B e r l i n e r H o f o p e r und Professor M a y.e r -- M a h r aus Berlin, der nicht nur die Begleitung auf bett Klavier übernommen hat, sondern sich auch solistisch betätigen wird. Frau Boehm-Van Endert ist die Nachfolgerin von Frieda Hempel. Wie diese, wrrd auch sie der deutschen Bühne, zeitweilig wenigstens, verloren gehen, weil sie von den Bereinigten Staaten aus unter glänzenden Bedingungen zu einer großen Tournee verpflichtet ist. Tie Kon- zertleitung hat gerade noch den rechten Zeitpunkt ersaßt, denn un­mittelbar nach deni Gießener Konzert muß die Künstlerin die Ämerikareise antreten.

Die beiden Orcheste r-Konzerte liegen rn den Händen des verstärkten P a l m c n g a r t e n - O r ch e st e r s und der M e r - ninger Hofkapelle. Jenes wird unter Professor Traut­nr an ns Leitung und Szigetis solistischer Mitwirkung das erste rin Zeichen Beethovens stehende Konzert am 7. Dezember ausführen, während die Meininger Kapelle unter Reg er am 1. Februar mit einem erlesenen Programm aufwarten wrrd.

Tie Eckpfeiler des Ganzen bilden ein Feiertag, so ost man sie hört die Matthäus-Passion von B a ch und das sinn- und klangvolle 5) ä n d e l s ch e OratoriumI e p h t h a' in der neuen Fassung, die ihr Dr. H. Stephani gegeben hat. Tie Aufführenden find: die Meininger Hofkapelle für die Mat- thäus-Passiou und das verstärkte Palmengarteu-Orchelter sur Händels Jephtha. Den Chor stellt beide Male der Akademrsche Gesang-Verein und ebenso hat in beiden Fällen Professor Traut­mann die Leitung. . _

So umfaßt das Programm außer diesen Oratorien sinfonische Werke, Kammer-Musik, solistische Gesangs- und Instrumental- Vorträge und stellt durch die Berufung hervorragender Kräfte cm reges und anregendes Musikleben für kommenden Winter in Aussicht. Für ein völliges Gelingen ist freilich die Gunst^nd mehr noch die eifrige Beteiligung unseres Publikums eine unerläßliche Voraussetzung.

Tageskalender aus dem Jahre 1813.

Oktober. Jeromes General Alix rückt wieder in Kassel ~' Napoleon verläßt Dresden.

Das 2. Bataillon des hessischen Gardcfüsi- Irerregiments bricht mit' der Eskorte des Kaiserlichen Schatzes und der Equipagen des Hauptquartiers von Dresden auf und biwakiert bei M e i ß e n, den 8. bei Oschatz, den 9. bei Wurzen, den 10. bei Lausig, den 11. bei Düben, den 13. bei Eulenburg auf dem rechten Ufer der Mulde und verbleibt dort bis zum 17. Oktober.

DentTches Reich.

DerKaiser

hat sich am gefangen Montag vormittag vom Neuen Palais mit dem Automobil über Berlin nach dem Jagdschloß Hubertusstock begeben. Eine Erbschaft des Kaisers.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie seinerzeit gemeldet wurde, bestimmte der am 18. Juli in Kauschwitz bei

Die Gefahren des albanischen Aufstande-.

Belgrad, 6. Okt. Das Serbische Preßbureau mel­det: Nach den neuesten Berichten sind die bulgarischen! Banden und die Reste der albanesischen Banden im Bezirke Monastir vollständig vernichtet. Tie ser­bischen Behörden sind wieder eingesetzt worden. Tie Ord­nung ist wieder hergestellt. In dem letzten Kampse gegen Prizrend gelang es, den Feind zwischen zwei Feuer zu bringen, einerseits zwischen unsere Truppen vor Prizrend und andererseits den Verstärkungen, die von Tetowo heran kamen. Bei Vranitza wurden die Albanesen voll-, ständig geschlagen.

Belgrad, 6. Okt. (Wien. Korr.-Bur.) Nach Mel­dungen serbischer Blätter werden sowohl seitens der Tür­ket als auch seitens Bulgariens Mobilisierungs­vorbereitungen getroffen. Aus diesem Grunde sahen sich Griechenland und Serbien genötigt, über ent­sprechende Gegenmaßnahmen zu verfügen, um sich gegen alle Eventualitäten zu sichern.

Bulgarische Klagen.

