be5 bepktze, betet berftönbiger, vrakNFcher Sinn die
wahre Mei nun a Frankreichs bilde. Er leimt die Bedingungen, unter denen allein jene Billigung erfolgen kann, er rwiß, daß Mäßigung und Nüchternheit in Wort und Tat dazu gehören. Wir halten den Präsidenten auch nicht für einen Schwächling, der sich gegen sein eigenes Urteil zu Unflug freiten verleiten oder zwingen ließe. Aus allen diesen Gründen sind
SicZHer ein Aufstand in Venezuela.
Nach einem Telegramm aus Willemstad (Curaco) is in Venezuela ein Ausstand ausgebrochen. Juan Ar au ja unb 800 Mann haben zu den Waffen gegriffen.
Arrr Stadt «nd Land.
Nach einer neueret Meldung Mw Sdxmgbai erklärte die chinesische Regierung dem Doyen oes diplom-unchcn torn . verzichte auf weitere Verhandlungen über die Sechsmal te- anleihe.
veut^ebe- Reie^.
2er Gegenbesuch des Herzogs und der Herzogin von Cumberland
am Berliner Hofe wird am 8. März in Potsdam erfolgen. Der Herzog von Cumberland wird bei seinem Aufenthalte in Berlin respektive in Potsdam oud> mit dem Prinzregenten von Bauern Zusammentreffen, der ebenfalls in den lüidntcit Tagen seinen Antrittsbesuch in Berlin machen wird. Die Kaiserin fährt heute, Dienstag abend, nach Berlin zurück.
Eine Vorlage zur Abänderung der §§56 und 5 6 e der Gewerbeordnung
ift vor einigen Tagen dem Bundesräte zugegangen. Nach einer Mitteilung in der Presse sollte diese Novelle die Ausgabe haben, die Bestimmungen über den Vertrieb von Schmutz und Schundliteratur -zu versehärsen. Wie tot erfahren, trifft diese Annahme nicht zu. In der denk Bundesrate vorliegenden Novelle wird vielmehr bestimmt, daß Spielkarten, Rohbernstein und Pfandscheine durch Gewerbetreibende nicht verkauft werden dürfen. Durch diese Bestimmung soll besonders den betrügerischen Machenschaften entgegengcwirkt werden, die durch Pfandschieberci vielfach durch Hausierer verursacht wird. Es ist häufig vorgekommen, das; Hausierer Pfandscheine verkauften mit der Motivierung, daß die verpfändeten Gegenstände nach Ablauf der Pfandsrist zu bedeutend höherem Werte zurückgckaust werden können. Schließlich toll die Novelle noch die Vorschriften über W a n d e r l a g e r und Wanderauktiouen verschärfen. Namentlich in den Parlamenten sind in dieser Hinsicht vielfach Klagen laut geworden, die int Interesse des Kleinhandels eine Verschärfung der bestehenden Bestimmungen forderten. Ein völliges Verbot der Wanderlager beabsichtigt die Regierung jedoch nicht, doch sollen einschränkende Bestimmungen dort eintreten, wo die Wanderlagcr keine Eristenzbcrechtigung haben. Die betreffende Novelle dürfte dem Reichstage vorläufig noch nickt zugehen.
Auflösung einer p o l n i s ck c n Versammlung.
Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Posen: Die Polizei löste auf Grund der Spraclwnvaragraohen die Versammlung des polnischen landwirtschastlicken Zcntralvvreins auf. Bisher wurden die Beratungen dieser Organisation in polnischer Sprache geführt.
tor nicht geneigt, den extravaganten Bekundungen dos Chauvinismus, die aus Paris gemeldet werden, eine iLer große Bedeutung beizulege«. Wir freuen uns über den Geist des Selbstvertrauens des neuen Frankreichs Wir freuen uns über den unverkennbaren Schneid und den Elan der iranzö fischen Truppen und über die Bereitwilligkeit, mit der die französische Nation der Forderung neuer Opfer für die Landesverteidigung entsprechen will, aber wir sehen mit Bedauern, daß diese Zeichen von echtem Patriotismus von provozierenden Reden, Schriften usw. begleitet werden. Kluge Franzosen, die die europäische Lage kennen, müssen durch die Art beunruhigt werden, wie die Chauvinisten, und vielleicht nicht die Chauvinisten allein, Elsaß-Lothringen in den Vordergrund stellen Wenn die Franzosen daran denken müssen, so sollten sie sich an den Rat Gambettas erinnern und ihre Gedanken für sich behalten, denn auf dieser Seite des Kanals, wo die französische Renaissance mit großem Interesse und großer Sympathie verfolgt wird, können solche Reden nur den Gedanken an einen Revanche krieg auslösen. Der Sinn und das Gewissen Eng lands sind unveränderlich und unerschütterlici' gegen Revanche- und Angriffskriege. Kriege dieser Art stehen im Widerspruch zu der Grundlage des Prin zips der Triple-Entente, deren Raison b etre die Erhaltung des Friedens auf der Grundlage des iewigen Gleichge wichts der Mächte und dcS Statusguo ist.
