Ausgabe 
5.3.1913 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

165. Jahrgang

Mittwoch, 5. März 1915

Gietzener Ammer

Nr. 54

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MM General-Anzeiger für Oherheffen MM

für die ragesnmmner UotattvnsdruS und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und SteindruSerei R. Lange. Redattlon, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7.

vis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstratze l6a. Anzeigenteils H." Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

wofür die Milliarde?

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Herr v. Bethrncrnn-Hollw^g hat dein Präsidenten des Reichstags gegenüber die .Hoffnung ausgesprochen, die neue Militärvorlage am 28. März vorzulegen. Die allgemeine Spannung und Erwartung wird sich also an diesem Tage lösen. Unterdessen sickert aber schon manches über die Einzelfovderungen der großen Vorlage durch. Man spricht von einer jährlichen Mehrcinstcllung von 50 000 Rekruten, also von einer Erhöhung der Präsenzstärke um 100 000 Mann. Würde man für diese neue Truppenanzahl die bewußte einmalige Ausgabe von einer Milliarde allein ansetzen, so käme auf den Einzelm'ann nicht weniger als 10000 Mark. Rechnet man die laufenden ?lusgabeu von jährlich 250 Oou Mark hinzu, so entfielen auf den einzelnen Soldaten noch jährlich 2500 Mark. Die Reichsverfassung schätzt in ihren: Artikel 62 die jährlichen Kosten eines Sol­daten auf 225 Taler, also 675 Mark! Auch wenn man den Unterschied des Geldwertes der siebziger Jahre und unserer Zeit noch so groß, annimmt, dürsten doch die genannten Summen von 10060 Mark und 2560 Mark für den einzelnen Vaterlandsverteidiger nicht gut stimmen. Für dieses Geld könnte man jedem Soldaten eigene Appartements und ein tägliches Austernessen liefern. Tatsächlich wird auch die verlangte Milliarde nur zu einem kleine Teile für die Unterbringung und Unterhaltung des neuen Truppenkon­tingents verwendet werden. Ein großer Posten wird für F e st u n g s b a u t e n im Osten des Reiches ausgestellt sein. Die vergrößerte Wirkung der modernen Geschütze, die Ein­führung der brisanten Sprengstoffe hat das billige Beton- gewölbe in den Festungsänlagen unmöglich gemacht. Der teure Eisenpanzer hat seinen siegreichen Ei^ug in die pernamente Befestigung gehalten. Panzerte man bisher nur einzelne Geschütze an exponierten Stellen (Panzertürme) oder auch ganze Panzerbatterien, so wird man bei den neuen Festungen den Panzerschutz auf die ganze sog. erste Geschü^rufstellung ausdehnen. Tie vereinigten Batterien erhalten bombensichere Räume für'die Unterbringung der Munition und Besatzung. Auch die Beobachtungsstellen müssen gepanzert werden. Die deutschen Festungen dienen in einem Zukunftskriege nicht mehr als bloßer Ortsschutz und als Sicherung von wichtige:: Depots, Uebergängen und Eisenbahnen, sondern sie sollen die Bewegungen der Feldarmee Unterstützen. Dazu müssen sie einen großen Umfang haben, den Durchmarsch und den Uferwechsel großer Heeresteile gestatte::. Und eben deshalb werden die Neu­bauten so überaus kostspielig veranschlagt sein.

Neben den Festungsbauten wird der Ausbau der schweren Artillerie (Fußartillerie) einen bedeuten­den Teil der ominösen Milliarde für sich in Anspruch neh­men. Nach der Ueberzeugung des preußischen General­stabs und des Kriegsministeriums ist die schwere Artillerie für den heutigen Feldkrieg unentbelirlich geworden. Adria- nopel wäre längst in Trümmer geschossen oder zur Ueber- gabe gezwungen, wenn die Balkanverbündete:: ausreichende schwere Artillerie angefahren hätten, und der Balkankrieg wäre viel rascher zu Ende gegangen. In der deutsche:: Heeresorganisation besitzt jedes Armeekorps im Felde nur ein Bataillon schwere Artillerie, was nach Ansicht aller maßgebenden Stellen im Zukunftskriege nicht genügen würde. Gewünscht wird ein bespanntes Haubitzregiment pro Armeekorps zu drei Bataillone:: je drei Batterie::. Jeder Division könnte dann ei:: Bataillon zugeteilt werde::. Das dritte Bataillon bliebe beim Korps als Artillerie­reserve, um an entscheidenden Punkten eingesetzt oder auch zu Reserveformationen verwandt zu werden.