Sofia, 6. Okt. (Agence Bulgare.) Infolge des al« dänischen Aufstandes und der von den Serben be­gonnenen blutigen Unterdrückung desselben, die unter der allgemeinen Niedermetzelung der bulgarischen Wid alba­nischen Bevölkerung, insbesondere im Gebiete vonKalkan- d e l e n, G o st i w a r und Gora vor sich geht, treffen bul­garische Gruppen aus jener Gegend, die durch die Flucht über die Gebirge dem Tod entronnen sind, auf bulgarischem Ge­biete ein. Die Flüchtlinge erzählen, daß ihre Heimat jetzt ein wüstes Trümmerfeld sei.

Die Verstärkung der türkischen Marine.

London, 6. Okt. Telegramme, die nachts von zwei Seiten in London angekommen sind, bestätigen, daß Reuf Bei, Kommandant des KreuzersHarnidijeh", auf der Fahrt von Konstantinopel nach Rom und London begriffen ist mit dem Auftrage, Kriegsschiffe anzukaufen und Offi­ziere und Mannschaften anzuwerben, die zur Verstartuirgi der ottomanischen Marine dienen sollen.

kranke, daß die Regierung zu wenig Fühlung mit den maß­gebenden Parlamentariern unterhalte, daß sie ihre Vorlagen am grünen Tisch ausarbeiten läßt ohne jede Rücksicht auf die gegebenen Verhältnisse, ohne auch nur im gering­sten klar zu sein, wie die Kammermehrheit darüber denkt. Und wenn dann an den Vorschlägen der Regierung scharfe Kritik geübt wird, wie z. B. in den mehrerwähnten Richt­linien, so hüllt sie sich in Schweigen, auch der Presse gegenüber, die doch wohl nächst den Abgeordneten am ersten dazu berufen ist, die Oesfentlichkeit über die Pläne und Absichten der gesetz­gebenden Faktoren aaszuklären.

Kann man sich nach der vorstehend kurz skizzierten Lage der Tinge noch ernstlich darüber verwundern, daß die Besoldungsvor­lage sich noch immer tief im Stadium der Vorberatung befindet und die Aussichten immer geringer werden, das so viel diskutierte große Gesetzgebungswerk noch in der bevorstehenden Kammertagung glücklich unter Dach und Fach zu bringen?

ljans o. Bartels f.

Wie wir gestern schon mitteilten, ist der Akabemieprofessor Hans v. Bartels nach längerem Krankenlager Sonntag abenb in München gestorben. Der Tod hat in Hans v. Bartels einen der ersten Vertreter der deutschen bilbenben Kunst gefällt. Seine Werke zeigen so recht die ganz persönliche malerische und lebensfrische Art Bartels. Sein jugendliches' Vorwärtsdrängen, seine Meister­schaft in der Beobachtung unb Wiedergabe hat einmal fast revo­lutionär gewirkt in jener Zeit, als es galt, bem Aquarell m der Kunstausstellung seine gleichberechtigte Stellung neben der Oel-

auf die Beseitigung bes Wohnungsgeldes eingehen könne, fonbern an ihrer Vorlage festhalten Wäre biete Erklärung ein Vierteljahr früher erfolgt, so es heute um die Ausfchußberatung ber Vorlage

ganz anders. Wir haben schon früher wieberholt barauf . .. wiesen, wie die ganze gesetzgeberische Tätigkeit in Hessen daran

Mehr Korpsgeist in der Volksvertretung!

Aus Darmstadt wird uns geschrieben:

Die Aussichten für die parlamentarische Winterkampagna haben sich in den letzten Wochen weniger günstig gestaltet, als es noch vor kurzem den Anschein hatte. Die Hauptschuld an der Untätigkeit der Ausschüsse trägt nach unserem Dafürhalten vornehmlich ber Umstand, baß unter ben Mitgliedern ber Ausschüsse nicht ber richtige innere Konnex voihanben ist, es fehlt in den Aus­schüssen ber notroenbige Geist ber Gemeinsamkeit unb des Zu- sammenarbeitens, mit einem Wort: der richtige Korpsgeist.

Um nur ein Beispiel anzuführen: Der Gesctzgebiingsaus- schuß war von seinem Vorsitzenden sck>on in ben ersten Tagen des September für den 15. September zur Wiederaufnahme seiner Sitzungen einberufen worden. Als aber die Einladung dazu schon längst in den Händen ber Ausschußmitglieder war, da zeigte ein Mitglied, auf dessen Mitarbeit bei ber hauptsächlich zu beratenden Frage unter keinen Umständen verzichtet werden konnte, bem Vorsitzenden an, baß es jetzt einen längeren Erholungsurlaub antreten müsse. Dies ist bann auch geschehen unb hatte zur Folge, daß der betreffende Ausschuß bis heute noch nickst: wieder zur Abhaltung einer Beratung eingeladen werben konnte.

