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Rückzug der Bulgaren an der Tschataldscha
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echte und rcd)tc .Stunftfertixjfeit der Arbeit, die sick) ihres eigenen Sinns bewußt ist, tritt uns heute noch auf Schritt und Tritt entgegen. Ein Beweis hierfür boten die zum Schlüsse vorgeführten Lichtbilder, welche kostbare Schnitzereien, ganze Straßenzüge, ein- zelne Gebäulichkeiten aus den verschiedensten Perioden, sowie kunstvoll gearbeitete Türen und Gartenhäuser zeigten.
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mara-Meer, sozusagen durch eine Hintertüre in Besitz gekommen haben. Die Bulaareu sind auf den alten Römer- brücken über die Buchten des Marmara-Meercs g ekommen. Byzantinische Mauern und Ruinen ziehen sich dort an den Ufern hin. Auf den Vorgebirgen und an den Häsen liegen Ansiedlungen wie die Stadt Rod osto (türkisch Telir-Dagh) mit 20 000 meist griechischen Einwoljucrn. lieber das gleichnamige Gebirge marschierten sie dann an die Mündung der Dardanellen ins Marmara-Meer, vor die Stadt Gallipoli mit ihrem weithin sichtbaren, auf einer Klippe ragenden Leuchtturm. An dieser schmälsten, fünf Kilometer breiten Stelle ist die Halbinsel Gallipoli durch die Linie von Aelair (3 Forts, Viktoria, Napoleon und Sulanije zu je 15 bis 25 Geschützen und mehrere Zwischenbatterien, eine Stellung für 20 000 Mann und 100 Geschütze berechnet) gesperrt. Die Befestigungslinie von Bulair ist nach bulgarischer Meldung erobert. Der Fall von Gallipoli, das 15 Kilometer davon entfernt liegt, steht bevor. Die Bulgaren betrachten, sich bereits als die Herren der europäischen Küste des Marmarti-Meeres. Bald wird auch die Insel Marmara, die im Altertum Prokonnesos hieß, in den .Händen der Verbündeten sein. 12 000 Menschen, meist Griechen, wohnen auf dieser Insel in ivohlhabenden Dörfern, Noch heute ist sie reich an dem Gestein, das ihr den Namen gab, cm Marmor. Außerdem liefert sie viel Wein, Getreide und Oel nach Konstantinopel.
Von hier bis zu den berühmten Prinzeninseln ganz in der Nähe Konstantinopels ist nur noch eine kurze Meer- fahrt. Prinzeninseln heißen die roten Gestade in dem tiefblauen Meer seit bizantiuischer Zeit, weil damals in Ungnade gefallene Prinzen, Prinzessinnen und Kaiserinnen in die dortigen Klöster verbannt wurden. Auch entthronte Kaiser, die man blendete, wurden dort gefangen gesetzt. Jroti, Arttigoni, Chalki und Prinkipo sind die größten Inseln. Prinkipo, einer der vornehmsten Kurorte Klein- «siens, ist auch der strategisch wichtigste Puukt, der für Lie bevorstehende große Entscheidung die Basis abgeben Dürfte. Als 1877 Zttißlands Heer vor den Toren von Kon- ffrantinopel lag und jeden Augenblick bereit schien, das «lte Byzanz zu erstürmen, warfen die englischen Schiffe Wei Prinkipo Anker, um nötigenfalls sofort eingreifen zu können. Mit leisem Grauen entdeckt man jetzt die Aehn- Ilichkeit der kommender Lage. Die erste europäische Flotte, die durch die Dardanellen und das Mar- niiarameer kommend vorKonstantinopcl erschien, war 3ic der Christlichen Liga, die sich gebildet hatte, als der
len besetzt, deren Streif Patrouillen mit den zurückgehenden Bulgaren Fühlung hatten.
Man glaubt, daß der Rückzug der Bulgaren den Zweck hat, der durch die geplante Landung türkischer Truppen bei Rodosto vorgesehenen Flanken um ge-
Hütten gefunden wurden, von welck)eu einige Proviant für zwei Monate enthielten. Sie hielten sich wegen der Dunkelheit und des Sturmes in den Hütten auf. Zwei Norweger sind freiwillig in der Wijdebucht bei Dr. Rüdiger zurückgeblieben, der wegen seiner erfrorenen Gliedmaßen den Marsch nicht fortsetzen konnte. Bei keinem Mitglied der Expedition sind Anzeichen von Skorbut vorhanden. Ritsdzer orfroren die Finget der rechten Hand und beide Fersen. Mehrere Zehen müßten in den nächsten Tagen amputiert werden. Sein Befinden ist gut. Die Hilfsexpedition wird am 20. Februar zurückerwartet.
