Plauen gestorbene Gutsbesitzer Hermann Knorr testamentarisch, daß sein Vermögen dem zur Zeit seines Ablebens regierenden deutschen Kaiser zufallen und für das deutsche Heer oder die deutsche Marine verwendet werden solle. Der Kaiser nahm zur Verwirklichung des mit der Zuwendung verfolgten vaterländischen Zweckes die Erbschaft an. Die Witwe des Testators, die die einzige gesetzliche Erbin gewesen wäre, erhält die ihr zustehende Hälfte des gesamten Nachlasses, der nach den bisherigen Schätzungen über 800 000 Mark beträgt. Im übrigen sollen auf Bestimmung des Kaisers die .Grundsätze zur Richtschnur genommen werden, die bei Stiftungen und Zuwendungen an juristische Personen maßgebend sind.
Der preußische Städte tag
trat am Montag vormittag in Breslau zu seiner 8. Tagung zusammen. Zunächst wurde die Aufnahme solcher Städte gen eh niigt, die 25 000 Einwohner erst nach der letzten Volkszählung erreicht haben. Dann sprach der Geschäftsführer des Städtetages, Luther, über das Gemeindeabgabenrecht und seine bevorstehende Aenderung. Der Städtetag hat die Leitsätze des Berichterstatters Dr. Luther auf eine Aenderung des Gemeindeabgabenrechtes unverändert angenommen. Er nahm außerdem den Wunsch zu Protokoll, daß bei einer Neuordnung der Wertzuwachssteuer die fteisangehörigen Städte nicht geschädigt werden. Die Stadt hat die Teilnehmer des Städtetages zu einem Begrüßungsabend in dem Rathausremtcr eingeladen.
Die Anstellungsverhältnisse der bayerischen Ge mein d ebe am t en.
Tie bayerische Regierung hat in der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf vorgelegt betr. die Neuregelung im Anstellungsdienst und die Besoldungsverhältnisse der bayerischen Gemeindebeamten.
Der Reichskanzlern. Bethnrann- Hollweg besichtigte am Montag vormittag den Neubau des Deut- schen Ntuseums auf der Jsarinsel und die wissenschaftlichen Sammlungen im Gebäude des Deutschen Museums an der Maximilianstraße. Den Nachmittag verwandte der Reichskanzler zu einem Besuche der Kunstausstellung im Glaspalast, sowie des Nationalmuseums.
Eine Verleumdung.
Die amtliche „Straßburger Korrespondenz" veröffentlicht folgende Erklärung: Tie „Freie Presse" hat in ihrer Nr. 219 vom 19. September d. Js. eine aus einem Züricher Sensationsblatt entnommene Nachricht gebracht, wonach ein Mitglied des Kaiserhauses während seiner Studienzeit in Straßburg Schuldverbindlickteiten in Höhe von ys Million Mark eingegangen sei und behufs Herbeisclaffung zu ihrer Deckung Verbindung mit gewerbsmäßigen Geldvermittlern gesucht habe. Diese Nachricht, die auch von anderen Zeitungen. übernommen wurde, entbehrt jeder tatsächlichen Grundlage und beruht von Anfang bis znrn Ende mtf Erfindung.
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Ausland.
Von der Genter Weltausstellung.
Die „Vossische Zeitung" meldet aus Brüssel: Tie Genter Weltausstellung schließt am 3. November. Die Geschäfte gehen sehr schlecht in Gent. Man erwartet nach Schluß der Ausstellung viele Konkurse. Der Fremdenzustrom ist nicht so groß, wie viele Geschäftsleute glaubten.
Verhaftete Frau en st immrechtlerinnen in E n g l a n d.
Aus London wird mitgeteilt: Tie Suffragette Annie K e n n e y , die vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden war, wurde am Montag nachmittag in einer großen Versammlung von Tln- hängerinnen des Frauenstimmrechts wieder verhaftet. Daber kam cs zwischen den Polizeibeamten und den erbitterten F r a u e n , die sich Fräulein Kenneys Verhaftung widersetzten, zu einem Kampf. Wegen Widerstands gegen die Polizei wurden acht Personen s e st g e n o m m e u. — In der Westminster - abtei kam es ivährcnd des Abendmahles zu unliebsamen Szenen, indem eine Anzahl von Anhängerinnen des Frauenslimm- r echt es die Handlung durch Gesang störte. 9üuf die Aufforderung des Kirckendieners, den GottMnenst zu verlassen, entfernten sie sich. Nach Schluß des Gottesdienstes hielt eine Anhängerin des Frauenstimmrechts den Kirchenbesuchern vor der Kirche einen längeren Vortrag, in dem sie troch andere Dinge prophezeite.
