Die schlechten türkischen Finanzen.
Die „Berliner Morgenpost" meldet aus Konstantinopel: Tie Türkei ist, wie in diplomatischen Kreisen ver sichert wird, finanziell kaum noch imstande, bei Krieg a ch t Tage fo rtzu füh r e n. Die von dem jungtürkischen M-omitcc 50 Millionären auferlegte Kriegs steuer von je 20 000 Pfund erlitt Fiasko, da selbst zwe kaiserliche Prinzen rundweg die Zahlung verweigerten. Dae Komitee wünscht durch freiwillige Uebergabe Adrianopele der Kriegsverpflichtungen ledig zu werben. Der Groß- wesier dürfte schon in der nächsten Woche als Kabinetts- Chef abdanken.
Wie der „Berliner Lokal-Anz." wissen will, beabsichtigt die türkische Regierung einige kostbare Edelsteine der Schatzkammer zu verpfänden, um dafür eine Anleihe zu bekommen.
Konstantinopel, 5. Febr. Infolge wiederholter Schritte der italienischen Botschaft ist heute ein I r a d e veröffentlicht wurden, der zwei italienischen als S t a t i o n s s ch i f f e vor Konstantinopel bestimmten Kriegsschiffen die Durchfahrt durch die Meerengen freigibt.
Der Exscheich Uet Islam Dschemal Edding Bey und der Exminister des Inneren Reschid Pascha sind nach Aegypten abgereist.
Die Botschaftcrkonferenz.
London, <>. Febr. Die Botschafterkonferenz hielt eine außergewöhnlich lange Sitzung von einer Dauer von 2y2 Stunden ab.
Eine Sitzung der rumänischen Kammer.
Bukarest, 6. Iebr. In der gestrigen Kammersitzung fragte Miclescu i.Kons.» den Minister des Aeußern, ob die Belniuptung der Blätter, daß Rumänien auf seine Ansprüche aus Silistria verzichte, den Tatsachen entspreche. Der Ministerpräsident erwiderte: Wir haben auf Silistria n i ch t v e r z i ch t e t. Bon einem Verzicht war keine Rede. Niemand ist ermächtigt, auf Silistria zu verachten. (Lang anhaltender Beifall.) Sodann fragte Arion, Präsident der Kulturliga, ob die Regierung nicht beabsichtige, Aufklärungen über die Lage des Landes zu erteilen. In seiner Antwort wies der Ministerpräsident zunächst die Behauptung zurück, daß der König eine andere Politik verfolge wie die Regierung. Dies wäre vom Standpunkt der Verfassung unmöglich. Die königliche Botschaft sei von allen Ministern gegen- geu'ichnet und das Kabinett selbst vollkommen solidarisch. Das Prestige Rumäniens gewinne nur, wenn es mit dem starken Nachbar wetteifere. Rumänien werde dadurch nur noch besser seinen Platz an der Spitze der Balkanvölker wahren können. Er erkenne die Berechtigung der großen Aufregung der öffentlichen Meinung an und er freue sich, daß sie in der Kammer Widerhall finde. Man dürfe aber nicht vergessen, daß die Regierung von demselben Patriotismus beseelt sei, aber auch die ganze Verantwortung zu tragen habe. Der Ministerpräsident schließt, indem er die in der vorigen Woche abgegebene Erklärung wiederholte: Tie Worte des Königs, daß die Stimme Rumäniens Gehör finden werde, werden Wahrheit werden? (Lang anhaltender Beifalls
Tale Ion esc u wies die Angriffe Arions zurück und hielt seine Aeußerungen vom 4. Februar über Bulgarien aufrecht. Er erklärte, wenn ein Land, selbst wenn dessen Interessen denjenigen Rumäniens entgegengesetzt seien, Mut, Patriotismus, Einigkeit und Nationalbewußtsein zeige, könne man es mir be- NTnndern und sich bemühen, es auf diesem (Gebiet zu überflügeln. Man dürfe ihm aber nicht mit Eifersucht begegnen. Er glaube an die Möglichkeit eines künftigen Bundes zwischen Rumänien, Bulgarien und der Türkei.
Trinksprnche in Bukarest.