Die Hauptarbeit für die gesetzgeberische Tätigkeit im kommen­den Winter hat bekanntlich der Finanzausschuß zu leisten. Auch er sollte, wie mir zu wissen glauben, von seinem Vorsitzenden schon etwa für Mitte September zur Weiterberatting der Be- soldungsvorlage einberufen werben. Die Sitzung muffte aber eben­falls wegen ber Sommererholung eines Mitgliebes bis zum 1. Oktober verschoben werben.

Dqs späte Zusammentreten der Kammerausschüsse weist sich gerade in der Legenwärtigen Tagung als recht störend und un­erwünscht, unt/es sollte beshalb recht ernstlich nach Mitteln unb Wegen zur Mhilfe dieses Ucbelstandes gesucht werden. Es könnte dies vielleicht am einfachsten dadurch geschehen, daß man in der noch zur Beratung stehenden landständischen Geschäftsord­nung eine Bestimmung anbrächte, wonach ähnlich, wie für die Gerichtsferien, auch für die parlamentarischen Sommerferien ein bestimmter Dermin festgesetzt würde. Hält! man dies aber aus irgend einem Grunde für die Herren Volksvertreter nicht für paffend, so könnte man ihnen wenigstens von Seiten des Kammerpräsi­diums recht bringend den Wunsch nahelegen, daß sie ihre Ferien- e.-holung möglichst innerhalb der Gerichtsferien (15. Juli bis 1,5. September) genießen möchten, was doch um1 so leichter durch- zuführen sein dürfte, als ja der Kammer ein volles Dutzend Juristen angehört und sie auch in ben Ausschüssen eine her­vorragende Stelle einnehmen. Es kann doch beim besten Willen nicht länger angehen, baß die Ausschußtätigkeit, von ber in erster Linie bic Arbeiten ber ganzen Gesetzgebungsmaschine ab­hängig find, einfach durch das unzeitige Erholungsbedürfnis ein­zelner Abgeordneter für längere eZit lahm gelegt wird.

Ter wenig entwickelte Korpsgeist unserer Volksvertretung bringt sich auch weiter noch zum Ausdruck durch die vielfach beliebte Zurückhaltung in der Geltendmachung ber Anschauungen oder ber

festen Stellungnahme der Fraktionen refp. Jnteressentengruppen zu ben zur Beratung stehenben verschiedenen Fragen der Gesetz­gebung. So hatte z. B. die Wirtschaftliche Vereinigung in der Zweiten Kammer schon am 4. Juni ihre sogenannten Richtlinien zur Besoldungsvorlage aufgestellt unb in einer weiteren, am 22. Juli veranstalteten Versammlung ausdrücklich den Beschluß gefaßt, auf diesen Richtlinien zu beharren, auch dahin zu roirtcn, daß die notwendige unb mögliche Vereinfachung ber Staatsver­waltung zu beschleunigen ist." Aber trvtzbem der Vorsitzenbe des Finanzausschusses schon mittelst Rundschreibens vom 25. August bie Mitglieder des Ausschusses dringend ersucht hat, etwaige An­träge zur Besoldungsordnung, welche eine Beschlußfassung des Ausschusses erfordern, schriftlich vorzubereiten und dem Ausschuß alsbald für den Beginn der Beratung vorzulegen, haben die der Vereinigung angehörenden Ausschußmitglieder bis heute keinerlei derartige Anträge ringebracht. Wäre das bei Wiederaufnahme ber Ausschußberatung geschehen, so würben bie Verhandlungen jetzt zweifellos schon ein tüchtiges Stück weiter gefördert worden sein. Es ist geradezu ein Krebsschaden der parlamentarischen Verhält­nisse in Hessen, daß man nach dem SprichwortKommt Zeit, kommt Rat" so viele wichtige Tinge auf die lange Bank zu schie- ben sucht. Und in der Frage der Besoldungsreform ist eine Beschleunigung um so mehr am Platze,,als die umfangreiche Denkschrift der Regierung zur Besoldungsreform schon im Jahre 1909 erschien und seit jener Zeit die Revision der Beamten- und Lehrerbesoldung in Hessen nicht nur die davon direkt berührten Kreise, sondern auch die übrige Bevölkerung in einer mehr oder minder starken Erregung erhält.

