Ausgabe 
7.6.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. Juni 1913.

* * Tageskalender Feier des 100jährigen Be- stehens des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116.

Biogravh-Lichtspiele: Täglich Vorstellung. BakofsKnmmer-Lichtsviele: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Gemäldeausstellung (in Turmhaus nm Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von SamStag) von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr, Mittwoch nachmittag von 35 Uhr.

Oberhessisches Museum und Museum surVolker- künde: Sonntag, 8. Juni, geschloffen.

** Der Groß Herzog hat die Erlaubnis zur An­nahme und zum Tragen der vmi dem Prinzregenteu von Bayern verliehenen Auszeichnungen erteilt: dem Staatsminister, Minister des Großherzoglichen Hanfes und des Aeußern und Minister der Justiz Dr. Kart v. Ewald, für das Grohkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael; dem vortr. Rat im Staatsministerium Geheimen Legationsrat Dr. Wilh. Neidhart, für das Ehtrenkreuz desselben Ordens; dem Oberbürgermeister Dr. Glässing für das ^renkreuz des Verdienstordens des heil. Michael; dem Regierungsrat Gennes zu Darmstadt für den St. Michaels-Orden 3. Klasse, dem Polizeiamtmann. Stumpf für den St. Michaelsorden 4. Klasse, dem Revier-Polizei- kommissär Jul. Ko walke für das Verdienstkreuz des St. Michaels-Ordens mit der Krone, Den Polizeiwachtmeistern Franz Schäfer, Joh. Neff für das Verdienstkreuz des St. Michaels-Ordens, den Schuhleuten Gust. Kühne und Friedr. O e chl e r für die silberne Medaille des St/Michaels- Ordens.

** Geheimerat Dr. Preetorius wurde, wie wir hören, zum Vorsitzenden des Verbandes der Deut­schen Schutzvereine für entlassene Gefangene gewählt und wird bereits die am 9. Juni beginnende Ver­bandsversammlung in Hamburg leiten. Diese Wahl be­deutet nicht fnur eine Ehrung für Geheimerat Dr. Preetorius, den 'langjährigen Vorsitzenden des Hessischen Schutzvcreins für entlassene.Gefangene, sondern auch für unser Land, das als kleinerer Bundesstaat nunmehr den Präsidenten des über das ganze Reich ausgedehrrten Verbandes stellt, sowie für unsere Regierung, die von jeher ihr regstes Interesse für die Gefangenenfürsorge betätigte. -

* * Lehrerpe rsonalien. Am 31. Mai d. I. wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Stadecken Hch. Ludw. Cronenberg in den Ruhestand versetzt. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrersterte zu Stein-Bvckenheim.

Das Hessische Gendarmcriekorps begeht am Sonntag, 8. Juni, die Feier seines 150jährigen Be­stehe n s.

Son ntagszug Herborn Driedorf. Seit dem 1. Juni wird in Herborn im Anschluß an die Züge von Wetzlar und Dillenburg ein SonntagSzug 155 nachmittags nach Driedorf abgelassen, der dort um 249 eintrifft. Die Rückfahrt erfolgt 715 ab Driedorf, in Herborn trifft der Zug 806 Uhr ein. Die Paffagiere können von hier ab den O-Zug 841 nach Wetzlar und Gießen benutzen. Von Herborn nach dem Westerwald werden Sonntagsfahrkarten ausgegeben.

Die Reichsbank-Nebenstelle Gießen bleibt auS Anlaß des NegierungsjubiläumS des Kaisers am Mon­tag, 16. Juni, geschlossen.

** Zwei schöne Erinnerungsstücke an das Jubi­läum unseres Infanterie-Regiments sind uns vorgelegt worden. Es ist dies ein Fayence Krug, der von der Fayence-Fabrik Aluminia-Wpenhagen angefertigt ist und ein Wandtcller, der von der Kgl. Dorzellmi-Mcnmfaktnr in Meißen hergestellt ist. Der sFayence-Krug zeichnet sich durch seine aparte ftorm und besonders schöne Farben aus, während der Teller den Namens­zug des Regiments, von LorbeeMvcigen umgeben, trägt.

