Hilfe zur ungesetzlichen Auswanderung verhaftet worden. Bei feinem Verhör in der Polizeidirektion wollte er sich mit einem Messer die Kehle durchschneiden, konnte jedoch noch rechtzeitig daran gehindert werden.
Dasrussisch-chinesischeAbkommen über die äußere Mongolei ist unterzeichnet worden. Es wird in ihm die Autonomie der äußeren Mongolei unter der Souveränität Chinas anerkannt. China verzichtet aus das Recht, Truppen nach der äußeren Mongolei zu entsenden, eine chinesische Verwaltung dort zu unterhalten, Kolonien zu gründen und sich in kommerzielle oder industrielle Fragen einzumischen.
Mangel an Marineoffizieren in Frankreich.
Der französische Marineminister erklärt in einem Rundschreiben an die Seepräfekten und Kommandeure, daß infolge des zunehmenden Mangels an Marineoffizieren die Zahl der Offiziere in den einzelnen Dienstzweigen auf das unumgänglich notwendige Maß herabgesetzt werden müsse. Demnach soll die Zahl der Schiffsoffiziere auf den Dreadnoughts auf sechs, auf den Panzerschiffen vom Tantontyp und auf den Kreuzern vom Edaar Quinet-Typ auf fünf und auf den Kreuzern vom Cond^-Typ aus vier vermindert werden. Auf den Kriegsschiffen werden die Schifssleutnants durch Schiffsfähnriche und diese durch Unteroffiziere ersetzt werden.
Zwei japanische Torpedoboote gesunken.
Tokio, 5. Nov. In der Nähe von S a s e k o sind zwei Torpedoboote zusammengestoßen und gesunken. Die Mannschaft ist gerettet worden.
35.3al?re$fett der Vberbesiischen Vereins für Innere Mission.
B. (Hießen, 4. Nov.
1. Tag, Fortsetzung.
Abends 6 Uhr sand in der Stadlkirchc ein gut besuchter Festgottesdienst statt, bei dem Pfr. G l o ck * Stumpertenrod über Ephes. 4, 15 die Festpredigt hielt. Kirchenchor und Knabenchor verschönerten die Feier. Auch der um 8' < Uhr in Steins Garten abgehaltene Familienabend war sehr gut besucht, Uirchenrat D. Schlosser begrüßte die Erschienenen und wies aus die innige Verbindung von Deutschen und Evangelischen hin. Den Hauptvortrag hielt Prof. D. Schian über das Thema: Welche Bedeutung hat die große Zeit vor 100 Jahren für die Liebes arbeit unseres Boltes .-' Ter Familicnabend war nämlich auch als ErinnerungSseier der Gießener evangel. Gemeinden an die Zeit vor 100 Jahren gedacht. Tic Feier wurde von verschiedenen Chören des Klrchengcsangvereins prächtig umrahmt.
2. Tag.
Tie Arbeit des 2. Tages begann morgens 10 Uhr mit einer von Psr. Memmert - Darmstadt gehaltenen Andacht, die zur freudigen Mitarbeit an der inneren Mission ermunterte. Nach einigen einleitenden Worten des Borsitzenden hielt Psr. Fenner- Binsförth seinen angckündigtcn Bortrag über „Tic religiöse Not auf dem Lande". Sie ist ein Teil der religiösen Not unserers Volkes, bekonnnt aber ihre besondere Ausprägung durch die eigenartige Struktur unseres Landvolkes und ist durch das Eindringen der materialistischen Weltanschauung verursacht. Sie ist eine geistliche, sittliche und persönlidre l Glaubens-,Not, ans der nut das Evangelium (Evangelisation und Apologcttk) retten kann. So wertvolle Dienste die GcmeinschaftSbewegung hierin geleistet hat. so ist ihr Standpunkt doch zu eng, nm aus die Dauer wirklich lrelsen zu können. Das ist vielinelw die Ausgabe der Inneren Mission und der rollskirchlüchen Arbeit, der ein besseres Verständnis des Gesamtvolkes sowol.l wie der heiligen Schrift zugute kommt. Sic arbeitet in Konsirmandeiwnterricht, Predigt uird Seelsorge, aber and) in Familienabenden, apolo getischen Borträgen, öffentlichen Ausfpradien, zu denen besonders begabte Männer als Redner zu gewinnen sind. An den Ertrag, der den einstimmigen Beifall der Versammlung fand, schloß ftdj ein reger Gedankenaustausch an. Pfr. Mahr Langsdorf, Prof. S ch i a n , Pfr. Schulte, Prof. Schöll- Friedberg u. n. gaben noch recht viele wichtige Winke aus ihrer reichen Erfahrung.
