Ausgabe 
7.2.1913 Erstes Blatt
 
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Liebigs Fleisch-Extrakt

Gesunder Junge angekommen

Schotten, den 7. Februar 1913

933

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:I: Brüssel, 7. Fäbr. (Priv.-Tel.) Die innerpolitische LagS ist bedrohlich. Der Generalrat der Ackeiterverbände hat besMossen, den all genrein en Aus stand beginnen zu lassen. Man rechnet mit einer Beteiligung von rund einer Million Ar­beitern. Der Streikfonds ist bis jetzt 10 Millionen stark, die imji Ausland, zum größten Teil in London, deponiert sind.

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Letzte Nachrichten.

Die holländische Königin im Taunus.

Frankfurt a. M., 7. Febr. Die Königin Wilhelmine ist heute vormittag 5 Uhr hier angekommen und hat sofort im Auto» mobil die Fahrt nach der .Hohemark fortgesetzt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 8. Febr. 1913: Zunächst wolkig, doch trocken, kühl; später Erwärmung und Niederschläge.

LttiticL>;ifahrt.

Frankfurt'a. M'., 6. Febr. Das LuftschiffL. Z. 15" (ErsatzZ. 1") ist gestern nach mehreren wohlgelungcnen Ver­suchsfahrten in den Besitz des Reiches übergegangen.

LanSwrrtschaft.

fl Aus Kurhessen, 6 Febr. Tie vom Landw. Kreisverein Marburg angeregte und in verschiedenen Teilen Kurhesfens auf- genommene Bewegung zu Gunsten der Wiederbelebung der allen Zucht des K u r h e s s i s ch e n W a r m b l u t v s e r d e s scheint wenig Erfolg zu haben. In den Kreisen Es l'wege, Frnukeuberg, Fritzlar, Marburg, Melsungen, Rotenburg und Ziegenhain Hal eine Musterung des warmblütigen Stutenniaierials slattgeiunden, um lestzustellen, ob und inivieweit in diesen Kreisen die Warmblutzricht noch eine größere Bedeutung hat. Tas Ergebnis stellt sich wie folgt: Es wurden vorgeführt in Ziegenhain 66, in Marburg 85, in Frauken» berg 40, in Melsungen 26, in Rotenburg 18, iu Eschwege 16 und in Fritzlar 22, zusammen 273 Stuten. Von diesen hat die Kom­mission in Summa 65 Stück, und zwar 40 Hannoveraner und 25 Oldenburger Stuten als zur Warmblntzncht notgedrungen noch geeignet bezeichnet. Tie Mitglieder der Kommission sind über- einüimmei'd der Ansicht, daß diele geringe Zahl fein hinreichendes Fundament bildet, eine erfolgreiche Edelzucht weiter zu bet, eiben. Iedewalls wird die i^estütsverwaUung bei dem andern eilig sehr groben Bedarf an starken edlen Halbblutbengsten kaum in der tzwge sein, für diele geringe Zahl leidlich brauchbarer Miitterstulen Nändiq geeigneten Ersatz im Landgeüüt zu besitzen. Im übrigen reicht der gegenwärtige Bestand an Halbbluthengüen im bessen-nasiauilchen Landgestüte Tillenburq noch für eine längere Reibe von Jahren aus, um dem Bedarf an Warmblulhenglien zu eutlorechen. Nach Ablauf dieser Zeit wird voraussichtlich die Kallblutziicht iveitere Fortschritte zu verzeichnen haben. Gegebenen Falles könnte dann in eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit eingelreteti werden.

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Am 12. ^eb cnqfien Fainili biejtm loqe lche, mit Eris! meiner Seliet

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teil­nahme bei dem Hinscheiden meines unvergeß­lichen Galten, unseres lieben Vaters, Groß­vaters, Bruders, Schwiegervaters u. Onkels

des Großh. Bürgermeisters

Heinrich Wagner IV.

sagen wir innigsten Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Geilshausen, den 6. Februar 1913.

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Markte.

fc. Wiesbaden, 6. Febr. Heu- und Stroh markt. Anqefahren waren 19 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu 7.00-8.40 Mk., Stroh (Richtstroh) 3.604.20 Alk. Fruchtmarkt. Hafer 1^,0017,40 Mk. Alles für 100Kilo.