**Zum Vogelschutz. DasBru t g e s ch ä f t unserer 'Sänger in Feld und Wald hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht. Da heißt es für den Vogelfreund Zurückhaltung üben. Die geringste Störung kann die brütenden oder fütternden Alten vertreiben und die Jungen dem Hungertod Preis­gaben. Namentlich darf man nicht Eier oder Junge mit der Hand berühren; schon, hierdurch wird die Brut gefährdet. Dazu ist ein wachsames Auge auf alle Feinde der Vogel- welt zu werfen. Katze, Wiesel, Elster, Eichelhäher, Wür­ger usw. machen J-agd auf Vogelnester.

w i j k und stellt einen eine Fackel schwingenden Priester und eine weibliche Person dar.

Tin Brandenburger Pfennig des Königs Wenzel. Der Mangel an Unt= und Aufsclniften bei den deutschen Pfennigen des 13. und 14. Jahrhunderts bildet in der Münzkunde ein schweres Hindernis für die genauere Bestimmung. Unter den etlua 600 Typen Brandenburger Pfennige, die aus diesen 200 Jahren erlmlten sind, tragen nur etwa 3l) den Namen oder die Namensinitialen ihres Münzherrn, und zwar nur der Askanier und Wittelsbacher, während man Den Namen eines der Luxem­burger Herren der Mark Brandenburg bisher auf ihren Münzen nicht nachweisen konnte. Es ist dal>er ein wichtiger Gewinn für die Brandenburger Münzkunde, daß, nne Prof. Menadier in den Amlliclxm Berichten aus beit Königlichen Kunstsammlungen mit­teilt, ein Brandenburger Pfennig mit dem Brustbild und der Um­schrift .König Wenzels in den Besitz des Berliner Münzkabinetts gelangt ist. Die Münze, die auf dem Katl^irincn-Kirchlwf in Brandenburg gefunden wurde, besitzt als der ersteredende Bran­denburger Pfennig" eines LuxemlniVers besondere Bedeutung.

ff. Der unverbesserliche Druckfehler. Mit dem Druckfehlerteufel kämpfen Götter selbst vergebens das hat der Geograph Brun einnral erfahreir müssen, wie dieRassegna Naziovale" erzählt. Er schickte in die Druckerei einen gevgra- plusclten Artikel, in dem von einer Hvckffläche die Rede war, die 36 000 Jus; über dem Meeresspiegel läge. Beim ilUrrekttrr lesen verbesserte Brun den Zahlenirrttrm und strich eine Null weg, bei der nächsten .Korrektur aber las er nicht 3600, sondern die Hochebene loar inzwischen auf 3 600 000 Fuß angewachsen Nun war der 6>evgraph ein etwas hitziger Mensch: er schrieb an den Rand 36 000 Fuß! 36 000 000 Bestien! Den Erfolg sah er, als er die fertig ausgedruckte Arbeit vor sich hatte: der Setzer hatte kaltblüttg gedruckt, daß auf der Hochebene, die 36 000 000 Fuß über dem Meeresspiegel läge, 36 000 000 Tierarten lebten! . , T Kurre Nachrichten aus Kunst und Wissen-

eldberg -Observatorium. Wie der Physikalttche herein tn Frankfurt bekanntgibt, geht das Obser­vatorium auf dem lleinen F-eldberg seiner Vollendung entgegen Durch reiche Sttsttrngen, besonders durch Frau Baronin von Rein ach, war es möglich, den Bau zu beschleumgen. Aber manches bleibt noch zu tun übrig. Der Verein wendet sich darum wieder- lwlt an seine Freunde und Mitglieder, ihm so nahe vor dem erilrebten Ziel ihre Unterstützung nicht zu versagen Die 1T c a b e nr t c francaise hat den Großen Preis für den lite­rarisch wertvollsten französischen Roman der letzten zwei Jahre dem Schriftsteller Romain Rvllgnd für den Roman Jean Christophe verliehe«.