Der Kricgsmimfter
über die Friedberger Handwerkerklagen.
Auf eine Anfrage des Reichstagsabg. Dr. Werner über die bekannten Klagen oberhessischer .Handwerker, daß Militärlieferungen an die Zellenstrafanstalt in Butzbach vergeben worden seien, hat der Kriegsminister v. Falkenhatzn mit folgendem Schreiben geantwortet:
Auf Euer Hochwohlgeboren Telegramm betresfeiid Sckreiner- arbeiten für den Standort Friedberg und unter Beziehung auf die vorläufige Mitteilung vom 8. September 1913 Nr. "1411. 8. 13. B 4 teile ich ergebens! mit, daß die angestellten Erhebungen nachstehendes ergeben haben.
Die Lieferungen der hölzernen Geräte waren in 32 Lose ein- gcteilt, damit sich auch die kleinen ortsangesessenen Handwerker um An,träge bewerben konnten. Diese Lose sind vergeben worden
a) an 18 Handwerker in Friedberg mit 17 ungeteilten Losen und 1 geteilten Los im Gesamtwerte von 7604.10 Mk.
b) an 1 Handwerker in Butzbach, der gemeinschaftlich mit mehreren wideren Schreinern geboten hatte, mit 6 ungeteilten Losen und 1 geteilten Los im Gesamtwerte von 3379,30 Mk
o) an 2 Handwerker in Griedel mit 3 Losen im Ge amtwerte von 576.80 Mk.
d) an die Zellenstrasanstalt Butzbach mit 5 Losen int Gesamtwerte von 2 3 6 2 6 Mark.
Bei diesen zuletzt genannten Losen handelte es sich um die Lieferung von 586 Mannschafts- usw. Schränken und 2 Schilder - I)ü ufern.
Wegen Lieferung dieser Geräte zu annehmbaren Preisen hat der Garnisonverwaltungsvorstand schon vor dem Verdingiings- teriulii mit den Vertretern der vereinigten Schreinermeister von Friedberg und Butzbach veihandelt. Hierbei schien es, als ob die Mehrzahl der Schreiner überlwupt keinen besonderen Wert ans die Lieferung der Schränke legte; es soll Urnen in erster Linie um recht umfangreiche Uebeltragnng der unter a—c angeführten Lost zu tun gewesen sein. Friedberger Vertreter sollen noch aus- driwlich erklärt haben, daß sie von Lieferung der Schränke gern .lostand nahmen, wenn diese durch die Heeresverwaltung billiger oclchafft werden könnten; ferner äußerten sie, daß sie eine der- artig umfangreiche Lieferung allein nicht ausfülwen könnten, sie mutzten sich gegÄenenfalls mit Großbetrieben in Verbindung setzen Jo daß es fraglich wäre, ob sie rechtzeitig liefern könnten Ein Butzbacher Scln-einer ,,t sogar an die Zellenstrasanstalt mit der Bitte herangetreten, für die Schreiner in Butzbach einen Teil der Arbeiten auszuführen, falls ihnen brr Zuschlag erteilt würde
Die'am Verdingungsterinin von etnmnt Schreinern aus Frieds berg, Butzbach und Griedel für die letzten 5 Lose gestellten Forde rungeu nraren jo ungewöhnlich hoch, daß die Korpsintendantur — auch im Hinblick auf die in anderen Staickorten des Groß- Herzogtums Hessen bewilligten Preise — die Erteilung des ZÜ- schlages zu den geforderten, durch die örtlichen Verhältnisse keines wegs gerechtfertigten, Preisen nicht vertreten konnte.