Vermischte*.

* Der alte Leichtsinn. In Landau in der Pfalz legte der 19jährige Handlungsgehilfe Qu int tu s im Scherze einen Revolver auf den 14jährigen Arbeiter Johann Herder aus Mörlheim an, wobei sich die Waffe entlud und die Kugel Herder am Kopfe schwer verletzte. Der Getroffene ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

ff. Eine Kirche, in der Bäume wachsen. Wer die Pfarrkirche zu Roß (Herefordshirc) betritt, bemerkt zu seinem Erstaunen zwei lebende Bäume, die aus dem Boden des Gebäudes herausgewachsen sind unb bereits doppelte Mannshöhe haben, der Geistliche, so erzählt derStrand^, der diese merkwürdigen Kirchenbäume in einer Photographie zeigt, läßt die Bäume ruhig wachsen und zieht aus ihrem Vorhandensein sogar Gewinn. Wer die Bäume photographieren will, muß 2 Schillinge bezahlen.

Einbruch in einem Po st amt.

M ülhausen i. Els., 7. Febr. Ein aufsebenerregen-- der 'Einbruch wurde heute nackst verübt. Im Postamt Dörnach wurde der Kassen schrank gestohlen und auf einem zweiräderigen Karren fortgefahren. Der Kassenschrank wurde auf einer Wiese in der Nähe der Stadt erbrochen und leer aufgefunden., lieber den Umfang der gestohlenen Werte ist noch nichts bekannt^

GerSchtssaaL.

Leipzig, 6. Febr. Von dem Schwurgericht in Leipzig wurde heute nach mehrtägiger Verhandlung der bekannte Flieger Wieneziers wegen betrügerischen Bankerotts und Meineides unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Vier Monate der erlittenen Unter­suchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Die Mit­angeklagte Frau Hensel wurde wegen Beihilfe zum Bankerott und falscher eidesstattlicher Versicherung unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, von denen ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet wird.

Statt Karten.

Die glückliche Geburt eines Töchterchens zeigen an

F. L. Bender jr. und Frau Hanna

geb. Kornfeld

Giessen, den 5. Februar 1913.

während die Besichtigung nichts kostet. Die merkwürdigen Kirchen- bäume haben dazu geführt, daß der Sonntagsgottesdienst besonders starken Zuspruch hat.

* I m Schlafe verbrannt. Aus Chartres werd ge­meldet : Eine aus sechs Köpfen bestehende obdachloseFamrlre eines lairdwirtschaftlickmr Arbeiters hatte in entern Strohschuppen bei Illiers Unterkunft gesunden. Iu der Nacht geriet der Schuppen in Brand. Die Frau und zwei Kinder wurden als verkohlte Leichen hervorgezogen, die Mrigen Personen erlitten lebensgefährliche Brandwunden.

Kleine Lagerchronlr.

In Landau lockte ernt Mittwoch abend zwischen 3/<8 Uhr und V29 Uhr ein unbekannter Mensch einen sechsjährigen Knaben in die Anlagen und verübte ein abscheuliches Verbrechen an ihm, indem er ihn gräßlich verstümmelte. 2v.s Kind liegt schwer verletzt int Krankenhaus. Von dem Unhold hat man bis jetzt noch keine Spur. _

In Köln ist der Justizrat Leyendecker wegen großer Veruntreuungen verhaftet worden. Es handelt sich uM Unterschlagungen von Mündelgeldern. Der Verhaftete soll auch etwa eine Million vonr Vermögen seiner Schwester verspielt fycibcTt.

In Potsdam wurde währeird der Vorstellung int Schau­spielhause der ehemalige Direktor des Potsdamer Realghmnasiums Geheimer Regierungsrat Professor Walter vvm Schlage ge­troffen und war sofort tot. . t Ä

InMeseritz wurde der 19 ;ährige Muttermörder Dewald aus Brätz durch den Scharfrichter Schwietz aus Breslau hin- gerichtet. Dewald war im Oktober 1912 vom Schwurgertcht z-um Tode verurteilt worden, weil er seine hochbetagte Mutter im Bette ermordet und ihr über 1000 Mark geraubt hatte.