Das hinderte aber nicht, daß der englische Marineminister Churchill in auffälliger Weise an Hebungen der französischen Flotte in Toulon teilnahm und, als er am Montag dort eintraf, an Bord des „Voltaire" eine Unterredung mit dem französischen M a r i nc- minister Baud in hatte. Und für die Stimmung in Ettgland ist auch folgende Aeußerung der oppositionellen' „Pal Mal Gazette" bezeichnend:
Für eine so ungeheure Heeresvermehrung gebe es keinen Grund, kaum eine Entschuldigung. Von der Weichsel her drohe keine Gefahr, wenn in den Vogesen kein Angriff erfolge. Keine andere Nation habe durch vermehrte Rüstungen Deutschlands Sicherheit bedroht. Deutschland allein habe den Handschuh hingeworfen und Europa zu einer Antwort gezwungen. Wird England allen seinen Ucberlieferungen, so fragt das Blatt, den Rücken kehren ober Deutschland d i e Suprematie ab st reiten, wie es in der Vergangenheit Frankreich und Spanien die Suprematie streitig machte? Frankreich wird zuerst fertig sein und man wird sehen müssen, was das für Folgen haben wird.
lliislanö.
Dclcassss Reise nach Petersburg. >
Es heißt, daß Delcasss seine Abreise nach Petersburg um einige Tage aufschiebeu werde, da der bisherige Botschafter Louis der Dreihundertfahrfeier des Hauses Romanow als Vertreter Frankreichs beiwohnen soll und deshalb sein Abberuftrngsschreiben erst im Laufe der nächsten Wvcfe uberreielfen könne. Dem d'plomatischcn Brauche ent» spreclnmd, werde Delcasss sich erst nach der Ueberreichung .des AbberufungssclTreibens Louis nach Petersburg begeben.
Neues von den Suffragettes.
Die „B. Z." meldet aus London: Mehrere Suffragetten wollten gestern in verschiedenen Versammlungen sprechen, kamen aber zumeilt nicht zum Wort. Die Menge bombardierte sie mit Giern, Kartoffeln und Bananenschalen, stürmte Die Tribünen und jerrte die Frauen herunter, deren Kleidung bös zugerichtet wurde.
Die chinesische Anleihe.
Au? Peking wirb gcmclbct: In einer Versammlung ber Okianbteu der zur Secksmächtegruppe geböreuben Länber gab am Montag ber deutsche Gesandte die E r k l ä r u u g ab daß Deutschland seinen Einspruch gegen die Ernennung eines Engländers zum Beirat des S.ilzamtes zurückgezogen habe Die Geiandten teilten mündlich diese Tatsache her chinesischen Re- nicrunq mit. Man erwartet die Ueberreichung einer Note in wclrfier die Mächte erklären, sie hielten es in Anbetracht' der großen ^-uinrnkn, um die es sich handele, für notivcndig, daß die cinneufcke Regierung außer den bereits vorgesehenen vier Beiräten, nämlich einem Engländer für das Salzamt einem Deutschen für das Anleiheamt, einem Russen und einem Franzosen für das Auditeuramt einem Deutfchen zum Hilfsbeirat d e s S a l z a m t e « ernenne Japan und Amerika haben sich ihrer Rechtsansprüche begeben" Man glaubt ferner, daß auch aus dem chinesischen Dienst und zwar wahrscheinlich auS der Seezollverwaltung, Beiräte himu-- gejogen werden Es besteht Grund zu der Annahme, daß die chinesische Regierung heute auf die Vorschläge ein.iehen wird, wenn ihr keine neuen Bedingungen auserlegt werden. Es ist vereinbart, daß die Anleihe ungefähr folgendermaßen plaziert werden soll' 8 Millionen in England, 7 Millionen in Frankreich, 6 M i H i o - nen in Deutschland, 2l » Millionen in Amerika, l‘/} Mill, in Belgien, das den russischen Anteil übernimmt
b) legen, 4. März 1913.