Bukarest, 6. Febr. „Moniteur" veröffentlicht die kreiden Trinksprüche, die bei dem Diner zu Ehren des Prinzen Eitel Friedrich gewechselt wurden. Ter Trinkspruch des Königs lautete:
Mit großer Freude begrüße ich die Anwesenheit Eurer königlichen Hoheit in unserer Mitte, und ich danke dem Kaiser aufs wärmste dafür, daß er meinem lieben Patensohn den Auftrag gegeben hat, ihn bei der Taufe des jüngsten Sprossen meines Hauses zu vertreten. Ich sehe in der warmen Aufmerksamkeit einen neuen Beweis hir die guten Gefühle der Verwandtschaft und Freundschaft, die mir so teuer ist und die Se. Majestät mir bei jeder Gelegenheit in so reichem Maße erwiesen hat. Indem ich Sie bitte, den Kaiser Meiner treuen Anhänglichkeit zu versichern und Ihren erlauchten Eltern die herzlichsten Wünsche für ihr Glück und ihre teure Gesundheit zum Ausdruck zu bringen, erhebe ich mein Glas auf das Wohl des Kaisers und der Kaiserin, sowie auf das Wohl Eurer königlichen Hoheit und Ihrer Gemahlin. Hurra!
Wie nachträglich bekannt wird, überbrachte Prinz Eitel Friedrich dem König den Stern der Großkomture des H a u s o r d e n s von H o h e n z o l l e r n mit einem Handschreiben des Kaisers.
Lnglis^es und russischer vordrängen in Persien.
Die Russen haben in Persien letzthin die Freude gehabt, daß die Provinz Adherbrilfchau, die fruchtbarste Landschaft ganz Persiens, sich von der Zenttalregienmg in Teheran losgesagt hat, und nun geht die „friedliche Durchdringung" weiter voran. Zunächst werden" Bahnen gebaut, und daß die Engländer in ihrer Einflußsphäre mit den Russen schritthalten, ist selbstverständlich. So konnte Sir Edward Grey auf eine Anfrage im englischen Unterhause eine beruhigende Erklärung abgeben:
London, 6. Febr. Der Nationalist D i l l o n richtete im Unterhause an den Minister des Aeußeren Sir Edward Grey eine Anfrage, ob irgendwelche Eisenbahn- oder B e r g w e r t s t o n z e s s i v n e n i n P e r s i e n für England oder Rußland augenblicklich den Gegenstand von Ver Handlungen bildeten und ob in Verbindung damit ein unmittelbarer oder mittelbarer Druck auf die persische Re- gierung ausgeübt werde. Grey erklärte schriftlich: Nach meiner Kenutui. find bisher keine Eisenbalsnkonzessioncn gemacht worden Jedoch sind Verhandlungen über zwei Konzessionen in der Schwebe Die eine betrifft das Projekt T s ch u l s a Täbris, das den Gegenstand von Ver- lmudlnngen zwischen der persischen Regierung und einem russischen Syndikat bildet. Die andere betrifft das Projekt M oham m e r a h Kh o r r am m ab a d, worüber Ver- handlüngen zwischen der persischen Regierung und einem englischen Syndikat schweben. Was die Berg- we rks konzessi oncii anlangt, so sind die Unterhandlungen darüber Mischen der persischen Regierung und einem englischen Syndikat eingeleitet. Die'britische Regierung gewährte den englischen Konzessionen ihre Unter st ützung, jedoch nicht in der Form, die man korrekter Weise als einen Druck bezeichnen könnte.
AuS Teheran kommt dazu folgende bestätigende M e l d u n g:
Der persische Minister des Aeußeren unterzeichnete ein Uebereintommen mit einer russischen Gesellschaft, das dieser das Recht auf den Bau einer Eisenbahn von Dschulfa nach T äb.ris mit Verlängerung bis zum Urmia-See und das Boxrecht auf den Bau einer Bahn von Täbris nach Kasmin gewahrt. *
Die Entwicklung der Kolonien 19IV12.