Auch die Schwesterwaffe der schweren Artillerie, die Feldartillerie, die seit Jahren unter dem finan­ziellen Druck leidet, hat sich in der neuen großen Militär­vorlage mit besonderen Wünschen gemeldet. Von den 99 fahrenden Batterien niederen Etats, die wir besitzen, kann jede von ihren 6 Geschützen nur 4 bespannen. Zwei Ge­schütze stehen im Frieden tatenlos im Schuppen. Erst im Ernstfälle muß die Bespannung dafür beschafft werden. Bedenkt mm: die Schwierigkeiten des Einfahrens der Pferde, so entdeckt wohl jeder Laie hier sofort eine bedenkliche Lücke in unserer Rüstung. Frankreich hat 4400 Bespan­nungen im Frieden, wir nur 3800! Außerdem hat Frank­reich Munition für 583 Schuß, wir nur für 433 bei jeden: Geschütz. Die neue Militärvorlage will vor allen: bei der Bespannung einsetzen und in diesem Punkte die vorhandene:: Mängel kurieren.

Eine außerordentliche Aufbesserung soll im Anschluß, an die Bespannungsfrage endlich der Train erfahren. Der normale Train eines Armeekorps umfaßt jetzt rund 60 Offiziere, 2800 Mann, 2000 Fahrzeuge. Dabei sind im Frieden nur 15 aktive Offiziere vorhanden, nur etwas über 300 Unteroffiziere und Mannschaften und etwas über 200 Dienstpferde. Aus diesem kleinen Stamm soll eine schlagfertige" Truppe für den Ernstfall hervorgehen? Die Bedenklichkeit dieser Forderung liegt auf der .Hand. Ver­langt wird für die Zukunft ein Trainregiment zu zwei Bataillonen für jedes Armeekorps. Die Vermehrung des O f f i z i e r k o r p s bezieht sich nicht nur ans den Train, sondern auf die ganze Armee und wird in der Be­gründung der Vorlage als der wichtigste Teil der Hecres- vermehrung bezeichnet, auf den die Militärverwaltung den grüßten Wert legt.

Der Amtsantritt des Präsidenten Wilson.

Washington, 4. März.

Unter den üblichen eindrircksvollen Feierlichkeiten voll­zog sich heute der Wechsel in der Regierung und der Einzug des neuen Präsidenten Wilson in das Weiße .Haus. Der offizielle Akt spielte sich auf der Freitreppe des Kapitols ab, wo in Gegenwart einer vieltausendköpfigen Menschen­menge der Vorsitzende des Oberbundesgerichts dem neuen Präsidenten den Amtseid abnahm. Hierauf hielt Präsident Wilson seine Jnaugurationsrede, die ein zum Teil mit hinreißendem Schwung vorgetragenes sozial­politisches Programm bedeutet. Er sagte u. a.:

Der Wechsel in der Regierung bedeutet viel mehr als einen bloßen Parteisieg. M it den Reichtümern kam eine un­entschuldbare Verschwendung. Wir haben viel von dem verschleudert, was wir hätte:: brauchen können. Wir sind swlz gewscn aut unsere industriellen Leistungen, aber haben bisher den Menschenwcrt nicht hoch genug angeschlagen, den Wert der ausgelvschtcn Menschenleben, der überbürdeten und zusammen- gcbrochcnen Existenzen. Die p c i n volle:: Seufzer aus den Bergwerken, den Fabriken und all den Stätten, wo der Kamps ums Dasein seine:: eigentlichen Sitz hat, dieser ernste, rührende Unterton unseres Lebens war nicht zu un­seren Ohren gedrungen. Die große Regierung, die wir geliebt haben, ist zu ost zu privaten und selb st süchtigen Zwecken vrißbraucht worden. Unsere Pflicht ist es nun zu säu­bern, wiederherzustetlcn, das Schlechte zu be­seitigen ohne das Gute zu schwächen, das ganze öffentliche Leben zi: reinigen und mit Humanität zu erfüllen, ohne es schwach oder sentimental zu machen.