Aus Warschau wird gemeldet: Bei der Etsenbahnstatton! Staredrogt stürzte ein mit 30 Personen besetzter Au to­nt obilomnibus infolge Bruches einer hölzernen Brücke in den Fluß. 14 Personen würden schwer verletzt, 4 erlitten Gehirnerschütterungen. _____________________________

Den Hausfrauen zur Aufklärung!

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(5) OVew-Mörlen, 6. Febr. Die Freifrau von Fecherrbach-Laudenbach in Dieburg hatte gegen die Heranziehung zur Gemeindeeinkommen- und Kapitalrenten steuer in Ober-Mörlen Einspruch erhoben. Die Beschwerdeführerin besitzt hier ein Schloß und die Steuerbehörde behauptet, daß Freifrau v. Fechen- bach sich längere Zeit auf ihrem hiesigen Schloß als iu Dieburg aufhalte. Für das Jahr 1911 mußte die Be­schwerdeführerin infolge eines Urteils des Provinzial-Aus- fchusses in Darmstadt hier die Steuer zahlen. Auch gegen die Veranlagung für 1912 erhob Freifrau v. Fechenbach Einspruch. Der Verwaltungsgerichtshof hatte die Entschei­dung, weil die Klägerin den Provinzialausschuß in Darm stadt wegen Befangenheit ablehnte, an den Provinzial­ausschuß für Rheinhessen verwiesen. Die Beschwerde wurde wiederum ab gewiesen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 6. Febr. Aus dem Zug ent­sprungen ist am Montag der Dragoner Trietsch, der in der vorigen Woche desertierte und in Trier festgenommeu worden war, von wo aus er in Begleitung eines Unteroffiziers und eines Gefreiten hierher gebracht werden sollte. Trietsch war abends gegen 7 Uhr mit Ge­nehmigung des Unteroffiziers zwischen Bischofsheim und NcrUheinr ausgetreten, durch das Fenster verschwunden und davon gelaufen, bei der Ankunft des Zuges in Nauheim war er nicht mehr da. Bon Nauheim aus wurde die Ver­folgung ausgenommen, bis jetzt allerdings vergeblich. Verhaftet wurde der Zigeuner und Artist Blumen- feld in Berlin, der beschuldigt ist, an dem im vorigen Jahre vorgefallenen Diebstahl im Schlösse des Freiherrn von Gemmingen in F r ä n ki s ch - C ru m b a ch beteiligt ge­wesen zu sein. Die übrigen Einbrecher wurden schon durch die hiesige Strafkammer abgeurteilt. Damals war nur ein Teil der gestohlenen Silbermünzen und Waffen zur Stelle geschafft worden, den Rest soll der jetzt Verhaftete besitzen.

m. Offenbach, 6. Febr. Die heutige Sitzung der

Sperre ist gestern, nach Beendigung der bakteriologischen Unter» uchunP, aufgehoben worden. Der Krankheit sind 18 Mann, 15 aktive und 3 Reservisten, erlegen.

w. Frankfurt a. M., 6. Febr. Dem Frankfurter Hilfskomitee für die Forscher im P olareis ist soeben folgendes Telcgram aus der Adventbaß zugegangen: Da Kraftstation n i e d e r geb r an n t seit acht Tagen, ist für nächste acht Tage Sendung von Telegrammen aus­geschlossen. Bestellung dieses Telegramms nur durch zu­fällige Expedition nach Grenn Harbour möglich. Kapitän Ritscher. Am Ascher-Mittwoch abend schoß sich die 18- jährige Elisabeth Weiser, in der Bergerstraße wohnbäft, eine Kugel in die Brust. Sie wurde in schwer verletztem Zustand in das Marienkrankenhaus gebracht. Ein anderes 18jähriges Mädchen suchte sich am Aberrd des gleichen Tages in der elterlichen Wohnung im Banmweg durch Leuchtgas zu vergiften. Es kam ins Königswarter Hospital. Der 51jährige Eisnrbahngehilfc Heinrich D a y ließ sich am Mittwoch abend im Hauptbähnhos von einem Zuge überfahren. Er war sofort tot.

w Cron berg, 6. Febr. Du Königin der Nieder­lande gedenkt demnächst einen längeren Aufenthalt im Taunus zu nehmen, um ihrem Gemahl Gesellschaft zu leisten. Für die Prinzessin Juliana und ihre Gespielinnen ist bereits Quartier gemietet.