Dem Reichstag ist eine Denkschrift über die Entwicklung )er Schutzgebiete Afrika- und der Südfee 1911/12 zugegangen Tarin heißt es u. a.: ~ „
Das Berichtsjahr (April 1911 bis April 1912) war ,ur alle Schutzgebiete eine Zeit friedlicher Entwickln n g. Ver nnzelte Unruhen unter der eingeborenen Bevölkerung m Kamerun, im Nordwesten von Deutsch-Ostafrika und in den twdi nicht unter Verwaltung genommenen Teilen von Deutsch-Nengnmea wurden rasch und ohne Schwierigkeit unterdrückt.
Tic weiße Bevölkerung in sämtlichen -Lchutzgebreten ist von 21 600 am 1. Januar auf 23 300 am 1. >>anuar 191- gesttegen, hauptsächlich infolge der Vermehrung der Weiyen in Südwest- und in Ostafrika. Hier sowohl wie in Kamerun in diese Zunahme zum Teil durch die Bahnbanten bedingt, wahrend in Togo eine geringe Abnahme der weißen Bevölkerung nach Vollendung der .Hinterlandbahn zu erklären ist. Auch Tür die Südsee ist eine kleine Zunahme der weißen Bevölkerung zu verzeichnen. Von der farbigen Bevölkerung der Schutzgebiete kann schätzungsweise angenommen werden, datz Ue im ganzen eine Zunahme erfahren hat, wofür unser volksreichstes Schutzgebiet, Ostafrika, den Ausschlag gibt. In Samoa und in Neu-Guinea haben sich die Chinesen beträchtlich vermehr t. In Neu-Guinea hat die Verwaltung noch eine besondere bevölkerungspolitische Aufgabe zu lösen begonnen, nämlich die teilweise Verpflanzung der Eingeborenenbevölkerung von den kleinen Atollen nach größeren Inseln. Es erweist uch dies namentlich aus dem Grunde als notwendig, weil öie von Zeit zu Zeit aiiftrctenbeii Taifune Leben und Eigentum der Eingeborenen auf den kleinen Atollen schwer gefährden. _
Eine erfreuliche Weiterentwicklung des Schulwesens wird aus allen Schutzgebieten gemeldet, zum Teil mit der Betonung, daß neue Bedürfnisse zu befriedigen waren, wie die Einrichtung von Fortbildungs- oder Kostschulen.
Tie weltwirtschaftliche Lage im angemeinen war im Berichtsjahre der Kolonialwirtschast sehr günstig. Die Regelung der A r b e i t e.r v e r h ä l t il i s s e macht der Verwaltung am meisten Sorge. Ob durch Arbeitsordnungen allem _ bem immer brohenber werbenden Arbeitermangel in der Farmwirtschaft gesteuert werden kann, erscheint bei den dortigen Eingeborenen- verhältnissen fraglich. Es wird wohl mit einer weiteren Heranziehung auswärtiger Arbeitskräfte gerechnet werben müssen. In den tropischen Schutzgebieten Afrikas konnte im Berichtsjahre den großen Anforderungen der Pflanzungen und der Eisenbahnunteruehmuiigeil in der Hauptsache entsprochen werden. In Ostafrika mehren sich ober die Klagen der Pflanzer über unzureichende Versorgung mit Arbeitskräften.
Hat sich die Landwirtschaft der Eingeborenen int weientlichen in den überkommenen Grenzen gehalten, so ist bei der europäischen Pflanzerwirtschaft vielfach ein reger Fortschritt zu verzeichnen. In Ostafrika ist besonders die günstige Entwicklung der Kautschuk- pflanzuugeu bemerkenswert, während die Baumwollanlagen noch ungünstige Ergebnisse hatten.
Was den Handel anbelangt, der sich sehr lebhaft gestaltete, so läßt sich über den Binnenhandel mangels einer zuverlässigen Statistik nur allgemein sagen, daß er in allen Schutzgebieten mit deren fortschreitender Entschließung durch Eisenbahnen und onstige Verkehrsmittel von Jahr zu Jahr größere Bedeutung erhält. Der Anteil Deutschlands am Gesamthandel der Schutzgebiete ist erfreulicherweise gestiegen, namentlich in Kamerun, wo fast die gesamte Zunahme des Handels auf den deutschen Anteil kam, ebenso in Ostafrika.
Die chinesische Anleihefrage.