* Tas Geheimnis der Narkose. Warum wirken die narkotisck)en Mittel betäubend? Diese Frage hat schon alle möglichen Deutungen erfahren. Wie im Jamiarhest der populärmedizinischen Monatsschrift „Hyg" «Verlag Volksmedizin, Münd)en> berichtet wird, haben die narkotisierenden Stoffe, wie Chloroform, Aether usw. anscheinend eine größere chemische Verwandtschaft zu den Gehirnzellen, als der lebenspendende Sauerstoff. Diese betäubenden Mittel halten, da sie fid) selbst mit der Substanz der Zellen verbinden, den Sauerstoff von denselben ab und ersticken also in gewissem Sinne die Gehirnzellen. Damit erklärt sid) auch die Tatsache, daß nach einer Narkose die Zufuhr reinen Sauerstoffs die Erscheinungen gewöhnlich schnell beseitigt, weil die erwachenden Zellen gierig das belebende Element an sich reißcm und dann ihre Funktionen wieder aufnehmen. In der letzten Zeit häufen sich übrigens die Bersud>e, eine Narkose ohne Anwendung von chemischen Mitteln durch den elektrischen Strom herbeizusühren. Man verwendet dazu einen Strom mit ungeheuer- raschen Wechselzahlen (Lednescher Strom), welcher, ins Gehirn geleitet, eine schnelle Betäubung verursacht. Wahrscheinlid) leidet aud) durch diesen elektrischen Vorgang die Sanerswffver- sorgung oder es wird möglicherweise der ganze elektrische Apparat des Gehirns mit seinen schwachen Strömen durch diese,: vibrierenden Wechselstrom gestört.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- sch ast. Die Medizinische Akademie in Turin hat soeben den Wettbewerb für die 13. Preisverteilung „Niberi" über 20 000 Lire, eröffnet, für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiete der me- dizinischen Disziplinen int allgemeinen. Auskunft erteilt das „Sekretariat der Mademie, vürPo 18, Turin ". — Zum Direktor d er Dents ch en Bü d)er e i des Börsenvereins der deutsckxm Buchhändler zu Leipzig wurde Dr. Gustav Wahl, Bibliothekar der Wenden berg ifd>en Bibliothek zu Frankfurt am Main ernannt. Er wird sein neues Amt spätestens am 1. Juli d. I. ntttreten. — Die Hebung der Ausfuhr deutscher Lehr- und Lernmittel nach China bildet den Beratungsgegenstand einer vom Börsenverein der Deutsck)en Buchhändler einberufenen Konferenz, die am 12. März d. I. int .Buchhändlerhause zu Leipzig ftattftnden lvird.
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h ung zu entgehen. Die Landung, die angeblich von Enver Bey vorbereitet werdet: soll, würde durch die aus den Dardanellen herangezogenen Linienschiffe „Mttssudije" und „Assar-i-Tewfik" gedeckt lvcrden.
Das „Berl. Tagebl." meldet auch schon aus Konstantinopel : D e n Türken gelang es,beiRodostounter den: Schutz der S chi f f s g e s ch ütz e Truppen zu landen, die etwa eine Division stark sind.
Das türkische Blatt „Tachydromos" will wisset:, daß in: türkischen Lager bei Hademiöj an der Tschataldschalinie zwei bulgarische Unterhändler zwecks Wiederaufnahme der V er h andlungen eingetroffen seien.
Bulgarische Truppenabteilungen haben die Ortschaft Jzzedbinköi sowie einige andere in ihrer Gewalt befindliche Dörfer an der Tschataldschalinie in Brand geleckt und sind von der Tfchataldschalinie wieder abgezogen. Auf Rekognoszierung ausgesandte türkische Abteilungen bei Gallipoli haben die Anwesenheit feindlicher Streitkräfte in ziemlich bedeutender Stärke festgestellt.
Bulgarischer Sieg aus Gallipoli.