An» Stadt und Land.
Gießen, 6. November 1913.
** Tageskalcnder für Donnerstag, den 6. November: Zweiter öffentlicher Vortrag des OrtSqewerbevereinS und Kaufmännischen Vereins: Proieilor Dr. N a u ch - Gießen : »Von der Lahn zum Rhein, eine künstlerische Wanderung*; mit Lichtbildern. Große UniversitälS-Aula, 8'/, Uhr.
Oesien t l iche Versa inm l nn g deS Fortschrittl. polit. BildungSvereinS im Hotel Einhorn 8'/, Uhr.
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** Der Großherzog empfing heute den Landtags- abgeordnelen Dirfch-Wölfershei in, der eine Unterredung über Schulangelegenheiten hatte.
•• Veränderungen im 18. Armeekorps, v. Tabou illot gen. v. Scheibler, Major und Bats.-Koin. im 1. Nassau. I. R. Nr. 87, der Abschied mit der gesetzl. Pension bewilligt.
** Der Hessische Verein für ländliche Hei - matp s lege, Wohlfahrt-undKun st pflege hält im Laufe dieses Monats zwei Versammlungen ab. Die erste Versammlung findet Samstag, den 15. ds. Mts. nachmittags 3'/, Uhr im Gartensaale des städtischen SaalbaueS zu Darmstadt iRiedeselstraße), die andere Mittwoch, den 26. ds. Mts. nachmittags 3Vt Uhr in Friedberg (Hotel Trapp) statt. Tagesordnung für die Darmstädter Versammlung: 1. Die Verhütung der Tuberkulose während der Kindheit, mit besonderer Berücksichtigung ländlicher Verhältnisse: Vortrag des SanitätSrat Dr. Sonnen be rger von Worms. 2. Bericht des Professor Dr. Frenz e l über den Stand der ländlichen Wohlfahrt , Heimat und Kunstpflege im Kreise Darmstadt. 3. Bildung eines Kreisvereins Darmstadt, Satzung und Wahl des Vorstandes. 4. Neuwahl des Vorstandes des Hauptvereins. 5. Rechnung und Voranschlag des Hauptver- eins. Tagesordnung für die Friedberger Versammlung- 1. Bestrebungen des hessischen Ministers F. K. von Moser, den hessischen Bauern ihre Heimat lieb zu machen: Vortrag deö Herrn D. Dr. Diehl zu Friedberg. 2. Bildung eines Kreisvereins Friedberg, Satz und Wahl des Vorstandes. Zu den Versammlungen haben nicht nur Verein ^Mitglieder, sondern alle Freunde der Sache Zutritt.
•• 'Born Stadtthcatcr wird un8 geschrieben: Daß die diesjährigen Aufführungen unserer Bühne sich steigender Anerkennung erfreuen, geht auch barauß hervor, daß in den letzten Tagen noch eine ganze Anzahl von Abonnements nachgeholt wurde. ES sei wiederholt daraus hingewiesen, daß diese neuen Abonnenten keinerlei pekuniären Nachteil er- leiden, da sic für die erledigten Vorstellungen kostenlos Gut« scheine erhalten. — Die Aufführung von .Püppchen' am nächsten Sonntag Nachmittag ist die überhaupt letzte des populären Stückes, da bereits eine neue GejangSpone in Vorbereitung steht.