Peking, 5. Febr. (Reuter.) Der Finanzminister sandte an die Bankiers der sechs Mächte ein en Bri e f, in dem er sein Bedauern darüber ausspricht, daß weitere Schwierigkeiten entstanden seien, die ie verhinderten, ihr Versprechen zu halten, nämlich den Anleihcvertrag gestern zu unterzeichnen nnd sogleich Vor- chüsse zu leisten. Der Minister fügte hinzu» daß die Gelder »ringend gebraucht würden, und er erinnerte die Bankiers daran, daß er sich in seinem seinerzeitigen Schreiben ausdrücklich die Freiheit Vorbehalten habe, mit anderen Parteien zu unterhandeln, solange dec Anleihevertrag nicht unterzeichnet sei. Er mache darauf aufmerksam, daß, falls demnächst Teile der Salzsteuer als Sicherheit für eine mit einer anderen Partei abgeschlossenen Anleihe gegeben würden, dann der Betrag von 25 Millionen Pfund Sterling, der in dem Sechsmächte-Vertrag festgesetzt ist, ent prechcnd vermindert würde. Die im Falle eines zukünftigen Vertrages mit der Sechsmächtcgruppc noch übrig bleibende Salzsteuer werde dann die Sicherheit für die später kommenden sein. China, das augenscheinlich für die Sechs mächte-Gruppe noch offen stehe, stehe ebenfalls der zuerst kommenden ganz oder teilweise offen.
Aus Stafct und Land.
Gießen, 7. Februar 1913.
** Tageskalender Hir Freitag, 7 Febr. Stabt- t h e a t e r: .Emilia Galotti". Anfang 8 Uhr.
•• Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat dem Generalmajor a la suite der Kavallerie Freiherr» v. Heyl die Erlaubnis zur Anlegung deS ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens zweiter Klasse mit dem Stern nnd dem Regierungs» und Baurat Hch. Stiel er zu Frankfurt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen RotenAdlerordenS 4. Klasse erteilt, sowie daß Ritter- kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philivps deS Großmütigen dem Major Wilken, Bataillonskommandeur im Colbergschen Grenadier-Regiment Graf Gneisenau (2. Pommcrschen) Rr. 9, seither beim Stabe deS 5. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168, und das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Beckert beim Stabe deS 2 Lothringischen Infanterie-Regiments Nr. 131, seither Oberleutnant im Infanterie- Regiment Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118, verliehen.
** Lehrer Personalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Friedr. Daum zu Alsheim eine Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Griesheim, dem SchulamtSaspiranten Otto Muth aus Ilbeshausen die Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Urner-Seibertenrod.
'* Vom Friedberger Seminar. Der Groß- Herzog hat den Seminarlehrer an bem Lehrerseminar zu Friedberg Otto Höcker zum ersten Musiklehrcr an diesem Seminar ernannt.
** Hessischer Jugendtag Nach ber Einlabung zum Hessischen Iugenbtage, den ber Hessische Landesverband IungdeuN chland am Mittwoch, 19. Februar, im caalbau in Darmstadt in Verbindung mit ferner ersten Mitgliederversammlung abhält, beginnt er um 10* 2 Uhr vormittags mit Ansprachen des ersten Vorsitzenden, Generalmajor Frkir v. Heyl 'Darmstadt' über Zweck und Ziele des Iungdeulschianb bundes, des Professors Kissinger DarmstabO über die Not ivcnbigfeit und richtige Art der Körperpflege bet ber heranwachsen den männlichen Jugend und des Bürgermmsters Mueller .rarmitabt' über die Ausgaben des Staats und ber Gemeinden aul dem Gebiete der Jugendpflege. Sodann hält um U> •> Uhr Lehrer ödtorn Mainz» einen Vortrag über die Eigenart des jugendlichen Seelenlebens Am Nackvnitta.i um 3'- Uhr i trübt Pfarrer Mueller Offenbach über Ml gemeine Ersah Gingen aus ber praktischen Vereinsardeit. Daran schließt sich
In der letzten Woche
daß alle Schul- Krankheit fielen
Am 12. Februar engsten Familien- diesem Tage wird
Stall Karl
Die
88 nicht ; aber den ihn zu eii
sind die M asern so stark ausgetreten, klassen geschlossen werden mußten. Der auch schon einige Kinder zum Opfer.
