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6.11.1913 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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Münchener Theaterbrief:Gertrud" von Paul Äpcl. Aus Manchen, 4. Nov., wird uns geschrieben: Gertrud", Tragödie des Herzens, drei Akte von Paul Apel, batte bei der heutigen Uraufführung im Münchener Schau­spielhaus einen starken literarischen Erfolg, der nach dem Schlußakte in wiederholtem und lebhaftem .Hervorruf des Verfassers und der Hauptdarsteller zum Ausdruck kam. Einige schnell unter­drückte Zischlaute Unzufriedener können der ehrenvollen Auf­nahme des Werkes keinerlei Abbruch tun. Ein Teil der Zuhörer vermochte dem Dichter offenbar nicht in die Tiefen seines psycho­logischen Denkens zu folgen, was sich besonders im zwecken Akte durch fröhliches Belachen von Stellen, unter deren äußerem Humor eine tiefe Tragik d?S menschlichen Seelenlebens schlummert, nur allzu deutlich bemerkbar machte. Tas Drama wird nicht von dem großen äußeren Erfolg begleitet sein, den desselben Bertaners Sonnenstößers .Höllenfahrt" hatte, aber cs wird den Namen Apels

Tageskalendcr aus dem Jahre 1813.

6. November. Vertrag von Fulda, durch den dem König Fr i e d r i ch I. von Württemberg von den Verbündeten sein Länderbesitz und seine Unabhängigkeit garantiert wird.

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oMchrnden Preßen. Man soxte schon zu 25-30M. t0 M., bester 40-50 Ml.

führte, hatten die Reisenden nickt so sehr unter Raubtieren zu leiden, obwohl einer der Forscher davon erwachte, daß ihm ein Jaguar die Pranken auf die Brust setzte sondern haupt­sächlich unter den Insekten.

Es ist kaum möglich," erzählt Landor,die Qualen zu beschreiben, die ich bei astronomischen Beobachtungen zu erleiden hatte. Wenn beide Hände beschäftigt sind, indem die eine ben Sertanten hält, die andere den Nonius einstellt, ziehen hunderte von Moskitos aus dieser Hülslosigkeit Vorteil und setzen sich aut Nase, Ohren, Hals, Augenlider und Stint und stechen, )o sehr sie nur können." Tie schlimmste Plage des Landes aber ist die

Sauba Anreise, ein räuberisches, kräftiges Insekt von 2^ Zenti­meter Länge mit giftbewehrten Kiefern, das in vielen Millionen Eremplaren anzutrefsen ist.Wenn einem Tausende dieser Tiere an den Beinen in die Höhe kriechen und sich von den Zweigm die förmlich von ihnen wimmeln, aus,einen hcruntenallen lauen und nun mit ihrer ganzen Kraft beißen, dann merkt man erst-, was für ein Narr man war, daß man sein behagliches Haus in England verlassen hak."

Schlimme Dinge berichtet Landor über die Sklaverei im inneren Brasiliens. Während früher nur Neger SHanen waren, sind jetzt in Brasilien Schwarze, Mischlinge von ^ckstvarzen und Weißen, ja selbst Europäer als Sklaven tätig, und Landor hat sogar einen gebildeten Deutschen kennen gelernt, der im Gummilande fn Sklaverei schmachtete, weil er eine Schuld ccn 300 Pfund nicht hatte bezahlen können!

Deutsches Beid?»

Der Kaiser

nahm am Mittwoch vormittag die Skizzen vom Berliner O p e r n h a u 5 n e u b a u entgegen, wobei der Geheime Bau- rat Hofsmann und andere anwesend waren. Später empfing der Kaiser in Anwesenheit des Kultusministers den Bischof von Münster, Johannes Poggenburg, der dann zur Fruh- stückstafel gezogen wurde.

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reickss Bayern uns als dem nächst Berufenen und nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatisch-linearischen Erbfolge angefalleu. Wir haben daher als König die Regierung des Landes angetreten und von uns nach Gottes Gnade zu- kommenden königlichen Rechten vollen Besitz ergriffen. Ten in der Verfassungsurkunde besti m m t e n Eid wollen ivit in Gegenwart der Staatsminister, der Mitglieder des Staatsrates und der Abordnungen der beiden Kämmern des Landtages als­bald leisten. Von dem verfassungsmäßigen Reckt, die während der Reichsverwesung vollzogenen Besetzungen erledigter Aemter zu widerrufen, mneben wir keinen Gebrauch. Vielmehr verleihen wir allen Ernennungen von Beamten während der Regentschaft hiermit unsere Königliche Bestätigung. Wir verordnen, daß samt'