— Der Evang. Arbeiterverein wird auch in diesem Winter eine Reihe von Vort^agSaben den ab
halten. Am Sonntag abend spricht Bankbeamter Keßler über Wechselrecht, anfang Dezember Lberbiblwthekar Dr. veuser über neuere Formen der Jugendpflege. Außerdem sind Vorträge in Aussicht genommen über Gartenball, Säuglingspflege, Zollschutzgesetz- gebung usw. Zu den Vorträgen, die im Vereinslokal stattfinden, haben auch Nichtmitglieder Zutritt.
** Tas Wohltätigkeitskonzert, das gestern abend aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der freiwilligen SanitätS kolonne in der Aula der Universttät stattfand, hatte einen sehr guten Besuch auszuweifen, so daß der Zweck der Veranstaltung wohl er reicht sein dürfte. Frl. Ida Stammler fang mit ihrer fnmvatbi fcken, immer noch angenehm klingenden Stimme Lieder von Brahms, Piitzner, Reger, 3dmmann, Doli, Hildach und Loen« (Zugabe. Schon die Auswahl zeigte feinen Geschmack unö Die Aus rüfrnimr der einzelnen Gesänge, besonders von Pfitzners „Gnaden- bild" und Regers vielbesungenem irvd^r Liedchen zeugte von künstlerischer Beherrschung der 5timirittcl und vornehm schlichter Bortragskunst. £>err Mar Schitzel trug mit ausgezeichnetem Gelingen zwei Sätze aus Mozarts Es Tur Hornkonzerl vor. Seine Atenttechnik ist gut entwickelt und seine tonliche Sicherheit, mit der er z. B. im Andante bei der F-Dur-Stelle das c nahm oder besonders im Allegro die vier hohen „es" so glockenrein dem Instrument entlockte, ist für einen Dilettanten wirklich bewunderns- wert. Ter dritte Solist des Abends war Herr Julius Hahn, der am Klavier eine erstaunliche Fingerfertigkeit bewies. Am besten gelang ihm die Zugabe iEdooin, die entschieden zeigte, daß Herr Hahn ein pianistisches Talent ist, welches aber unbedingt energisch kultiviert werden müßte. Tic Klavierbegleitung der Lieder war durchweg gut und anichmiegend (außer in „Ter Mu sikant"). Ter Orchesterverein spielie unter Herrn Wigand Gernhardts Leitung eine Haydnsymvkonie, die Oberonouvertüre und die beiden bekannten ungariidien Tanze von Brahms. Bor allem kamen die beiden Tänze sehr wacker heraus und ernteten verdienten Beifall, wie übcrhauvt die Solisten, Tirigent und Orchester nach jeder Tarbieiung herzlichen Beifall entgegennehmen konnten.
** In der Kriegsmarine-Ausstellung, die demnächst hier veranstaltet wird, sind alle Klassen von Kriegsschiffen, wie sie heute nicht nur auf dem Wasser, sondern auch unter Wasser und in der Lu f t vorhanden sind, in großen, prächtigen, künstlerisch ausgeführten Modellen vertreten, ferner alle Seekriegs w affen, wie Torpedo, Seeminen, Schuclladckanonen, Maschinenwaffen, lOOOpfünbige Riesengeschofse usw. in krieg s brauch- barem Zustande. Was aber die Ausstellung ganz besonders wertvoll und zugkräftig macht, ist, daß täglich in 1 V-stün digen Zwischenpausen durch vorzügliche und sachkundige Redner Borträge gehalten und daß die Maschinengewehre mit ihren 6 00 Schuß in einer Minute im Schnellfeuer vorgeführt werden.
**GießenerBereineundKassenimAdreß- b u^l> d e r S l a d l u u d d c s K r e i s e s G i e ß c n 1914. Die Aufnahmekarten für das Vereinsverzeichnis sind an die Vcr- einsvorstände versandt worden. Es wird auch an dieser Stelle darum gebeten, die Karten sorgfältig auszufüllen und umgehend an den Lldreßbuch-Verlag, Schulstraße 7, zurück.^u- enben. Die Vorstände neuer Vereine und Kassen, die bis- ier noch nicht im Adreßbuch geführt wurden, wollen sofort Ausnahmckarteit verlangen. Sie werden ihnen bercitwilligst zur Verfügung gestellt. Da auch ein lückenloses Vereinsverzeichnis und die genaue Einfügung der Vorstands Personen und des Vereinslokales von wesentlichem öffentlichen Interesse sind, darf wohl angenommen werden, daß sich alle Be- tetligten der kleinen Mühe einer genauen Ausfüllung der Karten bczw. deren Einforderung vom Adreßbuch-Verlag unterziehen.