** Tageskalender für Dienstag, 4. März. Stadt- theater: .Die versunkene Glocke-. Anfang 7 Uhr.
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•• Land e§Universität. Der Großherzog Hal den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät bei Landesumoersilät, Geh. Justizrat Dr. Arthur Benno Schmidt tn Gießen auS dem Staatgdienst entlassen und den Landgerichtsrat Dr. JnlinS Friedrich in Gießen seines Amtes als anßerordentlicher Professor bei der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen enthoben.
'• Zu BiermerS Beerdigung. Die Rede, die der Dekan ber philosophischen Fakultät Pros. Dr. Schwally am Grabe hielt, sei nachstehend miedergeaeben:
An der tiefen Trauer um den allzufrüh in die einige Ruhe Gingegangenen ist neben der Gesamt-Universität in erster Linie die philos. Fakultät beteiligt, welcher der Entschlafene fast 13 Jahre als Lehrer und Forscher angehört hat.
Vor allem als Lehrer. Sein reiches Wissen, sein klarer und scharier Geist, eine bewundernswerte Gabe gut und wirkungsvoll barzustellen, machten ihn zu einem der pervorragendstcu und gefeiertsten akademifchen Lehrer. Seine frifche und temperamentvoll? Art wußte auch den sprödesten Stoff zu beleben und die trockenste Materie seinen Hörern interessant zu machen.
Wegen dieser großen Vorzüge feiner Lehrweise wurde er bald ein gesuchter Redner bei den großen Tagungen politischer und industrieller Körperfckasten.
Als Schriftsteller ist der Heimgegangene, entsprechend seiner großen Arbeitskraft und Stoffbeherrschung, außerordentlich fruchtbar gewesen. Es gibt eigentlich kein wichtigeres Gebiet der Staatswissensckaften, auf dem er nicht eine oder mehrere Veröffentlichungen aufzuweifen hätte, sei es in Buchform ober tn Zeitschriften-Aussätzen. Wahrend er sein .Bestes in zahlreichen Artikeln eines bekannten Handbuches der Staatswissenschaften niebericgte, hat er es auch nicht verschmäht, sich zur wirksamen Verbreitung seiner Ideen der Tagespresse zu bedienen.
Bei der großen Zahl seiner Publikationen versteht es sich von selbst, daß die einzelnen feinen großen Umfang haben tonnten. I" der Mehrzahl derselben hat es ber Verfasser ivenigcr abgesehen auf tief eindringende .Untersuchung ober die Gewinnung neuer Probleme und Werte als auf das mehr praktische Ziel, von der Grundlage geiidjertcr Ergebnisse seiner Fachwissenschaft aus die maßgebendcn ober sonst interessierten Kreise aufzuklären und zu belehren.
Man darf diese literarische Tätigkeit keineswegs gering an schlagen; denn die Ergebnisse der nationalökonomischen Forschung, welche in die modernsten und aktuellsten Probleme unseres heutigen Gesettschafts- und Wirtschaftslebens tief einschneiden, bilden für den ^Fachvertreter^geradezu eine moralische Nötigung, zu den großen Tagesfragen Stellung zu nehmen; oder, wie es Biermer fclblt einmal ausgedrückt hat, von einem uninteressierten Standpunkte aus die wirtschaftspolitifcheit Kämpfe zu registrieren und, lvenn es sein muß, kritisch zu beleuchten.
Aber es ist doch nicht allein das Pfltchtbewußtsein gewesen, bas unsern Kollegen in bie Arena aurrcibenber Kämpfe getrieben bat, fonbern auch eine starke innere Neigung. Unb n>enn er cim mal gesagt bat, daß er mehr Sinn habe für ein beschauliches, stilles Gelebrtenlebeu als für das Hervvrireten an die Deffentlidi- feit, so haben ihn doch die Verhältnisse nie dazn kommen lassen. Ich selbst habe ihn immer für eine geborene Kampfes natur gehalten, bie fick wohl fühlte im wogenden Streite und fick freute, wenn ihr im Kampfe die Kräfte wuchsen. — Sie alle wissen, was er für ein mannhafter Streiter gewesen ist? Er führte seine Feber wie ein Schwert, dessen Klinge scharf und besfen Hieb wuchtig war. Da ist er in der Hitze des Gefechtes gelegentlich wohl einmal zu weit gegangen, oder bat schwerer verwundet als er gewollt hatte. Wie dem auch sei, seine Absichten und Ziele waren immer lauter und rein, seine Mittel ehrlich und seine Wege gerade und ohne Hinterhalt.