Landkreis Gießen.

Klein-Lindau, 5. Jmri. Im Februar brach der Achüler R. L u h auf dem Eise eines tiefen Steinbruches ein. Der lliälyrige Erst Ludw. Weber braidjtc mit großer Muhe den Versuchenden wieder heraus und rettete ihn jo vor dem Tode des Erttinkenjs. Von der Behörde wurde dem Knaben eine Belohnung zuteil. Bürgermeister Schaum und der Klassenlehrer Übergaben ihm vor versammelter Klaffe ein Sparkassenbuch mit einer Rettungsprämie von 20 Mark.

? La ng- GönZ, 6. Juni. Kaufmann W. Frey gründete hier eine Zigarrenfabrik. Die Fabrik beginnt am 1. Juli ihre Tätigkeit.

r. Lvndvrs, 6. Juni Gestern feierten Oberst a. D. Frei­herr Röder von Diersburg und seine Gattin, eine geb. Freiin von Rabenau, das 'Fest der silbernen Hochzeit.

Stockhausen b. Mücke, 6. Juni. Lehrer Freund, der seit Oktober 1912 die hiesige Schulstelle verwaltete, ist nach Walldorf versetzt worden. Man sieht Herrn Freund recht ungern scheiden, da er sich in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit in unserem Dorfe die allgemeine Achtung erwarb.

Kreis Friedberg.

h. Ostheim, 6. Juni. Der 66jährige Landwirt Wilh. Dahlheim er, ein KriegSveteran von 187071, wurde von seinem eigenen Gefährt, dessen Pferde durchgingen, über- ahren und getötet.

Starkenburg und Rheinheffen.

Mainz, 6. Juni. Hier hat das letzte Gewitter in den Morgenstunden zu einem Brande in der Druckerei Josef Scholz gefühtt. Der Blitz hat wahrscheinlich ein­geschlagen und im Dachstock, wo große Vorräte und fertige Sachen lagerten, den Brand hervorgerusen. Da die Flammen bei der Schwere der dort lagernden Materialien keine Luft bekamen, so schwelte das Feuer unbemerkt etwa vier bis fünf Stunden lang. Erst als um 4 Uhr morgens die Fenster­scheiben mit explosionsartiger Gewalt auf die Stiftstraße ge- schleudett wurden, kam es zu einem Hellen Feuer, das sich rasch ausdehnte; cS konnte aber auf seinen Herd beschränkt werden. Immerhin ist der Schaden durch Feuer und Wasser auf 50000 Mark zu schätzen, der durch Versicherung ge­deckt ist.

(-) Bingen, 6. Juni. Die Binger Fe st Halle ist fertiggestellt bis auf wenige Kleinigkeiten. Die Ein- tveihung wird am 21. und 22. Juni stattfinden. Der Bau erforderte 600 000 Mk., welcher Betrag durch eine Gesell­schaft aufgebracht worden ist. Die Einrichtungen der am Rhein gelegenen Festhalle sind mustergültig.

Hessen-Nassau.

X Hanau, 5. Juni. .Die Stadtverordneten hatten sich heute mit einer Vorlage zu beschäftigen, zu den Betriebs­kosten des früher beschlossenen, über eine halbe Million kosten­den Umbaues der Zeichenakademie (Fachschule für die Edelmetall­industrie/ noch einen jährlichen Zuschuß von 20 000 bis 25 000 Mark zu leisten. Der Antrag wurde mit 17 gegen 16 Stimmen abgelehnt.

3um Gber-Kordacher Grnbrn-AnglSck.