— Riede r - Gemünden, 6. Febr. feiern die Eheleute Konrad Herbst hier im kreise das Fest der goldenen Hochzeit. An
Felda.
OK. Grebenau, 6. Febr.
w. Ha bahn-Regiu ilossenen dn 1. Kor hanb folge toten fticb nn Äeri esu i
inrt 4V- Uhr die Beratung derVerbandsangelegenheite« in Zu dem Jugend tage find alle Mitglieder des I-ungbeutschland- öundes und deren Frauen sowie alle Freunde und Freundinnen bet Zungdeutfchlandbestrebungen cingetaben. Nach dem Jugendtage ierben verschiedene Vereine der Ortsgruppe Darmstadt des .Hessischen Landesverbandes Iungdeutschland ihre praktische Arbeit in ihren Räumen »eigen.
** etabttbcater. Der Kapellmeister uw eres Stadttheaters, Herr Franz Adam, ist nach erfolgreichem Probe- birigieren unter J72 Bewerbern zum Leiter des Kurorchesters ii Ragaz für mehrere Jahre gewählt worden. Im nächsten Winter wird Herr Adam voraus,ichtlich wieder dem Verb.uide unseres Stadttheaters angehören. — Gegenüber einem weitverbreiteten Irrtum sei festgestellt, daß auch bei den Gastspielen ber Darmstädter Hofover die Dekorationen ausschließlich dem Fundus des hiesigen Stadttheaters und der Direktion entnommen und vom Gießener technischen Personal gehandhabt und gestellt werben.
** Das Trichinoskop, eine Erfindung desli Schlachthos-Dircktors Dr. Garth-Darmstadt, eines ge-M boreneu Gießeners, wurde seither in Süddeutschland zur f bequemen und billigen Kontrolle des Schweinefleisches auf > Trichinen in allen größeren Schlachthäfen seit Jahren benutzt. Das' Instrument ist jetzt auch in fünf stücken int i Berliner Schlachthof eiugftührt wordeu Nach langen Ver- uchen hat man eingeschen, daß die Ersinduntz gut ist und )ie Trickftneitschau sich bei ihr weit billiger stellt als mit )em Mikroskop.
•* Die Schneeschuhwettläufe deS Schiklubs Gießen müssen wegen der ungünstigen Witterung abermals verschoben werden.
•• Der erste Frühlingsbote wurde uns heute vor- mittag in Gestalt eines Maikäfers überbracht, der im Walde bei Wieseck gefunden worden ist.
Kreis Alsfeld.
OK. Alsfeld, 6. Febr. Heute morgen brach im Schulhofe der Oberrcalschule ein Schüler der Ouarta beim Spielen das rechte Bein. Er wurde von zwei älteren Schülerit in die elterliche Wohnung gebracht. — Das Anwesen des Oberwachtmeisters Leißler in der Schillerstraßc ging zum Preise von 14500 W. in den Besitz des Herrn Baruch Lorsch, Rittergasse, über. — Herr Ernst Hartmann von hier erwarb zum Preise von 16 500 Mk. die Bäckerei und Gastwirtschaft von I. Völzing, Groß
es dem Jubelpaare, das auf eine arbeitsreiche, mit Erfolgen gekrönte Vergangenheit blickt und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, an Ehrunaetr nicht fehlen.