Dieser unerschrockene imb, wenn es not tat, rücksichtslose Kämpfer für Reckt unb Wahrheit famt es betntivrurf>m. bar auck wir an seinem Grabe nickt unwahr werben, sondern neben feinen hervorragenden Eigenschaften auch die kleinen Schwächen seiner Personlickkrit nickt mnebvagen. Eine gewisse '.Gereiztheit und Einpfnidlickkeit. die er in den Kämpfen des Tages erworben haben mag, war die Ursache, daß er zuweilen bie besten Absichten anderer verkannte oder gar in dem Freunde auf einmal glaubte, einen Gegner erblitfen zu mimen.
Im Grmrde ist er immer eine vornehme und ritterliche Natur geblieben, trotz aller Ecken unb tonten seines Charakters eine tminrn canbiba in des Wortes ivahrster Bedeutung. Als solche wird sein Andenken uns teuer unb unvergleichlich sein.
” A n 8 dem Militär Wochenblatt. Frhr. Schenk zu Schweins berg, Hauptm. und persönlicher Adjutant des Landgrafen von Hessen, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis znm Tragen der Uniform des Kurhess. Jäger-Bats. Nr. 11 zur Disposition gestellt. — Riedesel Frhr. zu E i s e n b a ch, Dbcrlt. im Trag.-Reqt. Freiherr von Manteuffel (Rhein.) Nr. 5, wurde zum persönlichen Adjutanten deS Landgrafen von Hessen ernannt.
'* Neuer Schnellzug Koblenz — Berlin. Heber bie Einlegung einer neuen SchnellzugSverbindung von Koblenz durch das Lahntal nach Berlin schweben Verhandlungen. Auf Antrag der Handelskammer zu Limburg sollen die Züge in Limburg versuchsweise halten; die dauernde Beibehaltung des Aufenthaltes muß von der Benutzung abhängig gemacht werden.
-Stadttheater. Eine Wiederholung der .Versunkenen Glocke" im Abonnement nach der heutigen Vorstellung ffndet nicht statt.
** Jubiläum. Frau Katharine Will aus Wirseck ist beute 50 Jahre lang im Botanischen Garten als Arbeiterin tätig. Das Ereignis tmirbe durch eine kleine F-eier begangen, wobei der Jubilarin durch den Direktor des Gartens ein Geldgeschenk überreicht nrarb. Die allen regelmäßigen Garkenfesucfern wohlbekannte Fran steht int 75. Lebensjahre. Sie ist noch außergewöhnlich instig und erfreut sich trotz ihres hohen Akters einer seltenen Gesundheit unb Frische.
*• Kolonialvortrag. Zu dem Vortrag am 6. März, dcu bie TeutzThc Kolonialgesellschaft in Veriünduug mit dem Frauenbund der D. K.-G. veranstaltet, totb uns über die Per ionUdrfcit des in kolonialen Kreisen hochgeschätzten Redners ge i (uneben. 1.berlcutttaiit z. D. Georg Richelmann gehörte mehrere .vabre ber Marine-Insanterie unb vom 1. März 1889 ab her Wiymaimstruppe an. Am S. Mai 1889 bri Erstürmung von Bu MnriL. ^aget verwundet, nahm er später meist in Wißmanns Ltave an feinen Kämmen teil. Nock während derselben übernahm er Die Stationen Bagamoyo unb Tanga, deren damaliger Ausbau
'suU '^crF nxtt- Ei" besonderes Augenmerk .FF nur. .t>lc ^uhtgung und (feimnnung ber feindseligen S ^lTl-lmTrn "ie Araber, Neger unb der gleich» n Wißmanns Amchauungen sich anpasseud, gelang c-: ihm. für mc Denebtebenen Bevölkerungsclemente oolles Verständnis zu gewiimcn, mir bcnidben aur sehr gutem Fuße zu stehen Unb • iKibct glcichzeUig den ausgcfprochcnen.Herrenstanoounü des (zurc-
väertums zur Geltung zu bringen. Ende 1890 nach Abschluß bet stämvfe gegen bie Araber, verließ er die Wißmanntruppe und kehrte über Aegypten, Palästina, Türkei unb Bulgarien nach Deutschlanb zurück, um hier wieder in die Armee ein»utreten. Er zählte zu bem kleinen Kreise von Wißmanns Vertrauten unb war, nack mefrrmonarlickem Zusammenleben, mit Emin Pasckia befreundet. 1908, nachdem er den Militärdienst verlaßen, unternahm er eine längere Reffe nach Süd- unb Dstafrika. Zweck Dericfben war. bie Fortschritte Ostafrikas zu sehen und Erkun- bungen über die Eingeborenen frage und die Besieblungsfähigkeit hochgelegener Lanbfrnchc anzustellen. Aus diesem Grunde wurde auch Britisch-Ostafnka unb die .Gegend westlich des Dikloria- Eees längere Zeit bejudit