T. Ober-Rosbach, 6. Juni. Heute morgen tvur- den um 8 Uhr die vier verunglückten Bergleute zur letzten »tuhe gebettet Die Leichen von Blecker und Bach waren in der Leichenhalle aufaebahrt gewesen, Lenz und Storck wur­den nacheinander aus den Friedhof geleitet. Nach dem Liede eines Gesangvereins schoß der Kwiegerverein Ku Ehren seines verstorbenen Kameraden Lenz drei Salven über das Grab. Die Grabrede hielt,Pfarrer Lehr, darauf folgten An­sprachen von selten des Direktors, von der Belegschaft, von dem Vertreter der oberen Bergbehörde und den Vertre­tern der verschiedenen Vereine. Die Beteiligung an der Beerdigung war allgemein und eine größte Trauer gemeinde erwies den vier Opfern die letzte Ehre. Es sei noch beson­ders erwähnt, daß die Haltung der Gemeinde bei der Beerdi­gung mustergültig war, daß eine Ruhe auf dem Friedhof und im ganzen Dorfe herrschte, die die volle Anerkennung verdient. Um 9y2 Uhr war der Akt beendet.

Ferner berichtet unser h-Korrespondent: Jetzt, nach? dem einer schweren Katastrophe in der Mangan-Erzgrube vier Bergleute zum Opfer gefallen sind, wird von allen Seiten an den trostlosen und jeder neuzeitlichen Technik ho hn sp r e ch en d e n Gruben einrichtungen die schärfste Kritik geübt leider zu spät. Wie die Bergleute erzählen, können sie nur dann in den Schacht gelangen, wenn sie sich auf den Tonnenrand stellen und mit den Händen am Drahtseil festklammern; das sind Methoden, die das Bergpolizeigesetz streng verbietet. Bei der geringsten Bewegung nrährend der Aus- und Abfahrt läuft der Berg­mann Gefahr, an die Schachtversteifungen anzustoßen und sich den Schädel einzustoßen. Ebenso entbehrt die Grube aller Rettun^svorrichtungen. Darum mußte es geschehen, daß man von früh 6 bis 10 Uhr völlig hilflos den Ereig­nissen gegenüberstand. Erst die Frankfurter Feuerwehr brachte die erste Hilfe! Dlls Ursache des Unglücks geben die Bergleute selbst die Tatsache an, daß die Fäkalieneimer seit geraumer Zeit nicht geteert wurden und daß sich hier­aus und durch den Zittritt von Wasser giftige Gase ge­bildet hätten, die in ihrer Menge den Tod der Leute Ijefbei» führten, Erscheinungen, denen in Senkgruben und Klosettan^ lagen sehr häusig schon Menschenleben zum Opfer fielen.

Unwetter.

X) Hanau, 5. Juni. Ein Unwetter, das sich hier und in der Umgegend in der vergangenen Nacht entlud, hat l>esonders im nahen Freigericht schweren Schaden ange­richtet. In Nieder-Mittlau schlug der Blitz in das Anwesen des Landwirts Heinr. Hellmuth und tötete ein Kalb und zwei Rinder. In Bernbach nnb Altenmittlau schlug der Blitz mehrfach ein, ohne jedoch ?,\i zünden. Besonders schwere Hiobsposten kommen aus dem nahen Spessartgebietc. In Karlstadt setzte wolkenbruchartiger Regen, zeitweise ver­mischt mit Hagelkörnern, bald sämtliche Straßen unter Wasser, das in tiefer gelegene Keller drang und außerdem m den Gürten und Feldern durch Wegschwemmen des guten Bodens großen Sck>aden anrichtete. Die schienengleiche Bahnüberfahrt auf der Straße nach Würzburg war über- schwemmt und mußten sogar Züge angehalten werden bis die Schlammassen beseitigt waren. Tiefer gelegene Gärten stehem heute noch unter Wasser. Die meisten Telephon - lertungen, sowohl int Orte als auch nach auswärts, waren gestört, bei Himmelstadt sind 2, bei Stadelhofen "6 Telegra- plienstangen vom Witz zersplittert worden. Im 'Gastbause zur Karlblirg in Mühlbach schlug der Blitz in eine Mauer und zertrümmerte diese, sowie das nebenanbefindliche Gor- ?^^<ESfr,tanbi2- meisten BiergÜser sind zer- brochen; der Bescher erleidet einen Schaden von etwa 4000 ?wch von Aschfeld, Bühler, Hundsbach kommen Meldungen über schwere Verwüstungen, ebenso aus dem Werngrunde In Hammelbura hat das Wasser, wo es sich zulawmend.rangte, trostlose Zustände verursacht. ß>an$e