Wir haben sorgfältig geprüft, was geändert werden muß. Einige der Hauptpunkte sind die folgenden: Wir haben einen Zolltarif, der uns von dem uns gebührenden Anteil am Welthandel abschneidet, die Grundsätze einer gerechten Besteuerung verletzt und die Regierung zu einen: beauemen Werkzeug in der .Hand privater Interessen macht. Wir haben ein Bank- und Währungs-System, dessen Grundlage die vor 50 Jahre:: für die Regicnng eingelrretene Notwendigkeit war, ihre Bonds zu verkaufen und das ganz dazu angetan ist, das bare Geld zu konzentrieren und die Kredite zu beschränken; ein In dn stri e s y ste m, das nach der finanziellen wie nach der administrativen Seite betrachtet, das Kapital in den Reihen der Leitenden festhält, die Freiheit beschränk:, die Arbeitsgelegen­heit beeinträchtigt und die natürlichen Quellen des Landes ohne Rücksicht aus ihre Erneuerung und Erlwltung ausbeutet; eine Landwirtschaft, die iwch nie ihre Kraft in großen geschäft­lichen Unternehmungen erprobt, noch nie die Hilfsmittel der Wissen­schaft sich unmittelbar auf tun Farmen selbst zunutze gemacht und die ihren praktischen Bedürfnissen entsprechenden Krediterleich­terungen entbehrt hat: w ir h a b e n u :: e:: t w i ck e l t c Wasser­läufe, werte unbenutzte Land st recken, ungepflegte Wälder, die ohne Aussicht auf Erneuerung zu verschwinden drohen, unbeachtete Halden bei jedem Bergwerk. Wir haben, wie vielleicht keine andere Nation, die besten Produktionsmittel studiert, aber wir haben weder ihre Kosten noch ihre Anwendung so studiert, wie »vir es als industrielle Organisatoren, als Staats­männer oder als Einzelpersönlichkeiten hätten tun müssen.

Ebensowenig haben wir die Mittel studiert und vervollkommnet, wie die Negierung in den D i e n st der Humani­tät gestellt werden könnte zur Förderung des Wohls der Nation, des Wohles ihrer Männer, Frauen und Kinder wie ihrer Rechte int Kampf ums Dasein. Sanitäre Gesetze, Nahrungsmittelgesetze und Gesetze über die Arbeitsbe­dingungen, welche die einzelnen für sich selbst festzusetzen nicht die Macht habe::, das sind die wichtigster: und eigentlichsten Aufgaben der Gerechtigkeit und der Gesetze. Es ist undenkbar, daß wir alles als Parteimenschen tun könnten. Wir sollen wieder aufbauen, nicht zerstören. Wir werden unser wirtschaftliches System nehmen, wie es ist und wie es abgeändert werden kann, nicht wie es werden könnte, wenn wir ein weißes Blatt Papier vor uns batten. Gerechtigkeit imb nur Gerechtigkeit soll allzeit unsere Lösung fein. Die Gefühle, mit denen wip^dem neuen Zeit­alter des Rechts und der Bewegungsfreiheit ent­gegensehen, erfüllen unsere Herze:: w i e e i n H a u ch v o >: G o t t e s eigener Gegenwart, in der Gerechtigkeit und Gnade ver­söhnt sind und der Richter eins ist mit dem Brrider. Ich rufe alle ehrenhaften Männer, alle Patrioten, alle vorwärts blicken­den Mäm:er an meine Seite. So wahr mir Gott helfe: Ich werde sie nicht im Stiche lassen, wenn sie mir nur raten und beistehen wolle::.