Landkreis Gießen. •
— Leihgestern, 5. Nov. Bei der gestrigen Gent ein derats wähl wurden gewählt: Maschinenschlosser Wilhelm Jung IV. und Rangiermeister Karl Luh mit je 134 Stimmen, Finanzamtsgehilfe Wilhelm Schäfer mit 151 Stimmen. Von 351 Wahlberechtigten stimmten 257 ab oder 73 Prozent. Von den Gewählten gehörte seither noch keiner dem Gcmeinderat an.
R,. Londorf, 4. Nov. (Verspätet eingesandt.) Am Samßtag feierte der Zugführer Eifert sein 2bjährigeS Dienftj ubi läum. Die Kameraden der Londorfer Strecke hatten sich am Abend in Londorf bei Gastwirt Lich versammelt, um in einem kleinen KommcrS deS Jubilars zu gedenken und ihm einige Geschenke zu überreichen.
L. Lang-GönS, 4. Nov. Bei der heutigen Ge- ineinderatSwahl siegten die Kandidaten Ludw. Velten, Architekt, Anton Müller XXXII., Landwirt, Karl Kd. Schäfer, 9)?anrermcifter, und Johannes Henrich XIII., Landwirt. Insgesamt waren 11 Kandidaten ausgestellt worden. Die Wahlbeteiligung war sehr rege; 95 Prozent stimmten ab.
Kreis Büdingen. 1
O Dauernheim, 5. Nov. Im verflogenen Jahre wurde infolge der Feld bereinig ttng, die eben hier zur Ausführung gelangt, ein großes Stück unseres »MarkwaldeS* abgeholzt und zur Feldgemarkung geschlagen. Dasselbe soll in diesem Winter nochmals geschehen, so daß die Feldmark einen namhaften Zuwachs erfährt. — Die Obstbautusch ad l i n g e, besonders der Apfelblütenstecher, hatten in diesem Frühjahre hier und in einigen Gemarkungen der Umgegend großen Schaden angcrichtet und die in Aussicht stehende Ernte stark verringert. Der behördlichen Anordnung, Klebgurtel an den Bäumen anzulegcn, sind jetzt viele Obstbaumbesiher nachgekommen. Die Mühe ist durch den Erfolg gut gelohnt, indem man gerade in diesem Herbste die Schädlinge massenhaft an den Gürteln vorfindet.
— Gettenau, 5. Nov. Hier erhängte sich ein angesehener Bürger, lieber den Grund zur Tat verlautet nichts bestimmtes.
c Bleichenbach, 4. Nov. Bei der heutigen G e m e i n d e r a t s w a h l wurden Herr Karl Naumann mit 59 Stimmen, Friedrich Philipp Em ich mit 57 Stimmen und Wilhelm Heinrich Em ich mit 55 Stimmen gewühlt. Die beibett letzten wurden neu gewählt. Die Wahl war ziemlich rege: von 200 Wählern machten 107 von ihrem Rechte Gebrauch.
Kreis Lauterbach.
- Tir lammen, 5. Nov Von der Firma Moll und Cloos zu Nidda werden zurzeit in der hiesigen Gemarkung ..ititungen nach Ettencrz vorgenommen, die zu einem außer- ordentltch günstigen Ergebnis geführt haben. Die Erzlager, die Hm aut dte Gemarkungen Hörgenan, Hopfmannsfeld und Engelrod ausdehnen, liegen größtenteils nur 1 Meter unter bet GrbobefflW Unb haben eine Tnechschnmsböbe von 9 ^etcr, io baß dw Ausbeutung über Tag erfolgen kann lab Erz leibst bat <0 Pro,. Eisengehalt: es dürfte sich so mit eine Ausdeutung der reichhaltig.:, Lager lohnen Dem Vernehmen nach sind der Firma für Abtretung des Mu- lungsrechlcs 90000 Mark geboten worden.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 5. Nov. Tas erste Wintcrkonzerr des Musikvereins (Akademischer ©efanaDerein'', ein .'tammermufifabenb, hatte einen großen Erfolg. Besonders gefiel das Hock Quartett mit turn E Dur-Quartett von Hcvden und dem E-Dur Quartett von Mozart. Als Sängerin hatte man Fräulein Lißmann - Hamburg, als Klaviervirtuosen Professor Schmidt- Friedberg gewonnen.