Weinberge sind vernichtet, die Pfähle und Stöcke herab- gesthwemmt; namentlich int Rod und Hammelberg hat eS arg gehlnist. Auch im Ofental und Efchental sind Weinberge und Aecker ausgeflößt, die tiefer liegenden Grundstücke mit Kies, stellenweise 1 Meter hoch, über führt. In den Saal­ecker Weinbergen sind tausende Fuhren Erde abgeschwemmt, viele Garten, auch Wiesen überführt mit Geröll. Der Bleich- rasen war ein trüber See, die Wäsche mit Unrat bedeckend, die Straße beim Schlachthause mit über V» Meter hohem reißenden Wasser unpassierbar, viele Keller bis obenauf mit Wasser gefüllt und Gehöfte und Ställe so bedroht, daß man sie räumen mußte. Viele Schäden richtete das Un­wetter auch an Gebäuden an, da nur ganz gute Dächer die Sturzfälle aushietten.

Landwirtschaft.

Aus der deutschen Landwirtschafts-Ausstellung.

Straßburg, 7. Juni. In der Hauptversammlung der Landwirtschaftlichen Gesellschaft wurde nach einer Eröffuungs- und Begrüßlmgsansprache des Präsidenten des Stadthctlters Grasen v. Wedel zunächst der Jahresbericht von 1912 erstattet, der Rechnuuas- abschluß vorgelegt und genehmigt nnb für 1916 Nürnberg und für 1917 Königsberg als Ausstellungsort gewählt. Tie Wahl des Präsibenten für bas nächste Jahr tvirb zurückgestellt, ba es möglich ist, baß bemuächst ein preußischer Prinz an bie Spitze der Ver­waltung Hannovers tritt. Außerdem ivnxbe bie Ergänzungswahl zum Präsibenten vorgenommen und zwei Berichte über die Ent­wicklung und den Stand der Lanbivirlschaft in Elfaß-Lothringen unb Baben erftattet. Die Besucherzahl ber Wauber-Ausstellung hat heute bereits aunähernb 25 000 erreicht. Der Stubieu aus- schuß amerikanischer Farmer in Stärke vou 105 Personen, barunter 15 Damen, traf unter ber Führung bes Sachverstänbigen beim beutschexx Konsulat in Ehicago Kau man ns in Straßburg ein, imb würbe von beux Vorsitzenbeix bes Vorstanbes Ritterschastk- rat von Freger, sowie von ffeineux Stellvertreter Wirklichen Ge- Heimrat Dr. Kiel empfangen. Nach einem Runbgang burch die Ansstellxmg nxit eingehenber Besichtigung folgte ein uefl der D. L. G. angebotenes Frühstück in der Weinkosthalle.

Die Nieder-Modauer Eenoffenschastrkrise.

bs Darmstadt, 6. Juni. In dem Niedermodauer Prozeß antwortete der Staatsanivalt heute auf die Ausführungen der Verteidiger und beleuchtete diesen und jenen Fall noch einmal von seinem Standpunkte aus. Die Verteidiger erwiderten, sodaß diese Replik den ganzen Sitzunostag in Anspruch nahm, ohne neue Momente hervorzubringen." Die nächste Sitzung soll am Dienstag abgehalten xverden. Tann soll auch der Sachverständig« Regierungsrat Bastian noch einmal gehört werden.

Gießener Strafkammer.

Gießen,- 6. Jmxr. Unrechtmäßige Amtsausübung.