Das ist eine Rede voll Pathos. Ob Herr Wilson aber auch durch Taten ein neues Zeitalter herbeizuführen ver­mag, wird die Zukunft lehre-«:.

Vie Kiedensbedmgmgen.

Konstantinopel, 4. März. (Wiener Korr.-Bur.) Wie geschrieben wird, teilte der russische Botschafter bei einer vorgestrigen Unterredung mit dem Großwesir die Antwort der bulgarischen Regierung mit, die auf der in London vorgeschlagenen Grenze, die sich von Midia oder Kap Malatra, etwa 40 Kilometer südlich von Jniada, bis Rodosto erstreckt, bestehen soll. Es wird versichert, daß mehrere Mächte einen neuen Vorschlag der Pforte unter- tützen würden, denn die Mächte seien allgemein dagegen, raß Billgarien einen Zutritt zum Marmara-Meer erhalte. Was die Entschädigungsansprüche der Balkanverbündeten in Höhe von einer Milliarde betrifft, so hält man es für unwahrscheinlich, daß die Mächte eine solche Forderung unterstützen werden.

Gegenüber dem von Rußland gemachten Vorschlag, die gesamte Zivilbevölkerung aus Adrianopel abziehen zu lassen, wird an zuständigen Stellen bemerkt, daß der Vorschlag undurchführbar sei, weil es sich um eine Be­völkerung von 120 000 Köpfen handele.

Nene Fricdensvorschläge der Türkei.

Konstantinopel, 4. März. Aus authentischer Quelle wird bestätigt, daß der G r o ß w e s i r durch Ver­mittelung des russischen Botschafters Bul­garien neue Friedensvorschläge machte, wonach )ie neue Grenze von der Bai bei dein an der Mündungi des Reöwaja am Schwarzen Meer gelegenen Orte San Stefano uusgehen und sodann dem Flußläufe der Reswaja

und Maritza folgen soll. Adrianopel würde hierbei unter gewissen Garantten Bulgarien zufallen.

Angriffe der griechischen Flotte.

Athen, 4. März. DieAgence d'Athones" meldet aus Korfu: Gestern vormittag 11 Uhr verließ eine Divi­sion der griechischen S ch l a ch t f l o t te in Schlacht­ordnung den Hafen in der Richtung nach Norden, gefolgt von mehrere:: Transportschiffen. Gegen 1 Uhr 30 Min. beschossen die Kriegsschiffe Santi Quaranta. Die Bevölkerung von Korfu vernahm die K a n o n a d e gleich entferntem Donner. Nach telephonischen Nachrichten lei­steten die Türkei: keinen Widerstand und flohen. Um 11 Uhr abends kehrten die Transportschiffe noch Korfu zurück. Die griechischen Trichpen besetzten Santi Quaranta; die tür­kische Artillerie ist vernichtet.

Die türkischen Finanzen.

Paris, 4. März. Der Finanzbeirat der tür­kischen Abordnung bei der Londoner Konferenz R c - schid Bey ist mit Halid SiaBey in besonderer Mission hier eingetroffen.

Die Tagung des bulgarischen Parlaments.