Sofia, 6. Febr. (Meldung der Agence Bulgare.) Die türkiische Armee vor Gallipoli ist gestern von den Bulgaren südlich vom Flttsse Kawak geschlagen warben und zog sich, von den Bulgaren verfolgt, in großer Unordnung auf Bulair zurück. Durch diesen Erfolg ist fast die ganze Küste des Maramameeres bis Bulair in den Händen der Bulgaren.
lieber die Kämpfe am 4. Februar wird aus Konstantinopel amtlich genteldet: Der Feind, der mit einen: Teil der Streitkräfte im Gelände von Gal l'i- p o l i steht, verschob mehrere Regimenter von Kadikoei gegen Kawak, wo eine türkische Abteilung stand. Es kam zu einem Kampfe, der bis zum Abettd andauerte und zu unser e n G u n st e n e n d e t e. Bei Einbruch der Nacht zogen sick) unsere Truppen geinäß den vorherigen Befehlen auf Bulair zurück, ohne daß der Feind sie verfolgen konnte. Eine andere feindliche Abteilung rückte gegen Myriophito am Marmarameere vor und besetzte den Ort, der nur von einigen Gendarmen beschützt war. — Die Korvette „Za- b a f" fügte den in der Richtung auf Scharkoei vorrücken- den feindlichen Streitkräften ernste Verluste zu. Der Feind konnte, über Kamilo hinaus nicht vorrücken.
Aus Sofia meldet das „Berl. Tgbl": Auf her Halbinsel Gallipoli haben die Bulgaren die Höhen von Esmekl: eingenommen. Das türkische Heer bei Gallipoli soll schwere Verluste erlitten haben.
Die „Voss. Zeitung" erfährt aus Konstantinopel: Nach Erzählungen flüchtiger Frauen wurden die B u 1- garet: von den Türken bei Kawak, mehrere ©tim* bett von Gallipoli, vertriebet:.
Das Bombardement Adrianopcls dauert nach einer Meldung aus Konstantinopel fort. Die Zahl der getöteten und verwundeten Zivilisten ist anscheinend groß. 75 Personen kamen in den Fl an:m e n der brennenden Häuser um. Die Bulgaren haben in dem Bestreben, die drahtlose Verbindung mit Konstantinopel zu vernichten, die „Sultan-Selim-Moschee" beschossen, von 'd'eren vier Minaretts zwei zerstört wurden. Dio Funkenstation befindet sich jedoch utcht auf der Moschee.
n..Qufgeforbtt.
Die Aushebus.
Recht der Li $ versteige
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A 8 9Qbt^ 7 QtWeIfe Ä glaubt Feststellung und bei
Rechten
Alt-Lauterbach.
Gießen, 6. Febr.
In: Auftrage der Hessischen Vereinigung für Volkskunde (Ortsgruppe Gießen) sprach vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Oberlehrer Como-Lauterbach über Alt-Lauterbach. Der Vortragende gab zunächst in großen Zügen ein geschichtliches Bild der Stadt Lauterbach, deren Entwickelung sich gemäß der -übgeschlossenen Lage und bcsoitderen in Betracht kommenden Verhältnissen recht eigenartig gestaltete. Bonifatius, von Fulda kommend, gewinnt die Bewohner dem Chriitentum, und leit dieser Zeit bestehen zwisckten den beiden Städten durck) viele Jahrhunderte lundurd) enge Beziehungen, die sick, erst mit der Ein- Mrung der Reformation in Lauterbad) mehr und mehr lösen. Durch 'die Verleihung des Marktrechts gewinnt Lauterbad) an Aedeutung. An der Spitze stehen die Patriziergeschlechter, aus jenen der Rat der Stadt, sowie der 1. und 2. Bürgermeister oewählt werden. Einen bedeutenden Einfluß gemimten ferner die Kittergeschlechter, die sid) hier schon frühzeitig niedergelassen toben. Tie Herren von Eisenbad) besaßen die Gerichtsbarkett in Ztadt und Land, und 1691 traf das Reichskammergericht eine Entscl-eidung, wonach den Freiherrn von Riedesel die Herrschaft über die Stadt zustand, die sie bis 1806 ausübten.^
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich in dem Städtchen eine eigenartige K u n st entwickelt, die sich beim Bau der schönen wtischen Kirche und der Ausführung der Häuser, sowie der einzelnen Werk-Teile zeigt und von einer gediegenen Ausbildung les Handwerkerstands beredtes Zeugnis ablegt. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Stadt ganz auf fick) angewiesen war, linem- Baum vergleichbar, der auf einem .^ld wächst, trotzdem über neue Sprossen treibt und lebensfähig ist. Tw lief) allerorts bildenden Zünfte zeigten gerade in Lauterbach ein äußerst iestes Gefüge und bestanden iwch, als man sonst längst ntcl)t mehr m sie bnd)tc. Sie haben durck) die Strenge ihrer Vorschriften zur vebung deS Handwerks in jenen Zeiten ihr gut Teil beigetragen. Es gab im ganzen 19 Innungen in Alt-Lauterbach, vonchenen die Zunft der Weber die weftaus stärkste war: sie zählte 272 Meister, fie alle gleich Rechte und Pflickften hatten. Nach den Webern lamen der Zahl nach die Häfner imd die Weißbäcker, aber auch Färber gab es, Messerschmiede, Büchsenmacher und andere Gewerbe, die reid)lid) blühten. Eine wesentliche Förderung sanden ne Bestrebungen tüchtiger Meister durck) die Unterstützung, die ihnen die Patrizier gewährten, die nicht selten ihr Heim in ge- ichmackvoller Weise misstatteten, mitunter sogar fremden Knnst- verken Eingang gewährten.