I licke Stellen und Behörden im Königreiche die amtlichen Be­schlüsse von nun an mit unserm Königlicl>en Namen auSferttgen und halten uns gern versichert, daß unsere Beamten getreulich wie bisher ihre Aufgaben wahrnehmen werden. Unserm Heere entbieten wir unfern Königlichen Gruß in der festen Ucbcrjengung, daß es in unerschütterlicher Treue und erprobter -tapfer» feit zu seinem Obersten Kriegslierrn stehen wird. Don allen An­gehörigen unserer Erbländer vertrauen wir, daß sie uns ui un­wandelbarer Treue anhängen und alle Pflichten gegen uns als ihren' rechtmäßig angestammten Landesherrn und t> v n v> o 11 gesetzten König erfüllen, wogegen wir sie unsrer huldvollen Gesinnung versichern. Tas bayerische Volk hat von teher Ieinem Königshaüse, das mit ihm durch ein geheiligtes ^rnwerlwltms verbunden ist, hingehende Anhänglichkeit bewiesen. Wir er­blicken darin eine sichere Gewähr, daß d i e L i e b e d e s B o l k c s , die wir als ein kostbares Kleinod von un,cm Vorfahren übernom­men haben, unser Wirken begleiten wird, das aus das Wohl des lieben Vaterlandes, auf sein Blühen und Gedeihen gerichtet ist. Im gläubigen Ausblick zu Gott, dessen gnädige Hand Bayern bis­her geführt hat, erflehen wir des Allmächtigen Segen und Bei- lin%ie Proklamation trägt außer der Unterschrift des Königs auch die des gesamten Staatsministeriums. Aus An­laß der Thronbesteigung hat König Ludwig III- einen um­fassenden Straferlaß sowohl für Zivil- und Militarpersonen o Das Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Bayern enthält eine kgl. Entschließung vom 5. November 1913, welche lautet: Wir tun kund und zu wissen, daß durch unsere Erklärung von heute, wodurch wir die Regentschaft be-. endet und die Regierung als König angetreten haben, der : Titel und die Ehrenrechte Seiner Majestät des Königs Otto : nicht berührt sind. , , . m .....

In der Kammer der Abgeordneten verlas der Präsident v. Ortererdie Proklamation König Ludwigs III., brachte

' ein Hoch auf ihn aus und schloß die Sitzung.

Auf dem Ständehaus wurde die bayerische Flagge auf­gezogen. Ueberfall auf den Straßen wurde die Proklamation i Königs Ludwig III. angeschlagen, um die sich zahlreiche i Gruppen drängten. Der Huldigungsakt im Throniaal der ' Residenz findet am Mittwoch den 12. November statt.

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Durchs dunkelste Südamerika.

Konry S a ö a g c - L a n d o r , der bei uns hauptsächlich durch seine vielbesprochenen ttbrttschen Reisewerke bekannt geworden ist, läßt soeben in englischer «Spradje die Ergebnisse ferner südamerika- nifcfyen Entdeckungsfahrt unter dem TitelDurch das unbekannte Südamerika" erscheinen. In diesem aufschlußreichen Werke schil­dert er das Innere von Südamerika das heute mehr als Afrika den Namen desdunklen Erdteiles" verdient, als außerordentlich reiches Land, das vielleicht einmal zur Fleischkarnmer der ganzen Erde werden kann. Vorläufig allerdings ist es, nach Landors Be­obachtungen davon sehr weit entfernt, denn die Bewohner Bra- filiert* des Landes, das hauptsächlich erforscht wurde, innen den Reichtum nicht auszunutzeu: es ist ein schlaffes, beinahe verköm- ineneS Volk ja keiner der weißen Bewohner war dazu zu bewegen, Landor auf seiner Forschungsreise. zu begleiten und so hat der Engländer denn die Turchguernng m Gesellschaft von fünf Misch- linaen und einem Reger ausgesührt, die seinem eigenen Gestand- uine nack bessere Verbrecher, abergläubisch und unzuverlasstg un höchsten Grade waren.

Die Durchquerung deS Landes begann in Araguary,einem her scknnndigften, häßlichsten Flecke der ganzen Erde". Doti da qing es zuiiächst 500 Kilometer landeinwärts nach Goyaz. .Dieser Sftc Teil der Reise war der interessanteste überbauet. BesondrnS fiine Erfahrungen mit den Einwohnern Brasiliens sind hockst merkwürdig Jung wie alt macht nämlich emeuseltsam^ ver- r nWnuktcn Eindruck. Was für fchmale Hühnerbrüste!