m. Friedberg, 6. Nov. Vergangene Woche wurde aus Friedberg gemeldet, daß der Kassenbote Wagner des städi. Gas- und Wasserwerkes Friedberg an der Nauheimer Saline überfallen und beraubt worden wäre. Angestellte polizeiliche Ermittelungen haben aber ergeben, daß Wagner, welcher sich gegenwärtig in Urlaub befindet, in Nauheim mehrere Wirtschaften besucht hatte und ungewohnt des Alkoholgenusses, in die Ilia gestürzt und sich dabei schwer verletzt hat. Was den Mann bewogen hat, falsche Angaben zu machen, konnte noch nicht festgestellt werden, da er krank darnieberliegt. Finanzielle Gründe sind es nicht, die Wagner zu den unrichtigen Angaben veranlaßten.
r. B a d - N a u h e i m . 5. Nov. Etwa 80 Mitglieder des Deutschen Wissenschaftler Verbandes statteten heute auf Veranlassung der Ortsgruppe Friedberg unter Führung des Herrn Prof. K r a m e r Friedberg Bad Nauheim einen längeren Besuch ab. Die Herrschaften, unter denen sich sehr viel Teilnehmer aus Gießen befanden, wurden im Auftrage der and Kurverwaltung
Herrn Regierungsbaumeister Berk an der Bahn empfangen und begrüßt. Nach einem kurzen Vortrag in der staatlichen Maschinenzentrale fand ein zweistündiger Rundgang durch die technischen und Kuranlagen statt. Gegen 5 Uhr versammelte sich die Gesellschaft im großen Saal des Sprudel-Hotels, um einen Vortrag des Herrn Pros. Helmke- Fricdberg über „Prähistorische Funde in der Wetterau und angrenzenden Gebieten" zu hören.
m. Schwalheim, 6. Nov. Der preußische Eisenbahnfiskus hat gegenüber dem Bad-Nauheimer Güterbahnhof, welcher in unsere Gemarkung liegt, ein der Witwe Zimmer gehöriges Grundstück von 2000 Quadratmeter zum Preise von 12 000 Mark erworben und beabsichtigt, auf diesem Gelände die Doppelhäuser mit zwölf Wohnungen für seine Beamten zu errichten.
in. Rödgen bei Bad-Nauheim, 6. Nov. Große Ib- btebstähle würben hier und in der Gemarkung Wisselsheim begangen. In einer der letzten Nächte wurden an der Rödgen-Aisselshcimcr Chaussee mehreren Besitzern die Ge- müseernten gestohlen. Die durch die Gendarmerie angenommenen Haussuchungen hatten keinen Erfolg. Es ist dies umso verwunderlicher, da die gestohlenen Feldfrüchte über 100 Zentner betragen und ohne Wagen kaum fortgeschafft werden konnten. Man nimmt deshalb an, daß nur Auswärtige die Diebstähle begangen haben können.
Starkenburg und Rheinheffen.
nn. T arm stabt, 5. Nov. Nach einer von Mannheim hier cingeganqcncn Meldung soll heute durch bie Mannheimer Gendarmerie der Mörder des im Juli auf der Fähre zwischen Langen und Tarmstadt ermordeten Kaufmanns T. ©re ebner festgcnom- men worden sein Wie die Ermittelungen ergaben, handelt e* sich um den 19 Jahre alten Taglöhner Franz Wedel. Nach der Personalbeschreibung erfdricn er mit dem Mörder identisch; weitere Anhaltspunkte haben sich bis setzt aber nicht ergeben.
rm. Darmstadt, 5. Nov. Tie Vereidigung der Re-- Traten der 25. Division, sowie der zurzeit bis zur Fertiq- ftclhing ihres Kasernemeitts auf dem Truppenübungsplatz untcrgebraditcn Rekruten einer Mbtcihing deS Straßburger Artillerie-Regiments s)h:. 81 wurde heute in Anwesenheit des Divisionskommandeurs und der Stäbe auf dem Ercr- zierplatze vorgenommen.