Aber auch über Alt-Lauterbach kamen neue Zeiten, Aue dten Einrichtungen und Bräuche, die alte Bauart, sie mußten neuen Anschauungen weichen, aber die frühere Eigenkultur, die
litiigT eriülien für hi ehördeniiMZ n 1. Avril 1911 abe des Erßi (uni 1893, ! f rden. Die &
kf. Strindbergs Testament. In den schwedischen Zei- tungen wird jetzt der Worllaut von Strindbergs Testament veröffentlicht. Es ist kurz und charakteristisck) und erweckt als das letzte irdische Wort des großen schwedischen Dichters ein eigenes Interesse. Strindberg verordnet: „Mein Leichnam soll nicht obduziert noch ausgestellt werden. Nur die Nächststehenden sollen Erlaubnis erhalten, ihn zu sehen. Eine Totenmaske oder eine Photographie danach darf nicht hergestellt werden. Ich will um 8 Uhr des morgens direkt zu Grabe gebracht werden, damit die Ansammlung von Neugierigen vermieden lvird. Keine Beisetzung von der Grabkapelle aus) noch weniger von der Kirche. Ich will auf dem „Neuen Kirchhose" begraben sein, aber nicht in der Abteilung der Reichen, diesem Eitelkeitsmarkte. Am Grab soll nicht gelungen, gespielt und gesprochen werden. Der Priester soll nur das Ritual erfüllen und keine Personalien vortragen. Mein letztes Dienstmädchen, Mina Böklund, soll am Begräbnistage 500 Kronen erhalten. Meine Erben sollen natürlich meine Schulden bezahlen, vorher aber die Beweisstücke dafür genau untersuchen, da man in den jüngsten Jahren mich für bereits bezahlte Betrüge hat in Anspruch nehmen wollen."
- Eine Hans Sutter-Ausstellung soll zu Ber- kausszwecken am 8. und 9. Februar int Ausstellungsgebäude der Künstler-Kolonie in Darmstadt stattsinden. Der in Karlsruhe wohnende Maler, ein Schüler Trübners, hat seine Bilder und Zeichnungen zur Verfügung gestellt, um zu ermöglichen, daß die zerrütteten Vermögensverhältnisse seines Vaters, des bekannten Mainzer Künstlers, der im Schloß Lichtenberg wohnt und sick) um die Schaffung der Odenwälder Spielwaren-Jnduftrie einen guten Namen geschaffen hat, zu sanieren. Bei einem sonst eintretenden Konkurs würden voraussichtlich zahlreiche kleine Geschäftsleute um ein Gesamtvermögen von 60 000 Mark gebracht werden.