Ae tz den durcb die iedrr-Acnlii haftet der N rd, aber von re flaatlidx A i eine AeiMr >r allem für bi? rtc emeitor- TseniMgenm: r Kerbui-mA

nad) d, SLauteM f in. müüm W er Mm nck luhchen, mm ie stteisbchiZ zumal die itr ;rg geringen ul ftächain alls­te ßreissteuen: alljährliih &

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Stadtverordneten b^'prach die städtische Fleisch­einfuhr, die Schweine-Metzgerinnung hatte eine Eingabe an die Verwaltung gerichtet, in der nun die Einstellung der Einfuhr von gesä)lachtete,n Vieh und Fleisch durch die Stadt erstrebt wird. Äagegen wollen sich die Schweineinetzger verpflichten, die Preise für Fleisch und Wurst auf der in der Vereinbarung vom Dezember festgelegten Höhe zu belassen, solange die Notierungen des Frank­futter Marktes den Preis von 1,78 für das Kilo Schlachtgewicht nicht üd^schreiten. Die Schweineinetzger hatten am 16. Dez. mit der Stadt ein Mkommen getroffen, wonach die Stadt urr- gefähr die Hälfte des Schweinebedarfs mit 170 Schweinen in der Woche deckt und zum Preise von 1,56 Mk. abgibt. F-erner verpslickftete sich die Stadt, die Schweinefleisch-Verkaufsstellen aus­zuheben, wogegen die Verkaufspreise der Wurst und Fleischatten herabgesetzt wurden. Diesen Vertrag haben die Metzger zum 1. Februar gekündigt. Wie Beig. P o r t h hierzu ausführte, wurden bisher 3240 Zentner Fleisch bezogen. Die Großviehschlachttlngen iind in der gleichen Zeit imt 271 Stück zurückgegangen, außerdem murden 2164 Schweine weniger geschlachttt. Eingeführt wurden insgesamt 249 Stück Großvieh und 1260 Schweine. Ter Antrag wurde abgelehnt und der Bezug ausländischen Fleisches beibehalten. Ter Vorsitzende gab Kenntnis von einer (Stiftung der Freimaurer­loge anläßlich ihres 100jährigen Bestehens, die der Stadt die Ab­teilungSäuglings- und Muttttschntz", wie sie in der Ausstellung derMensch" in Tarnistadt zu sehen war, zum Geschenk über­lassen will. Die Schenkung wurde angenonrmen, ebenso eine weitere der verstorbenen Margarethe Kurz, die einen in der Gemarkung Lengfeld gelegenen Acker zu gunsten des Armenwesens vermacht hat. Für die weitere Beschäftigung der Arbeits­losen wurden 5000 Mk. bewilligt. Infolge der Neuanlage der Kanalisation ist eine Bodemrntersuckmng erforderlich, wofür 3000 Ml. bewilligt tourben. Für die Anschaffung einer Auto mobil spritze, die gieichzeittg der Mannsck)aftsbeförde- rung und als Schlauchwagen dient, wurden 30 000 Mk. bewilligt. Die Abgabe des Gases durch Automaten hat solchen Anklang uefunden, daß die bisher bewilligten 50 000 Mk. verbraucht sind. Es wurden weitere 50 000 Mk. bewllligt.

ch. Bingen, 6. Febr. Verschwunden ist seit Sonntag der Besucher des Technikums Herm. Gäbler. Der 19 Jahre alte, aus Halle a. d. Saale stammende Mann, wurde zuletzt am Naheufer gesehen. Vermintet wird, daß der in Bingerbrück voo\y nende Gäbler auf dem Heimweg in die Nahe gefallen und er­trunken ist.

Hessen-Nassau.

w. Hanau, 6. Febr. Die Ty phus epidem'ie im Eisen­bahn-Regiment Nr. 3 hat noch ein Opfer gefordert. In der ver­stossenen Nacht ist der Pionier Seel aus Frankfutt a. M. von dar 1 Kompagnie verstorben. Im übrigen ist der Krankheits­stand folgender: Im Lazarett 64 Kranke, darunter sechs mit hohem Fisber, rm Hilfslazarett 81 Genesende, auf Urlaub 67 Mann, im Genesungsheim 18. Die über das 1. Bataillon verhängte

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