(rm; Rimbach i. O., 5. Nov. Der Obsthändler Nicolaus Blatt, der am vergangenen Sonntag den Landwirt W. Mader durch Messerstiche ohne besonderen Grund derart verletzte, daß Mader kurz nach seiner Aufnahme im Krankenhaus starb, machte in der letzten Nacht bei seinen Angehörigen in der Wohnung einen Besuch, verschwand aber wieder, nachdem er erklärt hatte, er wolle sich der Staat-Anwaltschaft in Darmstadt ft eilen. Bis jetzt hat er diese Absicht nicht ausgcführt.
b. Mainz, 6. Nov. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde für Beteiligung der Stadt an der internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig 1914 ein Betrag von 700 Mark bctoÜligt. — Der Landes-Lehrerverein in Tarrn- stabt war um Geivährung eines Beitrags zur Gründung einer Lehrertöchterstiftung eingenommen. Es wurden 500 Mk. bewilligt.
Hcffcn-Nossau.
8 Marburg, 5. Nov. Im hohen Alter von 85 Jahren starb hier der Kgl. Forstmeister a. D. Julius Ruppert, ein Nachkomme bcS im Jahre 1795 gestorbenen ErbförsterS Utsch, gen. Jäger aus Churpfalz, dem kürzlich in der Nähe von Sobernheim ein Denkmal errichtet wurde.
s Marburg, 5. Nov. In aller Stille fand beute nachmittag um 5 Uhr auf dem städtischen Friedhöfe die Beerdigttng der Geschwister Anna, Gertrud und Frieda Ktirze au? LandeShut in Schlesien, die ihrem Leben auf so tragische Weise ein Ende bereiteten, statt. Nach einer Andacht in der Friedhofshalle, der die nächsten Angehörigen der Verblichenen beiwohnten, brachten acht Träger die drei Särge nacheinander zum gemeinsamen Grab. Trotz deS dichten NovembcrnebelS und der späten Stunde wohnte ein zahlreiches Publikum der Beerdigrmg bei.
= Hanau, 5. Nov. In Bad Orb siegten bei den Stadtverordnetenwahlen in der 3 Abteilung die bürgerlichen ftanbibaten über die sozialdemokratischen.
h. B a d H o m b u r g v. d. H., 4. Nov. In der S t a b t- verordnetensitzung bewilligte man für bie weitere Vervollkommnung der Badeeinrichtungen 6700 Mark zu einer Trockenanlage für den Tonfchlamm. Dieser bat sich neuerdings zu dem wichtigsten Heilfaktor Homburgs entwickelt und wurde während der letzten Saison bereits in 20000 Bädern verabfolgt.
Deretn$nad)ri(f)ten.
** Turnverein von 1846. Ti« Vorbereitungen zu dem am Eameiaq abend stattfindeiiden Wintertest sind in vollem Wonne: e» kann ient schon den Teilnehmern ein genußreicher d«bend in AuSstcht aestellt werden. Das ^ro.iram'n fegt sich nutz Stab» und Keulenübunaen. einem Theateruück, Konzert- und anderen Bor- trägen und lebendk» Bildern zusammen.
Der Rfhtalmordprojek
Kiew, 5. Nov. Ter -taattzanwalk erklärte in der heutigen Ferbanbhmn, der Brozeb werde nur detzbald eine Deltnnnre, weil an! der Anklotiedank ein 3«de sige. Er verglich iodann den Prozeß mit der Treviuß-Astöre. Tat Judentmu fnr-Me. daß etz wenn "eilitz verurteilt werde, möglicherweise au Ausschreitungen kommen werde. Tie SNegieruna defchnge jedoch alle ihie Untertanen, da her bestel-e kem Grund, cm Progrom zu befurchten. Ter Lia atz-