Einen nicht geringen Teil der Schuld an dem langsamen Gang der parlamentarischen Geschäfte trägt es muß das einmal ganz offen herausgesagt werden auch die Regierung selber. Ganz ähnlich, wie bei ber Wahlrechtsfrage, vermißt man auch jetzt wieder eine klare und bestimmte Stellungnahme der Regierung. Wenn eine Vereinigung von mehr als der Hälfte aller Kammer- mitglieber sich zur gemeinsamen Behandlung einer hochwichtigen Gesetzesvorlage zusammenschließt unb Entschlüsse faßt, bie ben in ber Regierungsvorlage niedergelegten Grundsätzen zum Teil direkt entgegenstehen, so wäre es im allgemeinen Interesse geboten ge­wesen, daß die Regierung sofort direkt oder indirekt Stellung dazu oenomnten hätte. Sie hat aber volle vier Monate mit der Präzisierung ihrer Stellungnahme warten lassen, und erst in der vorletzten Finanzausschußsitzung ünd noch dazu unter absolutem Ausschluß der Oesfentlichkeit die Erklärung abgegeben, daß sie auf die Forderungen der Richtlinien und besonders

Malerei zu erringen. Bartels hat hier in der ersten Reihe gelämpst und den Sieg errungen.

Hans v. Bartels ist in Hamburg im Januar 1856 zur Welt gekommen. Sein Vater war, so entnehmen wir den M. N. N., russischer Kollegienassessor. Schon als Knabe hatte sich Bartels auf Reisen im Skizzieren geübt und Lust zum Malerwerden be­kommen Drei Jahre lang war der Hamburger Marinemaler Har- dorfs sein Lehrer. Er wollte den Jungen zum Landschafter machen, aber auf den Studienreisen an der Küste zeigte Bartels viel mehr Freude am Wasser und an der Bewegung. Nach vorübergehendem Ausenthalt in Düsseldorf kommt Bartels Ende der siebziger Jahre wieder nach Hamburg, wo Oesterleys Liebe für Norwegens Wässer -7t? Hang Bartels' zu Meer und Strand neue Nahrung geben. Den Hamburgern fällt Bartels als Neuerer auf, zumal er feinen Aquarellen unerhört große Formate gibt. .

Der Winter 1879/80 sieht den jungen Künstler in Italien. Bartels malt hier Studien in Wasserfarben, die Bilder danach führt er in Oel aus. Während der nächsten Jahre führen ihn seine Reisen noch zweimal nach Italien, bis er endlich, um der südlichen Sonne näher zu sein, 1885 nach München übersiedelt. Von do aus geht's nun recht oft nicht nack dem Süden, sondern an du Waterkant. In München erringt sich Bartels den ersten Ruhm, er erweitert sein Schafsensgebiet und sein Können in überraschend schneller Weise. SeinFischerdorf auf Mönchsgut" und seine Heringsfischer am Mönchsguterstrande" bringen ihm auf der Berliner Jubiläumsausstellung 1886 bie zweite Mebaille. Das Jahr barauf bekommt Bartels auf der Dresdner Aquarellaus^ stellung bas Ehrenbiplom.

In diesen Jahren, reich an Arbeit und Erfolg, treten in Bartels Silber bie Figuren immer mehr als wichtige Werte auf unb es entstehen, als ihn einmal die Seemalerei nicht reizt, fröh­liche hol ländische Interieurs. Inzwischen war Bartels' Meister­schaft in ber Darstellung bes Meeres auch in Norddeutschland an­erkannt worben. Die Nationalgalerie und der Kaiser erwarben Bilder von ihm.

Nach dutzenbmal wiederholten Hollandreisen geht Bartels 1894 nach England. Die Frucht: große Oelgemälde ber Meeres brandung. In ber künstlerischen Entwickelung tritt aber immer mehr die Figur in den Vordergrund, bie Figur, ber er jetzt auch Psycho­logische Vertiefung verleiht.

Zuletzt umfaßte des Künstlers Gebiet, außer der groben See- und Wassermalerei, Lanbschaften, Genre und Figürliches von burchaus selbstänbigem Wert. Die Steigerung in Bartels schassen sinbet aber in seinem Naturell allein die einzige Erklärung. Em Nachahmer ein Klügler war er nie.

Hans v Bartels' Werke smd m den meisten groben Galerien SU finden- die Berliner Nationalgalerie, der Hamburger, Senat, bie Pinakothek in München zeigen bie Produkte '^nes schaffens mit demselben Stolz wie die Galerien in Budapest, Petersburg, Indianapolis, Barzelona, Brest, Brüssel, Glasgow, Pans u,w.