Der Schreiner F. R. in Groß-Karben und seine Ehefrau haben sich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Ruhestörung, der Ehemann außerdem allein wegen Sachbeschädigung, die Ehe­frau allein wegen Freiheitsberaubung zu verantworten. Die An- llagc beruht auf folgendem Vorfall. Der Polizeidiener Z. war von Nachbarn des R. darauf auftnerksam «gemacht worden, daß R., der Alkoholiker ist, wieder einmal mit seiner Frau Streit gehabt habe. Hiervon machte er dem Bürgermeister Mitteilung, ber sich entschloß, in bie Wohnung bes R. zu gehen unb ihm wegen ber immer wirberkchrenben Belästtgilngen ber Nachbarn Vorhalt zu machen. In der Wohnung des R. kam dieser mit Harnwer unb Brecheisen in ber Hand aus seiner Werkstatt ben beiben Beamten entgegen. Wie biese übereinftmtinenb aussagen, war er offenbar im Begrxffe, sich an irgenb eine Arbeit zu. begeben. Gleichwohl faßte ihn ber Polizeidiener, der einen Eingriff befürchtete, sogleich an und forderte auch, als R. sich widersetzte, den Bürgermeister hierzu auf. Als dieser ihm erklärte, er komme jetzt auf die Wache, s^te er ben beiben Beamten, die ihn aus seiner Wohnung fort­schaffen woltten, den hefttgsten Widerstand entgegen, wobei er von ferner Frau und feinen Kindern unterstützt wurde. Seine Frau

9? Verlassen der Wohnung unmöglich z>x machen, die Tür verschlossen. Diese würbe aber alsbalb wieber geöffnet unb mit Hilfe mehrerer Männer gelang es, R. burch ben Ort unch dem Haftlokal zu schaffen. Hier verblieb er bis zum Mend und er soll in dieser Zeit die Fensterscheiben zerttiimmert haben. Allein, da ein Beweis für seine Täterschaft nicht erbracht wurde, erkannte das Gericht aus Freisprechung. Das gleiche Schicksal bcrlte die Anklage wegen Widerstaubs und Freiheitsberaubung. Das Gericht nahm an, daß die Festnahme des R. unb unb seine Verbringung nach bem Haftlokal ein unrechtmäßiger Eingriff in be.nen persönliche Freiheit fei, ben er sich nicht gefallen zu lassen brauchte. Weiter verneinte es bas Vorliegen ber Voraussetzungen einer Freiheitsberaubung, da die Türe, bereu Schlüssel nur herum - gedreht war, leicht wieder geöffnet werben konnte. Nur ber Ruhe­störung würbe er für schulbig erkannt unb deshalb zu einer Geld­strafe von 3 Mk. verurteilt.

Viehsenchever gehen.

Die Landwirtin Eheftau K. K. in Illnhausen, die vom Er­scheinen in der Hauptverhanblung entbunben ist, hatte mehrere Ferkel aus bem Prcußisclwn gekauft unb in ihr Gehöft, in bent noch anberes Klauenvieh sich befattb, eingestellt. Strafe: 15 Mk., falls uneinbringlich, brei Tage Gefängnis.

Räuberischer Ucberfall.

Dex- vorbestrafte Spengler L. H. in Gießen und dessen Vetter, der vorbestrafte Scherenschleifer L. H. aus Düsseldorf, hatten xm Januar d. I. den Sjnufiercr H. Sch. von Gelnhausen durch die Austtcht auf gute Gechäfte nach den Häusern am Bergwerk dahxer »cfodt. Nachdem fxe hier gezecht hatten, redeten sie ihm