EsiL-° B-ino und w°s sür rrSe Stane!" Dur» ^ttwäbrendes Jneinanderheiraten der Familien und der D-r- JZ n mit Negern sind diese Leute vollkommen hernntergekom- ünd . Salbibiotcn", di- für nichts Snterene h-b-n, toeber Kft rod) >«nlafic baben, dcm fdjlunmften Stoerg auben 6ul= jtimn iiuu, 4- j . < vor fremden derartig furchten,

to Ä 3ä6ro bclwiffnct mit R-v°ld-r. G-W-Hr unb Twlck gerüstet einhergehen. Fast alle sind übrigens Mit einem ISS?« « bäben Selbst in der Nähe der größeren Städte soll das mifcht Viwew i bcr hinter dem der kulturarmsten

mn Mittelafrika oder Zentralasien weck zurücksteht. M dem Teil der. Reise, der durch fast unbewohnte Gegenden

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?ic der7ckwhonovhobte" mit unendliche ilieihe von bet, niemand die Taskin? >äßig mit dem sstrnfvtechct rtbeit, der micklich zur Br­iet medizinischen ZeWri'.' in, eine sonst durchaus gt cl des istrnfprechers frönt, zum Erstarren bringt und nit ihr telephoniert. Nenn ist, und sie den sstmsptechei sie nur den Hörer abhebt, ickks in her Echläfengqntd, e Stimme ist dann völlig nstande zu sptechen.", Tm ungen, dieser Krankheit am inc Peilung hcrbeizufühmi. bie an dieser rckedhonangu y io fertig fntb, bei bentn unairffinbfejr HL sondern gu iiufen ifl?!

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. Die jetzt veröffenMen idilanb im Iahte ^l'aniMckchaftlMmetnoch «ui 15776 Hektar mrdac et. das sind beinahe 2o Ä>tr Durch'chnittsMis von o.ck-

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stützung von feiten der interessierten europäischen Mächte hat der Diktator natürlich nicht zu rechnen, denn diese Teutschland, England und Frankreich haben nad) der . Versicherung aus Washington bereits ihre Neutralität in dem Streit zwischen der Union und Mexiko erklärt. Liber so kritisck) die Lage auch erscheint, ist man dock) immer nock; zu der.Hoffnung berechtigt, daß die Besorgnis Huertas vor einer amerikanischen Unterstützung der Rebellion auf der einen Seite und die Scheu der Hankees vor einem lang­wierigen, keineswegs ungefährlichen Kriege auf der anderen Seite noch in zwölfter Stunde die Möglichkeit zu einem Ausgleick) bieten werden, der schon angesichts der bedeuten- j den wirtschaftlicl>en Interessen Europas und vor allem aud) Deutschlands in Mexiko mit lebhafter Befriedigung zu begrüßen wäre.

Si! Zwiichenf"!! an 6rr deilych-sranzösischkn Grenze.

Nancy, 5. Nov. «Meldung der Agence Havas.i Neunzig Soldaten des I n fa u t e r i e-Ne g i rn e n ts Nr. 130 zu M e tz, von einem Leutnant uns einem Feldwebel geführt, übe r> schritten heute früh 7.30 Uhr aus Versehen die Gren z e bei Arnaville und marschierten bis zur Zollstatiou. Ms sie von einem Brigadier unterrichtet wurden, daß sie aus franzö- s i s ch c m Gebiet seien, marschierten sie wieder auf deutscl>eu Boden zurück.

Hierzu erfährt das Wolff-Bureau von zuständiger Stelle: Es handelt sich lediglich um einen Zug Reser v i st c u , die hier vollkommen fremd sind und von einem jungen Onizier geführt wurden, der ebenso hier völlig fremd war. Tie Leute hatten heute früh in der Dunkelheit bei Noveant das Grenz- zeichen übersehen und waren eine kurze Strecke auf französisches Gebiet gelangt. Sobald sie jedoch bemerkten, daß sie sich auf jran- zösifchem Boden befanbeu, maditen^fic sogleich kehrt und gingen sofort auf deutsches Gebiet zurück. Sie sind nur einige hun­dert Meter auf französischen Boden gelangt.

Jmmerl-in ist der Vorfall bedauerlich.. Bei bcr Empgrnd- lichkeit der Franzosen in solchen Dingen muß die größte Sorgfalt angewendet werden, damit solchen Versehinigen, die unter Um­ständen recht schädliche Folgen haben, vermieden lucrben.

Ein Ultimatum kein Ultimatum.