Da die Unternehmer zur Ermäßigung ihrer Forderungen nicht zu bewegen waren und es zu einer erneuten Ausschreibung an der nötigen Zeit fehlte, so blieb nichts anderes übrig, als die umfangreiche Gerätelieferung der letzten 5 Lose freihändig an eine Stelle zu vergeben, die neben annehmbaren Preisen auch die unbedingte Gewähr der rechtzeitigen Lieferung bot. Die in ke in e r Weise an dem vor her gegangenen Wettbewerb beteiligt gewesene Zellenstrasanstalt in Butzbach Übernahm sodann die Lieferung zu Preisen, die zu den verfügbaren Mitteln in angemessenem Verl-ältnis standen. Wäre die Lieferung dem in Friedberg mindestfordcrnden Schreiner H. Mveller zu
seinem Angebote übertragen worden, so wären 12 963 Mark Mehrkosten entstanden; bei Uebcrtragung an die mindestfordernden auswärtigen Schreinermekster hätten die Mehrkosten 8053,50 Mk. betragen.
Die an die Zellenstrafanstalt vergebenen Schränke und Schilderhäuser sind zum größten Teil schon abgeliefert, der Rest ist bereits zugeschnitten oder in der Fertigstellung begriffen. Eine wenigstens teilweise Zurückziehung des Auftrages behufs etwaiger lieber- tragung an Handwerker ist daher nicht mehr angängig.
Der von der Intendantur in der Zwangslage eingeschlagene Weg steht nicht in Widerspruch zu dem Bundesratsbeschluß vom 28. Oktober 1897 über die Verwertung der Arbeilskraft der Gefangenen. Vom wirtschaftlichen Standpunkte aus hat sie bei der kurz bemessenen Lieferzeit kaum anders handeln können. Ich hätte es selbstredend auch gerne gesehen, wenn die Uebertragung des vollen Gerätebedarfs an das freie Handwerk gelungen wäre; daß sich dies nicht ermöglichen ließ, daran ist nicht die Heeresverwaltung schuld, die es im vorliegenden Falle nickt an gutem Willen hat fehlen lassen, dem kleinen Handwerk, so weit wie möglich, einträgliche Arbeit zuzuführen. Ich glaube indes aus der in_ der „Neuen Friedberger Zeitung" vom 2. September 1913 erschienenen Zuschrift, die wohl von dem obengenannten Schreiner- meister H. Moeller eingesandt morben ist, entnehmen zu können, daß die ursprüngliche angebliche Entrüstung wenigstens in den am meisten beteiligten Friedberger Handwerkerkreisen scheinbar einer ruhigen und sachlichen Beurteilung gewichen ist.
* * II e B e r t r a g e n wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Spielmann aus Worms eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Sprendlingen.
** Jahrhundertfeier und Stempelabgabc. In anerkennenswerter Weise hat das.Ministerium über den Erlaß der Stempelabgabe für Tanzbelustigungen bei der Jahrhundertfeier folgende Verfügung den Kreisämtern zugehen lassen: „Sofern mit öffentlichen Feiern zum Aw- dcnken an Hie Schlacht bei Leipzig in diesem Jahre dort an sich stempelpflichtige Akte (musikalische Darbietungen, Tanzvergnügungen usw.) verbunden sein sollten, ermächtigen wir Sie, von Erhebung des tarifmäßigen Stempels dann abzusehen, wenn, offensichtlich die Ennnerungsfeier das Wesentliche, die damit verbundene Vergnügung (Tanz usw.) aber nur ein verhältnismäßig nebensächlicher Punkt des Programms ist."
~ ** Die Tagung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins bringt als letzten Punkt ihres Programms eine Jugendversammlung. Nicht nur alle jungen Mädchen, sondern auch deren Mütter haben Zutritt.
* * Gewerbeschule. Für die nn der Gewerbeschule neu errichtete Lehrerstelle hatten sich 39 ^Bewerber gemeldet. Die Stelle wurde dem Dipl.-Jng. Kurt Kneife, z. Zt. in Koblenz, übertragen.