Die Präsidentenwahl in China.

Peking, 6. Okt. Jüanschikai tourbe int dritten Wahlgang mit 507 Stimmen *um Prasid enterr der chinesischen Republik gewählt.

Liyuanhung erhielt 179 Stimmen. Die Verkündigung des Ergebnisses rief große Begeisterung in der Kammer hervor.

Der chinesische Gesandte in Berlin, Dr. Jen er­klärte, daß nach seiner Ueberzeugung Auanschikai ein konstitu­tioneller Präsident fein werde. Seine Gegner, insbesondere ber zurzeit von China abwesende Sunjatsen, werden, wie der Ge­sandte glaubt, keinen neuen Widerstand gegen Yuanschiwi ent­fachen, zumal dessen Stellung durch bie Anerkennung ber Republik durch bie Mächte im Innern bes Reiches wesentlich gestärkt werbe. Die bringcnbfte Aufgabe des Präsidenten sei die Ordnung der Finanzen. Veränderungen in ber gegenwärtigen Regie- rung werde Puanschikai wohl nicht voruehmeu.

Dar neue Programm der Uonzertvereinr.

Vorn Vorstand des Gießener Konzertvereins wird uns geschrieben:

Nach erfolgtem Abschluß feiner Verträge, bic zum Teil mit recht erheblichen Schwierigkeiten belastet waren, konnte der Kon­zert-Verein int gestrigen Blatte bic Uebersicht seiner musikalischen Veranstaltungen im bevorstehenben Winter bekannt geben. In ber Zeit von November bis Mai sinbet zwei Oratorien-Auf- füfrrungcn, zwei Orchester-Konzerte, brei Solisten- unb brei Kammer-Musik-Abenbe, also im ganzen zehn Konzerte statt. Als bewährte Aufführungszeit ist ber Spätnachnv.ttag bes S o.nn - tags für sämtliche Konzerte in ber Aula unb im Theater beibehalten Lediglich bic beiben Chor-Konzerte müssen aus zwin­genden Grünben auf Wochentage verlegt werben. Ist die äußere Gestaltung der Konzerte bic alte geblieben, so hat bie Leitung ihr musikalisches Ziel in der Richtung eines Ausbaues der Kammer-Musik weitergesteckt. Nicht in der Anzahl ber Kon- iprte wobl aber in ihrer stofflichen Erweiterung. Künftig soll keine Beschränkung auf das Trio allein stattfinden unb bic 9luf- führuna eines Quartetts, ober Quintetts nur eine seltene Gelegen-

^brüten fonbern beibe Gattungen werden setzt systematisch nrrileat unt> ihnen zwei von ben brei Kammer-Musik-Abenden vor- £ltcn Kenner wissen um den unerschöpflichen Reichtum ^gerabe auf diesem Gebiet ber Kammer-Musik. Ihnen zur größeren tfreube ift bieic Erweiterung gebucht unb als Anreiz zugleich für solche, die ick noch nicht mit bev herrlichsten Frucht am Baume ber Musik befinden konnten. Damit auch ber Gesang leinen ge- Srcnben Seil an biefem Fortschritt habe, ist für die, erste Kammm-Mnsik eine von ben ganz großen Gesangskunstlerinnen mnrben bie ob ihrer glanzenben Stimmittel unb ns? viel gerühmte Münchener Altistin Frau Erler- n h t Es ist anzunehmen, baß biese Bereicherung des m ch ""mms und bic baniit verbundene Einführung bes berühmten Programms unv mr oa.^^ _ Professor Kilian, Knauer, Pros. Münchener Qu t_ ^nwr-Musik neue Freunde werben ÄÄ-

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Dr. Ludwig ff ul In er s einziges vieler. Es ist

n r XnFo entsprochen worden, wie bem Verlangen nach Jo s e pH ihm ebenso -schen Geiger, ber bnrch fern erfolgreiches

Z;.' Xi"Än in befter Erinnerung ist. Zum ersten- Auftreten vor jwa <ö Baritonisten, Kammersänger §ritz .mal dagegen werdeii tmrocn^arii . , Bayreuther,

Souper von ber Kgl. Dvsoper^ ^senen Wotan hier tzören «'i-m rml-ich führt sich eine noch jugendlich- Mstr-t-

klr. 255 Erstes Blatt 163. Jahrgang Dienstag, 7. Gttsber 1915

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