2lls der Mtreichskanzler Fürst Bismarck einmal von klner Dame um Aufklärung darüber gebeten würbe, was dftchtintervention sei, erwiderte er: Nid)tintervention ist ein diplomatischer terminus technicus, der ungefähr so viel bedeutet wie Intervention! Auf die Taktik oer Bereinig­ten Staaten von Amerika gegenüber der mexikanischen Republik int allgemeinen und dem nock) immer provisori­schen Präsidenten .Huerta wird man ungefähr dieselbe Desinitton anwenden tonnen. Ob Präsident Wilson und sein Sancho Pansa Bryan wirklich so unsdzuldig an der Sensationsmeldung von dem angeblich nach Mexiko ge­sandten Ultimatum waren, wie sie jetzt behaupten, wird nicht so leicht festzustellen sein. Immerhin ist die Sprache Wilsons und Bryans aud) nach der neuesten aus Washing­ton übermitteltenauthentischen Interpretation" eine recht kräftige gewesen, und die Note, die er danach 5>crrn 5)uerta überreicht hat, muß jedenfalls als die Ouvertüre zu einem intim ahmt angesehen werden. Tenn wenn auch eine Mel­dung aus Mexiko versichert, daß die Washingtoner Regie­rung Huerta keine genaue Formulierung iyrer Wünsck)e unterbreitet habe, so wird doch erklärt, daß die Ein­setzung einer provisorischen Regierun g, also der Rücktritt Hiuertas, zur Bedingung gemacht werde. Nach einer Meldung aus Washington wird die Negierung der Union, wenn Huerta nicht unverzüglich zurücktrete und sidz i)a»ad) der Leitung der Gesck)äfte und der Bildung einer neuen Regierung enthalte, ein entspred>endes Ultimatum stellen. Diese sehr kriegerische Tonart wird allerdings durd) die weitere Meldung aus Washington etwas herabgcstimmt, wonach Präsident Wilson bei einer Ablehnung dieses in Aussicht genommenen Ultimatums an den Kongreß das ^Ersuchen richten würde, ihn zur Ergreifung strengerer Maß­nahmen zu ermächtigen.

Man sieht, es wird nock) nicht sobald scharf geschossen werden, und es ist auch noch keineswegs durchaus sicher, äb der Kongreß sich ohne weiteres für das sd)neidige Bor- gehen der beidenFriedensapostel" Wilson und Bryan begeistern wird. Ist dock) in der Union, wenn man von dem RlÄefellerschen Petroleumtrust und seinem Anhang absieht, der die reichen Petroleumquellen Mexikos in sein Monopol einbeziehen möchte, recht wenig Stimmung für die etwaige Einverleibung eines Landes vorhanden, von dessen nicht ganz 14 Millionen Einwohnern mehr als ein Drittel Far­bige und nahezu die Hälfte Misdftinge sind, so daß kaum ein Fünftel sogenannte Weiße bleiben.

Braucht man keineswegs alles ernst zu nehmen, was aus Washington, New York und Mexiko nack) Europa ge­kabelt wird, so ist dock; die Lage dadurck) sehr kritisch ge­worden, daß Präsident Wilson nad) seinen großen Worten kaum noch zurück kann, es sei denn, daß ihm Huerta, der fick) aber bisher als schlecht beraten erwies, noch in lchtcr Stunde eine goldene Brücke baut. Im anderen Fall hätte die Union schon durch eine Aufliebung des Verbots der Waffeneinfuhr nack) Mexiko und durch die Anerkennung der Aufständisd)en als kriegführende Macht eine wirksame Waffe gegen Huerta in der .Hand. Auf irgendwelche Unter-

Der König von Belgien zu besuch beim Kaiser.

Neues Palais bei Potsdam, 5. Nov. Der Königder Belgier ist heute nackMittag ß Uhr zum Besuch des Kaiser­paares auf der Station Mldpark eingetroffen. In seinem Ge­folge beftnden sich Oberstleuttiant und Flügeladjutant Graf Jon- ghe und der Kommandant des Oberstallmeisterdepartements du Roy de Clieguy. Der Kaiser empfing .den .König an der Station und geleitete ihn int Automobil zum Neuen Palais, wo der König in den Roten Kamwern Wlohirung nahm. Alsbald nach der Ankunft nahmen der Kaiser und der König den Tee bei bCr Äckeuds 8 Uhr fand im Appollosaale Tafel bei den Majestäten im kleineren Kreise statt. Die .Kaiserin saß zwischen dem König der Belgier und dem Reichskanzler, gegenüber der Kaiser zwisckMi dem belgischen Gesandten Baron Bcyeus lind dem Flügel- adjntanten Graf Jionghe. Geladen war aud) der belgische Mili- tärattachee, Major be Melotte.______________

Die Proklamation der neuen Königs von Bayern.