* Verein ehemaliger Kolonial-Krieger. Vor einem Monat wurde unter dem Namen „Verein ehemaliger Kolonial-Krieger Gießen und Umgegend" ein Verein gegründet, in welchem alle Kameraden, die als Soldat in den Deutschen Kolonien, einschl. China, waren, Aufnahme finden können. Die Hauptaufgabe des Vereins ist es, neben der pflege der unter der Tropensonne erprobten Kameradschaft in Siebe und Treue zu Kaiser und Reich zu stehen und das Interesse für die Kolonien durch Vorträge usw. im weitesten Kreise des Volkes zu wecken. Auch sollen die Bestrebungen des Jung-Deutschland-Bundes tatkräftig unterstützt werden und unsere wehrpflichtige Jugend den Verlockungen der Fremdenlegion durch nötige Aufklärung ferngehalten werden. Allen Mitgliedern wird mit Rat und Tat zur Seite gestanden, besonders bei Gesuchen, Bittschriften und sonstigen Anlassen, zu denen der einzelne Mann nicht befähigt ist. — ©ine große Anzahl Herren aus Gießen und der näheren Umgebung waren am Sonntag im Restaurant „H a b e r ka si e n" . versammelt und haben beschlossen, alle noch fernstehenden Kameraden für ihre Sache zu gewinnen.
* * Konsumverein Gießen und Um gegen d. Die am Sonntag nachmittag abgehaltene Gencral-Ver- a m m l u n g erfreute sich eines guten Besuches. Den Ge- chäftsbericht erstatteten der Vorsitzen'd-e des Aufsichtsrats, Vetters, und Geschäftsführer Keßler; die Mitglicder- zahl stieg im 12. Geschäftsjahr von 2081 auf 2471, der Um- atz im eigenen Geschäft von 379 000 Mk. auf 473 000 Mk. Das Ergebnis wurde als zufried'enstellend bezeichnet, jedoch die Mitglieder zu steter Agitation zur Gewinnung neuer Mitglieder ermuntert. Den Bericht über die neuerbaute Bäckerei erstattete .Herr Ko pp e, der während der Krankheit des Kassierers Niewisch dessen Stelle versehen hatte. Er stellte eine erfreuliche Zunahme des Verbrauchs an Backwaren fest und bemerkte, daß sich der Brotumsatz und ganz besonders der Umsatz in Weißware gesteigert habe. Der Gesamterlös in 8 Monaten betrug 73 900,71 Mk. Den Kassenbericht gab Herr Niewisch, der auf den gedruckten Bericht verwies und längere Mitteilungen über den Umsatz in den einzelnen Verteilungsstellen und die Landorte machte. Nachdem Herr Lentz den Revisionsbericht gegeben hatte, nach welchem alles rn bester Ordnung befunden war, wurde der Gesamtbericht genehmigt und einstimmig Entlastung erteilt. Die Verteilung der Erübrigung von 2087,67 Mk. geschieh! tute folgt: Zinsen für Anteile 1212,— Mark, Unterrichtsfonds für konsumgenossenschaftliche Fortbildung 100 Mart, Lesehalle hier 25 Mark, Gewerkschaftsbibtiothek 25 Mark, Entschädigung an Vorstand und Aussichtsrat 680 Mk., Spezialreservefonds 45,67 Mk. — Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl der Herren Keßler und Niewisch; als neues besoldetes Vorstandsmitglied wurde .Herr Koppe gewählt. Herr Lentz ist nach zehnjähriger Tätigkeit im Vorstande freiwillig ausgeschieden. Die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates: Vetters, Baum und Wageubach wurden wiedergewählt. Die Beschlußfas- lung über Aenderung der Satzungen, die durch die auchluhende Entwicklung des Vereins bedingt wird, fand die (Genehmigung der Generalversammlung. Zum Schlüsse fand eine Entschließung, Annahme, die das Verhalten der Leiter der V e r l a g s g e s e l l s ch a f t i n H a m b u r g in der Buchdruckerangelegenheit mißbilligt.
♦* Gn ade ngesuch. Herr Rechtsanwalt Dr. Albert :.,a r o? schreibt uns: Unter Bezugnahme auf den Bericht über die Schwurgerrchtsverhandlunq vom 3. Oktober d F rn dlilmmer 23.3 Ihres geschätzten Plattes darf ich Sie'al^ Verteidiger der Susanne Schmidt wohl nm Veröffentlichunä der Tatsache bitten, daß die Geschworenen auch für meine Klientin ein Gnadengesuch unterzeichnet haben
Ans Stadt und (and.
Gießen, 7. Oktober 1913.