** Schweinepreise. Der Bürgermeister ber (Gemeinde Haan im Rheinbe^irk hat an die Metzgermeister ieiner Gemeinde folgendes .schreiben zur „Beherzigung" gerichtet: Die Viehmarktberichte ber letzten Zeit -eigen, abgesehen brm unerheblichen Schwankungen, ein merf- lich es Zurückgehen der Einkaufspreise für S ch w e i n c und Großvieh. Es ist für die nächste Zeit nicht anzunehmen, daß bie Preise weiter steigen, sicherlich nicht, daß sie die frühere Höhe erreichen. Bis heute haben sich Ihre Absatzpreise an die konsumierende Bevölkerung diesem Preisrückgang nicht angeschlossen. Ich bitte doch, für baldige angemessene Ermäßigung der Verkaufspreise sorgen zu wollen." Auch für Gießen wäre eine solche Mahnung angebracht. Verkaufen dock) die lffesigen Schweinemeyger das Pfund Fleffch um 5—6 Pfennig teurer als die Preisverycklt- nisse es bedingen. Unter diesen Umständen ist Selbsthilfe sehr am Platze. Wenn die hiesigen Einwohner recht viel Fleisch und Wurst von answärts beziehen, wird der Konsum- rüdgang die hiesigen Metzger schon veranlassen, die Preise zu ermäßigen.
~ ’* Auch ein Stück Jugendfürsorge. In der städt. F o r t b i l b u n g s s ch u l c, die unter Leitung des Hauptlehrers K n a u ß steht, würbe von diesem unb bem Lehrerkollegium ber Anstalt im vorigen Herbste eine sog. Schul s parka sse gegründet, nachdem auch ber Vorstanb ber Gießener Bezirkssparkasse fick bereit erklärt hatte, bie erforberlichen Sparmarken unb Sparkarten zur Verfügung zu [teilen. Alle Lehrer erkannten bie Nütz- lichkeit einer solchen Einrichtung an und übernahmen die damit verbundene Arbeit. So konnte, nachdem mehr als vji aller Schüler ihre Beteiligung zugesagt hatte, am 18. November 1912 mit dem Sparen begonnen werden. Von diesem Zeitpunkte an wurden bis heute über 500 Mk. gespart unb bei der Bczirkssparkassc verzins- llch angelegt. Die bei Schluß der Fortbildungsschule abgehenben Schüler erhalten ihre cingzahlten Beträge mit Zinsen entweder in bar ober in Gestalt eines Sparkassenbuches zurück. Den in ber Fortbildungsschule noch nerbleibeitben Schülern ist Gelegenheit geboten, auch im Sommer Halbjahre, wo für sie kein Unterricht ftattfinbet, weiter zu sparen. Dies war;nur möglich, weil bie Lehrer der Anstalt in Anbetracht ber guten Sache bereit warm, abwechselnb auck in dieser Zeit an jedem Samstag abend im Schulhause ber Nord-Anlage bie Spargelbar zu erbeben.
Kreis Alsfeld.
OK. Alsfeld, 2. März. Die „Erle n", dir hier die Stelle eines Stabtwaldes vertreten, werden aller Wahrscheinlichkeit nack fast ganz vom Erdboden verschwinden. Der Rüsselkäfer, der jährlich ganze Wälder vernichtet, bat sich dort eingeniftet. Gerade die särönsten Bäume sind völlig ihrer Rinde beraubt unb bieten einen traurigen Anblick. Biele Leute chrieben das Abfallen der Rinde ber Hitze im Sommer 1911 zu. Es hat sich aber herausgestellt, daß cs durch den Rüsselkäfer ber» urjackt wirb. Die kranken Bäume müssen gefällt werben, um die gesunden vor bem sckäblichen Käfer zu schützen. Bei bem Baumfällen wirb bie Büttnersche Baumrobemaschine, die von Forstwart Büttner, Eifa, erhntben ivurde, benützt. Die Wurzeln werben nur ein wenig angehauen, bann wirb Der Baum einfach mittels ber Maschine um ged rückt. Das Fallen eines Bau nies' mit der Maschine bauert ungefähr 20 Minuten. Die Rtctmmo, nach der ber Baum fallen soll, kann vorher bestimmt werden. Das Fällen ist vollstünbig gesalnlos.