Sofia, 4. März. Die Sobranje verhandelte in ihrer heutigen Sitzung üb'er den Entwurf, durch den für die Bedürfnisse der Armee ein Kredit in: Betrage von 50 Millionen beansprucht wird. In: Verlaufe der Be­ratung hielt der Führer der Demokraten, M a l i n o w, eine Rede, in der er zunächst auf den bulgarisch-rumä­nischen Streitfall zu sprechen kam. Er bezeichnete die Forderungen Rumäniens als ungerechtfertigt und lehnte, obwohl er zu dem hohen Gerechtigkeitssinn der Großmächte Vertrauen hege, den Vermittlungsvorschlag ab, den übrigens die Regierung vor Beftagen der Sobranje anzunehmen nicht das Recht habe, denn jede Mediation, im ^gegebenen Falle, insbesondere, wenn sie die Form eines Schiedsspruches annehme, enthalte gleichzeitig auch die grundsätzliche Annahme einer Gebiets­abtretung. Mit Rücksicht auf die bulgarische Verfas­sung könne die Negierung einer derartigen Gebietsabtretung nicht zustimmen, wenn sie nicht das Mandat der Sobranje hierfür habe. Was die Forderung des zukünftigen Re­gimes der Kutzowallachen betreffe, so verlangte der Redner für die Bulgaren in Rumänien dieselben Rechte, welche für die Kutzowallachen, die unter bulgarische Herrschaft lonnnen sollen, beansprucht toerben. Der Redner befaßte sich hieraus mit der Frage der Haltung der Verbündeten untereinander und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Ser­bien, das die Notweitdigkeit der Aufrechterhaltung des Balkanbundes für alle Verbündeten in klarer Weise emp­funden habe, den gesunden Menschenverstand haben werde, die Klausel des bulgarisch-serbischen Bündnis-Vertrages in loyaler Weise anzuwenden und daß Griechenland sich mit bescheideneren Wünschen zufrieden geben werde; denn die Bulgaren, welche die schwersten Mühen im .Kriege ertragen und welche allein noch vor Tschataldscha und Gallipoli kämpften, würden die letzten sein, die den Bruch der Koa­lition bedauern würden.

Der Führer der Inngliberalen, Ton tsch ew, erklärte, er bestehe auf der Notwendigkeit der Verhandlungen der bulgarisch-rumänischen Frage durch die Volksvertretung vor der Regelung, damit die Sobranje in der wesentlich natio­nalen Angelegenheit ihre Meinung aussprechen könnte. Er verlangte Mitteilung des Londoner Proto­kolls, »uie dies die rumänische Regierung in der Kammer getan habe.

Finanzmini st er Theodo row stimmte bem Vor­schläge Tontschews betr. Mitteilung des bulgarisch-rumäni­schen Protokolls zu, insbesondere an die Parteiführer. Er bat diese noch ein wenig Geduld ^u haben, d a das glän­zend begonnene Werk nicht fern vom Ziele sei. Der Minister erklärte, Bulgaren verftige über etwa 100 Millionen Schatzbonds, wovon 40 Mille in Frankreich, 27 Millionen in Rirßland untergebracht und 25 Millionen vor dem Kriege für Bauten ausgegeben worden wären. Der Ertrag dieser Schatzbonds und die Ersparnisse des Staatsschatzes hätten die Aufgabe der Regier:mg erleichtert, zumal da die verhältnismäßig wenig hohen Zinsen dieser Bonds Mischen 5'/< und 6 Prozent schwankte::, ein Zins­fuß, den mir wenige Staaten unter ähnlichen Verhältnissen erreichen könnten. Dies sei ein unumstößlicher Beweis, daß der Kredit Bulgariens in demselben Maße wachse, wie die Erfolge seiner Armee.

K o n st a n t i n o p e l, 4. März. Der italienische Damp­ferMonza" ist nicht von den Bulgaren beschossen worden, sondern zufällig bei Gallipoli gestrandet. Dagegen be­schossen die Bulgaren den DampferAusonia" aus Genna, ohne ihn zu treffen.

Aus Hessen.

Rucktrittsgedanken des Finanzministers Braun?

, E D a r m st a d t, 4 März. Wie in eingeweihten Kreisen verlautet, soll sich der Minister der Finanzen, Brann, ernftlid: mit Rücktrittsgedanken tragen. Als Nachfolger werden genannt der Oberbürgermeister der Stadt Worms, Köhler, und Ministeriatz rat Dr. Johann Becker. handelt sich hier um ein Gerücht, daS sich kaum bestätigen dürfte.)

Deutsches Reich.

Der Kaiser verblieb, wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, am Mens- tag morgen an Bord des LinienschiffesKaiser", das narb 11 Uhr am alten Liegeplatz in der Werft festlegte. Um diese Zeit unternahmen die beiden Marineflugzeuge Aufstiege, die der Kaiser vom Schiffe aus beobachtete und die vorzüglich verliefen.

Der Besuch in Gmunden.

Aus Gmunden wird gemelbet: Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise sind nach überaus herzlicher