** Tageskalender für Dienstag, 7. Ott. Stadt- theater: „TI ajolika". Abends 8 Uhr.
Allgemeiner deutscher F r a u e n v c r e i u: 2. öffentliche Abendversainmliing in der Aula: 1. Wirtschaft!. Tatsachen und Kulturforderungen in der Fraliensrage. Frl. Dr. Gertrud Bäu m e r. 2. Der Weg zum Frauenstimmrecht. Frl. Helene Lange.
Mittwoch nachm. 4 Uhr: I u g e n d v e r s a m m l u n g.
Landkreis Gicßm.
f. Klein-Linden, 6. Ott. Ein großer Trauerzug gab heute dem Lehrer i. R. Karcher das letzte Geleit zum Friedhof. Kriegerverein, Gesangverein „Eintracht" und Turnverein marschierten vor dem Sarge her. Ter Gesang-' verein sang den Etzor ,^>ier winket selige Ruh", worauf Pf arrer Bröckelmann eine zu Herzen gehende Grabrede hielt. Im Auftrag des Schulvorstandes und Kirchen- Vorstandes legte Pfarrer schulte einen Kranz nieder, zu-« gleich hob er die Tätigkeit des Entschlafenen als Lehrer und Organist hervor. Lehrer Boßler sprach im Auftrag der Kollegen einen herzlichen Nachruf. Der Vorsitzende des Kriegervereins hob die Verdienste des Verstorbenen um den Kriegerverein hervor, der ihm ein treues Andenken bewahren iverde. Kränze wurden noch niedergelegt von G. Neurat h im Auftrag des Gesangvereins „Eintracht", dessen Ehrendirigent Lehrer Karcher war, und von W. Ufer im Namen des Turnvereins. Ter Verstorbene hat ein Alter von 80 Jahren erreicht und wirkte über 20 Jahre in unserer Gemeinde.
l. Klein-Linden, 6. Oft. Unser Krie gerv er-j ein hielt am Samstag abend bei Kamerad Fr. Rinn eine Versammlung ab; um über die Völkerschlachtfeier zu beraten. Tie vom Ortsausschüsse ausgestellte Festord- i:ung wurde einstimmig gutgeheißen. Samstag abend, 18. Oktober, wird ein Höhenfeuer abgebrannt, Sonntag vormittag findet Festgotlesdienst statt, nachmittags wird die Eiche gepflanzt und abends ist eine Festfeier im Saale der Teutschen Eiche. Dem verstorbenen Ehrenmitgliede Lehrer i. R. Karcher widmete der Vorsitzende, Lehrer Keil, einen Nachruf. Am Schluß der Versammlung gedachte er der wichtigen Gedenktage vor 100 Jahren und toastete auf das deutsche Vaterland.
Rödgen (Kr. Gießen), 7. Oft. Bei der Gemeinden ratswahl lvurden vier neue Mitglieder in den Gemeinderat aewählt: Phil. Becker, Landwirt und Schmied, mit 69, ^udw. Klos II., Landwirt und Untererheber, mit 58, Wilh. Wagner I., Maurer, mit 56 und Wilh. Balser X., Landwirt, mit 56 Stimmen.
Kreis Büdingen.
Nidda, 6. Oft. Durch ein Konzert bereitete gestern Fräulein Minny Leopold, Opernsängerin des Nürnberger St ad tt Heaters, eine geborene Niddüerin, den hiesigen Musikfreunden einen genußreichen Abend. Die junge Künst-. lerin verfügt über eine schöne volle, und weiche Stimme; sie, trug u. a. besonders wirkungsvoll die Arie aus „Oberon", „Im .Herbst" von Franz und „Liebesfeier" von Weingartner vor. Mufitdireftor Gg. Hetzel und Konzertmeister Hermann Schmidt, beide aus Frankfurt, untersttitzten die Sängerin durch meisterhafte Vorträge klassischer Stücke für Klavier und Violine. Das Konzert war gut besucht.