— Von der deutschen Spitzbergenexpedition. Aus C h r i st i a ni a , 6. Februar, wird gemeldet: „Astenposten" erhielt aus Spitzbergen folgendes Radiotelegramm: Der Kapitän Ritscher hält es nicht für unwahrscheinlich, daß Dr. Dett- mann und Dr. Molser, die steiwillig den Weg längs der Ostseite. der Wifdebiicht wählten, nach dem Schiff in deriTreurenberg- bucht zurückgekehrt sind, auf welchem drei Norweger zurückgeblieben sind. Ritscher teilte weiter mit, daß er und sein Begleiter längs der Westseite entlang gegangen sind, an der mehrere
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80 jährige Papst Johann XXII. von Avignon aus einen neuen Kreuzzug predigte. Die Flotte Venedigs, Zyperns und die französischen Schiffe Philipps von Valois versammelten sich im Frühling des Jahres 1334, fuhren mit günstigem Winde rasch durch die Dardanellen hindurch und zerstörten die vor Konstantinopel kreuzende türkische Flotte. Es war die erste große Niederlage zur See, die die Türken erlitten. Im Laufe der Jahrhunderte folgten noch viele andere Niederlagen: bei Lepanto, bei Tschesme, bei Navarin und bei Sinope, wo die türkische Flotte von der russischen in fast derselben Weise überrumpelt wurde, wie später die russische bei Port Arthur von der japani- chen. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts erzwangen sich britische Schisse die Durchfahrt durch die Dardanellen. Der englische Botschafter in Konstantinopel begab sich auf das Admiralitätsschiff der heimatlichen Schiffe und drohte vom Deck aus mit dem Bombardement der türkischen Hauptstadt. Schon wollte der Sultan nachgeben, als der französische Botschafter ihm den Rat gab, die Unterhandlungen in die Länge zu ziehen und damit Zeit zu gewinneu. lieber eine Woche lang wurde diplomatisiert, und heimlich ließ die Pforte unterdessen die Befestigungen an der Dardanellenküste instand setzen. Die Lage der Engländer wurde dadurch sehr gefährlich. Sie mußten schleunigst den Rückzug antreten und verloren bei der tollen Flucht einige hundert Mann.
1809 kam England mit der Pforte dahin überein, daß kein nicht türkisches Kriegsschiff mehr durch die Dardanellen laufen dürfe. Es kam zu den sog. Tardanellenverträgen, die Englands Herrschaft und Uebermacht im Mittelmeer gegen Rußland begründeten. Wie der Feuerfunke darauf sinnt, sich zu entfesseln, so beschäftigt sich die russische Diplomatie seit Jahrzehnten mit bem Gebanken, das Dardanellengefängnis von Norden her zu sprengen. Kann Rußland ruhig bleiben, wenn die Bulgaren den griechischen Schiffen oas Dardanellentor im Süden öffnen? Diese über Nacht geschossene Lage ist nicht nur 'ckiilitärisch sehr interessant, sie eröffnet auch politische Aussichten, über die man sich in den europäischen Kabinetten ernste Sorgen machen wird.
Man darf also das „Zurückweichen" der Bulgaren ans der Tsckwtaldschalinie nicht sehr ernst nehmen. Andererseits hat es auch nicht allzu viel zu bedeuten, daß es Enver Bey gelungen sein soll, bei Rodosto Truppen zu landen. Diese sind doch wohl nicht stark genug, um dem bulgarischen Heer bei Tschataldscha den Rückzug zu gefährden. Und es fragt sich noch sehr, ob General Sawow wirklich zunr Zurückweichen genötigt war: vielleicht gedenkt er die Türken aus ihren Verschanzungen zu locken, um sie in offener Schlacht zu bekämpfen.
Die folgenden Meldungen bieten indessen noch kein Bild irgend einer Entscheidung, und es ist möglich, daß aud) der bulgarische Friedensjubel etwas zu früh erschallt war:
Konstantinopel, 6. F-br. Die Bulgaren haben sich auf die Linie von Tscherkesköj zurnckgezogen.
Ter Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Kalikratia, Basd)tsd)iköj und Tschataldsd)a, sowie-die Höhen gegen«
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Das Rätsel des erneuerten Balkankrieges ist gelöst: Mcht bei Tschataldscha soll die Entscheidung fallen, sondern aus dem We^e durch das Marmara-Meer. Der bulgarische Kriegsplan ist, die Halbinsel Gallipoli mit den europäischen Dardanellenforts zu «erobern, der griechischen Flotte den Eingang in die Dardanellen zu öffnen, im Marmara-Meer die türkische Flotte niederzukämpfen und dann vor Konstantinopel zu erscheinen. Zu diesem Zwecke ist eine bulgarZche 1 Division von Denrotika, südlich von Adrianopel, und eine zweite Division von Rodosto am Marinara-Meer konzentrisch auf die Dardanellen zu marschiert und vor die Be- I festtgungsllnie von Bulair aus der Halbinsel- Gallipoli gerückt.
Damit würde die bulgarische Kriegsmacht den politisch und strategisch wichttgsten Punkt, den Schlüssel zum Mar-
m. 52 Erster Blatt 163. Jahrgang Freitag, 7. Februar 1915
Ter Siebener Anzeiger a MM BeznaSvret r:
erscheint täglich, außer Tp monatlich75 Pi., viertel-
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wirtschaftlicheSeitfragen A M eS 'v M Ehesredakteur:A Goetz.
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für die Redaktion 112, Wy politischen Teil: August
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