fc. N i cd er - G cm ü ii d e n , 8. Febr. Die Hauptb.ihn« linien Gießen Fulda und Gießen—Kassel werden durch die neun zehn Kilometer lange Bahn Burg und N i e d e r - G e münde n - K i r ch h a i n verbunden. Dieser Bahn haftet der Man.pi an, daß sie zwar völlig einheitlich betrieben wird, aber von Sui fluni) Ni cd er-Gemünden bis Nieder-Ofleiden eine staatliche Neben bahnstrecke und in dar Fortsetzung bis Kirchhain eine Jtfeiitbabn der Kreises Kirchhain ist. Dieser Zustand bringt vor allem für die '3t wohner ter von der Kleivb.ihnstr.'cke berührten Ocke eine Pertcuermig der FraclK für abgehende und ankommende Gütersendungen mit ii* da bei Durchgangsverkehr für Güter auf ber Verbindungsbob''. ausgeschlossen ist. Güter, die von ber Main-Wefor-Baln» vou Biedenkopf, Marburg, Treysa usw. in der Richtung nad) Lauterbach und Fulda oder von Gersfeld, Fulda, Lauterbach nod Biedenkopf, Marburg usw. befördert werden sollen, müssen f imthd) den etwa 100 Kilometer betragenden Umweg über Gießen nehmen Um diesen unwirtschaftlichen Verhältnissen al^uh l en, wünsam die Anwohner der Verbindungsbahn, baß die Kreisbahnstrear in eine Staatsbahnstrecke uni gewandelt werde, zumal die utzigen Ginnabmcn der Strecke aus bem Verhältnis mäßig geringen Ortsverkehr so unerheblich sind, daß ber Kreis Kirchl-ain alliährlut Tansenbe zuschießen muß. Daburch werden die Kreissteuern zur Hälfte in Anspruch genommen und müssen alljährlich erhöht werden. _____
X Homberg a. d. Ohm, 6. Febr. Wre alljährlich hol auch jetzt wieder die Ohm ihr Opfer geordert. Ain Montag abend hatte der unverheiratete Landwirt. Röhrig aus Ober-Osleideu im sogenannten großen Derf eine Besorgung zu machen. Aus dem Nachhmlsewege kam er bei ber Dunkelheit kurz vor der Brücke, die er passieren mußte vom Wege ab, geriet in die Ohm, die gegenwärtig be* deutendes Hochwasser führt, und fand in den strömender Fluten seinen Tod Drei Tage lang sucht man vergeb« lich nach dem Mann. Bedauerlich ist es, daß der armen alten Mutter des Verunglückten der Ernährer genommen ist. Vor etwa 30 Jahren kam sein Vater auch in der Ohm um. Wünschenswert wäre es denn auch, daß an dieser gefährlichen Stelle Vorsichtsmaßregeln getroffen würden, damit weitere Unglücksfälle vermieden würden.
Kreis Lauterbach.
— Lauterbach, 6. Febr. Oberleutnant a. D. Lothe i ß e n aus Darmstadt wird am Samstag, 15. Febr hier einen Vortrag über Zweck und Aufgaben der Sani- tätskolonneu vom Roten Kreuz halten. Es besteh: die Llbsicht, hier eine freiwillige Sanitätskolonne zu gründen, wozn durch das Kreisamt ein allgemeiner Aufruf ergangen ist. Die mit den Vorständen der hiesigen Verein- und Körperschaften äbgehaltene Vorbesprechung hatte cir befriedigendes Ergebnis, so daß auf regen Beitritt zu deir gemeinnützigen Unternehmen zu rechnen ist.
Kreis Schotten.
— Schotten, 6. Febr. An der hiesigen Höherci Bürgerschule (Realschule) fand gestern unter bem Vorsitz- bt’5 Geh. OberschulratS Block die mündliche Abschluß- vrüfung statt. Die Untersekundaner, die sich ibr unterzogen haben sich die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-stel-
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willigen Militärdienst envorben.
Kreis Friedberg.
Bad-Nauheim, 6. Febr. Zwei Brüder spieltet heute mit einem Luftgewehr. Der ältere schoß babf seinem erst neunjährigen jüngeren Bruder die Kugel btrer ins Auge. Der schwerverletzte .Knabe mußte nach Gieße.' verbracht 1 verben. — Ein ähnlicher Unglücksfall ereignet, sich gestern in Nieder-M örlen. Die üble Sitte bfr Sternwerfens führte dazu. Ein Knabe lvurde babr so unglücklich ins Auge getroffen, daß er sofort nach de: Gießener Klinik gebracht werden mußte.
m. Ober-Mörlen, 5. Febr. Zu dem Einbruchs diebstahl bei OrtögerichtSmann Kling ist mitzuteilen, ba' hi§ jetzt vier Ve rhaftungen vorgenommen wurden, ab( feine aufrecht erhalten werden konnte. Ein jungerManr oon hier, der schon vor zwei Jahren bei einem Einbruchs ftebstahl beteiligt war, ist seit Sonntag verschwunden. Ma: vermutet, daß er an dem jetzigen Diebstahl beteiligt war.