□ Bleichend ach, 6. Oft. Hier wurde gestern abenb. ein sechsjähriges Kind auf dem Heimwege von einem unbekannten Mann angelockt, um ihm Gewalt anzutun. Durch die Hilferufe der Kleinen wurde ein Mann aufmerksam, worauf der Unbekannte das Kind in den Straßengraben stieß und entfloh. Er entkam unerkannt. Tas Kind lxlieb, unversehrt.
x Echzell, 5. Oft. Die Karto f f el ernte ist bei dem herrlichen Wetter in der breiten Wetterau rasch vorgeschritten und beinahe beendigt, das Ergebnis ist sehr gut. Je nach Sorte kostet der Doppelzentner Speisekartoffeln 3,50 bis 4 Mk. Hiesige Züchter, welche den Wochenrnarft in Schotten befahren hatten, lösten dort 4,50 bis 5 Mk. für das Malter.
Kreis Alsfeld.
□ Wettsaasen, 5. Oft. Heute fand hier die Ein-- weihung unsere? neu erbauten Schulhauses statt. Ein sehr zahlreicher Besuch hatte sich au9 der Umgegend eingestellt. Als Vertreter der Kreisschnlbehörde waren erschienen die Herren KreiSamtinann 93Iumer§, Oberrealschuldirektor> Dr. Pitz aus Alsfeld und Bürgermeister Master vom Ruppertenrod. Der hiesige Lehrer, Herr Michel, eröffnete die Feier mit einer eindrucksvollen Abschiedsansprache am; alten Schulhause; Schülergesang schloß den Abschied. Darauf^ durchzog der Festzug unter bem Vorantritt einer Musikkapelle die Ortsstraßen. Am neuen Schulhause überreichte der Bauführer, Herr Straßenmeister L u d l o f aus Alsfeld, den Schlüsiel. Großherzoglichem Kreisamtmann. Unter den anerkennenden. Worten für die Opfer, die die Gemeinde Wcttsaasen gerne gebracht, übergab er den Schlüssel dem hiesigen Bürgermeister. Herr Direktor Dr. Pitz sprach in Vertretung 6)roßh. Kreis-, schulkommission eindringende Worte über die Anforderungen unserer Zeit an die Schule.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 7. Oktober. (Berichtigung.) In dem gestrigen Bericht über die Abschiedsfcier des Gr. .Kreisrats v. Bechtold ist aus Versehen ein Druckfehler unterlaufen. Es soll heißen „Bürgermeister Stöp'ler, Lauterbach sPrack), im Namen der Bevöllerung und Bürgermeister des Kreises. Er erwähnteusw.", und nicht „Bürgermeister' Kresses".
— Walkenrod, 6. Ott. Auf unserem Bahnhofe findet gogenwärtig ein igroßer Versand von Weizen statt. Die Getreidehändler kaufen den Weizen in den Ortschaften auf und bezahlen den Doppelzentner mit 19 Mk.
Kreis Schotten.
z. Hartmannshain, 5. Oft. Der um 4.16 Uhr heute nachmittag nach Ober-Seemen abgehende Personen- zug mußte etwa 2 Kilometer unterhalb von hier, als er den hohen Bahndamm bei der Hundsbach passieren wollte, hallen bleiben. I u n g e n im Aller von 6 bis 7 Jahren hatten die Schienen mit Steinen dicht belegt.
(r) U I f a, 5. Ott. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl wurde unser bisheriger Beigeordneter Philipp L u d w i g HL einstimmig wiedergewählt. Er tritt damit seine dritte Amtsperiode an, ein Beweis für die Beliebtheit, deren sich der pflichttreue, gewissenhafte Mann in der ganzen Gemeinde, erfreut.
Krcis Friedberg.
L Fried berg, 6. Oft. Die Anmeldungen für unsere städt. Technische Akademie laufen zahlreich ein. Die. Vorlesungen beginnen am 28. Oktober.
L Rieder-Florstadt, 6. Ott. Lehrer Hechler von hier schied nach bOjähriger Tätigkeit aus dem Amte.
h. Heldenbergen, 6. Oft. Zum Bürgermeister- mürbe Beigeordneter Goy mit 236 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat erhielt 81 Stimmen.
h. Dorheim, 6. Oft. Bei der Gemeinder a ts- w a h l siegte die Liste der bürgerlichen Kandidaten mit einer durchschnittlichen Mehrhett von 60 Stimmen über die sozial- demoftatischen Bewerber.
Hessen-Nassau.
h. Sindlingen, 6. Oft. Der Fehlbetrag von 50000 Mark im hiesigen Spar- und Kreditverein wurde in der gestrigen Generalversammlung in der Weisem