Münche n, 5. November Die Proklamation des neuen Königs hat solgenden Wortlaut:

Bayerns Herrscherhaus und Volk empfinden seit mehr als 27 Jahren die tiefe Betrübnis, daß Se. Majestät König Otto durch schwere Kraulheit an der Regierung behindert sind. Die Art des Leidens, von dem unser vielgeliebter Herr Vetter seit vielen Jahrzehnten befallen ist, schließt jede Möglich­keit einer Besserung aus.

Die ernste ©?rge um das Wohl des Landes hat uns zu dem Eutsdstusfe bestimmt, auf Grund der Verfassung die Regent­schaft für beendet und den Thron für erledigt zu erklären. Hiermit ist die Thronfolge eröffnet und die Krone des .Künig-

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Die Auswanderungsagitation in Oesterreich-Ungarn.

Wie eine Korrespondenz aus Krakau meldet, ist der ehemalige Reichstagsabgeordnete Szponder wegen Bci- als ben eines Dichters und eines feinen Kenners der Psyche über* kultivierter Gegenwartsmenschen befestigen. Die Darstellung sand sich verhältnismäßig gut mit den ihr vom Verfasser auierlegten schwierigen und für das Schauspielhaus ungewohnten Aufgaben ab Rühmend hervorzuheben sind Fräulein Woiwodes Frau Gertrud und Herr Günther als Privatdozent Germeilen; Fräulein Glümeg als Mathilde stellte einen lebenswahren Typ aus ihrer reichen Sammlung liebenswerter alter Tauten hin.

kos. H aar förmige Kristalle. Tas bekannteste Bei­spiel haarförmiger Minerale bildet wohl der Asbest, der, wie wir wissen, sogar zu Fäden gesponnen und zu Stoffen verwendet wird. Weniger bekannt dürfte es indes sein, daß auch andere Minerale haarsörmige Kristalle aufweifen. So wachsen beispiels­weise bei der Zersetzung von Markasit, bisweilen aud) bei Eisen­kies, ganz feine Vittiolhärchen aus dem Gestein hervor, deren oft eigentümliche spiralförmige Krümmung den Gelehrten mandieö Kopfzerbrechen madste. Ten jüngsten Untersuchungen des For­schers Mügge zufolge sck-eint es sich um eine andere Entstehungs- ari zu handeln, als man bisher anuahm. Aller Wahrscheinlich­keit nad) krümmten sich die Härchen nicht erst im kriftall förmig en Zustande, sondern wurden ursprünglid) in Form einer zähen oder gallertartigen Flüssigkeit aus dem Gestein gepreßt und erb arteten erst bann zu Kristallen, ein Bildungsprozeß, bcr sehr wohl and) für ben Asbest in Frage kommen kann. Aud) bei Me­tallen können wir, allerdings in manchen Fällen nur mit Hilfe des künstlichen Versuchs, .Haarbildungen beobachten. Die Ein­wirkung des elektrischen Stromes läßt aus Kupfersulfür seine Küpfersäserchen hervorwachseu, und in ähnlicher Weise kann man durd) Erhitzen aus Silberglanz Schwefelsilber) zarte Silber- Härchen entstehen lassen: wahrscheinlid) sind übrigens auch in der Nattir die unterirdischen Wärmeverhältuisse sür die Bildung des sogen. Haarsilbers maßgebend. Außerdem machte man noch die höchst widstige Wahrnehmung, daß Schwejelsilber aud> auf starke Belichtung reagiert und zwar durch intensive Staubbildung auf seiner vorher glatt polierten Oberfläche. Daran knüpft nun! Mügge die sehr intcrefiante Folgerung, daß auch bei anderen Kristallen in der Natur die Glätte bezw. die Unebenheck ihrer Ober* flächen möglicherweise zum Teil von ben Licht- und ^.arnwv^- hältnissen gar keine besonders hohen Wärmegrade erforbert. x>n diesem Falle müßten alfo die Krystalle mit bcr glatteftcn und glänzendsten Oberfläche zugleich bcr geringsten BelidMmg au** äcfefct sein, während besser erwärmte und belichtete ~eilc des­selben Minerales rauhe Oberflächen auf men cn wurden.

Nr. 261 Erster Blatt 165. Jahrgang Donnerstag, 6. November 1913

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