Klmt-Linden zu gehen. Unterwegs int Walde riß p^tzllch der Duiittdorfer H. dem Sch. den Hausiererkastcn tau der Schulter und bedrohte ihn. Der Gießener H. pflanzte sich brextspnrxg vor ihm auf, so daß es ihm den Eindruck machte, als ob es sich um einen verabredeten Plan handele. Er lief fort und holte sich Hilfe. Mit einigen Holzhauern, die in ber PW gearbeitet hatten, eilte er den beiden Angellagten nach, die sich mit dem Haufiererkchten in der Richtung nach Klein-Linden davon gemacht hatten. Sie wurden eingeholt und Säi. gelangte !^bder in den Besitz seines Kastens. Einige Tage später wurde der (Yievener H. mit Hilfe der Holzhauer verhaftet, wobei er '.chwerc Drohungen gegen sic ausftieß. Der Düsseldorfer H. wurde in Gvop-Gerau, wo er eine zum Schleifen angenommene Schere unterschlagen hatte, verhaftet. Er gab dabei dem Beamten eineit Tand>cir Namen an unb ließ sich auch unter diesem falschen Kamen in das befangenen buch eintragen, was ihm eine weitere Annnge w-egen Urkundenfälschung eintrug. Strafe gegen den bicpcncr H.: 7 Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft, gegen den Düsseldorfer H.: 10 Mo­nate Gefangms und 4 Wochen Haft.

o Teilweise Urteilsaufhebung.

r^cr Landwirt L. D. von Weickartshain und dessen Mutter sollen nach vorausgegangenem Streit gemeinschaftlich den Ehe­mann ihrer Schwester und Tochter, die sie zur Hilfe gegen ihren JJlann in ihre Wohnung gerufen hatte, verprügelt haben. Das Lchossengcricht hatte Notwehr angenommen und beibc Angeklagte lL79ortrro<£CTL -^Le Strafkammer gelangte zu einem Schuldig I **3 in L. D. und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe

°°n nz r t r Dagegen Ivies sic die Berufung der Staats- anwattschast wegen der Freisprechung der Ditwe D. zurück.

Der Mississippi als Kraftquelle.

T>c beiben größten Wasserkraftwerke ber Welt, baS nm Niagarafall unb das am Rjukan in Norwegen, werben im nächsten Juli ans ihrer Spitzensiellnng burch die Eröffnung bes Missifsivpi- kraftwcrkes bei Kcokuk, dessen Bau im Jahre 1910 begonnen ivorden m, verdrängt werden. Tiefes neue Kraftwerk, das bie Moines- Stromschnellen bes geivaltigen Stromes in Form elektrischer Kraft

*Ein furäjt:

tm Schachte Silfttt Snab unb fanden d Hauers vor. Zwei beiden letzteren hnr Magen eines D batten, der mch v Angreifer getütet beiden Verhafteten

* Masfene Berlin, 6. Jim Mädllsen ber Berlr ßaiferpaar VoMö 'Wch füch sammel

S bic!

WM, die ' Inders n9 he. ^5Dnod)unbe

Aeivii böbl if1,. eine 1 frbm rnt ber N Ät e

? Windigke' eirrfSr,e

, si,ler Art oe' "mVei Ali»«"'

Abschnitte" tes;

M-

$S55$: rrf unb Stelle m

ies Stnubammi .. röii 31% '^tecN' ?/ qilelcr imtet^M 'sckeMelMde xur in 1 Meter über bei vin die Umformer i

Das Kraftwerk t Perioden, und dn kochfpannung von 1 Mn Entfernungen C-röfinunfl des Krafti (eit zu zeigen: wahr .WNg soll er sich vol

Hitze ohnmäch Lirbis gebracht to Unter den rnmür hon ber nadUten i Ä7 ben geftrigen

'3affenfdhi Turn', wird gemeß die Zollbehörden PV dessen Inhal 'Renten der Grafs J cbenfohiele Bqi mchnten. Es n Aster Befthn ... Ein Rechts ft Piel in !'«MW der Untnsch l Beim Hebe -»tot in der W Ä daS Boot an . M bereits Verla Ebenen Fährle M.

WtriJ niÄufXtut

Dekan

WS

A.^Sd-8

.^'ari^ji'Ntzung j,

30^ 000 D.ü6 NKer, barunt

N-eil rannte. 5 Wett und lenkte ^.A^iseegraben f w GL LW 5 M benX® Äen. S»" ^"etsl