Kreis Schotten.
= Schotten, 3. März. Kaufmann Willst. Moll und Kommerzienrat H. Wilh. Cloos, zu Nidda, wurden mit den nachfolgenden beiden Ei s en erzb er g we r ke n, nämlich: „Elisabeth in den OKmarkungen Dirlammen und Meiches und „Wolfs lau ft' in den Gemarkungen Hörgenau, Dirlammen und Engelrod sowie Meiches und Helpershain beliehenr Etwaige (rin- Wendungen gegen diese Verleihung müssen fei Meidung des Verlustes des Vorzugsrechts binnen drei Monaten geltend gemacht werden.
Kreis Friedberg.
L Wölfersheim, 3. März. Am Samstag sind die Hauptarbeiten für die Zentrale der elektrischen Beleuchtung fertig gewoiden. Am Abend wurde WülserS- )eim zum erstenmale elektrisch beleuchtet. Abend« sand :ür die Beamten, Monteure und Arbeiter eine Feierlich- eit statt.
Starkenburg und Rheinheffen.
W Odernhe^im, 3. März. Der Postbote Christian türzte sich im Fiober aus seiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung auf die Straße und blieb t o t liegen.
Hessen-Nassau.
Biedenkopf, 3. März. Der Reinertrag eines hier abgehaltenen Jahrmarkts zum Besten des Aus- sichtsturmes auf der Sackpfeisc stehl nunmehr est. Es konnten dem Baufonds 138 Mk. 27 Psg überwiesen werden.
Schwurgericht.
th. Gießen, 3. Mär».
Heute vormittag verhandelte das Schwurgericht unter ban Vorsitz des Landgericbtsrats Koch gegen die Gbemni Elisabeth Deubel, geb. Spruch von Busenborn wegen Meineides Tie Anklage vertrat Staatsanwalt Trümpcrt. Die Verteidigung ührte Rechtsanwalt Kaufmann. In der Skrlxmblung waren 16 Zeugen zu hören.
Die bisher unbestrafte und gut beleumdete 30 Jahre alte Angeklagte soll den falschen tEid vor dem Schöffengericht (Schotten in ber Privatklaae ihres Ehemannes gegen Wilhelmine Gebhard, ?d>. Heinz aus Huscnbom wissentlich abgegeben haben. Sie befreitet jedock diese Aimattme unb behauptet, was sie vor bem Schöfsengerickt bekundet, fei wahr. Der Tatbestand der Anllage ergibt sich aus ber Verhanblung wie folgt: Die Eheleute Deubel ! eben mit ihren Nadwarn, wegen einer Dnrchgaiigsgerechttgkeit, in heftigem streit. Nack bet Bekundung des Genhormeriewackt- meisters Noß brennen beide Parieren förmlich darauß sich gegen- ring airzuzeigen. Am 29. Juni entlief auf ber Gebhardsckcn Hofrrite ein StaUhase. Bei ber VersolMmg des Tieres, an welcher sich außer Frau Gebhard auch deren Mutter Marie Heim beteiligte, erschien auch die migcttogtc Ehefrau Teufel auf ber Bildfläche unb nun entwickelte sich ein WorigeieckK, in dessen Verlauf bie Geb Harb die Deubel sdpver beleibigt haben soll. So berichtete die Angeklagte ihrem Ehemann, der Frau Gebhard vor den Bürgermeister zum Sühnetermin lud unb als sie Dort nickt erschien. Privat klage erhob. In deren Verlaus beschnwr bie An- ' I e f logte a l s Zeugin, baß die bdribigenben Worte gc- lallen seien. Die Beklagte bestritt, diese Worte gebraucht, noch überhaupt die Ebefrau Teufel beleidigt zu bafen: auch btr Ehefrau Dietz beschwor, daß die Worte nicht geiollcn seien aber trotzdem kam das Schöffengericht zu einer Verurteilung fei Gebhard
fun orrfrrr diese ben SpiE; um unb zeigte die Ehefrau Deubel wegen MeinridS an. Iu ber Beweisaufnahme fefmibac bie


